Harris’s List of Covent Garden Ladies – Ein Führer durch das Prostituierten-Milieu des 18. Jahrhunderts


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Der irische Schriftsteller Samuel Derrick (1724-1769) soll der Herausgeber eines Führers durch das Londoner Prostituierten-Milieu des 18. Jahrhunderts gewesen sein, der sich „Harris’s List of Covent Garden Ladies“ nannte und in den Jahren 1757 bis 1795 erschien.
Das heutige Covent Garden Viertel wird geprägt vom Royal Opera House, dem Theatre Royal Drury Lane und einer Vielzahl von Pubs, Bars und Restaurants. Im 18. Jahrhundert hatte Covent Garden allerdings keinen guten Ruf, denn hier war ein Schwerpunkt der Prostitution der Hauptstadt. Herren, die sich des sexuellen Vergnügens hingeben wollten, hatten eine große Auswahl an Damen, die ihrerseits ihre Dienste feilboten. Damit die Auswahl etwas leichter fiel, gab es die besagte „Harris’s List of Covent Garden Ladies“, benannt nach dem Zuhälter Jack Harris, der sich selbst in seiner Autobiografie „“Pimp General to the People of England“ nannte. In dieser Liste, die immer wieder neu aufgelegt wurde, fand man die Damen des horizontalen Gewerbes penibel aufgelistet, mit allen ihren Vorzügen und Nachteilen. Über 250 000 Exemplare sollen in den knapp dreißig Jahren verkauft worden sein.

Werfen wir einmal einen Blick in die Liste. Da finden wir zum Beispiel  eine Miss Dav-s (die Namen sind nie vollständig ausgeschrieben), die in der Margaret Street 28 wohnte. Sie war ca 18 Jahre alt und hatte hübsche Gesichtszüge; vor allem ihr Mund war sehr schön und erinnerte an eine Rose, kurz bevor sie zu blühen begann. Nur ihre Augen gereichten zu ihrem Nachteil, denn sie waren schmal und grau.

Miss Ke-t von der Warren Street Nummer 9, 20 Jahre alt mit dunklen Augen und schwarzen Haaren, wird poetisch so beschrieben: „Whenever she is offering incense at the shrine of Venus, her whole frame is agitated with pleasure, her eyes languish, her breasts heave, and her limbs quiver, while involuntary sighs and murmurs burst forth from her tender bosom, provoking the transports of the happy priest who administers with her“. Welcher Herr konnte da widerstehen?

Miss Sh-rd aus der Goodge Street Nummer 46 nahm für ihre Dienstleistungen eine Guinea und der Verfasser ihrer Kurzvita schwärmt: „Her hand and arm are uncommonly neat; and her leg, thigh, and the demesnes adjacent remarkably tempting“.

Die Historikerin Hallie Rubenhold hat sich mit der Thematik intensiv beschäftigt und einige Bücher darüber geschrieben; in Deutschland erschien ihr „Covent Garden Ladies: Ein Almanach für den Herrn der Welt“ (Osburg-Verlag 2009).

In der BBC-Dokumentation „The Harlot’s Handbook“ schildert Hallie Rubenhold das Prostituierten-Milieu der damaligen Zeit: Teil 1 und Teil 2.

Covent Garden Market.
Photo © N Chadwick (cc-by-sa/2.0)

Splish! Splash! – Von Furten in England und deren Durchquerung

Heute wird es etwas nass in meinem Blog, denn ich beschäftige mich mit dem Thema „Furt„.

Als Furt bezeichnet man eine Untiefe in einem Bach- oder Flusslauf, mittels der das Gewässer zu Fuß oder mit Fahrzeugen durchquert werden kann„, so lautet die Erklärung der Wikipedia des Begriffes „Furt“, im Englischen „ford„. Es gibt davon eine ganze Menge in England wie diese Karte zeigt. Städtenamen wie Oxford, Stratford-upon-Avon, Hertford, Hereford usw.usw. weisen darauf hin.

Einer, der sich bestens mit Furten auskennt, ist John Walton, der sich auch gern „Ford Hunter“ nennt, denn er hat sich im Jahr 2010 ein Ziel gesetzt: Er will alle englischen „fords“ aufsuchen und sie dokumentieren. Auf seinen Webseiten hat er sie im Bild festgehalten und nach Grafschaften sortiert. Mit seinem Geländewagen hat John Walton die Furten natürlich auch durchquert und einiges im Film festgehalten.

Auf einer anderen Webseite, www.wetroads.co.uk., die die Furten ganz Großbritanniens auflistet, werden wichtige Hinweise für das Durchqueren von Furten gegeben. Wenn man nicht gerade ein allradgetriebenes Fahrzeug hat, sollte man das vielleicht lieber bleiben lassen.

Hier sind einige Fotos von besonders interessanten „fords“:

Hier würde ich mit meinem Auto nicht durchfahren: Rolleston on Dove in Staffordshire.
Photo © M J Richardson (cc-by-sa/2.0)

Mitten in Brockenhurst (Hampshire) im New Forest.
Photo © Alan Melton (cc-by-sa/2.0)

Good Easter Ford in Essex.
Photo © John Walton (cc-by-sa/2.0)

Wer traut sich da hinein?
Der River Tees bei der Swinelair Farm in North Yorkshire.
Photo © Hugh Mortimer (cc-by-sa/2.0)

The British and World Marbles Championship in Tinsley Green (West Sussex)

Der Austragungsort der Weltmeisterschaften, der Greyhound Pub, mit dem Spielfeld in der Bildmitte.
Photo © Pete Chapman (cc-by-sa/2.0)

Am Karfreitag, dem 30. März, ging es bei strömenden Regen wieder hoch her in Tinsley Green in der Grafschaft West Sussex. Vor dem Greyhound Pub versammelte sich ein buntes Völkchen und immer wieder waren deutsche bzw. sächsische Laute zu hören, denn an diesem Tag finden seit 1932 The British and World Marbles Championship statt, an der auch Murmeln-Spezialisten aus Deutschland teilnehmen…und immer wieder gewinnen.
Mitmachen kann an den Weltmeisterschaften im Murmeln jedermann, egal welcher Herkunft, welchen Alters und welchen Geschlechts. Es gibt in der ganzen Welt unterschiedliche Regeln; bei den Weltmeisterschaften in West Sussex geht es darum, dass zwei Teams mit je sechs Spielern gegeneinander antreten, die versuchen, kleine Murmeln auf einem kreisrunden Spielfeld mit 1,80 Meter Durchmesser mit einer größeren Murmel herauszuschießen. Gewonnen hat, wer als erster 25 von ihnen herauskatapultiert hat.

Um auf die oben erwähnten sächsischen Laute zurückzukommen: In diesem Jahr haben die Saxonia Globe Snippers aus Chemnitz  wieder einmal den Titel geholt wie schon in den Jahren 2002 bis 2004. Ebenfalls sehr erfolgreich war der 1st MC Erzgebirge, der zuletzt 2014 und 2015 Weltmeister wurde. Doch manchmal gewinnen auch englische Teams wie 2017 die Johnson Jets aus dem benachbarten Ort Langley Green oder 2016 die Yorkshire Meds. Die Teams von der Insel tragen bzw. trugen häufig „alkohollastige“ Namen wie Black Dog Boozers, Moonshiners, Pernod Rams oder Brewery Shades. Neben dem Spiel mit den Murmeln dürften also Drinks eine nicht unbedeutende Rolle bei den „Sportlern“ einnehmen.
Die ortsansässigen Tinsley Green Tigers, die in den 1950er Jahren mehrere Male Weltmeister wurden, existieren nicht mehr.

Dieser Film
zeigt die Weltmeisterschaften von 2018.

Der Ort Tinsley Green grenzt unmittelbar an den Gatwick Airport an; der hübsch anzusehende Greyhound Pub liegt an der Radford Road. Auf der anderen Seite des Flughafens, nur wenige Minuten mit dem Auto entfernt, in Horley, findet man an das ausgezeichnete Hotel Langshott Manor, über das ich in meinem Blog schon zweimal berichtete (hier und hier).

Der Infidelity Index 2018 – Welches sind die Städte mit den untreuesten Männern und Frauen in Großbritannien?

Stratford-upon-Avon: Platz 1 im Infidelity Index der „towns“.
Photo © Lewis Clarke (cc-by-sa/2.0)

Illicit Encounters ist ein Online-Datingportal für verheiratete Männer und Frauen, das den sogenannten Infidelity Index erstellt, basierend auf einer Umfrage der Teilnehmer des Portals. Gegründet wurde Illicit Encounters im Jahr 2003, über eine Million Mitglieder sind dort angemeldet. Diese hohe Mitgliederzahl führt den schon lange kursierenden Spruch „No sex please, we’re British“ natürlich ad absurdum. Das Portal hat herausgefunden, dass der 5. Januar eines jeden Jahres der Tag ist, an dem die meisten Frauen und Männer ihren jeweiligen Lebensgefährten/Lebensgefährtinnen untreu werden, da viele dann nach den Weihnachtsferien wieder an ihrem Arbeitsplatz sind und nach neuen Kontakten in ihrem Umfeld suchen.

In einer Umfrage aus dem Jahr 2010 hatte das Portal herausgefunden, dass die meisten außerehelichen Affären in der Grafschaft Devon stattfinden (47%), es folgten mit Riesenabstand Avon mit 19% und Lincolnshire mit 12,5%. Surrey war das County mit den treuesten Menschen; weniger als 1% gaben an, untreu gewesen zu sein.

Sehen wir uns den aktuellen Index für die Kategorie „towns“ an:

Da liegt erstaunlicherweise die Shakespeare-Stadt Stratford-upon-Avon in Warwickshire auf Platz 1 mit 3,69% an untreuen Einwohnern, was 1047 außerehelichen Affären entspricht. Warum gerade Stratford-upon-Avon? Ein Grund, warum es überhaupt so viele Männer und Frauen gibt, die Abwechslung in anderen Betten suchen, ist, dass sich viele Paare auseinandergelebt haben, sich aber aus finanziellen Gründen nicht scheiden lassen können oder wollen.

Auf Platz 2 des Indexes steht die Kleinstadt Wilmslow in der Grafschaft Cheshire mit 3,60%, entsprechend 901 außerehelichen Beziehungen. Wilmslow ist eine jener wohlhabenden Orte im „Goldenen Dreieck“, sehr beliebt bei Fußballspielern der beiden Clubs aus Manchester.

Platz 3 hat eine weitere Stadt inne, in der viele reiche Menschen wohnen, Beaconsfield in der Grafschaft Buckinghamshire. 2016 war eine andere Stadt aus Buckinghamshire landesweiter Spitzenreiter, nämlich High Wycombe, die 2018 auf Platz 16 abgerutscht ist. Was ist denn da passiert? Wie ist da wohl die nachlassende Libido zu erklären?

Ganz besonders treu ist man in Wigan (Greater Manchester), wo sich nur 0,14% der Bewohner anderweitig umsehen. Das gleiche gilt für Craigavon im County Armagh in Nordirland (0,15%) und für Swindon (Wiltshire) mit 0,18%.

Noch ein kurzer Blick auf den Infidelity Index der Großstädte. Da führt die Universitätsstadt Oxford mit 9,13%, was 12 868 außerehelichen Affären entspricht (Cambridge ist in dieser Beziehung etwas zurückhaltender: Platz 14 mit 5,97%). Auf Platz 2 liegt St Albans in Hertfordshire mit 9,12% und Bath (Somerset) mit 8,61%.
Übrigens liegt die Landeshauptstadt London in diesem Jahr auf Rang 48 (1,47% bzw. 121 355 „illicit encounters“).

Oxford: Nicht nur City of Dreaming Spires, sondern auch Capital of Illicit Affairs.
Photo © Paul Gillett (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 23. März 2018 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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The BFI Imax – Das Londoner „Kreisverkehr-Kino“

In meinem Blog habe ich verschiedentlich auf meine Vorliebe für Kreisverkehre Bezug genommen und darüber geschrieben wie diese „roundabouts“ hübsch gestaltet werden können. In London gibt es in der Southbank einen Kreisverkehr, in den vier Straßen münden: Waterloo Bridge, Waterloo Road, Stamford Street und York Road und in der Mitte steht… ein Kino, das BFI IMAX, soweit ich ermitteln konnte, das einzige dieser Art in England. Seit 1999 werden hier Filme gezeigt und zwar auf Großbritanniens größter Leinwand, die 20×26 Meter misst. In den Kinosaal passen 489 Besucher die vor oder nach den Aufführungen noch einen Kaffee bei Costa Coffee oder ein Bier an der Bar bzw. im Biergarten trinken können.
Drei bis vier Vorstellungen finden in der Regel täglich statt, aber nicht nur Spielfilme, sondern auch Dokumentationen und Opernaufführungen; die Eintrittspreise für letzere können schon einmal bis zu £40 kosten.

Gebaut wurde das an einen Gasometer erinnernde BFI IMAX von dem mehrfach ausgezeichneten Architekten Bryan Avery (1944-2017), der durch spezielle technische Maßnahmen dafür sorgte, dass die Kinogänger nicht durch den Verkehrslärm des Kreisverkehrs und durch die U-Bahn, die direkt unter dem Gebäude verläuft, gestört werden.

Published in: on 21. März 2018 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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The UK Heritage Awards 2018

Am 6. März wurden die diesjährigen Preisträger der UK Heritage Awards 2018 in der Londoner Goldsmith’s Hall bekanntgegeben. Die Jury, unter der Leitung von Norman Hudson, der sich darauf spezialisiert hat, Besitzer von historischen Häusern über deren Management zu beraten, hat die Preise in dreizehn Kategorien vergeben. Hier sind einige der Preisträger in Wort und Bild:

Alnwick Castle in Northumberland, Wohnsitz des Dukes of Northumberland, siegte in der Kategorie „Best Family Day Out„. Die Burg bekam als der Drehort der beiden Harry Potter-Filme „Harry Potter and the Philosopher’s Stone“ und „Harry Potter and the Chamber of Secrets“ einen Besucherschub, und man versteht sich auf Alnwick Castle, das alte Gebäude für Kinder und Erwachsene attraktiv zu gestalten. Für Kinder werden Kurse im Besenreiten angeboten, Ritterspiele finden auf dem Burggelände statt und der eine oder andere berühmte Popstar gibt in diesem Jahr hier Konzerte wie Tom Jones und die Bands Madness und Il Divo. Und das ist nur eine kleine Auswahl an Veranstaltungen für dieses Jahr im Alnwick Castle. In wenigen Tagen, am 29. März öffnet die Burg für Besucher wieder ihre Pforten.

Das Castle Howard in North Yorkshire, eines der großartigsten Gebäude in Großbritannien, wurde in der Kategorie „Great Places to Eat“ ausgezeichnet. Das Haus ist also nicht nur für Architektur-Fans interessant, sondern auch für Gourmets. Gleich vier Lokalitäten buhlen um die Gunst der Besucher, das Fitzroy Restaurant, das Courtyard Café, das Boathouse Café und der Coffee Shop. Besonders gefiel der Jury der angebotene Afternoon Tea in der Grecian Hall, die auch gern für Hochzeiten gebucht wird.

Den Preis in der Kategorie „Wonderful Places to Stay“ erhielt in diesem Jahr The Victoria Inn in Holkham in der Grafschaft Norfolk. Grund dafür sind die besondere Lage in Küstennähe und das nur wenige hundert Meter entfernte im palladianischen Stil erbaute Country House Holkham Hall. 20 Zimmer stehen den Gästen zur Verfügung, die ab £160 pro Nacht im Doppelzimmer kosten.

In der Kategorie „Best Event“ ist der diesjährige Preisträger The International Autojumble in Beaulieu (Hampshire). Dort wo das National Motor Museum untergebracht ist, treffen sich seit 50 Jahren Autoenthusiasten aus der ganzen Welt, um auf dem Gelände alles rund um das Auto und das Motorrad zu kaufen, zu verkaufen und zu tauschen. In diesem Jahr findet die Veranstaltung am 1. und 2. September statt.

Auch der berühmte Hampton Court Palace wurde mit einem Heritage Award versehen…und zwar die Toiletten, in der Kategorie „Best Loos„. Was die Jury so preiswürdig fand: „the designers have given visitors a chance to keep learning about Henry and his wives during time spent in the loo. Specially designed graphics reveal Tudor beauty tips and silhouette you in costume in the mirror.“ Also beim nächsten Besuch im Palast in Richmond bei London nicht vergessen, den Toiletten einen Besuch abzustatten!

 

Published in: on 19. März 2018 at 02:00  Comments (3)  
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The Great Wheel of London – Ein Vorgänger des London Eye

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Das Riesenrad London Eye am Themseufer ist mittlerweile schon zu einem Wahrzeichen der Hauptstadt und zu einem Touristenmagneten geworden. Das 135 Meter hohe London Eye hatte schon einmal einen Vorgänger, der es allerdings „nur“ auf eine Höhe von 94 Metern brachte und damit seinerzeit das höchste Riesenrad der Welt war.

Erbaut wurde The Great Wheel of London 1894/95 anlässlich der Empire of India Exhibition, die im Stadtteil Earl’s Court stattfand. Vorbild für das Riesenrad war das 80 Meter hohe Ferris Wheel in Chicago, das George Washington Gale Ferris Jr. 1893 zur World’s Columbian Exposition errichten ließ. Das Londoner Pendant war nicht nur größer, es hatte auch mehr Gondeln, nämlich 40, in die jeweils 40 Personen hineinpassten. 20 Minuten dauerte eine komplette Fahrt (das London Eye braucht 30 Minuten), also Zeit genug, um das Panorama Londons von luftiger Höhe aus genießen zu können. 2,5 Millionen Menschen konnten das Spektakel damals erleben, bis das Great Wheel im Jahr 1907 wieder abgebaut wurde, weil es die Unterhaltskosten nicht mehr einspielte.

So wie das London Eye im Oktober 2016 durch einen technischen Defekt für mehrere Stunden außer Gefecht gesetzt wurde, und die Passagiere in den Gondeln ausharren musste, so hatte auch The Great Wheel bzw. dessen Fahrgäste zweimal Probleme. Im Mai 1896 kam es zu einem Kabelschaden, wodurch die Riesenradreisenden vier Stunden lang in ihren Gondeln eingesperrt waren. Wesentlich schlimmer erwischte es die Passagiere bei einem anderen technischen Defekt, als ca 70 von ihnen die ganze Nacht in den oberen Gondeln des Great Wheel verbringen mussten. Man schaffte zwar heißen Tee und Sandwiches nach oben, aber es dauerte bis zum Morgen, bis die Eingeschlossenen von der Feuerwehr befreit werden konnten… doch einige von ihnen hatten eine nicht ganz so unangenehme Nacht hoch über London verbracht. Eine Dame und ein Herr kamen miteinander ins Gespräch und schlossen später den Bund fürs Leben, und es ging das Gerücht um, dass sich in der einen oder anderen Gondel recht lustvolle Begegnungen zugetragen haben sollen. Ob es da Spätfolgen gegeben hat, ist nicht bekannt.

Penzance (Cornwall) – Großbritanniens erste Plastic Free Town

So sieht es an vielen Stränden Großbritanniens aus. Doch der Kampf gegen den Plastikmüll hat begonnen.
Photo © Andy Waddington (cc-by-sa/2.0)

An den Stränden von Cornwall sammelt sich der Plastikmüll an, den der Atlantische Ozean wieder ausgespuckt hat, nachdem ihm Abertausende Tonnen davon zugeführt worden sind. Jede Minute werden weltweit eine Million Plastikflaschen verkauft und viele davon landen in den Weltmeeren. Maßnahmen der Politik zur Eindämmung dieser Flut dauern unendlich lange und da greifen einige Kommunen schon einmal zur Selbsthilfe und warten nicht erst ab, ob irgendwann einmal von ganz oben Vorschriften erlassen werden. In Großbritannien hat Englands südwestlichste Stadt Penzance eine Vorreiterrolle übernommen und sie wurde Ende 2017 als erste „Plastic Free Town“ ernannt.

Rachel Yates ist das Gesicht dieser Kampagne, die unermüdlich gegen Plastik in ihrer Stadt kämpft. Da geht es auf der einen Seite um die Sauberhaltung der Strände, sicher eine Sisyphusarbeit, und dann auf der anderen Seite um Müllvermeidung, speziell um den Verzicht auf Einwegflaschen und -becher. Die Aktion in Penzance wird von der Organisation Surfers Against Sewage (SAS) unterstützt, die Stadtverwaltung steht mit Rat und Tat zur Seite und immer mehr örtliche Händler solidarisieren sich damit, indem sie auf Plastikverpackung verzichten (soweit das möglich ist).

Das Interesse von anderen Städten im ganzen Land ist groß und SAS geht davon aus, dass es im Jahr 2020 124 plastikfreie Kommunen geben wird. Fünf Ziele müssen erreicht werden, um den Status  einer „plastic free town“ zu bekommen:

  1. Strategic. Approaching our town council in order to tackle single use plastics at a strategic level
  2. Business. Lobbying and encouraging local businesses to ban single use plastics or switch to sustainable alternatives
  3. Communities. Engaging with and encouraging other communities, groups and organisations to take action on single use plastics.
  4. Education. Rolling out ‚Plastic Free Schools‘ across our town
  5. Positive action. Holding beach cleans, fundraisers and other awareness raising events

Auch das Erste Deutsche Fernsehen war schon in Penzance zu Besuch und berichtete in der Sendung Weltspiegel am 11. Februar über den dortigen Kampf gegen den Plastikmüll, hier zu sehen.

Penzance in Cornwall.
Photo © Ian Capper (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 16. Februar 2018 at 02:00  Comments (5)  
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Subbuteo – Ein Tischfußballspiel, das in Langton Green (Kent) erfunden wurde

Das Dorfschild von Langton Green (Kent).
Photo © N Chadwick (cc-by-sa/2.0)

Für diejenigen, die mit dem Begriff  „Subbuteo“ nichts anfangen können, ist hier eine Definition, die ich der Wikipedia entnommen habe:

„Subbuteo ist ein aus England stammendes Tisch-Fußballspiel für zwei Spieler. Gespielt wird Subbuteo auf einem grünen Tuch (meist aus Baumwolle oder einer Art Micro-Kunstrasen), das etwa 80 Zentimeter breit und 120 Zentimeter lang ist. Anders als etwa bei Tipp-Kick verfügt jeder Spieler über zehn frei bewegliche Feld-Spielfiguren. Diese sind etwa zwei Zentimeter hoch und stehen auf einem abgerundeten Sockel. Der Spielball hat einen Durchmesser von ebenfalls etwa zwei Zentimetern. Der jeweilige Torwart ist an einer Stange befestigt, so dass der Spieler ihn von der Rückseite des Tores aus bedienen kann. Gespielt wird Subbuteo, indem man den Zeige- oder Mittelfinger durch Druck auf das Spieltuch (nicht auf den Daumen) spannt und eine Spielfigur „schnippt“, also schnellen lässt. Der Ball wird dann je nach Richtung und Kraft der Spielfigur bloß berührt oder vorangetrieben“.

Erfunden wurde dieses Spiel im Jahr 1947 von einem gewissen Peter Adolph, der in Langton Green (Kent) bei Tunbridge Wells wohnte. Eigentlich wollte Mr. Adolph das Spiel „The Hobby“ nennen; da das Patentamt diesen Begriff aber als zu allgemein ablehnte, ersann der Erfinder den Begriff Subbuteo. Warum? „Hobby“ heißt im Englischen auch der Baumfalke, dessen lateinischer Name wiederum „Falco Subbuteo“ ist. Streichen wir das „Falco“ weg, dann bleibt „Subbuteo“ übrig. Fertig!

Das Tischfußballspiel erfreute sich so großer Beliebtheit, dass Peter Adolph mit der Produktion in Langton Green begann, wobei die Figuren z.T. in Heimarbeit hergestellt wurden. Als England 1966 die Fußballweltmeisterschaft gewann, gab das einen weiteren Schub für die Subbuteo-Popularität. Adolph verkaufte das Spiel für £250,000 an die Spielzeugfirma Waddingtons, die die Produktion in ein größeres Gebäude nach Tunbridge Wells verlagerte. In den 1980er Jahren schließlich wurde das Spiel nur noch in Leeds hergestellt.

Subbuteo ist weltweit beliebt und es werden sogar Europa- und Weltmeisterschaften ausgetragen.

Es sind Lieder über das Spiel geschrieben worden:
Die aus Birkenhead (Merseyside) stammende Gruppe Half Man Half Biscuit nahm 1986 den Song“All I Want For Christmas Is a Dukla Prague away kit“ auf.
Im Musikvideo „My perfect cousin“ der Undertones wird Subbuteo gespielt und darauf Bezug genommen.

Hier sind Bilder vom World Cup-Finale Frankreich gegen Kroatien.

Das Buch zum Artikel:
Mark Adolph: Growing Up with Subbuteo – My Dad Invented the World’s Greatest Football Game. Sportsbooks 2006. 224 Seiten. ISBN 978-1899807406.

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Published in: on 11. Februar 2018 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Streetwise Opera und das Projekt „The Unofficial Countryside“

Ein leerstehendes Grundstück, auf dem zeitweise die Natur die Herrschaft übernommen hat.
Photo © Gerald England (cc-by-sa/2.0)

„Streetwise Opera is an award-winning charity that uses music to help people make positive changes in their lives“. So steht es auf der Homepage der Organisation Streetwise Opera zu lesen, die 2002 von Matt Peacock in London gegründet wurde, und die obdachlosen Menschen  durch Musik Hilfestellung bei der Bewältigung ihres Schicksals geben will.

Ein spezielles Projekt, das nichts mit Musik, sondern mit Fotografie zu tun hatte, war „The Unofficial Countryside„, das von dem gleichnamigen Buch von Richard Mabey inspiriert wurde. Mabey hatte für die BBC mehrere TV-Dokumentationen produziert und war sehr an dem Thema Natur und Umwelt interessiert. Viele Bücher stammen aus seiner Feder, darunter das oben erwähnte, das er bereits 1973 schrieb und das 2010 bei Little Toller Books in einer Neuauflage erschien. Darin beschäftigt er sich mit der Natur im Großraum London, die immer mehr unter Asphalt und Beton verschwindet und die dennoch immer wieder irgendwelche Ritzen und Spalten findet, um dort wieder ans Tageslicht zu kommen und zu überleben. Hier ist Richard Mabey im Film zu sehen.

Aufgabe für die Teilnehmer des Streetwise Opera-Projektes war, diese Stellen und Orte aufzuspüren und sie im Bild festzuhalten. Sie gingen mit offenen Augen durch ihre Stadt und fanden lohnende Motive für ihre Kameras. Dieser Film zeigt Beispiele aus dem Projekt.

Ein ähnliches Buch wie das von Richard Mabey ist „Edgelands: Journey Into England’s True Wilderness“ von Paul Farley und Michael Symmons Roberts, das 2012 bei Vintage erschien.

Squires Café Bar bei Sherburn-in-Elmet (North Yorkshire) – „The North’s Premier meeting place for bikers“

Im ländlichen North Yorkshire erwartet man auf B-Straßen eigentlich eher wenig Verkehr, doch da kann man sich täuschen. Ich denke da an die B1222, die von Sherburn-in-Elmet zur Autobahn A1 (M) führt. In dem großen Dorf hat die Speditionsfirma Eddie Stobart eine Niederlassung, und die LKWs benutzen die B1222, um zur Autobahn zu fahren… und außerdem gibt es an der Straße Squires Cafè Bar, die von Motorradfahrern aus ganz England aufgesucht und geliebt wird. An manchen Tagen sind die Parkplätze rappelvoll mit Motorrädern und ihren grimmig blickenden Fahrern.
Schon seit den 1950er Jahren haben die englischen Biker dieses Lokal in ihre Herzen geschlossen, das allerdings damals noch mitten in Sherburn-in-Elmet lag und Squires Bradbury Milk Bar hieß. Man kann sich vorstellen, was da los war, wenn Biker aus allen Himmelsrichtungen in das Dorf fuhren und sie ihre Maschinen vor dem Lokal abstellten. Dann war da kaum noch ein Durchkommen für den normalen Verkehr. Die Dorfbewohner atmeten auf, als sich die Bar im Jahr 2002 ein neues Domizil suchte, nur wenige Kilometer entfernt an der B1222. Hier gibt es nun jede Menge Platz, und die Betreiber von Squires Cafè Bar lassen sich so einiges einfallen, das Bikerherzen höher schlagen lässt wie das Squires Annual Bike Show Weekend, die Yorkshire Rock & Bike Show, die Suzuki, Yamaha und Triumph Weekends. Bands aus den 1960er Jahren (bzw. das, was von ihnen übriggeblieben ist) treten hin und wieder auf dem Gelände auf. Wem es hier so gut gefällt, dass er auch gleich übernachten möchte (oder wer zu viele Pints getrunken hat), kann das problemlos tun, denn es gibt einen angeschlossenen Campingplatz.

Das Speisenangebot ist selbstverständlich auf hungrige Bikermägen abgestimmt: Angeboten werden Burger, Giant Hot Dogs, Chillidogs, Giant Yorkshire Puddings und natürlich Frühstück in allen Variationen.
Montags herrscht auf dem Parkplatz gähnende Leere und es ist kein Dröhnen von Motoren zu hören, denn dann ist hier Ruhetag.

Dieser Film zeigt das bunte Treiben vor dem Lokal.

Published in: on 20. Dezember 2017 at 02:00  Comments (1)  
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Der Imberbus oder Was treiben Londoner Routemaster in der Einsamkeit der Salisbury Plain in Wiltshire?

Die Busse sind an ihrem Ziel im Imber angekommen.
Photo © Mike Faherty (cc-by-sa/2.0)

Die Salisbury Plain in Wiltshire ist wirklich eine gottverlassene Gegend. Nur wenige Straßen führen hindurch und ständig wird man vor den die Fahrbahn kreuzenden Panzern gewarnt, denn hier herrscht das MoD, das Ministry of Defence. Mitten in dieser von Panzerketten durchfurchten Region liegt das kleine Dorf Imber, über das ich in meinem Blog schon einmal berichtet habe. Schon seit Menschengedenken wohnt hier niemand mehr und nur an wenigen Tagen im Jahr gibt das Militär die Zufahrt dorthin frei. Einer dieser Tage in diesem Jahr war Samstag, der 26. August, an dem sich eine ganze Armada von Londoner Routemasterbussen von Warminster nach Imber aufmachten und Passagiere beförderten, die dem Dorf und seiner Kirche einen Besuch abstatten wollten.

Im Jahr 2009 entstand die Idee, mit alten Bussen die Linie 23A an einem Tag im Jahr wiederauferstehenzulassen und nachdem das MoD sein Okay dazu gegeben hatte, ging es los. In diesem Jahr waren 24 Busse beteiligt, 23 alte und ein neuer. Das eingenommene Geld,  £10 pro Erwachsenem, kam der Kirche von Imber, St Giles, und der  Royal British Legion zugute. Die Fahrer und die Schaffner auf den Bussen arbeiteten den ganzen Tag über ohne Vergütung. Die alten Routemaster waren in Privatbesitz und freuten sich sicher, wieder einmal ausgeführt zu werden. Alle zehn Minuten startete eines der Fahrzeuge in Warminster; als Imber noch bewohnt war, gab es nur zweimal pro Woche eine Busverbindung von und nach Imber.

In diesem Film sind die Busse auf der diesjährigen Imberbus-Tour zu sehen.

Imber auf der Salisbury Plain.
Photo © Helen C Casey (cc-by-sa/2.0)

The Association of Lighthouse Keepers

Das Hurst Point Lighthouse an der Küste von Hampshire.
Photo © Ian McLean (cc-by-sa/2.0)

Die Zeiten sind lange vorbei, als Leuchttürme noch von Menschenhand bedient wurden. Auf manchen abgelegenen Türmen wie dem Eddystone Lighthouse verbrachten die Leuchtturmwärter mehrere Tage am Stück, oft umgeben von der tobenden See, bis sie wieder abgelöst wurden. Heute senden die Leuchttürme ihre Warnsignale an die vorbeiziehenden Schiffe vollautomatisch. Doch dem „Lighthousekeeping“ haftet nach wie vor ein Hauch Romantik an und so gibt es die Association of Lighthouse Keepers (ALK), in der sich die verbliebenen und ehemaligen Wärter zusammengeschlossen haben, unter dem Motto „Keeping Lighthouse Heritage Alive“. Die Gesellschaft steht aber jedem offen, der sich für die Thematik interessiert und das scheinen nicht wenige zu sein.

ALK unterhält ein eigenes Museum im Hurst Castle bei Milford-on-Sea in der Grafschaft Hampshire, neben dem auch ein Leuchtturm steht, das Hurst Point Lighthouse. Die Gesellschaft gibt seit 1989 eine eigene, vierteljährlich erscheinende Zeitschrift heraus namens LAMP, in der man alles zum Thema finden kann und in der neue Bücher vorgestellt werden. Es ist erstaunlich wie viele Bücher Jahr für Jahr in Großbritannien über Leuchttürme veröffentlicht werden.

Mat Dickson hat einige CDs veröffentlicht, die auch bei der ALK zu beziehen sind, deren Musik von Leuchttürmen inspiriert worden sind wie „The Lighthouse Keeper„. Auf dieser CD findet man u.a. „From These Shores„, hier zu hören.

Wer einmal seine Ferien in einem Leuchtturm verbringen möchte, dem stehen eine ganze Reihe in England zur Verfügung wie zum Beispiel das Belle Tout Lighthouse am Beachy Head in East Sussex oder das Gurnard Cottage am St Catherine’s Lighthouse auf der Isle of Wight.

Dieser Film stellt die Association of Lighthouse Keepers noch einmal detailliert vor.

Das mietbare Belle Tout Lighthouse am Beachy Head in East Sussex.
Photo © PAUL FARMER (cc-by-sa/2.0)

Ebenfalls zu mieten: Das Gurnard Cottage am St Catherine’s Lighthouse auf der Isle of Wight.
Photo © Shazz (cc-by-sa/2.0)

The Forbidden Corner bei Middleham (North Yorkshire) – The strangest place in the world

Mitten in den Yorkshire Dales, in der Nähe von Leyburn, liegt ein großes Gelände mit allerhand Merkwürdigkeiten, das sich The Forbidden Corner nennt, mit dem Zusatz „The Strangest Place in the World„.

Ein gewisser Colin Armstrong, der Besitzer von Tupgill Park, auf dessen Gelände The Forbidden Corner liegt, hatte sich in den 80er Jahren zu seinem eigenen Vergnügen diese Ansammlung von Follies zugelegt und sie dann 1997 für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Die Menschen strömten herbei, um sich den „Pleasure Garden“ anzusehen, was in der direkten Nachbarschaft nicht auf durchgängige Begeisterung stieß, wurde doch das Verkehrsaufkommen in der Umgebung von Leyburn stark erhöht. Die Geschäftsleute in der Region aber freut es bestimmt.

Was gibt es denn nun hier eigentlich zu sehen? Tunnel, einen Irrgarten, einen „Temple of the Underworld“, eine gläserne Pyramide, Wege, die nirgendwohin führen, merkwürdige Statuen usw. usw. Kinder, aber auch Erwachsene, lieben The Forbidden Corner, das von der Tageszeitung The Guardian als „Best Family Trip“ empfohlen wurde.

The Corner Café bietet Erfrischungen und kleine Gerichte für zwischendurch an und im Gift Shop kann man sich zuguterletzt mit Souvernirs eindecken.

Geöffnet ist The Forbidden Corner in der Regel vom 1. April bis zum 31. Oktober und dann nur noch bis Weihnachten an Sonntagen. Der Eintritt kostet für Erwachsene £12, für Kinder £10. Eine Vorabbuchung ist erforderlich.

Eine echte Kuriosität wie dieser Film zeigt.

The Forbidden Corner
Tupgill Park Estate,
Coverham,
Middleham
Leyburn
North Yorkshire DL8 4TJ

The secret Roman Temple.
Photo © Bev Dickinson (cc-by-sa/2.0)

Ein Blick in die Herrentoilette.
Photo © Steve Fareham (cc-by-sa/2.0)

Goodbye TICs oder Der Niedergang der britischen Tourist Information Centres

Southwold Tourist Information, jetzt nicht mehr existent.
Photo © Basher Eyre (cc-by-sa/2.0)

Bis vor einigen Jahren war es üblich, beim Besuch einer Stadt, die man noch nicht kannte, erst einmal das Tourist Information Centre (TIC) anzusteuern, um sich dort mit Prospektmaterial einzudecken und gegebenfalls eine Unterkunft zu buchen. Freundliche Damen und Herren gaben gern Auskunft bei Fragen und stellten ihr Wissen über die nähere Umgebung zur Verfügung. Sie tun das auch heute noch, aber ihre Kenntnisse werden immer weniger gefragt, die Tourist Information Centre befinden sich im Niedergang.
Nahezu jeder Reisende hat heute sein Smartphone oder Tablet dabei und kann sich welche Informationen auch immer online abrufen. Hotels oder B&Bs, sollten sie nicht schon von zuhause aus gebucht worden sein, kann man mühelos auch unterwegs reservieren. Wozu also noch ein TIC aufsuchen? Gerade die Touristenbüros in kleineren oder abgelegeneren Orten erweisen sich zunehmend als zu kostenintensiv bei abnehmender Nutzung, also werden sie geschlossen.

Aber selbst an Gebieten mit viel Tourismus geht diese Entwicklung nicht vorbei wie beispielsweise im New Forest, wo kürzlich mit der Schließung des Besucherzentrums in Lyndhurst überhaupt keine Informationszentrale der herkömmlichen Art zur Verfügung steht. Die Buchungen für Übernachtungen dort sind in den letzten vier Jahren dramatisch eingebrochen. Der New Forest District Council: „Visitors increasingly used social media and online services to plan stays.“

Die beiden Tourist Information Centre in Southwold und Lowestoft an der Küste von Suffolk wurden geschlossen, weil deren Nutzung in den letzten fünf Jahren um 41% abgenommen hat und zu teuer im Unterhalt geworden sind.

Fast alle bisherigen TICs in Herefordshire sind geschlossen worden, dafür haben einige Kommunen die Betreuung der Touristen selbst in die Hand genommen und kleine Informationszentren aufgebaut.

Das Bedford Travel and Tourism Centre hat am 31. März diesen Jahres seine Pforten geschlossen. Das Touristenbüro in Exmouth (Devon) ist mit einem Taxiunternehmen zusammengelegt worden und wird von ehrenamtlichen Mitarbeitern betreut. In Teignmouth (Devon) gibt es nur noch einen Information Point, der unter die Fittiche der Angestellten des Kulturzentrums Pavilion Teignmouth gekommen ist. Einen ähnlichen Information Point gibt es in Totnes (Devon), der im Totnes Bookshop untergebracht ist. Selbst Großstädte wie Newcastle upon Tyne haben keine TICs mehr, dort wurde das letzte 2015 geschlossen, und Touristenhochburgen wie Haworth und Saltaire in West Yorkshire fürchten um die Existenz ihrer Besucherzentren, die der Bradford Council aus Kostengründen schließen möchte.

Die hier genannten Schließungen stellen nur eine kleine Auswahl dar, in anderen Landesteilen wie in Schottland sieht es auch nicht besser aus. Visit Scotland verkündete vor wenigen Tagen, dass 39 ihrer 65 TICs geschlossen werden sollen.

Übrigens: Das kleinste Visitor Centre der Welt steht in Branxton in Northumberland, kostengünstig in einer Telefonzelle untergebracht.

Das von der Schließung bedrohte Haworth Tourist Information Centre.
Photo © David Dixon (cc-by-sa/2.0)

Das kleinste Visitor Centre der Welt in Branxton (Northumberland).
Photo © Barbara Carr (cc-by-sa/2.0)

 

 

Published in: on 31. Oktober 2017 at 02:00  Comments (1)  

The Great British High Street Awards – Welche Stadt hat die beste Einkaufsstraße?

Blackburns Town Hall.
This work has been released into the public domain.

Bevor demnächst die Great British High Street Awards für das Jahr 2017 vergeben werden, möchte ich noch einmal eine kurze Übersicht über die Sieger des Jahres 2016 geben. Vergeben werden die Auszeichnungen an Städte, deren High Streets noch „gesund“ sind und nicht nur von Kettengeschäften und Charity Shops beherrscht sind. Über 500 000 Stimmen wurden abgegeben und 27 Jurymitglieder machten sich auf den Weg, um sich selbst ein Bild von den für die Preise vorgeschlagenen High Streets zu machen.

Der Gesamtsieger 2016 und Sieger in der Kategorie „Town Centre“ war die High Street von Blackburn in Lancashire. Die Stadt hat über 100 000 Einwohner, wovon der muslimische Bevölkerungsanteil 25% beträgt, ein Rekordwert in Großbritannien. Dieser Film stellt die Bemühungen Blackburns vor, das beste Stadtzentrum des Landes zu werden.

In der Kategorie „City Location“ ging der Preis an das Cathedral Quarter von Derby in Derbyshire, in dem sich mehr als 450 Geschäfte der unterschiedlichsten Art angesiedelt haben. Dieser Film gibt einen Überblick über das, was das Viertel rund um die Kathedrale zu bieten hat.

Pateley Bridge in North Yorkshire erhielt die Auszeichnung in der Kategorie „Village„. „With its great community spirit, social media campaign and a commitment to supporting local retailers, Pateley Bridge delighted our judges“, heißt es in der Urteilsbegründung der Jury. Hier ist ein Blick auf die High Street während der Nidderdale Show.

Hebden Bridge in West Yorkshire war erfolgreich in der Kategorie „Small Market Town“ und erhielt 40 000 Stimmen, soviel wie noch keine andere Stadt jemals bekommen hat. Damit erhielt die kleine Stadt zusärtlich noch den People’s Choice Award.

Derbys Cathedral Quarter.
Photo © David Hallam-Jones (cc-by-sa/2.0)

Pateley Bridge High Street.
Photo © Alan Murray-Rust (cc-by-sa/2.0)

Die Market Street in Hebden Bridge.
Photo © David Dixon (cc-by-sa/2.0)

 

Self Service Checkouts in englischen Supermärkten

Ein Tesco Superstore (allerdings nicht der in Amersham, sondern einer in Hereford).
Photo © Jaggery (cc-by-sa/2.0)

Letzte Woche musste ich wieder einmal feststellen, dass englische Supermärkte in vielen Dingen den deutschen überlegen sind. Das beginnt bei den Öffnungszeiten und den Serviceangeboten und setzt sich bei den technischen Einrichtungen fort. Ich weilte erneut für einige Tage in Amersham in Buckinghamshire. In der Old Town an der London Road West steht der Tesco Superstore, der ganz erstaunliche Öffnungszeiten hat, wenn man bedenkt, dass lediglich 15 000 Menschen hier wohnen. An den meisten Tagen der Woche hat der riesige Supermarkt rund um die Uhr geöffnet, nur samstags schließt er „schon“ um 24 Uhr. Auch sonntags ist er von 10 Uhr bis 16 Uhr geöffnet.

Zu den Serviceleistungen gehören eine Apotheke, die jeden Tag von 8 Uhr bis 20 Uhr mit Fachpersonal besetzt ist, ein Travel Money Bureau, in dem man Geld in andere Währungen umtauschen kann, Grocery Collection (man bestellt seine Waren online und kann sie fix und fertig eingepackt am Store abholen), und die angeschlossene Tankstelle mit Autowäsche ist auch rund um die Uhr geöffnet.

In England eine Selbstverständlichkeit sind die Self Service Checkouts. Wer die Kassen, an denen noch „richtige Menschen“ sitzen, nicht in Anspruch nehmen möchte, ist sein eigener Kassierer; dafür stehen viele Terminals zur Verfügung, an denen man seine gekauften Waren einscannt und schließlich entweder bar oder mit Karte bezahlt. Dass es dabei nicht immer rund läuft, zeigt dieser Film.

Bequemer ist das Angebot von Tesco namens Scan As You Shop. Am Eingang nimmt man sich ein Lesegerät, stellt die mitgebrachten eigenen Einkaufstaschen in den Einkaufswagen und scannt mit dem Lesegerät den Barcode der ausgesuchten Waren ein, auf dessen Display man jederzeit die bisherige Zwischensumme sehen kann. Dann wird die Ware in die Einkaufstasche gelegt. Wenn man alles zusammen hat, geht man zu einem der Checkouts, scannt dessen Barcode ein und bezahlt, was in der Regel per Karte vorgenommen wird. Man braucht am Ende des Einkaufs also nicht mehr alles auspacken, aufs Band legen und anschließend wieder einpacken. Eine, wie ich finde, gute Lösung, um beim Einkaufen Zeit zu sparen. Dieser Film zeigt den Ablauf noch einmal detailliert.

Natürlich gibt es im Tesco Amersham Superstore überall kostenloses WLAN.

Die englische Firma Imperial Cars bietet sogar den Self Service Checkout beim Autokauf an wie in diesem Film zu sehen.

 

Published in: on 4. Oktober 2017 at 02:00  Comments (3)  
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Pu der Bär, sein Stöckchenspiel und die geeignetsten Brücken dafür

Die Little Wittenham Bridge bei Dorchester-on-Thames.
Photo © Gareth James (cc-by-sa/2.0)

Pu der Bär oder Winnie the Pooh, wie er im Original heißt, ist eine der berühmten Figuren der englischen Kinderbuchliteratur. Geschrieben wurden die „Bärenbücher“ von Alan Alexander Milne (1882-1956), der einen großen Teil seines Lebens auf der Cotchford Farm bei Hartfield in East Sussex verbrachte. Hier befindet sich auch die Brücke im Ashdown Forest, auf der Pu sein geliebtes Stöckchenspiel spielte. Dabei werden kleine Stöckchen, die Pooh Sticks, auf der einen Seite der Brücke in den Fluss geworfen und Gewinner ist der, dessen Stöckchen auf der anderen Seite der Brücke als erstes auftaucht. Seit 1984 werden sogar Weltmeisterschaften in diesem „Sport“ ausgetragen, die World Pooh Sticks Championships (ich berichtete in meinem Blog darüber).

Ein Wissenschaftler hat sich vor zwei Jahren damit beschäftigt, herauszufinden wie der ideale Pooh Stick aussehen muss, um als schnellster die Brücke zu unterqueren. Dr Rhys Morgan von der Royal Academy of Engineering hat dafür eine Formel aufgestellt die da PP = A x I x Cd lautet. PP bedeutet Perfect Poohstick, A ist die Dicke des Stöckchens, I dessen Dichte und Cd dessen Form. Wer diese Formel beachtet, hat gute Chancen, das Spiel zu gewinnen.

Visit England hat eine Liste mit den zwölf Brücken in England veröffentlicht, die sich sich am besten für Pooh Stick-Wettbewerbe eignen. Da ist  zuerst die Brücke, wo viele Jahre lang die Weltmeisterschaften ausgetragen wurden, die Little Wittenham Bridge bei Dorchester-on-Thames in Oxfordshire, eine Fußgängerbrücke über die Themse. Seit drei Jahren hat eine andere Brücke diese Funktion übernommen, die in Langel Common bei Witney, ebenfalls in Oxfordshire, die den River Windrush überquert. Die diesjährigen Championships fanden am 4. Juni statt.

Weitere empfehlenswerte Brücken sind zum Beispiel noch die abgelegene Watendlath Bridge in Cumbria, eine packhorse bridge, die früher einmal dazu diente, Packpferde über den Fluss zu leiten. In Derbyshire eignet sich die uralte Sheepwash Bridge in Ashford in the Water besonders gut für das Stöckchenspiel; sie führt über den River Wye. Mitten in der Universitätsstadt Cambridge bietet sich die Mathematical Bridge am Queens College an, die gebaut wurde, ohne einen einzigen Nagel zu verwenden und die den River Cam überquert. In Staffordshire kann man in Shugborough seine Stöckchen von der Essex Bridge in den River Trent werfen und zuschauen, welches von der Strömung am schnellsten vorangetrieben wird.

Wer sich näher mit dem Stöckchenspiel beschäftigen möchte, dem sei das Buch „The Pooh Sticks Handbook: A Poohstickopedia“ von Mark Evans empfohlen.

Die Watendlath Bridge in Cumbria.
Photo © Oliver Dixon (cc-by-sa/2.0)

Die Sheepwash Bridge in Ashford in the Water.
Photo © DAVID M GOODWIN (cc-by-sa/2.0)

Die Mathematical Bridge in Cambridge.
Photo © Kim Fyson (cc-by-sa/2.0)

Die Essex Bridge in Shugborough (Staffordshire).
Photo © Roger Kidd (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 25. September 2017 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Adventure Golf – Minigolf mit Sauriern

Dinosaur Safari Adventure Golf in Arkley (Hertfordshire).
Photo © Robin Webster (cc-by-sa/2.0)

Saurier üben auf viele Menschen, nicht nur auf Kinder, eine starke Faszination aus. Die riesigen Urzeittiere dienen seit einiger Zeit in England dazu, möglichst viele in Minigolfanlagen zu locken, die sich jetzt statt Crazy Golf Adventure Golf nennen. Die Idee des Minigolfs ist geblieben, aber angereichert werden die großen Anlagen durch Felsen, Wasserfälle etc. und eben durch lebensgroße Saurier. Hier sind einige Beispiele aus dem Großraum London:

Dinosaur Safari Adventure Golf in Arkley (Hertfordshire), gleich an der A1 nördlich von London. Neun riesige Saurier wachen in dieser Anlage über einen Kurs mit achtzehn Löchern, den man absolvieren kann, sobald man dafür am Eingang £9 Pfund bezahlt hat (Kinder sind mit £7 dabei). Der Park ist ganzjährig geöffnet. Dieser Film zeigt wie es dort zugeht.

Dinosaur Escape Adventure Golf in Northolt im Westen Londons. Der gleiche Betreiber wie Dinosaur Safari Adventure Golf, Adventure Experience Ltd, mit den gleichen Preisen und Öffnungszeiten. Auch hier können die Besucher auf einem 18-Loch-Platz spielen, inmitten von brüllenden Sauriern, Wasserfällen und Palmen. Seit 2010 existiert die Anlage, die in diesem Film zu sehen ist.

Jurassic Encounter in New Malden (Surrey) im Südwesten von London. Dieser 18-Loch-Platz liegt in der nach eigenen Angaben größten Golfanlage Europas, The World of Golf, und ist täglich von 7 Uhr bis Mitternacht geöffnet. Es herrscht das gleiche System wie auf den beiden anderen Plätzen: Minigolf unter exotischen Tiern und Pflanzen; dieser Film zeigt es.

Mr Mulligans Dino Golf in Sidcup im Süden Londons. Hier werden die Besucher sogar mit zwei 9-Loch-Golfanlagen konfrontiert, die täglich ab 9 Uhr geöffnet sind und erst um 22 Uhr schließen (am Wochenende früher). Hier kann man sich den Platz genau ansehen.

Übrigens: Am 21. September ist der Internationale Minigolf-Tag!

Dinosaur Escape Adventure Golf in Northolt im Westen Londons.
Photo © Mark Percy (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 19. September 2017 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Der Granary Square in London und seine fernsteuerbaren Springbrunnen

Der Granary Square am Regent’s Canal im Londoner King’s Cross-Bereich ist in den letzten Jahren komplett umgestaltet worden. Ob das wirklich gelungen ist, sei dahingestellt.  Was aber wirklich schön ist, das sind die 1080 Springbrunnen, die einen großen Teil des Platzes einnehmen und die an warmen Sommertagen besonders bei Kindern beliebt sind. Man kann durch die Springbrunnenlandschaft waten und sich von den sprudelnden Wassern erfrischen lassen. Entworfen wurden die Granary Square Fountains vom The Fountain Workshop, der seinen Sitz in den Historic Dockyards in Chatham (Kent) hat. Die Spezialisten für Wasserspiele zeichnen auch verantwortlich für die nahegelegenen Anlagen am Pancras Square und Lewis Cubitt Square.

Jeder einzelne der 1080 Springbrunnen lässt sich individuell steuern und Computerprogramme sorgen dafür, dass die Wasserlandschaft ständig ihr Bild verändert, indem der Wasserdruck erhöht oder wieder gesenkt wird. Ein besonderes Schauspiel ergibt sich abends, wenn die Wasserspiele auch noch farbig erleuchtet werden.
Einmalig ist die Granary Squirt App, die man auf sein Smartphone herunterladen und damit die Springbrunnen selbst steuern und Wasserspiele generieren kann wie zum Beispiel „Snake“ wie dieser Film zeigt. Man darf das aber nur zwischen 16 Uhr und 17 Uhr tun. Kostenfreies WLAN ist hier auf dem Granary Square vorhanden.

Diese beiden Filme zeigen wie die Granary Square Fountains bei Tage und bei Nacht aussehen.

Published in: on 15. September 2017 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Die Top Five der beliebtesten britischen Seebäder

Salcombe in Devon.
Photo © Shaun Ferguson (cc-by-sa/2.0)

Die Firma McCarthy & Stone in Bournemouth hat kürzlich eine Umfrage nach den beliebtesten Seebädern Großbritanniens durchgeführt; hier sind die Ergebnisse (die ersten zehn liegen alle in England):

Platz 1: Salcombe im Süden der Grafschaft Devon. Die knapp 2000 Einwohner große Stadt hat eine idyllische Lage am Kingsbridge Estuary. Die beliebtesten Strände heißen hier Sunny Cove, South Sands und North Sands. In der Saison kann es in den engen Straßen sehr voll werden und einen Parklplatz zu finden, ist ein Glücksspiel. Viele Prominente haben sich in Salcombe niedergelassen und erfreuen sich der Annehmlichkeiten, die die kleine Stadt zu bieten hat. Die Modemarke Jack Wills wurde hier 1999 in der Fore Street gegründet.

Platz 2: Weymouth in Dorset. Der Weymouth Beach wurde vom Trip Advisor als bester Strand Großbritanniens gekürt; auch der Hafen ist bei Touristen sehr beliebt. Eine Attraktion ist der 53m hohe Jurassic Skyline Tower am Festival Pier. Der Schriftsteller John Cowper Powys schrieb einen Roman über die Stadt, der 1934 veröffentlicht wurde und den Titel „Weymouth Sands“ trug (dt. „Der Strand von Weymouth“).

Platz 3: Whitby in North Yorkshire. Mein persönlicher Favorit (über den ich in meinem Blog schon mehrfach schrieb). Die kleine Hafenstadt unterhalb der Ruinen der Whitby Abbey ist absolut empfehlenswert, und die 199 Stufen zur Abtei und zur St Mary’s Church sollte man auf jeden Fall in Angriff nehmen. Whitby diente als Inspiration für Bram Stokers Vampirroman „Dracula“ und die Karriere des Seefahrers James Cook nahm hier seinen Anfang.

Top 4: St Ives in Cornwall. Die Stadt mit dem besonderen Licht lockte und lockt noch immer Künstler an (sofern sie es sich leisten können, hier ein Haus zu kaufen oder zu mieten, denn die Preise sind exorbitant). Strände gibt es in St Ives in Hülle und Fülle. Für an Kunst interessierte Besucher empfehlen sich Tate St Ives und das Barbara Hepworth Museum and Sculpture Garden.

Platz 5: Bamburgh in Northumberland. Hoch im Norden liegt das kleine Dorf Bamburgh, das von der gleichnamigen Burg beherrscht wird. Lange Strände und die Bamburgh Dunes locken im Sommer viele Touristen an. Grace Horsley Darling ist eine im Ort noch heute verehrte Heldin, die 1838 Schiffbrüchigen das Leben rettete und deren Erinnerung u.a. durch ein ihr gewidmetes Museum wachgehalten wird (ich berichtete in meinem Blog über sie).

Der Hafen von Weymouth.
Photo © Malc McDonald (cc-by-sa/2.0)

Die 199 Stufen hinauf zu den Ruinen der Whity Abbey.
Eigenes Foto.

St Ives in Cornwall.
Photo © Lewis Clarke (cc-by-sa/2.0)

Bamburgh in Northumberland und seine Burg.
Photo © Robin Drayton (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 10. September 2017 at 02:00  Comments (1)  

Die Top 10 der populärsten Besucherattraktionen Großbritanniens des Jahres 2016

Die unbestrittene Nummer 1 unter den Besucherattraktionen: Das British Museum.
Photo © Bill Nicholls (cc-by-sa/2.0)

Die Association of Leading Visitor Attractions, oder kurz ALVA, ist ein Zusammenschluss von 42 britischen Museen, Gallerien, Kathedralen und Freizeitparks, die die hauptsächlichen Touristenmagnete des Landes bilden.

Gegründet wurde die Organisation 1990 mit dem Ziel, durch Austausch von Informationen das Management ihrer angeschlossenen Mitglieder zu verbessern.

Alljährlich gibt ALVA eine Statistik über die am häufigsten besuchten Attraktionen des Landes heraus. Die Besucherzahlen schwanken und sind manchmal abhängig von bestimmten Faktoren. Werden z.B. in einem Schloss Filme gedreht (ich denke da an das Highclere Castle und „Downton Abbey“), so wird man dort deutlich mehr Besucher zählen; werden Häuser zum Beispiel zwecks Renovierungsarbeiten geschlossen, so fallen sie in der Rankingliste natürlich nach unten.

Hier sind die Top 10 der populärsten Besucherattraktionen Großbritanniens  für das Jahr 2016:

Platz 1: The British Museum mit 6,420,395 Besuchern. Spitzenreiter seit 2008.

Platz 2: The National Gallery mit 6,262,839 Besuchern. Seit 2013 auf Platz 2.

Platz 3: Tate Modern mit 5,839,197 Besuchern. Von Platz 5 im Vorjahr aufgestiegen.

Platz 4: Natural History Museum (South Kensington) mit 4,624,113 Besuchern. Von Platz 3 zurückgefallen.

Platz 5: Southbank Centre mit 3,909,376 Besuchern. Vorjahr Platz 4.

Platz 6: Somerset House mit 3,443,220 Besuchern. Aufgestiegen von Platz 8.

Platz 7: Science Museum mit 3,245,750 Besuchern. Vorjahr ebenfalls Platz 7.

Platz 8: Victoria and Albert Museum (South Kensington) mit 3,022,086 Besuchern. Zurückgefallen von Platz 6.

Platz 9: Tower of London mit 2,741,126 Besuchern. So wie im Vorjahr.

Platz 10: Royal Museums Greenwich mit 2,451,023 Besuchern. Wurde bis 2015 separat als National Maritime Museum, Royal Observatory Greenwich, Cutty Sark and Queen’s House geführt.

Erst auf Platz 12 steht eine Touristenattraktion außerhalb Londons, nämlich der Chester Zoo, mit 1,898,059 Besuchern. Auf dem letzten Platz der Rankingliste (Platz 241) findet man das Weoley Castle (Burgruinen in Birmingham), das gerade einmal von 6 878 Menschen besucht wurde.

Platz 2: The National Gallery.
Photo © John Winfield (cc-by-sa/2.0)

Platz 3: Tate Modern.
Photo © Christine Matthews (cc-by-sa/2.0)

 

Published in: on 14. August 2017 at 02:00  Comments (2)  

The Electric Cinema in der Londoner Portobello Road

Schon seit 107 Jahren gibt es das Electric Cinema in der Londoner Portobello Road im Stadtteil Notting Hill. Mit einigen Unterbrechungen wurden hier bis heute Filme gezeigt. 600 Plätze bot das Kino damals seinen Besuchern an, bis es im Jahr 2001 für £5 Millionen renoviert und komplett umgebaut wurde. Die Betreiber bauten eine neue Leinwand und ein neues Soundsystem ein und statt der bisherigen Klappstühle findet man im Electric Cinema jetzt 98 lederne Sessel mit Abstelltischchen, Lämpchen und viel Beinfreiheit. Ganz hinten sind Zweisitzer-Sofas installiert und die erste Reihe, in die sich sonst immer niemand setzen wollte, besteht aus bequemen Doppelbetten, in denen Pärchen es sich gemütlich machen und bei einem Glas Wein sich den Film ansehen können…oder auch nicht. £35 kostet das Doppelbett, £45 das Zweisitzer-Sofa und £19 der Sessel. Eine weitere Besonderheit ist der Electric Scream!, das ist eine spezielle Vorstellung am Montagvormittag, zu der man nur in Begleitung eines Babies eingelassen wird. So können Eltern oder Nannies mit den ganz Kleinen einen Film ansehen, und das Geschrei der Babies wird von allen toleriert.
Hier ist in Film über das Kino.

Ein Schwesterkino gib es noch in der Redchurch Street in Shoreditch und ein mobiles Kino als Drive-In, das zum Beispiel im kommenden September jeweils an einem Wochenende auf dem Gelände des Babington House in Somerset und des Soho Farm House in Oxfordshire Filme zeigt, die man in einem von vierzig elektrisch angetriebenen BMWs ansehen kann.

The Electric Cinema
191 Portobello Road
Notting Hill
London W11 2ED

Published in: on 29. Juli 2017 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Big Beach Boutique II oder Die Invasion von Brighton am 13. Juli 2002

Am Strand von Brighton, im Hintergrund die Palace Pier.
Eigenes Foto.

Das Seebad Brighton an der englischen Südküste kann sich generell über Besuchermangel nicht beklagen, was aber am 13. Juli 2002 hier passierte, überstieg aber die Vorstellungskraft der Einwohner und auch der Polizei. Im Jahr zuvor hatte der Sänger und DJ Fatboy Slim die Big Beach Boutique I ins Leben gerufen, eine Strandparty, bei der er Platten auflegte und die von rund 60 000 Menschen besucht worden war. Gut, damit konnte Brighton problemlos umgehen. Statt der 60 000 Besucher kamen ein Jahr später zur Big Beach Boutique II aber nicht weniger als 250 000 Musikbegeisterte, das heißt, die Einwohnerzahl von Brighton hatte sich da schnell einmal verdoppelt.

Fatboy Slim, der eigentlich, der eigentlich Norman Cook heißt und seine Karriere als Bassist bei der Formation The Housemartins begann (deren „Caravan of Love“ ist einer meiner Lieblingssongs; siehe dazu meinen Blogeintrag), wohnte ganz in der Nähe von Brighton, in Hove, und hatte mit seiner Beachparty wettermäßig am 13. Juli sehr viel Glück, denn die Stadt litt unter einer Hitzewelle. Die Besuchermassen strömten aus dem ganzen Süden Englands hierher an die Küste und die A23, die Brighton mit London verbindet, war total überlastet. Es bildeten sich kilometerlange Staus, und die Polizei riet den Anreisenden über Radio, die Stadt nicht mehr zu betreten. Die Verantwortlichen bei der Polizei hatten sich vollkommen verschätzt, indem sie lediglich 50 Beamte zur Überwachung der Beach Party eingeteilt hatten, und so wurden schnell noch über 200 Polizisten aus ganz Sussex zur Unterstützung herbeigeordert.

Um 18.30 sollte Big Beach Boutique II beginnen, doch schon Stunden vorher fanden sich zig Tausende Partybesucher ein, die bei Temperaturen um die 28° frühzeitig mit Feiern begannen und die Vorräte der strandnahen Bars austranken. So starteten Fatboy Slim und seine DJ-Kollege Damian Harris, die Party am frühen Abend mit einer Viertel Million feucht-fröhlicher Gäste. Eigentlich wollte die Polizei das ganze Spektakel aus Sicherheitsgründen absagen, aber man befürchtete, dass dann die Besucher auf die Barrikaden gegangen wären.

Um 22.30 Uhr war die Party beendet, und dann begann das Chaos der Abreise… Viele blieben gleich über Nacht in Brighton, und viele, die kein Zimmer mehr bekommen konnten, schliefen am Strand. Als der nächste Tag heraufdämmerte, sah man eine total verdreckte Stadt. 160 Tonnen Abfall mussten abtransportiert werden. Da die konsumierten Getränke der Partygäste ja auch irgendwie wieder hinausgelassen werden mussten, und die Toiletten natürlich überhaupt nicht ausgereicht hatten, wurde die Notdurft eben an allen möglichen Häuserwänden verrichtet und diese Hinterlassenschaften musste die Stadtreinigung beseitigen. Drei Tage dauerte es, bis Stadt und Strand wieder vorzeigbar waren; die enstandenen Reinigungskosten beliefen sich auf £300 000. DJ Fatboy Slim, der von den Menschenmassen wohl selbst überrascht worden war, erklärte sich bereit, die Kosten zu übernehmen.

Hier sind einige Filmausschnitte von der Party zu sehen.

Die Windsor Duck Tours – Stadtrundfahrten zu Wasser und zu Land

Vor einigen Tagen fuhr ich in Hamburg mit dem RiverBus, einem umgebauten Reisebus, der in der Lage ist, auch im Wasser zu fahren und der Stadtrundfahrten im Gebiet der Hafencity unternimmt. Über ein Pendant in London, die Duck Tours, berichtete ich in meinem Blog vor vielen Jahren.

Auch in Windsor in Berkshire werden solche Amphibien-Stadttouren angeboten, die Windsor Duck Tours, die sich bei den zahllosen Touristen in der Stadt großer Beliebtheit erfreuen. Der Startpunkt ist vor der Thames Street Nummer 32, gegenüber vom Theatre Royal. Mit einem speziell für diese Wasser-Land-Rundfahrten gebauten gelben, entenförmigen Vehikel geht es dann durch die Straßen von Windsor und schließlich als Highlight das Abtauchen in die Themse, von wo aus die Businsassen einen ganz besonderen Ausblick auf das Windsor Castle haben.

Angeboten werden die Road River Duck Tour, bei der die Fahrten zu Land und zu Wasser jeweils 50% ausmachen. Wer lieber etwas länger auf der Themse unterwegs sein möchte, sollte sich für die River Splash Tour entscheiden, bei der man 70% der Fahrzeit auf dem Wasser ist.

Die etwa einstündigen Touren finden täglich statt und kosten £19 für den Erwachsenen, Kinder zahlen je nach Alter zwischen £8 und £17. Die erste Fahrt beginnt jeweils um 10 Uhr, die letzte um 17.10 Uhr. An Bord ist ein Guide, der den Gästen alles Wissenswerte rund um Windsor erzählt.

Der Fahrer des Busses benötigt für die Duck Tours sowohl einen Personenbeförderungsschein als auch ein Bootsführerschein. Man ist also in sicheren Händen.

Hier ist ein Film über eine Windsor Duck Tour im Schnelldurchlauf.

Das Hamburger Gegenstück, der RiverBus.
Eigenes Foto.

Published in: on 19. Juli 2017 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Fun London Tours – Die besonderen Stadtrundgänge

Treffpunkt für die Secret London Walking Tour: Der Riesendaumen auf dem Trafalgar Square.
Photo © pam fray (cc-by-sa/2.0)

Man kann eine neue Stadt an Bord eines Stadtrundfahrt-Busses erkunden, der an den meisten Standard-Sehenswürdigkeiten vorbeifährt; das reicht in der Regel, dann hat man sich einen Überblick verschafft und kann auf eigene Faust losziehen, um seine Eindrücke zu vertiefen und Neues zu entdecken. In Paris habe ich an zahlreichen sogenannten „Conférences“ teilgenommen, das sind geführte Rundgänge, die in Teile der Stadt und in Gebäude führen, die eher unbekannt oder normalerweise nicht zugänglich sind. In London gibt es ebenfalls spezielle Stadtführungen wie Jack the Ripper-Tours oder Ghost Walks.

Die kleine Firma Fun London Tours bietet solche Spezialtouren an, die von professionellen Stadtführern geleitet werden. Hier sind einige Beispiele:

Die Secret London Walking Tour führt in kleine unbekannte Gassen und zu alten Pubs, die von nur wenigen Touristen aufgesucht werden, wobei der Tourguide mysteriöse Geschichten aus der Vergangenheit der Stadt erzählt.

Eine weitere Tour heißt Forgotten London: Heroes and Villains of London’s Old Quarter. Auch hier wird man durch abgelegene Gassen, durch Kirchhöfe und an alten vergessenen Denkmälern vorbeigeleitet und erfährt von geheimnisvollen Dingen, die sich dort zugetragen haben.

In London’s Grime and Punishment Tour steht das Thema „Verbrechen“ im Mittelpunkt. Man hört von bizarren und unheimlichen Begebenheiten, die sich in der Vergangenheit der Stadt abgespielt haben.

Etwas ganz Spezielles ist die London’s Weirdest Weather Tour, bei der es um besondere Wetterphänomene geht, die in London stattgefunden haben wie zum Beispiel der berüchtigte Nebel und die zugefrorene Themse.

Die zweistündige The Beatles in London Walking Tour führt auf die Spuren der vier legendären Musiker in der Stadt, wobei natürlich die Abbey Road Studios und der berühmte Zebrastreifen davor nicht vergessen werden.

Weitere Stadtrundgänge stehen unter dem Motto „Bizarre London„, „Curiosities of Soho“ und „Changing Guard Walking Tour„.

In diesem Video stellt Matt Gedge seine Firma Fun London Tours vor.

 

Published in: on 2. Juli 2017 at 02:00  Comments (1)  
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„Bleeding London“ – Ein Buch und eine Bildersammlung

Etwa 58 000 Straßen soll es in London geben…
Photo © Richard Cooke (cc-by-sa/2.0)

Es hätte nicht viel gefehlt und der englische Schriftsteller Geoff Nicholson (geboren 1953) hätte 1997 für seinen Roman „Bleeding London“ den begehrten Whitbread Prize erhalten. Er stand schon auf der Shortlist, dann entschied sich die Jury aber doch für Jim Craces „Quarantine“. In Nicholsons Roman steht ein Mann namens Stuart London im Mittelpunkt, dessen Obsession es ist, jede Londoner Straße einmal besucht zu haben. Das ruft Erinnerungen wach an Phyllis Pearsall, die das gleiche getan haben soll, um ihren Straßenatlas „London A-Z“ zu erstellen. Ich berichtete in meinem Blog über sie. Nicholsons Roman ist 1999 auf Deutsch unter dem Titel „London, London“ im Haffmans Verlag erschienen.

Vor einigen Jahren wurde ein Projekt ins Leben gerufen, das den Romantitel „Bleeding London“ im Namen führt und das mit Unterstützung von Geoff Nicholson entstand. Del Barrett von der Royal Photographic Society hatte die Idee, ein Archiv aufzubauen, in dem von jeder Londoner Straße ein Foto enthalten sein soll. Jeder ist dazu aufgerufen, an dem Projekt teilzunehmen und man braucht schon eine Menge Mitwirkende, um alle rund 58 000 Straßen der Hauptstadt im Bild festzuhalten. 600 Profi- und Hobbyfotografen haben bisher ihre Fotos an das „Bleeding London“-Projekt geschickt. Um einen Vorgeschmack von dieser riesigen Bildersammlung zu bekommen, wurden schon einmal vom 8. Juli bis zum 4. September 2015 1200 Exponate in der City Hall ausgestellt.

Mehr als 58 000 Fotos sind schon in der Datenbank enthalten, die ständig anwächst und die auch einmal online abrufbar sein wird. Hier ist ein Film über den Start des Projekts mit einer witzigen Rede von Geoff Nicholson.

…und hier sind sie alle verzeichnet.
Foto meines Exemplares.

 

The Gnome Reserve in West Putford (Devon) – Ein Paradies für Gartenzwergliebhaber

The Gnome Reserve in West Putford im Norden der Grafschaft Devon ist ein Ort, den jeder Gartenzwergliebhaber einmal gesehen haben muss. Über 1000 männliche und weibliche Zwerge leben hier mitten im Grünen und damit die menschlichen Besucher sich dem Lebensumfeld der „Gnomes“ etwas anpassen können, dürfen sie sich beim Betreten des Parks kostenlos Zwergenmützen ausleihen.

Die Zwerge wohnen in einem Waldgebiet, zwischen wilden Blumen und Wiesen, einem kleinen Flüsschen und einem Teich; also alles ist optimal für sie hergerichtet.

In einem Museum gibt es Zwerge älterer Bauart zu besichtigen, für die ein Aufenthalt in freier Natur inzwischen zu anstrengend wäre. Einige der „Gnomes“ kann man auch kaufen und mit nach Hause nehmen und selbstverständlich gibt es hier auch Erfrischungen und kleine Snacks aus der Zwergenküche.

Wie die Homepage des Gnome Reserve stolz verkündet, waren hier schon Fernsehteams aus der ganzen Welt zu Besuch; aus Deutschland das ZDF und Pro7.
Der Eintritt kostet für Erwachsene £3.75 und für Kinder £3.25. Geöffnet ist „The Gnome Reserve“ vom 21. März bis zum 31. Oktober, danach ist es für die Zwerge (und die Besucher) zu kalt. Hier ist ein Film über das Land der Zwerge.

Siehe zum Thema auch meinen Blogeintrag „Sir Charles Isham und die Gartenzwerge

The Gnome Reserve
West Putford
Nr Bradworthy
Devon
EX22 7XE

Published in: on 8. Juni 2017 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Mein Buchtipp – Gareth Rubin & Jon Parker: Crap Days Out

Foto meines Exemplares.

Foto meines Exemplares.

Schon das Umschlagbild dieses wunderschönen Buches ist gelungen: Ein kleines Mädchen mit einer Tüte Eis in der Hand am Meer, das offensichtlich überhaupt keine Lust hat, hier seine Ferien zu verbringen.

Crap Days Out“ von Gareth Rubin und Jon Parker listet die Orte in Großbritannien auf, für die es sich nicht lohnt, dort extra hinzufahren. Mit trockenem Humor schildern sie ihre Besuche (nach Regionen geordnet) dieser „Sch…orte“ und beginnen gleich mit Stonehenge in Wiltshire: „Is that it then? Seriously? Bollocks, we should have gone to Bath after all“.

Über das Londoner Anaesthesia Heritage Museum:“ „Mum. Can we go to the Anaesthesia Heritage Museum? Pleeeeease?!““  Words you will never hear. Never“.

Cadbury World in Birmingham: „Cadbury World is the chocolate factory visit that does not include a visit to the chocolate factory“.

Sheffield: „When the „Full Monty“ hit British cinemas in 1997, the residents of Sheffield, where it was set, were outraged at the depiction of their town as some depressed, poverty-stricken slum populated by overweight former steelworkers  living in hovels with outside toilets. Their anger was justified because Sheffield is far worse than that“.

Madame Tussauds in London: „By rights, spending £ 25 for an hour of looking at shop dummies dressed as quite famous people should be the sort of thing you do when you have exhausted every – every – other activity on the planet“.

Ein sehr empfehlenswertes Buch für einige vergnügliche Stunden!

Gareth Rubin & Jon Parker: Crap Days Out. John Blake 2011. 276 Seiten. ISBN 978-1843584056.

Stonehenge…das heißt, die Toiletten am Parkplatz.
Photo © Scriniary (cc-by-sa/2.0)

Cadbury World in Birmingham.
Photo © Oliver Mills (cc-by-sa/2.0).

Ein verlassenes Haus in Sheffield.
Photo © Dave Pickersgill (cc-by-sa/2.0).

Madame Tussauds an der Marylebone Road in London.
Photo © Steve Daniels (cc-by-sa/2.0).

Das Leeds Castle in Kent – Drei unterschiedliche Übernachtungsarten werden auf dem Gelände der Burg angeboten

Leeds Castle und der Maiden’s Tower.
Photo © N Chadwick (cc-by-sa/2.0).

Am Beispiel des Eastnor Castles in Herefordshire zeigte ich in meinem Blog schon einmal, was man mit einer alten Burg alles anstellen kann, um die immensen Unterhaltskosten zumindest zu einem Teil wieder hereinzubekommen.
Das Leeds Castle bei Maidstone in Kent (es hat mit der Stadt Leeds in West Yorkshire nichts zu tun) kann das mindestens genausogut. Als Olive, Lady Baillie, die letzte Besitzerin der Burg am 9. September 1974 starb, ging das Leeds Castle an die Leeds Castle Foundation über, die das alte Gemäuer seit 1976 für die Allgemeinheit geöffnet hat. Edward I und Catherine of Aragon, eine der Frauen von Henry VIII, waren u.a. Bewohner der Burg, die im frühen 19. Jahrhundert komplett umgebaut wurde und ihr heutiges Aussehen erhielt.

Auf dem Geländes des Leeds Castles findet der Besucher alles, was man von einer alten englischen Burg erwartet: Pfauen, die mit ihrem Kreischen für eine besondere Atmosphäre sorgen, ein Irrgarten, Schwäne, die auf dem River Len ihre Bahnen ziehen, schön anzusehende Gärten und Vorführungen mit Falken.

Wer möchte, kann auf dem Leeds Castle Estate auch übernachten und zwar auf dreierlei Weise:

Da gibt es zum einen die fünf Leeds Castle Cottages wie The River Lodge, das für bis zu zwölf Personen ausgelegt ist, das Knight’s Cottage, das bis zu sechs Personen beherbergen kann oder das kleine Weir Cottage für zwei Personen.

Direkt neben dem Leeds Castle liegt der im 16. Jahrhundert erbaute Maiden’s Tower, der über fünf Zimmer verfügt, die alle zu haben sind. Gerade eben hat die Automobile Association (AA) diese Unterkunft zum Unique B&B of the Year 2017/18 ausgerufen und ihm fünf Sterne verliehen. Das Frühstück wird im Fairfax Restaurant serviert, das direkt gegenüber auf der anderen Seite des Burggrabens liegt. Ab £260 kostet die Übernachtung in einem der historischen Räume. Das Schöne dabei ist, dass man das Leeds Castle abends, wenn die Besucher das Gelände verlassen haben, ganz für sich allein hat.

Die dritte Art, hier an der Burg zu übernachten, ist Knight’s Glamping (glamping = glamorous camping, ich berichtete in meinem Blog darüber). In acht luxuriösen Zelten mit Himmelbett kann man in der freien Natur wohnen und es sich bei schönem Wetter vor dem Zelt bequem machen; sollte es kühler werden, steht ein Holzofen zur Verfügung. Bis zu vier Personen (zwei Erwachsene, zwei Kinder) übernachten in den Zelten, die zum Beispiel The Earl of Devonshire oder The Marquis of Dorset heißen. Etwa £140 kostet eine Nacht in den buntgestreiften Zelten.

Bei allen drei Übernachtungsmöglichkeiten ist der Eintritt in das Leeds Castle enthalten, der £24.90 kostet. Das scheint auf den ersten Blick recht teuer zu sein, dafür kann man mit dem Ticket aber ein Jahr lang so oft man möchte, die Burg besuchen.

Über das Leeds Castle berichtete ich in meinem Blog schon einmal in Zusammenhang mit dem kuriosen Hundehalsbandmuseum, das ebenfalls hier zu finden ist.

Hier ist ein Film über die Burg.

Der Maiden’s Tower.
Photo © Paul Gillett (cc-by-sa/2.0)

Der Irrgarten.
Photo © Marathon (cc-by-sa/2.0).

Ein Leeds Castle peacock.
Photo © Christine Matthews (cc-by-sa/2.0)