„The weekend starts here!“ – Die legendäre TV-Musikshow „Ready, Steady, Go“ in den 1960er Jahren

Das ehemalige Television House am Londoner Kingsway.
Photo © Stephen Richards (cc-by-sa/2.0)

Die britischen Teenager liebten sie, die wöchentliche TV-Musiksendung „Ready, Steady, Go„, die immer freitags mit den Worten „The weekend starts here!“ eingeläutet wurde. Am 9. August 1963 startete die erste Folge, am 23. Dezember 1966 wurde die Sendung wieder zu Grabe getragen.
Im Television House am Kingsway (später in den größereren Wembley Studios), also mitten in London, versammelten sich einmal die Woche die beliebtesten Sänger, Sängerinnen und Musikgruppen aus Großbritannien und den USA, um dort ihre aktuellen Hits vorzutragen. Präsentiert wurde die Show anfangs von Keith Fordyce, der auch für die BBC und Radio Luxemburg arbeitete, dann kam etwas später die junge Cathy McGowan dazu, die oft im Minirock auftrat und die Sendung beim männlichen Publikum noch reizvoller machte. Die Studiogäste tanzten zu der Musik auf engstem Raum und hatten zu ihren angehimmelten Stars Tuchfühlung.

Sie kamen alle zu „Ready, Steady, Go“, die Beatles, die Rolling Stones, die Animals aus Großbritannien, die Beach Boys, die Supremes, die Walker Brothers aus den USA, um nur einige wenige zu nennen. Jimi Hendrix erschien mit „Hey Joe“ erstmals im britischen Fernsehen. Unvergesslich ist auch der Auftritt von Cathy McGowan und den Rolling Stones, die Sonny and Chers Hit „I got you babe“ neu interpretierten (hier zu sehen).

Hier sind einige Ausschnitte aus Shows des Jahres 1964 zu sehen.

Die Londoner Punkrock-Band Generation X zollte 1978 der Musikshow und der Moderation Cathy McGowan Tribut mit ihrem Song „Ready, Steady, Go“ (…“I’m in love with Cathy McGowan“).

Vor zwei Jahren erschien im Verlag BMG Books ein großartiges Buch, das die legendäre Musikshow dokumentiert: „Ready, Steady, Go!: The Weekend Starts Here – The Definitive Story of the Show That Changed Pop TV“ von Andy Neill.

Cathy McGowans Gegenpart in Deutschland war Uschi Nerke von Radio Bremen, die von 1965 bis 1972 den Beatclub moderierte, eine Musikshow, die ähnlich aufgezogen war.

Mein DVD-Tipp – Mord auf Shetland Staffel 4

Copyright: EDEL MOTION

Am 22. April diesen Jahres erschien bei EDEL MOTION die DVD mit Staffel 4 der ITV-Krimiserie „Mord auf Shetland“ (der Originaltitel lautet nur „Shetland“). Wie ich schon in meinem Blogeintrag für Staffel 3 erwähnte, ist die Staffelzählung bei den DVDs eine andere als die bei der BBC und der ARD. Die beiden Fernsehanstalten sprechen hier von Staffel 5, etwas verwirrend das Ganze.

Die Shetlandinseln liegen natürlich außerhalb meines Blog-Berichtsbereiches, aber diese in Schottland angesiedelte TV-Serie gefällt mir so gut, dass ich sie trotzdem vorstellen möchte.

Die grandiose Landschaft der Inseln bietet eine großartige Kulisse für die auf der Basis der Romane von Ann Cleeves aufgebauten Filme. Ich könnte mir vorstellen, dass dadurch der Tourismus auf Shetland angekurbelt worden ist.

Anders als bei den meisten Krimiserien stehen die einzelnen Episoden in den jeweiligen Staffeln nicht separat nebeneinander, sondern sind miteinander verbunden, also wie ein Spielfilm von fast sechs Stunden Länge.

In der neuen Staffel steht das Thema Menschenhandel im Mittelpunkt, ein Thema, das man eigentlich nicht mit den abgelegenen Inseln weit oben im Norden Großbritanniens in Zusammenhang bringt. Das Team um Detective Inspector Jimmy Perez hat alle Hände voll zu tun, um die brutalen Menschenhändler zu bekämpfen, zumal auch noch mehrere Morde gleichzeitig verübt werden. Besteht da ein Zusammenhang? Neben der Aufklärung der Fälle muss sich Perez auch noch mit privaten Problemen beschäftigen, seine Tochter Cassie wird bedroht und seine sich anbahnende neue Beziehung zu seiner Freundin Alice Brooks wird auf eine harte Probe gestellt. Hier ist der Trailer zu der neuen Staffel.

Hauptdarsteller Douglas James Henshall spielt die Rolle des D.I. Perez hervorragend, was auch für Alison O’Donnell gilt, die Detective Sergeant Alison „Tosh“ MacIntosh verkörpert.

Die sechste Staffel, beziehungsweise nach der DVD-Zählung die fünfte, wurde im Oktober 2021 bereits bei BBC One gezeigt. Die Sendetermine bei der ARD stehen zurzeit noch nicht fest.

20 Commercial Street in Lerwick, das Haus, in dem Jimmy Perez wohnt.
Photo © David Dixon (cc-by-sa/2.0)
Published in: on 30. Mai 2022 at 02:01  Comments (1)  

Heute ist der National Biscuit Day!

Chocolate Digestive von McVitie’s.
Photo: Jolly Janner.
This photo is released into the public domain.

Hurra! Endlich ist er wieder da, der National Biscuit Day, an dem man, ohne ein schlechtes Gewissen zu haben, so viele Kekse essen darf wie man will. Immer am 29. Mai eines jeden Jahres steht die Keksdose im Mittelpunkt, so hofft das jedenfalls die britische Keksindustrie.
Welche „biscuits“ sind denn nun besonders beliebt im Vereinigten Königreich? Da steht auf Platz 1 der Chocolate Digestive. Verdauungskeks hört sich ja eigentlich nicht so gut an, aber ich glaube nicht, dass die Verehrer dieser Kekssorte da in erster Linie an ihre Verdauung denken. Der Schokoladenkeks wird bereits seit 1925 von der Firma McVitie’s hergestellt. Rang 2 in der Beliebtheitsskala nimmt der Chocolate Hobnob ein, ebenfalls von McVitie’s produziert; er besteht neben Schokolade auch aus Haferflocken. Der drittbeliebteste Keks ist der Jammie Dodger, das sind zwei Shortbreads mit einer Füllung aus Himbeermarmelade, ein Produkt der in St Albans (Hertfordshire) ansässigen Burton’s Biscuit Company.

Der 29. Mai ist in der ganzen Welt ein Tag, an dem noch viele weitere gefeiert werden. So ist heute in den USA der National Paperclip Day und der National Coq au Vin Day, in Turkmenistan der Turkmen Carpet Day und in Venezuela der Day of the Tree. In Großbritannien freut man sich schon jetzt auf die morgen beginnende National BBQ Week, auf den National Fish and Chips Day am 3. Juni und auf den International Picnic Day am 18. Juni.

Ein Jammie Dodger.
Photo: Paul Hurst.
Creative Commons 2.5 Generic
Published in: on 29. Mai 2022 at 02:00  Kommentar verfassen  

Palm der Elefant und Bill Keech der Fußballspieler – Ein höchst ungewöhnliches Duell im Jahr 1899 in Leicester

Photo: Sum_of_Marc.
Creative Commons 2.0

Im März des Jahres 1899 freute sich die Bevölkerung der Stadt Leicester in Leicestershire schon seit Tagen auf die Ankunft des John Sanger-Zirkus. Der galt damals als eine der größten Attraktionen Großbritanniens und auf den aushängenden Plakaten wurde kräftig die Werbetrommel gerührt: „The most marvellous performance ever witnessed„. Da wurden hunderte Pferde und Ponies angekündigt, die lustigsten Clowns der Welt, Löwen, bengalische Tiger und „a trained herd of elephants“.

Bleiben wir bei den Elefanten. Da gab es ein Fußballmatch Elefanten gegen Clowns und eine Art Elfmeterschießen zwischen einem der Dickhäuter namens Palm und „richtigen“ Fußballspielern aus der jeweiligen Region. Einer davon war Bill Keech, ein Stürmer, der für den Verein Loughborough F.C. spielte, den es heute nicht mehr gibt. Die Spielregeln: Sowohl Palm als auch der Fußballspieler mussten zweimal aufs Tor schießen und jeweils zweimal im Tor stehen. Wer die meisten Tore erzielt hatte, war der Sieger. Nachdem drei Fußballprofis gegen Palm verloren und den Platz beschämt verlassen hatten, kam die große Stunde des Bill Keech, der den Ball, der etwa sechsmal so groß wie ein Standardfußball war, beide Male im Tor versenken konnte, was gar nicht so einfach war, da der Elefant fast das ganze Tor ausfüllte. Keech wendete einen Trick an, täuschte Palm und hatte damit Erfolg. Als der Elefant an der Reihe war, hatte sich der den Trick von Keech gemerkt und besiegte den im Tor stehenden Profi ebenfalls zweimal. Um einen Sieger zu ermitteln, traten beide noch einmal gegeneinander an, wobei Keech traf und Palms Elfmeterschuss abwehrte. Bill bekam einen Pokal ausgehändigt, Palm schlich besiegt vom Platz (und soll danach nie wieder verloren haben). Das Match muss in etwa so ausgesehen haben.

Die Zirkusleute hatten mit ihren Elefanten zeitweise auch Probleme; bei einem Aufenthalt in Dartford in Kent entwichen eines Nachts fünf Dickhäuter, zerbrachen das Schaufenster eines Bäckerladens und fraßen alles auf, was sie dort finden konnten. Ein Zeichen, dass sie mit der Zirkuskost nicht ganz zufrieden waren.

Published in: on 28. Mai 2022 at 02:00  Kommentar verfassen  

Wie Sir Arthur Conan Doyles Detektiv Sherlock Holmes (möglicherweise) zu seinem Namen gekommen ist

St Oswald in Thornton in Lonsdale (North Yorkshire).
Photo © Alexander P Kapp (cc-by-sa/2.0)

Am 6. August 1885 heiratete Arthur Conan Doyle (1859-1930) Louisa Hawkins in der Kirche St Oswald in Thornton in Lonsdale in der Grafschaft North Yorkshire. Praktischerweise fand der anschließende Hochzeitsempfang im gegenüberliegenden Pub The Marton Arms statt, den es noch heute gibt.

Arthur Conan Doyles Mutter Mary Doyle lebte von 1882 bis 1917 im benachbarten Masongill, die er immer mal wieder besucht hatte und dazu mit dem Zug anreiste, den er in der Bahnstation von Ingleton verließ, einem weiteren kleinen Dorf ganz in der Nähe. In Ingletons Gemeindekirche St Mary the Virgin hieß zu dieser Zeit ein Pfarrer Todd Sherlock, dessen Bruder Randal Hopley Sherlock für Aufregung im Ort sorgte, als er am 9. August 1875 am Bahnhof von Ingleton von einem Blitz erschlagen wurde. An ihn erinnert in St Mary’s eine Plakette und ein Kirchenfenster. Dieses Ereignis musste damals Arthur Conan Doyle mit Sicherheit zu Ohren gekommen sein, und so gibt es die Vermutung, dass er seinen Detektiv später nach den Sherlocks aus Ingleton benannt hat. Damit hätten wir also seinen Vornamen; wie kam nun der Nachname Holmes dazu? Auch da könnte das Dorf Ingleton möglicherweise Pate gestanden haben, denn ganz in der Nähe von St Mary’s heißt ein Gelände The Holmes, und die Straße Holme Head Farm Road mündet in die New Road, die zur St Oswald’s Church und The Marton Arms führt.
Man sieht, hier liegt alles sehr dicht beieinander, und Arthur Conan Doyle kannte sich in der Gegend gut aus.
Ob das alles so stimmt, sei dahingestellt, aber plausibel ist diese Theorie für die Namensgebung eines der berühmtesten Detektive der Welt schon.

Hier ist ein sehr interessanter Film, der das Thema noch einmal aufnimmt.

The Marton Arms, direkt gegenüber von St Oswald’s.
Photo © Christine Matthews (cc-by-sa/2.0)
St Mary the Virgin in Ingleton.
Photo © David Dixon (cc-by-sa/2.0)
Hier stand einmal der Bahnhof, wo Randal Hopley Sherlock vom Blitz erschlagen wurde. Er wurde abgerissen und auf dem Gelände ein Dorfgemeinschaftshaus erbaut.
Photo © Ashley Dace (cc-by-sa/2.0)
Published in: on 27. Mai 2022 at 02:00  Comments (1)  

Der Farbhersteller Dulux und sein berühmter Werbehund

Photo: Mixtography.
Creative Commons 2.0

Die Firma Dulux ist einer der weltweit bekanntesten Farbhersteller, der seit den 1930er Jahren tätig ist. Dulux steht für Durable and Luxury und gehört heute zu dem niederländischen Konzern Akzo Nobel N.V. Das britische Produktionszentrum steht seit wenigen Jahren in Ashington, nördlich von Newcastle-on-Tyne in Northumberland, und nennt sich “ the world’s most advanced and sustainable paint factory„, weil in den für 100 Millionen teuren Fabrikationsanlagen sehr viel Wert auf Umweltschutz und Nachhaltigkeit gelegt wird. 200 Millionen Liter Farbe werden hier oben im Norden Englands hergestellt. Hier ist ein Film über die Fabrik.

Im Jahr 1961 führte die Firma für ihre Werbekampagnen den Dulux-Hund ein, einen Old English Sheepdog beziehungsweise einen Bobtail wie er in Deutschland genannt wird. Dash hieß der erste Hund, gehörte dem Chef der Werbefirma, und er tollte bei den Dreharbeiten immer mit durch die Gegend. Eigentlich war Dash für die Werbespots gar nicht vorgesehen, aber es ergab sich dann doch, dass er mit auftrat und das mit großem Erfolg. Als Dash in Rente ging, wurde sein Job neu ausgeschrieben, worauf sich 450 Bobtails bewarben. Der Sieger und Dashs Nachfolger wurde Digby, der sogar einen eigenen Spielfilm bekam: „Digby: The Biggest Dog in the World“ (dt.“Digby – Der größte Hund der Welt“) , mit Spike Milligan an seiner Seite. Welcher Bobtail kann von sich behaupten, einen eigenen Chauffeur zu haben? Digby konnte das, er wurde immer mit seinem eigenen Fahrer zum Aufnahmestudio transportiert. 14 Dulux-Hunde gab es bereits seit 1961. Sie sind so populär geworden, dass viele nicht mehr vom Old English Sheepdog, sondern nur noch vom Dulux Dog sprechen.

Hier ist ein Beispiel für einen dieser Werbespots.

Published in: on 26. Mai 2022 at 02:00  Kommentar verfassen  

The Cave Rescue Organisation in Clapham (North Yorkshire) und die nicht ganz ungefährlichen Höhlen in den Yorkshire Dales

Die CRO in Clapham.
Photo © Humphrey Bolton (cc-by-sa/2.0)

Höhlen üben eine gewisse Faszination auf die Menschen aus, doch ist das Betreten von einigen Höhlensystemen nicht ganz ungefährlich. In England und Wales haben sich im 20. und 21. Jahrhundert 136 tödliche Unfälle ereignet, der größte Teil davon in den Yorkshire Dales. Die Cave Rescue Organisation (CRO) wird gerufen, wenn mal wieder jemand in Not gerät. Sie wurde bereits 1935 gegründet und war damals die weltweit erste Organisation, die sich um in Not geratene „caver“ kümmerte. Angesiedelt ist sie in Clapham, einem kleinen Dorf in North Yorkshire, ganz in der Nähe der Höhle Ingleborough Cave und dem höchsten unterirdischen Wasserfall in England, dem Gaping Gill. Die CRO arbeitet auf Freiwilligenbasis, hat etwa achtzig Mitglieder, kann nur durch Geldspenden existieren und wurde für ihre Arbeit im Jahr 2010 mit dem  Queens Award for Voluntary Service ausgezeichnet. Auf ihrer Webseite verzeichnet die CRO alle „incidents“ zu denen sie gerufen wurde; das sind sowohl Vorfälle in Höhlen als auch in den Bergen Yorkshires, denn auch die Bergrettung gehört zu ihrem Aufgabenbereich.

In den Mossdale Caverns hat sich der bisher folgenreichste Höhlenunfall zugetragen, am 24. Juni 1967, als sechs Menschen dort ums Leben kamen. Starke Regenfälle hatten damals den Wasserpegel in der Höhle so ansteigen lassen, dass die sechs Männer keine Chance hatten, wieder ans Tageslicht zu kommen und ertranken. Da hatten auch die Retter keine Möglichkeit einzugreifen. Mit Zustimmung der Familien wurden die Körper der Männer in einer Höhlenkammer der Mossdale Caverns beerdigt.

Das Hauptquartier der CRO befindet sich direkt neben dem New Inn in Clapham an der B6480.

Ingleborough Cave.
Photo © Malcolm Neal (cc-by-sa/2.0)
Gaping Gill.
Photo © Andrew Tryon (cc-by-sa/2.0)
Mossdale Scar and caverns.
Photo © Steve Partridge (cc-by-sa/2.0)
Published in: on 25. Mai 2022 at 02:24  Kommentar verfassen  

The Fakenham Museum of Gas in Norfolk

Photo © Ashley Dace (cc-by-sa/2.0)

Ein Gasmuseum? Klingt irgendwie langweilig, und was soll man da schon zu sehen bekommen? In Fakenham in der Grafschaft Norfolk gibt es so ein Museum of Gas und zwar im letzten noch erhaltenen Gaswerk Englands, das 1965 geschlossen wurde und das Gas aus Kohle produzierte. 1846 wurde das Gaswerk erbaut; nachdem in der Nordsee Erdöl gefunden wurde, benötigte man es nicht mehr. Anstatt es abzureißen, wie im Rest des Landes, wollte man das historische Industrieerbe lieber erhalten und daraus ein Museum gestalten. Jetzt kann man sich in Fakenham unter anderem einen Gasbehälter, einen Brennofen, einen Gasmeter und weitere industrielle Geräte ansehen, sowie Haushaltsgeräte, die mit Gas befeuert wurden wie Wasserhitzer, Backherde und Gaslampen.

Mittlerweile ist das Gaswerk zum Scheduled Ancient Monument erklärt worden, und es gibt in Fakenham eine klare Schar Ehrenamtlicher, die sich um das Museum kümmert. Es entstand auf Initiative der Norfolk Industrial Archeological Society und des Norfolk Historic Buildings Trust, so dass es 1987 durch Prince Richard, Duke of Gloucester, eröffnet werden konnte.

Das Museum ist nur im Sommerhalbjahr geöffnet, donnerstags und freitags von 10 Uhr bis 13 Uhr.

The Fakenham Town Gas Works Museum
Hempton Road
Fakenham, Norfolk NR21 7LA

Der Gasbehälter.
Photo © Ashley Dace (cc-by-sa/2.0)
Ein Brennofen.
Photo © Ashley Dace (cc-by-sa/2.0)
Die ehemalige Werkstatt, in der jetzt Heizgeräte und Gaszähler ausgestellt werden.
Photo © Ashley Dace (cc-by-sa/2.0)
Published in: on 24. Mai 2022 at 02:00  Kommentar verfassen  

The Grand Hotel in Brighton (East Sussex) – Viktorianisches Prachthotel direkt am Strandboulevard

Eigenes Foto

Die Marine Parade und die King’s Road sind die beiden großen Boulevards, die sich in der Küstenstadt Brighton in East Sussex, direkt am Meer entlangziehen und die von zahlreichen Hotels gesäumt sind. Das Prachtstück ist hier das Grand Hotel, das 1864 erbaut wurde und sich damals an eine betuchte Klientel wandte.
Das Grand Hotel in Brighton verfügt über 200 Zimmer und Suiten; die schönsten sind natürlich die mit Meeresblick. In der siebten Etage liegen die King Suites, 100qm groß mit Wohnzimmer und separatem Schlafzimmer, die sich über zwei Etagen erstrecken.

Die Zimmerpreise beginnen etwa bei 230 Euro für ein Standard-Doppelzimmer mit Landblick, aber wer möchte schon in so einem Hotel nach hinten schauen? Für ein Meerblickzimmer muss man schon etwas tiefer in die Tasche greifen, die beginnen in der einfachsten Form bei etwa 325 Euro. Die DeLuxe-Zimmer mit Meerblick liegen bei 400 Euro und höher. Empfehlenswert sind natürlich auch immer die Sonderangebote, die Dinner, Bed & Breakfast umfassen.

Zum Abendessen trifft man sich im 2019 neu eröffneten Cyan Restaurant, einem beeindruckenden Raum mit Marmorsäulen, oder dem Victoria Terrace Grill.

Am 12. Oktober 1984 stand das Grand Hotel in den Schlagzeilen der Weltpresse, als die IRA während einer Konferenz der Conservative Party eine Bombe zündete, die die damalige Premierministerin Margaret Thatcher töten sollte. Fünf Menschen starben bei dem Anschlag und 34 wurden zum Teil schwer verletzt; doch die Eiserne Lady ließ die Konferenz nicht ausfallen, sondern eröffnete sie wie geplant mit einer Rede.

Bei dem Bombenanschlag wurde das Hotel stark in Mitleidenschaft gezogen, so dass es eine Zeit lang schließen musste. Am 28. August 1986 wurde es wiedereröffnet, in Anwesenheit von Mrs. Thatcher.

Hier ist ein Film über die Geschichte des Hotels.

The Grand
97-99 King’s Road
Brighton
East Sussex
BN1 2FW

Das Buch zum Artikel:
Pamela Sydney Wilson: Home Was a Grand Hotel – Tales of a Brighton Belle. Book Guild Publishing 2008. 200 Seiten. ISBN 978-1846242595.

Eigenes Foto
Published in: on 23. Mai 2022 at 02:08  Kommentar verfassen  

Vinnie Jones – „The most brutal football player ever“

Der FC Wealdstone war der erste Fußballverein in der Karriere des 1965 in Watford geborenen Vincent Peter Jones, besser bekannt als Vinnie Jones. Das ist ein kleinerer Londoner Verein im Stadtteil Ruislip im Westen der Stadt, der momentan in der fünften Liga, der National League, spielt. Dort stand auch von 1978 bis 1983 Stuart Pearce unter Vertrag, der auf Grund seines raubeinigen Spielverhaltens „Psycho“ genannt wurde.

Vinnie Jones stand ihm da in nichts nach, denn im Laufe seiner Karriere sammelte er 104 gelbe Karten und wurde zwölfmal vom Platz gestellt. Sein einsamer Ligarekord liegt bei drei Sekunden nach Anpfiff, dass er mit einer gelben Karte verwarnt wurde. Auch in seinen späteren Vereinen Wimbledon F.C., Leeds United, Sheffield United und dem Chelsea Football Club ging er mit seinen Gegenspielern nicht gerade sorgsam um; er säbelte ihnen die Beine weg und nahm deren Verletzungen in Kauf. Der auch nicht gerade zart besaitete Paul Gascoigne musste einen schmerzhaften Griff in sein Gemächt ertragen, als er einmal direkt hinter Vinnie Jones stand.

1998 beendete er seine fußballerische Laufbahn bei den Queens Park Rangers und wandte sich einem ganz anderen Metier zu, der Schauspielerei. Durch sein Image als harter Kerl setzte man ihn gern in Filmen als brutalen Verbrecher ein. In seinem ersten Spielfilm, Guy Ritchies „Lock, Stock and Two Smoking Barrels“ (deutsch: „Bube, Dame, König, grAS“), verkörperte Vinnie Jones die Rolle des Schuldeneintreibers Big Chris. Es folgten bis heute Dutzende weiterer Auftritte in Spielfilmen und Fernsehserien. Er versuchte sich auch einmal als Sänger und nahm 1993 Sam the Shams Hit „Wooly Bully“ auf.

Published in: on 22. Mai 2022 at 02:00  Kommentar verfassen  

Mein Buchtipp – Alwyn Turner: All In It Together – England in the Early 21st Century

Foto meines Exemplares.

In den ersten zwanzig Jahren des 21. Jahrhunderts hat sich in England beziehungsweise Großbritannien politisch so einiges getan. Ich denke da an die Ära Tony Blair und New Labour, an seine Nachfolger Gordon Brown und David Cameron, an das gescheiterte schottische Unabhängigkeitsreferendum und an das erfolgreiche EU-Austrittsreferendum, dessen Ergebnis alles andere als erfolgreich zu sein scheint.

Der Journalist Alwyn Turner hat sich in seinem Buch “ All In It Together – England in the Early 21st Century“ mit diesen Ereignissen näher beschäftigt und stellt vielen Politikern dieser Zeit ein ziemlich schlechtes Zeugnis aus. The Guardian hat es auf den Punkt gebracht: „Reading Alwyn Turner’s account of life in the first two decades of the 21st century is a bit like trying to recall a dream from three nights ago„.

Alwyn Turner ist der Meinung, dass die britische Gesellschaft ihr Vertrauen in das System verloren hat. Institutionen wie die Kirche und die BBC haben Schaden genommen, zum Beispiel durch Missbrauchsfälle. In der anglikanischen Kirche wurden immer mehr Fälle publik, bei denen sich Priester an Kindern vergangen haben sollen; die BBC soll ihren Superstar Jimmy Savile jahrzehntelang gedeckt haben, dem Hunderte von Missbrauchsfällen, vor allem sehr junger Mädchen vorgeworfen wurden.

Ein sehr interessantes Buch für alle, die sich mit der jüngsten Geschichte Großbritanniens auseinandersetzen wollen.

Alwyn Turner: All In It Together – England in the Early 21st Century. Profile Books 2021. 376 Seiten. ISBN 978-1-78816672-0.

Published in: on 21. Mai 2022 at 02:00  Kommentar verfassen  

Sedbergh – Englands Bücherstadt in Cumbria

Photo © ALAN SOUTHWORTH (cc-by-sa/2.0)

Wales hat sein Hay-on-Wye, Schottland sein Wigtown und England sein Sedbergh, die offiziellen „booktowns“ des Vereinigten Königreichs. Was alle drei gemeinsam haben, sie liegen ziemlich abgelegen, fern von größeren Städten. Die Definition einer Bücherstadt laut der International Organisation of Book Towns: „A Book Town is a small rural town or village in which second‑hand and antiquarian bookshops are concentrated. Most Book Towns have developed in villages of historic interest or of scenic beauty„.

Sedbergh hat knapp 3000 Einwohner, liegt in der Grafschaft Cumbria am Rand des Yorkshire Dales Nationalparks und wird sehr gern von Bücherfreunden aufgesucht, die sich hier mit neuem, aber vor allem gebrauchtem Lesestoff eindecken. Seit dem Jahr 2003 gehört Sedbergh zu den offiziellen Bücherstädten. Das Bücherangebot ist nicht so riesig wie in Hay-on-Wye, aber wir finden einige größere und kleinere Läden mit einem entsprechenden Angebot. Da ist zum Beispiel Westwood Books, die größte Buchhandlung des Ortes, die in einem ehemaligen Kino etwa 70 000 Bücher auf Lager hat. Das Dales and Lakes Book Centre and Howgills Bookshop fungiert gleichzeitig als Touristenbüro der Stadt. Clutterbooks ist ein Second-Hand-Buchladen, dessen Erlöse für wohltätige Zwecke verwendet werden.

Viele andere Geschäfte in Sedbergh bieten Bücher zusätzlich zu ihren eigentlichen Waren an wie der Sleepy Elephant, der in erster Linie Ausrüstung für Wanderer im Angebot hat. Im italienischen Restaurant Al Forno kann man nicht nur Pizza und Pasta essen, sondern auch Bücher über Italien und die Küche des Landes kaufen. Das Haddock Paddock Fish & Chips Cafe and Takeaway bietet neben F&C passenderweise Literatur zum Thema Fischfang, Meer und Fischkochbücher an.

Die Besucher von Sedbergh haben im Ort also die Gelegenheit, Bücher einzukaufen und dabei gleichzeitig zu essen, zu trinken und zu shoppen.

Dieser Film stellt Sedbergh inmitten einer grandiosen Landschaft vor, wobei allerdings das Thema „Bücherstadt“ zu kurz kommt.

Westwood Books
Photo © JThomas (cc-by-sa/2.0)
Das Dales and Lakes Book Centre.
Photo © John Lucas (cc-by-sa/2.0)
Published in: on 20. Mai 2022 at 02:00  Kommentar verfassen  

Mein DVD-Tipp – „McDonald&Dodds“ Staffel 2

Copyright: EDELMOTION.

Am 23. Oktober vorigen Jahres stellte ich die erste Staffel der britischen TV-Krimiserie „McDonald&Dodds“ vor, die im deutschen Fernsehen vom ZDF gezeigt wurde. Im März und April diesen Jahres folgte jetzt die Staffel 2, die aus drei Episoden besteht; schon am 14. April brachte EDEL MOTION diese drei Folgen in deutscher Synchronisation auf DVD heraus.

Inzwischen hat sich DCI Lauren MacDonald, die aus London kam, an das andere Arbeitsumfeld in der Stadt Bath in der Grafschaft Somerset gewöhnt, und klärt weitere Mordfälle zusammen mit ihrem etwas trottelig scheinenden Detective Sergeant Dodds auf, das heißt, letztendlich ist es immer Dodds, der die Fälle entscheidend löst.

Die TV-Serie lebt durch das Spannungsfeld zwischen der farbigen, extrovertierten Kriminalistin und ihrem deutlich älteren, introvertierten Kollegen, auch das Lokalkolorit der Stadt Bath trägt seinen Teil bei. Ein gewisses Problem habe ich mit den Drehbüchern, die Handlung scheint mir oft zu konstruiert und nicht immer nachvollziehbar.
In Folge 1 „Der Mann, der nicht da war“ („The Man Who Wasn’t There“) geht es um einen Ballonflug über Bath und Umgebung und die Frage, ob einer der Teilnehmer aus dem Ballon gefallen ist oder gestoßen wurde. In Folge 2 „Das Licht am Ende des Tunnels“ („We Need To Talk About Doreen“) steht die Ermordung des französischen Profi-Rugby-Spielers Dominique Aubert im Mittelpunkt der Handlung und in Folge 3 „Gesichter des Todes“ („The War of the Rose“) stirbt die junge Influencerin Rose in einer Schönheitsklinik während einer Nasenoperation.

Da sich „McDonald&Dodds“ in Großbritannien sehr großer Beliebtheit erfreut, beginnen im Sommer in Bath die Dreharbeiten für die 3. Staffel.

Hier ist der Trailer zu Staffel 2.

Ein Ballon über dem Royal Crescent von Bath wie in Folge 1 „Der Mann, der nicht da war“.
Foto: faceymcface1.
Creative Commons 2.0
Schauplatz von Episode 2 „Das Licht am Ende des Tunnels“, der Box Tunnel bei Bath, in dem die Leiche des französischen Rugbyspielers gefunden wird.
Photo © Derek Hawkins (cc-by-sa/2.0)
Published in: on 19. Mai 2022 at 02:00  Comments (1)  

Die Matthew the Miller Clock in Exeters Kirche St Mary Steps

Photo © Colin Smith (cc-by-sa/2.0)

Wir bleiben heute noch einmal in Exeter (Devon) und besuchen eine Kirche mit einem ungewöhnlichen Namen St Mary Steps. Sie steht in der West Street, und es kursieren zwei Versionen wie es zu dem Namen gekommen sein könnte. Die erste: Die Kirche wurde am Stepcote Hill erbaut, die zweite: Die Kirche war/ist nur über Stufen erreichbar, weil sie an einem steilen Hügel errichtet wurde.

St Mary Steps hat eine Besonderheit, über die ich heute berichten möchte, nämlich die Matthew the Miller Clock an der Außenfassade der Kirche. Oberhalb der eigentlichen Uhr bewegen sich drei Figuren, die zur vollen Stunde alle gemeinsam in Aktion treten. In der Mitte sitzt Matthew the Miller, flankiert von seinen beiden Söhnen, die beide einen Spieß in der Hand halten. Zu jeder Viertelstunde schlagen nur die Söhne auf kleine Glocken zu ihren Füßen, während sich zur vollen Stunde auch Matthew in Bewegung setzt und hinter ihm eine Glocke erklingt und die Uhrzeit verkündet. Hier kann man sich das kleine Schauspiel im Film ansehen.

Die Originaluhr wurde bereits 1619 von dem Uhrmacher Matthew Hoppin angefertigt, das Uhrwerk aber 1725 durch ein neues ersetzt. Die Figurengruppe kam 1621 dazu und bestand damals noch aus weiteren Teilen wie dem Haus des Müllers, Bäumen und einem Packpferd. Diese Teile haben aber nicht überlebt.

Matthew the Miller war damals ein Zeitgenosse in Exeter, der in der Cricklepit Mill arbeitete, die noch heute mitten in der Stadt existiert. Er soll seinen Tagesablauf so präzise geplant haben, dass man seine Uhr nach ihm hätte stellen können, daher entstand die Idee, ihn an der Fassade von St Mary Steps zu verewigen.

Genau gegenüber von St Mary Steps befindet sich übrigens The House That Moved, über das ich in meinem Blog schon einmal berichtet habe.

St Mary Steps.
Photo © Humphrey Bolton (cc-by-sa/2.0)
Exeters Crickletpit Mill.
Photo © Colin Smith (cc-by-sa/2.0)
Published in: on 18. Mai 2022 at 02:00  Kommentar verfassen  

The Recycled Candle Company in Exeter (Devon)

Exeters Gandy Street.
Photo © Lewis Clarke (cc-by-sa/2.0)

„Was passiert eigentlich mit den vielen Kerzenresten aus Privathaushalten, Kirchen, Restaurants usw.?“ fragten sich vor einigen Jahren Richard Hills-Ingyon und Sargon Latchin aus Devon. Nun, sie landen im Restmüll, kommen auf Deponien, werden verbrannt. Das ist doch eigentlich schade, sagten sich die beiden, und es entstand eine Geschäftsidee, die sie in die Praxis umsetzten. Die Reycled Candle Company wurde im Jahr 2015 ins Leben gerufen und ein Geschäft, erst in Ottery St Mary, dann in Exeters Gandy Street eröffnet, das ist eine schmale Fußgängerpassage mit hübschen kleinen Läden und Häusern überwiegend aus dem 19. Jahrhundert, also ideal für einen Laden mit einem speziellen Angebot.

Es sprach sich schnell herum, dass da jemand in Exeter Kerzenreste sammelte, und seit Bestehen der Recycled Candle Company kommen jährlich rund 40 Tonnen Wachs zusammen, aus denen 30 000 neue Kerzen entstehen. Aus der Kathedrale von Exeter erhält die Firma eine Menge Kerzenreste, und in der Bath Abbey befindet sich eine Sammelstelle, um nur zwei Beispiele zu nennen.

Das eingesammelte Wachs wird eingeschmolzen, mit unterschiedlichen Duftstoffen versehen und zu neuen Kerzen umgewandelt, also eine sehr umweltfreundliche Angelegenheit. So hat der Kerzenladen in der Gandy Street schon einige Auszeichnungen erhalten wie den Exeter Living Award, den Green Apple Environment Award und den Best Small Shop Award.

In diesem Film kann man einen Blick in den Laden werfen.

The Recycled candle Shop
16 Gandy Street
Exeter
Devon, EX4 3LS

Ein Seitenaltar der Exeter Cathedral, dessen beide Kerzen wohl bald recycelt werden.
Photo: Peter 2010.
Creative Commons 2.0
Published in: on 17. Mai 2022 at 02:00  Kommentar verfassen  

The Taggy Man in Kirkby Stephen (Cumbria)

Photo © JThomas (cc-by-sa/2.0)

Kirkby Stephen ist eine kleine Markstadt an der A685 in der Grafschaft Cumbria, die sich damit brüsten kann, den einzigen Pub im Königreich zu haben, der den Namen The Taggy Man trägt. Es ist ein Free House an der Market Street, dessen Pubschild einen etwas gefährlich aussehenden Mann mit einem Hut zeigt, eben den Taggy Man. Sehr nett finde ich den Hinwies „Dogs are very welcome with well behaved owners“. Was hat es nun mit dem Taggy Man auf sich?

Die Gemeindekirche von Kirkby Stephen, auch The Cathedral of the Dales genannt, verfügt über ein Glocke, die Taggy Bell heißt. Diese Glocke läutet jeden Abend um 20 Uhr achtmal, um die Uhrzeit anzuzeigen, anschließend aber noch weitere Male und zwar für jeden Tag des jeweiligen Monats einmal. Das abendliche 8 Uhr-Läuten bedeutete früher, dass ab jetzt alle Kinder zuhause sein sollten, wenn nicht, würde sie der Taggy Man holen. „Taggy“ entsprach dem Wort „Curfew“, also Sperrstunde. Ich glaube nicht, dass heute alle Kinder und Teenager von Kirkby Stephen beim Läuten dieser Glocke in Scharen nach Hause strömen. Hier ist ein sehr gruseliger Film über diesen Taggy Man.

Der Pub, der vorher The White Lion hieß, serviert übrigens ein Bier, das ausschließlich für ihn gebraut wird, Taggy Blonde von der Kirky Lonsdale Brewery, knapp 40 Kilometer von Kirkby Stephen entfernt, deren Produktpalette unter anderem auch noch Pennine Ambler, Singletrack und Unbeetable umfasst.

Dieser Film zeigt einen Rundgang durch Kirkby Stephen.

The Taggy Man
4 Market St
Kirkby Stephen
Cumbria

Photo © JThomas (cc-by-sa/2.0)
Die Parish Church von Kirkby Stephen in Cumbria.
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Published in: on 16. Mai 2022 at 02:00  Kommentar verfassen  

Die Wanderfalken der Kathedrale von Chichester (West Sussex)

Einer der Falken der Kathedrale.
Photo © Peter Trimming (cc-by-sa/2.0)

Wanderfalken (in England peregrine falcons genannt) zeichnen sich durch eine besondere Fähigkeit aus: Sie sind außerordentlich schnell, ja, sie sollen sogar die schnellsten Tiere der Welt sein. Ein Pärchen von Wanderfalken hat sich seit einigen Jahren den Turm der Kathedrale von Chichester in West Sussex als Nistplatz ausgewählt. The Cathedral Church of The Holy Trinity, wie die Kirche mit vollem Namen heißt, ist stolz auf ihre Falken, die Mitte der 1990er Jahre erstmals gesichtet worden sind. Etwa 60 junge peregine falcons sind bereits hier oben in luftiger Höhe geboren wurden. Die Kathedrale, die Sussex Ornithological Society und die beiden örtlichen Naturfreunde David und Janet Shaw kümmern sich um die Tiere.
In diesem Jahr gibt es die Peregine Open Days vom 13. Juni bis zum 3. Juli, bei denen vom Rasen der Kathedrale aus die Vögel durch Ferngläser beobachtet werden können, und die Besucher Informationen über das Leben der Wanderfalken von David und Janet Shaw erhalten.

Wer sich die Vögel gern einmal aus der Nähe ansehen möchte, der kann das mittels einer oben im Turm installierten Webcam tun. Hier ist der Link zum Livestream.

Die Kathedrale von Chichester.
Photo © Peter Trimming (cc-by-sa/2.0)
Published in: on 15. Mai 2022 at 02:00  Kommentar verfassen  

„Parsley, sage, rosemary and thyme“ – Scarborough in North Yorkshire und seine weltbekannte Hymne

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Scarborough ist ein schön gelegener Badeort an der Ostküste von Yorkshire. Besonders schön ist der Blick auf den Ort und das Meer von den Burgruinen, die hoch über der Stadt liegen.
Weltbekannt wurde der Name Scarborough durch das Lied „Scarborough Fair„, dessen Urheber unbekannt sind und das es in unzähligen Versionen gibt. Am bekanntesten ist die Version von Simon & Garfunkel aus dem Spielfilm „The Graduate“ (1967, deutscher Titel „Die Reifeprüfung“) mit Dustin Hoffman und Anne Bancroft. Hier der Trailer und die Musik mit S&G.

Eine Scarborough Fair, also eine Handelsmesse, gab es tatsächlich in dem Küstenort. Im Mittelalter wurde hier jährlich am 15. August eine 45 Tage dauernde Messe abgehalten, zu der Kaufleute aus ganz England und den skandinavischen Ländern kamen, um Waren zu kaufen und zu verkaufen. 1788 wurde die Fair zum letzten Mal veranstaltet, weil es so viele konkurrierende Messen im ganzen Land gab, dass sie nicht mehr rentabel war.

Was hat es mit dem Lied nun auf sich? Die Wikipedia erklärt es sehr schön:

„Das Lied handelt von einem jungen Mann, der von seiner Freundin verlassen wurde und nun den Hörer auffordert, sie dazu zu bringen, eine ganze Reihe von unmöglichen Dingen zu tun. Zum Beispiel soll sie ihm ein Hemd aus Batist anfertigen, ohne Saum und Näherei, und es dann in einem trockenen Brunnen waschen. Danach wird er sie wieder als seine feste Freundin annehmen“.

Der Refrain „Parsley, sage, rosemary and thyme“ ist symbolisch zu interpretieren. Wort für Wort übersetzt heißt dieser Satz „Petersilie, Salbei, Rosmarin und Thymian“ – also eine Liste von Pflanzen, die für den Hörer zunächst keinen Sinn ergiebt. Jedoch hat diese Zeile einen symbolischen Wert. Petersilie wurde früher als Verdauungsmittel gegessen und sollte gleichzeitig die Bitterkeit in der Nahrung entfernen. Mittelalterliche Ärzte benutzten diese Pflanze auch zu einem spirituellen Zweck. Salbei galt schon lange als ein Symbol für Kraft. Rosmarin stellt Treue, Liebe und Erinnerung dar. Heute gibt es in England bei vielen Frauen immer noch den Brauch, Rosmarinzweige in den Haaren zu tragen. Thymian symbolisiert in erster Linie Mut. Zur Zeit, als das Lied geschrieben wurde, trugen Ritter oft Schilde mit einer aufgemalten Thymianpflanze, wenn sie in den Kampf gingen.“

Von den zahlreichen Versionen von „Scarborough Fair“ hier die von Hayley Westenra.

Published in: on 14. Mai 2022 at 02:00  Kommentar verfassen  

Der Ipsos Veracity Index oder Welche Berufe genießen das höchste Vertrauen in der britischen Gesellschaft

Auf der Rangliste auf Platz 1: The nurse.
Foto: timefornurses.
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Ipsos ist ein weltweit tätiges Marktforschungsunternehmen, das seit 1983 jährlich den Veracity Index erstellt, der die Vertrauens- und Glaubwürdigkeit verschiedener Berufe in der britischen Gesellschaft darstellt. Durch diesen Index sind gesellschaftliche Entwicklungen und Umbrüche erkennbar. So rangieren beispielsweise im zuletzt veröffentlichten Index 2021 Politiker und Regierungsmitglieder ganz weit unten, mit nur jeweils 19% Vertrauenswürdigkeit, ein verheerendes Urteil. Denkt man aber an die Skandale des letzten Jahres in der britischen Politik (Parties während Coronazeiten und deren Verleugnung durch den Premierminister) ist das nicht verwunderlich. Im Jahr zuvor sah es noch schlechter aus, da lag die Glaubwürdigkeit von Politikern nur bei 15%, die von Regierungsmitgliedern bei 16%.

Ähnlich schlecht kommen bei der Ipsos-Umfrage andere Berufe weg wie Journalisten mit 28% (im Vorjahr 23%), Wirtschaftsführer mit 31% (Vorjahr 33%) und Immobilienmakler mit einem Glaubwürdigkeitsindex von 32% (im Jahr davor 27%). Das Schlusslicht bilden in den letzten beiden Jahren die „Advertising executives“, also die Werbefachleute.

Im Mittelfeld des Indexes bewegen sich die Polizisten mit 63%, abgeschmiert von 71% im Jahr davor, eine Vertrauenskrise in die Gesetzeshüter, die immer ausgeprägter wird. Rechtsanwälte und Männer und Frauen der Kirche stehen mit 59% beziehungsweise 58% auch nicht besonders gut da.

Doch sehen wir uns einmal an, wer das höchste Ansehen in der britischen Gesellschaft genießt. Da führen die Krankenschwestern mit 94% die Rangliste an (im Vorjahr 93%). Und dann kommt eine Überraschung: Auf Platz 2 stehen erstmals Bibliothekarinnen und Bibliothekare mit 93%, die im Vorjahr im Index überhaupt nicht auftauchten. Wie mag das zustande gekommen sein? Auf Platz 3, keine besondere Überraschung, finden wir die Ärzte mit 91%; Platz 4 nehmen gemeinsam die Lehrer und die Museumskuratoren ein mit jeweils 86%.
Hier ist der komplette Veracity Index zu sehen.

Auf der Rangliste auf Platz 2: The librarian.
Foto: charlieishere@btinternet.com.
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Published in: on 13. Mai 2022 at 02:00  Kommentar verfassen  

„Downton Abbey“ und die Cogges Manor Farm bei Witney in Oxfordshire

Photo © Rabbi WP Thinrod (cc-by-sa/2.0)

Sicher werden sich alle „Downton Abbey„-Fans noch an die Yew Tree Farm erinnern, die in den Staffeln 4 bis 6 eine Rolle spielte. Dort wohnte die Familie Drew, zu der Lady Edith ihr unehelich geborenes Kind Marigold brachte und es dort immer wieder besuchte. Später lebte Albert Mason auf der Farm, der Schwiegervater des Küchenmädchens Daisy.

Die Yew Tree Farm gibt es wirklich, nur heißt sie in Wirklichkeit Cogges Manor Farm und liegt in der Nähe der Stadt Witney in Oxfordshire, rund eine halbe Stunde Autofahrt von Oxford entfernt. Zum Highclere Castle, dem Hauptschauplatz der Serie, sind es etwa 50 Minuten. Im Film liegt die Farm auf dem Gelände des Familiensitzes des Grafen und der Gräfin von Grantham.

Natürlich profitierten die Besitzer der Cogges Farm von dem Welterfolge der Fernsehserie, und so findet man hier Fotos von den Dreharbeiten und Erinnerungsstücke wie Marigolds Geburtsurkunde. Dieser Film zeigt wie ein Raum der Farm für die Dreharbeiten umgestaltet wurde.

Die Cogges Manor Farm wird heute nicht mehr als solche benutzt, sondern ist ein „heritage centre„, ein lebendes Museum, das das Landleben in Oxfordshire während der viktorianischen Zeit widerspiegelt. Außerdem kann man auf der Farm heiraten, es werden Kurse sowohl für Schulkinder als auch für Erwachsene angeboten, und zu guter Letzt steht die Cogges Kitchen für die Erfrischung zwischendurch zur Verfügung. Es gibt auf dem Farmgelände auch noch ein Freilufttheater, in dem in diesem Sommer „Peter Pan“, „A Midsummer Night’s Dream“ und „The Pirates of Penzance“ aufgeführt werden.

Auf der Cogges Manor Farm wurde nicht nur für „Downton Abbey“ gedreht, auch für die Filme „Colette“ und „Arthur&George“ stand sie zur Verfügung.

Cogges Manor Farm
Church Lane
Witney OX28 3LA

Photo © Des Blenkinsopp (cc-by-sa/2.0)
Photo © Des Blenkinsopp (cc-by-sa/2.0)
Published in: on 12. Mai 2022 at 02:00  Kommentar verfassen  

The Marlow Distillery – Gin aus der hübschen Stadt an der Themse

Marlow Bridge und All Saints.
Photo © Rob Farrow (cc-by-sa/2.0)

Gin ist in England beliebter als hierzulande. Es gibt Dutzende von kleinen und großen Destillerien, Bars und Pubs, die sich auf Gin spezialisiert haben. Die großen Namen wie den Bombay Sapphire Gin in der blauen Flasche kennt man überall in der Welt. Nicht so bekannt, ist der Marlow Gin, der in der gleichnamigen Stadt an der Themse in Buckinghamshire hergestellt wird, und das erst seit wenigen Jahren. Die Idee, selbst Gin zu produzieren, entstand, wie sollte es anders sein, in einem Pub in Marlow, wo drei Einheimische zu ihrem Bedauern feststellten, dass es in ihrer Stadt keinen eigenen Gin gab. Alle drei hatten eigentlich von der Ginherstellung keine Ahnung. Colin und Nick kamen aus der IT-Branche, und Vicki hatte ihren Master in Kriminalpsychologie gemacht. Egal, sie versuchten es, und mit Hilfe von Matilda und Alice, zweier Destillationsapparate, gelang es ihnen, hervorragenden Gin zu produzieren.

Da gibt es zum Beispiel den No. 16 („perfect for dark nights and a roaring fire“) und den Signature; beide haben eine Besonderheit: Meine Freundin Nicola Metcalfe, über die ich in meinem Blog schon einige Male berichtete und die in Marlow wohnt, hat die Flaschen künstlerisch verziert mit zwei wunderschönen Motiven von der Stadt. Eines zeigt die Marlow Bridge und die All Saints Church, das andere noch einmal Brücke und Kirche, aber aus einer anderen Perspektive.

Zu kaufen beziehungsweise zum Probieren gibt es den Marlow Gin unter anderem bei der örtlichen Rebellion Beer Company, im Hotel The Compleat Angler, in Tom Kerridges 2*-Pub The Hand and Flowers in der West Street und im The Stag & Huntsman im benachbarten Hambleden.

Dieser Film zeigt eine „Marlow Gin Review“. Leider liefert die Firma über ihren Online-Store nicht ins Ausland.

The Marlow Distillery
The Tall House
29A West Street
Marlow, SL7 2LS

Published in: on 11. Mai 2022 at 02:00  Kommentar verfassen  

Die Sheepwash Bridge in Ashford in the Water (Derbyshire) – Sehr unbeliebt bei wasserscheuen Schafen

Photo © Jo Turner (cc-by-sa/2.0)

„Oh nein, nicht schon wieder“ werden sich manche Schafe denken, wenn sie mit einem Transporter zu der Sheepwash Bridge in Ashford in the Water in Derbyshire gebracht werden, damit an ihnen „rituelle Waschungen“ vorgenommen werden. Natürlich werden die armen Tiere nicht von der Brücke aus ins Wasser geschubst, daneben ist ein „pen“, also ein Pferch, von dem aus sie mehr oder weniger sanft in die Fluten des River Wye befördert werden, wo einige stämmige Männer darauf warten, die Schafe vom Schmutz zu befreien.

Bis ins 19. Jahrhundert hinein hatte das Ganze auch einen Sinn, denn bevor die Tiere geschoren beziehungsweise zum Markt zum Verkauf gebracht wurden, mussten sie ja sauber sein. Heute wird das „sheepwashing“ nur noch zur Unterhaltung für Touristen durchgeführt (und zum Ärger der Wollträger).

Die sehr schön anzusehende mittelalterliche Sheepwash Bridge ist eine „packhorse bridge„, die im 17. Jahrhundert ständig von Packpferden überquert wurde, die Malz aus der Stadt Derby transportierten.

Die viel fotografierte Brücke im Peak District ist sehr beliebt bei Kindern und auch Erwachsenen, die gern Pooh Sticks spielen. The English National Tourist Board ist der Meinung, dass sich die Sheepwash Bridge dazu am besten eignet. Mehr über das Stöckchenspiel in meinen entsprechenden Blogeinträgen.

Hier ist ein Film, der das sheepwashing zeigt.

Der Sheepwash Pen.
Photo © Terry Robinson (cc-by-sa/2.0)
Photo © Marathon (cc-by-sa/2.0)
Published in: on 10. Mai 2022 at 02:00  Kommentar verfassen  

Paxton&Whitfield – Londons beste und älteste Käsehandlung

Foto: Philafrenzy.
Creative Commons 4.0

Wenn man in Paris exzellenten Käse kaufen möchte, dann geht man zu Androuet, der in der Stadt mit mehreren Geschäften vertreten ist. Der Maître Fromager Affineur ist seit 1909 in Paris ansässig, und ich sah einmal auf einer Speisekarte eines angeschlossenen Restaurants, dass dort ein mehrgängiges Menü angeboten wurde, dass ausschließlich aus Käse bestand.

Was Androuet für Paris ist, das ist Paxton & Whitfield für London, ein Super-Käseladen in der Jermyn Street Nummer 93. Die Ursprünge der Käsehandlung gehen bis in die Mitte des 18. Jahrhunderts zurück; die Partnerschaft zwischen Harry Paxton & Charles Whitfield wurde im Jahr 1797 besiegelt.
Winston Churchill sagte einmal: „Ein Gentleman kauft seine Hüte bei Locks, seine Schuhe bei Lobbs, seine Hemden bei Harvey & Hudson, seine Anzüge bei Huntsman und seinen Käse bei Paxton & Whitfield„. Aber nicht nur Gentlemen gehen zum Käsekauf in die Jermyn Street, auch die königliche Familie ist dort Stammkunde. Schon Queen Victoria ließ Paxton & Whitfield 1850 einen Royal Warrant zukommen und mit Unterbrechungen ist die Firma auch heute noch Hoflieferant sowohl für Queen Elizabeth II als auch für HRH The Prince of Wales.

Die Käsehandlung durchlebte im Laufe ihres Bestehens viele Höhen und Tiefen; vor allem in wirtschaftlich schwierigen  Zeiten stand die Firma mehrmals kurz vor dem Aus. Was sie immer wieder auf die Beine brachte, war der unermüdliche Einsatz ihrer diversen Eigentümer, die es schafften, stets eine gleichbleibend hohe Qualität ihrer Produkte zu gewährleisten. Man steht in ständigem Kontakt zu den Produzenten im Land und importiert ausgesuchte Käse auch aus anderen Ländern.

Die Auswahl ist riesig (circa 250 Sorten), und so kommt der Londoner in den Genuss, so ausgefallene Käsesorten wie Robin Congdons Beenleigh Blue aus Devon oder Simon und Tim Jones‘ Lincolnshire Poacher kaufen zu können.
Neben dem Hauptgeschäft in London gibt es noch weitere Filialen von Paxton & Whitfield, zum Beispiel in Bath in Somerset und in Bourton-on-the-Water in Gloucestershire. Wer nicht in einem dieser Orte wohnt, kann sich den Käse auch direkt ins Haus schicken lassen.

Hier ist ein Besuch in der Londoner Käsehandlung im Film zu sehen.

Paxton & Whitfield
93 Jermyn Street
London SW1Y 6JE


Foto: satoridork.
Creative Commons 2.0
Published in: on 9. Mai 2022 at 02:00  Kommentar verfassen  

The Golden Fleece – Yorks gruseligster Pub

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Als wir einmal zur Mittagszeit ein Bier im Golden Fleece in York (North Yorkshire) tranken, war von einer gruseligen Atmosphäre hier nichts zu spüren. Yorks „most haunted pub“ liegt den Shambles gegenüber, jener kleinen, tagsüber wuseligen, aber abends meist sehr ruhigen Gasse. Wie vieles in York ist auch The Golden Fleece sehr alt, bis auf das Jahr 1503 kann man die Spuren des Hauses zurückverfolgen.

Wenn man den Gasthof betritt, kommt man erst in eine kleine Bar, von der aus ein schmaler, schiefer Korridor in einen weiteren größeren Raum führt. Zu essen gibt es hier vor allem Burgers und Baguettes; der Koch liebt aber auch die Tex-Mex- und die asiatische Küche.

Zu Beginn des 18. Jahrhunderts gehörte The Golden Fleece dem Bürgermeister von York, einem gewissen John Peckett, und dessen Frau, Lady Alice Peckett, ist eine der vielen Spukgestalten, die hier nachts durch die Gänge und Korridore wandern und den Gästen der vier Zimmer, in denen man übernachten kann, den Schlaf rauben. So mancher Gast soll schon vor den unheimlichen Besuchern, die durchaus auch in die Zimmer kommen, geflohen sein und sich nie mehr im Pub hat blicken lassen.

Diese Berichte über die nächtlichen geisterhaften Aktivitäten lockten natürlich auch das Fernsehteam von „Most Haunted“ des Senders LivingTV nach York, das hier die Nachtstunden verbrachte und so manches Unheimliche erlebte. Hier ist der erste Teil der Sendung zu sehen.

„We hope you will visit us at the Golden Fleece and we’re sure you will enjoy your stay even though we can’t guarantee that things will go bump in the night for you. But when you visit the most haunted pub in one of Britain’s most haunted cities, there’s a frightening chance that something strange just might happen!“ So stand es einmal auf der Homepage des Golden Fleece, eine Einladung, der man doch nun wirklich nicht widerstehen kann!

The Golden Fleece
16 Pavement
York, North Yorkshire
YO1 9UP

Eigenes Foto
Ein unheimlicher Gast im Golden Fleece.
Foto: benbrown1.
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Heydon in Norfolk – Ein Dorf und viele Filmdreharbeiten

St Peter and St Paul.
Photo © John Salmon (cc-by-sa/2.0)

Location Manager, die für Filmproduktionsfirmen arbeiten, lieben das kleine Dorf Heydon in Norfolk, da es all das bietet, was für Dreharbeiten wichtig ist: Abgeschiedenheit und keine Durchgangsstraßen, so dass die möglichen Störfaktoren überschaubar sind.

Heydon ist eines der Dörfer in England, die sich in Privatbesitz befinden; zwei davon habe ich in meinem Blog schon vorgestellt wie Hambleden in Buckinghamshire und Linkenholt in Hampshire. Es gehört der Familie  Bulwer Long, deren bekanntestes Familienmitglied der Schriftsteller Edward Bulwer Lytton („The last Days of Pompeii“, 1834) war.

Heydon bietet auf engstem Raum ein großes Village Green, neben dem eine sehr schöne Kirche, St Peter and St Paul, umgeben von alten Grabsteinen, steht, einen Dorfpub, den Earle Arms Inn, hübsche Häuser und dann das Manor House, Heydon Hall. Perfekt!

Welche Filme sind nun hier in Norfolk gedreht worden? Die International Movie Database listet neun auf. Da ist zum Beispiel „A Cock and Bull Story“ aus dem Jahr 2005, in dem der Regisseur Michael Winterbottom den Roman „Leben und Ansichten von Tristram Shandy, Gentleman“ von Lawrence Sterne verfilmt, beziehungsweise sich weitgehend an dem Inhalt des Buches orientiert.

Für die BBC wurde 1996 in Heydon der Wilkie Collins-Roman „The Moonstone“ verfilmt, wobei man auch Heydon Hall mit einbezog. Eine weitere Romanverfilmung war „Riders“ (dt. „Vom Hass getrieben“) aus dem Jahr 1993, da stand Jilly Coopers gleichnamiges Buch Pate. Bereits 1971 hatten die Location Manager Heydon für den Film „The Go Between“ (dt. „Der Mittler“) entdeckt, dessen Drehbuch Harold Pinter geschrieben hatte und in dem Julie Christie und Alana Bates die Hauptrollen spielten.

Das war jetzt nur eine kleine Auswahl an „Heydon-Filmen“, bestimmt werden auch in Zukunft Dreharbeiten hier stattfinden. Hier ist ein Rundgang durch das Dorf im Film.

Das Village Green.
Photo © Jurek and Trish Sienkiewicz (cc-by-sa/2.0)
Earle Arms Inn.
Photo © Evelyn Simak (cc-by-sa/2.0)
Heydon Hall.
Photo © Adrian S Pye (cc-by-sa/2.0)
Published in: on 7. Mai 2022 at 02:00  Kommentar verfassen  

Exzentriker – Francis Henry Egerton, 8th Earl of Bridgwater (1756-1829)

 This work is in the public domain.

Geldprobleme kannte Francis Henry Egerton, 8th Earl of Bridgwater, nie. Er erbte den Titel von seinem Bruder und noch dazu ein beträchtliches Vermögen. Geboren wurde er 1756 in London; er genoss eine exzellente Ausbildung, zuerst in Eton dann in Oxford im Christ Church College, wurde Fellow im All Souls College, ebenfalls in Oxford, und trat in die Royal Society ein. So weit so gut, es hätte ein ganz normales, von wissenschaftlichem Arbeiten bestimmtes Leben werden können, doch der Earl hatte stark ausgeprägte exzentrische Züge, die ihn auf ganz andere Bahnen führten.

Eigentlich war Francis Henry Egerton auch zuständig für zwei Pfarrgemeinden in der Grafschaft Shropshire, aber darum kümmerte er sich so gut wie gar nicht und ließ die Aufgaben dort von einem Stellvertreter übernehmen.

Der Earl verließ sein Heimatland und zog nach Paris, warum ist nicht so ganz klar, denn er äußerte sich mehrfach, dass er die Stadt hasste. Er wohnte sehr komfortabel in der rue St Honoré in der Nummer 335, ein Haus, das er Hotel Egerton nannte. Und hier konnte er seine Exzentrik so richtig ausleben. Der Earl liebte Hunde und hatte viele davon. So war es ein Ritual im Hause Egerton, dass sich jeden Abend der Hausherr samt Hundeschar an einem langen Tische zum Diner einfanden. Jeder Hund hatte seinen eigenen Stuhl, trug eine Serviette um den Hals und wurde von einem der vielen Angestellten des Hauses bedient. Alle Vierbeiner trugen handgefertigte Lederschuhe. Obwohl der Earl den renommierten, französischen Koch André Viard eingestellt hatte, soll es jeden Abend nur gekochtes Rindfleisch mit Kartoffeln gegeben haben. Egerton war eben ein Engländer…

Er legte aber nicht nur auf die Schuhauswahl seiner Hunde wert, auch seine eigene stand im Zentrum seines Interesses. Jeden Tag trug er ein neues Paar, das er am folgenden Tag neben die getragenen der vorherigen Tage stellte, so konnte er am jeweiligen Verschmutzungsgrad noch nach längerer Zeit sagen wie das Wetter gewesen war.

Der Earl war in England ein leidenschaftlicher Jäger gewesen, ein „Sport“, den er in der Stadt Paris schwerlich ausüben konnte. Da sein Hotel Egerton aber über einen Garten verfügte, hielt er dort 300 Rebhühner, die er nach Lust und Laune erlegte.

Einmal soll Francis Henry Egerton eine längere Reise in die französische Provinz geplant haben, mit der die Hausangestellten schon wochenlang vorher beschäftigt waren. Als schließlich alles gepackt war, ging die Reise los: Der Earl und seine Hundeschar fuhren in einer Kutsche vorneweg, es folgten sechzehn weitere Kutschen, die alle mit Gepäck vollbeladen waren und dreißig Hausangestellte zu Pferd. Die Nachbarn in der rue St Honoré staunten nicht schlecht, als sie die Kavalkade abziehen sahen, sie staunten aber noch mehr, als alle einige Stunden später wieder zuhause waren. Angeblich soll der Earl bei der Suche nach einem Mittagessen außerhalb der Stadt so enttäuscht gewesen sein, dass kein Restaurant sein geliebtes gekochtes Rindfleisch auf der Speisekarte hatte, dass er entschloss, die Reise abzubrechen und in sein Hotel Egerton zurückzukehren, wo er sicher sein konnte, seine Lieblingsspeise vorgesetzt zu bekommen.

Der Exzentriker starb am 11. Februar 1829 in Paris, wurde dort aber nicht beigesetzt, sondern ganz in der Nähe des Familiensitzes Ashridge in Hertfordshire, in dem Dörfchen Little Gaddesden, wo die Egertons in der Kirche St Peter and St Paul eine Familienkapelle hatten. Sein Grabmonument hatte der Earl schon selbst entworfen, es zeigt eine Frau mit einem Elefanten, einem Storch und einem Delfin. Niemand weiß, was der Earl damit ausdrücken wollte.

Die rue St Honoré in Paris.
Photo: howardcho202.
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Das Grabmal des Earls in Little Gaddesden.
Photo: Cnbrb.
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St Peter and St Paul in Little Gaddesden (Hertfordshire).
Photo © Gerald Massey (cc-by-sa/2.0)
Published in: on 6. Mai 2022 at 02:00  Kommentar verfassen  

St Mary the Virgin in Huntingfield (Suffolk) – Die Kirche mit der beeindruckenden Hammerbalkendecke

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Huntingfield ist ein kleines Dorf in der Grafschaft Suffolk, das außer seinem Pub The Huntingfield Arms über eine Attraktion verfügt, die Liebhaber alter Kirchen ansprechen wird. St Mary the Virgin ist die ein wenig außerhalb des Ortes gelegene Gemeindekirche, deren Ursprünge in das Mittelalter zurückreichen. Von außen unterscheidet sie eigentlich nichts von zahllosen anderen Kirchen im Land, uralte verwitterte Grabsteine umgeben sie, und ein Turm hält Wacht. Das Besondere an dieser dieser Kirche finden wir aber im Inneren, da gibt es eine großartige Hammerbalkendecke, wunderbar bemalt und verziert mit geschnitzten Engelsköpfen.

Zurückzuführen ist dieses Kunstwerk in die viktorianische Zeit als William Holland Rektor der Kirche war. Das mittelalterliche Deckengewölbe sah nicht mehr gut aus, und die Pfarrersfrau, Mildred Holland, ärgerte sich immer wieder über den Zustand der Balkenkonstruktion. Das muss sich ändern, sagte sie sich, und überlegte wie. Das mache ich selbst, lautete ihre Entscheidung, und sie begab sich auf ein Mammutprojekt, für das sie bis zur Fertigstellung sieben Jahre brauchen würde, von 1859 bis 1866.

Mildred Holland ließ in der Kirche ein Gerüst errichten, von dem aus sie arbeiten konnte, und dann fing sie an zu malen. Vorab hatte sie sich noch einige Ratschläge von einem Experten eingeholt, die sie dann umsetzen konnte. Ohne fremde Hilfe verbrachte Mildred einen großen Teil des Tages auf dem Rücken liegend mit einem Pinsel in der Hand und vollbrachte dieses Wunderwerk. Danach wird sie wohl erst einmal einen Orthopäden aufgesucht haben, der ihren malträtierten Rücken wieder auf Vordermann bringen musste.

£2000 hatte das ganze Unternehmen gekostet, zum größten Teil vom Pfarrer selbst finanziert. Alle Achtung! Ihm und seiner Frau war St Mary the Virgin wirklich etwas wert.

Wer heute diese Kirche am Village Green von Huntingfield besucht, sollte etwas Kleingeld mitbringen, denn so richtig brilliant wirkt das Deckengewölbe erst, wenn es illuminiert wird. Für diesen Zweck gibt es eine kleine Box, die man mit Pfundstücken füttern kann, wodurch die Kirchenbeleuchtung eingeschaltet wird.

Nachdem Mildred Holland 1878 gestorben war, ließ ihr Mann zu ihrem Gedenken über dem Taufstein ein riesiges, kunstvoll gestaltetes „Monument“ errichten, das Wort „Taufsteindeckel“ würde hier nicht passen.

Hier ist ein Film über die Kirche.

Zur Orientierung: Der nächst größere Ort von Huntingfield ist Halesworth, etwa fünf Kilometer entfernt. Die B1117 verläuft nicht weit vom Dorf entfernt, man biegt von der Straße auf die schmale Bridge Street ab, die direkt zur „downtown“ von Huntingfield führt.

Photo: Nick_Rowland.
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Photo: Brokentaco.
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Photo: Nick_Rowland.
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In Memoriam Mildred Holland, der Taufstein.
Photo: Nick_Rowland.
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Published in: on 5. Mai 2022 at 02:00  Kommentar verfassen  

Songs about London – „Maybe It’s Because I’m a Londoner

Photo © Marathon (cc-by-sa/2.0)

Der Schauspieler, Rundfunksprecher und Schriftsteller Hubert Gregg (1914-2004) wurde im Zweiten Weltkrieg vor allem durch zwei Songs bekannt, die aus seiner Feder stammen: „I’m Going To Get Lit Up When The Lights Go up in London“ und „Maybe It’s Because I’m a Londoner„. Er schrieb zwar noch rund zweihundert weitere, aber vor allem letzterer ist in Erinnerung geblieben. Hubert Gregg komponierte ihn im Jahr 1944 und gesungen wurde der ursprünglich von seiner Frau Zoe Gail, einer in Südafrika geborenen Amerikanerin. Der Song war, wie so viele andere auch, dazu gedacht, die Kampfmoral der Truppen zu steigern. Hubert Gregg hatte sich um die britische Hauptstadt verdient gemacht und erhielt dafür die Auszeichnung Freedom of the City of London.

Der Song stellte anfangs die Titelmelodie der TV-Serie „Dixon Of Dock Green„, wurde aber später durch „An Ordinary Copper“ ersetzt.

Greggs Autobiografie hieß „Maybe it’s because…?“ Ein Zeichen, welche Rolle der Song für ihn gespielt hat.

Hier ist „Maybe It’s Because I’m a Londoner“ in der Version von den Cockney Rebels zu hören.

Published in: on 4. Mai 2022 at 02:00  Kommentar verfassen  

Fahrbibliotheken in England in Wort und Bild

Einer der Bücherbusse, die in Lincolnshire unterwegs sind.
Photo © Bob Harvey (cc-by-sa/2.0)

Man nennt sie bookmobiles oder book vans, manchmal auch travelling libraries, in Deutschland heißen sie Fahrbibliotheken, also Fahrzeuge mit einem Buchangebot, die vorwiegend in ländliche Regionen beziehungsweise in Orte fahren, in denen sich eine feste Bibliothek nicht lohnt. Gern werden sie von Kindern und älteren Menschen, die nicht mehr sehr mobil sind, genutzt. In der Regel fahren diese Bücherbusse, wie Linienbusse, nach einem festgelegten Fahrplan ihre Routen ab. Die Buchauswahl ist natürlich wegen der Platzverhältnisse überschaubar.

Es gibt Karosseriebaufirmen, die sich auf die Herstellung von bookmobiles spezialisiert haben, und so sieht jeder Bücherbus, vor allem durch die Bemalung und Beschriftung anders aus.

In der TV-Krimiserie „Midsomer Murders“ beziehungsweise „Inspektor Barnaby“ ist Tom Barnabys Tochter Cully einige Male als Fahrerin eines bookvans zu sehen wie zum Beispiel in „Death and Dreams“ (dt. „Trau, schau, wem!“). Dabei handelt es sich um ein nicht ganz so großes Fahrzeug.

Es wurden auch schon Romane geschrieben, in denen ein „bookmobile“ im Mittelpunkt steht wie beispielsweise „The Case of the Missing Book“ aus der Reihe „A Bookmobile Mystery“ von Jack Lombard oder „An Amish Surprise“ aus der „Berlin Bookmobile Series“ von Shelley Shephard Gray, in der die Bibliothekarin Sarah Anne Miller und ihr Bücherbus im Mittelpunkt stehen.

Im Folgenden stelle ich einmal einige englische Bücherbusse im Bild vor.

Ein ziemlich großes Exemplar in Exeter (Devon).
Photo © Robin Stott (cc-by-sa/2.0)
Auf der Isle of Wight.
Photo © Chris Downer (cc-by-sa/2.0)
Haltestelle am Village Green von Wall in Northumberland.
Photo © David Dixon (cc-by-sa/2.0)
Ein Bücherbus mitten in der Einsamkeit von Shropshire. Wer mag hier wohl hinkommen?
Photo © John H Darch (cc-by-sa/2.0)
Es geht auch eine Nummer kleiner wie hier in Wakefield (West Yorkshire).
Photo © Chris Neale (cc-by-sa/2.0)
Published in: on 3. Mai 2022 at 02:00  Comments (4)  

The Tattingstone Wonder in Suffolk – Ein Folly auf der Shotley Peninsula

Die Vorderseite des Tattingstone Wonders.
Photo © Colin Park (cc-by-sa/2.0)

Die Shotley Peninsula ist eine Halbinsel der Grafschaft Suffolk, südlich des County Seats Ipswich gelegen. Unser Weg führt uns heute zum sogenannten Tattingstone Wonder.
Es gab immer mal wieder in der Vergangenheit den Fall, dass ein Landbesitzer in seinem Stately Home unzufrieden mit der Aussicht aus seinen Fenstern war. Da standen doch tatsächlich Dörfer und Häuser im Wege herum, die seine Augen beleidigten. Was also tun?
Der sechste Duke of Devonshire ließ zum Beispiel zwischen 1838 und 1842 das Dörfchen Edensor komplett aus seinem Sichtbereich vom Chatsworth House in Derbyshire entfernen und es dort wieder aufbauen, wo er es nicht mehr sehen konnte.

Der Unternehmer Ralph Allen aus Bath in Somerset baute sich im 18. Jahrhundert eine Burgattrappe, das Sham Castlegegenüber von seinem weitläufigen Wohnhaus, um damit seine Augen zu erfreuen.

Auf der Shotley Peninsula finden wir etwas Ähnliches. Edward White war Ende des 18. Jahrhunderts der Besitzer des Landsitzes Tattingstone Place. Auch er mochte den Blick aus den Fenstern seiner Bibliothek gar nicht, denn da standen zwei Cottages herum, die er als Schandfleck empfand. Jedes Mal ärgerte er sich darüber, wenn er den Raum betrat, also musste Abhilfe geschaffen werden. Glücklicherweise ließ er die beiden Häuser nicht abreißen, er dachte sich etwas viel Raffinierteres aus. Er ließ ein weiteres Cottage hinzubauen und gestaltete alle drei zu einer „Kirche“ um, das heißt, ein vermeintlicher Kirchturm und ein Kirchenschiff wurden hinzugefügt, gotische Fenster eingebaut und schon war Edward White mit seinem neuen Ausblick zufrieden. Ob die Bewohner der Cottages auch zufrieden waren, auf einmal in einer „fake church“ zu wohnen?

…und die rückwärtige Seite.
Photo: Davebulow.
Creative Commons 3.0
Tattingstone Place.
Photo © Keith Evans (cc-by-sa/2.0)
Published in: on 2. Mai 2022 at 02:00  Kommentar verfassen