National Walk Your Dog Week UK 2019

Auch dieser Staffordshire Bullterrier, Großbritanniens beliebteste Hunderasse laut einer Umfage des Fernsehsenders ITV, würde sich über einen ausgiebigen Spaziergang freuen.
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In diesen Tagen stehen in ganz Großbritannien, von Penzance in Cornwall bis John O’Groats an der Nordspitze Schottlands, Hunde an den Haustüren und sehen ihre Herrchen bzw. Frauchen mit fordernden Augen an, in denen man lesen kann „Remember, it’s the National Walk Your Dog Week!!“ Also, rein in die Gummistiefel, einen „poop bag“ in die Tasche gesteckt, und wenn es auch noch so regnet, Alfie, Charlie, Poppy und Bella (die beliebtesten Hundenamen im Königreich) haben ein Recht darauf, zumindest in der National Walk Your Dog Week, die in diesem Jahr vom 1. bis zum 7. Oktober dauert, richtig schön lange ausgeführt zu werden.

Zu verdanken haben die Hunde Großbritanniens diese spezielle Woche Colleen Page, einer Expertin für Haustiere, die auch den National Cat Day ausgerufen hat. Colleen hatte die National Walk Your Dog Week vor neun Jahren in den USA ins Leben gerufen und dabei in erster Linie im Auge gehabt, übergewichtigen Hunden (und deren ebenso fülligen Besitzern) mehr Bewegung zu verschaffen, und da das Thema Übergewichtigkeit auch in Großbritannien eine immer größere Rolle spielt, ist diese „Hunde-Ausführ-Woche“ durchaus auch auf der Insel für alle Beteiligten sinnvoll.
Nach Expertenmeinung sollte ein Hund mindestens zweimal am Tag für jeweils 30 Minuten ausgeführt werden. Vielleicht fällt es Herrchen leichter, einen Spaziergang mit Hund zu unternehmen, wenn dieser in einem „dog-friendly pub“ endet, in dem der Vierbeiner zwar kein Pint, aber dafür ein anderes Leckerli serviert bekommt. Hier ist eine Checkliste für den perfekten Spaziergang.

The North East Skinny Dip 2019 – Massennacktbaden in der Nordsee an der Küste von Northumberland

Schauplatz des Skinny Dips: Die Druridge Bay in Northumberland.
Photo © Graham Robson (cc-by-sa/2.0)

Der North East Skinny Dip fand am 22. September diesen Jahres bereits zum siebten Mal statt (skinny dipping heißt auf Deutsch Nacktbaden). Nach Angaben der Organisatoren nahmen in diesem Jahr 737 Männer und Frauen daran teil, ein Rekord. Schauplatz war wieder die Druridge Bay in Northumberland, ein kilometerlanger Küstenabschnitt südlich von Alnwick. Die teilnehmenden Nacktbader haben bei dem Event immer viel Spaß und das trotz niedriger Wassertemperaturen, dieses Mal waren es etwa 11°; dieser Film aus dem Jahr 2017 dokumentiert das.

Die Teilnehmer am North East Skinny Dip kommen aus dem ganzen Land angereist, um dem kalten Vergnügen nachzugehen, viele schon am Vorabend zum „pre-dip camp“. Sie tun das aber auch um etwas Gutes zu tun., denn der Erlös der Aktion (jeder muss eine Teilnehmergebühr in Höhe von £12 bezahlen) geht an die 1946 gegründete Wohltätigkeitsorganisation MIND, die sich um psychisch kranke Menschen kümmert. In diesem Jahr gehen die Einnahmen an Tyneside and Northumberland MIND, werden also regional verwendet. Seit dem ersten Skinny Dip sind auf diese Weise bereits £40,000 zusammengekommen.

Ein MIND Charity Shop: Hier in Dursley (Gloucestershire).
Photo © Jaggery (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 28. September 2019 at 02:40  Schreibe einen Kommentar  
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Thomas Cook (1808-1892) und die erste Pauschalreise in der Geschichte des Tourismus

Die Thomas Cook-Statue am Bahnhof von Leicester. This work is released into the public domain.

Die Thomas Cook-Statue am Bahnhof von Leicester.
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Anlässlich des Untergangs des Thomas Cook-Konzerns in diesen Tagen, wiederhole ich hier noch einmal einen Blogeintrag, den ich am 1. Juni 2014 veröffentlichte, und der sich mit den Anfängen des Reiseunternehmens beschäftigt.

Die Thomas Cook Group ist eines der weltweit größten Touristikunternehmen mit einem Umsatz von über 10 Milliarden Euro. Es führt noch immer den Namen seines Gründers Thomas Cook, der, als er am 18. Juli 1892 starb, sich diesen Erfolg niemals hätte vorstellen können.

Thomas Cook wurde 1808 in Melbourne, einer kleinen Marktstadt in Derbyshire, geboren. Schon früh wandte er sich dem baptistischen Glauben zu und war ein fanatischer Abstinenzler. Wenn er damals geahnt hätte, dass später einmal unter seinem Namen All Inclusive-Reisen verkauft werden, bei denen alkoholische Getränke inbegriffen sind…

Die Idee, den Menschen damals preisgünstige Reisen anzubieten, entsprang dann auch aus dem Wunsch Thomas Cooks, genau diese Menschen vom Alkohol abzubringen. Da zu dieser Zeit gerade ein Schienennetz in England gebaut wurde und Eisenbahnen in Mode kamen, organisierte Cook am 5. Juli 1841 die allererste Pauschalreise in der Geschichte des Tourismus. Er mietete einen Zug, der die 570 Passagiere von der Stadt Leicester in das 17 km nördlich gelegene Loughborough brachte. Für einen Shilling pro Kopf bekamen die Reisenden nicht nur ihre Hin- und Rückfahrkarte, sondern auch noch ein Picknick mit Tee und belegten Brötchen, wozu eine Blaskapelle spielte, und einen kleinen Reiseführer für die Route, den Cook selbst geschrieben und gedruckt hatte. Nach dem Picknick konnte man sich im Park von Loughborough mit Spielen die Zeit vertreiben, bis es dann zum Höhepunkt der Reise kam (jedenfalls aus der Sicht von Thomas Cook), einer Massendemonstration gegen die Gefahren des Alkoholkonsums (der Thomas Cook Temperance Dance in Loughborough ist hier zu sehen). Glücklich und zufrieden kam die Reisegesellschaft um 22.30 Uhr wieder auf der Campbell Street Station in Leicester an.

Diese Reise war dermaßen erfolgreich, dass Thomas Cook weitere organisierte und da das Schienenetz immer größer wurde, lagen die Ziele auch immer weiter entfernt. In den 1850er Jahren gab es schon Reiseangebote außerhalb Englands und im Jahr 1866 arrangierte Thomas Cook die erste Reise in die USA. Der Grundstein für den späteren Massentourismus war gelegt.

Leicester, die Stadt in der Thomas Cook starb, war für ihn immer besonders wichtig gewesen und so ist es auch nicht verwunderlich, dass man den berühmten Mann hier in Ehren hält. Es gibt das Thomas Cook Building in der heutigen Einkaufs- und Fußgängerzone Gallowtree Gate, das 1894 gebaut wurde, ein Denkmal vor dem Bahnhof, das ihn in Lebensgröße zeigt und mehrere Plaketten an Häuserwänden, die auf ihn aufmerksam machen. Begraben wurde er auf dem Welford Road Cemetery.

Auch in Cooks Geburtsort Melbourne in Derbyshire hat man ihn nicht vergessen; an seinem Geburtshaus an der Ecke Quick Close und George Street hat man eine Plakette angebracht. An der High Street finden sich die Thomas Cook Memorial Cottages, die der Sohn der Stadt 1890/91 hat bauen lassen, um Bedürftigen, die dem baptistischen Glauben huldigten, eine angemessene Unterkunft zu bieten.

Das Buch zum Artikel:
Piers Brendon: Thomas Cook – 150 Years of Popular Tourism. Secker & Warburg 1991. 372 Seiten. ISBN 978-0436199936.

Ziel der ersten Pauschalreise von Thomas Cook, der Bahnhof von Loughborough.   © Copyright Ashley Dace and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Ziel der ersten Pauschalreise von Thomas Cook, der Bahnhof von Loughborough.
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Thomas Cooks Grab auf dem Welford Road Cemetery in Leicester.   © Copyright Ashley Dace and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Thomas Cooks Grab auf dem Welford Road Cemetery in Leicester.
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Hinweistafel an Cooks Geburtshaus in Melbourne (Derbyshire).   © Copyright Jerry Evans and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Hinweistafel an Cooks Geburtshaus in Melbourne (Derbyshire).
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Die Thomas Cook Memorial Cottages in Melbourne (Derbyshire).   © Copyright Trevor Rickard and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Thomas Cook Memorial Cottages in Melbourne (Derbyshire).
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Ab sofort geschlossen: Das Reisebüro von Thomas Cook in Redhill (Surrey).
Photo © Ian Capper (cc-by-sa/2.0)

 

Published in: on 25. September 2019 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Soapbox Science – Wissenschaftliche Themen für jedermann, von der Seifenkiste aus erklärt

Soapbox Science in Swansea in Wales.
Author: Nejaby
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Im Londoner Hyde Park gibt es ja bekannterweise die Speaker’s Corner, wo jedermann Reden über (fast) alles halten kann, ob nun jemand zuhört oder auch nicht. Die Redner standen dabei üblicherweise auf Kisten, in denen früher Seife transportiert wurde, daher der Begriff des „Soapboxing“ für improvisierte Reden unter freiem Himmel.

In London wurde im Jahr 2011 eine Bewegung ins Leben gerufen, die sich Soapbox Science nennt; dabei versuchen namhafte Wissenschaftlerinnen dem „Normalbürger“ Themen aus ihrem jeweiligen Fachgebiet näher zu bringen. Sie stehen auf öffentlichen Plätzen und schnell sammelt sich eine Traube von Menschen um sie, die zuhören, Fragen stellen oder auch interaktiv tätig sein können. Seit Beginn von Soapbox Science haben schon über 1000 Wissenschaftlerinnen teilgenommen und mittlerweile ist diese Bewegung nicht nur auf Großbritannien beschränkt. In vielen Ländern der Welt gibt es sie, auch in Deutschland (Berlin, München). In diesem Jahr finden 42 Veranstaltungen weltweit statt. Hier sind einige Themen, die behandelt werden, am Beispiel von Exeter (Devon) vom 29. Juni diesen Jahres:

Die Vulkanolgin Dr Aleksandra (Ola) Zawalna-Geer von der University of Exeter sprach über das Thema “How predictable can volcanoes be?”.
Judith Piegsa von der Medical School der Universität von Exeter hatte sich das Thema “A peephole into the brain: Leaky blood vessels and Alzheimer’s disease” ausgesucht, und Dr Kirsten J. Lees, ebenfalls University of Exeter, wählte das Thema “Over the Moorlands – protecting our peat using satellites”. Also alles sehr unterschiedliche Themen, über die sich die Bürger von Exeter am Princesshay Square informieren konnten. Hier ist ein Film über eine frühere Soapbox-Veranstaltung in Exeter.

Published in: on 12. September 2019 at 02:00  Comments (1)  
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Die freundlichsten und unfreundlichsten Orte und Regionen in Großbritannien

Die Kathedrale der Stadt Worcester, „the most polite town“.
Photo © Philip Halling (cc-by-sa/2.0)

Wer häufiger durch Großbritannien gefahren ist, hat vielleicht schon einmal seine persönliche Hitliste aufgestellt, wo er die freundlichsten Menschen getroffen hat. Im Norden? Im Süden?
Es gibt einige Untersuchungen und Umfragen in den letzten Jahren, die herauszufinden versuchen, welche Städte und Regionen am freundlichsten und welche am unfreundlichsten sind. Wen wundert es, dass dabei London immer am schlechtesten abgeschlossen hat?

Die Universität von Cambridge hat nach einer umfangreichen Studie festgestellt, dass der Norden freundlicher als der Süden ist, wobei die Schotten besonders gut wegkommen. In den südlichen Landesteilen sticht Devon besonders positiv hervor. Die Schlusslichter bilden der Großraum London und Teile der Midlands.

Wie sieht es mit den Städten des Landes aus? Nach einer Umfrage der Firma Showerstoyou.co.uk nach den „most and least polite towns„, wobei die Aspekte „friendly, welcoming, and safe“ im Mittelpunkt stehen, nimmt den Spitzenplatz die Stadt Worcester ein. Hier lebt es sich offensichtlich mit am besten im Königreich. Auf den nächsten Plätzen liegen Swansea in Wales, York in North Yorkshire, Wrexham in Wales und Newcastle (Tyne and Wear). Am anderen Ende, also die „least polite towns“, sind Birmingham, Gloucester, Belfast, Bristol und London.

Die Nahrungsmittelfirma Bisto hat eine Umfrage zum selben Thema erstellt, mit dem Ergebnis, dass York den besten „community spirit“ hat, gefolgt von Hull,  Belfast, Derby und Plymouth. Am Ende der Skala rangieren Wolverhampton, Portsmouth, Preston, Milton Keynes und Nottingham.

York (hier die Shambles) ist die Stadt mit dem besten „community spirit“.
Photo © Chris Downer (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 6. September 2019 at 02:00  Comments (5)  

Snapdragon – Ein nicht ganz ungefährliches Spiel, bei dem man sich schnell Brandverletzungen zuziehen kann

Besonders zur Zeit Queen Victorias spielte man zur Weihnachtszeit in England gern ein Spiel namens Snapdragon. Auch heute noch, zum Beispiel zu Halloween, kommt der eine oder andere auf die Idee, das könnte man ja wieder einmal spielen. Es ist ganz einfach: In eine Schale werden zwei Dutzend Rosinen gefüllt, wenn die gerade nicht zur Hand sind, kann man auch Mandeln, Pflaumen etc nehmen. Dann wird die Schale mit einer Flasche Brandy aufgefüllt, so dass die Ingredienzien an der Oberfläche schwimmen. Anschließend hält man ein Streichholz daran und veranstaltet so ein kleines Feuer. Die Zimmerbeleuchtung wird gedimmt, eine behagliche Atmosphäre entsteht und Snapdragon kann beginnen. Das Ziel ist, soviel Rosinen aus der brennenden Schale zu holen und zu essen wie möglich (ohne sich dabei den Gaumen zu verbrennen). Dass es bei dem weihnachtlichen Spiel zu Kollateralschäden kommt, liegt auf der (verbrannten) Hand.

Zu Weihnachten 1893 kam es im Royal Surrey County Hospital in Guildford zu einem Unglück, als beim Snapdragonspielen jemand Methylalkohol auf die langsam verlöschenden Flammen goss und es zu einer Explosion kam, wobei mehrere der Teilnehmer, auch Kinder, sich schwere Verbrennungen zuzogen und eines der Kinder sogar starb (gelesen in Nicola Slys „A Horrid History of Christmas„, das ich demnächst vorstellen werde). In diesem Film ist zu sehen wie Snapdragon gespielt wird.

Freunde der Agatha Christie-Kriminalromane erinnern sich vielleicht an das Buch „Hallowe’en Party„, 1969 erschienen, das in deutscher Übersetzung „Die Schneewittchen-Party“ bzw in der Neuübersetzung von 2018 ebenfalls „Die Hallowen Party“ heißt. In dem Buch wird zum Ende des zweiten Kapitels mit großer Begeisterung Snapdragon gespielt: „Everybody shrieked, rushing forward, snatching the blazing raisins, with cries of „Ow, I’m burned! Isn’t it lovely?„“ In der Verfilmung des Romans aus der Poirot-Serie (Episode 65) mit David Suchet ist die entsprechende Szene zu sehen, hier ab Minute 6.

Das ehemalige Royal Surrey County Hospital (jetzt Farnham Road Hospital) in Guildford, wo sich zu Weihnachten 1893 das Snapdragon-Unglück ereignete.
Photo © Robin Webster (cc-by-sa/2.0)

 

Deborah Almas weltweit erste und einzige Poetry Pharmacy in Bishop’s Castle (Shropshire)

Die High Street von Bishop’s Castle. Die Poet’s Pharmacy ist der blau gestrichene Laden weiter unten mit den hübschen Verzierungen.
Photo © Bill Boaden (cc-by-sa/2.0)

Vor einigen Tagen hörte ich in den Nachrichten, dass sich die niedersächsischen Hausärzte darüber beklagen, dass immer mehr Menschen mit den kleinsten Weh-Wehchen die Wartezimmer ihrer Praxen verstopfen, statt sich an Hausmittel zu erinnern, die oft auch helfen können.

Die Bewohner der Kleinstadt Bishop’s Castle in Shropshire haben seit diesem Jahr eine Alternative, die manchem den Gang zum Hausarzt vielleicht ersparen kann: Die Poetry Pharmacy in der High Street Nummer 36. Dort, wo früher einmal der Eisenwarenladen von E.C. Davies & Son untergebracht war, findet man jetzt die „Gedicht-Apotheke“, die einzige weltweit, die die Dichterin Deborah Alma gegründet hat. Bisher kannte man die Dame vorwiegend als „Emergency Poet„, die mit einem ausgemusterten Krankenwagen aus den 1970er Jahren durch die Lande fuhr („the world’s  first and only mobile poetic first aid service„) und ihre Patienten mit Hilfe von Gedichten wieder in die Spur brachte. Statt Paracetamol verabreichte Deborah Alma „poemcetamol“ und viele, die sie in ihrem Krankenwagen aufsuchten, waren damit zufrieden.

Nun hat die Poetin/Therapeutin einen festen Platz, an dem sie ihre Künste ausüben kann. Bishop’s Castle bot sich dafür an (Glastonbury’s High Street wäre auch ein guter Ort gewesen), denn die kleine Markstadt „has become known for its alternative community including artists, musicians, writers and craftspeople“ wie es in der Wikipedia steht, also ideal für die Poet’s Pharmacy.

Deborah Alma „heilt“ ihre Besucher nicht nur mit eigenen Gedichten (sie veröffentlichte bereits mehrere Anthologien wie „The Emergency Poet: An Anti-Stress Anthology„), auch Poeme anderer Dichter werden zur Therapie bzw Kur ihrer maladen Besucher eingesetzt.

Natürlich kann und will die Dichterin keinen Arzt ersetzen und richtige Krankheiten heilen, aber wenn die Seele verletzt ist, kann sie doch etwas erreichen. „Areas of emotional need“ sind ihre Spezialität.
Deborah Alma hat noch viel vor, was sie in ihrem Laden in der High Street von Bishop’s Castle ihren Besuchern anbieten will, und, wer weiß, vielleicht gibt es bald irgendwo in der Welt noch jemanden, der nach diesem Vorbild eine weitere Poet’s Pharmacy eröffnet.

Die 19 Riesenfrösche von Stockport (Greater Manchester)

Mrs Mersey The Happy Shopper. Gesponsert vom Merseyway Shopping Centre.
Photo © Gerald England (cc-by-sa/2.0)

In einer kinderfreundlichen Version des Märchens „Der Froschkönig“ der Gebrüder Grimm verlangt der Frosch, ein Prinz, der von einer Hexe verwandelt worden ist, einen Kuss von einer Prinzessin, um von seinem Fluch erlöst zu werden. In Stockport in der Grafschaft Greater Manchester warten zur Zeit 19 Frösche auf Prinzessinnen und ihre Erlösungsküsse, aber leider gibt es von den royalen jungen Damen viel zu wenige, und so stehen die armen Amphibien immer noch über das ganze Stadtgebiet verteilt einsam vor sich hin.

Eine wirklich nette Idee, diesen „Art Trail“ in Stockport nahe Manchester anzulegen, mit 19 Riesenfröschen, gesponsert von örtlichen Firmen. Jeder einzelne Frosch wurde individuell bemalt und gestaltet, und sie alle machen das Stadtbild bunter und heiterer.

Hier sind einige Exemplare zu sehen:

Das ist KermIT, gesponsert von der IT-Firma Amshire.
Photo © Gerald England (cc-by-sa/2.0)

Dieser Frosch hört auf den Namen BUSter und wurde von dem Bus-Transportunternehmen Stagecoach gesponsert.
Photo © Gerald England (cc-by-sa/2.0)

This Little Froggie Went To Market ist der Name dieses Frosches, den der Stockport Metropolitan Council gestiftet hat.
Photo © Gerald England (cc-by-sa/2.0)

 

Published in: on 2. September 2019 at 02:00  Comments (1)  
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„Eau-de-Burton“ und „Eau-de-Southport“ – Zwei Parfüms der besonderen Art

Die Coors Brauerei in Burton-on-Trent, mitverantwortlich für den Geruch, der über der Stadt hängt.
Photo © Chris Allen (cc-by-sa/2.0)

Was verbindet man mit der Stadt Burton-on-Trent in der Grafschaft Staffordshire? Auf jeden Fall Bier, aber auch Marmite (eine aus Hefeextrakt gewonnene Würzpaste,  „Love it or hate it“) und Branston Pickle (ein vegetarischer Relish, den man häufig zum Ploughman’s Lunch serviert bekommt), die letzten beiden wurden in der Bierstadt Burton-on-Trent entwickelt.

Vor einigen Jahren kam Victoria Brookes auf die Idee, ein Parfüm zu kreieren, dass die „Essenzen“ der Stadt beinhaltet, die Gerüche, mit denen man in Burton-on-Trent konfrontiert wird. Das Parfüm beinhaltet Gourmand (Schlemmerduft), das Marmite und Branston Pickle repräsentiert, eine Ledernote, stellvertretend für den örtlichen Fußballverein Burton Albion FC (Fußballstiefel und Lederball) und Ambra für das Bier, das in der Stadt gebraut wird (amber nectar = Gerstensaft). Eine schon recht merkwürdige Zusammenstellung, über die die Pariser Parfumeure sicher die Nase rümpfen würden. Aber gut, „Eau-de-Burton“ kam für £36.50 in den Handel und gefiel zumindest den Bewohnern der Stadt am River Trent.

Angeregt durch das, was da in Burton-on-Trent kreiert worden war, schuf Barbara Pratt in Southport, einer Küstenstadt in Merseyside, nördlich von Liverpool, etwas Ähnliches, das ebenfalls den Charakter ihrer Stadt widerspiegeln sollte: „Eau-de-Southport„. Was ist, olfaktorisch gesehen, das Besondere an einer Stadt am Meer? Natürlich einmal der Meeresgeruch selbst, dann der Geruch frisch gemähten Rasens von den umliegenden Golfplätzen und die Blumengerüche von der jährlich stattfindenden Southport Flower Show. Für £25 wurde „Southport Eau de Parfum“ angeboten und gut verkauft. Hier ist ein Film darüber.
Ein Jahr später entwickelte Barbara Pratt noch eine spezielle Duftnote für den örtlichen Fußballverein Southport FC (hergestellt in Deutschland). Als die Spieler das Parfum erstmalig benutzten, gewannen sie gleich 5:0 gegen Stockport County. Wer weiß, was die Parfumeurin da noch an geheimnisvollen Zutaten dazu gemixt hat?

Die Seeluft des Strandes von Southport war ein Bestandteil des Parfüms.
Photo © David Dixon (cc-by-sa/2.0)

Großbritanniens ungesündeste High Streets – Mit dem Spitzenreiter Grimsby in Lincolnshire

Die Freeman Street in Grimsby.
Author: ReptOn1x
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Zuletzt schrieb ich in meinem Blog am 3. Juni diesen Jahres über das Thema „High Street“, ein Dauerthema mit dem der Besucher des Königreichs immer wieder konfrontiert wird.

Die Royal Society for Public Health (RSPH) hat eine Untersuchung angestellt, bei der die Auswirkungen des „high street retail environment“ auf die Gesundheit und das Wohlbefinden der Menschen genauer unter die Lupe genommen wurde. Die Studie ermittelte, dass das Leben von Menschen, die ständig mit Leerständen, Wettbüros, Schnapsläden, Imbissbuden und dergleichen auf ihrer High Street konfrontiert werden, bis zu zweieinhalb Jahre kürzer sein kann als das Leben von denjenigen, die in der glücklichen Lage sind, eine „gesunde“ High Street zu haben, mit Bibliotheken, Museen, Apotheken, netten Bars, Pubs und Restaurants.

Die RSPH hat eine Top Ten Liste der ungesündesten, aber auch der gesündesten High Streets aufgestellt (Stand Ende 2018).

Hier sind die Negativ-Spitzenreiter:
1. Grimsby
2. Walsall
2. Blackpool
4. Stoke-On-Trent
5. Sunderland
6. Northampton
7. Bolton
8. Wolverhampton
9. Huddersfield
10. Bradford

Hier fällt auf, dass es sich ausnahmslos um Städte aus Englands Norden handelt. Das Nord-Süd-Gefälle macht sich hier deutlich bemerkbar. Grimsby in Lincolnshire, ist von Platz 6 bei der Untersuchung im Jahr 2015 komplett abgeschmiert und hat nun Großbritanniens ungesündeste High Street. Die Freeman Street, die sich durch die Küstenstadt zieht, war einmal eine florierende Einkaufsstraße als die Fischfangindustrie noch den Ort dominierte, aber die ist kaum noch existent und dadurch hat Grimsby eine extrem wichtige Einnahmequelle verloren. Es gibt allerdings Bestrebungen durch Abrisse von leerstehenden Gebäuden in der Freeman Street und Neuansiedlung von Geschäften der Straße wieder ein freundlicheres Gesicht zu verleihen. Vielleicht gelingt das ja und Grimsby kann in der nächsten RSPH-Untersuchung den Schwarzen Peter wieder abgeben.

Der Spitzenreiter der vorigen „Health on the High Street“-Untersuchung, Coventry, ist jetzt aus den Top Ten herausgefallen.

Die gesündesten High Streets Großbritanniens sind aktuell:
1. Edinburgh
2. Canterbury
3. Taunton
4. Shrewsbury
5. Cheltenham
6. York
7. Brighton & Hove
8. Eastbourne
9. Exeter
10. Cambridge

Hier dominiert, abgesehen von der schottischen Metropole Edinburgh und den nordenglischen Städten Shrewsbury und York, ganz klar der Süden des Landes.

Hier ist ein Film der RSPH.

Edinburgh High Street, die gesündeste im Königreich.
Photo © Mat Fascione (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 6. August 2019 at 02:00  Comments (1)  
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The Big Dipper Teil 2 : Eine ehemalige Achterbahn im Londoner Battersea Park und ein schweres Unglück im Jahr 1972

Einer der Eingänge zum Battersea Park.
Photo © David P Howard (cc-by-sa/2.0)

Auch London besaß einmal eine hölzerne Achterbahn, die den Namen The Big Dipper trug und im Battersea Park stand, der für das Festival of Britain 1951 als Vergnügungspark eingerichtet worden war. Die Achterbahn war damals eine Attraktion, vergleichbar heute mit dem London Eye.
The Big Dipper London hatte bereits im Mai 1951 ein kleines Problem, als ein leerer Wagen auf der Bahn entgleiste, wobei niemand zu Schaden kam. Bei einem Unfall 1968 brach sich einer der Insassen einen Arm. Zwei Jahre später zerstörte ein Feuer einen Teil der Achterbahn.

Eine richtige Katastrophe ereignete sich dann am 30. Mai 1972. Am späten Nachmittag wurde gerade ein mit 32 Menschen besetzter Wagen die steile Rampe des Big Dippers hochgezogen, als sich in 15 Metern Höhe das Schleppseil löste und der Achterbahnwagen rückwärts mit hoher Geschwindigkeit wieder zurückrollte; in einer Kurve entgleiste er. An diesem Mainachmittag starben bei dem schrecklichen Unglück fünf Kinder und Jugendliche. Zwei Jungen im Teenageralter und ein acht Jahre altes Mädchen waren auf der Stelle tot, zwei weitere Kinder erlagen später ihren Verletzungen, 13 der Insassen wurden verletzt.

Es stellte sich natürlich sofort die Frage, wer für den Unfall verantwortlich war. Gab es grobe technische Mängel, die bei den Sicherheitsprüfungen übersehen worden waren? Die Untersuchungsbehörden stellten erhebliche Fehler fest und Anklage wurde erhoben gegen den Parkmanager und den technischen Leiter der Achterbahn, doch beide wurden ein Jahr später freigesprochen.

Das Unglück markierte auch das Ende des Big Dippers und letztlich auch das Ende des ganzen Vergnügungsparks. Die Achterbahn wurde abgerissen und die Tore der Funfair 1974 geschlossen. Im Battersea Park konnte sich seitdem nie wieder ein permanenter Freizeitpark etablieren.

Hier ist ein Film über das Unglück und in diesem Film aus dem Jahr 1953 werden die Vergnügungen des Battersea Parks gezeigt.

Published in: on 5. August 2019 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  

The Big Dipper Teil 1: Die Achterbahn in Blackpool (Lancashire)

Der Pleasure Beach im englischen Seebad Blackpool ist ein Dorado für alle, die sich einmal so richtig amüsieren wollen (d.h. auf englische Art). Im Mittelpunkt der Amüsiermeile steht seit 1923 die Holzachterbahn The Big Dipper. 1936 wurde sie noch einmal erweitert und versieht bis zum heutigen Tage ihren Dienst.
Die Achterbahn ist 1000 m lang, 18m hoch und man erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von ca 65 km/h.  Hier wurde auch der Weltrekord im Achterbahnfahren aufgestellt. Richard Rodriguez fuhr im Jahr 2000 sage und schreibe 2000 Stunden lang mit der Bahn und überbot damit seinen eigenen Rekord, der bis dahin 1013 Stunden betrug. Pro Stunde durfte er nur 5 Minuten pausieren, um gewisse Örtlichkeiten aufzusuchen; Essen, Trinken und Schlafen erfolgte alles in einem der Wagen. Leider veränderte Guinness World Records im Jahr 2007 die Regeln, so dass die Rekorde auf diese Weise ungültig wurden. Rodriguez ließ aber nicht locker und holte sich seinen Rekord wieder zurück, indem er „nur“ 405 und 40 Minuten auf dem Big Dipper und dem Pepsi Maxi Big One fuhr. Diese Achterbahn, gleich neben dem Big Dipper gelegen, ist eine der gewaltigsten in ganz Europa mit einer Höhe von 65 Metern und 120 km/h schnell.

Am 11. August 2000 ereignete sich ein schwerer Unfall auf dem Big Dipper als zwei Wagen zusammenstießen und 16 Fahrgäste verletzt wurden.

 

Die World Pea Shooting Championships in Witcham (Cambridgeshire)

Nur wenige Autominuten von der Kathedralenstadt Ely entfernt, liegt der kleine Ort Witcham in der Grafschaft Cambridgeshire. Einmal im Jahr, am zweiten Samstag des Monats Juli, fallen Männer und Frauen aus nah und fern in das Dorf ein, die eine besondere Fähigkeit haben: Sie können Erbsen sehr gezielt pusten. Auf dem Village Green von Witcham präsentieren sie ihre Künste im Rahmen der World Pea Shooting Championships.

Seit 1971 wird der Wettbewerb hier ausgetragen, der auf den Schulleiter der örtlichen Schule John Tyson zurückgeht. Der hatte nämlich immer die Erbsen und Blasrohre der Schüler „konfisziert“, die sich unerlaubterweise auf dem Schulgelände gegenseitig mit Erbsen beschossen.

Die Regeln für die „Erbsenpusten-Weltmeisterschaften“ sind einfach. Jeder der Teilnehmer bekommt die Erbsen zugeteilt, das Blasrohr darf er/sie selbst mitbringen. Aus einer Entfernung von etwa vier Metern müssen die Teilnehmer mit Hilfe ihres Blasrohrs die Erbsen auf eine 30cm große Scheibe abschießen, die in drei Ringe unterteilt ist. Wer die Mitte der Scheibe trifft, erhält 5 Punkte, der zweite Ring liefert 3 Punkte und der äußere Ring bringt einen Punkt. Die fünf besten „Schüsse“ werden addiert, fertig.

Bei den 49. Weltmeisterschaften am 13. Juli 2019 wurde Ian Ashmeade wieder einmal Champion wie schon im Jahr zuvor, bei den Damen konnte Sally Redman-Davies am besten pusten und wurde zweimal nacheinander Weltmeisterin. Ian Ashmeade wurde im vorigen Jahr eine besondere Ehre zuteil: Witchams Pub The White Horse bekam ein neues Wirtshausschild, auf dem der Kopf des Erbsenpusters samt dem für ihn typischen Helm abgebildet ist, natürlich fehlt das namensgebende weiße Pferd auch nicht.

Noch ein Wort zu den Pusteröhrchen. Manche benutzen ein ganz normales Rohr, es gibt aber auch welche, die ein „State-of-the-Art High-Tech-Rohr“ einsetzen, mit integrierter Lasertechnik.

Im nächsten Jahr kommt es zu einem Jubiläum, dann werden die 50. World Pea Shooting Championships ausgetragen.

Hier sind Bilder von den diesjährigen Weltmeisterschaften.

Das Village Green von Witcham während der Championships.
Photo © Stuart Shepherd (cc-by-sa/2.0)

Das neue Wirtshausschild vom White Horse mit dem Pea Shooting Weltmeister Ian Ashmeade darunter, neben ihm steht Landlady Linda Elbourne .
Author: Yiipeeia
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Die Londoner Cremorne Gardens an der Themse in Chelsea

Im Londoner Stadtteil Chelsea liegt direkt an der Themse, eingerahmt von Wohnblocks, ein kleiner Park namens Cremorne Gardens. Ein sehr schönes schmiedeeisernes Tor führt in den Park, der auch über eine eigene Schiffsanlegestelle verfügt. Es handelt sich hier um ein winziges Überbleibsel eines einst riesigen Geländes, das auf eine bewegte Vergangenheit zurückschauen kann. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts als Sportstätte eingerichtet, in der geboxt, gefechtet und geschwommen wurde (und nach einem Viscount Cremorne benannt ist), entwickelte sich das Gelände weiter zu einem großen Vergnügungspark. Das Publikum wurde durch alle möglichen Amüsements unterhalten wie Feuerwerke, Tanzveranstaltungen, Theateraufführungen usw. usw.

Eine Madame Geneviève begeisterte 1861 die Parkbesucher durch eine waghalsige Überquerung der Themse auf einem Seil, ganz im Stil eines Charles Blondin. Sehr beliebt war das Zuschauen bei Ballonaufstiegen, die immer wieder in den Cremorne Gardens stattfanden. Der berühmte Ballonfahrer Charles Green sorgte einmal für Aufsehen, indem er, begleitet von einer Dame und einem Leoparden, vom Park aus abhob. 1864 startete ein weiterer berühmter Aeronautiker gleich zweimal von hier aus: Der Franzose Eugène Godard, der einmal in Greenwich und das zweite Mal in Walthamstow landete.

Einige Zeit später ging es mit den Cremorne Garden bergab. Eine ganz andere Klientel, die einen schlechten Ruf hatte, traf sich im Park („a nursery of every kind of vice“ wie es in einem Pamphlet hieß), und so wurde er 1877 geschlossen. Das Gelände bebaute man nach und nach, bis nur noch der kleine Park übrig blieb, der 1982 neu eröffnet wurde.

Das wunderschöne Eingangstor stand viele Jahre lang auf dem Gelände der Bowden’s Brewery in der Kings Road, wurde 1981 restauriert und 1997 wieder an alter Stelle aufgebaut.

Hier ist ein kleiner Spaziergang durch die Anlage im Film.

Das schöne Original-Eingangstor.
Photo © David Martin (cc-by-sa/2.0)

Die Schiffsanlegestelle.
Photo © David Martin (cc-by-sa/2.0)

Meine Brighton-Trilogie Teil 3: Der analoge und der digitale Walk of Fame

Der Brighton Walk of Fame à la Hollywood.
Photo © Paul Gillett (cc-by-sa/2.0)

Was Hollywood kann, das können wir in Brighton auch; gesagt, getan, und so gibt es seit 2002 in der Stadt am Meer ebenfalls einen Walk of Fame, der, wie das große Vorbild in Kalifornien, aus in das Pflaster eingelassenen Steinen besteht. Auf die Idee kam David Courtney, ein in Brighton geborener Komponist und Produzent, der eine Zeit lang in Los Angeles lebte und den Brighton Walk of Fame initiierte, der am Yachthafen der Stadt zu finden ist. Zur Zeit sind es über 100 Tafeln, die auf Prominente aufmerksam machen, die in irgendeiner Form mit dem Küstenort in Verbindung stehen/standen. Da haben wir beispielsweise Georg IV, der als Prince of Wales den Royal Pavilion erbauen ließ, die Schauspielerin Julie Christie, die Kunst am Technical College studierte, den Schriftsteller Graham Greene, der durch seinen Roman „Brighton Rock“ bekannt ist, die Sängerin Dusty Springfield, die einmal in der Wilbury Road im benachbarten Hove wohnte und den Boxer Chris Eubank, der seinen Wohnsitz in der Stadt am Meer hat.

Das ist sozusagen der „analoge“ Walk of Fame von Brighton, es gibt aber auch noch eine „digitale“ Variante, den Brighton Music Walk of Fame, der auf der Palace Pier angesiedelt ist und am 27. Juni 2018 eröffnet wurde. So etwas hat selbst Hollywood noch nicht (soviel ich weiß). Damit wurde die Attraktivität der Seebrücke noch gesteigert. Dieser ebenfalls von David Courtney initiierte Walk of Fame besteht aus interaktiven Tafeln, die jeweils einem Gesangsstar bzw. einer Musikgruppe gewidmet sind, die mit Brighton in Verbindung gestanden haben. Wenn man mit seinem Smartphone einen auf der Tafel angebrachten Code scannt, erhält man Informationen über den Künstler bzw. die Künstlerin und kann sich Songs von ihnen anhören (das funktioniert über die Shazam mobile App). Eine wirklich gelungene und interessante Idee. Auf den an der Pier angebrachten Tafeln finden wir u.a. The Who, Jeff Beck, Rod Stewart, Leo Sayer, David Gilmour, Jimmy Page, den Rag and Bone Man und viele andere.

Den Brighton Music Walk of Fame kann man sich an jedem Tag des Jahres ansehen bzw. anhören, denn die Pier ist täglich geöffnet.

Hier ist ein Film über den MWOF.

Brighton Palace Pier: Home of the Music Walk of Fame.
Photo © Richard Cooke (cc-by-sa/2.0)

Meine Brighton-Trilogie Teil 1: Max „The Cheeky Chappie“ Miller (1894-1963) – Ein Comedian aus der guten alten Zeit

Max Millers Statue in den Pavilion Gardens.
Photo © Mike Pennington (cc-by-sa/2.0)

Max Miller, dessen richtiger Name Thomas Henry Sargent  lautet, wurde 1894 im südenglischen Brighton geboren, wo er auch 67 Jahre später starb. Er war ein fester Bestandteil der englischen Varieté- und Unterhaltungsszene von den 1920er bis in die 1950er Jahre. Er tourte viel durch die Lande, trat auch in Übersee auf, doch Brighton war sein zuhause, und sofern es seine Engagements zuließen, hielt er sich bevorzugt in seiner Geburtsstadt auf. Bekannt war er durch seine schrillen Anzüge und durch seine manchmal etwas gewagten, mehr oder weniger doppeldeutigen „saucy jokes„, die ihn hin und wieder mit der Zensurbehörde in Konflikt brachten. Sein Publikum liebte aber gerade diese Art von Unterhaltung wie zum Beispiel diesem Spruch:

„Have you heard about the girl of eighteen who swallowed a pin, but didn’t feel the prick until she was twenty-one?“

Nun, man muss diese Art von Humor mögen.

Die Stadt Brighton liebt ihren Comedian wie er Brighton liebte. Am 1. Mai 2005 errichtete man zu seinem Gedenken ein Denkmal in den Pavilion Gardens an der New Road.  An der Burlington Street Nummer 25, dem Haus, in dem Max Miller starb, ist eine blaue Plakette angebracht, ebenso an der Marine Parade Nummer 160, dort, wo er viele Jahre lang lebte. Am Walk of Fame an der Marina, wo man ähnlich wie in Hollywood, den Personen einen Gedenkstein ins Pflaster gesetzt hat, die in irgendeiner Form mit Brighton verbunden waren, ist auch einer, der dem Comedian gewidmet ist. Eine Straße trägt den Namen des Varietékünstlers, der Max Miller Walk am Strand von Brighton.

Einer der Linienbusse der Brighton and Hove Bus Company (ich berichtete in meinem Blog darüber) ist nach Max Miller benannt.

Die Max Miller Appreciation Society, die über 1000 Mitglieder zählt,  sorgt dafür, dass der Name des Comedians nicht in Vergessenheit gerät. Sie hat in Bardsley’s Fish and Chips Restaurant in der 22-23a Baker Street eine Dauerausstellung mit Erinnerungsstücken von Max Miller eingerichtet; dazu gehört auch einer seiner schrillen Anzüge.

Hier ist ein Film über den Cheeky Chappie.

Das Buch zum Artikel:
John M. East: Max Miller: The Cheeky Chappie. Robson Books 1998. 224 Seiten. ISBN 978-0860518556.

160 Marine Parade, wo Max Miller wohnte, mit blauer Plakette links neben der Haustür.
Photo © Simon Carey (cc-by-sa/2.0)

Der Max Miller Walk am Strand von Brighton.
Photo © Paul Gillett (cc-by-sa/2.0)

Kathryn Ferry – Eine Expertin für englische Seebäder und Strandhütten

Strandhütten in Broadstairs (Kent).
Photo © David Martin (cc-by-sa/2.0)

Mein heutiger Blogeintrag schließt hautnah an meinen gestrigen an, es geht um das Thema Seebäder. Eine Spezialistin dafür ist Dr. Kathryn Ferry, deren Publikationen ich hier vorstellen möchte.

Kathryn Ferry gilt als Großbritanniens erste Expertin für „Beach huts„, jene bunten Miniaturhäuschen, die man überall an den Stränden von Seebädern finden kann. Zwei Bücher hat sie bereits darüber geschrieben: „Sheds on the Seashore: A Tour Through Beach Hut History“ (2009) und „Beach Huts and Bathing Machines“ (2009). Im erstgenannten Buch berichtet sie über ihre zweimonatige Tour durch Großbritannien, oder, besser gesagt, entlang den Küsten Großbritanniens, immer auf der Suche nach Informationen über die kleinen Hütten, die oft von Generation zu Genration vererbt werden und die schon einmal einen sechsstelligen Betrag beim Verkauf bringen können.

In ihrem zweiten Buch beschäftigt sich Kathryn Ferry mit den Vorgängern der Beach Huts, den Bathing Machines, das waren Badekarren, die ins Meer geschoben wurden, von wo aus dann die Badenden so diskret wie möglich ins Wasser steigen konnten. Im 18. Jahrhundert kamen diese Bademaschinen auf, die sich dann allmählich zu Strandhütten weiter entwickelten.

Ein Name, der mit Strandferien sehr eng verbunden ist, ist die Firma Butlin’s, die seit 1936 große Ferienanlagen für Familien zur Verfügung stellt und von denen nur noch drei in Betrieb sind, in Skegness, in Bognor Regis und in Minehead. Kathryn Ferris schreibt in ihrem 2016 erschienen Buch „The Nation’s Host: Butlin’s and the Story of the British Seaside“ über diese Art ,Ferien zu machen. Butlin’s kam durch das Aufkommen von Flugpauschalreisen nach Südeuropa in große Schwierigkeiten und musste viele ihrer Anlagen schließen.

In ihrem Buch „Holiday Camps“ (2010) geht es noch einmal um das Thema Ferienanlagen und die damit verbundenen Namen Butlin’s,  Pontin’s und Warner’s, in denen All-inclusive-Ferien für Familien angeboten wurden und werden (Warner’s hat sich auf Adults-Only Hotels umgestellt).

Kathryn Ferry hat ihren Doktortitel an der Universität von Cambridge erworben. Sie ist Jurorin bei der jährlich stattfindenden Towergate Beach Hut of the Year Competition, bei der die schönsten Strandhütten Großbritanniens prämiert werden.

Butlin’s in Minehead (Somerset).
Photo © Ian S (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 6. Juni 2019 at 02:00  Comments (1)  
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The Sexual Freedom Awards – Preise, die an Menschen vergeben werden, die sich auf den Themenfeldern Erotik und Sexualität hervorgetan haben

Author: Timeless 181
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Wer würde sich nicht darüber freuen, einen künstlerisch gestalteten Penis mit Flügeln zuhause auf seinen Kaminsims stellen zu können? Das kann man haben, dazu muss man aber einen der jährlich vergebenen Sexual Freedom Awards gewinnen. Ausgedacht hat sich diesen Preis 1994 Rosalind Mary Owens, besser bekannt als Tuppy Owens, eine Schriftstellerin und Sexualtherapeutin, die sich hauptsächlich mit dem Thema „Sex und Behinderte“ auseinandergesetzt hat. So fließen auch bei der Preisverleihung in London, dem „Sex Maniacs Ball„, Einnahmen an eine Wohltätigkeitsorganisation, The Outsiders Club, die sich darum bemüht, dass Menschen mit Behinderungen einen Partner/eine Partnerin finden.

In mehreren Kategorien werden die Auszeichnungen verliehen, und ich möchte einmal einige der Sieger und Nominierten des Jahres 2018 vorstellen (die Preise für 2019 werden Ende des Jahres verliehen).

In der Kategorie „Publicist of the Year“ gab es 2018 zwei Siegerinnen. Da war einmal die US-Amerikanerin Erica Moen, eine Comicbuch-Autorin, die mit ihre Comicserie „Oh Joy Sex Toy“ bekannt geworden ist, und Juno Roche, die sich mit dem Thema Transgender beschäftigt und das Buch „Queer sex: A trans and non-binary guide to intimacy, pleasure and relationships“ geschrieben hat.

In der Kategorie „Stripper of the Year“ wurde Bunni Morretto mit dem Sexual Freedom Award ausgezeichnet; die Begründung: „By introducing her Jamaican heritage to the mainstream burlesque scene with pride. Her burlesque acts diversely range from brilliant satire to contrasting traditional strip tease.“

Nominiert in der Kategorie „Pioneer of the Year“ (aber nicht der Sieger) war Eve Elliots Website, auf der sie unter dem Namen Eve’s Garden nicht das visuelle Element in der Erotik in den Mittelpunkt stellt, sondern das auditive.

Weitere Kategorien sind u.a. Activist of the Year, Event of the Year und Performer of the Year. Jeder kann bei der Jury Vorschläge einreichen, die dann geprüft werden. Ins Finale kommen drei Nominierte in jeder Kategorie, aus denen dann jeweils der Sieger bzw. die Siegerin ermittelt wird.

 

Hampstead Heath (London) und seine drei Badeseen

Der Badesee für alle Geschlechter.
Photo © Nigel Cox (cc-by-sa/2.0)

Hampstead Heath im Norden Londons ist ein großes Erholungsgebiet, in dem man Spazierengehen, Joggen, Nordic Walken und viele andere Sportarten ausüben kann. Auch für Schwimmer hat Hampstead Heath einiges zu bieten. Wer die gechlorten Schwimmbecken der Stadt nicht mag, der kann einen der drei Badeseen aufsuchen und dort in freier Natur seine Bahnen ziehen.

Die Hampstead Ponds werden von dem River Fleet gespeist, der sich etwas später in den Untergrund absetzt und sich schließlich in die Themse ergießt. Das Besondere an den drei Badeseen ist, dass zwei von ihnen geschlechtergetrennt sind und einer sowohl für weibliche als auch für männliche Badegäste freigegeben ist. Kinder unter 8 Jahren sind hier „off limits“, 8- bis 15-jährige müssen in Begleitung eines Erwachsenen sein. Die City of London Corporation, in deren Zuständigkeitsbereich die Badeseen fallen, wollte sie Mitte der 1980er Jahre schließen, weil sie ihrer Meinung nach ein Gesundheitsrisiko für die Schwimmer darstellten, wogegen diese aber energisch protestierten und gerichtlich gegen diese Entscheidung vorgingen. Sie erhielten Recht und konnten weiterhin die kleinen Seen benutzen.

Noch einmal gab es Ärger mit der City of London Corporation und zwar mit einigen Damen des „female ponds“. Die Behörde wollte diesen Badesee auch für Transgender-Frauen zulassen, wogegen sich ein Teil der in der Kenwood Ladies‘ Pond Association organisierten  Mitglieder sträubten und gegen diese Regelung protestierten; sie wollten ihren See auch weiterhin für „Ladies Only“ haben und keine Transsexuellen akzeptieren, womit sie sich aber nicht durchsetzen konnten. Der See ist der einzige seiner Art in Großbritannien, der nur für Damen zugelassen ist.

Es gibt übrigens eine ganze Reihe von Schwimmern, die auch im Winter in Hampstead Heath in das eiskalte Wasser steigen wie dieser Film zeigt.

Der „Men Only“ Pond.
Photo © Malc McDonald (cc-by-sa/2.0)

Der Ladies‘ Pond.
Author: Denni Schnapp
Creative Commons 2.0

Published in: on 17. April 2019 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Winchester in Hampshire – Die glücklichste Stadt Englands

Winchester Cathedral.
Photo © Philip Halling (cc-by-sa/2.0)

Ende März wurde er wieder einmal veröffentlicht, der Happiness Index, von der Royal Mail erstellt. Dieser Index listet die Städte und Regionen in England, Schottland, Wales und Nordirland auf, in der sich die Menschen am wohlsten fühlen. Folgende Faktoren wurden in die Untersuchung einbezogen:

  • reported personal well-being
  •  life expectancy
  •  earnings
  •  inequality
  •  carbon emissions
  •  crime
  •  deprivation
  •  access to health services

And the winner is…Winchester in der Grafschaft Hampshire. Hier leben also die glücklichsten Menschen in England. Die Kathedralenstadt schneidet bei ihren Bewohnern hervorragend ab, sie haben ein relativ hohes Einkommen, es gibt nur wenig Armut und sie fühlen sich rundum wohl, trotz des innerstädtischen starken Verkehrsaufkommens. Winchester wurde schon mehrmals als ein besonders empfehlenswerter Wohnort ausgewiesen. So war die Stadt schon 2016 in der Channel 4 Sendereihe „The Best And Worst Places To Live In The UK“ Spitzenreiter, zehn Jahre später stand Winchester auf Platz 1 in der „Sunday Times Best Places To Live“-Liste.

1966 machte die New Vaudeville Band die Stadt auch außerhalb Großbritanniens mit ihrem Song „Winchester Cathedral“ bekannt. Auch in Frank TurnersWessex Boy“ steht die Stadt im Hampshire im Mittelpunkt. In diesem Film wird sie vom Tourist Information Centre vorgestellt.

Winchester hat rund 45 000 Einwohner, ist nur etwa hundert Kilometer von London entfernt und erfreut sich einer Partnerschaft mit der deutschen Stadt Gießen. Ein Besuch in der glücklichsten Stadt Englands ist also sehr zu empfehlen!

Auf Platz 2 des Happiness Index steht die Region Babergh in Suffolk, Platz 3 nimmt Rushcliffe in Nottinghamshire ein, der Chiltern District in Buckinghamshire ist auf Platz 4 zu finden und der fünfte Platz gehört dem Ribble Valley in Lancashire.

Impression aus der Altstadt.
Photo © Robin Drayton (cc-by-sa/2.0)

Das Butter Cross in der High Street.
Photo © David Dixon (cc-by-sa/2.0)

Die Öffentliche Bibliothek von Kensal Rise in London und der erbitterte Kampf gegen die Schließung

Welche Öffentliche Bibliothek kann schon von sich behaupten, von einem der größten Schriftsteller der Weltliteratur eröffnet worden zu sein? Die Public Library in Kensal Rise, einem Stadtteil im Nordwesten Londons, kann das. Niemand Geringeres als der amerikanische Autor Mark Twain eröffnete sie im Jahr 1900, in einem Gebäude, das das Oxforder All Souls College, der Eigentümer des Grundstücks, zur Verfügung stellte. Mark Twain schenkte der Bibliothek auch noch fünf seiner Bücher. Der Stahlmagnat und Philanthrop Andrew Carnegie unterstützte die Kensal Rise Library einige Jahre später mit einer Spende von £3,000. Im Laufe der Jahrzehnte fanden einige Umbauarbeiten im Gebäude statt; die Bibliothek war ein fester Bestandteil der Gemeinde von Kensal Rise. Doch dann zogen dunkle Wolken über der Public Library auf. Da zwei weitere Bibliotheken, die von Willesden Green und Kilburn nicht allzu weit entfernt waren, machte man sich im Gemeinderat Gedanken darüber, Kensal Rise aus Ersparnisgründe zu schließen. Doch sobald das laut wurde, gab es von seiten der Bevölkerung sofort Proteste.

Doch 2011 war es dann doch so weit; da der Brent Council, zu dessen Verantwortungsbereich Kensal Rise gehört, erhebliche Einschnitte im Haushalt hinnehmen musste, wurden mehrere Bibliotheken geschlossen, auch die, von der hier die Rede ist. Die Bürger gingen auf die Straße und protestierten energisch dagegen. Sie bauten vor dem Bibliotheksgebäude einen Pop up Library auf, zu der die Stadtteilbewohner nicht mehr benötigte Bücher brachten. Um diese vor Regen zu schützen, wurden Plastikplanen über die Behelfsregale gespannt, doch das Wetter vernichtete einen Teil der Bücher. Kensal Rise gab nicht auf, Freiwillige arbeiteten in der provisorischen Freiluft-Bibliothek und machten einen tollen Job. Unterstützung erhielten die Bürger von namhaften Schriftstellern wie Zadie Smith und Alan Bennett, auch die Pet Shop Boys und der Sänger Nick Cave setzten sich für den Erhalt der Bibliothek ein (hier ist ein Film über den Widerstand gegen die Schließung).

Dieser unermüdliche Einsatz führte dann doch zum Erfolg; die Bibliotheksräume wurden nicht in Wohnungen umfunktioniert und im Frühjahr 2017 gab es sie wieder, die Kensal Rise Library im Erdgeschoss des Gebäudes an der Straße Bathurst Gardens. Die Friends of Kensal Rise Library hatten Geld gesammelt, mit dem die Räumlichkeiten renoviert werden konnten und mit großem Enthusiasmus werden heute hier nicht nur Bücher ausgeliehen, sondern jede Menge Veranstaltungen und Fortbildungskurse angeboten. Jetzt fehlt nur noch die Fertigstellung der Kinderbibliothek und da wird schon wieder fleißig Geld gesammelt, um das schnellstmöglich zu bewerkstelligen.
                                                           VIEL ERFOLG!!!

Scarecrows – Die schönsten Vogelscheuchen Englands

Beim Muston Scarecrow Festival in North Yorkshire.
Photo © JThomas (cc-by-sa/2.0)

Wie der Name „scarecrow“ schon sagt, sollten diese auf Feldern aufgestellten Gebilde in Menschenform Krähen abschrecken, die Saat aufzufressen und sich ihre Nahrung lieber anderswo suchen lassen. Vor langer Zeit hatten Kinder diese Aufgabe übernehmen müssen, indem sie den ganzen Tag lang auf den Feldern schrien bzw. mit irgendwelchen Krachinstrumenten die Vogelwelt fernhielten. Demgegenüber waren dann die nichtmenschlichen Vogelscheuchen sozusagen „state of the art“.

In England gibt es in mehreren Orten „Scarecrow Festivals“, von denen ich in meinem Blog das von Kettlewell in North Yorkshire schon einmal vorstellte. Ich denke da auch noch u.a. an Muston, ebenfalls in North Yorkshire, und an Dyke in Lincolnshire.

Ich habe hier einmal einige Bilder von meiner Ansicht nach besonders gelungenen Vogelscheuchen zusammengestellt:

Dracula als Vogelscheuche, ebenfalls in Muston (North Yorkshire).
Photo © JThomas (cc-by-sa/2.0)

Goudhurst in Kent.
Photo © Marathon (cc-by-sa/2.0)

In Halmer’s End (Staffordshire).
Photo © Jonathan Hutchins (cc-by-sa/2.0)

Bugs Bunny scarecrows in Flamborough (East Riding of Yorkshire).
Photo © JThomas (cc-by-sa/2.0)

In Wray (Lancashire).
Photo © Ian Taylor (cc-by-sa/2.0)

In der Kirche von St Chad’s in Pattingham (Staffordshire).
Photo © Gordon Griffiths (cc-by-sa/2.0)

…und zu guter Letzt: Ein besonders farbenfrohes Exemplar in Mottisfont (Hampshire).
Photo © Brian Robert Marshall (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 7. Februar 2019 at 02:00  Comments (4)  
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Richmondshire – Englands Wohngebiet mit der höchsten Lebensqualität

Blick auf Richmond von der Burgruine aus.
Photo © DS Pugh (cc-by-sa/2.0)

Alle zwei Jahre werden in der Halifax Quality of Life Survey die Regionen Großbritanniens gelistet, die die höchste Lebensqualität bieten. Die aktuelle Liste verzeichnet Erstaunliches. Auf Platz 1 liegen die Orkney Inseln, die u.a. mit einer niedrigen Arbeitslosenquote und einer geringen Kriminalitätsrate punkten konnten. Die Menschen, die dort draußen auf den Inseln im Atlantik leben, fühlen sich wohl und sind glücklich.

Da die Orkney Inseln nicht zu meinem Berichtsgebiet gehören, beschäftige ich mit Platz 2, und das ist kein wohlhabendes Wohngebiet im Dunstkreis der Hauptstadt, sondern das ist Richmondshire, hoch oben im Norden, in der Grafschaft North Yorkshire (im Jahr 2017 noch auf Platz 9). Auch hier gibt es eine geringe Kriminalitätsrate, relativ wenig Verkehr auf den Straßen, eine geringe Bevölkerungsdichte und ein weit verbreitetes Gefühl der Zufriedenheit der rund 50 000 Menschen, die hier wohnen.

Was bietet Richmondshire für den Touristen, der sich in der Region einmal umschauen möchte? Sehr viel Natur, denn ein großer Teil der Yorkshire Dales befindet sich hier wie das Swaledale und das für seinen Käse bekannte Wensleydale. Es gibt viele hübsche Dörfer in Richmondshire wie Askrigg, wo die beliebte TV-Serie „Der Doktor und das liebe Vieh“ gedreht wurde, Hawes mit seiner Wensleydale Creamery, Middleham mit der Burgruine aus der Zeit Richards III. und Leyburn, wo jedes Jahr im Juni das  Dales Festival of Food and Drink stattfindet.

Mittelpunkt ist die kleine Marktstadt Richmond, die ich einmal besuchte, und die mir sehr gefallen hat. Beherrscht wird sie von den Ruinen des Richmond Castles oberhalb der Stadt. An einem der größten Marktplätze des Landes lieht eines der ältesten Theater Englands, das Georgian Theatre Royal, das Ende des 18. Jahrhunderts erbaut wurde und dessen Präsident zurzeit die Schauspielerin Judi Dench ist. Auch Richmond diente viele Male als Drehort für Filme und TV-Serien.

Ein Besuch Richmonds und seiner sehenswerten Umgebung, die ich mehrfach bereist habe, ist sehr zu empfehlen!

Muker im Swaledale.
Photo © Christine Johnstone (cc-by-sa/2.0)

Askrigg
Photo © Richard Webb (cc-by-sa/2.0)

Hawes
Photo © Malcolm Neal (cc-by-sa/2.0)

 

Great West Way – Eine Initiative, um den Tourismus zwischen London und Bristol zu fördern

Bradford-on-Avon in Wiltshire, eine der hübschen Marktstädte am Great West Way.
Photo © Bob Jones (cc-by-sa/2.0)

Sollte es am 29. März 2019 um 23 Uhr englischer Zeit zu einem harten Brexit kommen, hätte das auch Auswirkungen auf den Tourismus auf der Insel, welche das auch immer sein mögen. Möglicherweise werden die Briten bei ihren Urlaubsplanungen erst einmal vorsichtig sein und im eigenen Land bleiben. Da kommt die Initiative Great West Way gerade recht, die den Tourismus fördern will und zwar im Bereich zwischen London und Bristol. Finanziell unterstützt wird Great West Way vom Discover England Fund, der in den Jahren 2016 bis 2019 £40 Millionen ausgegeben hat bzw. noch ausgeben wird.

Great West Way ist eine knapp 200 Kilometer lange Route, die sich auf beiden Seiten der Autobahn M4 bzw. der Straße A4 entlangzieht, die man zu Fuß, zu Fahrrad, per Boot oder per Auto erkunden kann. Auf den Webseiten gibt es jede Menge Hilfestellungen, um seine Reise zu planen, egal wofür man sich interessiert. Beispielsweise gibt es einen Film and TV Locations Guide, mit dem eine Reise auf den Spuren von Filmschauplätzen unternommen werden kann. Der Industrial Heritage Break führt zu historischen Schauplätzen wie STEAM in Swindon und zur Clifton Suspension Bridge bei Bristol. Wer sich für hübsche Kleinstädte interessiert, der kann sich seine Reise anhand der Top 10 Charming Market Towns zusammenstellen, die u.a. nach Henley-on-Thames, Marlborough, Marlow und Bradford-on-Avon führt.

Weiterhin bieten die Webseiten von Great West Way Unterstützung bei der Suche nach Übernachtungsmöglichkeiten, angefangen von preisgünstigen Campingplätzen und Bed&Breakfast bis hin zu Luxushotels, von denen es in dieser Region einige gibt wie Lucknam Park, The Royal Crescent in Bath und das Woolley Grange Hotel bei Bradford-on-Avon.

Great West Way ist interessant und hilfreich für jeden, der sich diese Region Englands einmal genauer ansehen möchte und nicht nur auf der M4 an allem vorbeifahren will.

Auf der A4 in Marlborough (Wiltshire).
Photo © Jaggery (cc-by-sa/2.0)

Das Lucknam Park Hotel bei Thickwood in Wiltshire.
Photo © Viki Bennett (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 12. Januar 2019 at 02:00  Comments (2)  
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Das Tom Thumb Theatre in Margate (Kent) – Eines der kleinsten Theater der Welt

Tom Thumb ist eine Figur der englischen Folklore und entspricht etwa dem Däumling in der deutschen Märchenwelt. Er war so winzig wie der Daumen seines Vaters, und er soll in Tattershall in  Lincolnshire gelebt haben und dort auch gestorben sein. In der Holy Trinity Church existiert eine Grabplatte mit der Inschrift „T. Thumb – Aged 101 – Died in 1620“.

Nach diesem Mini-Wesen benannt ist eines der kleinsten Theater der Welt, das Tom Thumb Theatre in Margate (Kent). 1896 wurde das Gebäude als Schuppen für Kutschen erbaut. Im Laufe der Jahrzehnte verfiel es allmählich und wurde zuletzt als Garage genutzt, als Lesley und Sarah Parr-Byrne es 1984 vor dem Abriss retteten. Sie kauften das Haus und errichteten darin ein winziges Theater mit einer Bühne, die gerade einmal 3,06 Meter x 2,04 Meter misst. 1985 wurden die beiden Besitzer dafür mit dem Civic Award ausgezeichnet. Das Haus an der Eastern Esplanade ist plüschig in viktorianischem Stil eingerichtet und bietet ein breites Spektrum an Veranstaltungen. Da gibt es Comedyabende, Filmvorführungen, Bands treten auf, experimentelles Theater findet statt usw. usw.

Heute Abend, am 24. November beispielsweise tritt die Londoner Grinch Mountain Bluegrass Band auf, am Tag darauf Paul Jacobs mit seiner Band, am 28. November gibt es wieder das monatliche Filmquiz und am 29. November bietet das Shakespeare Heptet Auszüge aus seinem Repertoire. Hier ist ein Auftritt der Londoner Girlband Abjects zu sehen.

Wer möchte, kann auch das komplette Theater für Geburtstagsparties, Hen Nights, Tagungen usw. buchen. Es steht für fast alles zur Verfügung.

Siehe zum Thema auch meinen Artikel über das Theater in Great Malvern, das einmal eine Herrentoilette war.

Tom Thumb Theatre
2 Eastern Esplanade
Cliftonville
Margate
CT9 2LB

Hier in der Holy Trinity Church in Tattershall in Lincolnshire soll der Namensgeber des Theaters begraben sein.
Photo © Richard Croft (cc-by-sa/2.0)

National Tree Week vom 24. November bis zum 2. Dezember 2018

Eine Eiche in Herefordshire.
Photo © Philip Halling (cc-by-sa/2.0)

Wenn ich mich in England aufhalte, fällt mir immer wieder auf wie viele schöne, hochgewachsene, wunderbar geformte Bäume dort zu finden sind. Ob als Solitär auf einer Wiese stehend oder in Gruppen in einem der Parks oder Arboreten, ich finde die Bäume immer wieder faszinierend.

In der Zeit vom 24. November bis zum 2. Dezember in diesem Jahr stehen sie in der National Tree Week zu Recht wieder einmal im Mittelpunkt. 1975 wurde diese Idee erstmals vom Tree Council ins Leben gerufen, einer Wohltätigkeitsorganisation für Bäume, die auch eine Tree Care Campaign und eine Hedge Tree Campaign unterhält.

Während der National Tree Week wird dazu aufgerufen, Bäume zu pflanzen und an dieser Aktion beteiligen sich Freiwillige, Schulen, Behörden und kommunale Gruppen, die ein Herz für Bäume haben. Rund eine Million werden in dieser Zeit gepflanzt, initiiert und unterstützt von Tree Wardens („Tree Wardens are volunteers, appointed by parish councils or other community organisations, who gather information about their local trees, get involved in local tree matters and encourage local practical projects related to the trees and woods“).

Es gibt zahlreiche Aktivitäten auf lokaler Ebene wie Vorträge, Waldspaziergänge usw. Das Weald and Downland Living Museum in Singleton bei Chichester (West Sussex) beispielsweise spricht gezielt Schulen an, die ihre Projekte in Zusammenarbeit mit dem Museum durchführen können.

Hier ist ein kurzer Film über die National Tree Week.

Eine Araukarie (Monkey Puzzle Tree) in Derbyshire.
Photo © J.Hannan-Briggs (cc-by-sa/2.0)

Eine Platane (London plane tree) in Worcestershire.
Photo © Philip Halling (cc-by-sa/2.0)

The Christmas Adventure in Stockeld Park (West Yorkshire)

Stockeld Park.
Author: GPBG1204.
This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 4.0 International license.

5 km von Wetherby in West Yorkshire entfernt liegt Stockeld Park, ein großes Anwesen, auf dem seit 2006 jedes Jahr ein Winterwunderland, The Christmas Adventure,  aufgebaut wird, das für Groß und Klein jede Menge (vor)weihnachtliche Attraktionen bietet. In diesem Jahr ist es seit dem 1. November geöffnet und schließt am am 7. Januar 2019.

Da gibt es z.B. einen großen illuminierten Irrgarten in Form einer Schneeflocke mit 12 Eingängen und 1,5 km Wegen, aus dem herauszufinden nicht ganz leicht ist.
Einer der Höhepunkte ist der Enchanted Forest, das ist ein 1,2 km langer Weg durch ein Waldgebiet, in dem man Trollen, Zauberern und anderen Fantasiefiguren begegnet; am besten man geht nach Einbruch der Dunkelheit in diesen Zauberwald, denn dann sind die Figuren alle illuminiert.

In Santa’s Grotto kommen die kleinen Besucher auf ihre Kosten, denn da begegnen sie dem Weihnachtsmann. Tickets für den Weihnachtsmannbesuch können über das Internet vorab gebucht werden.

Es gibt eine Eislaufbahn, die seit diesem Jahr auch überdacht ist, und einen Nordic Ski Trail, der durch den Zauberwald führt.

Da auf dem Gelände von Stockeld Park auch Weihnachtsbäume angepflanzt werden (die besten von Yorkshire!), bietet es sich an, bei einem Besuch des Christmas Adventures auch geich einen Baum mit nach Hause zu nehmen.

Natürlich gibt es hier auch einen riesigen Christmas Shop, in dem man alles kaufen kann, was das weihnachtliche Herz begehrt.

Dieser Film vermittelt einige Impressionen aus dem Winterwunderland.

Published in: on 15. November 2018 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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The Newent Onion Fayre – Der Zwiebelmarkt in Newent (Gloucestershire)

Ich bleibe in meinem heutigen Blogeintrag, nachdem ich gestern über die Onion Johnnies berichtete, noch einmal beim Thema Zwiebeln. Diese werden natürlich auch in England angebaut, zum Beispiel in der Grafschaft Gloucestershire, wo in Newent (rund 17 Kilometer nordwestlich von Gloucester gelegen) alljährlich die Onion Fayre stattfindet; in diesem Jahr im September zum dreiundzwanzigsten Mal. Bei den Festivitäten steht die Lauchpflanze im Mittelpunkt des Geschehens. In der Memorial Hall von Newent stellen Züchter aus dem ganzen Land bei der Onion Show ihre Exemplare zur Schau, die dann auch prämiert werden.
Es gibt eine Shop Window Competition, bei der das am schönsten geschmückte Schaufenster ausgezeichnet wird und das in jedem Jahr unter einem anderen Motto steht. „Onions in History“ war das diesjährige Motto, und der Gewinner war das Schaufenster von New Start Rescue, einer Organisation, die sich um herrenlose Katzen kümmert.

Ein weiteres Highlight der Newent Onion Fayre ist die „World Famous Onion Eating Competition„, bei der eine rohe Zwiebel so schnell wie möglich aufgegessen werden muss. Die Damen quälen sich mit einem etwa 140 Gramm schweren Exemplar herum, bei den Männern wiegt die Zwiebel circa 200 Gramm; keine leicht zu lösende Aufgabe wie dieser Film zeigt.

Newent erwartet jedes Jahr rund 15 000 Besucher, die sich in der Stadt amüsieren können, zum Beispiel im Food Village, wo die Zwiebel allerdings keine allzu große Rolle spielt. Die Kinder erwartet die Funion Zone (die Engländer sind immer wieder großartig im erfinden von Wortspielen) und, wie bei Fayres, üblich gibt es in Newent auch eine Dog Show. Hier sind Impressionen von der Fayre im Jahr 2014.

Auch wer keine Zwiebeln mag, kommt bei der Newent Onion Fayre also auf seine Kosten. Der nächste Zwiebelmarkt ist für den 14. September 2019 angekündigt.

Die Innenstadt von Newent.
Photo © Stephen McKay (cc-by-sa/2.0)

Incredible Edible – Eine Organisation, deren Ursprung in Todmorden in West Yorkshire liegt

Der Markt von Todmorden.
Photo © Gerald England (cc-by-sa/2.0)

Mit der Kleinstadt Todmorden in West Yorkshire habe ich mich vor einiger Zeit in meinem Blog beschäftigt. Hier entstand im Jahr 2008 eine Bewegung, die sich Incredible Edible nennt, die sich zu 100% aus freiwilligen und unbezahlten Bewohnern der Stadt zusammensetzt, die sich alle das Ziel gesetzt haben, Todmorden zur ersten Stadt in Großbritannien zu machen, die soweit wie möglich unabhängig ist von der Versorgung mit Lebensmitteln, vor allem mit Obst und Gemüse…und das auch noch kostenlos.

Wie das funktioniert? Man hat dort alle unbebauten und hässlichen Flecken in der Stadt umfunktioniert; da, wo sich neben Parkplätzen, Supermärkten und verwahrlosten Grundstücken Müll und Dreck angesammelt hatte und wo Hunde ihre Geschäfte verrichteten, hat man Essbares angepflanzt wie Obst, Gemüse, Kräuter, Salate und vieles andere mehr. Das sieht zum einen schon sehr viel schöner aus und zum anderen kann sich dort jedermann bedienen, ohne etwas bezahlen zu müssen. Eine wirklich tolle Idee! Auf dem Parkplatz des Todmorden Health Centres kann man sich den neu angelegten Apothecary Garden ansehen, auf dem Heilkräuter angepflanzt worden sind.

Incredible Edible unterstützt auch die Bewegung Shop Local, deren Motto „Put your money where your house is“ lautet. Man versucht in Todmorden weitgehend lokale und regionale Produkte zu verwenden, sei es in den Geschäften oder auf den Marktständen.

Ein weiteres Ziel von Incredible Edible ist es, durch diese Pflanzaktionen und auch durch Veranstaltungen das Gemeinschaftsgefühl innerhalb der Stadt zu fördern. Dieser CNN-Film zeigt die Aktivitäten in Todmorden.

Die hier in West Yorkshire entstandene Bewegung hat Schule gemacht: Über 100 Gruppen sind in Großbritannien gegründet worden, die zum Incredible Edible Netzwerk gehören, weltweit sind es sogar schon über 1000. In England machen, um nur einige wenige Beispiele zu nennen, folgende Ort mit: Hook Norton in Oxfordshire, Ludlow in Shropshire, Swindon in Wiltshire, Totnes in Devon, aber auch einzelne Stadtteile in  London wie Barnet und Lambeth.

In Deutschland nennt sich das Projekt Essbare Stadt; Kassel und Andernach waren die ersten Städte, die auf den in Todmorden gestarteten Wagen aufgesprungen sind.

Die Burnley Road in Todmorden; links, angebautes Gemüse.
Photo © Richard Dorrell (cc-by-sa/2.0)

Die Bournemouth Pier Zip – Die weltweit erste Anlage dieser Art

Nachdem ich gestern über die Pier von Herne Bay in Kent geschrieben habe, bleibe ich heute noch einmal bei dem Thema Pier. In Bournemouth an der englischen Südküste gibt es ebenfalls eine Pier, deren Ursprünge bis in das Jahr 1856 zurückreichen.
Da sich die Betreiber dieser Seebrücken immer wieder etwas Neues einfallen lassen müssen, damit diese attraktiv bleiben, gerade auch für jüngeres Publikum, kam man 2013 hier in Bournemouth auf die Idee, etwas Spektakuläres zu bauen, was es bisher noch auf keiner Pier in der ganzen Welt gab: Eine Pier Zip, das ist ein Freizeitvergnügen, bei dem man an einem Seil von einem Turm auf der Pier bis zum Strand hinunterfahren kann. Im September 2014 wurde die Anlage in Betrieb genommen. Auf einer 25 Meter hohen Plattform klinkt man sich, entsprechend gesichert, in die Pier Zip ein und schwebt dann an einem Seil 250 Meter bis an den Strand. Es gibt zwei parallel gespannte Seile, so dass man auch Wettrennen veranstalten kann. Dieses Vergnügen ist nicht ganz billig: £20 kostet ein „Ritt“ in der Hauptsaison, £15 den Rest des Jahres.

Mit der Sicherheit nimmt man es sehr genau: Sowohl auf dem Turm als auch an der „Anlegestelle“ am Strand steht immer Personal bereit, das für einen reibungslosen Ablauf sorgt.
Der Pier Zip ist ganzjährig geöffnet. Dieser Film zeigt wie so eine Fahrt abläuft.

Der Startturm auf der Pier.
Photo © Chris Downer (cc-by-sa/2.0)

Hier ist die ganze Strecke zu sehen, vom Turm bis zur Landestation.
Photo © Neil Owen (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 25. September 2018 at 02:00  Comments (3)  
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