Mein DVD-Tipp – Mord auf Shetland Staffel 3

Am 17. April diesen Jahres erschien auf DVD die dritte Staffel der TV-Serie „Mord auf Shetland“ bei EDEL MOTION in deutscher Synchronisation. Obwohl die Shetland Inseln hoch im Norden von Schottland nicht zu meinem Berichtsgebiet zählen, möchte ich heute eine Ausnahme machen, weil mir diese Serie außerordentlich gut gefällt und sie ein großartiges Lokalkolorit hat. Sie basiert zum Teil auf den Romanen der Krimiautorin Ann Cleeves (die Engländerin ist, und da haben wir wieder die Verbindung zu England), die auch die Vera Stanhope-Serie geschrieben hat, die unter dem Titel „Vera“ verfilmt und ebenfalls im deutschen Fernsehen gezeigt wurde.

Im Mittelpunkt der TV-Serie, deren erste Folgen 2013 von BBC One gezeigt wurden, steht Detective Inspector Jimmy Perez, der gemeinsam mit Detective Sergeant Alison „Tosh“ MacIntosh Mordfälle auf der Inselgruppe der Shetlands löst. Da die Einwohnerzahl hier überschaubar ist, kommt DI Perez in den hier gezeigten Episoden auch immer wieder mit Personen aus seinem persönlichem Umfeld in Berührung.
Thomas Malone kommt nach mehr als zwanzig Jahren im Gefängnis frei, eine Strafe, die er abbüßen musste, weil er angeblich eine junge Frau ermordet haben soll. Kaum ist er in Freiheit wird wieder eine junge Frau ermordet, und sofort gerät Malone erneut in Verdacht. DI Perez ist von der Schuld des von dem Gefängnisaufenthalt schwer gezeichneten Mannes nicht überzeugt und ermittelt in alle Richtungen. In der sechsten Episode kommt es zu einem sehr emotionalen Ende.
Der schottische Schauspieler Douglas James Henshall verkörpert den Kriminalbeamten auf sehr überzeugende Weise. Auch die anderen Darsteller sind gut ausgewählt worden.

Gedreht wurde die TV-Serie teils auf den Shetland-Inseln selbst, als auch auf dem schottischen Festland. Ähnlich wie in der TV-Serie „The Bay“ spielt das Lokalkolorit auch in „Mord auf Shetland“ eine wesentliche Rolle und trägt sicher zur Popularität bei den Zuschauern bei.

Auf der DVD steht der Vermerk Staffel 3, was sich nicht mit den Angaben der BBC, der ARD und der Wikipedia deckt, denn dort werden die sechs Episoden der Staffel 4 zugeordnet, was wahrscheinlich daran liegt, dass bei den DVD-Veröffentlichungen in Deutschland der Pilotfilm der Staffel 1 zugeschlagen wurde, so dass sich dadurch eine andere Zählung ergibt.

Hier ist der deutsche Trailer zu der hier angezeigten DVD.

Der Hafen von Lerwick auf den Shetland Inseln.
Photo © Mike Pennington (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 24. Mai 2020 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Mein DVD-Tipp – Grantchester Staffel 3 und Staffel 4

Im Februar diesen Jahres wurde in Deutschland von EDEL Motions die Staffel 3 der englischen TV-Serie „Grantchester“ veröffentlicht und jetzt im Mai die Staffel 4. Beide DVDs enthalten Bonusmaterial in Form von Hintergrundberichten und Interviews. Die Geschichten rund um den Dorfpfarrer von Grantchester in Cambridgeshire Sidney Chambers und seinem Freund, dem Detective Inspector Geordie Keating, werden in den beiden Staffeln weitergeführt, die auf den Büchern von James Runcie basieren (siehe hierzu meinen Blogeintrag über meinen Besuch in Grantchester). Je mehr Episoden man sich ansieht, umso mehr wachsen einem die Figuren der ITV-Serie ans Herz: Neben den beiden bereits genannten Hauptdarstellern sind das noch der schwule Hilfspfarrer Leonard Finch und die schrullige Haushälterin Mrs. Sylvia Maguire/Chapman. In den beiden Staffeln passiert so einiges: Der Pfarrer Sidney Chambers verliebt sich erst in die hübsche Amanda (gespielt von Morven Christie, die wir aus „The Bay“ kennen), dann in die farbige Amerikanerin Violet Todd, mit der er schließlich in die USA geht.
In Staffel 4 erfolgt also ein Wechsel an der Stelle des Pfarrers von Grantchester, nicht Leonard Finch wird der Nachfolger von Sidney Chambers, sondern der junge Will Davenport. Der hat es nicht leicht, sich in den Pfarrhaushalt einzufügen, wird doch sein Vorgänger von allen sehr vermisst. Auch DI Geordie Keating muss sich erst an das neue Gesicht in Grantchester gewöhnen, doch nach und nach nimmt auch Will Davenport die Stelle an der Seite des Kriminalisten ein. Es ist sicher etwas ungewöhnlich (und unrealistisch), dass ein Dorfpfarrer derart eng in die Polizeiarbeit einbezogen wird, an Verhören teilnimmt und dem DI kaum von der Seite weicht, aber vielleicht war das in den 1950er Jahren anders.

James Norton, der den Sidney Chambers spielte, hat sich zwei anderen TV-Serien zugewandt. In „The Trial of Christine Keeler“ spielt er den Stephen Ward und in der Science Fiction-Serie „The Nevers„, die im Jahr 2021 gesendet werden soll, den Hugo Swann.

Tom Brittney spielt Dorfpfarrer Nummer 2 Will Davenport. Er war vorher zum Beispiel in mehreren Episoden der Mystery-Serie „The Five“ als D.C. Ken Howells zu sehen.

Die 5. Staffel von „Grantchester“ wurde von ITV im Januar und Februar gesendet und wird sicher in absehbarer Zeit auch in Deutschland auf DVD veröffentlicht.

Gedreht wird Die TV-Serie in den Elstree Studios in Borehamwood (Hertfordshire) und direkt vor Ort in dem hübschen Dorf Grantchester vor den Toren von Cambridge. Ab 2021 bietet die Firma Britmovie Tours auch eine „Grantchester Tour of Locations“ an.

Ich kann die Serie sehr empfehlen; sie lebt vor allem durch ihre überzeugenden Darsteller!

St Andrew and St Mary, die Dorfkirche von Grantchester in Cambridgeshire, in der viele Szenen gedreht wurden.
Eigenes Foto.

Published in: on 13. Mai 2020 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Mein DVD-Tipp – The Bay

Die Drama-TV-Serie „The Bay“ des Senders ITV erinnerte mich schon nach kurzer Zeit an eine andere TV-Serie desselben Senders, „Broadchurch„, wahrscheinlich weil beide am Meer gedreht wurden und weil die Darsteller einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen.

Die sechs Episoden der ersten Staffel von „The Bay“ wurden im vorigen Jahr in Großbritannien gesendet. In Deutschland lief die Serie im Free TV bei ZDFneo in diesem Jahr, seit kurzem gibt es die komplette erste Staffel in deutscher Synchronisation auf DVD bei EDEL Motion.

Um es schon einmal vorweg zu sagen, ich war von „The Bay“ sehr angetan. Vor dem Hintergrund der Kulisse der Morecambe Bay in Lancashire entwickelt sich ein Drama, das den Zuschauer schnell in seinen Bann zieht.
Detective Sergeant Lisa Armstrong ist bei der West Lancashire Police als Family Liaison Officer angestellt, das heißt, sie wird bei Mordfällen und Vermisstenangelegenheiten hinzugezogen, um nahe bei den betroffenen Familien zu sein, Hilfestellung zu leisten, aber auch Augen und Ohren offen zu halten, um Hinweise zum Tatgeschehen innerhalb der Familie wahrzunehmen. In „The Bay“ geht es anfangs um den Vermisstenfall zweier Teenager, der sich aber bald zu einem Mordfall entwickelt. DS Armstrong, ebenfalls Mutter zweier Teenager, die auf die schiefe Bahn geraten, hat alle Hände voll zu tun, um ihre Aufgaben zu erledigen, sie hat aber auch ein Handicap: Sie hatte mit dem Stiefvater der Vermissten, der als Tatverdächtiger zählt, kurz vorher einen One-Night-Stand gehabt, der ihr jetzt schwer zu schaffen macht.

Die schottische Schauspielerin Morven Christie spielt die Hauptrolle der DS Lisa Armstrong (wir kennen sie aus der TV-Serie „Grantchester„, in der sie die Amanda Kendall verkörpert). Das Drehbuch schrieb Daragh Carville, der selbst in der Region von Morecambe lebt. Die eindringliche Titelmelodie schrieb Samuel Sim (hier zu hören, verbunden mit einem Drohnenflug über die Morecambe Bay).

Morecambe ist eines jener englischen Seebäder mit verblichenem Charme, deren Bewohner die Dreharbeiten sehr begrüßt und aufmerksam verfolgt haben. Ihnen war es vor allem wichtig, dass Morecambe im Film angemessen dargestellt wurde, was meiner Ansicht nach auch geschah. Ich bin schon sehr auf die zweite Staffel gespannt, die noch in diesem Jahr von ITV gesendet werden soll. Darin wird DS Lisa Armstrong (die am Ende der Staffel nach wie vor vom Dienst suspendiert ist) mit einem Mordfall konfrontiert werden, der sie erneut vor emotionale Herausforderungen stellt.

Hier ist der Trailer zur Staffel 1.

Ich habe über Morecambe in meinem Blog einmal einen Dreiteiler geschrieben: Teil 1, Teil 2, Teil 3.

Die Strandpromenade von Morecambe mit den Winter Gardens.
Photo © Graham Robson (cc-by-sa/2.0)

Sonnenuntergang über der Morecambe Bay.
Photo © Malc McDonald (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 26. April 2020 at 02:00  Comments (2)  
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Mein DVD-Tipp – „Poldark“ – Eine TV-Serie des britischen Senders BBC

Sie müssen sich eigentlich auf den Füßen gestanden haben, die Produktionsteams der ZDF-Serie „Rosamunde Pilcher“ und die der britischen Erfolgsserie „Poldark„, denn beide benutzten so ziemlich dieselben Drehorte in Cornwall.

„Poldark“ beruht auf der gleichnamigen Romanreihe des Schriftstellers Winston Graham (1908-2003), der damit berühmt geworden ist. Das Buch bzw. die TV-Serie handelt von Captain Ross Vennor Poldark, der aus dem amerikanischen Unabhängigkeitskrieg in seine Heimat Cornwall zurückkehrt, wo sich zwischenzeitlich einiges zum Negativen verändert hat. Ross Poldark (gespielt von Aidan Turner, von der UK-Glamour 2016 zum Sexiest Man in the World gewählt) heiratet Demelza Carne (gespielt von Eleanor Tomlinson), und beide müssen so einiges gemeinsam durchstehen. Die Serie spielt im Zeitraum von 1781 bis 1801. Das Drehbuch schrieb Debbie Horsfield, die sich eng an die Romanvorlage hält, in der fünften Staffel allerdings mehr ihrer eigenen Wege geht. Mit dieser Staffel soll nun Schluss sein, aber man weiß ja nie…

In „Poldark“ finden wir eine Mixtur, mit der schon viele andere TV-Serien zuvor auf der Erfolgsspur waren: Mutige Männer, hinterhältige Männer, schöne Frauen, Intrigen, Abenteuer und das alles vor der wunderbaren Kulisse Cornwalls. Mit diesen Zutaten konnte eigentlich nichts schiefgehen.

Am 8. März 2015 wurde die erste Folge in Großbritannien von der BBC ausgestrahlt, die letzte Folge am 26. August 2019. In Deutschland lief „Poldark“ bisher nur auf dem Pay-TV-Sender Sony Channel. Aber es gibt die komplette Serie auf DVD zu kaufen, die fünfte und letzte Staffel erschien am 6. Dezember 2019 bei Edel Motion. Mir liegt die Limited Edition vor, die zusätzlich ein umfangreiches Bonusmaterial beinhaltet, für alle, die ein wenig tiefer in die Hintergründe einsteigen wollen.

Gedreht wurde zum Beispiel in Cornwalls Kynance Cove, in Padstow, an der Botallack Mine und im Bodmin Moor.

Der Stoff wurde schon einmal für die BBC als TV-Serie verwendet, in 29 Episoden in den Jahren 1975 bis 1977. In Deutschland zeigte die ARD 1979 die Serie, sie wurde einige Male wiederholt.

Kynance Cove.
Photo © Steve Fareham (cc-by-sa/2.0)

Die Botallack Mine in Cornwall.
Photo © Gareth James (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 3. Februar 2020 at 02:00  Comments (12)  
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„Victoria“ – Eine populäre Serie im britischen Fernsehen, die es auch auf DVD gibt

Castle Howard, Harewood House, Temple Newsam, Carlton Towers, Wentworth Woodhouse: Die Location Scouts konnten aus dem Vollen schöpfen, als sie Drehorte für die englische TV-Serie „Victoria“ suchten. Der Norden Englands bietet eine Fülle von wunderschönen Palästen und Herrenhäusern, die sich hervorragend für die Verfilmung des Lebens Königin Victorias eignen.

25 Episoden in drei Staffeln gibt es bisher von „Victoria“, deren erste am 28. August 2016 auf dem Sender ITV zu sehen war. In Deutschland war die TV-Serie bisher nur im Pay-TV-Sender Sky zu sehen. Auf DVD bei Edel Motion in deutscher Synchronisation liegen die ersten drei Staffeln vor, zuletzt erschien Teil 3 am 28. Dezember 2019, eine Blue-Ray-Deluxe-Edition mit Bonusmaterial wird es ab dem 31. Januar 2020 geben.

Ich hatte erst Schwierigkeiten in die Serie „hineinzukommen“, aber bald hatte ich mich an die Darsteller gewöhnt, und ich muss sagen, das Casting hat sehr gut funktioniert. Ich glaube nicht, dass Queen Victoria so hübsch war wie Jenna Coleman, die sie verkörpert. Die Schauspielerin war in den letzten Jahren zum Beispiel in der Endlos-Serie „Doctor Who“ zu sehen. An ihrer Seite spielt Tom Hughes ihren Ehemann Prince Albert (die beiden sind auch privat ein Paar). Bemerkenswert in der dritten Staffel ist der Auftritt von Laurence Fox als Außenminister Lord Palmerston (ihn kennen wir als Detective Sergeant Hathaway in der TV-Serie „Lewis“). Eingebaut in die dritte Staffel ist eine fiktive Geschichte, in der Sophie, die Duchess of Monmouth (gespielt von Lily Travers, meiner Favoritin der ganzen Serie!), ein Liebesverhältnis mit dem Diener Joseph anfängt. Großartig finde ich Laurie Shepherd, vor einigen Tagen erst zehn Jahre alt geworden, der in der dritten Staffel Queen Victorias Sohn Bertie verkörpert. Wunderschön die Szene als der kleine Junge der 16-jährigen Prinzessin Adelheid einen Heiratsantrag macht.

Das Drehbuch für die TV-Serie schrieb Daisy Goodwin, die sich dabei auf die umfangreichen Tagebücher Königin Victorias stützte. Die Titelmusik „Alleluia“ stammt von Martin Phipps und wird von The  Mediæval Bæbes gesungen.

Hier ist der Trailer für Staffel 3. Die vierte Staffel soll im kommenden Frühjahr gesendet werden.

Harewood House in West Yorkshire, das in der TV-Serie für den Buckingham Palace steht.
Photo © Mike Searle (cc-by-sa/2.0)

Das großartige Castle Howard in North Yorkshire. Hier wurden die Szenen im Kensington Palace gedreht.
Photo © Mike Searle (cc-by-sa/2.0)

Das riesige Wentworth Woodhouse in South Yorkshire diente für die Dreharbeiten sowohl als Buckingham Palace als auch für den Kensington Palace.
Photo © Dave Pickersgill (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 27. Januar 2020 at 02:00  Comments (7)  
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Mein DVD-Tipp – „An Inspector Calls“

An Inspector Calls“ ist wohl das bekannteste Bühnenstück des Schriftstellers John Boynton Priestley, das 1945 erstmals in Moskau aufgeführt wurde; ein Jahr später erlebte es seine Premiere in England im Londoner Noel Coward Theatre. Die erste Verfilmung erfolgte 1954, in dem Alastair Sim die Rolle des Inspektors spielte. 1981 produzierte die BBC eine dreiteilige Miniserie, in der Bernard Hepton die Hauptrolle übernahm und am 13. September 2015 strahlte die BBC eine Neuverfilmung des Stoffes aus, die als DVD seit dem 15. November 2019 auch in deutscher Synchronisation erhältlich ist. Hier ist der Trailer.

In dem Bühnenstück/Film geht es um eine Familienfeier im Norden Englands im Jahr 1912, bei der die Birlings, eine wohlhabende Fabrikantenfamilie, die Verlobung ihrer Tochter Sheila mit dem ebenfalls wohlhabenden Fabrikantensohn Gerald Croft zelebrieren. Mitten in die Feier platzt Inspektor Goole mit der Nachricht, dass ein junges Mädchen namens Eva Smith Selbstmord begangen hat. Nach und nach konfrontiert der Inspektor die Anwesenden mit der Tatsache, dass sie alle in irgendeiner Form an dem Tod des Mädchens mitschuldig sind. Aus der friedlichen Feier wird ein Horroszenario. Am Ende des Films stellt sich heraus, dass es bei der örtlichen Polizei gar keinen Inspektor mit dem Namen Goole gibt, auch von einem Selbstmord ist nichts bekannt. Wer ist der mysteriöse, angebliche Polizist? Priestley hat hier ein Gesellschaftsdrama mit einem Mysterythriller verwoben, das den Zuschauer bis zum Schluss in Atem hält.

Die BBC-Verfilmung ist sehr gut gelungen mit überzeugenden Schauspielern. Inspector Goole wird von David Thewlis verkörpert (der die Figur des Remus Lupin in den Harry Potter-Filmen spielte). Ken Stott ist das Familienoberhaupt Arthur Birling, Miranda Richardson seine Frau Sybil. Chloe Pirrie spielt die Tochter Sheila und Finn Cole ihren Bruder Eric. Sheilas Verlobter Gerald Croft wird von Kyle Soller verkörpert und Eva Smith von Sophie Rundle.

Gedreht wurde der Film überwiegend in Yorkshire. Das imposante Haus der Familie Birling ist Scampston Hall, das dem Unternehmer und Managing Director der Textilfirma Joseph Turner, Christopher Legard, gehört. Hier ist ein Film über die Hall, die bei Malton in North Yorkshire liegt. Die Außenaufnahmen der Fabrik der Birlings sind in Saltaire in West Yorkshire gedreht worden, die Innenaufnahmen dagegen in der Queen Street Mill in Burnley (Lancashire), einer ehemaligen Fabrik, in der heute ein Textilmuseum untergebracht ist.

Mich hat der Film sehr fasziniert. Die Anfangsszenen erinnerten mich an „Downton Abbey“; Agatha Christie hätte das Drehbuch auch nicht besser schreiben können.

Saltaire in West Yorkshire.
Photo © Julian Osley (cc-by-sa/2.0)

Baumwollwebstühle in der Queen Street Mill in Burnley (Lancashire).
Photo © John H Darch (cc-by-sa/2.0)

Scampston Hall bei Malton (North Yorkshire).
Photo © Pauline E (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 16. Januar 2020 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Mein DVD-Tipp – „Scandal“, ein Film aus dem Jahr 1989

Foto meiner DVD.

Über die Profumo-Affäre und die darin verwickelten Personen Dr Stephen Ward, Christine Keeler und Mandy Rice-Davies habe ich in meinem Blog bereits zweimal geschrieben. 1961 hatte der damalige britische Verteidigungsminister John Profumo bei einer Party in Cliveden, dem Landsitz von Lord Astor, die 19jährige Christine Keeler kennengelernt und mit ihr eine kurze Affäre begonnen, die mit seinem Rücktritt als Minister endete. Lord Astors Freund, der Osteopath Dr Stephen Ward, bei dem Christine Keeler und ein anderes junges Mädchen, Mandy Rice-Davies, eine Zeit lang wohnten, wurde der Zuhälterei angeklagt, was zu einer Gerichtsverhandlung im Old Bailey führte, bei der er in zwei Punkten der Anklage als schuldig befunden wurde. Die Gerichtsverhandlung war eine Farce, weil der Richter stark gegen Ward voreingenommen war und dies den Geschworenen auch deutlich zeigte. Die Moralvorstellungen in den 1960er Jahen waren noch stark konservativ geprägt. Stephen Ward wartete das Urteil gar nicht ab und nahm sich das Leben.
Eine hochinteressante Darstellung der Gerichtsverhandlung ist Ludovic Kennedys Buch „The Trial of Stephen Ward„, das 1964 bei Victor Gollancz in London erschien und das ich gerade gelesen habe.

Der Film „Scandal“ aus dem Jahr 1989 zeichnet diese Vorgänge nach und Regisseur Michael Caton-Jones ist das sehr gut gelungen. Die Darsteller sind den damaligen Akteuren sehr ähnlich. John Hurt hat die Rolle von Dr Stephen Ward übernommen, Joanne Whalley spielt Christine Keeler und die US-Amerikanerin Bridget Fonda verkörpert Mandy Rice-Davies. Auch die anderen Rollen sind bestens besetzt wie die von John Profumo, dargestellt von Ian McKellen, und Lord Astor, gespielt von Leslie Phillips.

Die Gerichtsszenen wurden im Old Bailey gedreht, Lord Astors Wohnsitz Cliveden wurde nicht verwendet, stattdessen drehte man die entsprechenden Szenen im Longleat House in Wiltshire.

Der Spielfilm ist auf DVD erhältlich, ich besitze die ungekürzte und unzensierte Version, die es zum Beispiel bei Amazon UK gibt.
Der Soundtrack des Films ist bemerkenswert, er enthält viele Songs, die in der Zeit der Profumo-Affäre populär waren.

Hier ist der Trailer zum Film.

Hier in Cliveden in Berkshire, Wohnsitz Lord Astors und heute Hotel, begann die Profumo-Affäre.
Eigenes Foto.

Longleat House in Wiltshire diente als Drehort für den Film und stellte Cliveden dar.
Photo © Philip Halling (cc-by-sa/2.0)

The Central Criminal Court, Old Bailey, in London. Hier fand 1993 die Gerichtsverhandlung gegen Dr Stephen Ward statt und hier wurde auch für den Film „Scandal“ gedreht.
Photo © Bill Henderson (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 17. Januar 2019 at 02:00  Comments (2)  
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Mein DVD-Tipp – „Charles Dickens’s England“ mit Derek Jacobi

 

Foto meiner DVD.

Foto meiner DVD.

Der Sender Sky Arts strahlte 2009 eine Dokumentation aus, die auch auf DVD erhältlich ist, und die ich allen empfehlen kann, die sich für englische Literatur und speziell für Charles Dickens interessieren: „Charles Dickens’s England„, hervorragend präsentiert von Derek Jacobi, einem englischen Schauspieler, der 1994 einem breiten Fernsehpublikum bekannt wurde durch die Rolle des „Bruder Cadfael“ in den Verfilmungen der historischen Krimis von Ellis Peters.

Derek Jacobi führt in diesem zweistündigen Film zu allen wichtigen Plätzen, die mit Charles Dickens in Zusammenhang stehen: Von Portsmouth zur Isle of Wight, von Chatham nach Broadstairs und von Rochester nach Barnard Castle.  Auf dieser Rundreise trifft Jacobi auf eine Reihe von Dickens-Spezialisten, die ihr umfangreiches Wissen an die Zuschauer weitergeben.

So ist eine atmosphärisch dichte Dokumentation entstanden, nicht zuletzt durch Jacobis einfühlsame Präsentation.
Der DVD ist noch eine weitere hinzugefügt, mit einem „Making of“ und einer Zusammenfassung der im Hauptfilm durchgeführten Interviews und Lesungen von Dickens-Texten.

Die DVD ist zwar vergriffen, aber antiquarisch leicht zu bekommen. Hier ist ein kleiner Ausschnitt daraus.

Das Begleitbuch mit dem gleichen Titel ist 2009 bei Guerilla Books erschienen und noch lieferbar.

Ein Pub in der Union Street in Southwark, London.
Photo © Colin Smith (cc-by-sa/2.0)

Eine Statue des Meisters auf dem Guildhall Square in seiner Geburtsstadt Portsmouth.
Photo © Peter Trimming (cc-by-sa/2.0)

 

Published in: on 6. Januar 2019 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Midsomer Murders Staffel 19 – Jetzt auf DVD erhältlich (aber nicht komplett)

Foto meiner DVD.

Ist schon ein wenig merkwürdig, dass die 19. Staffel von „Midsomer Murders“ immer noch nicht komplett im britischen Fernsehen ausgestrahlt wurde. Vom 18. Dezember 2016 bis zum 18. Januar 2017 zeigte ITV die Episoden 1 bis 4, Teil 5 und 6 sind noch offen. Auf DVD erschienen jetzt die ersten drei Episoden.

Ich habe den Eindruck, dass es mit der TV-Serie allmählich zu Ende geht und den Drehbuchschreibern nicht mehr viel einfällt. Die Folgen „The Village That Rose From the Dead„, „Crime and Punishment“ und „Last Man Out“ konnten mich nicht überzeugen. Die Handlungen waren ziemlich wirr und so richtig verstanden habe ich sie nicht. DS Charlie Nelson ist schon wieder abgelöst worden, durch DS Jamie Winter, gespielt von Nick Hendrix, gewöhnungsbedürftig, und so richtig warm sind Barnaby und Winter noch nicht geworden. Sykes ist in „The Village That Rose From the Dead“ gestorben (aber nur im Film, Sykes hat das Rentenalter erreicht und seine Schauspielerkarriere an den Nagel gehängt). Sykes wird durch Paddy ersetzt, einen zweijährigen Terriermischling, der von den Barnabys liebevoll aufgenommen wird.

In der Episode 113 „Last Man Out“ feiern wir ein Wiedersehen mit Ben Jones, der in vielen Folgen der Krimserie an der Seite von Tom Barnaby als Detective Sergeant agierte und auch unter DCI John Barnaby eine Zeit lang arbeitete. Ben Jones ist mittlerweile selbst Detective Chief Inspector in Brighton geworden und in der Folge undercover als Jack Morris tätig. Auch die Schauspielerin Ester Hall, die in der Episode als Serena Luthando auftritt, kennen wir schon als Cullys Freundin Cassie Woods aus der Episode 30 „Bad  Tidings“ (dt. „Immer wenn der Scherenschleifer…“).

Die DVD mit den drei letzten Folgen der 19. Staffel „Red in Tooth and Claw„, „Death By Persuasion“ und „The Curse of the Ninth“ wird irgendwann im Laufe des Jahres erhältlich sein.

 

Published in: on 27. März 2017 at 02:00  Comments (5)  

Mein DVD-Tipp – David Dimbleby: A Picture of Britain

Foto meiner DVD.

Foto meiner DVD.

Im Jahr 2005 strahlte die BBC eine sechsteilige Serie aus, die den Titel trug „A picture of Britain: an inspirational journey through art, landscape and identity“ und die als DVD erhältlich ist. Geschrieben und moderiert wurde die Serie von David Dimbleby, der Großbritannien von Nord nach Süd bereiste und auf die landschaftlichen Schönheiten einging. Diese stellte er in Relation zu Kunstwerken von z. B. Joseph Mallord William Turner, John Constable und Thomas Gainsborough.

Fantastische Landschaftsaufnahmen, in mitreißender Art von David Dimbleby präsentiert, machen die 6 Filme zu einer reinen Augenweide.
Die Episoden:
1. The Romantic North
2. The Flatlands
3. Highlands &  Glens
4. The Heart of England
5. The Home Front
6. The Mystical West

Der 1938 geborene David Dimbleby ist langjähriger BBC-Kommentator und hat unzählige, überwiegend politische Sendungen moderiert.

Die beiden DVDs (Spielzeit 6 Stunden) sind nach wie vor im Handel und können jedem empfohlen werden, der an Großbritannien und Landschaftsmalerei interessiert ist.
Hier ein kleiner Ausschnitt zum „Appetitanregen“.

Published in: on 19. September 2016 at 02:00  Kommentar verfassen  

DVD- und Buchtipp – Robbie Coltrane: B-Road Britain

Foto meiner DVD.

Foto meiner DVD.

Auf dem Umschlag dieses 2008 erschienenen Buches steht der Zusatz „Off the beaten track and into the heart and soul of Britain“. Diese Reise in das Herz und die Seele Großbritanniens macht Robbie Coltrane in seinem roten Jaguar XK 150 S, ein legendärer Sportwagen, der 1958 in Serie ging.

Coltrane reist von London nach Glasgow ausschließlich auf B-Roads, also Landstraßen und kommt auf diese Weise mit vielen interessanten Leuten in Kontakt. Er trifft Wing Walker in Gloucestershire, das sind mutige Menschen, die auf den Tragflächen von fliegenden Doppeldeckern ihre Kunststücke vorführen, und Brieftauben-Fans in Sunderland, die ihre Lieblinge 800 – 900 km wegtransportieren, um sie dann nach Hause fliegen zu lassen.

Das Buch ist erstens sehr interessant und zweitens sehr humorvoll geschrieben. Wer Robbie Coltrane nicht kennt: Er ist ein sehr beliebter schottischer  Filmschauspieler, der in zahlreichen Kinofilmen und im Fernsehen seine Auftritte hatte, z.B. in „Ocean’s Twelve“ und „GoldenEye“. Im Fernsehen spielte er in einigen „Blackadder“-Folgen an der Seite von Rowan Atkinson und in Deutschland kennen wir ihn durch die Krimiserie „Für alle Fälle Fitz“, in der er einen Profiler in Manchester spielte. Besonders bekannt wurde er durch die Verkörperung des Rubeus Hagrid in den Harry Potter-Filmen.

Zu dem Buch gibt es auch die passende DVD, die die komplette ITV-Serie beinhaltet (hier ein Ausschnitt).

Robbie Coltrane: B-Road Britain – Off the beaten track and into the heart and soul of Britain. Bantam Press 2008. 288 Seiten. ISBN  978-0593059968.

Published in: on 7. Januar 2016 at 02:00  Comments (2)  
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„Downton Abbey“ Staffel 4 ist auf DVD erschienen

Foto meiner DVD-Box

Foto meiner DVD-Box

Das ZDF strahlte zu Weihnachten 2012 die erste Staffel der englischen Erfolgsserie „Downton Abbey“ aus. Ein Jahr lang müssen die deutschen Fans der Serie warten, bis sie nun endlich in den Genuss der zweiten Staffel kommen, die das ZDF vom 22. bis zum 29. Dezember senden wird. ZDFneo beginnt bereits am 20. Dezember mit einer Doppelfolge der zweiten Staffel. Für alle, die inzwischen wieder vergessen haben, worum es eigentlich geht: Ab dem 1. Dezember wiederholt ZDFneo noch einmal alle Folgen von Staffel Eins.

In Großbritannien ist man allerdings mit „Downton Abbey“ schon viel weiter. Episode 8 der vierten Staffel wurde gerade erst am 10. November vom Sender ITV gezeigt und wer das alles gern selbst auf DVD besitzen möchte, musste nicht lange warten, denn schon am 11. November war die Box mit allen acht Episoden im Handel. Ich bekam mein Exemplar am 13. 11. aus England zugeschickt und machte mich natürlich gleich daran, mir die Folgen anzusehen. Ich wurde nicht enttäuscht!

Gedreht wurde wieder an den bekannten Schauplätzen Highclere Castle, Bampton (Oxfordshire) und den Ealing Studios. „Downstairs“ gibt es in der vierten Staffel einige Ab- und Zugänge, zwischen Anna und Bates kriselt es, Lady Mary legt ihre Lethargie nach dem Tode von Matthew ab und kann schon wieder einige Verehrer verzeichnen. Mehr möchte ich hier nicht verraten. Hier ist der Trailer zu Staffel 4.
…und wer nicht genug von DA bekommen kann: ITV plant bereits eine fünfte Staffel für 2014 ein.

Ein Weihnachtsgeschenk-Tipp für Downton Abbey-Fans: Die Gräfin von Carnarvon, in deren Highclere Castle die Serie gedreht wird, hat ein Buch geschrieben, das am 8. Oktober in deutscher Übersetzung erschien:
Lady Almina und das wahre Downton Abbey: Das Vermächtnis von Highclere Castle“ (mvg, 304 Seiten, ISBN 978-3868824766). Das Original des Buches habe ich in meinem Blog schon vorgestellt.

Published in: on 18. November 2013 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Mein Buch- und DVD-Tipp: Paul Gogarty: The Coast Road und die BBC-Serie The Coast

Foto meines Exemplares.

Foto meines Exemplares.

Ich habe gerade eben Paul Gogartys hoch interessantes Buch „The Coast Road“ beendet, in dem er von seiner 3000 Meilen langen Umrundung Englands entlang der Küsten erzählt. Mit einem Sundance G306-Wohnmobil, das er liebevoll Sid nennt,  legte er in mehreren Woche  diese lange Strecke zurück.

In Gravesend an der Themsemündung geht es los und in Southend, ebenfalls an der Themsemündung, endet seine Fahrt auf der der Leser unendlich viel über England erfährt: Interessantes und Kurioses, Begegnungen mit Menschen, die an der Küste leben, Städte und Dörfer, Kirchen und Strände.
Das Buch erschien erstmals 2004 und liegt auch in einer Taschenbuchausgabe vor.

Eine ideale Ergänzung zu dem Buch ist die BBC-Dokumentation „The Coast„, die in vier Staffeln mit 37 Episoden von 2005 – 2009 ausgestrahlt wurde. In dieser Serie wird nicht nur die englische Küste, sondern auch die walisische und schottische Küste mit behandelt. Die komplette Dokumentation liegt als Boxset mit zwölf DVDs und ca 35 Stunden Laufzeit vor. Wer an einem Kauf interessiert ist: Die Box gibt es bei Amazon UK erheblich billiger als bei Amazon Deutschland.

Foto meiner DVD-Box.

Foto meiner DVD-Box.