The Great British High Street Awards – Welche Stadt hat die beste Einkaufsstraße?

Blackburns Town Hall.
This work has been released into the public domain.

Bevor demnächst die Great British High Street Awards für das Jahr 2017 vergeben werden, möchte ich noch einmal eine kurze Übersicht über die Sieger des Jahres 2016 geben. Vergeben werden die Auszeichnungen an Städte, deren High Streets noch „gesund“ sind und nicht nur von Kettengeschäften und Charity Shops beherrscht sind. Über 500 000 Stimmen wurden abgegeben und 27 Jurymitglieder machten sich auf den Weg, um sich selbst ein Bild von den für die Preise vorgeschlagenen High Streets zu machen.

Der Gesamtsieger 2016 und Sieger in der Kategorie „Town Centre“ war die High Street von Blackburn in Lancashire. Die Stadt hat über 100 000 Einwohner, wovon der muslimische Bevölkerungsanteil 25% beträgt, ein Rekordwert in Großbritannien. Dieser Film stellt die Bemühungen Blackburns vor, das beste Stadtzentrum des Landes zu werden.

In der Kategorie „City Location“ ging der Preis an das Cathedral Quarter von Derby in Derbyshire, in dem sich mehr als 450 Geschäfte der unterschiedlichsten Art angesiedelt haben. Dieser Film gibt einen Überblick über das, was das Viertel rund um die Kathedrale zu bieten hat.

Pateley Bridge in North Yorkshire erhielt die Auszeichnung in der Kategorie „Village„. „With its great community spirit, social media campaign and a commitment to supporting local retailers, Pateley Bridge delighted our judges“, heißt es in der Urteilsbegründung der Jury. Hier ist ein Blick auf die High Street während der Nidderdale Show.

Hebden Bridge in West Yorkshire war erfolgreich in der Kategorie „Small Market Town“ und erhielt 40 000 Stimmen, soviel wie noch keine andere Stadt jemals bekommen hat. Damit erhielt die kleine Stadt zusärtlich noch den People’s Choice Award.

Derbys Cathedral Quarter.
Photo © David Hallam-Jones (cc-by-sa/2.0)

Pateley Bridge High Street.
Photo © Alan Murray-Rust (cc-by-sa/2.0)

Die Market Street in Hebden Bridge.
Photo © David Dixon (cc-by-sa/2.0)

 

Self Service Checkouts in englischen Supermärkten

Ein Tesco Superstore (allerdings nicht der in Amersham, sondern einer in Hereford).
Photo © Jaggery (cc-by-sa/2.0)

Letzte Woche musste ich wieder einmal feststellen, dass englische Supermärkte in vielen Dingen den deutschen überlegen sind. Das beginnt bei den Öffnungszeiten und den Serviceangeboten und setzt sich bei den technischen Einrichtungen fort. Ich weilte erneut für einige Tage in Amersham in Buckinghamshire. In der Old Town an der London Road West steht der Tesco Superstore, der ganz erstaunliche Öffnungszeiten hat, wenn man bedenkt, dass lediglich 15 000 Menschen hier wohnen. An den meisten Tagen der Woche hat der riesige Supermarkt rund um die Uhr geöffnet, nur samstags schließt er „schon“ um 24 Uhr. Auch sonntags ist er von 10 Uhr bis 16 Uhr geöffnet.

Zu den Serviceleistungen gehören eine Apotheke, die jeden Tag von 8 Uhr bis 20 Uhr mit Fachpersonal besetzt ist, ein Travel Money Bureau, in dem man Geld in andere Währungen umtauschen kann, Grocery Collection (man bestellt seine Waren online und kann sie fix und fertig eingepackt am Store abholen), und die angeschlossene Tankstelle mit Autowäsche ist auch rund um die Uhr geöffnet.

In England eine Selbstverständlichkeit sind die Self Service Checkouts. Wer die Kassen, an denen noch „richtige Menschen“ sitzen, nicht in Anspruch nehmen möchte, ist sein eigener Kassierer; dafür stehen viele Terminals zur Verfügung, an denen man seine gekauften Waren einscannt und schließlich entweder bar oder mit Karte bezahlt. Dass es dabei nicht immer rund läuft, zeigt dieser Film.

Bequemer ist das Angebot von Tesco namens Scan As You Shop. Am Eingang nimmt man sich ein Lesegerät, stellt die mitgebrachten eigenen Einkaufstaschen in den Einkaufswagen und scannt mit dem Lesegerät den Barcode der ausgesuchten Waren ein, auf dessen Display man jederzeit die bisherige Zwischensumme sehen kann. Dann wird die Ware in die Einkaufstasche gelegt. Wenn man alles zusammen hat, geht man zu einem der Checkouts, scannt dessen Barcode ein und bezahlt, was in der Regel per Karte vorgenommen wird. Man braucht am Ende des Einkaufs also nicht mehr alles auspacken, aufs Band legen und anschließend wieder einpacken. Eine, wie ich finde, gute Lösung, um beim Einkaufen Zeit zu sparen. Dieser Film zeigt den Ablauf noch einmal detailliert.

Natürlich gibt es im Tesco Amersham Superstore überall kostenloses WLAN.

Die englische Firma Imperial Cars bietet sogar den Self Service Checkout beim Autokauf an wie in diesem Film zu sehen.

 

Published in: on 4. Oktober 2017 at 02:00  Comments (3)  
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Pu der Bär, sein Stöckchenspiel und die geeignetsten Brücken dafür

Die Little Wittenham Bridge bei Dorchester-on-Thames.
Photo © Gareth James (cc-by-sa/2.0)

Pu der Bär oder Winnie the Pooh, wie er im Original heißt, ist eine der berühmten Figuren der englischen Kinderbuchliteratur. Geschrieben wurden die „Bärenbücher“ von Alan Alexander Milne (1882-1956), der einen großen Teil seines Lebens auf der Cotchford Farm bei Hartfield in East Sussex verbrachte. Hier befindet sich auch die Brücke im Ashdown Forest, auf der Pu sein geliebtes Stöckchenspiel spielte. Dabei werden kleine Stöckchen, die Pooh Sticks, auf der einen Seite der Brücke in den Fluss geworfen und Gewinner ist der, dessen Stöckchen auf der anderen Seite der Brücke als erstes auftaucht. Seit 1984 werden sogar Weltmeisterschaften in diesem „Sport“ ausgetragen, die World Pooh Sticks Championships (ich berichtete in meinem Blog darüber).

Ein Wissenschaftler hat sich vor zwei Jahren damit beschäftigt, herauszufinden wie der ideale Pooh Stick aussehen muss, um als schnellster die Brücke zu unterqueren. Dr Rhys Morgan von der Royal Academy of Engineering hat dafür eine Formel aufgestellt die da PP = A x I x Cd lautet. PP bedeutet Perfect Poohstick, A ist die Dicke des Stöckchens, I dessen Dichte und Cd dessen Form. Wer diese Formel beachtet, hat gute Chancen, das Spiel zu gewinnen.

Visit England hat eine Liste mit den zwölf Brücken in England veröffentlicht, die sich sich am besten für Pooh Stick-Wettbewerbe eignen. Da ist  zuerst die Brücke, wo viele Jahre lang die Weltmeisterschaften ausgetragen wurden, die Little Wittenham Bridge bei Dorchester-on-Thames in Oxfordshire, eine Fußgängerbrücke über die Themse. Seit drei Jahren hat eine andere Brücke diese Funktion übernommen, die in Langel Common bei Witney, ebenfalls in Oxfordshire, die den River Windrush überquert. Die diesjährigen Championships fanden am 4. Juni statt.

Weitere empfehlenswerte Brücken sind zum Beispiel noch die abgelegene Watendlath Bridge in Cumbria, eine packhorse bridge, die früher einmal dazu diente, Packpferde über den Fluss zu leiten. In Derbyshire eignet sich die uralte Sheepwash Bridge in Ashford in the Water besonders gut für das Stöckchenspiel; sie führt über den River Wye. Mitten in der Universitätsstadt Cambridge bietet sich die Mathematical Bridge am Queens College an, die gebaut wurde, ohne einen einzigen Nagel zu verwenden und die den River Cam überquert. In Staffordshire kann man in Shugborough seine Stöckchen von der Essex Bridge in den River Trent werfen und zuschauen, welches von der Strömung am schnellsten vorangetrieben wird.

Wer sich näher mit dem Stöckchenspiel beschäftigen möchte, dem sei das Buch „The Pooh Sticks Handbook: A Poohstickopedia“ von Mark Evans empfohlen.

Die Watendlath Bridge in Cumbria.
Photo © Oliver Dixon (cc-by-sa/2.0)

Die Sheepwash Bridge in Ashford in the Water.
Photo © DAVID M GOODWIN (cc-by-sa/2.0)

Die Mathematical Bridge in Cambridge.
Photo © Kim Fyson (cc-by-sa/2.0)

Die Essex Bridge in Shugborough (Staffordshire).
Photo © Roger Kidd (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 25. September 2017 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Adventure Golf – Minigolf mit Sauriern

Dinosaur Safari Adventure Golf in Arkley (Hertfordshire).
Photo © Robin Webster (cc-by-sa/2.0)

Saurier üben auf viele Menschen, nicht nur auf Kinder, eine starke Faszination aus. Die riesigen Urzeittiere dienen seit einiger Zeit in England dazu, möglichst viele in Minigolfanlagen zu locken, die sich jetzt statt Crazy Golf Adventure Golf nennen. Die Idee des Minigolfs ist geblieben, aber angereichert werden die großen Anlagen durch Felsen, Wasserfälle etc. und eben durch lebensgroße Saurier. Hier sind einige Beispiele aus dem Großraum London:

Dinosaur Safari Adventure Golf in Arkley (Hertfordshire), gleich an der A1 nördlich von London. Neun riesige Saurier wachen in dieser Anlage über einen Kurs mit achtzehn Löchern, den man absolvieren kann, sobald man dafür am Eingang £9 Pfund bezahlt hat (Kinder sind mit £7 dabei). Der Park ist ganzjährig geöffnet. Dieser Film zeigt wie es dort zugeht.

Dinosaur Escape Adventure Golf in Northolt im Westen Londons. Der gleiche Betreiber wie Dinosaur Safari Adventure Golf, Adventure Experience Ltd, mit den gleichen Preisen und Öffnungszeiten. Auch hier können die Besucher auf einem 18-Loch-Platz spielen, inmitten von brüllenden Sauriern, Wasserfällen und Palmen. Seit 2010 existiert die Anlage, die in diesem Film zu sehen ist.

Jurassic Encounter in New Malden (Surrey) im Südwesten von London. Dieser 18-Loch-Platz liegt in der nach eigenen Angaben größten Golfanlage Europas, The World of Golf, und ist täglich von 7 Uhr bis Mitternacht geöffnet. Es herrscht das gleiche System wie auf den beiden anderen Plätzen: Minigolf unter exotischen Tiern und Pflanzen; dieser Film zeigt es.

Mr Mulligans Dino Golf in Sidcup im Süden Londons. Hier werden die Besucher sogar mit zwei 9-Loch-Golfanlagen konfrontiert, die täglich ab 9 Uhr geöffnet sind und erst um 22 Uhr schließen (am Wochenende früher). Hier kann man sich den Platz genau ansehen.

Übrigens: Am 21. September ist der Internationale Minigolf-Tag!

Dinosaur Escape Adventure Golf in Northolt im Westen Londons.
Photo © Mark Percy (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 19. September 2017 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Der Granary Square in London und seine fernsteuerbaren Springbrunnen

Der Granary Square am Regent’s Canal im Londoner King’s Cross-Bereich ist in den letzten Jahren komplett umgestaltet worden. Ob das wirklich gelungen ist, sei dahingestellt.  Was aber wirklich schön ist, das sind die 1080 Springbrunnen, die einen großen Teil des Platzes einnehmen und die an warmen Sommertagen besonders bei Kindern beliebt sind. Man kann durch die Springbrunnenlandschaft waten und sich von den sprudelnden Wassern erfrischen lassen. Entworfen wurden die Granary Square Fountains vom The Fountain Workshop, der seinen Sitz in den Historic Dockyards in Chatham (Kent) hat. Die Spezialisten für Wasserspiele zeichnen auch verantwortlich für die nahegelegenen Anlagen am Pancras Square und Lewis Cubitt Square.

Jeder einzelne der 1080 Springbrunnen lässt sich individuell steuern und Computerprogramme sorgen dafür, dass die Wasserlandschaft ständig ihr Bild verändert, indem der Wasserdruck erhöht oder wieder gesenkt wird. Ein besonderes Schauspiel ergibt sich abends, wenn die Wasserspiele auch noch farbig erleuchtet werden.
Einmalig ist die Granary Squirt App, die man auf sein Smartphone herunterladen und damit die Springbrunnen selbst steuern und Wasserspiele generieren kann wie zum Beispiel „Snake“ wie dieser Film zeigt. Man darf das aber nur zwischen 16 Uhr und 17 Uhr tun. Kostenfreies WLAN ist hier auf dem Granary Square vorhanden.

Diese beiden Filme zeigen wie die Granary Square Fountains bei Tage und bei Nacht aussehen.

Published in: on 15. September 2017 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Die Top Five der beliebtesten britischen Seebäder

Salcombe in Devon.
Photo © Shaun Ferguson (cc-by-sa/2.0)

Die Firma McCarthy & Stone in Bournemouth hat kürzlich eine Umfrage nach den beliebtesten Seebädern Großbritanniens durchgeführt; hier sind die Ergebnisse (die ersten zehn liegen alle in England):

Platz 1: Salcombe im Süden der Grafschaft Devon. Die knapp 2000 Einwohner große Stadt hat eine idyllische Lage am Kingsbridge Estuary. Die beliebtesten Strände heißen hier Sunny Cove, South Sands und North Sands. In der Saison kann es in den engen Straßen sehr voll werden und einen Parklplatz zu finden, ist ein Glücksspiel. Viele Prominente haben sich in Salcombe niedergelassen und erfreuen sich der Annehmlichkeiten, die die kleine Stadt zu bieten hat. Die Modemarke Jack Wills wurde hier 1999 in der Fore Street gegründet.

Platz 2: Weymouth in Dorset. Der Weymouth Beach wurde vom Trip Advisor als bester Strand Großbritanniens gekürt; auch der Hafen ist bei Touristen sehr beliebt. Eine Attraktion ist der 53m hohe Jurassic Skyline Tower am Festival Pier. Der Schriftsteller John Cowper Powys schrieb einen Roman über die Stadt, der 1934 veröffentlicht wurde und den Titel „Weymouth Sands“ trug (dt. „Der Strand von Weymouth“).

Platz 3: Whitby in North Yorkshire. Mein persönlicher Favorit (über den ich in meinem Blog schon mehrfach schrieb). Die kleine Hafenstadt unterhalb der Ruinen der Whitby Abbey ist absolut empfehlenswert, und die 199 Stufen zur Abtei und zur St Mary’s Church sollte man auf jeden Fall in Angriff nehmen. Whitby diente als Inspiration für Bram Stokers Vampirroman „Dracula“ und die Karriere des Seefahrers James Cook nahm hier seinen Anfang.

Top 4: St Ives in Cornwall. Die Stadt mit dem besonderen Licht lockte und lockt noch immer Künstler an (sofern sie es sich leisten können, hier ein Haus zu kaufen oder zu mieten, denn die Preise sind exorbitant). Strände gibt es in St Ives in Hülle und Fülle. Für an Kunst interessierte Besucher empfehlen sich Tate St Ives und das Barbara Hepworth Museum and Sculpture Garden.

Platz 5: Bamburgh in Northumberland. Hoch im Norden liegt das kleine Dorf Bamburgh, das von der gleichnamigen Burg beherrscht wird. Lange Strände und die Bamburgh Dunes locken im Sommer viele Touristen an. Grace Horsley Darling ist eine im Ort noch heute verehrte Heldin, die 1838 Schiffbrüchigen das Leben rettete und deren Erinnerung u.a. durch ein ihr gewidmetes Museum wachgehalten wird (ich berichtete in meinem Blog über sie).

Der Hafen von Weymouth.
Photo © Malc McDonald (cc-by-sa/2.0)

Die 199 Stufen hinauf zu den Ruinen der Whity Abbey.
Eigenes Foto.

St Ives in Cornwall.
Photo © Lewis Clarke (cc-by-sa/2.0)

Bamburgh in Northumberland und seine Burg.
Photo © Robin Drayton (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 10. September 2017 at 02:00  Comments (1)  

Die Top 10 der populärsten Besucherattraktionen Großbritanniens des Jahres 2016

Die unbestrittene Nummer 1 unter den Besucherattraktionen: Das British Museum.
Photo © Bill Nicholls (cc-by-sa/2.0)

Die Association of Leading Visitor Attractions, oder kurz ALVA, ist ein Zusammenschluss von 42 britischen Museen, Gallerien, Kathedralen und Freizeitparks, die die hauptsächlichen Touristenmagnete des Landes bilden.

Gegründet wurde die Organisation 1990 mit dem Ziel, durch Austausch von Informationen das Management ihrer angeschlossenen Mitglieder zu verbessern.

Alljährlich gibt ALVA eine Statistik über die am häufigsten besuchten Attraktionen des Landes heraus. Die Besucherzahlen schwanken und sind manchmal abhängig von bestimmten Faktoren. Werden z.B. in einem Schloss Filme gedreht (ich denke da an das Highclere Castle und „Downton Abbey“), so wird man dort deutlich mehr Besucher zählen; werden Häuser zum Beispiel zwecks Renovierungsarbeiten geschlossen, so fallen sie in der Rankingliste natürlich nach unten.

Hier sind die Top 10 der populärsten Besucherattraktionen Großbritanniens  für das Jahr 2016:

Platz 1: The British Museum mit 6,420,395 Besuchern. Spitzenreiter seit 2008.

Platz 2: The National Gallery mit 6,262,839 Besuchern. Seit 2013 auf Platz 2.

Platz 3: Tate Modern mit 5,839,197 Besuchern. Von Platz 5 im Vorjahr aufgestiegen.

Platz 4: Natural History Museum (South Kensington) mit 4,624,113 Besuchern. Von Platz 3 zurückgefallen.

Platz 5: Southbank Centre mit 3,909,376 Besuchern. Vorjahr Platz 4.

Platz 6: Somerset House mit 3,443,220 Besuchern. Aufgestiegen von Platz 8.

Platz 7: Science Museum mit 3,245,750 Besuchern. Vorjahr ebenfalls Platz 7.

Platz 8: Victoria and Albert Museum (South Kensington) mit 3,022,086 Besuchern. Zurückgefallen von Platz 6.

Platz 9: Tower of London mit 2,741,126 Besuchern. So wie im Vorjahr.

Platz 10: Royal Museums Greenwich mit 2,451,023 Besuchern. Wurde bis 2015 separat als National Maritime Museum, Royal Observatory Greenwich, Cutty Sark and Queen’s House geführt.

Erst auf Platz 12 steht eine Touristenattraktion außerhalb Londons, nämlich der Chester Zoo, mit 1,898,059 Besuchern. Auf dem letzten Platz der Rankingliste (Platz 241) findet man das Weoley Castle (Burgruinen in Birmingham), das gerade einmal von 6 878 Menschen besucht wurde.

Platz 2: The National Gallery.
Photo © John Winfield (cc-by-sa/2.0)

Platz 3: Tate Modern.
Photo © Christine Matthews (cc-by-sa/2.0)

 

Published in: on 14. August 2017 at 02:00  Comments (2)  

The Electric Cinema in der Londoner Portobello Road

Schon seit 107 Jahren gibt es das Electric Cinema in der Londoner Portobello Road im Stadtteil Notting Hill. Mit einigen Unterbrechungen wurden hier bis heute Filme gezeigt. 600 Plätze bot das Kino damals seinen Besuchern an, bis es im Jahr 2001 für £5 Millionen renoviert und komplett umgebaut wurde. Die Betreiber bauten eine neue Leinwand und ein neues Soundsystem ein und statt der bisherigen Klappstühle findet man im Electric Cinema jetzt 98 lederne Sessel mit Abstelltischchen, Lämpchen und viel Beinfreiheit. Ganz hinten sind Zweisitzer-Sofas installiert und die erste Reihe, in die sich sonst immer niemand setzen wollte, besteht aus bequemen Doppelbetten, in denen Pärchen es sich gemütlich machen und bei einem Glas Wein sich den Film ansehen können…oder auch nicht. £35 kostet das Doppelbett, £45 das Zweisitzer-Sofa und £19 der Sessel. Eine weitere Besonderheit ist der Electric Scream!, das ist eine spezielle Vorstellung am Montagvormittag, zu der man nur in Begleitung eines Babies eingelassen wird. So können Eltern oder Nannies mit den ganz Kleinen einen Film ansehen, und das Geschrei der Babies wird von allen toleriert.
Hier ist in Film über das Kino.

Ein Schwesterkino gib es noch in der Redchurch Street in Shoreditch und ein mobiles Kino als Drive-In, das zum Beispiel im kommenden September jeweils an einem Wochenende auf dem Gelände des Babington House in Somerset und des Soho Farm House in Oxfordshire Filme zeigt, die man in einem von vierzig elektrisch angetriebenen BMWs ansehen kann.

The Electric Cinema
191 Portobello Road
Notting Hill
London W11 2ED

Published in: on 29. Juli 2017 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Big Beach Boutique II oder Die Invasion von Brighton am 13. Juli 2002

Am Strand von Brighton, im Hintergrund die Palace Pier.
Eigenes Foto.

Das Seebad Brighton an der englischen Südküste kann sich generell über Besuchermangel nicht beklagen, was aber am 13. Juli 2002 hier passierte, überstieg aber die Vorstellungskraft der Einwohner und auch der Polizei. Im Jahr zuvor hatte der Sänger und DJ Fatboy Slim die Big Beach Boutique I ins Leben gerufen, eine Strandparty, bei der er Platten auflegte und die von rund 60 000 Menschen besucht worden war. Gut, damit konnte Brighton problemlos umgehen. Statt der 60 000 Besucher kamen ein Jahr später zur Big Beach Boutique II aber nicht weniger als 250 000 Musikbegeisterte, das heißt, die Einwohnerzahl von Brighton hatte sich da schnell einmal verdoppelt.

Fatboy Slim, der eigentlich, der eigentlich Norman Cook heißt und seine Karriere als Bassist bei der Formation The Housemartins begann (deren „Caravan of Love“ ist einer meiner Lieblingssongs; siehe dazu meinen Blogeintrag), wohnte ganz in der Nähe von Brighton, in Hove, und hatte mit seiner Beachparty wettermäßig am 13. Juli sehr viel Glück, denn die Stadt litt unter einer Hitzewelle. Die Besuchermassen strömten aus dem ganzen Süden Englands hierher an die Küste und die A23, die Brighton mit London verbindet, war total überlastet. Es bildeten sich kilometerlange Staus, und die Polizei riet den Anreisenden über Radio, die Stadt nicht mehr zu betreten. Die Verantwortlichen bei der Polizei hatten sich vollkommen verschätzt, indem sie lediglich 50 Beamte zur Überwachung der Beach Party eingeteilt hatten, und so wurden schnell noch über 200 Polizisten aus ganz Sussex zur Unterstützung herbeigeordert.

Um 18.30 sollte Big Beach Boutique II beginnen, doch schon Stunden vorher fanden sich zig Tausende Partybesucher ein, die bei Temperaturen um die 28° frühzeitig mit Feiern begannen und die Vorräte der strandnahen Bars austranken. So starteten Fatboy Slim und seine DJ-Kollege Damian Harris, die Party am frühen Abend mit einer Viertel Million feucht-fröhlicher Gäste. Eigentlich wollte die Polizei das ganze Spektakel aus Sicherheitsgründen absagen, aber man befürchtete, dass dann die Besucher auf die Barrikaden gegangen wären.

Um 22.30 Uhr war die Party beendet, und dann begann das Chaos der Abreise… Viele blieben gleich über Nacht in Brighton, und viele, die kein Zimmer mehr bekommen konnten, schliefen am Strand. Als der nächste Tag heraufdämmerte, sah man eine total verdreckte Stadt. 160 Tonnen Abfall mussten abtransportiert werden. Da die konsumierten Getränke der Partygäste ja auch irgendwie wieder hinausgelassen werden mussten, und die Toiletten natürlich überhaupt nicht ausgereicht hatten, wurde die Notdurft eben an allen möglichen Häuserwänden verrichtet und diese Hinterlassenschaften musste die Stadtreinigung beseitigen. Drei Tage dauerte es, bis Stadt und Strand wieder vorzeigbar waren; die enstandenen Reinigungskosten beliefen sich auf £300 000. DJ Fatboy Slim, der von den Menschenmassen wohl selbst überrascht worden war, erklärte sich bereit, die Kosten zu übernehmen.

Hier sind einige Filmausschnitte von der Party zu sehen.

Die Windsor Duck Tours – Stadtrundfahrten zu Wasser und zu Land

Vor einigen Tagen fuhr ich in Hamburg mit dem RiverBus, einem umgebauten Reisebus, der in der Lage ist, auch im Wasser zu fahren und der Stadtrundfahrten im Gebiet der Hafencity unternimmt. Über ein Pendant in London, die Duck Tours, berichtete ich in meinem Blog vor vielen Jahren.

Auch in Windsor in Berkshire werden solche Amphibien-Stadttouren angeboten, die Windsor Duck Tours, die sich bei den zahllosen Touristen in der Stadt großer Beliebtheit erfreuen. Der Startpunkt ist vor der Thames Street Nummer 32, gegenüber vom Theatre Royal. Mit einem speziell für diese Wasser-Land-Rundfahrten gebauten gelben, entenförmigen Vehikel geht es dann durch die Straßen von Windsor und schließlich als Highlight das Abtauchen in die Themse, von wo aus die Businsassen einen ganz besonderen Ausblick auf das Windsor Castle haben.

Angeboten werden die Road River Duck Tour, bei der die Fahrten zu Land und zu Wasser jeweils 50% ausmachen. Wer lieber etwas länger auf der Themse unterwegs sein möchte, sollte sich für die River Splash Tour entscheiden, bei der man 70% der Fahrzeit auf dem Wasser ist.

Die etwa einstündigen Touren finden täglich statt und kosten £19 für den Erwachsenen, Kinder zahlen je nach Alter zwischen £8 und £17. Die erste Fahrt beginnt jeweils um 10 Uhr, die letzte um 17.10 Uhr. An Bord ist ein Guide, der den Gästen alles Wissenswerte rund um Windsor erzählt.

Der Fahrer des Busses benötigt für die Duck Tours sowohl einen Personenbeförderungsschein als auch ein Bootsführerschein. Man ist also in sicheren Händen.

Hier ist ein Film über eine Windsor Duck Tour im Schnelldurchlauf.

Das Hamburger Gegenstück, der RiverBus.
Eigenes Foto.

Published in: on 19. Juli 2017 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Fun London Tours – Die besonderen Stadtrundgänge

Treffpunkt für die Secret London Walking Tour: Der Riesendaumen auf dem Trafalgar Square.
Photo © pam fray (cc-by-sa/2.0)

Man kann eine neue Stadt an Bord eines Stadtrundfahrt-Busses erkunden, der an den meisten Standard-Sehenswürdigkeiten vorbeifährt; das reicht in der Regel, dann hat man sich einen Überblick verschafft und kann auf eigene Faust losziehen, um seine Eindrücke zu vertiefen und Neues zu entdecken. In Paris habe ich an zahlreichen sogenannten „Conférences“ teilgenommen, das sind geführte Rundgänge, die in Teile der Stadt und in Gebäude führen, die eher unbekannt oder normalerweise nicht zugänglich sind. In London gibt es ebenfalls spezielle Stadtführungen wie Jack the Ripper-Tours oder Ghost Walks.

Die kleine Firma Fun London Tours bietet solche Spezialtouren an, die von professionellen Stadtführern geleitet werden. Hier sind einige Beispiele:

Die Secret London Walking Tour führt in kleine unbekannte Gassen und zu alten Pubs, die von nur wenigen Touristen aufgesucht werden, wobei der Tourguide mysteriöse Geschichten aus der Vergangenheit der Stadt erzählt.

Eine weitere Tour heißt Forgotten London: Heroes and Villains of London’s Old Quarter. Auch hier wird man durch abgelegene Gassen, durch Kirchhöfe und an alten vergessenen Denkmälern vorbeigeleitet und erfährt von geheimnisvollen Dingen, die sich dort zugetragen haben.

In London’s Grime and Punishment Tour steht das Thema „Verbrechen“ im Mittelpunkt. Man hört von bizarren und unheimlichen Begebenheiten, die sich in der Vergangenheit der Stadt abgespielt haben.

Etwas ganz Spezielles ist die London’s Weirdest Weather Tour, bei der es um besondere Wetterphänomene geht, die in London stattgefunden haben wie zum Beispiel der berüchtigte Nebel und die zugefrorene Themse.

Die zweistündige The Beatles in London Walking Tour führt auf die Spuren der vier legendären Musiker in der Stadt, wobei natürlich die Abbey Road Studios und der berühmte Zebrastreifen davor nicht vergessen werden.

Weitere Stadtrundgänge stehen unter dem Motto „Bizarre London„, „Curiosities of Soho“ und „Changing Guard Walking Tour„.

In diesem Video stellt Matt Gedge seine Firma Fun London Tours vor.

 

Published in: on 2. Juli 2017 at 02:00  Comments (1)  
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„Bleeding London“ – Ein Buch und eine Bildersammlung

Etwa 58 000 Straßen soll es in London geben…
Photo © Richard Cooke (cc-by-sa/2.0)

Es hätte nicht viel gefehlt und der englische Schriftsteller Geoff Nicholson (geboren 1953) hätte 1997 für seinen Roman „Bleeding London“ den begehrten Whitbread Prize erhalten. Er stand schon auf der Shortlist, dann entschied sich die Jury aber doch für Jim Craces „Quarantine“. In Nicholsons Roman steht ein Mann namens Stuart London im Mittelpunkt, dessen Obsession es ist, jede Londoner Straße einmal besucht zu haben. Das ruft Erinnerungen wach an Phyllis Pearsall, die das gleiche getan haben soll, um ihren Straßenatlas „London A-Z“ zu erstellen. Ich berichtete in meinem Blog über sie. Nicholsons Roman ist 1999 auf Deutsch unter dem Titel „London, London“ im Haffmans Verlag erschienen.

Vor einigen Jahren wurde ein Projekt ins Leben gerufen, das den Romantitel „Bleeding London“ im Namen führt und das mit Unterstützung von Geoff Nicholson entstand. Del Barrett von der Royal Photographic Society hatte die Idee, ein Archiv aufzubauen, in dem von jeder Londoner Straße ein Foto enthalten sein soll. Jeder ist dazu aufgerufen, an dem Projekt teilzunehmen und man braucht schon eine Menge Mitwirkende, um alle rund 58 000 Straßen der Hauptstadt im Bild festzuhalten. 600 Profi- und Hobbyfotografen haben bisher ihre Fotos an das „Bleeding London“-Projekt geschickt. Um einen Vorgeschmack von dieser riesigen Bildersammlung zu bekommen, wurden schon einmal vom 8. Juli bis zum 4. September 2015 1200 Exponate in der City Hall ausgestellt.

Mehr als 58 000 Fotos sind schon in der Datenbank enthalten, die ständig anwächst und die auch einmal online abrufbar sein wird. Hier ist ein Film über den Start des Projekts mit einer witzigen Rede von Geoff Nicholson.

…und hier sind sie alle verzeichnet.
Foto meines Exemplares.

 

The Gnome Reserve in West Putford (Devon) – Ein Paradies für Gartenzwergliebhaber

The Gnome Reserve in West Putford im Norden der Grafschaft Devon ist ein Ort, den jeder Gartenzwergliebhaber einmal gesehen haben muss. Über 1000 männliche und weibliche Zwerge leben hier mitten im Grünen und damit die menschlichen Besucher sich dem Lebensumfeld der „Gnomes“ etwas anpassen können, dürfen sie sich beim Betreten des Parks kostenlos Zwergenmützen ausleihen.

Die Zwerge wohnen in einem Waldgebiet, zwischen wilden Blumen und Wiesen, einem kleinen Flüsschen und einem Teich; also alles ist optimal für sie hergerichtet.

In einem Museum gibt es Zwerge älterer Bauart zu besichtigen, für die ein Aufenthalt in freier Natur inzwischen zu anstrengend wäre. Einige der „Gnomes“ kann man auch kaufen und mit nach Hause nehmen und selbstverständlich gibt es hier auch Erfrischungen und kleine Snacks aus der Zwergenküche.

Wie die Homepage des Gnome Reserve stolz verkündet, waren hier schon Fernsehteams aus der ganzen Welt zu Besuch; aus Deutschland das ZDF und Pro7.
Der Eintritt kostet für Erwachsene £3.75 und für Kinder £3.25. Geöffnet ist „The Gnome Reserve“ vom 21. März bis zum 31. Oktober, danach ist es für die Zwerge (und die Besucher) zu kalt. Hier ist ein Film über das Land der Zwerge.

Siehe zum Thema auch meinen Blogeintrag „Sir Charles Isham und die Gartenzwerge

The Gnome Reserve
West Putford
Nr Bradworthy
Devon
EX22 7XE

Published in: on 8. Juni 2017 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Mein Buchtipp – Gareth Rubin & Jon Parker: Crap Days Out

Foto meines Exemplares.

Foto meines Exemplares.

Schon das Umschlagbild dieses wunderschönen Buches ist gelungen: Ein kleines Mädchen mit einer Tüte Eis in der Hand am Meer, das offensichtlich überhaupt keine Lust hat, hier seine Ferien zu verbringen.

Crap Days Out“ von Gareth Rubin und Jon Parker listet die Orte in Großbritannien auf, für die es sich nicht lohnt, dort extra hinzufahren. Mit trockenem Humor schildern sie ihre Besuche (nach Regionen geordnet) dieser „Sch…orte“ und beginnen gleich mit Stonehenge in Wiltshire: „Is that it then? Seriously? Bollocks, we should have gone to Bath after all“.

Über das Londoner Anaesthesia Heritage Museum:“ „Mum. Can we go to the Anaesthesia Heritage Museum? Pleeeeease?!““  Words you will never hear. Never“.

Cadbury World in Birmingham: „Cadbury World is the chocolate factory visit that does not include a visit to the chocolate factory“.

Sheffield: „When the „Full Monty“ hit British cinemas in 1997, the residents of Sheffield, where it was set, were outraged at the depiction of their town as some depressed, poverty-stricken slum populated by overweight former steelworkers  living in hovels with outside toilets. Their anger was justified because Sheffield is far worse than that“.

Madame Tussauds in London: „By rights, spending £ 25 for an hour of looking at shop dummies dressed as quite famous people should be the sort of thing you do when you have exhausted every – every – other activity on the planet“.

Ein sehr empfehlenswertes Buch für einige vergnügliche Stunden!

Gareth Rubin & Jon Parker: Crap Days Out. John Blake 2011. 276 Seiten. ISBN 978-1843584056.

Stonehenge…das heißt, die Toiletten am Parkplatz.
Photo © Scriniary (cc-by-sa/2.0)

Cadbury World in Birmingham.
Photo © Oliver Mills (cc-by-sa/2.0).

Ein verlassenes Haus in Sheffield.
Photo © Dave Pickersgill (cc-by-sa/2.0).

Madame Tussauds an der Marylebone Road in London.
Photo © Steve Daniels (cc-by-sa/2.0).

Das Leeds Castle in Kent – Drei unterschiedliche Übernachtungsarten werden auf dem Gelände der Burg angeboten

Leeds Castle und der Maiden’s Tower.
Photo © N Chadwick (cc-by-sa/2.0).

Am Beispiel des Eastnor Castles in Herefordshire zeigte ich in meinem Blog schon einmal, was man mit einer alten Burg alles anstellen kann, um die immensen Unterhaltskosten zumindest zu einem Teil wieder hereinzubekommen.
Das Leeds Castle bei Maidstone in Kent (es hat mit der Stadt Leeds in West Yorkshire nichts zu tun) kann das mindestens genausogut. Als Olive, Lady Baillie, die letzte Besitzerin der Burg am 9. September 1974 starb, ging das Leeds Castle an die Leeds Castle Foundation über, die das alte Gemäuer seit 1976 für die Allgemeinheit geöffnet hat. Edward I und Catherine of Aragon, eine der Frauen von Henry VIII, waren u.a. Bewohner der Burg, die im frühen 19. Jahrhundert komplett umgebaut wurde und ihr heutiges Aussehen erhielt.

Auf dem Geländes des Leeds Castles findet der Besucher alles, was man von einer alten englischen Burg erwartet: Pfauen, die mit ihrem Kreischen für eine besondere Atmosphäre sorgen, ein Irrgarten, Schwäne, die auf dem River Len ihre Bahnen ziehen, schön anzusehende Gärten und Vorführungen mit Falken.

Wer möchte, kann auf dem Leeds Castle Estate auch übernachten und zwar auf dreierlei Weise:

Da gibt es zum einen die fünf Leeds Castle Cottages wie The River Lodge, das für bis zu zwölf Personen ausgelegt ist, das Knight’s Cottage, das bis zu sechs Personen beherbergen kann oder das kleine Weir Cottage für zwei Personen.

Direkt neben dem Leeds Castle liegt der im 16. Jahrhundert erbaute Maiden’s Tower, der über fünf Zimmer verfügt, die alle zu haben sind. Gerade eben hat die Automobile Association (AA) diese Unterkunft zum Unique B&B of the Year 2017/18 ausgerufen und ihm fünf Sterne verliehen. Das Frühstück wird im Fairfax Restaurant serviert, das direkt gegenüber auf der anderen Seite des Burggrabens liegt. Ab £260 kostet die Übernachtung in einem der historischen Räume. Das Schöne dabei ist, dass man das Leeds Castle abends, wenn die Besucher das Gelände verlassen haben, ganz für sich allein hat.

Die dritte Art, hier an der Burg zu übernachten, ist Knight’s Glamping (glamping = glamorous camping, ich berichtete in meinem Blog darüber). In acht luxuriösen Zelten mit Himmelbett kann man in der freien Natur wohnen und es sich bei schönem Wetter vor dem Zelt bequem machen; sollte es kühler werden, steht ein Holzofen zur Verfügung. Bis zu vier Personen (zwei Erwachsene, zwei Kinder) übernachten in den Zelten, die zum Beispiel The Earl of Devonshire oder The Marquis of Dorset heißen. Etwa £140 kostet eine Nacht in den buntgestreiften Zelten.

Bei allen drei Übernachtungsmöglichkeiten ist der Eintritt in das Leeds Castle enthalten, der £24.90 kostet. Das scheint auf den ersten Blick recht teuer zu sein, dafür kann man mit dem Ticket aber ein Jahr lang so oft man möchte, die Burg besuchen.

Über das Leeds Castle berichtete ich in meinem Blog schon einmal in Zusammenhang mit dem kuriosen Hundehalsbandmuseum, das ebenfalls hier zu finden ist.

Hier ist ein Film über die Burg.

Der Maiden’s Tower.
Photo © Paul Gillett (cc-by-sa/2.0)

Der Irrgarten.
Photo © Marathon (cc-by-sa/2.0).

Ein Leeds Castle peacock.
Photo © Christine Matthews (cc-by-sa/2.0)

Champing oder Bed and Breakfast in ehemaligen Kirchen

All Saints in Aldwincle (Northamptonshire)
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Immer mehr Kirchen werden in England aufgegeben und anderen Nutzungszwecken zugeführt; Restaurants, Bars, Kletterhallen und was auch immer erfindungsreichen Menschen sonst noch einfällt, werden in den Ex-Gotteshäusern installiert. Andere Organisationen wiederum wie der Churches Conservation Trust oder die Friends of Friendless Churches kümmern sich liebevoll um den Erhalt der alten Bauwerke, die viel zu schade sind, um sie abzureißen. Das kostet natürlich viel Geld und da muss man Ideen haben, um die Kassen etwas aufzufüllen. Eine dieser Ideen des Churches Conservation Trust ist, einige Kirchen einfach als Bed & Breakfast zu vermieten. Einen Begriff für das Übernachten in Kirchen hat man schnell gefunden: Champing (Church + Camping), angelehnt an das Glamping (Glamourous Camping), also das Übernachten in ungewöhnlichen Objekten; ich berichtete in meinem Blog darüber.

£49 pro Erwachsenem kostet eine Übernachtung in der Woche (am Wochende £59) inklusive Frühstück in einer der zwölf Kirchen, die für das Champing bisher zur Verfügung stehen. All Saints in Aldwincle in Northamptonshire war die erste Kirche, in der der Churches Conservation Trust  seine neue Übernachtungsidee testete. Geschlafen wird auf Luftmatratzen, darüberhinaus stehen Tische, Klappstühle, eine mobile Toilette und eine Waschgelegenheit zur Verfügung. In einem benachbarten Bauernhof in Aldwincle wird das Abendessen eingenommen, das Frühstück am nächsten Morgen in der Kirche. Die Idee zündete und weitere Kirchen wurden in das Champing-Programm aufgenommen. Die Vorstellung, einmal eine Nacht in jahrhundertealtem Gemäuer zu nächtigen, war verlockend (und für einige sicher auch etwas beängstigend). Jede der Kirchen ist anders, in einigen gibt es elektrisches Licht, manche haben richtige Toiletten; beheizbar ist aber keine Kirche, deshalb wird Champing auch nur von März bis September angeboten.

Hier sind einige der Champing-Kirchen:

St Mary the Virgin in Fordwich (Kent), vor den Toren der Kathedralenstadt Canterbury, wo bis zu zwölf Übernachtungsgäste untergebracht werden können (hier ist ein Film darüber).

All Saints in Billesley (Warwickshire) bei Stratford-upon-Avon, die mit William Shakespeare in Verbindung gebracht wird. Hier können nur zwei Gäste die Nacht verbringen (very romantic!!).
Saint Katherine in Chiselhampton (Oxfordshire), nur wenge Kilometer von der Universitätsstadt entfernt. Geeignet fpr maximal sechs Gäste.
St Thomas in Friarmere (Greater Manchester). Eine alte Kirche am Rand des Saddleworth Moors (für bis zu acht Gäste). Hier wurden im vorigen Jahr einige Teile des Films „A Monster Calls“ (dt. „Sieben Minuten nach Mitternacht“) u.a. mit Sigourney Weaver gedreht (hier ist der Trailer).
Old St Stephen’s in Fylingdales (North Yorkshire) im North York Moors National Park, nicht weit von Whitby entfernt. Hier finden bis zu vier Übernachtungsgäste Platz.
Übrigens darf man auch Hunde mitbringen und Alkohol ist kein Thema (wir sind ja in England), aus einer kleinen Weinliste kann man sich den passenden Wein für eine romantische Nacht aussuchen oder selbst mitbringen.
Wer Champing einmal ausprobieren möchte wende sich an den
The Churches Conservation Trust
Society Building,
8 All Saints Street
London, N1 9RL
champing@thecct.org.uk
Dieser Film zeigt weitere Informationen über Champing.

St Mary the Virgin in Fordwich (Kent).
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All Saints in Billesley (Warwickshire).
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St Katherine in Chiselhampton (Oxfordshire).
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St Thomas in Friarmere (Greater Manchester).
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Old St Stephen’s in Fylingdales (North Yorkshire).
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Distinctly Different – Urlaub einmal anders

Bradford Old Windmill in Bradford-on-Avon (Wiltshire).
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Wer keine Lust hat, seinen Urlaub in England in einem Hotel, einem B&B oder einem Guest House zu verbringen, dem bieten sich eine Fülle von anderen Übernachtungsmöglichkeiten an. Wie wäre es mit einer Burg, einem ehemaligen Gefängnis, einer Windmühle oder einer Friedhofskapelle?

Die Firma „Distinctly Different“ mit Sitz in Bradford-on-Avon in Wiltshire ist Spezialist für außergewöhnliche und manchmal auch skurrile Häuser, in denen man seine Nächte verbringen kann.
Die angebotenen Häuser dienten vorher alle einem anderen Zweck, wurden aufgegeben und dann entsprechend umgebaut, um sie als Urlaubsdomizile anzubieten. Keine schlechte Idee.

Hier einige Beispiele aus dem umfangreichen Angebot von „Distinctly Different“:
– Ein Gypsy Wagon steht in dem Dörfchen Ewell Minnis, nordwestlich von Dover, für  £90 pro Nacht zur Verfügung.
– In Wirksworth, Derbyshire, steht „The Lock-Up at North End“ zur Verfügung, ein ehemaliges Gefängnis, das später auch die örtliche Polizeidienststelle beherbergte. Das Gebäude kann man ganzjährig mieten für ca £40-50 pro Nacht und Person.
– Ein Miniaturschloss, „The Citadel„, kann man in Weston-under-Redcastle in Shropshire mieten, mit in Rundtürmen gelegenen Schlafzimmern.
– Ein letztes Beispiel: Urlaub in der Windmühle ist möglich in der „Bradford Old Windmill“ in Bradford-on-Avon in Wiltshire (dort, wo auch „Distinctly Different“ beheimatet ist). Die Zimmer heißen hier Fantail, Great Spur und Damsel heißen und verfügen über ungewöhnliche Betten.

„Distinctly Different“ beschreibt seine Mietobjekte auf sehr witzige Weise und ein Blick auf deren Webseiten lohnt sich.

In meinem Blogeintrag vom 20.11.2010 stellte ich die Firma Landmark Trust vor, die ein ähnliches Angebot hat.

Murder Weekends – Ein besonderes Vergnügen für Hobbydetektive

Hier im Prince of Wales Hotel in Southport (Merseyside) wurde das erste Murder Weekend veranstaltet.   © Copyright Gerald England and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Hier im Prince of Wales Hotel in Southport (Merseyside) wurde das erste Murder Weekend veranstaltet.
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Im Prince of Wales Hotel in Southport (Merseyside), einem Küstenort im Nordwesten Englands, schlug  am 31. Oktober 1981 die Geburtsstunde der sogenannten Murder Weekends, die sich bis heute, nicht nur in England, besonderer Beliebtheit erfreuen. Joy Swift war die Urheberin dieses Vergnügens und eigentlich wollte sie es bei diesem einmaligen Ereignis in Southport belassen, doch durch Berichte darüber in der örtlichen Presse wurden auch nationale und sogar amerikanische Medien darauf aufmerksam und kontaktierten Joy Swift. Sie wollten wissen, wann denn das nächste „Mörder-Wochenende“ stattfinden würde. Überrascht von der unerwarteten Aufmerksamkeit arrangierte sie weitere Veranstaltungen, zu denen Kamerateams aus den USA anreisten.

1983 formte Joy Swift die Murder Weekends Limited und das war der Beginn einer Erfolgsserie. Vor allem in den USA war man ganz verrückt nach den Murder Weekends und bald gab es dort unzählige Nachahmer. Mrs Swift wollte sich aber lieber auf den britischen Markt konzentrieren, wo ihr kleines Unternehmen ebenfalls florierte. Bis heute hat sie sich rund 130 Mordfälle ausgedacht, die von den anwesenden Gästen gelöst werden müssen. In der Regel finden die Veranstaltungen in Hotels statt, aber auch auf Kreuzfahrtschiffen und in Zügen war Murder Weekends Limited schon vertreten.

Das Wochenende läuft meist so ab: Anreise ist der Freitagabend, an dem ein Drei-Gänge-Menü serviert wird. Während des Abends geschieht ein Mord, die Polizei macht sich an die Untersuchung des Falles und die Gäste, unter die sich die Schauspieler von  Murder Weekends Limited gemischt haben, ebenfalls. Nach dem Frühstück am Samstagmorgen wird von der Polizei eine Einsatzzentrale errichtet, in der alle Beweise und Zeugenaussagen zusammengetragen werden. Den ganzen Tag über hat man die Gelegenheit, Zeugen zu befragen und sich mit den anderen Hobbydetektiven auszutauschen. Samstagabend wird eine Party veranstaltet…und man weiß nie, wann der Mörder wieder zuschlagen wird. Erst am Sonntagmorgen nach dem Frühstück werden alle Gäste von der Polizei zusammengerufen und die Lösung des Falles bekanntgegeben. Gegen Mittag ist dann das Murder Weekend beendet.

Bis heute konnte Murder Weekends Limited schon mehr als 200 000 Teilnehmer zählen. Joy Swift wurde 2001 sogar mit dem Member of the Order of the British Empire ausgezeichnet.

Ein Murder Weekend kostet in der Regel um die £300. Veranstaltungsorte sind Hotels der De Vere-Gruppe, zum Beispiel das De Vere Beaumont Estate in Old Windsor (Berkshire), das De Vere Wotton House in Dorking (Surrey) und das De Vere Horwood Estate in Little Horwood (Buckinghamshire).

Dieser Film zeigt wie es bei einem Murder Weekend zugeht.

 

 

Published in: on 11. Februar 2017 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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London Loo Tours – Spaziergänge durch London auf der Suche nach Toiletten

The Attendant Café in Fitzrovia.   © Copyright Chris Holifield and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The Attendant Café in Fitzrovia.
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Das Thema „loo„, also Toilette, habe ich in meinem Blog schon mehrfach aufgegriffen, zum Beispiel:

The Loo of the Year Awards
Public Toilets – Der Niedergang der britischen Toilette
Theatre of Small Convenience in Great Malvern (Worcestershire)
The Evesham Hotel uns seine unübertroffenen Toiletten

Wer von diesem Thema gar nicht genug bekommen kann, dem empfehle ich die „London Loo Tours„. Für £12 ist man dabei und wird von jungen Damen in die Londoner Toiletten-Welt eingeführt. Gegründet wurden die Loo Tours von der Amerikanerin Rachel Erickson, dann kamen Amber und Katie dazu, alles absolute Spezialistinnen, wenn es um Londoner Toiletten geht. Mit einer Saugglocke in der Hand (die man zur Verstopfungsbehebung von Toiletten benötigt) beginnt die Führerin den 90minütigen Spaziergang, der, wie könnte es anders sein, am Waterloo-Bahnhof beginnt. Es gibt noch eine weitere Tour, die den Stadtteil Bloomsbury umfasst. Auf beiden Touren erfahren die Teilnehmer jede Menge über Public Toilets, zum Beispiel, dass etwa 40% von ihnen in den letzten Jahren geschlossen wurden, dass einige von ihnen umgewandelt und neuen Verwendungszwecken zugeführt wurden wie The Attendant Café in der Foley Street in Fitzrovia, das einmal eine viktorianische Toilette war (die Urinale sind in die Einrichtung integriert worden). Aus einer früheren Bedürfnisanstalt entstand die Bar mit dem witzigen Namen „WC Wine & Charcuterie“ im Stadtteil Clapham. Die unterirdische Cellar Door Bar, in der man sich heute Cocktails servieren lassen kann, war auch einmal eine öffentliche Toilette.

Etwa 2000 Gäste buchen jedes Jahr die London Loo Tours. Der Klassiker, die Waterloo Tour, findet jeden Samstag um 15 Uhr und jeden Sonntag um 15.30 Uhr statt. Die Bloomsbury Tour kann man nur einmal im Monat buchen und zwar jeden vierten Sonntag. Gruppenführungen sind nach Absprache möglich, je nach Gruppenstärke heißen diese dann „Privacy Please!“, „Extra Loo Roll“ und „Royal Flush“.

Dieser Film zeigt Ausschnitte aus einem der Londoner Toiletten-Spaziergänge.

Toiletten im Londoner Green Park, für die wohl gerade kein großer Bedarf besteht.    © Copyright Scriniary and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Toiletten im Londoner Green Park, für die wohl gerade kein großer Bedarf besteht.
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Ungewöhnliche Urlaubsdomizile Teil 2: The House in the Clouds in Thorpeness (Suffolk)

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Ganz so hoch wie der Name es vermuten lässt, „The House in the Clouds„, liegt dieses Gebäude in Thorpeness in Suffolk nicht. 1923 erbaute man an dieser Stelle einen Wasserturm, und da diese Gebäude in der Regel nicht sehr attraktiv aussehen, „verkleidete“ man ihn als Wohnhaus. In dem Wassertank, der das Dorf mit Trinkwasser versorgte, hatte man seinerzeit 230 000 Liter speichern können, das von der nahegelegenen Thorpeness Windmill hineingepumpt wurde. Diese hübsche weiße Windmühle befindet sich heute in Privatbesitz und ist nur an wenigen Tagen im Jahr zugänglich.

1977 bekam Thorpeness eine richtige Wasserversorgung, wodurch der Turm eigentlich überflüssig wurde. Aber anstatt ihn abzureißen, entfernte man den Tank und baute das ganze Gebäude als Wohnhaus um, das heute über 5 Schlafzimmer, 3 Badezimmer, ein Wohnzimmer und ein Esszimmer verfügt. Das „Highlight“ des Turmhauses aber ist der von einer Galerie umsäumte Raum ganz oben, von dem man einen grandiosen Blick hat. Jedermanns Geschmack ist die Einrichtung vielleicht nicht; die Räumlichkeiten und Treppenhäuser wimmeln von Figuren, Masken, Geweihen, Bildern und ausgestopften Tieren. Dieser Film zeigt die einzelnen Stockwerke. Der Name „The House in the Clouds“ stammt von einer Kinderbuchautorin, Mrs Malcolm Mason, die hier mit ihrem Mann einmal wohnte und ein Gedicht mit diesem Titel schrieb.

Wer das Haus mieten möchte, sollte vielleicht nicht gehbehindert oder gebrechlich sein, denn es gibt hier fünf Stockwerke, die erst einmal bezwungen werden müssen. Die günstigsten Wochenmietpreise liegen bei £2200 im Januar/Februar und steigen bis auf £3275 über Weihnachten bzw. Silvester/Neujahr. Nähere Infos gibt es hier.

Thorpeness liegt auf halbem Wege zwischen der Benjamin-Britten-Stadt Aldeburgh und dem Kernkraftwerk Sizewell.

 

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Die Windmühle neben dem "Wolkenhaus".   © Copyright Cameraman and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Windmühle neben dem „Wolkenhaus“.
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Auch auf dem Dorfschild von Thorpeness finden sich das House in the Clouds und die Windmühle wieder.   © Copyright Adrian S Pye and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Auch auf dem Dorfschild von Thorpeness finden sich das House in the Clouds und die Windmühle wieder.
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Ungewöhnliche Urlaubsdomizile Teil 1: The House in the Sea in Newquay (Cornwall)

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Newquay – One of the nation’s favourite seaside holidays“ heißt es auf der Homepage der Stadt an der Nordküste Cornwalls. Newquay ist das Zentrum des Surfsports von Großbritannien, hat viele schöne Strände und gilt als besonders familienfreundlich. Entsprechend viele Hotels und Pensionen gibt es hier, für jeden Geldbeutel etwas. Für den ganz großen Geldbeutel und für den, der in einem besonders ungewöhnlichen Domizil seine Urlaubstage in Newquay verbringen möchte, ist das House in the Sea am Towan Beach zu empfehlen. Wo in ganz England gibt es ein „Ferienhaus“, das ganz allein auf einem Felsen im Meer liegt und nur über eine eigene Hängebrücke vom Festland aus zu erreichen zu erreichen ist?
Auf Towan Island wurden im 19. Jahrhundert Kartoffeln angepflanzt und Hühner gehalten und es war nicht ganz leicht, den Felsen zu erklimmen; das ging nur auf in den Stein geschlagenen gewundenen Wegen. 1902 erbaute man die Hängebrücke und acht Jahre später das Haus, in das ein reicher, exzentrischer Mann einzog, der gern nachts auf seiner Orgel spielte.
Der nächste Bewohner des felsigen Eilands war Alexander Lodge, der als Erfinder der Zündkerze gilt. Er wurde mehrere Male von einem anderen „Erfinder“ besucht, dem des Meisterdetektivs Sherlock Holmes, von Sir Arthur Conan Doyle. Dann wechselte der bewohnte Felsen weitere Male den Besitzer, wurde in ein Teehaus umfunktioniert und im Jahr 2001 von Richard Long, 4th Viscount Long, einem Mitglied des Oberhauses übernommen, der hier zwölf Jahre zusammen mit seiner Frau lebte, bis es den beiden zu mühsam wurde, ihr Domizil zu erreichen; außerdem hatten sie die Nase voll von den vielen lauten Strandparties, die sich unterhalb ihres Anwesens abspielten.

Das House in the Sea wurde verkauft und in ein Ferienhaus umgewandelt, das in der Hauptsaison von der Firma Boutique Retreats für rund £4590 pro Woche zu mieten ist, im Winterhalbjahr ist das Haus für £1989 zu haben. Sechs Erwachsene finden hier Platz, es gibt drei Schlafzimmer, darunter den Master Bedroom, der mit einem Himmelbett ausgestattet ist.

Wer möchte, kann auf dem House in the Sea eine Fahne hissen, um zu signalisieren, dass der Felsen/die Insel besetzt ist, und der Eingang zur Hängebrücke lässt sich auf der Landseite absperren, um sicher zu stellen, dass keine ungebetenen Gäste die Urlaubsruhe stören.

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Pontins Holiday Parks – Eine aussterbende Spezies?

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1936 gründete der Unternehmer Billy Butlin in Skegness (Lincolnshire) einen Ferienpark, der es Familien mit einem nicht allzu großen Einkommen ermöglichen sollte, dort eine Zeit lang Urlaub zu machen. Es folgten weitere Anlagen, von denen heute noch die in Skegness und die in Minehead (Somerset) und Bognor Regis (West Sussex) übriggeblieben sind. Viele mussten geschlossen werden, da sich das britische Urlaubsverhalten geändert hatte und der Reiz, lieber mit einer Billig-Fluglinie nach Südeuropa zu reisen und dort bei garantiert schönem Wetter seine Ferien zu verbringen, deutlich stärker geworden war.

Zehn Jahre nach der Gründung der Butlin Holiday Camps eröffnete Fred Pontin (1906-2000) eine nach ähnlichem Prinzip aufgebaute Anlage in Brean Sands bei Weston-super-Mare in der Grafschaft Somerset; weitere 29 sollten folgen. Die Familien amüsierten sich in den Pontins Camps, es gab bunte Unterhaltungsprogramme, das Meer lag immer gleich nebenan.

Doch wie die Butlins-Ferienanlagen hatten auch die von Pontins mit der geänderten Urlaubskultur der Inselbewohner zu kämpfen, die Belegungszahlen gingen zurück und so wurde die Firma immer wieder an andere Gesellschafter verkauft. Die Großbrauereien Bass und Scottish & Newcastle versuchten sich daran, stießen Pontins aber bald wieder ab. Viele der Anlagen mussten geschlossen werden, übriggeblieben sind heute noch ganze sechs, die in Brean Sands gibt es noch und dann jeweils eine in Camber Sands (East Sussex), Pakefield (Suffolk), Prestatyn Sands (Nord-Wales), Sand Bay (Somerset) und Southport (Merseyside).

Geschlossen wurden die Pontins Holiday Parks u.a. in Blackpool, Hemsby (Norfolk), St Mary’s Bay bei Brixham (Devon) und Middleton in Lancashire. Zurück blieben langsam vor sich hin rottende Gebäude, die dann irgendwann einmal abgerissen wurden; ein trauriger Anblick wie die Fotos unten zeigen.

Wie es in einem Pontins heute zugeht, zeigt dieser Film am Beispiel der Ferienanlage in Pakefield.

Das Buch zum Artikel:
Peter Willsher: Fred Pontin – The Man & His Business. The Authorised Biography of Sir Fred Pontin. St David’s Press 2002. 350 Seiten. ISBN 978-1902719221.

Die Pontins in Camber Sands.    © Copyright N Chadwick and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Pontins Holiday Park in Camber Sands (East Sussex).
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So sah die aufgegebene Anlage in Blackpoll aus, bevor sie abgerissen wurde.   © Copyright Terry Robinson and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

So sah die aufgegebene Anlage in Blackpool aus, bevor sie abgerissen wurde.
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Die traurigen Ruinen des Feriencamps in Middleton (Lancashire).   © Copyright Ian Taylor and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die traurigen Ruinen des Feriencamps in Middleton (Lancashire).
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...und so sah die Ferienanlage in St Mary's Bay in Devon einige Zeit nach der Schließung aus.   © Copyright David Williams and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

…und so sah die Ferienanlage in St Mary’s Bay in Devon einige Zeit nach der Schließung aus.
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Published in: on 3. Januar 2017 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Die Silvesterfeier in einem Londoner Dinosaurier im Jahr 1853

Zwei Iguanodons im Crystal Palace Park.   © Copyright Julian Osley and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Zwei Iguanodons im Crystal Palace Park.
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„Der Iguanodon („Leguanzahn“) ist eine zur Gruppe der Ornithopoda gehörende Gattung der Dinosaurier aus der frühen Kreidezeit und der größte und bekannteste Vertreter der Iguanodontidae“. So steht es in der Wikipedia zu lesen und in genau so einem Tier, d.h. natürlich nicht in einem lebenden, sondern in einem Modell, fand am 31. Dezember 1853 eine spektakuläre Silvesterfeier statt, an der 22 hochrangige Akademiker, Investoren und Zeitungsleute teilnahmen. Eingeladen zu der Feier hatte Benjamin Waterhouse Hawkins (1807-1894), ein Bildhauer und Naturwissenschaftler, der u.a. auch dadurch berühmt geworden war, dass er im Park des Crystal Palace in Sydenham, einem Stadtteil Londons, große Plastiken von Dinosauriern aufgestellt hatte. Zusammen mit dem Zoologen Richard Owen, der auch zu der Party eingeladen war, hatte Hawkins 33 dieser Urzeittiere gebaut und in dem Park zur Schau gestellt. Um dieses Ereignis zu feiern, kam man hier am Silvesterabend des Jahres 1853 in dem Inneren eines Iguanodon-Modells zu einem mehrgängigen Diner zusammen und ließ es sich gut gehen. Hawkins hielt eine kurze Rede und stellte darin sein Projekt mit den Saurierplastiken vor. Je später der Abend wurde, umso lauter und feucht-fröhlicher soll es da im Iguanodon zugegangen sein.

Werfen wir einen Blick auf die Speisenfolge, die ich hier in Auszügen wiedergeben möchte:

  • Als Suppe stand unter anderem Mock Turtle Soup auf der Karte
  • Beim Fischgang konnte man zwischen Steinbutt und Weißfisch wählen
  • Als Nächstes folgte eine Auswahl an Truthahn, Hühnchen, Taube und Schinken
  • Dann wurden die Hauptgänge serviert: Hammel, Rebhuhn, Seezunge, Fasan, Schnepfe
  • Zum Dessert gab es zum Beispiel Kalte Charlotte, Buisson de Meringue aux Confiteur, Nougat à la Chantilly sowie Obst aller Art wie Äpfel, Birnen, Pflaumen und Haselnüsse, Mandeln und Rosinen.
  • Als Getränke wurden Sherry, Madeira, Weißwein von der Mosel und Rotwein aus Bordeaux gereicht.

Die Herren müssen nach diesem gewaltigen Abendmahl wohl mehr oder weniger schwankend mit vollen Mägen aus dem Saurier gestiegen und nach Hause gewankt sein.

Diesen Iguanodon und seine vielen Geschwister kann man noch heute im Crystal Palace Park im Südosten von London bestaunen; dieser Film zeigt einige der beeindruckenden Skulpturen.

Das Buch zum Artikel:
Barbara Kerley: The Dinosaurs of Waterhouse Hawkins. Scholastic Press 2002. 48 Seiten. ISBN 978-0439114943.

 

Grimsby (Lincolnshire) – Die Stadt der glücklichen Lottogewinner

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Zu den attraktivsten Städten Englands gehört Grimsby an der Küste von Lincolnshire sicher nicht. Die Band KLF zählte sie in ihrem Song „It’s Grim Up North“ mit auf und die Online-Platform „I Live Here UK“ bezeichnete Grimsby in diesem Jahr als „The Worst Place To Live„. Noch immer ist der Hafen der Stadt am River Humber der größte in Großbritannien, obwohl die Fischereiindustrie stark zurückgegangen ist. Zahlreiche Unternehmen der nahrungsmittelverarbeitenden Industrie haben sich hier jetzt niedergelassen, so dass man schon von „Europe’s Food Town“ spricht. Also: Wohnen möchte man hier nicht unbedingt…

ABER: Die Bewohner von Grimsby und Nordost-Lincolnshire haben eine 25x größere Chance in der National Lottery zu gewinnen als alle anderen Briten. Es gingen seit 1994 so viele hohe Gewinne in die Region, dass die Stadt vom Grimsby Evening Telegraph als Winsby bezeichnet wurde. Aber nicht nur Gewinne der Staatlichen Lottogesellschaft gingen in die Hafenstadt, es gibt auch zahlreiche andere Lotterien, deren Gewinner hier wohnen.
So hatte eine Ehepaar aus Grimsby einmal aus Kostengründen eine Woche nicht Lotto gespielt und prompt wurden ihre Zahlen gezogen; £8.5 Millionen gingen ihnen durch die Lappen. Doch unverzagt spielten sie weiter…und gewannen sechs Jahre später tatsächlich fast £5 Millionen. Die Chancen, dass die sechs Zahlen eines Lottopielers zweimal gezogen werden, liegen im Unendlichen.

Es sprach sich bald herum, dass in den Lottoannahmestellen in Grimsby die Tippscheine besonders erfolgreich zu sein scheinen, und so kamen die Leute auch aus den umliegenden Dörfern und Städten hierher, um ihr Glück zu versuchen und bei einigen klappte es tatsächlich. Nach Louth, einige Kilometer südlich von Grimsby an der A16 gelegen, gingen im Jahre 2005 gleich zwei hohe Gewinne: £14 Millionen und £3 Millionen.

Eine Zeit lang stand an der Zufahrt zu Grimsby von der Autobahn M180 aus ein Schild mit der Aufschrift „Welcome to Winsby“. Bis zum heutigen Tag hält das Lotterieglück hier tatsächlich an. Erst vor ein paar Wochen gingen drei Gewinne der People’s Postcode Lottery in die Stadt, jeweils £1,000, nicht allzuviel, aber immerhin.

Published in: on 28. Dezember 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Mangold Hurling – Ein Herbstvergnügen in Somerset und Wiltshire

Zuerst einmal: Mangold Hurling, eine Art Boulespiel mit Mangold, kann gefährlich sein, so steht es jedenfalls auf den Webseiten der Mangold Hurling Association. Bekommt man eine fehlgeleitete Mangold an den Kopf, so kann das zu schweren Verletzungen führen. Von einem Todesfall bei diesem alljährlich im Oktober stattfindenden Spiel ist allerdings glücklicherweise nichts bekannt.

Die zur Gattung der Rüben zählende Pflanze wird für das Spiel eingesetzt, das besonders in Somerset und Wiltshire sehr beliebt ist.
Und so geht es: Die Teilnehmer werfen von einer festgelegten Entfernung aus ihre Mangolds in Richtung der „Zielrübe“, die „Norman“ genannt wird. Wer am nächsten dran ist, hat gewonnen; also ganz einfach.

Manchmal werden Schafe als Wachpersonal für die zum Wettbewerb vorgesehenen Mangolds eingesetzt, die aufpassen sollen, dass die Rüben nicht manipuliert werden. Wenn sich jemand Unbefugtes nähert, geben die Wächterschafe ein sehr laues „Mäh“ von sich; dafür sind sie extra trainiert worden. Der Nachteil: Manchmal fressen die hungrigen Vierbeiner die Blätter der Rüben weg, wodurch die Wurfgeschosse unbrauchbar sind, denn das Grün der Rüben dient auch als eine Art Fallschirm beim Wettbewerb.

Dieser Film zeigt wie es beim Mangoldwerfen zugeht.

Christmas in England 2016: Weihnachten in Buckinghamshire

Das weihnachtliche Waddesdon Manor.   © Copyright Christine Matthews and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das weihnachtliche Waddesdon Manor.
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Welche vorweihnachtlichen Aktivitäten gibt es in meiner Lieblings-Grafschaft Buckinghamshire? Hier ist ein kleiner Überblick:

Wie in jedem Jahr ist auch dieses Mal wieder das Waddesdon Manor nördlich von Aylesbury einer der schönsten dekorierten Orte im County. Bei Einbruch der Dunkelheit wird das an ein französisches Schloss erinnernde Gebäude illuminiert. „Sparkling Christmas“ ist vom 9. November bis zum 2. Januar zu sehen. Der Künstler Bruce Munro hat auch im Jahr 2016 mit seinem „Field of Light“ für die Lichtinstallationen im Garten gesorgt und vom 16. November bis zum 11. Dezember findet im und außerhalb des Manors ein Weihnachtsmarkt statt.

Sehr märchenhaft geht es auch im Hughenden Manor zu, dem einstigen Wohnsitz von Benjamin Disraeli, wo die Räumlichkeiten nach Motiven der Grimmschen Märchen dekoriert sind. „A Fairy Tale Christmas“ öffnet am 1. Dezember seine Pforten und kann bis zum 20. Dezember besichtigt werden. Am 6., 15. und 20 Dezember gibt es hier einen Vortrag zu hören, der den Titel „Dark History of Fairy Tales“ trägt und sich an Erwachsene wendet. Alle anderen Aktivitäten im Haus sind aber sehr gut für Kinder geeignet.

Am 14. Dezember ist die Innenstadt der New Town von Beaconsfield von 18 Uhr bis 20.30 Uhr für den Verkehr gesperrt, weil dann dort das Festival of Lights inszeniert wird, bei dem man sich mit Weihnachtsgeschenken eindecken kann. Begleitet wird das Late Night Shopping von einem Laternenumzug, Dudelsackmusik und einer Lasershow.

Am 24. November wird in Marlow an der Themse die Weihnachtsbeleuchtung eingeschaltet und niemand Geringeres als Mary Berry wird das in diesem Jahr tun, die außerordentlich populäre Jurorin der TV-Serie „The Great British Bake Off“. Um 17.30 Uhr geht es los und für die Zeremonie wird die High Street komplett gesperrt.

Bereits am 17. November fand das „Switch On“ der Weihnachtsbeleuchtung auf dem Marktplatz von Aylesbury statt, vorgenommen von Michelle Collins, die zurzeit im Waterside Theatre der Stadt in der Panto „Aladdin“ mitspielt.

Ein wichtiger Tag in der Vorweihnachtszeit in Buckingham ist der 10. Dezember, denn dann findet hier die Christmas Parade statt, bei der dekorierte Umzugswagen und Blaskapellen zu sehen und zu hören sind. Hier sind einige Bilder von der Parade des Vorjahres.

Auf der Manor Farm in Haddenham (wo mehrere Episoden der TV-Serie „Inspector Barnaby gedreht wurden, ich berichtete in meinem Blog darüber) ist schon seit dem 3. November in der Tythe Barn, einer alten Scheune aus dem 15. Jahrhundert, ein Weihnachtsmarkt untergebracht, der jeweils donnerstags bis sonntags bis zum 18. Dezember geöffnet hat und wo es Geschenke und weihnachtliche Dekorationen zu kaufen gibt.

Christmas at The Railway“ ist für alle gedacht, die ein Herz für alte Eisenbahnen haben. Das Buckinghamshire Railway Centre in Quainton führt vom 26. November bis zum 18. Dezember an den Wochenenden Dampflokfahrten durch, bei denen Father Christmas zugegen ist und Thomas the Tank Engine die Waggons schleppt.

Die High Street von Marlow mit Weihnachtsgirlanden.   © Copyright Scriniary and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die High Street von Marlow mit Weihnachtsgirlanden.
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Published in: on 23. November 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Die Ziferblat Lokale – Hier ist alles kostenlos, nur die Zeit nicht

In Liverpool gibt es zwei, in London und Manchester je eines; die Rede ist von den Ziferblat-Lokalen, die eine ganz besondere Art des Bezahlens haben. Hier kostet nur die Zeit etwas, die man in den Lokalen verbringt und zwar zwischen fünf und acht Pence die Minute, alles andere ist kostenlos, der Kaffee, der Kuchen, die Kekse, die Cerealien, das W-LAN. Man trifft sich in den Ziferblat-Lokalen zum Klönen, zum Chillen, zum Musikhören, zum Spielen, zum Leute treffen, man arbeitet an Laptops und und und. Es herrscht eine familiäre Atmosphäre, man spült seine benutzten Teller und Tassen und fühlt sich einfach entspannt und wohl. Jeder bekommt beim Betreten eines Ziferblat-Lokals eine Uhr, die er/sie vor dem Verlassen wieder abgibt und bezahlt dann für die Zeit, die er/sie hier verbracht hat oder man bezahlt im voraus für die Zeit, die man hier verbringen möchte. Keine schlechte Idee, die der Russe Ivan Meetin da im Jahr 2011 in Moskau entwickelt hat. Inzwischen gibt es 14 Ziferblat-Lokale, außer in Russland auch in der Ukraine, in Slowenien und eben in England.

In Liverpool stehen die beiden Etablissements am St Paul’s Square und am Albert Dock, in Manchester in der Edge Street und in London in der Old Street in Shoreditch. Diese beiden Filme zeigen wie es im Londoner Ziferblat und im Manchester Ziferblat zugeht.

 

Published in: on 20. November 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Christmas in England 2016: Käthe Wohlfahrts Weihnachtsladen in York

Yorks Christmas Shop.   © Copyright Paul Harrop and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Es ist zwar noch einige Wochen hin bis zu den Weihnachtstagen, aber in England bereiten sich schon viele auf das Fest vor. Weihnachtsmarktbesuche werden geplant, Festessen in Pubs und Hotels gebucht und über Geschenke nachgedacht. Bis zum 24. Dezember werde ich in loser Reihenfolge über die Weihnachtsaktivitäten auf der Insel berichten.

Seit Mitte des Jahres gibt es in York einen Weihnachtsladen von Käthe Wohlfahrt, dem ersten in Großbritannien. Überall dort, wo viele Touristen zusammenkommen, vor allem die aus den USA und dem Fernen Osten, findet man die ganzjährig geöffneten Läden wie in Rothenburg ob der Tauber, in Oberammergau, Heidelberg, Rüdesheim, Berlin, Brügge in Belgien und Riquewihr im Elsass, um nur einige zu nennen. Auch in den Sommermonaten, wenn es eigentlich niemandem weihnachtlich zumute ist, werden bei Käthe Wohlfahrt Christbaumkugeln, Nussknacker und Räuchermännchen verkauft und das bei „Stille Nacht“ und brennenden Weihnachtsbäumen.

In York wurde der Laden in der Straße Stonegate Nummer 17, also mitten im Zentrum der historischen Altstadt, eröffnet und erfreut sich großer Beliebtheit. Die Umgebung passt sehr gut, in der schmalen Straße befinden sich einige hübsche Gebäude, in denen zum Beispiel der Punchbowl Pub, der Ye Olde Starre Inne, Betty’s Café Tea Rooms untergebracht sind. Das meiner Ansicht schönste Haus ist aber das, in dem seit August diesen Jahres Käthe Wohlfahrts Christmas Shop Unterschlupf gefunden hat und das Mulberry Hall heißt. 1434 wurde es errichtet, so steht es auf einem kleinen Schild über der Eingangstür.
Bis Anfang des Jahres konnte man in dem Haus Porzellan kaufen, leider musste der Inhaber sein Geschäft schließen, es war eine Institution in York und das seit fast sechzig Jahren. Man befürchtete, dass ein weiteres Restaurant, eine Bar oder irgendein Kettenladen in die Mulberry Hall einziehen würde, doch dann wurde der Eigentümer der Käthe Wohlfahrt-Läden, Harald Wohlfahrt, auf den Leerstand aufmerksam und entschloss sich, seine erste britische Filiale hier zu eröffnen.

Jetzt in der Vorweihnachtszeit dürfte die Kasse in der Stonegate 17 besonders laut klingeln.

Mulberry Hall, das schöne Fachwerkhaus in Yorks Stonegate.   © Copyright Richard Croft and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Published in: on 18. November 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Scream Parks und Zombiejagden – Das etwas andere Freizeitvergnügen in England

Hier in den ehemaligen Werkshallen der Firma Stanley Tools in Sheffield finden jetzt die Zombiejagden statt.   © Copyright Terry Robinson and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Hier in den ehemaligen Werkshallen der Firma Stanley Tools in Sheffield finden jetzt die Zombiejagden statt.
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Eigentlich gibt es ja genügend Spukorte in England,  an denen man sich so richtig schön gruseln kann. Eine ganze Reihe von Beispielen habe ich in meiner entsprechenden Blogkategorie im Laufe der Jahre aufgeführt. Aber das scheint einigen noch immer nicht zu reichen, denn sonst hätte man nicht so viele zusätzliche künstliche Gruselstätten im Lande errichtet. Ich denke da zum Beispiel an die Dungeons in London und York; aber diese Etablissements werden alle überboten von Zombieabschuss-Installationen und sogenannten Scream Parks, in denen es so richtig zur Sache geht. Sicher nicht jedermanns Geschmack. Hier sind einige Beispiele:

Zombie Experiences nennen sich 15 über England verteilte Orte, in denen es darum geht, Zombies, die die Herrschaft übernommen haben, zu vernichten. Da ist The Factory in Sheffield, eine Ansammlung von Gebäuden, in denen einmal eine Werkzeugfabrik untergebracht war. In diesen Werkshallen muss man die dort versteckten Zombies aufspüren und töten. Ähnliches erwartet den Zombiejäger im Asylum in Liverpool und im Boot Camp in Droitwich Spa (Worcestershire).

Das gleiche System findet man bei Zombie Uprising in den Barracks in Stockport bei Manchester und im District 26 in Chesterfield (Derbyshire). Auch dort gilt es, möglichst viele Zombies zu erlegen. Wie dieser „Spaß“ aussieht, zeigt dieser Film. Falls jemand noch ein passendes Weihnachtsgeschenk sucht: Ein Gutschein für das zweifelhafte Vergnügen kostet £50.

In den sogenannten Scream Parks geht es nicht weniger zimperlich zu. Auch im Scream Park UK in Manchester spielen die unvermeidlichen Zombies wieder eine besondere Rolle. In dem in der Event City untergebrachten Gruselpark findet man Geisterbahnen und andere „thrill rides“. Hier ist eine kleine Kostprobe.

Auf Mrs Dowsons Farm an der Longsight Road, der A59, nördlich von Blackburn (Lancashire) ist der Scare Kingdom Scream Park untergebracht. Dort wird man zum Beispiel mit gruseligen Häusern wie 666 Brimstone Place, Manormortis und The House of Gaunt konfrontiert. Hier ist ein Vorgeschmack (Vorsicht! Nichts für Zartbesaitete!).

Bei Melton Mowbray in Leicestershire im Twinlakes Park liegt der Xtreme Scream Park, der sechs Spukhäuser und gruselige Irrgärten zu seinen Attraktionen zählt. Extrem unappetitlich ist The Pie Factory (Melton Mowbray ist die Stadt der Pies).

Ich bin selbst absolut kein Freund dieser Art von Freizeitvergnügen, aber alles, was mit Gruseligem und Geisterhaftem zu tun hat, ist nun mal in England äußerst populär. Mir reichte einmal ein Besuch in einem Wachsfigurenkabinett in York, in dem man in einem stockdunklen Raum mit einem schwammigen unebenen Fußboden mit allen möglichen schauerlichen Dingen konfrontiert wurde…und das inmitten einer kreischenden Teenager-Mädchenklasse.

Published in: on 17. November 2016 at 02:00  Comments (1)  
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Illuminationen Teil 2: Die Blackpool Illuminations und das Switch On

   © Copyright Lewis Clarke and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Blackpool an der englischen Nordwestküste ist ein Mekka für Vergnügungssüchtige, die sich auf die „englische Art“ amüsieren möchten, also in Spielhallen, auf Achterbahnen und so weiter. Es ist ein Lieblingsziel für Hen- und Stag Parties, es gibt unzählige kleine Pensionen, B&Bs und Hotels…und es gibt die Blackpool Illuminations, die jedes Jahr im Herbst Menschenmassen anziehen. Auf einer Strecke von zehn Kilometern sind diese Lichtanlagen an der Strandpromenade installiert, die man sich zu Fuß ansehen kann (was wohl die wenigsten tun), vom Auto, vom Bus oder von einer der Straßenbahnen aus, die die Promenade entlangfahren.

Es ist schon ein gewaltiges Spektakel, das mittlerweile fast £2 Millionen kostet, aber die Menschen, die extra deswegen herkommen, geben eben auch viel Geld in der Stadt aus. In diesem Jahr werden die Lichter heute am 6. November abgeschaltet, dann wird es wieder etwas dunkler in Blackpool.

Ein großes Ereignis ist jedes Jahr das sogenannte Switch On, wenn ein Prominenter die Illuminations startet. 1934 ereignete sich das zum ersten Mal und der Auserwählte war damals Edward George Villiers Stanley, 17th Earl of Derby, Kriegsminister in der Zeit von Georg V.

Es folgte eine bunte Kette von V.I.P.s, von denen ich hier einige erwähnen möchte:

1951 startete die Fußballlegende Sir Stanley Matthews das Switch On.
1959 war es die berühmte amerikanische Film-Blondine Jayne Mansfield.
1969 flog ein Bomber des Typs English Electric Canberra tief über dem Strand und der Promenade und eröffnete die Illuminationen.
1977 war es das berühmte Pferd Redrum, das den Grand National dreimal gewann.
1979 kam Kermit der Frosch mit seinen Muppets-Kollegen nach Blackpool und hatte die Ehre des Switch Ons.
1984 war es Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Johannes Rau, der den Hebel umlegte, um die Lichterschau zu starten. Er kam damals als Vertreter von Blackpools Partnerstadt Bottrop.

In den 1990er Jahren waren es hauptsächlich Musiker wie Lisa Stansfield (1992), Status Quo (1993), Shirley Bassey (1994), die Bee Gees (1995), die Girl Group Eternal (1996), Michael Ball (1997), Chris de Burgh (1998) und Gary Barlow (1999).

Im Jahr 2008 holte man für den Akt die Top Gear-Moderatoren Jeremy Clarkson und Richard Hammond und The Stig, der natürlich nicht fehlen durfte.

In diesem Jahr engagierte man die Schauspielerin Barbara Windsor, um die Illuminationen eröffnen, die man aus vielen Carry-On-Filmen der 1960er und 1970er Jahren kennt und als Peggy Mitchell aus der Seifenoper EastEnders. Hier ist ein Film über die „Hebel-Umlegung“.

Dieser Film zeigt eine Fahrt durch die diesjährigen Illuminationen.

   © Copyright Gerald England and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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