Donkey rides – Eselreiten in englischen Seebädern

Am Strand von Skegness in Lincolnshire.
Photo © David Martin (cc-by-sa/2.0)

Das Leben in englischen Seebädern verläuft doch etwas anders als in Deutschland. Der Amüsierfaktor steht mehr im Vordergrund, „seaside amusement arcades“ sind sehr beliebt und Kinder lieben die „donkey rides„, das Reiten auf Eseln am Strand.
In Weston-super-Mare, dem Badeort in Somerset, wurde 1886 die Idee mit dem Eselreiten geboren, einige Jahre später folgte Bridlington an der Küste von Yorkshire und dann zogen viele andere Seebäder nach.

Bis heute tragen die Esel ihre Namen, Daisy ist besonders beliebt, auf den Nasenriemen, so dass die Kinder ihre Tiere auch anreden können. Gut, Kinder lieben dieses Mini-Abenteuer auf dem Rücken eines dieser geduldigen Tiere, aber mögen das die Esel auch? Tierschützer bezweifeln das vehement und setzen sich dafür ein, das Eselreiten abzuschaffen. Tagein, tagaus, auch bei hohen Temperaturen, mit Kindern oder sogar Jugendlichen auf dem Rücken durch den Sand zu laufen, keine Pause und keinen Schatten zu haben, das dürfte schon ein ziemlicher Stress für die Tiere sein. Die Betreiber der donkey rides sehen das natürlich anders.

Bei einer Online-Petition sprachen sich über 100 000 Teilnehmer für die Abschaffung dieses Strandvergnügens aus, wobei der geringste Teil davon aus dem Königreich selbst kam. Ist man in England doch mehr am Festhalten von Traditionen als am Tierwohl interessiert?

Das Coast Magazine hat eine Top 5-Liste der besten donkey rides in Großbritannien aufgestellt, wobei John Nuttalls Esel an den Stränden von Cleethorpes, Skegness und Ingoldmells in Lincolnshire als beste eingestuft wurden.

In diesem Film sind die „seaside donkeys“ am Strand von Blackpool zu sehen.

In Great Yarmouth (Norfolk).
Photo © Robin Webster (cc-by-sa/2.0)
Teddy und Champion am Strand von Skegness in Lincolnshire.
Author: Pondspider.
Creative Commons 2.0
Published in: on 2. August 2021 at 02:00  Kommentar verfassen  

Der Haytor Hoppa – Ein Linienbus, der das östliche Dartmoor bedient

Autofahrten durch das Dartmoor in Devon verlangen vom Fahrer hohe Aufmerksamkeit, denn viele Straßen sind sehr eng und werden von hohen Hecken gesäumt, so dass man nie weiß, was einen hinter der nächsten Kurve erwartet. Wenn dann auch noch dicker Nebel dazu kommt, kann es schon etwas „tricky“ werden.
Wem das alles zuviel ist und wer lieber seine Nerven schonen möchte, für den gibt es eine Alternative, um das landschaftlich schöne Dartmoor zu betrachten: Der Haytor Hoppa der Buslinie 271, der in diesem Jahr wieder in der Zeit vom 29. Mai bis 30. Oktober eingesetzt wird und zwar immer am Samstag (vom 26. Juli bis zum 3. September auch montags bis freitags). Sechsmal am Tag startet der kleine Hop on/Hop off-Linienbus seine Reise von Newton Abbot aus ins Dartmoor.

Die erste Teilstrecke führt von Newton Abbot bis nach Widecombe, wofür der Bus 45 Minuten benötigt; unterwegs kann man noch an mehreren Haltepunkten zusteigen. Nach einer kurzen Pause in dem hübschen Dartmoor-Dorf (das leider in der Saison häufig überlaufen ist) geht es weiter, unter anderem über Manaton, Becky Falls und Bovey Tracey zurück zum Ausgangspunkt. Da der Bus Haytor Hopper heißt, führt sein Weg auch an der beeindruckenden Felsformation Haytor Rocks vorbei.

Knappe zwei Stunden dauert die Fahrt, die man jederzeit unterbrechen und dann mit dem nächsten Haytor Hoppa fortsetzen kann. Morgens um Uhr 9.20 startet der erste Bus, der letzte verlässt Newton Abbot um Uhr 15.20.

Die Haytor Rocks.
Photo © Chris Allen (cc-by-sa/2.0)
Published in: on 1. August 2021 at 02:00  Kommentar verfassen  

The Petrifying Well in Knaresborough (North Yorkshire) – Englands älteste Touristenattraktion

Eigenes Foto.
Eigenes Foto.

Sir Charles Slingsby kaufte 1630 König Charles I einen Teil des Royal Forests ab, der neben der Stadt Knaresborough direkt am Fluss Nidd in North Yorkshire lag, und der eine damals schon bekannte Quelle, die Dropping Well, enthielt.
Viele Leute wollten diese Quelle sehen, und so erhob Sir Charles damals schon eine Eintrittsgebühr und erschuf damit Englands älteste Touristenattraktion.

Was war nun das Besondere an der Quelle, die man später The Petrifying Well nannte? Das Wasser hat einen extrem hohen Anteil an mineralischen Stoffen und alles, was sich diesem Wasser „in den Weg stellt“ wird versteinert. Kalzium, Magnesium und Natrium sind die Hauptbestandteile dieser einzigartigen Quelle. Das Wasser ergießt sich über einen Felsen und die Mineralien lagerten sich über Jahrhunderte daran ab, so dass es zweimal zu einem Felsabbruch kam.

Wenn man die Petrifying Well besucht, findet man am unteren Rand des Felsens einige Objekte die direkt im Wasser hängen und im Lauf der Zeit versteinert werden. Beliebt sind Teddybären, die in etwa drei bis fünf Monaten aus Plüsch- zu Steinbären werden. Andere Objekte brauchen auch schon einmal achtzehn Monate bis sie versteinert sind.
In einem kleinen angeschlossenen Museum kann man einige  „fertige“ Versteinerungen sehen, so zum Beispiel eine Handtasche von Agatha Christie, einen Hut von John Wayne oder einen Schuh von Queen Mary, die die Quelle 1923 besuchte.
Neben dem Petrifying Well gibt es noch die Höhle zu sehen, in der die berühmte Seherin des Mittelalters Mother Shipton geboren sein soll, aber das ist wieder eine andere Geschichte. Der Eintrittspreis für Höhle, Brunnen und Park beträgt £10 für einen Erwachsenen. Geöffnet ist die ganze Anlage in diesem Jahr bis zum 31. Oktober.

Knaresborough, das nicht weit von Harrogate entfernt ist, lohnt auf jeden Fall einen Besuch.

Hier ist ein Film über Knaresboroughs Touristenattraktion.

Photo © Chris Gunns (cc-by-sa/2.0)
Photo © David Ward (cc-by-sa/2.0)

The Spanish City in Northumberlands Whitley Bay

Photo © Geoff Holland (cc-by-sa/2.0)

Das Wahrzeichen des Küstenortes Whitley Bay in Northumberland ist ein auffälliges Kuppelgebäude direkt am Strand, das zur Spanish City gehört. 1910 wurde das Gebäude errichtet; die Erbauer wollten wohl so etwas wie eine abgespeckte Version von Blackpools Pleasure Beach den Besuchern zur Verfügung stellen. Der Name Spanish City geht auf eine Einrichtung zurück. die zuvor an dieser Stelle stand, in der Konzerte veranstaltet wurden und die wie ein spanisches Dorf gestaltet war.

Links und rechts von der imposanten Kuppel stehen zwei Türmchen, auf denen jeweils eine weibliche Figur zu sehen ist, die sich beide musikalisch betätigen. Die eine hält ein Becken in den Händen, die andere spielt ein Tamburin. Die Spanish City besteht aus mehreren Restaurants, Bars und Veranstaltungssälen, in denen gern Tribute Nights stattfinden; geplant für die nächste Zeit sind Freddie Mercury, George Michael und Lady Gaga Tributes. Die Räumlichkeiten der Spanish City können für Hochzeitsfeiern oder Babyshower Parties gebucht werden.

Da das Gebäude mittlerweile schon sehr in die Jahre gekommen und vom Einsturz bedroht war, fanden umfangreiche Renovierungsarbeiten statt, die vor drei Jahren abgeschlossen werden konnten. Im Juli 2018 erstrahlte die Spanish City wieder in neuem Glanz.

Mark Knopfler von der Band Dire Straits, der nicht weit entfernt, in Blyth, aufgewachsen war und Whitley Bay häufig besucht hatte, schrieb 1980 den Song „Tunnel of Love„, der zu einer Art Hymne der Spanish City geworden war und jeden Morgen bei der Öffnung gespielt wurde. In dem Song geht es um einen Besuch in einem Vergnügungspark, und die Spanish City wird darin explizit erwähnt.

Im November 1998 wurde der Song „Pray“ der Sängerin Tina Cousins veröffentlicht; das dazu gehörende Video entstand zum Teil in der Spanish City und der näheren Umgebung.

Hier ist ein Film über die Geschichte der Spanish City.

Photo © Pauline E (cc-by-sa/2.0)
Photo © Geoff Holland (cc-by-sa/2.0)

The Pipe Club of London – Ein Refugium für Pfeifenraucher

Einer der berühmtesten Pfeifenraucher: Sherlock Holmes.
Photo © Oxfordian Kissuth (cc-by-sa/2.0)


Raucher haben es schwer – nirgendwo in öffentlichen Räumen dürfen sie ihrem Laster frönen. Pfeifenraucher werden, meiner Ansicht nach,  noch eher akzeptiert als Zigaretten- oder Zigarrenraucher, verströmt doch der Pfeifentabak häufig einen angenehmen Geruch und außerdem gelten Pfeifenraucher als gemütliche, ruhige Menschen.

Der Pipe Club of London bietet seit 1970 seinen Mitgliedern ein Forum, um sich mit Gleichgesinnten auszutauschen, und auch ein Refugium, wo man den Anfeindungen der tabakfeindlichen Welt nicht ausgesetzt ist.
Der Club hat zurzeit über 400 Mitglieder, die nicht alle aus London kommen, sondern aus 26 Ländern weltweit. Wer aber im Großraum London wohnt, kann an den monatlichen Treffen teilnehmen, die einmal in London selbst, bei James J. Fox („The Great British Cigar Merchant“) in der St James’s Street Nummer 19 und einmal vor den Toren der Stadt in The Overdraught bei St Albans (Hertfordshire) stattfinden.
An Aktivitäten bietet der Pipe Club of London Tabak Tastings, Besuche in tabakherstellenden Firmen und Wettbewerbe, bei denen das Pfeiferauchen im Mittelpunkt steht wie zum Beispiel einen Slow Smoking Competition.
Zweimal im Jahr erhalten die Mitglieder das „Pipe Club of London Journal„, das aus der Welt der Pfeifenraucher berichtet.

Dieser Film zeigt den Pipe Club in Wort und Bild.


Das Buch zum Artikel:
Richard Carleton Hacker: Pipesmoking – A 21st Century Guide. Autumngold Publications 2000. 165 Seiten. ISBN 978-0931253133.

Einer der Treffpunkte des Clubs: J.J. Fox in der Londoner St James’s Street.
Author: Philafrenzy.
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The Overdraught bei St Albans (Hertfordshire).
Photo © Jack Hill (cc-by-sa/2.0)
Published in: on 7. Juli 2021 at 02:00  Kommentar verfassen  

Giffords Circus – Ein traditioneller Zirkus aus den Cotswolds

Author: allispossible.co.uk
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Betritt man das Zelt des Giffords Circus, so sollte man keine durch brennende Reifen springende Tiger oder Männchen machende Elefanten erwarten. Das Wildeste, das hier zu sehen ist, sind Pferde und Hunde. Giffords Circus gastiert gern auf Village Greens, in Kleinstädten und Dörfern, aber auch Abstecher nach London kommen hin und wieder vor. Am häufigsten sind die Shows im Großraum der Cotswolds zu bewundern.

Benannt wurde der Zirkus nach seiner Gründerin Nell Gifford (1973-2019), die ihn im Jahr 2000 aus der Taufe hob. Bis zu ihrem frühen Tod vor zwei Jahren (sie starb an Brustkrebs) hatte sie ihr ganzes Leben dem Zirkus gewidmet. Sie arbeitete unter anderem beim Chinesischen Staatszirkus und dem Circus Roncalli in Deutschland, aber ihr Ziel war es immer gewesen, selbst einen Zirkus zu leiten.

Was wird dem Besucher bei Giffords alles geboten? Da sorgen Tweedy the Clown und die Sängerin und Schauspielerin Nancy Trotter Landry für Lacher im Publikum, Rebecca Musselwhite zeigt Pferdekunststücke und das Duo Imagine begeistert mit seiner Artistik. Feen, Trolle, Zwerge und andere mystische Wesen treten auf und sorgen für eine magische Atmosphäre.

Eine Besonderheit bietet Giffords Circus: Wenn die Show beendet ist, öffnet das Circus Sauce Restaurant seine Pforten, indem ein dreigängiges Abendessen angeboten wird. Das Restaurant steht unter der Leitung von Ols Halas, der über seine Zeit bei Giffords ein Buch geschrieben hat „Giffords Circus Cookbook: Recipes and stories from a magical circus restaurant“ (Quadrille Publishing).

Nachdem in England der Lockdown gelockert worden ist, begibt sich der Zirkus erneut auf Wanderschaft. Die erste Station war über Pfingsten Stroud in Gloucestershire, es folgen das Sudeley Castle, der Blenheim Palace und viele weitere Standorte in den Cotswolds und darüber hinaus.

Hier sind einige Ausschnitte aus einer Show im Film zu sehen.

Author: Scott Billings
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Author: Keith Bloomfield
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Published in: on 29. Mai 2021 at 02:00  Kommentar verfassen  

The Odyssey – Eine Furcht einflößende Achterbahn in Ingoldmells (Lincolnshire)

Author: Calzz
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An der Küste von Lincolnshire liegen die größten Wohnwagenparks in Europa, besonders bei Ingoldsmell, nördlich von Skegness, reihen sich Tausende von Wohnwagen aneinander. Hier wurde im Jahr 1936 auch das erste Feriencamp von Butlin’s errichtet. In der Sommersaison geht es in Ingoldsby so richtig zur Sache, wenn die Massen den Freizeitpark Fantasy Island stürmen. Ich persönlich hätte ihn eher Horror Island genannt, angesichts der furchteinflößenden Attraktionen, die hier warten. Da gibt es zum Beispiel den Starflyer, eine Art Kettenkarussell, das sich bis auf siebzig Meter hochschraubt und die Achterbahnen Spinning Racer, Millennium und Odyssey, eine schrecklicher aussehender als die andere.

Die Odyssey hieß vorher Jubilee Odyssey, weil sie zum Goldenen Thronjubiläum der Queen im Jahr 2002 eröffnet wurde. Die Königin kam allerdings nicht nach Ingoldsmell, aber immerhin eröffnete ihr Cousin Prince Edward, Duke of Kent die Achterbahn und fuhr auch mit. Ob ihm die Fahrt gefallen hat, kann ich leider nicht sagen.

Der „roller coaster“ wurde für £28 Millionen von der niederländischen Firma Vekoma erbaut. Sie ist 51 Meter hoch (die ursprünglichen Planungen sahen eine Höhe von 81 Metern vor) und rund 900 Meter lang, dabei werden Geschwindigkeiten von bis zu 100 km/h erreicht. Es handelt sich bei der Achterbahn um einen Inverter, das heißt, die Wagen sind unterhalb der Schienen angebracht. Die einzelnen Teile der Strecke nennen sich Cobra Roll, Horseshoe, Sidewinder, Helix und In-line Twist. Die Bahn ist nichts für Menschen mit empfindlichen Mägen! Sie dauert knapp drei Minuten; Minuten, die sehr lang werden können. Dieser Film gibt einen Vorgeschmack auf das, was einem auf der Odyssey erwartet.

Da wir hier direkt an der Küste von Lincolnshire sind, weht oft ein kräftiger Wind, der dazu führen kann, dass Odyssee ihren Betrieb einstellen muss, Ab Windgeschwindigkeiten zwischen 40 und 50 km/h ist es zu gefährlich, die Achterbahn weiterhin fahren zu lassen.

Die Cobra Roll
Author: Calzz
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Einer der Wohnwagenparks direkt an Fantasy Island.
Photo © Richard Croft (cc-by-sa/2.0)
Published in: on 2. Mai 2021 at 02:00  Comments (2)  

Der Cotswolds Water Park in Gloucestershire und Wiltshire

Photo © Brian Robert Marshall (cc-by-sa/2.0)

In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts entstand im Grenzgebiet der beiden Grafschaften Gloucestershire und Wiltshire eine der größten Seenlandschaften des Landes und damit ein riesiges Erholungs-, Sport- und Naturschutzgebiet: Der Cotswolds Water Park. Ursprünglich wurde an dieser Stelle Sand und Kies abgebaut, der unter anderem für den Gleisbau und für den Bau der Autobahn M4, die nicht weit entfernt verläuft, verwendet.

Etwa 100 Quadratkilometer groß ist der Cotswold Water Park, der 180 Seen umfasst, von denen die meisten nummeriert sind, damit man sich überhaupt zurecht findet. Beim Erstbesuch sollte man das Gateway Information Centre aufsuchen, in dem man alle benötigten Infos erhält.

Der Wasserpark ist ein Eldorado für Naturfreunde, so kommen „birdwatcher“ hier voll auf ihre Kosten, denn es hat sich in der Vogelwelt herumgesprochen, dass es sich in diesem Park gut leben lässt. In mehr als siebzig Seen ist das Angeln erlaubt, in der Nähe des Gateway Centres befindet sich ein Golfplatz, es gibt gut ausgebaute Radwege, Wasserskifahrer und Wakeboarder können ihren Hobbies frönen und es stehen eine Menge Ruderboote, Kayaks und Kanus zur Miete bereit. Wer sich einfach nur an einen Strand legen möchte, dem steht im Cotswolds Country Park and Beach Großbritanniens längster Binnenlandstrand zur Verfügung.

Für Übernachtungsgäste bieten sich beispielsweise das De Vere Cotswolds Water Park Hotel an, das direkt an Lake 6 steht, aber auch zahlreiche Hütten und Cottages für Selbstverpfleger.

Hier ist ein Film über den Park.

Cotswolds Country Park and Beach.
Photo © Vieve Forward (cc-by-sa/2.0)
Das De Vere Hotel.
Photo © Malc McDonald (cc-by-sa/2.0)

The Longborough Festival Opera in den Cotswolds

Boris Johnsons Pläne sehen vor, dass am 21. Juni alle coronabedingten Beschränkungen aufgehoben werden, es sei denn, es passiert etwas Unerwartetes. Sollte das nicht der Fall sein, was bedeutet das für die geplanten Aufführungen der Longborough Festival Opera in der Grafschaft Gloucestershire in den Cotswolds? Die Saison soll am 1. Juni beginnen und bis zum 3. August dauern.

Doch erst einige Worte zu dem Opernhaus in der tiefen Provinz. Longborough ist nicht so bekannt wie Glyndebourne in East Sussex, doch die Festival Opera hat sich besonders bei Richard Wagner-Freunden einen Ruf erworben, da man sich hier auf Wagneropern spezialisiert hat. In diesem Jahr sind sieben Aufführungen der „Walküre“ geplant, alle im Juni.

Martin und Lizzie Graham sind die Initiatoren der Longborough Festival Opera, beide Richard Wagner-Fans, und die Ursprünge gehen bis 1991 zurück, als  die Grahams in kleinem Rahmen Konzerte veranstalteten. Als sie eine neben ihrem Wohnhaus stehende Scheune in ein richtiges Opernhaus umwandelten, dort aus dem Londoner Royal Opera House Covent Garden ausgemusterte Sitze installierten und dem Haus eine gewisse Ähnlichkeit mit dem Bayreuther Festspielhaus verschafften, begann die Erfolgskurve. So wie in Glyndebourne gibt es in der üppig bemessenen Pause die Möglichkeit ein Essen zu sich zu nehmen, entweder im hauseigenen Restaurant oder in Form eines Picknicks auf dem Gelände (es soll Besucher geben, denen dieser Teil wichtiger ist als die Aufführung selbst). Zu jedem Bühnenstück wird für £55 ein spezielles Menü angeboten. Alternativ kann man für £40 einen Picknickkorb vorbestellen.

In diesem Jahr stehen neben der „Walküre“ noch weitere Aufführungen auf dem Programm: Wolfgang Amadeus Mozarts „Cosi fan tutte„, Claudio Monteverdis „The Return of Ulysses“ (dt. „Die Heimkehr des Odysseus“) und Leos Janáčeks „The Cunning little vixen“ (dt. „Das schlaue Füchslein“). Die Regie bei der Janáček-Oper führt passenderweise eine Olivia Fuchs.

Die Ticketpreise für die „Walküre“ beginnen bei £70 und enden bei £210, die anderen Aufführungen liegen deutlich niedriger.

Hier ist ein kleiner filmischer Appetithappen.

Longborough Festival Opera
New Banks Fee
Longborough
Moreton-in-Marsh
Gloucestershire
GL56 0QF

Published in: on 3. März 2021 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Von Phonebox Libraries und Book Exchanges

In Cargreen (Cornwall).
Author: oatsy40
Creative Commons 2.0

Um die Zukunft englischer Öffentlicher Bibliotheken sieht es nicht sehr rosig aus. Im Laufe der Jahre wurden immer mehr von ihnen geschlossen, meist aus Geldmangel der Kommunen. Die Zahl der Entleihungen und der aktiven Benutzer ging zurück; das Internet hat sich fest in den Waden der Bibliotheken verbissen, um es einmal bildlich auszudrücken. „Video killed the radio star“ hieß es 1979 in einem Song der Buggles, ersetzt man „Video“ durch „Internet“ und „Radio star“ durch „Bibliotheken“ hat man in etwa die Situation, die wir heute in England, aber nicht nur dort, haben.

Da Menschen aber immer wieder erfinderisch sind, kam man in kleineren Orten auf die Idee, einen Ersatz zu finden, indem man Micro Libraries oder Telephone Box Libraries aufstellte. Zwar haben diese nur ein Minimalangebot an Büchern, CDs und DVDs, dafür haben sie rund um die Uhr geöffnet, kosten nichts, man muss sie nicht zu einem bestimmten Zeitpunkt zurückbringen, braucht keine Mahngebühren zu bezahlen und kann die ausgeliehenen Bücher auch notfalls behalten, indem man andere aus seinem Besitz dafür hinbringt.

Ausgemusterte Telefonzellen der British Telecom sind ja schon für alle möglichen und unmöglichen Zwecke verwendet worden, zum Beispiel als Defibrillatorenstation, als Nachtclub, als Museum, als Konzerthalle, um nur einige wenige Beispiele zu nennen. Warum also nicht auch als Bibliothek? Und da für viele Menschen die roten Häuschen in ihrem Ort aus traditionellen Gründen unverzichtbar sind, obwohl dort so gut wie niemand mehr telefoniert, passte das sehr gut zusammen. Die erste Telefonzellenbibliothek wurde schon 2009 aufgestellt und wenn die Zahlen noch stimmen, gibt es in der Grafschaft Somerset die meisten von ihnen. Eine der ersten, wenn nicht sogar die erste Micro Library, steht in Westbury-sub-Mendip in Somerset, initiiert durch die Dorfbewohner, als die Fahrbibliothek den Ort nicht mehr aufsuchte.

Egal wie man diese Miniaturbibliotheken nennt (community kiosk, swap box, book exchange, swap shop), ich finde diese Idee gut. Sie sind natürlich keine echte Konkurrenz für professionell geleitete Bibliotheken, die hoffentlich noch lange bestehen bleiben, aber sie tun dem Gemeinschaftsgeist der Dörfer gut. Außerdem: Die eigenen, ausgelesenen Bücher verstopfen nicht mehr die Regale, man kann sie der Allgemeinheit zur Verfügung stellen, die sich darüber freut, dass sie zum Nulltarif Lesestoff bekommt…was wiederum die Buchhändler nicht freuen dürfte. Auch Kinder freuen sich über Bücher, die sie sich in den Minibibliotheken aussuchen können wie dieser Film zeigt.

Das Buch zum Artikel:
Rachael Lucas: The Telephone Box Library. Pan 2020. 400 Seiten. ISBN 978-1509882779.

In Impington (Cambridgeshire).
Author: Michael Dales
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In Brinkworth (Wiltshire).
Author: Anguskirk
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Published in: on 15. Februar 2021 at 02:00  Comments (4)  
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Das Mill Theatre in Sonning (Berkshire)

Schauplatz meines heutigen Blogeintrages ist wieder einmal Sonning an der Themse in der Grafschaft Berkshire. Ich habe den Ort bereits zweimal behandelt, in Zusammenhang mit dem French Horn Hotel und als Drehort der Inspector Barnaby-Folge 93 „Written in the Stars“ (dt. „Sonne, Mond und Sterne“).

Fährt man vom French Horn in Richtung Innenstadt so hat man die Wahl: Entweder stattet man dem Schauspieler George Clooney und seiner Frau, der Anwältin Amal Clooney, einen Besuch in ihrem Haus The Mill ab oder man entscheidet sich für einen Besuch in einem Dinner Theatre, das auch The Mill heißt und neben dem Grundstück der Clooneys liegt.

Leider ist auch The Mill at Sonning zur Zeit geschlossen, aber man macht sich Hoffnungen, im März wieder öffnen zu können. Das Gebäude war ursprünglich eine Wassermühle an einem Seitenarm der Themse, die Mehl herstellte, das zum großen Teil nach Reading für die berühmte Keksfirma Huntley and Palmer geliefert wurde. 1969 stellte man den Betrieb der Mühle ein, da eine neue, weit größere Mühle in Tilbury in Essex günstigere Preise anbieten konnte und die Keksfirma ihre Produkte nicht mehr in Reading herstellen ließ. Am 22. Juni 1982 erwachte die mehrere Jahre leerstehende Mühle aus ihrem Dornröschenschlaf und erstrahlte in neuem Glanz als The Mill at Sonning Dinner Theatre. Der Erfolg stellte sich bald ein und gipfelte bisher darin, dreimal hintereinander den UK Theatre Award for the UK’s Most Welcoming Theatre erhalten zu haben, von 2016 bis 2018.

Das Theater an der Themse hat in der Regel wochentags abends und am Wochenende auch mittags geöffnet. Bevor die Vorstellung beginnt, wird im Restaurant ein Dinner bzw. Lunch eingenommen. Die Waterwheel Bar steht für Drinks und Snacks zur Verfügung.

Was wird auf der Bühne geboten? Ein Mix aus Comedy, Musikshow und Theater. In diesem Jahr ist die Aufführung „Busman’s Honeymoon“ geplant, nach Dorothy Sayers gleichnamigem Roman. Regie wird Brian Blessed führen, seit Jahrzehnten britischen Kinogängern und Fernsehzuschauern als Schauspieler bekannt. Beliebt sind Revival Shows mit Oldies wie The Rod Stewart Experience und The Johnny Cash Roadshow.

Hoffen wir, dass das Coronavirus mit all seinen Mutationen bald besiegt sein wird, und The Mill at Sonning wieder seine Pforten zu Restaurant und Bühne öffnen kann.

Dieser Film zeigt zwei begeisterte junge Herren, die das Bühnenstück „Towards Zero“ im Theater nach einem Agatha Christie-Roman gesehen haben (dt. „Kurz vor Mitternacht“).

 

 

Published in: on 1. Februar 2021 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Muddy Stilettos – The Urban Guide to the Countryside

Die Zielgruppe der Webseiten: „Smart, fun-loving women“.
author: emilio labrador
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Schon seit längerem verfolge ich die Webseiten, die den witzigen Titel „Muddy Stilettos“ tragen, an und für sich ein Widerspruch, aber wenn man den Zusatztitel „The Urban Guide to the Countryside“ liest, wird das schon klarer. Die Journalistin Hero Brown, die zum Beispiel für den Observer, für Marie Claire und Elle tätig war, erstellte die Webseiten im Jahr 2011, nachdem sie die Metropole London verlassen und sich auf dem Lande eingerichtet hatte. Ziel von „Muddy Stilettos“ war und ist, über alles zu berichten, was sich außerhalb Londons so abspielt. Ging es ursprünglich in erster Linie um die Grafschaften Buckinghamshire und Oxfordshire, so hat Hero Brown das Spektrum fast auf das ganze Land ausgeweitet. Zielgruppe: „smart, fun-loving women„.

Es gibt eine Fülle von Rubriken auf „Muddy Stilettos“ wie Hotels, Restaurants, Reisetipps, Mode, Theater usw., von denen man sich für die eigenen Aktivitäten inspirieren lassen kann. Nehmen wir uns einmal die Kategorie „Pubs & Inns“ vor; da kann man sich auf einer Karte alle bisher getesteten Etablissements anzeigen lassen und kommt mit einem Click sofort auf die entsprechende Rezension. Ich habe mir einmal die vom „Nag’s Head“ bei Great Missenden in Buckinghamshire angesehen, weil ich dort bereits gegessen habe. „Roald Dahl’s Lickwishy Local“ heißt es in der Überschrift des Artikels, weil der Schriftsteller hier früher häufig zu Gast war. Hero Brown schildert ihre Eindrücke vom Pub und gibt ihre Meinung zur Qualität des Essens wieder und dann folgt eine Gesamtempfehlung  („The Muddy Verdict“). Angereichert wird alles mit eigenen Fotos.

Zweites Beispiel: In der Rubrik „Arts & Culture“ gibt es die Unterrubrik „Books“ und dort finden wir unter vielem anderen Empfehlungen für unabhängige Buchhandlungen in der Region Bucks und Oxon wie The Bell Bookshop in Henley-on-Thames oder The Wallingford Bookshop in Wallingford.

Natürlich kann Hero Brown allein schon lange nicht mehr alle Grafschaften abdecken, sondern hat überall ihre lokalen Mitarbeiterinnen, die für ihren Zuständigkeitsbereich die Empfehlungen geben.

Ich finde, „Muddy Stilettos“ sind sehr interessante, anregende und hilfreiche Webseiten, wenn man sich in England bewegt.

Auch Auszeichnungen werden von Muddy Stilettos vergeben.
Author: Andy M. Johnson
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Published in: on 12. Januar 2021 at 02:00  Comments (3)  
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Pratt’s – Ein Londoner Gentlemen’s Club mit einer ungewöhnlichen Tradition

Author: CPrideaux
This work is in the public domain.

Park Place ist eine kleine, ruhige Nebenstraße, die von der St James’s Street abzweigt. Gleich am Anfang der Straße auf der linken Seite ist liegt einer der Gentlemen’s Clubs Londons, der Pratt’s Club, von außen nicht als solcher zu erkennen. Wie bei einem Gentlemen’s Club nicht anders zu erwarten, sind Frauen als Mitglieder tabu. Sie dürfen lediglich auf Einladung eines Clubmitglieds zum Mittagessen die heiligen Hallen betreten.

Pratt’s geht auf einen gewissen William Nathaniel Pratt zurück, der in dem Haus von 1841 bis 1860 wohnte und als Verwalter des Dukes of Beaufort tätig war. Der Duke und sein Freundeskreis gingen bei Pratt ein und aus, und nachdem der Verwalter gestorben war, führten seine Frau und ihr Sohn Pratt’s als Club weiter. Heute hat der Club um die 600 Mitglieder, die sich aber niemals alle gleichzeitig in Park Place treffen können, dafür sind die Räumlichkeiten viel zu klein. Es gibt einen Speiseraum, an dessen Tisch gerade einmal 14 Personen Platz finden können, und einen kleinen Aufenthaltsraum, alles also sehr überschaubar und elitär.

Einige der prominenten Mitglieder waren die Politiker Harold McMillan, Randolph Churchill und  Duncan Sandys. Da 14 Park Place unter Denkmalschutz steht, dürfen keine größeren Veränderungen am und im Haus vorgenommen werden. Es gibt hier keinen Aufzug und eine Klimaanlage ist auch nicht vorhanden.

Eine ungewöhnliche Tradition hat sich im Pratt’s eingebürgert: Alle männlichen Angestellten werden mit dem Namen „George“ angesprochen, egal welchen Vornamen sie tatsächlich tragen. Das soll darauf zurückgehen, dass die Mitglieder früher (?) sehr den alkoholischen Getränken der Club-Bar zusprachen und sich irgendwann nicht mehr an die Namen der Bediensteten erinnern konnten, so dass man einfach den Vornamen „George“ für alle verwendete. Bei weiblichen Angestellten gilt der entsprechende Vorname „Georgina„, was bisher aber nur einmal vorkam.

Wenn man die Straße Park Place bis fast ans Ende weitergeht, findet man dort ein wunderschönes rotes Gebäude, in dem ein 5*-Hotel untergebracht ist, das St James’s Hotel, das zu der deutschen Hotelgruppe Althoff Collection gehört.

Das St James’s Hotel in der Straße Park Place Nummer 7/8.
Photo © PAUL FARMER (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 26. Dezember 2020 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Weihnachten in Buckinghamshire…in Bildern

 

Das Waddesdon Manor.
Author: Peter J Dean
Creative Commons 2.0

In Chalfont St Giles.
Author: timo_w2s
Creative Commons 2.0

Die Chilterns am Weihnachtsmorgen.
Author: Peter J Dean
Creative Commons 2.0

Die High Street von Aylesbury.
Author: dlanor smada
Creative Commons 2.0

Am Dunsmore Hill
Author: Peter J Dean
Creative Commons 2.0

Und zum Schluss noch einmal das Waddesdon Manor, das zur Weihnachtszeit besonders schön anzuschauen ist.
Author: Amateur with a Camera.
Creative Commons 2.0

Published in: on 24. Dezember 2020 at 02:00  Comments (10)  
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Die vier Corona-Zonen in England – Von „Medium Alert“ bis „Stay at Home“

Die wegen Corona leergefegte High Street von Melton Mowbray in Leicestershire.
Photo © Andrew Tatlow (cc-by-sa/2.0)

Großbritannien ist seit wenigen Tagen erneut in die Schlagzeilen geraten, was die Corona-Infektionszahlen angeht. Eine neue Corona-Mutation macht sich vor allem in London und im Südosten breit, die deutlich ansteckender ist. Bisher gab es drei Corona-Zonen („tiers„), jetzt ist eine weitere dazugekommen. Betroffen von der Zone 4 („Stay at Home“) sind ganz London, Kent, Berkshire, Buckinghamshire, Hertfordshire, Essex und einige Gebiete außerhalb. Hier ist eine Übersicht, was man in den jeweiligen Zonen beachten muss:

Tier 1 („Medium Alert“)
In diese Zone gehören nur wenige Gebiete wie die Isle of Wight, Cornwall und die Isles of Scilly und Herefordshire, also alles Randgebiete.
Hier darf man ohne Einschränkungen reisen, Übernachtungen außerhalb der eigenen Wohnung sind erlaubt, alle Läden sind geöffnet, Restaurants und Pubs dürfen bis 23 Uhr Gäste empfangen.

Tier 2 („High Alert“)
In diese Zone fallen beispielsweise Norfolk, Suffolk und Cambridgeshire, Shropshire und Worcestershire, Dorset und Devon.
Auch hier darf man noch reisen, aber man sollte sich nur auf das Notwendige beschränken, die Läden sind geöffnet, Restaurants ebenfalls, Pubs nur, wenn sie auch Mahlzeiten anbieten. Um 23 Uhr müssen diese Etablissements geschlossen werden.

Tier 3 („Very High Alert“)
Hierzu gehören unter anderen Derbyshire, Lincolnshire und Nottinghamshire, Yorkshire, außer North Yorkshire und der Stadt York, die in Tier 2 sind, und South Gloucestershire.
In diesen stärker von Corona betroffenen Regionen sollte man auf Reisen verzichten, darf aber in Läden, zur Arbeitsstätte und in geöffnete Restaurants und Pubs fahren. Treffen mit haushaltsfremden Personen sind in der eigenen Wohnung beschränkt, ebenso Übernachtungen außerhalb der eigenen Region, Homeoffice wird dringend empfohlen. Alle Läden dürfen öffnen, Restaurants und Pubs dagegen nur noch Speisen außer Haus und Lieferservice anbieten. Friseure, Nagel- und Schönheitssalons  können Kund*innen empfangen.

Tier 4 („Stay at Home“)
Die betroffenen Regionen habe ich oben genannt.
Treffen mit anderen Menschen außerhalb des eigenen Haushalts sind noch stärker beschränkt, Reisen außerhalb der eigenen Region und ins Ausland sind untersagt, Hotels sind in der Regel geschlossen, Läden sind geschlossen mit Ausnahme von Supermärkten und denen, die lebensnotwendige Güter anbieten. Restaurants und Pubs bleiben geschlossen mit den in Tier 3 genannten Ausnahmen. Auch die Friseure und Schönheitssalons müssen jetzt schließen. Bibliotheken dürfen ihre Pforten nicht mehr öffnen.

Dies ist natürlich nur eine Momentaufnahme mit dem Stand 21.12.2020. Jederzeit können Verschiebungen stattfinden, vor allem, wenn sich das mutierte Virus weiter verbreitet.

 

Published in: on 22. Dezember 2020 at 02:00  Comments (1)  
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Der Happy at Home Index der Internetplattform „Rightmove“

St Ives in Cornwall.
Photo © Kurseong Carl (cc-by-sa/2.0)

In welchen Orten war man im Jahr 2020 in Großbritannien am glücklichsten? Dieser Frage geht der sogenannte „Happy at Home Index“ der Immobilien-Internetplattform Rightmove nach. Anhand von zehn Kriterien wird dieser Index jetzt bereits seit neun Jahren erstellt, darunter zählen beispielsweise:

– Wie stark ist der Gemeinschaftssinn in der Kommune ausgeprägt?

– Wie freundlich und höflich sind meine Mitbürger?

– Gibt es genügend kulturelle Angebote?

– Wie sieht es mit der Natur und den Grünflächen aus?

– Wie ist die Infrastruktur? Gibt es genügend Schulen, Ärzte, Restaurants und Einzelhandelsgeschäfte?

In diesem Jahr nimmt St Ives in Cornwall den Spitzenplatz ein, eigentlich keine große Überraschung, denn schon seit vielen Jahrzehnten zieht es Menschen an diesen Ort an der Nordküste Cornwalls. Künstler behaupten, dass es hier, wie an der Côte d’Azur in Frankreich, ein ganz besonderes Licht gibt. Mittlerweile sind die Immobilienpreise in St Ives derart gestiegen, dass es nicht mehr allzu viele Künstler gibt, die es sich leisten können, in der Stadt ein Atelier zu unterhalten. Über £400 000 liegt der Durchschnittspreis einer Immobilie.

Deutlich niedriger liegen da die Preise in Skipton in North Yorkshire, einer Kleinstadt im Norden des Landes, die den zweiten Platz einnimmt, nämlich bei £226 000. Die „Stadt der Schafe“ am River Aire mit seiner alten Burganlage habe ich immer als sehr angenehm empfunden, und ich kann mir durchaus vorstellen, dass es sich gut leben lässt.

Auf Platz 3 in diesem Jahr liegt Leamington Spa (oder auch Royal Leamington Spa genannt) in Warwickshire. Wie der Name schon sagt, handelt es sich hier um einen Kurort am River Leam, der durch einen Besuch von Queen Victoria im Jahr 1838 mit dem Zusatz „Royal“ geadelt wurde. Nach und nach wächst Leamington Spa mit der Nachbarstadt Warwick zusammen, die auch einiges zu bieten hat wie das Warwick Castle.

Auf den folgenden Plätzen des „Happy at Home Inex“ stehen:

Platz 4: Llandrindod Wells in Wales

Platz 5: Perth in Schottland

Platz 6: Kendal in Cumbria

Platz 7: Stratford-upon-Avon in Warwickshire

Platz 8: Dorchester in Dorset

Platz 9: Harrogate in North Yorkshire

Platz 10: Richmond-upon-Thames in London

Skipton in North Yorkshire.
Photo © Lakeland Ramblers (cc-by-sa/2.0)

Die Royal Pump Rooms in Leamington Spa in Warwickshire.
Photo © Julian Osley (cc-by-sa/2.0)

Die Spaß-Fahrzeuge des Edd China

The fastest sofa in the world.
Author: peter_hastings
Creative Commons 2.0

Beim Kop Hill Climb bei Princes Risborough in Buckinghamshire, der einmal jährlich stattfindet (wenn nicht irgendein doofes Virus das verhindert), kommen immer jede Menge Oldtimer-Fahrzeuge zusammen, die den Hügel erklimmen. Schon im Jahr 1910 begann dieser Wettbewerb, wurde fünfzehn Jahre später verboten und feierte 1999 seine Wiederauferstehung. Die Fahrzeuge müssen dabei Steigungen bis zu maximal 25% überwinden, da kommen die Vehikel ganz schön aus der Puste. Doch nicht nur Oldtimer treffen sich hier am Kop Hill, so manches Fun Car ist auch zu bestaunen. 2017 präsentierte Edd China einige seiner Spaß-Fahrzeuge, die auf großes Interesse der Zuschauer stießen. In Deutschland kennt man den TV-Moderator und Kfz-Mechaniker aus der Fernsehserie „Die Gebrauchtwagen-Profis“ des Senders DMAX (ein Sender, der nicht auf meiner Top 10-Liste steht).

Einzug in das „Guinness Buch der Rekorde“ erlangte Edd China mit dem schnellsten Sofa der Welt, dem Casual Lofa, das es bis auf 140 km/h bringt. Das Lenkrad des verrückten Dreisitzer-Sofas besteht aus einem Pizzateller, der Hebel der Handbremse aus einem Mars-Riegel und eine Tischlampe verziert das Gefährt, das eine Straßenzulassung besitzt. Ob das wohl auch in Deutschland möglich wäre?

Edd China ist auch der Schöpfer des schnellsten Badezimmers der Welt,“Bog Standard“, mit Badewanne, Waschschüssel und Schmutzwäschetruhe; etwa 70 km/h schnell bewegt sich dieses Vehikel, das ebenfalls im „Guinness Book of Records“ verzeichnet ist.

Edd Chinas Fantasie scheint grenzenlos zu sein, denn er entwickelte auch noch den „Street Sleeper“, das mit über 100 km/h schnellste Bett der Welt, und, seine neueste Kuriosität, „the world’s fastest electric ice cream van„, der es in diesem Jahr in das „Buch der Rekorde“ schaffte.

In diesem Film über den Kop Hill Climb 2017 sind einige von Edds Fahrzeugen zu sehen.

…und noch einmal das Hochgeschwindigkeits-Sofa, weil es so schön ist.
Author: Graham O Siodhachain
Creative Commons 2.0

Fancy Free Walks – Eine großartige Webseite mit Hunderten von Wandervorschlägen

Bledlow Ridge in Buckinghamshire.
Photo © Des Blenkinsopp (cc-by-sa/2.0)

Den Tipp zu der Webseite „Fancy Free Walks“ erhielt ich von Roz Morris, deren Buch „Not Quite Lost: Travels Without a Sense of Direction; a Diary“ ich in meinem Blog am 15. Januar 2019 vorgestellt habe.

Knapp 500 Spaziergänge und Wanderungen im Südosten und Süden Englands werden hier aufgelistet, “ to exercise the mind and body in the pleasantest way„, wie schön formuliert. Seit Anfang 2010 gibt es diese Webseite schon, die seitdem permanent ausgebaut, verfeinert und korrigiert wird. Fancy Free Walks ist eine Organisation, die nicht profitorientiert ist, sondern die die Schönheiten der englischen Landschaften vermitteln möchte. Jeder kann sich die vorgeschlagenen Routen herunterladen oder ausdrucken, selbstverständlich kostenlos wie der Name der Webseite ja schon sagt. Es wird Wert darauf gelegt, dass die angegebenen Wege alle „legal“ sind, das heißt sie führen nicht über privates Gelände.
Zu jeder der Wanderungen werden folgende Informationen genannt: Länge der Strecke, Schwierigkeitsgrad, Einkehrmöglichkeiten, Anfahrten per Auto und per Zug, Parkplätze. Eine detaillierte Karte zeigt den Wanderern den Weg, der dazu auch noch minutiös beschrieben wird. Hilfreich dürften die Hinweise auf WCs sein, vor allem wenn man gerade im Pub ein Pint getrunken hat. Es fehlen auch nicht die Hinweise auf Sehenswürdigkeiten am Wegesrand. Besonders wertvoll ist die Möglichkeit, jederzeit ein Feedback zu geben, wenn man auf den Strecken Veränderungen oder Probleme festgestellt hat, so dass die Routenbeschreibungen immer auf dem aktuellsten Stand sind.

Als Beispiel nenne ich hier einmal den 2½ km langen Royal Standard of England Pub Walk in Forty Green in Buckinghamshire, eine Gegend, die ich ganz gut kenne und die ich sehr empfehlen kann, vor allem den Pub selbst (siehe dazu meinen Blogeintrag)

Eine sehr gut gemachte Webseite!! (Thank you, Roz!)

Eigenes Foto.

Published in: on 25. November 2020 at 02:00  Comments (2)  

Christian the Lion – Die erstaunliche Geschichte eines Löwen aus Ilfracombe in Devon

Hier auf dem Friedhof der Fetter Lane Moravian Church durfte Christian eine Zeit lang spielen.
Author: Matt from London
Creative Commons 2.0

Als ich gestern das Foto von der Lion Lodge im Charborough Park in meinen Blog einbaute, fiel mir wieder die erstaunliche Geschichte eines Löwen ein, die sich in den 1970er Jahren ereignete und vielleicht in Vergessenheit geraten ist, darum möchte ich sie heute noch einmal aufnehmen.

Es begann am 12. August 1969 als im Zoo der Küstenstadt Ilfracombe in Devon ein Löwe geboren wurde. Der Zoo existiert nicht mehr, er wurde 1973 geschlossen. Das Londoner Kaufhaus Harrod’s übernahm das Löwenbaby und bot es in seiner Tierabteilung zum Verkauf an. Das Schicksal wollte es, dass zwei junge Australier, John Rendall und Anthony Bourke, die sich gerade in London niedergelassen hatten, dem Kaufhaus einen Besuch abstatteten und dabei den kleinen Löwen sahen, in den sie sich auf der Stelle verliebten. Sie kauften ihn und nahmen ihn mit in ihre Wohnung, wo sich der Christian getaufte Löwe eine Zeit lang recht wohl fühlte. Doch Löwen pflegen nun einmal ziemlich schnell größer zu werden und Auslauf zu brauchen. Also siedelten die beiden Australier ihren hübschen Gefährten, den sie gern auf Spritztouren in ihrem Auto mitnahmen, in ihr kleines Möbelgeschäft Sophistocat um, wo Christian mehr Platz hatte. Der Pfarrer der Fetter Lane Moravian Church hatte offensichtlich auch ein Herz für Löwen, denn er stellte den beiden Australiern den Friedhof der Kirchengemeinde zur Verfügung, damit sie dort mit Christian herumtollen konnten.

Doch John Rendall und Anthony Bourke wussten, dass es nicht ewig so weitergehen konnte; Christian wurde immer größer und war einfach nicht mehr in einer Großstadt zu halten. Also machten sie sich schweren Herzens Gedanken über die Zukunft ihres Schützlings. Als einmal die beiden Schauspieler Virginia McKenna und Bill Travers in dem Möbelladen vorbeischauten und dabei auf Christian trafen, machten sie den beiden Männern den Vorschlag, sich mit dem Löwenkenner George Adamson in Kenia in Verbindung zu setzen, den die beiden von den Dreharbeiten des Films „Born Free“ (dt. „Frei geboren – Königin der Wildnis“) kannten, in dem sie das Ehepaar George und Joy Adamson verkörperten. Die Verbindung kam zustande, George Adamson wollte Christian in Kenia unter seine Fittiche nehmen, und so siedelte der Löwe in die Heimat seiner Vorfahren nach Afrika um, wo ein neuer Lebensabschnitt für ihn begann.

1971 reisten Rendall und Bourke nach Kenia, um ihren geliebten Christian noch einmal zu sehen, und da geschah das Erstaunliche: Christian erkannte die beiden tatsächlich wieder und fiel ihnen im wahrsten Sinne des Wortes begeistert um den Hals, Bilder, die um die ganze Welt gingen. Zwei Jahre später verliefen sich die Spuren des Löwen aus Ilfracombe, über sein weiteres Schicksal ist nichts bekannt.

Hier ist die Geschichte von Christian in Kurzfassung im Film und hier ist die Langfassung.

Das Buch zum Artikel:
Anthony Bourke and John Rendall: A Lion Called Christian. Bantam 2010. 240 Seiten. ISBN 978-0553820607.

Published in: on 17. November 2020 at 02:00  Comments (2)  
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Shepherds huts – Schäferhütten, die sehr im Trend liegen

Eine alte, aber noch ganz gut erhaltene Schäferhütte auf einer Farm bei Cholderton in Wiltshire.
Photo © Maigheach-gheal (cc-by-sa/2.0)

Ex-Premierminister David Cameron hat sich eine in seinen Garten in seinem Anwesen in den Cotswolds gestellt, eine shepherd’s hut, eine Schäferhütte, wie sie vor allem im 19. Jahrhundert auf den Weideflächen Großbritanniens häufig anzutreffen war. Dort lebten und nächtigten die Schäfer für eine gewisse Zeit und hatten die ihnen anvertraute Schafherde immer im Blick. Die Hütten waren meist aus Wellblech oder auch aus Holz angefertigt und standen auf Metallrädern, so dass man sie überall hinziehen konnte. Die Inneneinrichtung war natürlich sehr einfach gehalten, beinhaltete aber alles, was ein Schäfer in der Einsamkeit alles so benötigte. Im 20. Jahrhundert wurden die Hütten immer seltener verwendet, da es durch die fortschreitende Agrartechnik andere Möglichkeiten gab, diese Schäfertätigkeiten durchzuführen.

In den letzten Jahren liegen die shepherds huts wieder voll im Trend, nicht die alten, primitiven von anno dazumal, sondern neu gebaute Luxushütten, die ihren Siegeszug beim Glamping angetreten haben. Mehrere Firmen haben sich auf die Anfertigung dieser alternativen Übernachtungsmöglichkeiten spezialisiert wie zum Beispiel The English Shepherds Hut Co. in Norwich (Norfolk), Blackdown Shepherd Huts bei Ilminster in Somerset oder Red Sky Shepherd’s Huts in North Leigh (Oxfordshire), wo David Camerons Hütte herkommt. Diese Hütten sind natürlich sehr viel komfortabler als sie früher einmal waren, kosten dafür auch eine ganze Menge Geld, die meisten der „luxury huts“ liegen deutlich über £20 000.

Wer sich nicht gleich eine Hütte selber kaufen möchte, kann das Übernachtungsgefühl auf einem der zahlreichen Glampingplätze ausprobieren wie beispielsweise auf denen von Canopy&Stars, die über ganz Großbritannien verteilt sind.

Hier ist ein Film der Firma Blackdown Shepherd Huts über ihre Hütten.

Glamping-Schäferhütten bei Norwich in Norfolk.
Photo © Evelyn Simak (cc-by-sa/2.0)

Eine moderne, komfortable Schäferhütte.
Author: Anguskirk
Creative Commons 2.0 

Published in: on 24. Oktober 2020 at 02:00  Kommentar verfassen  
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The Letter Box Study Group – Die Briefkastenspezialisten

Eine Pillarbox aus der Zeit Edwards VII. in Church Stretton (Shropshire).
Photo © Jaggery (cc-by-sa/2.0)

1976 fand sich in England eine Handvoll Menschen zusammen, die ein gemeinsames Hobby hatten: Briefkästen. Sie hätten sich damals nicht träumen lassen, dass ihre Letter Box Study Group   einmal so viele Mitglieder im In-und Ausland haben sollte, die sich für dieses „Straßenmöbel“ interessieren.

Das Ziel der Briefkastenfreunde: „to encourage research, preservation, restoration and awareness of letter boxes and the definitive description and documentation of their types and locations“.

Was ist nun das Besondere an britischen Briefkästen? Da gibt es zum Beispiel unterschiedliche Formen wie die Pillar Boxes (freistehend, oft vor Postämtern zu finden), Wall Boxes (in Mauern eingebaut, nur die Front ist zu sehen) oder Lamp Boxes (in ländlichen Gegenden zu finden, oft an Laternenpfählen angebracht). Hier ein Film über die verschiedenen Formen.

Die offiziellen Briefkästen kommen in verschiedenen Farben daher; am bekanntesten ist aber sicher das „pillar-box red„. Die sogenannten „ciphers“ geben Auskunft, aus welcher Zeit sie stammen. Das „E II R“ heißt beispielsweise, dieser Briefkasten wurde zur Zeit Königin Elizabeths der Zweiten errichtet.

Die Letter Box Study Group gilt als die Autorität in Sachen Briefkästen, und sie baut eine Datenbank auf, in der jeder Briefkasten in ganz Großbritannien verzeichnet und beschrieben werden soll; eine gewaltige Aufgabe, denn es gibt rund 115 500 Exemplare. In einem vierteljährlich erscheinenden Newsletter werden die Mitglieder ständig auf dem aktuellen Stand gehalten. Der jährliche Mitgliedsbeitrag ist £29.

Eine „letterbox“ aus der Zeit Georgs V. in Great Malvern (Worcestershire).
Photo © Philip Halling (cc-by-sa/2.0)

Ein einsamer Briefkasten an einer Straße in Surrey. Wer mag wohl hier Briefe einwerfen?
Photo © Alan Hunt (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 11. August 2020 at 02:00  Comments (1)  
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Das Castlemorton Common Festival 1992 oder Wie ein Dorf in Worcestershire plötzlich von einer Horde von Ravern überrannt wurde

Das idyllische Castlemorton in Worcestershire.
Photo © Philip Halling (cc-by-sa/2.0)

Castlemorton ist ein kleines Dorf in den Malvern Hills im Süden der Grafschaft Worcestershire. Hier ging und geht es noch immer ruhig zu. Es ist ein landwirtschaftliches genutztes Gebiet, es gibt eine Kirche und eine Schule und das war es auch schon. Diese Idylle wurde am 22. Mai 1992 jäh unterbrochen, als sich Tausende von Ravern und New Age-Anhängern auf den Weg nach Castlemorton machten, um auf dem Common, den Wiesen am Rand des Dorfes, die bis nach Welland reichen, eine Woche lang Party zu machen.
Die Begeisterung der Dorfbewohner kann man sich vorstellen. Wie viele Menschen sich hier breit machten, konnte man nie verifizieren; die Schätzungen liegen zwischen 20 000 und 40 000. Da es Raver gern laut haben, wurden die Lautsprecher der mobilen Diskotheken auf das Maximum eingestellt, so dass an Schlaf im Dorf nicht zu denken war.
Farmer fanden tote Schafe, die von den Hunden der Raver gerissen worden waren, Drogenbestecke lagen in Vorgärten, die Fahrzeuge der Partybesucher verursachten große Schäden auf dem Wiesengelände, im benachbarten Welland wurde im Dorfladen geklaut, es herrschte das totale Chaos. Die alarmierte Polizei war angesichts der Menschenmenge hoffnungslos überfordert. Rund ein Dutzend Raver wurden verhaftet, überwiegend Mitglieder der Gruppe Spiral Tribe.

Es war die größte illegale Rave Party, die jemals in Großbritannien stattgefunden hatte. Landesweit berichteten die Medien über das, was sich auf dem Castlemorton Common abspielte, was andere New Ager und Raver veranlasste, sich auch noch auf den Weg nach Worcestershire zu machen.

Nach einer Woche war die Spuk vorbei. Die Zelte wurden abgebaut, die zahllosen Transporter, Busse, Wohnmobile verließen das Gelände, auf dem vorher Schafe friedlich gegrast hatten, und das nicht mehr wiederzuerkennen war. Die Dorfbewohner, die das Rave Festival psychisch stark mitgenommen hatte, atmeten tief durch.

Die Folge dieser Maiwoche: Die Politik hatte sich eingeschaltet und zwei Jahre später den Criminal Justice and Public Order Act 1994 verabschiedet, der unter vielem anderem auch regelte wie in Zukunft mit illegalen Rave Parties und dem dadurch verbundenen unerlaubtem Betreten fremden Bodens umzugehen sei.

Dieser Film zeigt die Ereignisse vom Mai 1992.

Castlemorton Common,
Photo © Jonathan Billinger (cc-by-sa/2.0)

Osea Island – Eine abgelegene Insel im Mündungstrichter des River Blackwater in Essex

Photo © Chris (cc-by-sa/2.0)

Es ist nicht ganz leicht, sich Zutritt zu Osea Island im Mündungstrichter des River Blackwater in Essex zu verschaffen. Sie ist in Privatbesitz und da wird der Zugang reglementiert. Ein schmaler Fahrdamm führt zur Insel und da muss man sich vorher anmelden, um diesen Damm bei Niedrigwasser auch befahren zu dürfen. Dieser Film zeigt wie man auf Osea Island gelangt.

Diese Abgeschiedenheit wurde im Laufe der Jahrzehnte für verschiedene Zwecke genutzt, für die Diskretion und Ruhe erforderlich waren. Bereits zu Beginn des 19. Jahrhunderts eröffnete Frederick Charrington hier eine Alkoholentzugsklinik für wohlhabende Londoner; nicht ganz ohne Witz, denn er gehörte der Familie an, die die Charrington Brewery betrieb. Rund hundert Jahre später kümmerte man sich auf Osea Island um Drogenabhängige und Menschen mit mentalen Problemen, zu denen auch die Sängerin Amy Winehouse gehörte. Diese im Manor House untergebrachte Klinik schloss 2010 ihre Pforten.

Osea Island wird heute für andere Zwecke genutzt wie für Musikaufnahmen, denn die Insel ist im Besitz des Produzenten Nigel Frieda, der zum Beispiel mit den Rolling Stones zusammengearbeitet und die Girlgroup Sugababes gegründet hat. So finden sich hier immer mal wieder Stars aus dem Showbusiness ein, es werden Parties gefeiert und Firmen laden zu speziellen Events ein wie vor einigen Jahren die Champagnerfirma Krug.

Osea Island ist aber nicht nur eine Partyinsel, auf der gern auch Hochzeiten gefeiert werden; mehrere Cottages stehen zur Miete zur Verfügung, so dass nicht nur die Londoner High Society in den Genuss eines Aufenthaltes hier kommen und die Ruhe genießen kann, sondern auch der Normalbürger.

Hier ist ein Drohnenflug über die Insel zu sehen.

Der Zufahrtsweg zur Insel.
Photo © Robin Webster (cc-by-sa/2.0)

Das Manor House.
Photo © Glyn Baker (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 31. Juli 2020 at 02:00  Comments (1)  
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Lilliput Lane – Eine Firma, die ein Stückchen heile Welt produzierte und die es nicht mehr gibt.

Es war einmal: So sah das Besucherzentrum in Skirsgill aus.
Photo © D Williams (cc-by-sa/2.0)

Zugegeben: Ich liebe heile Welt. Ich liebe die Bilderbuchdörfchen in England mit dem Pub, der vielleicht The Royal Oak heißt, dem kleinen Postamt daneben und The Old Rectory, in dem der Vikar des Ortes in seiner Bibliothek die Sonntagspredigt vorbereitet.
So ein Miniaturdorf  kann man sich in seinem Wohnzimmer mit Hilfe der Firma Lilliput Lane selbst zusammenbauen, denn hier bekommt man alles, was man dafür braucht.
Seitdem David Tate 1982 in Skirsgill (Cumbria) mit einigen Gleichgesinnten begann, das architektonische Erbe Englands in Miniaturform festzuhalten, und seine kleine Firma Lilliput Lane nannte, begann die Erfolgsstory. Die kleinen Miniaturen wurden weltweit verkauft und entwickelten sich zu Sammlerobjekten. Das Schönste an der Sache: Lilliput Lane produzierte in England, im Lake District, wo die kleinen Gebäude von Hand bemalt wurden. Wo gab es das noch? Nicht Li und Ming aus Shangsi stellten die Produkte am Fließband her, sondern George und Ann aus Skirsgill.

Leider gibt es das alles nicht mehr, denn bereits 2009 schloss die Firma ihre Tore in Cumbria und verlegte die Produktion nach Langholm in Schottland. Die Firma Enesco hatte sie übernommen und stellte die Produktion 2016 ganz ein. David Tate starb im Januar 2017. Was für ein trauriges Ende von Lilliput Lane!

Die Häuser und Kirchen von Lilliput Lane wurden überwiegend nach echten Vorbildern angefertigt, so gibt es zum Beispiel „The Old Schoolhouse in Bishopsbourne“, „The Cockington Forge“ oder das „Mow Cop Castle“ zu kaufen, alles nicht ganz billig, aber wenn man bedenkt, dass alles handgefertigt wurde, stimmten die Preise schon, die bei rund 20 Euro begannen und durchaus in dreistellige Regionen vordrangen. Man bekommt die Miniaturen noch zu kaufen, zum Beispiel bei Ebay oder bei Amazon

Lilliput Lane war Miss-Marple-Country in Reinform; hier stimmte noch alles. Weit und breit keine Hoodies aus Liverpool oder Chavs aus Manchester. This was a Neighbourhood Watch Area!
Hier
ist ein Film.

Die echte Cockington Forge in Devon.
Photo © Maigheach-gheal (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 23. Juli 2020 at 02:00  Kommentar verfassen  
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The Association of Leading Visitor Attractions und die 10 meistbesuchten Attraktionen des Jahres 2019

Nach wie vor auf Platz 1: The British Museum.
Photo © Julian Osley (cc-by-sa/2.0)

Am 17. Dezember 2011 beschäftigte ich mich in meinem Blog erstmals mit dem Thema „Welches sind die beliebtesten Besucherattraktionen in Großbritannien?“ und wiederholte die Übersicht noch einmal für das Jahr 2016. Auskunft darüber gibt jährlich die Association of Leading Visitor Attractions (ALVA). Wie sieht es nun für das Jahr 2019 aus? Was hat sich in der Statistik verändert?

Im Vergleich zu 2016 hat sich im Jahr 2019 in der Reihenfolge einiges verschoben; es gibt aber keine Neuzugänge in den Top Ten. Im Jahr 2020 werden die Besucherzahlen auf Grund der Coronakrise drastisch sinken. US-Amerikaner werden nur in geringen Zahlen aus touristischen Gründen in das Königreich kommen, und auch der Reiseverkehr von Europa nach Großbritannien dürfte stark einbrechen.

Sehen wir uns die „Charts“ für das Jahr 2019 an. Die Top Ten liegen alle in London.

  1. British Museum (6,239,983) keine Veränderung in der Reihenfolge, aber mehr Besucher
  2. Tate Modern (6,098,340) 2016 Platz 3, mehr Besucher
  3. The National Gallery (6,011,007) 2016 Platz 2, etwas weniger Besucher
  4. National History Museum (5,423,932) keine Veränderung, aber mehr Besucher
  5. Southbank Centre (4,360,255) keine Veränderung, mehr Besucher
  6. Victoria & Albert Museum (3,992,198) 2016 Platz 8, mehr Besucher
  7. Science Museum (3,301,975) keine Veränderung, mehr Besucher
  8. Tower of London (2,984,499) 2016 Platz 9, mehr Besucher
  9. Royal Museums Greenwich (2,906,000) 2016 Platz 10, mehr Besucher
  10. Somerset House (2,841,772) 2016 Platz 6, weniger Besucher

Die erste Touristenattraktion, die nicht in London ist, finden wir auf Rang 12, das National Museum of Scotland, in England ist es der Chester Zoo auf Rang 14.

Platz 2: Tate Modern.
Photo © Steve Daniels (cc-by-sa/2.0)

Platz 3: The National Gallery am Trafalgar Square.
Photo © Julian Osley (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 22. Juli 2020 at 02:00  Kommentar verfassen  

The Tiptree Strawberry Race – Auf der Suche nach dem schnellsten Erdbeerpflücker in Essex

Goldhanger in Essex und sein Dorfschild.
Photo © Malc McDonald (cc-by-sa/2.0)

Bounds Farm in Goldhanger (Essex) ist der Austragungsort des jährlich stattfindenden Tiptree Strawberry Race, in dem es darum geht, in einer Stunde so viele Erdbeeren wie möglich auf den Feldern einzusammeln…und das (wir sind ja in England) in „fancy dress“, also in Verkleidung. Goldhanger ist ein kleines Dorf dicht an dem Mündungstrichter des River Blackwater. Bei den Erdbeeren handelt es sich um die Sorte Little Scarlet, die Scharlacherdbeere, das sind kleine, besonders süß und intensiv schmeckende Früchte, die die Firma Wilkin & Sons in Tiptree (Essex) zu einer wohlschmeckenden Marmelade verarbeitet. Die Firma ist die einzige weltweit, die diese Erdbeersorte kommerziell anbaut. In Ian Flemings James Bond-Roman „From Russia With Love“ (dt. „Liebesgrüße aus Moskau“) erfahren die Leser, dass dies die Lieblings-Marmeladensorte des Agenten ist.

Da das Erdbeerpflücken eine anstrengende Knochenarbeit ist, die in der Beliebtheitsskala der Engländer nicht ganz weit oben angesiedelt ist, arbeiten vorwiegend Männer und Frauen aus Osteuropa auf den Feldern der Firma Wilkin & Sons. Beim Strawberry Race werfen auch sie sich in Kostüme. Das Motto wechselt von Jahr zu Jahr; so war es 2017 „Hollywoodstars“, und da konnte man zum Beispiel Grace Kelly und Bing Crosby und den Blues Brothers beim Pflücken zusehen. Die „strawberry pickers“ schaffen an die vier bis fünf Kilogramm in der Stunde, wenn sie sich so richtig zusammenreißen. Nicht nur die schnellsten Pflückerinnen und Pflücker werden ausgezeichnet, auch die schönsten Kostüme werden prämiert.

In jedem Jahr werden beim Tiptree Strawberry Race Spenden gesammelt, die von der Firma und ihren Mitarbeitern aufgebracht und einem guten Zweck zugeführt werden. Hier sind einige Bilder von den Feldern der Bounds Farm zu sehen.

Siehe auch meinen Blogartikel über die Firma Wilkin & Sons in Tiptree.

Bounds Farm in Goldhanger.
Photo © Trevor Harris (cc-by-sa/2.0)

Tiptrees Village Sign.
Photo © Adrian Cable (cc-by-sa/2.0)

Der erste internationale Schönheitswettbewerb im Jahr 1908 auf der Victoria Pier in Folkestone (Kent)

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Die Vermarktungsgesellschaft Miss Universe Organization lag einige Jahre lang in den bewährten und erfahrenen Händen von Donald Trump. Ob er seine damaligen Pflichten und Aufgaben genauso gut erfüllte wie in seinem jetzigen Amt als POTUS (President Of The United States) vermag ich nicht zu beurteilen, aber es muss ihm viel Spaß gemacht haben, konnte er doch als Hauptorganisator die jungen hübschen Damen in den Umkleideräumen in mehr oder weniger bekleidetem Zustand besuchen wie dieser Film zeigt.

Ob Donald Trump wohl wusste, dass der weltweit erste internationale Schönheitswettbewerb am 14. August 1908 in Folkestone in der Grafschaft Kent stattfand? Robert Forsyth war sozusagen der Ur-Ur-Ur-Vorgänger von Donald Trump, denn er war es, der den Folkestone Beauty Pageant ins Leben rief. Forsyth war Manager der Victoria Pier und musste sich immer wieder etwas Neues einfallen lassen, damit der Besucherstrom nicht abriss, und Schönheitswettbewerbe ziehen immer. Damen aus England, Frankreich, Dänemark, Deutschland, Italien und Spanien traten gegeneinander an; allerdings kann man den damaligen Wettbewerb kaum mit den heutigen Misswahlen vergleichen, denn die jungen Frauen hatten ziemlich viel an (hier ein Film aus dem Jahr 1913), ganz im Gegenteil zu den Bikini-Schönheiten, die später für volle Zuschauerränge sorgten bzw. sorgen.

Die erste Siegerin beim Beauty Contest 1908 war eine Engländerin aus dem dörflichen East Molesey in Surrey namens Nellie Jarman, die alle ihre Konkurrentinnen auf die Plätze verwies.. Nicht alle Zuschauer damals in Folkestone waren von dem Schönheitswettbewerb begeistert; Frauenrechtlerinnen, die auf der Victoria Pier anwesend waren, machten darauf aufmerksam, dass es wichtiger wäre, Frauen das Wahlrecht zuzugestehen als sie nur auf ihr Äußeres zu reduzieren.

Der Folkestone Beauty Contest wurde zu einer festen Einrichtung, nur während der beiden Weltkriege fand er nicht statt. In den 1950er Jahren traten die Teilnehmerinnen, sehr zur Freude der anwesenden Herren, auch in Badeanzügen auf.

Die Victoria Pier war am  21. Juli 1888 eröffnet worden. Am Pfingstsonntag 1943 löschte ein Feuer einen großen Teil der Seebrücke aus, die dann 1954 komplett abgerissen wurde.

Published in: on 26. Juni 2020 at 02:00  Kommentar verfassen  
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The Royal Oak Foundation – Eine US-amerikanische Organisation zur Unterstützung des National Trusts

Temple of Concord im Stowe Park in Buckinghamshire.
Photo © Graham Horn (cc-by-sa/2.0)

Wie gut, wenn man reiche Freunde hat! Der britische National Trust hat das zwar nicht unbedingt nötig, doch wer kann die eine oder andere Million nicht hin und wieder brauchen? Die Rede ist von der Royal Oak Foundation, eine US-amerikanische Organisation mit Sitz in New York. Deren Mitglieder liegt das Wohlergehen historischer Häuser in England, Wales und Nord-Irland am Herzen, und so greifen sie dem National Trust immer wieder finanziell unter die Arme, wenn es um Projekte geht, die dem Erhalt von Kulturgut dienen.

Bereits 1973 wurde die Royal Oak Foundation ins Leben gerufen. Ihre Mitglieder haben den Vorteil, dass sie bei einem Besuch in Großbritannien freien Eintritt zu allen National Trust-Einrichtungen haben, und da die Eintrittsgebühren dort oft recht hoch sein können, zahlt sich die Mitgliedschaft schnell aus, wenn man viele historische Häuser besichtigt. Das gilt auch für eine Mitgliedschaft im National Trust für Touristen aus Europa, die Großbritannien besuchen; da kann man bei einem längeren Aufenthalt schnell einige Pfund Sterling sparen.

Mehr als $12 Millionen hat die Foundation bisher in Richtung Großbritannien geschickt, um beispielsweise dabei zu helfen, das wunderschöne Stowe in Buckinghamshire zu restaurieren. Sir Winston Churchills Familiensitz Chartwell in Kent erhielt ebenfalls Geld, sowie das am 29. April 2015 durch ein Feuer stark zerstörte Clandon Park in Surrey.

Wer nicht über den großen Teich reisen möchte, was ja zur Zeit kaum möglich ist, dem bietet die Royal Oak Foundation sogenannte „webinars“ an, Seminare zu bestimmten Themen über das Internet. Beispiel: „The Heart of England: The History and Design of British Pubs„. Im vorigen Jahr wurden in mehreren amerikanischen Städten Vorträge gehalten. „Belvoir Castle: A Family Home for 1000 Years“ in New Orleans, „Entertaining at Biltmore and Downton Abbey“ in New York City, Philadelphia und Atlanta.

Chartwell in Kent.
Photo © Philip Halling (cc-by-sa/2.0)

Clandon Park in Surrey, vor dem Brand.
Photo © Paul Gillett (cc-by-sa/2.0)

Großbritanniens älteste Strandhütte in Bournemouth

Strandhütten sind eine ganz praktische Sache; man kann in ihnen alles unterbringen, was man am Strand so braucht wie Sonnenschirme und Liegen, man kann sich darin einen Tee zubereiten usw. usw. So wundert es nicht, dass diese „beach huts“ außerordentlich begehrt sind und lange Wartelisten existieren für Leute, die sich ebenfalls eine zulegen möchten. Es soll an die 20 000 Hütten in ganz Großbritannien geben, von denen allein 10% am Strand von Bournemouth (Dorset) aufgereiht sind. Hier stehen traditionelle, ältere Modelle, aber auch „super huts“, die von Wayne und Geraldine Hemingway, den berühmten Designern aus Chichester (West Sussex) , entworfen worden sind.

Eine „beach hut“, die mit der Nummer 2359, ist eine ganz besondere, sie ist die älteste im ganzen Königreich und wurde im Jahr 1909 von Frederick Percy Dolamore entworfen und gebaut. Dolamore war der Chief Assistant Borough Engineer and Surveyor und lebte von 1869 bis 1951, zu lesen auf einer blauen Plakette, die 2011 an der Strandhütte angebracht wurde. Es sind zwar einige Veränderungen an der Hütte vorgenommen worden, aber das Fundament ist noch dasselbe wie zur Zeit der Entstehung. Im Vergleich zu ihren direkten Nachbarn sieht man Nummer 2359 ihr Alter nicht an. Sie gehörte der Stadtverwaltung von Bournemouth (auch das war damals ein Novum) und wurde vermietet.

In der Nähe des West Cliff Lifts gab es eine Zeit lang auch eine Strandhüttenkapelle in der Hochzeitszeremonien durchgeführt wurden; sie existiert aber nicht mehr in dieser Form.

Eine Notiz am Rande: Vor drei Jahren wurde Großbritanniens teuerste Strandhütte für £295 000 verkauft. Sie steht an der Küste von Christchurch in Dorset, am Mudeford Spit. Sie hat weder einen Stromanschluss, noch eine Toilette oder fließendes Wasser.

Wer sich für das Thema interessiert, findet weitere Informationen in meinem Blog, zum Beispiel über die Strandhütten von Southwold oder über die Expertin für Strandhütten, Kathryn Ferry.

Published in: on 28. Mai 2020 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Crop Circlemakers – Kornkreise als Kunstform

Hier am Cheesefoot Head in Hampshire begannen Doug Bower und Dave Chorley mit ihren Kornkreisen. Die Spuren auf dem Foto stammen in diesem Fall von Traktoren.
Photo © Jim Champion (cc-by-sa/2.0)

Die Grafschaft Wiltshire gilt als das Mekka der Kornkreis-Fans, aber auch in den benachbarten Counties tauchen diese bizarren Gebilde in den Getreide- und Rapsfeldern immer wieder auf. Da aus Wiltshire ebenfalls viele UFO-Sichtungen gemeldet werden, fragen sich manche, ob es da wohl einen Zusammenhang gibt. Sind Besucher aus fremden Welten des Nachts unterwegs und fertigen die Kornkreise an und wenn ja, warum?

Im vorigen Oktober besuchte ich The Barge Inn in Honeystreet (Wiltshire), der als als Hauptquartier der sogenannten Croppies gilt. Ich fand dort niemanden von der Fangemeinde vor, meine Frau und ich waren mittags die einzigen Gäste.

Ob es nachts nun in Wiltshire und anderen Grafschaften mit übernatürlichen Dingen zugeht, mit Aliens, die sich aus lauter Langeweile irgendwelche Muster ausdenken und diese auf die Getreidefelder projizieren, für eine nicht unbeträchtliche Anzahl von Kornkreisen sind ganz einfach…Menschen verantwortlich. Doug Bower und Dave Chorley hatten Ende der 1970er Jahre nach einigen Pints in einem Pub die Idee, Kornkreise anzulegen, und sie begannen damit in der Nähe von Winchester (Hampshire) am Cheesefoot Head. Mehr als zwölf Jahre gingen die beiden ihrer nächtlichen Tätigkeit nach, deren Ergebnis in der ganzen Welt diskutiert wurde und zu wilden Erklärungsversuchen führte.

Der englische Künstler und Filmemacher John Lundberg und einige seiner Freunde setzten das Werk von Bower und Chorley in den 1990er Jahre fort, und er gründete Circlemakers, eine Art Künstlerkollektiv, deren Kornkreise immer kunstvoller wurden. Natürlich war es nur eine Frage der Zeit bis es herauskam, dass nicht Aliens, sondern Menschen für viele Kornkreise verantwortlich waren, was eingefleischten Hardcore-Cropcircle-Fans nicht gefiel, die lieber eine andere Erklärung für das nächtliche Geschehen auf den Feldern Südenglands gehabt hätten.

Die Circlemakers bekamen sogar internationale Aufträge, bestimmte Formen in Getreidefelder zu zaubern, beispielsweise für Extinction Rebellion beim vorjährigen Glastonbury Festival oder für das amerikanische Streetwear Label Supreme in Kalifornien. Eine weitere Auftragsarbeit für die Circlemakers fand ebenfalls in Kalifornien statt, wo sie bei Bakersfield für die US-Band Korn kunstvolle Kreise und das Logo der Band in ein Getreidefeld fabrizierten. Hier ist das Musikvideo „Let the guilt go“ von Korn zu sehen.

Wie man sich als Besucher von Kornkreisen verhalten sollte, ist im sogenannten „Pink Book“ festgehalten, über das ich in meinem Blog einmal schrieb.

In diesem Film sind besonders schöne Exemplare von Kornkreisen zu sehen.

Kornkreise in Wiltshire.
Photo © Stefan Czapski (cc-by-sa/2.0)

The Barge Inn in Honeystreet (Wiltshire)
Eigenes Foto.