Die Chislehurst Caves in Kent – Ein Höhlenlabyrinth südöstlich von London

Author: Banalities.
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Im äußersten Südosten von London, schon in der Grafschaft Kent gelegen, befinden sich die Chislehurst Caves, ein Labyrinth von Tunneln, die sich über 35 Kilometer erstrecken. Wann diese von Menschenhand gemachten Tunnel entstanden sind, ist nicht mehr genau feststellbar; Mitte des 13. Jahrhunderts wurden sie erstmals erwähnt, man baute hier Kreide und Feuerstein ab.

Nachdem der Bergbau in Chislehurst etwa Mitte des 19. Jahrhunderts aufgegeben wurde, nutzte man das Stollen-/Höhlen-/Tunnellabyrinth für die unterschiedlichsten Zwecke. Im Ersten Weltkrieg wurde hier Munition gelagert, dann züchtete man Champignons und im 2. Weltkrieg dienten die unterirdischen Gänge als Luftschutzbunker, in denen bis zu 15 000 Menschen Zuflucht finden konnten.

In den 1960er Jahren wurden hier Rockkonzerte veranstaltet, bei denen so illustre Gäste wie die Rolling Stones und Pink Floyd auftraten. Auch einige Fernseh- und Spielfilme wurden in den Chislehurst Caves gedreht, beispielsweise 1981 der Horrorfilm „Inseminoid“ (dt. „Samen des Bösen“) oder Szenen der BBC-Serie „Merlin“ (dt. „Merlin – Die neuen Abenteuer“).

Die Heavy Metal-Band Cradle of Filth aus Suffolk nahm hier 2008 ihr Musikvideo „Honey and Sulphur“ auf.
Das Team der Geisterjäger von „Most Haunted“ hat sich die Tunnel in Kent auch schon vorgenommen; hier ihr Bericht.

Man kann die Chislehurst Caves auf geführten Touren kennenlernen, die mittwochs bis sonntags durchgeführt werden, 45 Minuten dauern und £7 kosten. Dieser Film gibt einen Eindruck von den unterirdischen Touren.

Chislehurst Caves
Caveside Close
Old Hill
Chislehurst
Kent
BR7 5NL

Das Buch zum Artikel:
James Wilkinson: The Ghosts of Chislehurst Caves. Greenlight Publishing 2011. 112 Seiten. ISBN 978-1897738436.

Author: mmmmngai@rogers.com.
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Author: Loz Flowers.
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Photo © Christine Matthews (cc-by-sa/2.0)
Published in: on 19. Oktober 2021 at 02:00  Kommentar verfassen  

Die Thames Mudlarks – Schatzsuche im Schlamm der Londoner Themse

Niedrigwasser der Themse bei Chiswick.
Photo © Stefan Czapski (cc-by-sa/2.0)

Mitten in London beträgt der Unterschied zwischen Ebbe und Flut mehrere Meter, d.h. dass bei Wasserniedrigstand für einige Stunden Teile der Themse zum Vorschein kommen, die sonst vom Wasser überspült sind. Das ist die Zeit, zu der man die Mudlarks bei ihrer Arbeit beobachten kann. „Mudlark“ heißt soviel wie „Schmutzfink“ und eine schmutzige Arbeit ist das schon, was diese Leute hier tun. Mit Hilfe von Metalldetektoren suchen sie den Uferschlamm ab auf der Suche nach „Schätzen“, wobei das Wort „Schatz“ im weitesten Sinne gebraucht wird.

Die Mudlarks gab es auch schon im 18. Jahrhundert; das waren damals Menschen, die von der Suche nach Wertsachen im Themseschlamm ihren Lebensunterhalt bestritten. Gegenüber damals ist das heutige Suchen sicher angenehmer, denn die Themse gilt jetzt als einer der saubersten Flüsse Europas.

Die 1980 gegründete Society of Thames Mudlarks besitzt die „Lizenz zum Suchen“, die ihr von der Port of  London Authority ausgestellt worden ist. Alles, was die Mitglieder der Gesellschaft im Schlamm der Themse an historischen Artefakten finden, müssen sie dem Museum of London melden, das mittlerweile über eine umfangreiche Sammlung an Themsefunden besitzt.

Was findet man denn nun in dem Schlamm? Neben Dingen des alltäglichen Lebens, die in die Themse geworfen werden, entdecken die Mudlarks auch manchmal jahrhundertealte Gegenstände. So hat eines der Mitglieder der Gesellschaft über 2500 Knöpfe gefunden, von denen die ältesten aus dem 14. Jahrhundert stammen. Diese umfangreiche Knopfsammlung ist auch im Museum of London zu besichtigen. Ferner fand man in dem Schlamm des Flusses Münzen, Halsketten aus der Eisenzeit, Schmuckstücke der Angelsachsen und jede Menge Gegenstände aus der Römerzeit.

Neben der oben erwähnten Society of Thames Mudlarks gibt es noch andere Gruppierungen, die mit Metalldetektoren am Ufer der Themse tätig sind wie beispielsweise die Thames and Field Metal Detecting Society.

Dieser sehr informative Film zeigt die Arbeit der Mudlarks in London.

Gefunden in der Themse.
Author: Articulate Matter.
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Und auch das…
Author: neil cummings.
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Published in: on 14. Oktober 2021 at 02:00  Comments (4)  

Die Unique Devon Tours und The Hound of the Baskervilles

Das ehemalige Duchy Hotel in Princetown.
Photo © Colin Smith (cc-by-sa/2.0)
 

The Hound of the Baskervilles“ (dt. „Der Hund von Baskerville“) ist vielleicht die bekannteste Detektivgeschichte aus der Feder von Sir Arthur Conan Doyle (1859-1930), die 1901/02 als Fortsetzungsroman im Strand Magazine in London erschien. Um sich ein wenig in die entsprechende Stimmung zu versetzen, die dann in sein Buch übernommen wurde, reiste Sir Arthur in das Dartmoor, wo er im Duchy Hotel (heute das National Park Visitor Centre) in Princetown Teile seiner Geschichte um den Geisterhund zu Papier brachte.

Dieser Hund von Baskerville machte das Dartmoor auch außerhalb der Grenzen Englands bekannt und sorgte dafür, dass viele Besucher diese zeitweise recht düstere Region aufsuchen. Wer das Dartmoor auf den Spuren des Hundes beziehungsweise auf den Spuren Sir Arthurs nicht auf eigene Faust erkunden möchte, dem bietet Unique Devon Tours eine Alternative.

Alex Graeme (in diesem Film stellt Alex seine Firma vor) und Mark Lakeman führen themenbasierte Fahrten durch Devon und Umgebung durch, unter anderem auch eine eintägige The Hound of the Baskervilles Tour. Alex Graeme ist Experte für die Grafschaft Devon; sein Urgroßvater war Robert Duins Cooke, von 1897 bis 1939 Reverend der St Andrew’s Church in Ipplepen, sechs Kilometer südwestlich von Newton Abbot, der damals Sir Arthur einige Tipps für seine Dartmoor-Recherchen gab.

Also: Alex Graeme kennt sich hier bestens aus. Die Hound of the Baskervilles Tour beginnt folglich in Ipplepen, führt dann nach Ashburton und Buckfastleigh zur Holy Trinity Church, wo das düstere, unheimliche Grabmal Squire Richard Cabells zu sehen ist. Richard Cabell soll als Vorbild für Sir Hugo Baskerville gedient haben (mehr über ihn und sein Grabmal ist in meinem entsprechenden Blogartikel zu lesen). Das Mittagessen auf der Tour wird im Rugglestone Inn in Widecombe-in-the-Moor eingenommen, einem richtig schönen, urigen Pub. Die zweite Hälfte der Rundfahrt führt zu Orten, die damals Sir Arthur aufgesucht hatte, unter anderem zu den Fox Tor Mires, die ihn zu dem Grimpen Mire im Roman inspirierten.

Für ein bis zwei Personen kostet die Tour £380, für drei bis sechs Personen £480.

Wer sich tiefer mit der Geschichte des unheimlichen Hundes und Sir Arthurs Buch beschäftigen möchte, dem empfehle ich diese Rezension aus dem Crimealley-Blog.

St Andrew’s in Ipplepen.
Photo © Paul Hutchinson (cc-by-sa/2.0)
Richard Cabells Grabmal auf dem Kirchhof von Holy Trinity in Buckfastleigh.
Photo © Adrian Platt (cc-by-sa/2.0)
Der Rugglestone Inn in Widecombe in the Moor.
Author: Major Clanger.
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Blick auf die Fox Tor Mires im Dartmoor.
Photo © Derek Harper (cc-by-sa/2.0)
Published in: on 14. September 2021 at 02:00  Comments (1)  

Das Problem der „second homes“ in der englischen Provinz

St Ives in Cornwall, außerordentlich beliebt bei „second home buyers“.
Photo © Marika Reinholds (cc-by-sa/2.0)

Der Traum vieler Londoner, oder anderer Großstädter, ist es, einen Zweitwohnsitz auf dem Land, vorzugsweise am Meer, zu besitzen. Es gibt genug wohlhabende Menschen, die sich diesen Traum erfüllen können, leider auf Kosten anderer, nämlich derjenigen, die dort bereits wohnen und die darunter zu leiden haben. In der Regel werden Zweitwohnsitze in Dörfern oder Kleinstädten gekauft, wenn dort etwas frei wird; die Einheimischen, die auch an einem Kauf interessiert wären, haben keine Chance, weil die Großstädter finanzkräftiger sind. Da die neuen Besitzer aber nicht ständig dort wohnen, spricht man bereits von „ghost villages„, überwiegend leer stehenden Häusern, und die „Ureinwohner“ fühlen sich in ihren Dörfern nicht mehr wohl, ein soziales Problem ist entstanden. In der Corona-Pandemie hat sich dieser Trend noch verstärkt; der Drang aus der Stadt hinaus in die Provinz hat zugenommen, viele wollen, das Homeoffice macht es möglich, ganz aus den Metropolen wegziehen.

In England gibt es einen akuten Mangel an bezahlbarem Wohnraum, und Zweitwohnungsbesitzer nehmen Wohnungssuchenden diesen Wohnraum weg. „The pandemic property boom is pricing locals out of the British countryside“ titelte The Guardian kürzlich. Devon, Dorset und Cornwall sind beliebte Regionen, in denen sich Leute mit Geld gern einen zweiten Wohnsitz zulegen.

Es gibt bereits einige Orte im Südwesten, die den Kauf von Zweitwohnungen unterbinden wollen wie in Salcombe in Devon. In St Ives in Cornwall, ein Hotspot für extrem teuere Häuser und Wohnungen, hat man das schon getan, allerdings mit negativen Folgen. Dort wurde es verboten, dass neugebaute Häuser als Zweitwohnungen verkauft werden konnten. Die Folge: Zum einen litten die örtlichen Baufirmen darunter, weil jetzt eben keine neuen Häuser mehr gebaut wurden, zum anderen stürzten sich nun die wohlhabenden Großstädter auf die verbliebenen Häuser in St Ives, was die Preise noch mehr in die Höhe treibt.

Das Problem dieser „second homes“ und die gesellschaftlichen Auswirkungen dürfte das Land wohl noch lange beschäftigen.

Published in: on 7. September 2021 at 02:00  Comments (2)  

Die Murmelbahnen im House of Marbles in Bovey Tracey (Devon)

Photo © Chris Allen (cc-by-sa/2.0)

Sollte das Wetter bei einem Besuch des Dartmoors mal wieder zu unwirtlich sein, und man einfach keine Lust haben, durch die nebelverhangenen Moore zu fahren, dann bietet sich als Alternative ein Abstecher ins House of Marbles in Bovey Tracey (Devon) an, einer Kleinstadt am Ostrand des Dartmoors. An der Pottery Road liegen große Backsteingebäude, in denen alle möglichen Spielwaren („From the ridiculous to the sublime“) und Geschenke produziert und angeboten werden. Puzzles und Spiele, Kerzen und Seifen, Porzellan und Beautyprodukte, hier geht wohl kein Besucher mit leeren Händen hinaus.

Eine Besonderheit möchte ich aber herausheben: Die Glasmurmeln. Neben dem Spielemuseum und dem Keramikmuseum gibt es hier auch ein Glas- und Murmelmuseum. Teign Valley Glass produziert in den Gebäuden edle Glaswaren und eben auch Murmeln in den unterschiedlichsten Formen. Im Laden kann man dafür Murmelbahnen („marble runs“) kaufen und die größten Murmelbahnen, die es überhaupt weltweit gibt, kann man im House of Marbles bestaunen. Vier Exemplare gibt es davon, die Alex Schmid entworfen hat. Die größte Bahn heißt Snooki 2000, und sie ist faszinierend anzuschauen. Hier ist sie im Film zu sehen und hier ist ein Rundgang durch das House of Marbles.

Diese Besucherattraktion ist täglich geöffnet, montags bis samstags von 9 Uhr bis 17 Uhr, sonntags von 10 Uhr bis 17 Uhr.

Noch eine Ergänzung für Besucher des Dartmoors: Das Dartmoor Magazine informiert über diese einzigartige Landschaft und gibt Tipps in Hülle und Fülle. Siehe hierzu meinen Blogeintrag.

The House of Marbles
The Old Pottery
Pottery Road
Bovey Tracy
Devon
TQ19 3DS

Photo © Lewis Clarke (cc-by-sa/2.0)
Author: ant.photos.
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Published in: on 25. August 2021 at 02:00  Comments (3)  

GAGB – Geocaching Association of Great Britain

Ein GPS-Empfänger.
Author: Johan Larsson.
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Für das relativ neue Freizeitvergnügen namens Geocaching benötigt man nur einen GPS-Empfänger und schon kann es los gehen. Was man früher als Schnitzeljagd bezeichnete, hat sich auf eine andere technisierte Ebene entwickelt. Die geografischen Koordinaten der zu suchenden Verstecke findet man im Internet. „Ein Geocache ist in der Regel ein wasserdichter Behälter, in dem sich ein Logbuch sowie häufig auch verschiedene kleine Tauschgegenstände befinden. Der Besucher kann sich in ein Logbuch eintragen, um seine erfolgreiche Suche zu dokumentieren„, so die Wikipedia.

Auch in Großbritannien erfreut sich das Geocaching immer größerer Beliebtheit und so gibt es seit 2003 die Geocaching Association of Great Britain (GAGB), die sich um die Belange ihrer Mitglieder kümmert. Wichtig ist ihr der Kontakt zu den Grundbesitzern auf deren Boden der Geocache versteckt wird, denn das sollte nur mit deren ausdrücklicher Genehmigung geschehen.

Die GAGB gibt ein Magazin heraus, das den Titel „Seeker“ trägt und viermal jährlich erscheint. In der aktuellen Ausgabe finden sich beispielsweise Artikel über das Thema „Geoart“ („a series of caches where the shape of the series forms an image“), die weltweit erste „Art Geo Tour“ an den Küsten von Essex, Kent und Sussex und über Geocaching in Sri Lanka.

Die GAGB informiert auf ihren Webseiten über Mega Events, die in Großbritannien stattfinden wie in diesem Jahr Piratemania in Lincolnshire und London Calling 2021.

Für den Außenstehenden dürfte vieles von dem, was in der Geocacher-Szene so abläuft, schwer verständlich sein. Die Geocacher haben auch einen eigenen Jargon entwickelt, den die Muggels (Nicht-Geocacher) wohl kaum verstehen können. Dieser deutschsprachige Film erklärt das wichtigste über dieses Freizeitvergnügen.

Ein Geocache.
Author: cachemania.
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Published in: on 13. August 2021 at 02:00  Kommentar verfassen  

Weymouth in Dorset Teil 2 – „Fantasies and Fairytales“ in der Sandworld

Author: andreboeni.
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Und noch einmal komme ich auf die Stadt Weymouth an der Küste von Dorset zu sprechen. Nachdem ich gestern über den inzwischen wieder abgebauten Jurassic Tower geschrieben habe, möchte ich heute die Sandworld vorstellen, eine weitere Besucherattraktion. Hier sind wahre Künstler am Werke, die aus Sand und Wasser großartige Skulpturen herstellen, deren „Lebenszeit“ allerdings, wie schon die des Turmes, begrenzt sind.

Mark Anderson, World Class Sand Sculptor Master, und David Hicks sind die Gründer von Sandworld, die es jedes Jahr wieder schaffen, mit ihren Kreationen die Besucher in Staunen zu versetzen. Das Motto der diesjährigen Ausstellung lautet „Fantasies and Fairytales„, geöffnet vom 22. Mai bis zum 31. Oktober, täglich von 10.30 Uhr bis 16 Uhr, am Wochenende bis 16.30 Uhr. Der Eintrittspreis beträgt £7.50. Sehr schön finde ich die Formulierung, dass „well behaved and emptied dogs“ willkommen sind. Sandworld liegt auf dem Gelände des Lodmoor Country Parks.

Für die Skulpturen werden 2000 Tonnen Sand benötigt und für die Anfertigung der Kunstwerke brauchen die Künstler je nach Größe zwischen fünf Tagen und drei Wochen.
In diesem Film kann man den Sandbildhauern bei der Arbeit zusehen.

Zum Thema siehe auch diesen früheren Blogeintrag von mir.

Author: neonbubble.
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Author: neonbubble.
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Published in: on 7. August 2021 at 02:00  Kommentar verfassen  

Donkey rides – Eselreiten in englischen Seebädern

Am Strand von Skegness in Lincolnshire.
Photo © David Martin (cc-by-sa/2.0)

Das Leben in englischen Seebädern verläuft doch etwas anders als in Deutschland. Der Amüsierfaktor steht mehr im Vordergrund, „seaside amusement arcades“ sind sehr beliebt und Kinder lieben die „donkey rides„, das Reiten auf Eseln am Strand.
In Weston-super-Mare, dem Badeort in Somerset, wurde 1886 die Idee mit dem Eselreiten geboren, einige Jahre später folgte Bridlington an der Küste von Yorkshire und dann zogen viele andere Seebäder nach.

Bis heute tragen die Esel ihre Namen, Daisy ist besonders beliebt, auf den Nasenriemen, so dass die Kinder ihre Tiere auch anreden können. Gut, Kinder lieben dieses Mini-Abenteuer auf dem Rücken eines dieser geduldigen Tiere, aber mögen das die Esel auch? Tierschützer bezweifeln das vehement und setzen sich dafür ein, das Eselreiten abzuschaffen. Tagein, tagaus, auch bei hohen Temperaturen, mit Kindern oder sogar Jugendlichen auf dem Rücken durch den Sand zu laufen, keine Pause und keinen Schatten zu haben, das dürfte schon ein ziemlicher Stress für die Tiere sein. Die Betreiber der donkey rides sehen das natürlich anders.

Bei einer Online-Petition sprachen sich über 100 000 Teilnehmer für die Abschaffung dieses Strandvergnügens aus, wobei der geringste Teil davon aus dem Königreich selbst kam. Ist man in England doch mehr am Festhalten von Traditionen als am Tierwohl interessiert?

Das Coast Magazine hat eine Top 5-Liste der besten donkey rides in Großbritannien aufgestellt, wobei John Nuttalls Esel an den Stränden von Cleethorpes, Skegness und Ingoldmells in Lincolnshire als beste eingestuft wurden.

In diesem Film sind die „seaside donkeys“ am Strand von Blackpool zu sehen.

In Great Yarmouth (Norfolk).
Photo © Robin Webster (cc-by-sa/2.0)
Teddy und Champion am Strand von Skegness in Lincolnshire.
Author: Pondspider.
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Published in: on 2. August 2021 at 02:00  Kommentar verfassen  

Der Haytor Hoppa – Ein Linienbus, der das östliche Dartmoor bedient

Autofahrten durch das Dartmoor in Devon verlangen vom Fahrer hohe Aufmerksamkeit, denn viele Straßen sind sehr eng und werden von hohen Hecken gesäumt, so dass man nie weiß, was einen hinter der nächsten Kurve erwartet. Wenn dann auch noch dicker Nebel dazu kommt, kann es schon etwas „tricky“ werden.
Wem das alles zuviel ist und wer lieber seine Nerven schonen möchte, für den gibt es eine Alternative, um das landschaftlich schöne Dartmoor zu betrachten: Der Haytor Hoppa der Buslinie 271, der in diesem Jahr wieder in der Zeit vom 29. Mai bis 30. Oktober eingesetzt wird und zwar immer am Samstag (vom 26. Juli bis zum 3. September auch montags bis freitags). Sechsmal am Tag startet der kleine Hop on/Hop off-Linienbus seine Reise von Newton Abbot aus ins Dartmoor.

Die erste Teilstrecke führt von Newton Abbot bis nach Widecombe, wofür der Bus 45 Minuten benötigt; unterwegs kann man noch an mehreren Haltepunkten zusteigen. Nach einer kurzen Pause in dem hübschen Dartmoor-Dorf (das leider in der Saison häufig überlaufen ist) geht es weiter, unter anderem über Manaton, Becky Falls und Bovey Tracey zurück zum Ausgangspunkt. Da der Bus Haytor Hopper heißt, führt sein Weg auch an der beeindruckenden Felsformation Haytor Rocks vorbei.

Knappe zwei Stunden dauert die Fahrt, die man jederzeit unterbrechen und dann mit dem nächsten Haytor Hoppa fortsetzen kann. Morgens um Uhr 9.20 startet der erste Bus, der letzte verlässt Newton Abbot um Uhr 15.20.

Die Haytor Rocks.
Photo © Chris Allen (cc-by-sa/2.0)
Published in: on 1. August 2021 at 02:00  Kommentar verfassen  

The Petrifying Well in Knaresborough (North Yorkshire) – Englands älteste Touristenattraktion

Eigenes Foto.
Eigenes Foto.

Sir Charles Slingsby kaufte 1630 König Charles I einen Teil des Royal Forests ab, der neben der Stadt Knaresborough direkt am Fluss Nidd in North Yorkshire lag, und der eine damals schon bekannte Quelle, die Dropping Well, enthielt.
Viele Leute wollten diese Quelle sehen, und so erhob Sir Charles damals schon eine Eintrittsgebühr und erschuf damit Englands älteste Touristenattraktion.

Was war nun das Besondere an der Quelle, die man später The Petrifying Well nannte? Das Wasser hat einen extrem hohen Anteil an mineralischen Stoffen und alles, was sich diesem Wasser „in den Weg stellt“ wird versteinert. Kalzium, Magnesium und Natrium sind die Hauptbestandteile dieser einzigartigen Quelle. Das Wasser ergießt sich über einen Felsen und die Mineralien lagerten sich über Jahrhunderte daran ab, so dass es zweimal zu einem Felsabbruch kam.

Wenn man die Petrifying Well besucht, findet man am unteren Rand des Felsens einige Objekte die direkt im Wasser hängen und im Lauf der Zeit versteinert werden. Beliebt sind Teddybären, die in etwa drei bis fünf Monaten aus Plüsch- zu Steinbären werden. Andere Objekte brauchen auch schon einmal achtzehn Monate bis sie versteinert sind.
In einem kleinen angeschlossenen Museum kann man einige  „fertige“ Versteinerungen sehen, so zum Beispiel eine Handtasche von Agatha Christie, einen Hut von John Wayne oder einen Schuh von Queen Mary, die die Quelle 1923 besuchte.
Neben dem Petrifying Well gibt es noch die Höhle zu sehen, in der die berühmte Seherin des Mittelalters Mother Shipton geboren sein soll, aber das ist wieder eine andere Geschichte. Der Eintrittspreis für Höhle, Brunnen und Park beträgt £10 für einen Erwachsenen. Geöffnet ist die ganze Anlage in diesem Jahr bis zum 31. Oktober.

Knaresborough, das nicht weit von Harrogate entfernt ist, lohnt auf jeden Fall einen Besuch.

Hier ist ein Film über Knaresboroughs Touristenattraktion.

Photo © Chris Gunns (cc-by-sa/2.0)
Photo © David Ward (cc-by-sa/2.0)

The Spanish City in Northumberlands Whitley Bay

Photo © Geoff Holland (cc-by-sa/2.0)

Das Wahrzeichen des Küstenortes Whitley Bay in Northumberland ist ein auffälliges Kuppelgebäude direkt am Strand, das zur Spanish City gehört. 1910 wurde das Gebäude errichtet; die Erbauer wollten wohl so etwas wie eine abgespeckte Version von Blackpools Pleasure Beach den Besuchern zur Verfügung stellen. Der Name Spanish City geht auf eine Einrichtung zurück. die zuvor an dieser Stelle stand, in der Konzerte veranstaltet wurden und die wie ein spanisches Dorf gestaltet war.

Links und rechts von der imposanten Kuppel stehen zwei Türmchen, auf denen jeweils eine weibliche Figur zu sehen ist, die sich beide musikalisch betätigen. Die eine hält ein Becken in den Händen, die andere spielt ein Tamburin. Die Spanish City besteht aus mehreren Restaurants, Bars und Veranstaltungssälen, in denen gern Tribute Nights stattfinden; geplant für die nächste Zeit sind Freddie Mercury, George Michael und Lady Gaga Tributes. Die Räumlichkeiten der Spanish City können für Hochzeitsfeiern oder Babyshower Parties gebucht werden.

Da das Gebäude mittlerweile schon sehr in die Jahre gekommen und vom Einsturz bedroht war, fanden umfangreiche Renovierungsarbeiten statt, die vor drei Jahren abgeschlossen werden konnten. Im Juli 2018 erstrahlte die Spanish City wieder in neuem Glanz.

Mark Knopfler von der Band Dire Straits, der nicht weit entfernt, in Blyth, aufgewachsen war und Whitley Bay häufig besucht hatte, schrieb 1980 den Song „Tunnel of Love„, der zu einer Art Hymne der Spanish City geworden war und jeden Morgen bei der Öffnung gespielt wurde. In dem Song geht es um einen Besuch in einem Vergnügungspark, und die Spanish City wird darin explizit erwähnt.

Im November 1998 wurde der Song „Pray“ der Sängerin Tina Cousins veröffentlicht; das dazu gehörende Video entstand zum Teil in der Spanish City und der näheren Umgebung.

Hier ist ein Film über die Geschichte der Spanish City.

Photo © Pauline E (cc-by-sa/2.0)
Photo © Geoff Holland (cc-by-sa/2.0)

The Pipe Club of London – Ein Refugium für Pfeifenraucher

Einer der berühmtesten Pfeifenraucher: Sherlock Holmes.
Photo © Oxfordian Kissuth (cc-by-sa/2.0)


Raucher haben es schwer – nirgendwo in öffentlichen Räumen dürfen sie ihrem Laster frönen. Pfeifenraucher werden, meiner Ansicht nach,  noch eher akzeptiert als Zigaretten- oder Zigarrenraucher, verströmt doch der Pfeifentabak häufig einen angenehmen Geruch und außerdem gelten Pfeifenraucher als gemütliche, ruhige Menschen.

Der Pipe Club of London bietet seit 1970 seinen Mitgliedern ein Forum, um sich mit Gleichgesinnten auszutauschen, und auch ein Refugium, wo man den Anfeindungen der tabakfeindlichen Welt nicht ausgesetzt ist.
Der Club hat zurzeit über 400 Mitglieder, die nicht alle aus London kommen, sondern aus 26 Ländern weltweit. Wer aber im Großraum London wohnt, kann an den monatlichen Treffen teilnehmen, die einmal in London selbst, bei James J. Fox („The Great British Cigar Merchant“) in der St James’s Street Nummer 19 und einmal vor den Toren der Stadt in The Overdraught bei St Albans (Hertfordshire) stattfinden.
An Aktivitäten bietet der Pipe Club of London Tabak Tastings, Besuche in tabakherstellenden Firmen und Wettbewerbe, bei denen das Pfeiferauchen im Mittelpunkt steht wie zum Beispiel einen Slow Smoking Competition.
Zweimal im Jahr erhalten die Mitglieder das „Pipe Club of London Journal„, das aus der Welt der Pfeifenraucher berichtet.

Dieser Film zeigt den Pipe Club in Wort und Bild.


Das Buch zum Artikel:
Richard Carleton Hacker: Pipesmoking – A 21st Century Guide. Autumngold Publications 2000. 165 Seiten. ISBN 978-0931253133.

Einer der Treffpunkte des Clubs: J.J. Fox in der Londoner St James’s Street.
Author: Philafrenzy.
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The Overdraught bei St Albans (Hertfordshire).
Photo © Jack Hill (cc-by-sa/2.0)
Published in: on 7. Juli 2021 at 02:00  Kommentar verfassen  

Giffords Circus – Ein traditioneller Zirkus aus den Cotswolds

Author: allispossible.co.uk
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Betritt man das Zelt des Giffords Circus, so sollte man keine durch brennende Reifen springende Tiger oder Männchen machende Elefanten erwarten. Das Wildeste, das hier zu sehen ist, sind Pferde und Hunde. Giffords Circus gastiert gern auf Village Greens, in Kleinstädten und Dörfern, aber auch Abstecher nach London kommen hin und wieder vor. Am häufigsten sind die Shows im Großraum der Cotswolds zu bewundern.

Benannt wurde der Zirkus nach seiner Gründerin Nell Gifford (1973-2019), die ihn im Jahr 2000 aus der Taufe hob. Bis zu ihrem frühen Tod vor zwei Jahren (sie starb an Brustkrebs) hatte sie ihr ganzes Leben dem Zirkus gewidmet. Sie arbeitete unter anderem beim Chinesischen Staatszirkus und dem Circus Roncalli in Deutschland, aber ihr Ziel war es immer gewesen, selbst einen Zirkus zu leiten.

Was wird dem Besucher bei Giffords alles geboten? Da sorgen Tweedy the Clown und die Sängerin und Schauspielerin Nancy Trotter Landry für Lacher im Publikum, Rebecca Musselwhite zeigt Pferdekunststücke und das Duo Imagine begeistert mit seiner Artistik. Feen, Trolle, Zwerge und andere mystische Wesen treten auf und sorgen für eine magische Atmosphäre.

Eine Besonderheit bietet Giffords Circus: Wenn die Show beendet ist, öffnet das Circus Sauce Restaurant seine Pforten, indem ein dreigängiges Abendessen angeboten wird. Das Restaurant steht unter der Leitung von Ols Halas, der über seine Zeit bei Giffords ein Buch geschrieben hat „Giffords Circus Cookbook: Recipes and stories from a magical circus restaurant“ (Quadrille Publishing).

Nachdem in England der Lockdown gelockert worden ist, begibt sich der Zirkus erneut auf Wanderschaft. Die erste Station war über Pfingsten Stroud in Gloucestershire, es folgen das Sudeley Castle, der Blenheim Palace und viele weitere Standorte in den Cotswolds und darüber hinaus.

Hier sind einige Ausschnitte aus einer Show im Film zu sehen.

Author: Scott Billings
Creative Commons 2.0
Author: Keith Bloomfield
Creative Commons 2.0
Published in: on 29. Mai 2021 at 02:00  Kommentar verfassen  

The Odyssey – Eine Furcht einflößende Achterbahn in Ingoldmells (Lincolnshire)

Author: Calzz
Creative Commons 3.0

An der Küste von Lincolnshire liegen die größten Wohnwagenparks in Europa, besonders bei Ingoldsmell, nördlich von Skegness, reihen sich Tausende von Wohnwagen aneinander. Hier wurde im Jahr 1936 auch das erste Feriencamp von Butlin’s errichtet. In der Sommersaison geht es in Ingoldsby so richtig zur Sache, wenn die Massen den Freizeitpark Fantasy Island stürmen. Ich persönlich hätte ihn eher Horror Island genannt, angesichts der furchteinflößenden Attraktionen, die hier warten. Da gibt es zum Beispiel den Starflyer, eine Art Kettenkarussell, das sich bis auf siebzig Meter hochschraubt und die Achterbahnen Spinning Racer, Millennium und Odyssey, eine schrecklicher aussehender als die andere.

Die Odyssey hieß vorher Jubilee Odyssey, weil sie zum Goldenen Thronjubiläum der Queen im Jahr 2002 eröffnet wurde. Die Königin kam allerdings nicht nach Ingoldsmell, aber immerhin eröffnete ihr Cousin Prince Edward, Duke of Kent die Achterbahn und fuhr auch mit. Ob ihm die Fahrt gefallen hat, kann ich leider nicht sagen.

Der „roller coaster“ wurde für £28 Millionen von der niederländischen Firma Vekoma erbaut. Sie ist 51 Meter hoch (die ursprünglichen Planungen sahen eine Höhe von 81 Metern vor) und rund 900 Meter lang, dabei werden Geschwindigkeiten von bis zu 100 km/h erreicht. Es handelt sich bei der Achterbahn um einen Inverter, das heißt, die Wagen sind unterhalb der Schienen angebracht. Die einzelnen Teile der Strecke nennen sich Cobra Roll, Horseshoe, Sidewinder, Helix und In-line Twist. Die Bahn ist nichts für Menschen mit empfindlichen Mägen! Sie dauert knapp drei Minuten; Minuten, die sehr lang werden können. Dieser Film gibt einen Vorgeschmack auf das, was einem auf der Odyssey erwartet.

Da wir hier direkt an der Küste von Lincolnshire sind, weht oft ein kräftiger Wind, der dazu führen kann, dass Odyssee ihren Betrieb einstellen muss, Ab Windgeschwindigkeiten zwischen 40 und 50 km/h ist es zu gefährlich, die Achterbahn weiterhin fahren zu lassen.

Die Cobra Roll
Author: Calzz
Creative Commons 3.0
Einer der Wohnwagenparks direkt an Fantasy Island.
Photo © Richard Croft (cc-by-sa/2.0)
Published in: on 2. Mai 2021 at 02:00  Comments (2)  

Der Cotswolds Water Park in Gloucestershire und Wiltshire

Photo © Brian Robert Marshall (cc-by-sa/2.0)

In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts entstand im Grenzgebiet der beiden Grafschaften Gloucestershire und Wiltshire eine der größten Seenlandschaften des Landes und damit ein riesiges Erholungs-, Sport- und Naturschutzgebiet: Der Cotswolds Water Park. Ursprünglich wurde an dieser Stelle Sand und Kies abgebaut, der unter anderem für den Gleisbau und für den Bau der Autobahn M4, die nicht weit entfernt verläuft, verwendet.

Etwa 100 Quadratkilometer groß ist der Cotswold Water Park, der 180 Seen umfasst, von denen die meisten nummeriert sind, damit man sich überhaupt zurecht findet. Beim Erstbesuch sollte man das Gateway Information Centre aufsuchen, in dem man alle benötigten Infos erhält.

Der Wasserpark ist ein Eldorado für Naturfreunde, so kommen „birdwatcher“ hier voll auf ihre Kosten, denn es hat sich in der Vogelwelt herumgesprochen, dass es sich in diesem Park gut leben lässt. In mehr als siebzig Seen ist das Angeln erlaubt, in der Nähe des Gateway Centres befindet sich ein Golfplatz, es gibt gut ausgebaute Radwege, Wasserskifahrer und Wakeboarder können ihren Hobbies frönen und es stehen eine Menge Ruderboote, Kayaks und Kanus zur Miete bereit. Wer sich einfach nur an einen Strand legen möchte, dem steht im Cotswolds Country Park and Beach Großbritanniens längster Binnenlandstrand zur Verfügung.

Für Übernachtungsgäste bieten sich beispielsweise das De Vere Cotswolds Water Park Hotel an, das direkt an Lake 6 steht, aber auch zahlreiche Hütten und Cottages für Selbstverpfleger.

Hier ist ein Film über den Park.

Cotswolds Country Park and Beach.
Photo © Vieve Forward (cc-by-sa/2.0)
Das De Vere Hotel.
Photo © Malc McDonald (cc-by-sa/2.0)

The Longborough Festival Opera in den Cotswolds

Boris Johnsons Pläne sehen vor, dass am 21. Juni alle coronabedingten Beschränkungen aufgehoben werden, es sei denn, es passiert etwas Unerwartetes. Sollte das nicht der Fall sein, was bedeutet das für die geplanten Aufführungen der Longborough Festival Opera in der Grafschaft Gloucestershire in den Cotswolds? Die Saison soll am 1. Juni beginnen und bis zum 3. August dauern.

Doch erst einige Worte zu dem Opernhaus in der tiefen Provinz. Longborough ist nicht so bekannt wie Glyndebourne in East Sussex, doch die Festival Opera hat sich besonders bei Richard Wagner-Freunden einen Ruf erworben, da man sich hier auf Wagneropern spezialisiert hat. In diesem Jahr sind sieben Aufführungen der „Walküre“ geplant, alle im Juni.

Martin und Lizzie Graham sind die Initiatoren der Longborough Festival Opera, beide Richard Wagner-Fans, und die Ursprünge gehen bis 1991 zurück, als  die Grahams in kleinem Rahmen Konzerte veranstalteten. Als sie eine neben ihrem Wohnhaus stehende Scheune in ein richtiges Opernhaus umwandelten, dort aus dem Londoner Royal Opera House Covent Garden ausgemusterte Sitze installierten und dem Haus eine gewisse Ähnlichkeit mit dem Bayreuther Festspielhaus verschafften, begann die Erfolgskurve. So wie in Glyndebourne gibt es in der üppig bemessenen Pause die Möglichkeit ein Essen zu sich zu nehmen, entweder im hauseigenen Restaurant oder in Form eines Picknicks auf dem Gelände (es soll Besucher geben, denen dieser Teil wichtiger ist als die Aufführung selbst). Zu jedem Bühnenstück wird für £55 ein spezielles Menü angeboten. Alternativ kann man für £40 einen Picknickkorb vorbestellen.

In diesem Jahr stehen neben der „Walküre“ noch weitere Aufführungen auf dem Programm: Wolfgang Amadeus Mozarts „Cosi fan tutte„, Claudio Monteverdis „The Return of Ulysses“ (dt. „Die Heimkehr des Odysseus“) und Leos Janáčeks „The Cunning little vixen“ (dt. „Das schlaue Füchslein“). Die Regie bei der Janáček-Oper führt passenderweise eine Olivia Fuchs.

Die Ticketpreise für die „Walküre“ beginnen bei £70 und enden bei £210, die anderen Aufführungen liegen deutlich niedriger.

Hier ist ein kleiner filmischer Appetithappen.

Longborough Festival Opera
New Banks Fee
Longborough
Moreton-in-Marsh
Gloucestershire
GL56 0QF

Published in: on 3. März 2021 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Von Phonebox Libraries und Book Exchanges

In Cargreen (Cornwall).
Author: oatsy40
Creative Commons 2.0

Um die Zukunft englischer Öffentlicher Bibliotheken sieht es nicht sehr rosig aus. Im Laufe der Jahre wurden immer mehr von ihnen geschlossen, meist aus Geldmangel der Kommunen. Die Zahl der Entleihungen und der aktiven Benutzer ging zurück; das Internet hat sich fest in den Waden der Bibliotheken verbissen, um es einmal bildlich auszudrücken. „Video killed the radio star“ hieß es 1979 in einem Song der Buggles, ersetzt man „Video“ durch „Internet“ und „Radio star“ durch „Bibliotheken“ hat man in etwa die Situation, die wir heute in England, aber nicht nur dort, haben.

Da Menschen aber immer wieder erfinderisch sind, kam man in kleineren Orten auf die Idee, einen Ersatz zu finden, indem man Micro Libraries oder Telephone Box Libraries aufstellte. Zwar haben diese nur ein Minimalangebot an Büchern, CDs und DVDs, dafür haben sie rund um die Uhr geöffnet, kosten nichts, man muss sie nicht zu einem bestimmten Zeitpunkt zurückbringen, braucht keine Mahngebühren zu bezahlen und kann die ausgeliehenen Bücher auch notfalls behalten, indem man andere aus seinem Besitz dafür hinbringt.

Ausgemusterte Telefonzellen der British Telecom sind ja schon für alle möglichen und unmöglichen Zwecke verwendet worden, zum Beispiel als Defibrillatorenstation, als Nachtclub, als Museum, als Konzerthalle, um nur einige wenige Beispiele zu nennen. Warum also nicht auch als Bibliothek? Und da für viele Menschen die roten Häuschen in ihrem Ort aus traditionellen Gründen unverzichtbar sind, obwohl dort so gut wie niemand mehr telefoniert, passte das sehr gut zusammen. Die erste Telefonzellenbibliothek wurde schon 2009 aufgestellt und wenn die Zahlen noch stimmen, gibt es in der Grafschaft Somerset die meisten von ihnen. Eine der ersten, wenn nicht sogar die erste Micro Library, steht in Westbury-sub-Mendip in Somerset, initiiert durch die Dorfbewohner, als die Fahrbibliothek den Ort nicht mehr aufsuchte.

Egal wie man diese Miniaturbibliotheken nennt (community kiosk, swap box, book exchange, swap shop), ich finde diese Idee gut. Sie sind natürlich keine echte Konkurrenz für professionell geleitete Bibliotheken, die hoffentlich noch lange bestehen bleiben, aber sie tun dem Gemeinschaftsgeist der Dörfer gut. Außerdem: Die eigenen, ausgelesenen Bücher verstopfen nicht mehr die Regale, man kann sie der Allgemeinheit zur Verfügung stellen, die sich darüber freut, dass sie zum Nulltarif Lesestoff bekommt…was wiederum die Buchhändler nicht freuen dürfte. Auch Kinder freuen sich über Bücher, die sie sich in den Minibibliotheken aussuchen können wie dieser Film zeigt.

Das Buch zum Artikel:
Rachael Lucas: The Telephone Box Library. Pan 2020. 400 Seiten. ISBN 978-1509882779.

In Impington (Cambridgeshire).
Author: Michael Dales
Creative Commons 2.0

In Brinkworth (Wiltshire).
Author: Anguskirk
Creative Commons 2.0

Published in: on 15. Februar 2021 at 02:00  Comments (4)  
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Das Mill Theatre in Sonning (Berkshire)

Schauplatz meines heutigen Blogeintrages ist wieder einmal Sonning an der Themse in der Grafschaft Berkshire. Ich habe den Ort bereits zweimal behandelt, in Zusammenhang mit dem French Horn Hotel und als Drehort der Inspector Barnaby-Folge 93 „Written in the Stars“ (dt. „Sonne, Mond und Sterne“).

Fährt man vom French Horn in Richtung Innenstadt so hat man die Wahl: Entweder stattet man dem Schauspieler George Clooney und seiner Frau, der Anwältin Amal Clooney, einen Besuch in ihrem Haus The Mill ab oder man entscheidet sich für einen Besuch in einem Dinner Theatre, das auch The Mill heißt und neben dem Grundstück der Clooneys liegt.

Leider ist auch The Mill at Sonning zur Zeit geschlossen, aber man macht sich Hoffnungen, im März wieder öffnen zu können. Das Gebäude war ursprünglich eine Wassermühle an einem Seitenarm der Themse, die Mehl herstellte, das zum großen Teil nach Reading für die berühmte Keksfirma Huntley and Palmer geliefert wurde. 1969 stellte man den Betrieb der Mühle ein, da eine neue, weit größere Mühle in Tilbury in Essex günstigere Preise anbieten konnte und die Keksfirma ihre Produkte nicht mehr in Reading herstellen ließ. Am 22. Juni 1982 erwachte die mehrere Jahre leerstehende Mühle aus ihrem Dornröschenschlaf und erstrahlte in neuem Glanz als The Mill at Sonning Dinner Theatre. Der Erfolg stellte sich bald ein und gipfelte bisher darin, dreimal hintereinander den UK Theatre Award for the UK’s Most Welcoming Theatre erhalten zu haben, von 2016 bis 2018.

Das Theater an der Themse hat in der Regel wochentags abends und am Wochenende auch mittags geöffnet. Bevor die Vorstellung beginnt, wird im Restaurant ein Dinner bzw. Lunch eingenommen. Die Waterwheel Bar steht für Drinks und Snacks zur Verfügung.

Was wird auf der Bühne geboten? Ein Mix aus Comedy, Musikshow und Theater. In diesem Jahr ist die Aufführung „Busman’s Honeymoon“ geplant, nach Dorothy Sayers gleichnamigem Roman. Regie wird Brian Blessed führen, seit Jahrzehnten britischen Kinogängern und Fernsehzuschauern als Schauspieler bekannt. Beliebt sind Revival Shows mit Oldies wie The Rod Stewart Experience und The Johnny Cash Roadshow.

Hoffen wir, dass das Coronavirus mit all seinen Mutationen bald besiegt sein wird, und The Mill at Sonning wieder seine Pforten zu Restaurant und Bühne öffnen kann.

Dieser Film zeigt zwei begeisterte junge Herren, die das Bühnenstück „Towards Zero“ im Theater nach einem Agatha Christie-Roman gesehen haben (dt. „Kurz vor Mitternacht“).

 

 

Published in: on 1. Februar 2021 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Muddy Stilettos – The Urban Guide to the Countryside

Die Zielgruppe der Webseiten: „Smart, fun-loving women“.
author: emilio labrador
Creative Commons 2.0

Schon seit längerem verfolge ich die Webseiten, die den witzigen Titel „Muddy Stilettos“ tragen, an und für sich ein Widerspruch, aber wenn man den Zusatztitel „The Urban Guide to the Countryside“ liest, wird das schon klarer. Die Journalistin Hero Brown, die zum Beispiel für den Observer, für Marie Claire und Elle tätig war, erstellte die Webseiten im Jahr 2011, nachdem sie die Metropole London verlassen und sich auf dem Lande eingerichtet hatte. Ziel von „Muddy Stilettos“ war und ist, über alles zu berichten, was sich außerhalb Londons so abspielt. Ging es ursprünglich in erster Linie um die Grafschaften Buckinghamshire und Oxfordshire, so hat Hero Brown das Spektrum fast auf das ganze Land ausgeweitet. Zielgruppe: „smart, fun-loving women„.

Es gibt eine Fülle von Rubriken auf „Muddy Stilettos“ wie Hotels, Restaurants, Reisetipps, Mode, Theater usw., von denen man sich für die eigenen Aktivitäten inspirieren lassen kann. Nehmen wir uns einmal die Kategorie „Pubs & Inns“ vor; da kann man sich auf einer Karte alle bisher getesteten Etablissements anzeigen lassen und kommt mit einem Click sofort auf die entsprechende Rezension. Ich habe mir einmal die vom „Nag’s Head“ bei Great Missenden in Buckinghamshire angesehen, weil ich dort bereits gegessen habe. „Roald Dahl’s Lickwishy Local“ heißt es in der Überschrift des Artikels, weil der Schriftsteller hier früher häufig zu Gast war. Hero Brown schildert ihre Eindrücke vom Pub und gibt ihre Meinung zur Qualität des Essens wieder und dann folgt eine Gesamtempfehlung  („The Muddy Verdict“). Angereichert wird alles mit eigenen Fotos.

Zweites Beispiel: In der Rubrik „Arts & Culture“ gibt es die Unterrubrik „Books“ und dort finden wir unter vielem anderen Empfehlungen für unabhängige Buchhandlungen in der Region Bucks und Oxon wie The Bell Bookshop in Henley-on-Thames oder The Wallingford Bookshop in Wallingford.

Natürlich kann Hero Brown allein schon lange nicht mehr alle Grafschaften abdecken, sondern hat überall ihre lokalen Mitarbeiterinnen, die für ihren Zuständigkeitsbereich die Empfehlungen geben.

Ich finde, „Muddy Stilettos“ sind sehr interessante, anregende und hilfreiche Webseiten, wenn man sich in England bewegt.

Auch Auszeichnungen werden von Muddy Stilettos vergeben.
Author: Andy M. Johnson
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Published in: on 12. Januar 2021 at 02:00  Comments (3)  
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Pratt’s – Ein Londoner Gentlemen’s Club mit einer ungewöhnlichen Tradition

Author: CPrideaux
This work is in the public domain.

Park Place ist eine kleine, ruhige Nebenstraße, die von der St James’s Street abzweigt. Gleich am Anfang der Straße auf der linken Seite ist liegt einer der Gentlemen’s Clubs Londons, der Pratt’s Club, von außen nicht als solcher zu erkennen. Wie bei einem Gentlemen’s Club nicht anders zu erwarten, sind Frauen als Mitglieder tabu. Sie dürfen lediglich auf Einladung eines Clubmitglieds zum Mittagessen die heiligen Hallen betreten.

Pratt’s geht auf einen gewissen William Nathaniel Pratt zurück, der in dem Haus von 1841 bis 1860 wohnte und als Verwalter des Dukes of Beaufort tätig war. Der Duke und sein Freundeskreis gingen bei Pratt ein und aus, und nachdem der Verwalter gestorben war, führten seine Frau und ihr Sohn Pratt’s als Club weiter. Heute hat der Club um die 600 Mitglieder, die sich aber niemals alle gleichzeitig in Park Place treffen können, dafür sind die Räumlichkeiten viel zu klein. Es gibt einen Speiseraum, an dessen Tisch gerade einmal 14 Personen Platz finden können, und einen kleinen Aufenthaltsraum, alles also sehr überschaubar und elitär.

Einige der prominenten Mitglieder waren die Politiker Harold McMillan, Randolph Churchill und  Duncan Sandys. Da 14 Park Place unter Denkmalschutz steht, dürfen keine größeren Veränderungen am und im Haus vorgenommen werden. Es gibt hier keinen Aufzug und eine Klimaanlage ist auch nicht vorhanden.

Eine ungewöhnliche Tradition hat sich im Pratt’s eingebürgert: Alle männlichen Angestellten werden mit dem Namen „George“ angesprochen, egal welchen Vornamen sie tatsächlich tragen. Das soll darauf zurückgehen, dass die Mitglieder früher (?) sehr den alkoholischen Getränken der Club-Bar zusprachen und sich irgendwann nicht mehr an die Namen der Bediensteten erinnern konnten, so dass man einfach den Vornamen „George“ für alle verwendete. Bei weiblichen Angestellten gilt der entsprechende Vorname „Georgina„, was bisher aber nur einmal vorkam.

Wenn man die Straße Park Place bis fast ans Ende weitergeht, findet man dort ein wunderschönes rotes Gebäude, in dem ein 5*-Hotel untergebracht ist, das St James’s Hotel, das zu der deutschen Hotelgruppe Althoff Collection gehört.

Das St James’s Hotel in der Straße Park Place Nummer 7/8.
Photo © PAUL FARMER (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 26. Dezember 2020 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Weihnachten in Buckinghamshire…in Bildern

 

Das Waddesdon Manor.
Author: Peter J Dean
Creative Commons 2.0

In Chalfont St Giles.
Author: timo_w2s
Creative Commons 2.0

Die Chilterns am Weihnachtsmorgen.
Author: Peter J Dean
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Die High Street von Aylesbury.
Author: dlanor smada
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Am Dunsmore Hill
Author: Peter J Dean
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Und zum Schluss noch einmal das Waddesdon Manor, das zur Weihnachtszeit besonders schön anzuschauen ist.
Author: Amateur with a Camera.
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Published in: on 24. Dezember 2020 at 02:00  Comments (10)  
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Die vier Corona-Zonen in England – Von „Medium Alert“ bis „Stay at Home“

Die wegen Corona leergefegte High Street von Melton Mowbray in Leicestershire.
Photo © Andrew Tatlow (cc-by-sa/2.0)

Großbritannien ist seit wenigen Tagen erneut in die Schlagzeilen geraten, was die Corona-Infektionszahlen angeht. Eine neue Corona-Mutation macht sich vor allem in London und im Südosten breit, die deutlich ansteckender ist. Bisher gab es drei Corona-Zonen („tiers„), jetzt ist eine weitere dazugekommen. Betroffen von der Zone 4 („Stay at Home“) sind ganz London, Kent, Berkshire, Buckinghamshire, Hertfordshire, Essex und einige Gebiete außerhalb. Hier ist eine Übersicht, was man in den jeweiligen Zonen beachten muss:

Tier 1 („Medium Alert“)
In diese Zone gehören nur wenige Gebiete wie die Isle of Wight, Cornwall und die Isles of Scilly und Herefordshire, also alles Randgebiete.
Hier darf man ohne Einschränkungen reisen, Übernachtungen außerhalb der eigenen Wohnung sind erlaubt, alle Läden sind geöffnet, Restaurants und Pubs dürfen bis 23 Uhr Gäste empfangen.

Tier 2 („High Alert“)
In diese Zone fallen beispielsweise Norfolk, Suffolk und Cambridgeshire, Shropshire und Worcestershire, Dorset und Devon.
Auch hier darf man noch reisen, aber man sollte sich nur auf das Notwendige beschränken, die Läden sind geöffnet, Restaurants ebenfalls, Pubs nur, wenn sie auch Mahlzeiten anbieten. Um 23 Uhr müssen diese Etablissements geschlossen werden.

Tier 3 („Very High Alert“)
Hierzu gehören unter anderen Derbyshire, Lincolnshire und Nottinghamshire, Yorkshire, außer North Yorkshire und der Stadt York, die in Tier 2 sind, und South Gloucestershire.
In diesen stärker von Corona betroffenen Regionen sollte man auf Reisen verzichten, darf aber in Läden, zur Arbeitsstätte und in geöffnete Restaurants und Pubs fahren. Treffen mit haushaltsfremden Personen sind in der eigenen Wohnung beschränkt, ebenso Übernachtungen außerhalb der eigenen Region, Homeoffice wird dringend empfohlen. Alle Läden dürfen öffnen, Restaurants und Pubs dagegen nur noch Speisen außer Haus und Lieferservice anbieten. Friseure, Nagel- und Schönheitssalons  können Kund*innen empfangen.

Tier 4 („Stay at Home“)
Die betroffenen Regionen habe ich oben genannt.
Treffen mit anderen Menschen außerhalb des eigenen Haushalts sind noch stärker beschränkt, Reisen außerhalb der eigenen Region und ins Ausland sind untersagt, Hotels sind in der Regel geschlossen, Läden sind geschlossen mit Ausnahme von Supermärkten und denen, die lebensnotwendige Güter anbieten. Restaurants und Pubs bleiben geschlossen mit den in Tier 3 genannten Ausnahmen. Auch die Friseure und Schönheitssalons müssen jetzt schließen. Bibliotheken dürfen ihre Pforten nicht mehr öffnen.

Dies ist natürlich nur eine Momentaufnahme mit dem Stand 21.12.2020. Jederzeit können Verschiebungen stattfinden, vor allem, wenn sich das mutierte Virus weiter verbreitet.

 

Published in: on 22. Dezember 2020 at 02:00  Comments (1)  
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Der Happy at Home Index der Internetplattform „Rightmove“

St Ives in Cornwall.
Photo © Kurseong Carl (cc-by-sa/2.0)

In welchen Orten war man im Jahr 2020 in Großbritannien am glücklichsten? Dieser Frage geht der sogenannte „Happy at Home Index“ der Immobilien-Internetplattform Rightmove nach. Anhand von zehn Kriterien wird dieser Index jetzt bereits seit neun Jahren erstellt, darunter zählen beispielsweise:

– Wie stark ist der Gemeinschaftssinn in der Kommune ausgeprägt?

– Wie freundlich und höflich sind meine Mitbürger?

– Gibt es genügend kulturelle Angebote?

– Wie sieht es mit der Natur und den Grünflächen aus?

– Wie ist die Infrastruktur? Gibt es genügend Schulen, Ärzte, Restaurants und Einzelhandelsgeschäfte?

In diesem Jahr nimmt St Ives in Cornwall den Spitzenplatz ein, eigentlich keine große Überraschung, denn schon seit vielen Jahrzehnten zieht es Menschen an diesen Ort an der Nordküste Cornwalls. Künstler behaupten, dass es hier, wie an der Côte d’Azur in Frankreich, ein ganz besonderes Licht gibt. Mittlerweile sind die Immobilienpreise in St Ives derart gestiegen, dass es nicht mehr allzu viele Künstler gibt, die es sich leisten können, in der Stadt ein Atelier zu unterhalten. Über £400 000 liegt der Durchschnittspreis einer Immobilie.

Deutlich niedriger liegen da die Preise in Skipton in North Yorkshire, einer Kleinstadt im Norden des Landes, die den zweiten Platz einnimmt, nämlich bei £226 000. Die „Stadt der Schafe“ am River Aire mit seiner alten Burganlage habe ich immer als sehr angenehm empfunden, und ich kann mir durchaus vorstellen, dass es sich gut leben lässt.

Auf Platz 3 in diesem Jahr liegt Leamington Spa (oder auch Royal Leamington Spa genannt) in Warwickshire. Wie der Name schon sagt, handelt es sich hier um einen Kurort am River Leam, der durch einen Besuch von Queen Victoria im Jahr 1838 mit dem Zusatz „Royal“ geadelt wurde. Nach und nach wächst Leamington Spa mit der Nachbarstadt Warwick zusammen, die auch einiges zu bieten hat wie das Warwick Castle.

Auf den folgenden Plätzen des „Happy at Home Inex“ stehen:

Platz 4: Llandrindod Wells in Wales

Platz 5: Perth in Schottland

Platz 6: Kendal in Cumbria

Platz 7: Stratford-upon-Avon in Warwickshire

Platz 8: Dorchester in Dorset

Platz 9: Harrogate in North Yorkshire

Platz 10: Richmond-upon-Thames in London

Skipton in North Yorkshire.
Photo © Lakeland Ramblers (cc-by-sa/2.0)

Die Royal Pump Rooms in Leamington Spa in Warwickshire.
Photo © Julian Osley (cc-by-sa/2.0)

Die Spaß-Fahrzeuge des Edd China

The fastest sofa in the world.
Author: peter_hastings
Creative Commons 2.0

Beim Kop Hill Climb bei Princes Risborough in Buckinghamshire, der einmal jährlich stattfindet (wenn nicht irgendein doofes Virus das verhindert), kommen immer jede Menge Oldtimer-Fahrzeuge zusammen, die den Hügel erklimmen. Schon im Jahr 1910 begann dieser Wettbewerb, wurde fünfzehn Jahre später verboten und feierte 1999 seine Wiederauferstehung. Die Fahrzeuge müssen dabei Steigungen bis zu maximal 25% überwinden, da kommen die Vehikel ganz schön aus der Puste. Doch nicht nur Oldtimer treffen sich hier am Kop Hill, so manches Fun Car ist auch zu bestaunen. 2017 präsentierte Edd China einige seiner Spaß-Fahrzeuge, die auf großes Interesse der Zuschauer stießen. In Deutschland kennt man den TV-Moderator und Kfz-Mechaniker aus der Fernsehserie „Die Gebrauchtwagen-Profis“ des Senders DMAX (ein Sender, der nicht auf meiner Top 10-Liste steht).

Einzug in das „Guinness Buch der Rekorde“ erlangte Edd China mit dem schnellsten Sofa der Welt, dem Casual Lofa, das es bis auf 140 km/h bringt. Das Lenkrad des verrückten Dreisitzer-Sofas besteht aus einem Pizzateller, der Hebel der Handbremse aus einem Mars-Riegel und eine Tischlampe verziert das Gefährt, das eine Straßenzulassung besitzt. Ob das wohl auch in Deutschland möglich wäre?

Edd China ist auch der Schöpfer des schnellsten Badezimmers der Welt,“Bog Standard“, mit Badewanne, Waschschüssel und Schmutzwäschetruhe; etwa 70 km/h schnell bewegt sich dieses Vehikel, das ebenfalls im „Guinness Book of Records“ verzeichnet ist.

Edd Chinas Fantasie scheint grenzenlos zu sein, denn er entwickelte auch noch den „Street Sleeper“, das mit über 100 km/h schnellste Bett der Welt, und, seine neueste Kuriosität, „the world’s fastest electric ice cream van„, der es in diesem Jahr in das „Buch der Rekorde“ schaffte.

In diesem Film über den Kop Hill Climb 2017 sind einige von Edds Fahrzeugen zu sehen.

…und noch einmal das Hochgeschwindigkeits-Sofa, weil es so schön ist.
Author: Graham O Siodhachain
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Fancy Free Walks – Eine großartige Webseite mit Hunderten von Wandervorschlägen

Bledlow Ridge in Buckinghamshire.
Photo © Des Blenkinsopp (cc-by-sa/2.0)

Den Tipp zu der Webseite „Fancy Free Walks“ erhielt ich von Roz Morris, deren Buch „Not Quite Lost: Travels Without a Sense of Direction; a Diary“ ich in meinem Blog am 15. Januar 2019 vorgestellt habe.

Knapp 500 Spaziergänge und Wanderungen im Südosten und Süden Englands werden hier aufgelistet, “ to exercise the mind and body in the pleasantest way„, wie schön formuliert. Seit Anfang 2010 gibt es diese Webseite schon, die seitdem permanent ausgebaut, verfeinert und korrigiert wird. Fancy Free Walks ist eine Organisation, die nicht profitorientiert ist, sondern die die Schönheiten der englischen Landschaften vermitteln möchte. Jeder kann sich die vorgeschlagenen Routen herunterladen oder ausdrucken, selbstverständlich kostenlos wie der Name der Webseite ja schon sagt. Es wird Wert darauf gelegt, dass die angegebenen Wege alle „legal“ sind, das heißt sie führen nicht über privates Gelände.
Zu jeder der Wanderungen werden folgende Informationen genannt: Länge der Strecke, Schwierigkeitsgrad, Einkehrmöglichkeiten, Anfahrten per Auto und per Zug, Parkplätze. Eine detaillierte Karte zeigt den Wanderern den Weg, der dazu auch noch minutiös beschrieben wird. Hilfreich dürften die Hinweise auf WCs sein, vor allem wenn man gerade im Pub ein Pint getrunken hat. Es fehlen auch nicht die Hinweise auf Sehenswürdigkeiten am Wegesrand. Besonders wertvoll ist die Möglichkeit, jederzeit ein Feedback zu geben, wenn man auf den Strecken Veränderungen oder Probleme festgestellt hat, so dass die Routenbeschreibungen immer auf dem aktuellsten Stand sind.

Als Beispiel nenne ich hier einmal den 2½ km langen Royal Standard of England Pub Walk in Forty Green in Buckinghamshire, eine Gegend, die ich ganz gut kenne und die ich sehr empfehlen kann, vor allem den Pub selbst (siehe dazu meinen Blogeintrag)

Eine sehr gut gemachte Webseite!! (Thank you, Roz!)

Eigenes Foto.

Published in: on 25. November 2020 at 02:00  Comments (2)  

Christian the Lion – Die erstaunliche Geschichte eines Löwen aus Ilfracombe in Devon

Hier auf dem Friedhof der Fetter Lane Moravian Church durfte Christian eine Zeit lang spielen.
Author: Matt from London
Creative Commons 2.0

Als ich gestern das Foto von der Lion Lodge im Charborough Park in meinen Blog einbaute, fiel mir wieder die erstaunliche Geschichte eines Löwen ein, die sich in den 1970er Jahren ereignete und vielleicht in Vergessenheit geraten ist, darum möchte ich sie heute noch einmal aufnehmen.

Es begann am 12. August 1969 als im Zoo der Küstenstadt Ilfracombe in Devon ein Löwe geboren wurde. Der Zoo existiert nicht mehr, er wurde 1973 geschlossen. Das Londoner Kaufhaus Harrod’s übernahm das Löwenbaby und bot es in seiner Tierabteilung zum Verkauf an. Das Schicksal wollte es, dass zwei junge Australier, John Rendall und Anthony Bourke, die sich gerade in London niedergelassen hatten, dem Kaufhaus einen Besuch abstatteten und dabei den kleinen Löwen sahen, in den sie sich auf der Stelle verliebten. Sie kauften ihn und nahmen ihn mit in ihre Wohnung, wo sich der Christian getaufte Löwe eine Zeit lang recht wohl fühlte. Doch Löwen pflegen nun einmal ziemlich schnell größer zu werden und Auslauf zu brauchen. Also siedelten die beiden Australier ihren hübschen Gefährten, den sie gern auf Spritztouren in ihrem Auto mitnahmen, in ihr kleines Möbelgeschäft Sophistocat um, wo Christian mehr Platz hatte. Der Pfarrer der Fetter Lane Moravian Church hatte offensichtlich auch ein Herz für Löwen, denn er stellte den beiden Australiern den Friedhof der Kirchengemeinde zur Verfügung, damit sie dort mit Christian herumtollen konnten.

Doch John Rendall und Anthony Bourke wussten, dass es nicht ewig so weitergehen konnte; Christian wurde immer größer und war einfach nicht mehr in einer Großstadt zu halten. Also machten sie sich schweren Herzens Gedanken über die Zukunft ihres Schützlings. Als einmal die beiden Schauspieler Virginia McKenna und Bill Travers in dem Möbelladen vorbeischauten und dabei auf Christian trafen, machten sie den beiden Männern den Vorschlag, sich mit dem Löwenkenner George Adamson in Kenia in Verbindung zu setzen, den die beiden von den Dreharbeiten des Films „Born Free“ (dt. „Frei geboren – Königin der Wildnis“) kannten, in dem sie das Ehepaar George und Joy Adamson verkörperten. Die Verbindung kam zustande, George Adamson wollte Christian in Kenia unter seine Fittiche nehmen, und so siedelte der Löwe in die Heimat seiner Vorfahren nach Afrika um, wo ein neuer Lebensabschnitt für ihn begann.

1971 reisten Rendall und Bourke nach Kenia, um ihren geliebten Christian noch einmal zu sehen, und da geschah das Erstaunliche: Christian erkannte die beiden tatsächlich wieder und fiel ihnen im wahrsten Sinne des Wortes begeistert um den Hals, Bilder, die um die ganze Welt gingen. Zwei Jahre später verliefen sich die Spuren des Löwen aus Ilfracombe, über sein weiteres Schicksal ist nichts bekannt.

Hier ist die Geschichte von Christian in Kurzfassung im Film und hier ist die Langfassung.

Das Buch zum Artikel:
Anthony Bourke and John Rendall: A Lion Called Christian. Bantam 2010. 240 Seiten. ISBN 978-0553820607.

Published in: on 17. November 2020 at 02:00  Comments (2)  
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Shepherds huts – Schäferhütten, die sehr im Trend liegen

Eine alte, aber noch ganz gut erhaltene Schäferhütte auf einer Farm bei Cholderton in Wiltshire.
Photo © Maigheach-gheal (cc-by-sa/2.0)

Ex-Premierminister David Cameron hat sich eine in seinen Garten in seinem Anwesen in den Cotswolds gestellt, eine shepherd’s hut, eine Schäferhütte, wie sie vor allem im 19. Jahrhundert auf den Weideflächen Großbritanniens häufig anzutreffen war. Dort lebten und nächtigten die Schäfer für eine gewisse Zeit und hatten die ihnen anvertraute Schafherde immer im Blick. Die Hütten waren meist aus Wellblech oder auch aus Holz angefertigt und standen auf Metallrädern, so dass man sie überall hinziehen konnte. Die Inneneinrichtung war natürlich sehr einfach gehalten, beinhaltete aber alles, was ein Schäfer in der Einsamkeit alles so benötigte. Im 20. Jahrhundert wurden die Hütten immer seltener verwendet, da es durch die fortschreitende Agrartechnik andere Möglichkeiten gab, diese Schäfertätigkeiten durchzuführen.

In den letzten Jahren liegen die shepherds huts wieder voll im Trend, nicht die alten, primitiven von anno dazumal, sondern neu gebaute Luxushütten, die ihren Siegeszug beim Glamping angetreten haben. Mehrere Firmen haben sich auf die Anfertigung dieser alternativen Übernachtungsmöglichkeiten spezialisiert wie zum Beispiel The English Shepherds Hut Co. in Norwich (Norfolk), Blackdown Shepherd Huts bei Ilminster in Somerset oder Red Sky Shepherd’s Huts in North Leigh (Oxfordshire), wo David Camerons Hütte herkommt. Diese Hütten sind natürlich sehr viel komfortabler als sie früher einmal waren, kosten dafür auch eine ganze Menge Geld, die meisten der „luxury huts“ liegen deutlich über £20 000.

Wer sich nicht gleich eine Hütte selber kaufen möchte, kann das Übernachtungsgefühl auf einem der zahlreichen Glampingplätze ausprobieren wie beispielsweise auf denen von Canopy&Stars, die über ganz Großbritannien verteilt sind.

Hier ist ein Film der Firma Blackdown Shepherd Huts über ihre Hütten.

Glamping-Schäferhütten bei Norwich in Norfolk.
Photo © Evelyn Simak (cc-by-sa/2.0)

Eine moderne, komfortable Schäferhütte.
Author: Anguskirk
Creative Commons 2.0 

Published in: on 24. Oktober 2020 at 02:00  Kommentar verfassen  
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The Letter Box Study Group – Die Briefkastenspezialisten

Eine Pillarbox aus der Zeit Edwards VII. in Church Stretton (Shropshire).
Photo © Jaggery (cc-by-sa/2.0)

1976 fand sich in England eine Handvoll Menschen zusammen, die ein gemeinsames Hobby hatten: Briefkästen. Sie hätten sich damals nicht träumen lassen, dass ihre Letter Box Study Group   einmal so viele Mitglieder im In-und Ausland haben sollte, die sich für dieses „Straßenmöbel“ interessieren.

Das Ziel der Briefkastenfreunde: „to encourage research, preservation, restoration and awareness of letter boxes and the definitive description and documentation of their types and locations“.

Was ist nun das Besondere an britischen Briefkästen? Da gibt es zum Beispiel unterschiedliche Formen wie die Pillar Boxes (freistehend, oft vor Postämtern zu finden), Wall Boxes (in Mauern eingebaut, nur die Front ist zu sehen) oder Lamp Boxes (in ländlichen Gegenden zu finden, oft an Laternenpfählen angebracht). Hier ein Film über die verschiedenen Formen.

Die offiziellen Briefkästen kommen in verschiedenen Farben daher; am bekanntesten ist aber sicher das „pillar-box red„. Die sogenannten „ciphers“ geben Auskunft, aus welcher Zeit sie stammen. Das „E II R“ heißt beispielsweise, dieser Briefkasten wurde zur Zeit Königin Elizabeths der Zweiten errichtet.

Die Letter Box Study Group gilt als die Autorität in Sachen Briefkästen, und sie baut eine Datenbank auf, in der jeder Briefkasten in ganz Großbritannien verzeichnet und beschrieben werden soll; eine gewaltige Aufgabe, denn es gibt rund 115 500 Exemplare. In einem vierteljährlich erscheinenden Newsletter werden die Mitglieder ständig auf dem aktuellen Stand gehalten. Der jährliche Mitgliedsbeitrag ist £29.

Eine „letterbox“ aus der Zeit Georgs V. in Great Malvern (Worcestershire).
Photo © Philip Halling (cc-by-sa/2.0)

Ein einsamer Briefkasten an einer Straße in Surrey. Wer mag wohl hier Briefe einwerfen?
Photo © Alan Hunt (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 11. August 2020 at 02:00  Comments (1)  
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Das Castlemorton Common Festival 1992 oder Wie ein Dorf in Worcestershire plötzlich von einer Horde von Ravern überrannt wurde

Das idyllische Castlemorton in Worcestershire.
Photo © Philip Halling (cc-by-sa/2.0)

Castlemorton ist ein kleines Dorf in den Malvern Hills im Süden der Grafschaft Worcestershire. Hier ging und geht es noch immer ruhig zu. Es ist ein landwirtschaftliches genutztes Gebiet, es gibt eine Kirche und eine Schule und das war es auch schon. Diese Idylle wurde am 22. Mai 1992 jäh unterbrochen, als sich Tausende von Ravern und New Age-Anhängern auf den Weg nach Castlemorton machten, um auf dem Common, den Wiesen am Rand des Dorfes, die bis nach Welland reichen, eine Woche lang Party zu machen.
Die Begeisterung der Dorfbewohner kann man sich vorstellen. Wie viele Menschen sich hier breit machten, konnte man nie verifizieren; die Schätzungen liegen zwischen 20 000 und 40 000. Da es Raver gern laut haben, wurden die Lautsprecher der mobilen Diskotheken auf das Maximum eingestellt, so dass an Schlaf im Dorf nicht zu denken war.
Farmer fanden tote Schafe, die von den Hunden der Raver gerissen worden waren, Drogenbestecke lagen in Vorgärten, die Fahrzeuge der Partybesucher verursachten große Schäden auf dem Wiesengelände, im benachbarten Welland wurde im Dorfladen geklaut, es herrschte das totale Chaos. Die alarmierte Polizei war angesichts der Menschenmenge hoffnungslos überfordert. Rund ein Dutzend Raver wurden verhaftet, überwiegend Mitglieder der Gruppe Spiral Tribe.

Es war die größte illegale Rave Party, die jemals in Großbritannien stattgefunden hatte. Landesweit berichteten die Medien über das, was sich auf dem Castlemorton Common abspielte, was andere New Ager und Raver veranlasste, sich auch noch auf den Weg nach Worcestershire zu machen.

Nach einer Woche war die Spuk vorbei. Die Zelte wurden abgebaut, die zahllosen Transporter, Busse, Wohnmobile verließen das Gelände, auf dem vorher Schafe friedlich gegrast hatten, und das nicht mehr wiederzuerkennen war. Die Dorfbewohner, die das Rave Festival psychisch stark mitgenommen hatte, atmeten tief durch.

Die Folge dieser Maiwoche: Die Politik hatte sich eingeschaltet und zwei Jahre später den Criminal Justice and Public Order Act 1994 verabschiedet, der unter vielem anderem auch regelte wie in Zukunft mit illegalen Rave Parties und dem dadurch verbundenen unerlaubtem Betreten fremden Bodens umzugehen sei.

Dieser Film zeigt die Ereignisse vom Mai 1992.

Castlemorton Common,
Photo © Jonathan Billinger (cc-by-sa/2.0)

Osea Island – Eine abgelegene Insel im Mündungstrichter des River Blackwater in Essex

Photo © Chris (cc-by-sa/2.0)

Es ist nicht ganz leicht, sich Zutritt zu Osea Island im Mündungstrichter des River Blackwater in Essex zu verschaffen. Sie ist in Privatbesitz und da wird der Zugang reglementiert. Ein schmaler Fahrdamm führt zur Insel und da muss man sich vorher anmelden, um diesen Damm bei Niedrigwasser auch befahren zu dürfen. Dieser Film zeigt wie man auf Osea Island gelangt.

Diese Abgeschiedenheit wurde im Laufe der Jahrzehnte für verschiedene Zwecke genutzt, für die Diskretion und Ruhe erforderlich waren. Bereits zu Beginn des 19. Jahrhunderts eröffnete Frederick Charrington hier eine Alkoholentzugsklinik für wohlhabende Londoner; nicht ganz ohne Witz, denn er gehörte der Familie an, die die Charrington Brewery betrieb. Rund hundert Jahre später kümmerte man sich auf Osea Island um Drogenabhängige und Menschen mit mentalen Problemen, zu denen auch die Sängerin Amy Winehouse gehörte. Diese im Manor House untergebrachte Klinik schloss 2010 ihre Pforten.

Osea Island wird heute für andere Zwecke genutzt wie für Musikaufnahmen, denn die Insel ist im Besitz des Produzenten Nigel Frieda, der zum Beispiel mit den Rolling Stones zusammengearbeitet und die Girlgroup Sugababes gegründet hat. So finden sich hier immer mal wieder Stars aus dem Showbusiness ein, es werden Parties gefeiert und Firmen laden zu speziellen Events ein wie vor einigen Jahren die Champagnerfirma Krug.

Osea Island ist aber nicht nur eine Partyinsel, auf der gern auch Hochzeiten gefeiert werden; mehrere Cottages stehen zur Miete zur Verfügung, so dass nicht nur die Londoner High Society in den Genuss eines Aufenthaltes hier kommen und die Ruhe genießen kann, sondern auch der Normalbürger.

Hier ist ein Drohnenflug über die Insel zu sehen.

Der Zufahrtsweg zur Insel.
Photo © Robin Webster (cc-by-sa/2.0)

Das Manor House.
Photo © Glyn Baker (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 31. Juli 2020 at 02:00  Comments (1)  
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