The Shell Grotto in Margate (Kent) – Eine geheimnisvolle Grotte voller Muscheln

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Mitten in der Küstenstadt Margate in Kent am Grotto Hill liegt der Eingang zu der mysteriösen Shell Grotto, die mit 4,6 Millionen Muscheln ausgekleidet ist. Ob wohl jemand die Muscheln alle gezählt hat oder eine Hochrechnung aufgestellt hat? Niemand weiß Genaueres über das Alter der Grotte oder warum sie überhaupt angelegt worden ist. Die Vermutungen reichen von Schmugglerhöhle bis zu Folly, aber überzeugend sind diese Überlegungen alle nicht.

Beim Ausheben eines Ententeiches brach 1835 James Newlove durch die Grottendecke durch und staunte nicht schlecht, was sich da unter seinem Grund und Boden befand. Nur ein paar Jahre später wurde die Muschelgrotte für die Öffentlickeit freigegeben und so ist es bis heute geblieben.

Im Jahr 2008 haben sich die „Friends of the Shell Grotto“ zusammengefunden, die sich gemeinsam mit den Eigentümern um den Erhalt der denkmalgeschützten Grotte kümmern, Fundraising betreiben und Forschungsarbeiten über den Ursprung durchführen.

Wer die Grotte besuchen möchte, kann dies vom 2. April bis zum 31. Oktober täglich von 10 – 17 Uhr tun; im Winterhalbjahr ist sie nur am Wochenende geöffnet.

Hier sind einige Bilder aus der Grotte zu sehen.

Das Musikvideo „We will be here“ der Sussex-Band Oddfellow’s Casino wurde in der Shell Grotto gedreht.

The Shell Grotto
Grotto Hill
Margate, Kent CT9 2BU
Tel. 01843 220 008

Das Buch zum Artikel:
Patricia Jane Marsh-Stefanovska: The Enigma of the Margate Shell Grotto – An Examination of the Theories on Its Origins. Martyrs Field Publications 2011. 32 Seiten. ISBN 978-0956943705.

Published in: on 30. April 2012 at 02:00  Comments (3)  
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Upton Hall (Nottinghamshire) – Uhren, Uhren, Uhren…

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An der A612 in Upton (Nottinghamshire) liegt Upton Hall, in der sich alles um das Thema „Uhren“ dreht, denn das Haus ist seit 1972 Sitz des British Horological Institutes (BHI), einer 1858 gegründeten Organisation, die sich mit dem Herstellen, der Reparatur und der Pflege von Uhren beschäftigt.

Upton Hall beherbergt eine Spezialbibliothek mit über 5000 Bänden und ist wohl eine der größten „Uhren-Bibliotheken“ der Welt. Weiterhin gibt es hier ein Uhren-Museum zu besichtigen, das allerdings nur an wenigen Tagen des Jahres für die Öffentlichkeit zugänglich ist.

Simon Jenkins beschreibt in seinem Buch „England’s Thousand Best Houses“ Upton Hall lautmalerisch sehr schön so:
„The place is a pandemonium of ticking, whirring, bonging, burping and chiming. On the hour, all hell breaks loose. The clocks include grandfather, grandmother, pendulum, carriage, railway, alarm, wrist, quartz, talking, digital and doubtless others“.

Das BHI führt in Upton Hall Seminare durch (z.B. „Replacing Damaged Pivots in Clock & Watches“ oder „The Modern Watch Escapement“) , es finden hin und wieder Auktionen statt und es werden Feste veranstaltet wie demnächst die Summer Show 2012, die unter dem Motto „Railway Time“ steht.
Mitglieder des BHI erhalten die Zeitschrift „Horological Journal„, die seit 1858 ohne Unterbrechung veröffentlicht worden ist.

Upton Hall
Upton
Newark
Nottinghamshire
NG23 5TE
Tel. 01636 813795

Published in: on 29. April 2012 at 02:00  Comments (1)  
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Unfälle mit Tieren im New Forest – Hier herrscht Gefahrenstufe 1

Wildesel an der Straße kurz vor Brockenhurst. Eigenes Foto.

Wildesel an der Straße kurz vor Brockenhurst.
Eigenes Foto.

Als wir vor kurzem auf der B3078/B3080 im New Forest in Hampshire unterwegs waren, wurden wir auf Schildern ständig davor gewarnt, dass die Unfallgefahr auf diesen Straßen besonders hoch ist, da Tag und Nacht Tiere die Fahrbahn kreuzen. Im New Forest gibt es noch Wildpferde, die hier absolut die Vorfahrt haben und von Autofahrern respektiert werden müssen. Auf den Straßen sind überall Geschwindigkeitsbegrenzungen von 40 Meilen pro Stunde (ca 65 km/h) vorgeschrieben und die sind auch sinnvoll, denn die Tiere bewegen sich oft in Fahrbahnnähe und wenn dann auch noch Jungtiere unterwegs sind, ist die Kollisionsgefahr noch größer.

Gleich zu Beginn der B3078 zeigten Schilder die Zahl der Unfälle im laufenden Jahr an. Die Unfallzahlen sind seit einigen Jahren zurückgegangen, auch dank der Arbeit der Animal Accident Reduction Group, die ständig überprüft, welche Maßnahmen getroffen werden müssen, damit die Straßen sicherer werden. Trotzdem wurden im Jahr 2011 67 Tiere getötet. Erst am 16. April wurde wieder ein Esel überfahren – von einem Hit & Run-Fahrer, der also nicht angehalten hat, um den Unfall zu melden.

Im New Forest begegnen dem Autofahrer aber nicht nur Wildpferde, auch Rotwild, Esel, Schweine und Schafe laufen hier frei durchs Gelände. Besonders nachts ist die Gefahr groß, mit einem der Tiere zu kollidieren, da sind selbst 40 mph noch zu schnell. Einige Ponies wurden mit einem reflektierenden Halsband versehen, wodurch sie im Dunkeln besser zu erkennen sind, aber den Großteil der Wildtiere bemerkt man nachts erst im letzten Augenblick.

Der New Forest ist eine großartige Landschaft und eine der wenigen Regionen Englands, in denen die Tiere noch ein Vorfahrtsrecht haben: Drive carefully!

Hier ist ein Film, der die Gefahren auf den Straßen des New Forest zeigt.

Das Buch zum Artikel:
Dionis Macnair: New Forest Ponies – Architects of the Forest. Whittet Books 2006. 176 Seiten. ISBN 978-1873580691.

Eigenes Foto.

Eigenes Foto.

Der New Forest an der B3078. – Eigenes Foto.

Published in: on 28. April 2012 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Pubschilder – The Star Inn in Wotton-Under-Edge (Gloucestershire)

Vor einigen Wochen fuhr ich wieder einmal durch die kleine Stadt Wotton-Under-Edge in Gloucestershire, deren gruseligen Ram Inn ich in meinem Blog schon einmal vorstellte. Die Straßen sind hier sehr eng und immer vollgeparkt, so dass man seine liebe Not hat, einen Parkplatz zu finden.

Der Star Inn widmet sein Pubschild der Titanic, die ja in diesem Monat vor 100 Jahren im Atlantik unterging. 1572 soll dieser alter Coaching Inn gebaut worden sein.
Die Verbindung zur Titanic? John Cambridge, dessen Vater hier den „Star Inn“ betrieb,  gründete in Kanada die White Star Line, die er nach dem Gasthof benannte und die Schiffbau betrieb. Als die Firma in finanzielle Schwierigkeiten geriet, wurde sie aufgekauft; der Name blieb und die White Star Line war die Reederei, der die Titanic gehörte. Ob das alles so stimmt, weiß man nicht so genau, aber die Einwohner von Wotton-Under-Edge halten an der Geschichte fest und freuen sich, so auch eine Verbindung zu dem berühmten Schiff zu haben.

The Star Inn
21 Market Street
Wotton-under-Edge
Gloucestershire GL12 7AE

 

Published in: on 27. April 2012 at 04:00  Schreibe einen Kommentar  
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Knill’s Monument bei St Ives (Cornwall) – Ein Folly eines Exzentrikers

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Der Herzenswunsch des ehemaligen Bürgermeisters der Stadt St Ives an der Nordküste Cornwalls namens John Knill (1733-1811) war es, in einem von ihm selbst entworfenen Mausoleum oberhalb des Ortes für alle Zeiten beigesetzt zu werden. So baute er 1782 auf dem Worvas Hill in der Nähe der Carbis Bay eine 15m hohe dreieckige Pyramide… und dann kam alles anders, als es der leicht exzentrische Knill geplant hatte. Er starb 1811 in London und wurde auch dort beerdigt, auf dem Holborn Cemetery. Gut, dass er das zu seinen Lebzeiten nicht gewusst hat! So blickt auch heute noch Knill’s Monument auf die schöne Landschaft Cornwalls herab.

In seinem Testament stellte Knill Geld für den Unterhalt seines Mausoleums zur Verfügung und auch £25 für eine merkwürdige Zeremonie, die erstmals 1801 in seiner Anwesenheit durchgeführt wurde und die alle 5 Jahre wiederholt wird.
Jeweils  am 25. Juli müssen 10 Mädchen, alle 10 Jahre alt und weiß gekleidet, zum Monument gehen, begleitet von zwei Witwen, einem Geistlichen, einem Geigenspieler, dem Bürgermeister von St Ives und einem Zollbeamten. Dort singen sie alle den 100. Psalm und anschließend tanzen die Mädchen zu den Klängen des Geigenspielers eine Viertelstunde um das Monument. Für diese Bemühungen werden die Teilnehmer der Zeremonie von den hinterlassenen £25 (nicht gerade fürstlich) entlohnt; d.h. £15 entfallen auf die Mädchen, Witwen usw. und £10 ist für ein Abendessen vorgesehen, das Bürgermeister, Geistlicher und Zollbeamter zu sich nehmen, wozu sich jeder zwei Gäste aussuchen darf. Schauplatz des Abendessens: Der George and Dragon Inn in St Ives. Wie weit das Geld für die neun Esser reicht ist mir nicht bekannt, aber vielleicht gelingt es ja dem George and Dragon für ca £1 pro Person ein schmackhaftes Essen zu zaubern.
Die nächste Zeremonie findet am 25 Juli 2016 statt.

Der Roman „The Sign of the Triangle“ von Joseph Hocking (1860-1937) spielt übrigens am Knill’s Monument.

Hier ist ein kurzer Filmclip von der Zeremonie und hier vom Monument.

Bring-Your-Own-Restaurants – Hier kann man seinen Wein selbst mitbringen

Wenn man so eine Flasche in sein BYO-Top-Restaurant mitbringt, blamiert man sich bestimmt nicht. - User: Ile-de-re. This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license.

In manchen Lokalen der einfacheren Art, die über keine Ausschanklizenz von Alkoholika verfügen,  konnte man in England schon immer seinen Wein mitbringen. Einige verlangen ein geringes Korkgeld dafür, andere nicht.

Seit einigen Jahren hat die Zahl dieser Bring Your Own (BYO)-Restaurants zugenommen und zwar nicht auf dem Sektor der Billiglokale, sondern in dem Bereich der hochpreisigen Restaurants.

Es gibt viele Leute, die einen Abend in einem angenehmen Restaurant bei einem schönen (auch teueren) Essen verbringen wollen, aber die oft hohen Preise für eine Flasche Wein nicht bezahlen wollen. In vielen Restaurants wird der Einkaufspreis des Weines mit 3 oder 4 multipliziert und auf der Karte angeboten. Dabei erzielen die Restaurants ihre höchsten Gewinne; das Essen selbst wirft meist nicht so viel ab. Kein Wunder, dass man auf diese sprudelnde Einnahmequelle nicht so ohne weiteres verzichten möchte.
Aber eine zunehmende Zahl der englischen Restaurantbesucher möchte es anders und so musste man sich wohl oder übel darauf einstellen.

Es gibt Top-Restaurants, die ein immenses Korkgeld erheben, so z.B. muss man in Londons L’Atelier de Joel Robuchon £50 bezahlen, um sich seine eigene Flasche am Tisch servieren zu lassen. Londons Pied à Terre verlangt ebenfalls £50, reduziert das Korkgeld aber auf £25, wenn man eine weitere Flasche von der eigenen Karte bestellt. Das Restaurant des Ritz Hotels fordert sogar £85 beim Mitbringen einer Flasche Champagner.
Es versteht sich von selbst, dass man in Restaurants dieser Kategorie keine Flasche Billigwein mitbringt, das würde denn doch beim Sommelier ein tiefes Stirnrunzeln verursachen; nein, eine besonders gute, hochpreisige Flasche sollte es schon sein.

Es gibt sogar schon Restaurants, die BYO erlauben und die dadurch Umsatzsteigerungen erzielt haben. Der Guardian sprach bereits von einer „Bring-your-own bottle revolution“, so beliebt ist diese Bewegung geworden und es gibt im Internet Verzeichnisse von BYO-Restaurants.

Wer z.B. in Englands Austern-Stadt Whitstable in Kent seinen eigenen Wein zum Essen mitbringen möchte, der hat gleich zwei Restaurants zur Auswahl, die das akzeptieren: Wheelers Restaurant, die gar kein Korkgeld erheben, und Jojo’s, bei denen man £2 (für bei Tesco gekauften Wein jedoch £5???) bezahlen muss.

In Deutschland kenne ich keine BYO-Restaurants; vielleicht schwappt diese Bewegung ja irgendwann einmal über den Kanal zu uns über.

Published in: on 25. April 2012 at 02:00  Comments (3)  
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Truckfest 2012 in Peterborough (Cambridgeshire) – Versammlungsort der schönsten britischen Trucks

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Bald ist es wieder soweit: Am 6. und 7. Mai treffen sich mittlerweile schon zum 30. Mal die britischen Truckfans in Peterborough in Cambridgeshire zum Truckfest 2012. Auf dem East of England Showground werden sich wieder die schönsten LKWs der britischen Inseln ein Stelldichein geben, die Trucker sich untereinander austauschen und mit stolzgeschwellter Brust ihre Volvos, Scanias, Peterbilts und Kenworths einem staunenden und beeindruckten Publikum vorführen.

In so geballter Form bekommt man diese Truck Beauties selten zu sehen. Ich mag ja die Laster der Speditionsfirma Eddie Stobart am liebsten, die sich dadurch auszeichnen, dass jeder einen individuellen weiblichen Vornamen trägt (ich berichtete in meinem Blog darüber). Meine Frau renkt sich regelmäßig den Hals aus, wenn wir auf dem Motorway einen Eddie Stobart-Truck überholen, um den Namen lesen zu können. Sie ist schon fast eine Truckspotterin geworden.

An den beiden Tagen im Mai wird wie die Jahre zuvor ein umfangreiches Unterhaltungsprogramm angeboten: Da darf der unvermeidliche Bigfoot nicht fehlen, der sich über ausgemusterte PKWs hermacht und sie zermalmt, Oldtimer werden vorgeführt und am Ende des Festes finden die Preisverleihungen statt.

Wer sich an schön bemalten, PS-starken Trucks nicht sattsehen kann, der ist in Peterborough genau richtig.

Hier sind einige Impressionen vom Truckfest 2010.

East of England Showground
Alwalton
Peterborough
Cambridgeshire
PE2 6XE

Published in: on 23. April 2012 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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„The Ringing World“ – Das Fachblatt aller britischen Bell ringer

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Glöckner ist eigentlich die Übersetzung des englischen „bell ringer„, aber irgendwie trifft es das nicht so richtig. Man denkt unwillkürlich an den Glöckner von Notre Dame. Bleiben wir bei „bell ringer“, die in den Kirchen Großbritanniens eine wichtige Rolle spielen. Sie üben eine Kunst aus, die seit Jahrhunderten gepflegt wird; und auch sie haben natürlich eine Fachzeitschrift, die im vorigen Jahr ihr einhundertstes Bestehen feierte: „The Ringing World„.

Am 24. März 1911 erschien die erste Ausgabe und bisher sind über 5000 Hefte veröffentlicht worden.  Die Zeitschrift erscheint wöchentlich und die meisten „Glockenläuter“ des Landes dürften das Blatt abonniert haben, denn „The Ringing World“ ist das Fachorgan des „Central Council of Church Bell Ringers„.

Es ist schon erstaunlich, was es alles aus der Welt des Glockenläutens zu berichten gibt. Hier ein paar Beispiele aus den April-Ausgaben diesen Jahres:
– The Heart of England Handbell Society
– Peal to mark the 200th Anniversary of the opening peal at Writtle
– Celebrating the 300th anniversary of Fabian Stedman’s life

In der TV-Krimiserie „Inspector Barnaby“ gibt es eine großartige Folge mit dem Titel Ring out your dead“ (dt. „Glockenschlag zum Mord“) mit dem überragenden Adrian Scarborough, in der das Glockenläuten im Mittelpunkt der Handlung steht und in der es am Ende einige „bell ringer“ im Midsomer County weniger gibt.

Ich erinnere mich noch an einen wunderschönen Sonntagvormittag, als wir mit unserem Narrowboat von Bidford-on-Avon weiterfuhren und unsere Fahrt vom Klang der Glocken von St Laurence begleitet wurde; es war eine wunderschöne Stimmung!

Hier ist ein Film über die Kunst des bell ringing.

The Ringing World Ltd
35A High St
ANDOVER
SP10 1LJ
Tel. 01264 366620

Das Buch zum Artikel:
John Camp: Bells and Bellringing. Shire Publications Ltd 2005. 64 Seiten. ISBN 978-0747803263.

St Stephen Walbrook in London – Eine der vielen Christopher Wren-Kirchen in der Stadt

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Die Kirche St Stephen Walbrook in der Londoner City, so wie sie heute aussieht, wurde nach dem Großen Feuer von 1666, das so viele Bauwerke zerstörte, von Sir Christoper Wren neu aufgebaut. Manchmal fragt man sich, welche Kirche Wren damals eigentlich nicht wiederaufgebaut hat. Er muss ein wirklich sehr beschäftigter Architekt gewesen sein.

St Stephen Walbrook (Walbrook ist einer jener zahlreichen unterirdischen Flüsse Londons, die man nie zu sehen bekommt, die aber nach wie vor auf geheimnisvollen Wegen durch die Metropole fließen) besitzt eine eindrucksvolle Kuppel, die Wren nach den Originalplänen der St Paul’s Kathedrale gebaut hat.

Der 1902 in Leipzig geborene berühmte englische Kunsthistoriker Sir Nikolaus Pevsner bescheinigte dieser Londoner Kirche, sie sei eines der zehn bedeutendsten Gebäude in ganz England. Was für ein Lob aus so berufenem Munde!

Leider nahm auch diese schöne Kirche im 2. Weltkrieg durch einen Bombenangriff Schaden, der dann später behoben wurde.

Zur sehenswerten Innenausstattung von St Stephen Walbrook gehört ein außergewöhnlicher Altar aus poliertem weißen Stein, den der weltberühmte Bildhauer Henry Moore gestaltet hat und der 1987 aufgestellt wurde.

In einer Ecke der Kirche steht unter Glas ein Telefon mit dem 1953 die Arbeit der Telefonseelsorge Samaritans begann, die auch heute noch rund um die Uhr an jedem Tag des Jahres hilfesuchenden Menschen zur Verfügung steht und die man über die Rufnummer 08457 90 90 90 erreichen kann. Der Reverend Chad Varah, der Priester in St Stephen Walbrook war,  gründete die Samaritans damals.

Hier ist ein kurzer Film über die Kirche zu sehen.

St Stephen Walbrook
39 Walbrook
London
EC4N 8BN
Tel. 020 7626 9000

Die von Sir Christopher Wren erschaffene Kuppel von St Stephen Walbrook. - © Copyright Basher Eyre and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Der Altar von Henry Moore. - © Copyright Christine Matthews and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Published in: on 20. April 2012 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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The Barge Inn in Honeystreet (Wiltshire) – Einer der skurrilsten englischen Pubs

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Wiltshire ist eine mysteriöse Grafschaft. Hier finden wir Stonehenge, die Steinkreise von Avebury, es gibt unzählige UFO-Sichtungen bei Warminster und über den Salisbury Plains…und es gibt die Kornkreise. So finden wir in Wiltshire auch einen der skurrilsten englischen Pubs: The Barge Inn in Honeystreet, direkt am Kennet and Avon Canal und da, wo es die meisten Kornkreise gibt. Kein Wunder, dass sich der Gasthof jahrein, jahraus als Crop Circle Pub of The Year bezeichnet und als Hauptquartier der sogenannten Croppies gilt.

Wo es Kornkreise gibt, sind natürlich auch UFOs nicht weit und so wird im Pub ein ganz spezielles Bier ausgeschenkt, das Alien Abduction Ale, gebraut von der örtlichen Brauerei Honeystreet Ales, die außerdem noch ein Bier namens Croppie und ein Cider namens Area 51 im Angebot hat.
Das grüne Alien Abduction Ale schützt übrigens (nach wissenschaftlichen Untersuchungen) zu 93% vor Entführungen durch Aliens. 3 Pints pro Tag (2 Pints bei Damen) sollten es allerdings schon sein, damit das Bier seine volle Schutzkraft entfalten kann.

Seit 2010 gehört The Barge Inn der Brauerei Honeystreet Ales, die ihn an die  Barge Inn Community Group verpachtet hat.

In der Episode „The Wench is Dead“ (1998) der TV-Krimiserie „Inspector Morse“ mit John Thaw in der Hauptrolle spielte der Gasthof auch schon einmal eine Rolle und einige Jahre später traf sich hier die Morse Appreciation Society zu einem Lunch, bei dem auch der „geistige Vater“ des charismatischen Inspektors, Colin Dexter, anwesend war.

Wer mit dem Narrow Boat den Kennet and Avon Canal befährt, kann direkt am Pub anlegen; es steht auch ein Campingplatz zur Verfügung.

Ich könnte noch viel über diesen bemerkenswerten Pub schreiben, aber man kann alles auf den hervorragend gemachten Webseiten nachlesen.

Hier ist ein Film über The Barge Inn.

The Barge Inn
Honeystreet
Pewsey, Wiltshire. SN9 5PS
Tel. 01672 851 705

Published in: on 19. April 2012 at 02:00  Comments (1)  
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The National Gardens Scheme – Gärten öffnen für einen guten Zweck

1927 kam man auf die Idee, Gärten, die eigentlich nicht öffentlich zugänglich sind, an bestimmten Tagen des Jahres zu öffnen und die Einnahmen einem guten Zweck zuzuführen. Das Projekt wurde National Gardens Scheme genannt.

Noch heute erfreut sich diese Idee im gartenverrückten England großer Beliebtheit und man konnte 1980, nachdem der National Gardens Scheme Charitable Trust gegründet worden war, die Queen Mother als Schirmherrin gewinnen. Nach ihrem Tod hat Prince Charles dieses Amt übernommen.

Bis heute sind auf diese Weise rund £40 Millionen zusammengekommen, die Wohlfahrtsorganisationen wie z.B. Macmillan Cancer Support oder Help the Hospices zugute gekommen sind.

Um in das National Gardens Scheme aufgenommen zu werden, muss der jeweilige Garten bestimmte Kriterien erfüllen. Nicht die Größe ist maßgebend, sondern die Art der Bepflanzung, das Design oder die Originalität.

Ein absolutes „Muss“ für alle, die diese Gärten besuchen möchten, ist das „Yellow Book„, das jährlich erscheint und alle Gärten auflistet, die am National Gardens Scheme teilnehmen. Hier findet man sämtliche  Informationen über Öffnungstage, Anfahrt und Eintrittspreise. Diese Bibel für englische Gartenfreunde kostet z.B. bei Amazon.uk £6.99, bei Amazon.de £12.99.

Nehmen wir einfach einmal ein Beispiel heraus für das Jahr 2012:
Das Gipsy House in der Whitefield Lane in Great Missenden (Buckinghamshire) hat in diesem Jahr am 10. und 30. Mai, am 14. Juni und am 4. Juli geöffnet.
£4 kostet der Eintritt und es wird Tee gereicht.
Gipsy House war das langjährige Domizil des Schriftstellers Roald Dahl und hier kommen gern Kinder her (die übrigens keinen Eintritt bezahlen müssen), denn Dahl schrieb eine Reihe von sehr populären Kinderbüchern.

Hier ist ein Film über einen Garten in Ashford (Kent), der auch im „Yellow Book“ zu finden ist.

The National Gardens Scheme
Hatchlands Park
East Clandon, Guildford
Surrey, GU4 7RT
Tel. 01483 211535

Nimmt auch am National Gardens Scheme teil: Freezeland Farm bei Lunsford's Cross (East Sussex). - © Copyright Oast House Archive and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Published in: on 18. April 2012 at 02:00  Comments (1)  
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The British Sundial Society – Vereinigung der Sonnenuhren-Fans

Eine Sonnenuhr auf dem Gelände der St Mary's Church in Great Warley (Essex). - © Copyright John Winfield and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Eine Sonnenuhr ist ein astronomisches Gerät, das den Lauf der Sonne beziehungsweise ihren aktuellen Stand am Himmel auf einfache Weise darstellen kann, vorwiegend zur Anzeige der Tageszeit. So, kurz und prägnant, die Wikipedia zum Begriff „Sonnenuhr“.
Dass es in Großbritannien und auch in anderen Teilen der Welt viele Sonnenuhr-Enthusiasten gibt, zeigt die Tatsache, dass sich viele dieser Interessenten in der British Sundial Society (BSS) zusammengefunden haben.

Gegründet wurde die Gesellschaft 1989 von einer Handvoll „Sundial fans“, heute gehören ihr mehr als 400 Mitglieder an, die nicht nur aus Großbritannien kommen. Die Zielsetzung der BSS in ihren eigenen Worten:

„to advance the education of the public in the art and science of gnomonics and the knowledge of all types of sundial; to catalogue and advise on the restoration of sundials in the British Isles, and to research their history“. (Gnomonics = The art or science of dialing, or of constructing dials to show the hour of the day by the shadow of a gnomon.)

Viermal im Jahr veröffentlicht die BSS ein 48seitiges Bulletin mit Fachartikeln rund um das Thema Sonnenuhr. Einige Beispiele aus der März-Ausgabe 2012:

–  The Scaphe Sundial at Hever Castle, Kent
–  English Reformation and Protestant Scratch Dials of the 16th & 17th Centuries
–  The Dials of Saint-Hippolyte-Du-Fort, France

Es gibt eine Fülle von Firmen in Großbritannien, die Sonnenuhren herstellen wie z.B.:
Black Country Sun Dials in Shropshire
David Brown Sundials in Somerset
Harriet James Sundials in Wiltshire

Einmal im Jahr veranstaltet die British Sundial Society eine Konferenz, die in diesem Jahr am letzten Wochende (13.-15. April) in Cheltenham stattfand.

Wer sich für das Thema interessiert, findet eine hervorragend gemachte Homepage der BBS, die kaum eine Frage offen lässt.

Das Buch zum Artikel:
Mark Lennox-Boyd: Sundials – History, Art, People, Science. Frances Lincoln 2006. 144 Seiten. ISBN 978-0711224940.

Eine Sonnenuhr über dem Portal der St Andrew's Church in Middleton (North Yorkshire). - © Copyright David Rogers and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Published in: on 17. April 2012 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Seathwaite in Cumbria – Der regenreichste Ort Englands

Seathwaite im Borrowdale (Cumbria). - © Copyright Michael Graham and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

In Großbritannien ist es in Schottland mit Abstand am feuchtesten; aber auch in Cumbria im Nordwesten Englands ist es sehr regenreich. Feuchte Luft, die vom Atlantik hereinkommt, regnet sich an den hohen Bergen Cumbrias ab und manchmal, wie am 18. und 19. November 2009, kann das sogar zu Überflutungen ganzer Landstriche führen. Damals wurden Häuser zerstört und mehrere Brücken stürzten ein. Ein Wettersystem hatte sich entwickelt, das feuchtwarme Luft aus der Karibik gegen den Nordwesten Englands schaufelte und dort für 24 Stunden hängen blieb. Die Folge war eine neuer Niederschlagsrekord für Großbritannien: 316.4 mm Regen fielen in Seathwaite in Cumbria. Die Bewohner konnten sich sowieso schon rühmen, im regenreichsten Ort ganz Englands zu wohnen, ein etwas zweifelhafter Ruhm.

Seathwaite gehörte früher einmal zu den abgelegensten Dörfern in Cumbria, bis es von den „Fellwalkern“ entdeckt wurden, das sind die Bergwanderer, die von hier aus zum Beispiel zum Scafell Pike, dem höchsten Berg Englands, aufsteigen.

Schon Alfred Wainwright, der berühmteste Fellwalker überhaupt, kam nach Seathwaite, um von hier aus seine Bergwanderungen vorzunehmen, über die er in zahlreichen Büchern ausführlich berichtete.

Aber auch in England spielt das Wetter manchmal verrückt, so wurde aus dem regenreichsten Ort im April 2011 einer der trockensten in ganz England. In Seathwaite hatte es einen ganzen Monat nicht geregnet und es war so trocken, dass sogar schon von einem Gartenschlauchverbot die Rede war; ein Thema, das es in der Geschichte von Seathwaite noch nie gab.

Published in: on 16. April 2012 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Auf den Spuren von Inspector Barnaby – Warborough in Oxfordshire

Unser Auto vor The Six Bells on the Green. – Eigenes Foto.

Ein Blick in das Innere der "Six Bells". Eigenes Foto.

Ein Blick in das Innere der „Six Bells“.
Eigenes Foto.

Nur wenige Autominuten von unserem Hotel in Dorchester-on-Thames entfernt, liegt das hübsche kleine Dorf Warborough, das die Location Manager der TV-Serie „Midsomer Murders“ ausgekundschaftet hatten. Mehrere Episoden wurden hier gedreht.

Gleich an der Hauptstraße, der A329 oder auch Thame Road, kommt man an dem kleinen Dorfladen (Arnolds Store) vorbei, in dem Detective Sergeant Scott in seiner ersten Episode ein Zimmer bezieht und dort von Cully besucht wird. Besonders wohl fühlt er sich dort nicht, aber Scott betrachtet das Midsomer County sowieso nur als Sprungbrett. Er möchte baldmöglichst woanders eingesetzt werden. In „Bad Tidings“ (dt. „Immer wenn der Scherenschleifer …“) spielt sich das ab.

Wenn man von der Hauptstraße in Warborough in Richtung Village Green abbiegt, kann man neben dem Pub „The Six Bells on the Green “ parken. Das Village Green ist eines der größten in ganz Oxfordshire und man kann dort sehr schön spazierengehen; sehr beliebt ist das Green auch bei Hundebesitzern wie wir feststellen konnten.
Der kleine Cricket Pavilion gleich am Beginn der großen Rasenfläche taucht kurz als Village Hall in Episode 73 „The Great and the Good“ (dt. „Schreie in der Nacht“) auf. Der größte Teil dieser Folge wurde hier in Warborough gedreht. In einem der Cottages gegenüber vom Pub wohnte die Lehrerin Connie Bishop (hier ein kurzer Filmclip), die immer wieder nachts aufwacht und Schritte im Haus hört. Das Fest Frobisher Night findet direkt vor dem Six Bells Pub statt.

Auch in Episode 20 „Market for Murder“ (dt. „Mord mit Rendite“) wurde Warborough ausgiebig für die Dreharbeiten benutzt.

The Six Bells on the Green liegt am Ende der Straße The Green South und eignet sich sehr gut für Filmarbeiten, weil hier kein Durchgangsverkehr herrscht. In mehreren „Midsomer Murders“-Folgen war der Gasthof schon zu sehen, z.B. in Episode 62 „Left for Dead“ (dt. „Kind des Todes“) und in Episode 32 „Sins of Commission“ (dt. „Der Club der toten Autoren“). Leider waren wir sehr früh in Warborough, da hatte der Pub noch geschlossen. So müssen wir bis zu unserem nächsten Besuch warten, um dort ein Pint trinken zu können.

Ach ja, das Village Green von Warborough wird natürlich für „richtige“ Feste benutzt, die nichts mit den Midsomer Murders zu tun haben. So weit ich das feststellen konnte, ist dabei noch niemand zu Schaden gekommen.

Nachtrag: Im Mai 2013 kamen wir zu unserem Pint in The Six Bells. Man erwartete dort gerade eine Busgruppe von Barnaby-Fans aus Skandinavien. Freundliches Personal an der Theke; man profitiert hier sehr von „Midsomer Murders“.

Das Village Green von Warborough. – Eigenes Foto.

Der Cricket Pavilion auf dem Village Green. – Eigenes Foto.

Eigenes Foto der Visitenkarte des Six Bells.

Eigenes Foto der Visitenkarte des Six Bells.

Published in: on 15. April 2012 at 02:00  Comments (8)  
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Bridgnorth Cliff Railway (Shropshire) – Die bequeme Verbindung von der Unter- zur Oberstadt

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Die Bridgnorth Cliff Railway ist eine Standseilbahn, die die Oberstadt von Bridgnorth in Shropshire mit der Unterstadt verbindet und das schon seit dem 7. Juli 1892. Nach Angaben der Betreiber ist sie die älteste und steilste Standseilbahn Englands, die allerdings im Laufe der Zeit immer mal wieder modernisiert worden ist.

Die Strecke ist nur 64 Meter lang und es wird ein Höhenunterschied von 34 Metern überwunden, wozu die beiden Wagen, die über ein Fassungsvermögen von jeweils 18 Personen verfügen, 1,25 Minuten benötigen. Etwa 200 Fahrten finden pro Tag statt, die einerseits von Einwohnern der Stadt in Shropshire vorgenommen werden, andererseits von Touristen, die auf das kurze Fahrvergnügen nicht verzichten möchten.

Am oberen Ende liegen die Winding House Tea Rooms, von denen aus man einen sehr schönen Blick auf die Unterstadt und das Severn-Tal hat; am unteren Ende ist das Stoneway Guest House zu finden, in das man sich einquartieren kann.

Im März vergangenen Jahres wurde die Bridgnorth Cliff Railway zum Verkauf angeboten und für über £700,000 (inklusive Tea Rooms und Guest House) von der Firma Devitt and Sons gekauft, die keine gravierenden Änderungen an der Bahn vornehmen will.
Hier ist die Standseilbahn im Film zu sehen,

Bridgnorth Castle Hill Railway Company Ltd,
6A Castle Terrace,
Bridgnorth,
Shropshire, WV16 4AH
Tel. (01746) 762124

Published in: on 13. April 2012 at 02:00  Comments (1)  
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Mein Buchtipp – Peter Ackroyd: Thames, Sacred River

Foto meines Exemplares. Ich besitze nur die deutsche Übersetzung.

Foto meines Exemplares. Ich besitze nur die deutsche Übersetzung.

In meinem Blog habe ich schon mehrere Bücher vorgestellt, die sich mit der Themse beschäftigen, so z.B. Christopher Winn, Derry Brabbs und Hans-Günter Semsek.  Das Nonplusultra aller Themse-Bücher bisher ist aber sicher Peter Ackroyds umfangreiche Darstellung „Thames, Sacred River“ aus dem Jahr 2007, die auch in deutscher Übersetzung unter dem Titel „Die Themse: Biographie eines Flusses“ (Knaus-Verlag 2008) vorliegt.

Der mit Literaturpreisen überhäufte Peter Ackroyd hat u.a auch eine „Biografie“ über London geschrieben und sich in seinen Büchern mit Thomas More und Charles Dickens auseinandergesetzt.

In seinem Themse-Buch präsentiert er den Fluss von seiner Quelle bei Cirencester bis zur Mündung in die Nordsee, von den Anfängen vor 170 Millionen Jahren bis heute. Unter allen erdenklichen Gesichtspunkten hat Ackroyd die Themse untersucht:
– Der Fluss in der Kunst
– Der Fluss des Kommerzes
– Der Fluss der Arbeit
– Der Fluss des Todes

Ackroyds Themse-Biografie ist ein gewaltiges Werk von über 500 Seiten, davon 7 Seiten Bibliografie; darin steckt ein enormer Aufwand an Recherchearbeit, aber das kennt man ja von dem Autor, dessen Buch über London 800 Seiten umfasst.
Wer sich für die Themse interessiert, dem kann ich dieses Standardwerk sehr empfehlen!

In diesem Film stellt Peter Ackroyd sein Buch vor.

Peter Ackroyd: Thames, Sacred River. Chatto & Windus 2007. 512 Seiten. ISBN 978-0701172848.

Die Themse bei Water Oakley in Berkshire. – Eigenes Foto.

Published in: on 12. April 2012 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Karma Kars – Eine spezielle Art, sich in London fortzubewegen

Ein Karma Kar. - With friendly permission of Norman Craig. - http://www.flickr.com/photos/normko/

Indische Autos der Marke Ambassador sind in Europa so gut wie gar nicht im Straßenbild zu finden. Die im asiatischen Subkontinent so beliebten Fahrzeuge basieren auf dem Morris Oxford, der in den 1950er Jahren in England gebaut wurde.
Einige wenige dieser Autos haben den Weg nach London gefunden und fungieren dort als eine spezielle Art von Taxi. Außen sehen sie eigentlich ganz normal aus, abgesehen davon, dass die Stoßstangen mit Blumen dekoriert sind. Steigt man jedoch in sie ein, verschlägt es einem erst einmal den Atem. Man fühlt sich „wie in einer fernöstlichen Zeitkapsel, betört vom schweren Duft indischer Räucherstäbchen“, so schrieb der SPIEGEL einmal über eine Taxifahrt mit einem Auto der Firma Karma Kars.
Das Innere der Fahrzeuge wird von Satinkissen, Seide und jeder Menge Stickereien geprägt. Die indische Elefantengöttin Ganesh ist mit an Bord und Sitarmusik sorgt für eine entspannte Atmosphäre. „Die Reise selbst ist wichtiger als das Ankommen“ ist denn auch das Motto der Firma, die von Tobias Moss gegründet wurde.
Um so schnell wie möglich von A nach B zu kommen, ist nicht Zweck dieser Flotte indischer Autos. Auch schnelle Autobahnfahrten ist nicht ihr Ding. Gemächliches, entspanntes Dahingleiten, Abtauchen in eine andere Welt, das ist es, was die Karma Kars anbieten.

Viele Prominente haben denn auch schon zum Telefon gegriffen, um ein indisches Ambassador-Auto zu mieten. Sehr begehrt sind die Fahrzeuge natürlich für Hochzeiten, auch in der Werbung und für Filme werden die Fahrzeuge gern gebucht.

Dieser Film zeigt eines dieser Autos.

Karma Kars London
Tel. 0208 964 0700

Peter Dowdeswell – Der schnellste Wettesser und Wetttrinker aller Zeiten

Ein Yard of Ale. - Author: Pete Verdon. This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 2.5 Generic license.

Der gebürtige Londoner Peter Dowdeswell, heute 71 Jahre alt, hält so viele Rekorde im Wettessen und Wetttrinken wie kein anderer; alle sind sie im Guinness Book of Records verzeichnet. Dass der Mann das alles gesundheitlich überstanden hat, gleicht einem Wunder. Hier sind einige seiner Rekorde:

34 Pints Bier in 1 Stunde. 1 Pint entspricht 0,57 Liter.

90 Pints Bier in 3 Stunden.

14 hartgekochte Eier in 14.42 Sekunden.

5.44 kg Eiscreme in 45.5 Sekunden.

1,5 Pfund Sushi in 1 Minute und 13.5 Sekunden.

1 Pfund Käse in 1 Minute und 13 Sekunden.

Peter Dowdeswell hat diese ganzen Strapazen auf sich genommen, um das eingenommene Geld wohltätigen Zwecken zukommen zu lassen. £4,500,000 hat er auf diese Weise weitergeleitet, die überwiegend behinderten Kindern zugute gekommen sind.

Seine Technik: Er schluckt alles herunter und kaut nicht; anders wäre das auch nicht zu schaffen. Wie er das mit den 90 Pints Bier in 3 Stunden gemacht hat, ist mir allerdings ein Rätsel…

Auf Grund einer Schulter- und Rückenverletzung, die sich Peter Dowdeswell bei den Aufnahmen für eine Fernsehsendung zugezogen hat, muss er nun leider Schluss machen und wird wohl keine neuen Rekordversuche mehr starten.

In diesem Film kann man sehen wie Peter ein Yard of Ale mit 4,5 Pints Inhalt in Rekordzeit trinkt.

Published in: on 9. April 2012 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Der Plymouth Dome – Vom Museum zum Spitzenrestaurant

© Copyright jeff collins and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Ich kenne den Dome von Plymouth in Devon noch in seiner früheren Funktion als Museum, das die Geschichte der südenglischen Stadt widerspiegelte. Das Gebäude mit dem kuppelförmigen Dach hat eine exponierte Lage auf dem Plymouth Hoe mit einem tollen Blick auf das Meer und die Hafenanlagen. Hier konnte man sich über die Zeit von Sir Francis Drake und über die Angriffe der deutschen Luftwaffe, die die Stadt in Schutt und Asche legten, informieren.

Der Plymouth Dome wurde 1989 von der Queen eröffnet und schloss 2006 seine Pforten. Niemand wusste so genau, was man mit dem Gebäude anfangen sollte, aber jetzt hat man eine neue Verwendung dafür gefunden. Der britische Fernsehkoch Gary Rhodes wird hier im Sommer ein Restaurant eröffnen, das seinen Namen tragen wird: Rhodes @ The Dome. Er war im Südwesten schon einmal als Chefkoch des renommierten Castle Hotels in Taunton in Somerset tätig gewesen und erkochte sich hier einen Michelin-Stern.

Mit einem Aufwand von ca £1.5 Millionen wird der frühere Dome zu einem der größten Restaurants in der Region werden, mit Bar, Terrasse und Räumen, die man z.B. für Hochzeiten mieten kann.

Der 52jährige Gary Rhodes wurde durch seine Fernseh-Kochshows wie MasterChef und Hell’s Kitchen berühmt und besitzt mehrere Restaurants in London, Grenada und Dubai.

Hier ist noch einmal ein Rundgang durch den Dome zu sehen, bevor die Umbauarbeiten begannen.

Das Buch zum Artikel:
Derek Tait: Plymouth Hoe. Driftwood Coast Publishing 2008. 128 Seiten. ISBN 978-0955427770.

Der Plymouth Dome und der vorgelagerte Tinside Lido. - © Copyright Lewis Clarke and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Deutsche Botschaft in London am Belgrave Square – Eine noble Adresse

Die Deutsche Botschaft am Belgrave Square. - This work is released into the public domain.

Bevor die Deutsche Botschaft 1955 ihr neues Domizil am vornehmen Belgrave Square bezog, lautete ihr Anschrift No. 4 & 9 Carlton House Terrace. Als erster Botschafter zog Hans Schlange-Schöningen in das Haus im Londoner Stadtteil Belgravia mit der Adresse 23 Belgrave Square, London SW1X 8PZ.

1953 wurde das Gebäude, das ursprünglich aus drei Häusern bestand, für 99 Jahre gemietet. Da immer mehr Platz benötigt wurde, kam 1978 ein Erweiterungsbau mit Büroräumen am benachbarten Chesham Place hinzu, der den Westminster City Council Prize for Architecture gewann. Der deutsche Bildhauer Fritz Koenig stellte dort seine Skulptur „Große Flora L“ auf.

Die DDR hatte ihre Botschaft ebenfalls am Belgrave Square (die Nummer 34). Nach der Wiedervereinigung wurde das Gebäude übernommen und dient heute für offizielle Empfänge und Ausstellungen.
Der gegenwärtige Botschafter ist seit 2008 Georg Boomgaarden.

Am Belgrave Square finden sich noch mehrere Botschaften. Österreich, Syrien, Portugal, Norwegen, Serbien und Bahrain haben hier ihre Niederlassungen. Der im 19. Jahrhundert angelegte Platz zählt zu den größten und schönsten der Stadt.

Das Buch zum Artikel:
An Embassy in Belgrave Square. The Embassy of the Federal Republic of Germany 1991. 96 Seiten.
Online ist das komplette Buch auch hier zu lesen.

Noch einmal das Botschaftsgebäude von einer anderen Perspektive aus gesehen. - © Copyright Stephen Richards and licensed for reuse under this Creative Commons Licence

Southamptons neues SeaCity Museum und die Titanic

Der Hafen von Southampton. - © Copyright Peter Trimming and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Am 10. April um exakt 13.30 Uhr wird in Southampton an der englischen Südküste ein neues Museum eröffnet, das SeaCity Museum, das der maritimen Vergangenheit der Hafenstadt gewidmet ist. Die Eröffnungszeremonie findet auf die Minute genau zu dem Zeitpunkt statt, als vor 100 Jahren die Titanic von Southampton aus ihre Reise nach New York antrat, die so tragisch enden sollte.

Aus der Hafenstadt und ihrer unmittelbaren Umgebung kam ein großer Teil der Besatzung des Schiffes und war so besonders hart getroffen. Die Titanic lag am White Star Dock, das heute Ocean Dock heißt, und wurde von einer großen Menschenmenge verabschiedet. Am 14. April 1912 gegen 23:40 Uhr kollidierte sie mit einem Eisberg und ca 1500 ertranken in den Fluten des Atlantiks.

Das Sea City Museum widmet der Titanic eine Sonderausstellung mit dem Namen „Titanic – the Legend“, in der alles Wissenswerte über das Schiff und seinen Untergang zusammengetragen ist.

Die Eröffnungsfeierlichkeiten beginnen mit einer Prozession von 600 Schulkindern durch das Stadtzentrum, von denen jedes für eines der aus Southampton stammenden Besatzungsmitgliedern steht. Danach wird der olympische Goldmedaillengewinner und mehrfache Weltmeister im Rudern James Cracknell das Museum eröffnen, assistiert von dem achtjährigen Henry Ward und seinem sechsjährigen Bruder William, die beide von dem Titanic-Besatzungsmitglied George Kemish abstammen, der die Katastrophe überlebte.

Das £15 Millionen teuere SeaCity Museum dürfte für die Stadt Southampton zu einem Touristenanziehungspunkt werden.

Hier ist schon einmal ein kurzer Film über das Museum.

Bereits am 31. März öffnete ein Museum in Belfast in Nordirland seine Pforten, das sich ganz der Titanic verschrieben hat, das Titanic Belfast, ein beeindruckendes Gebäude, ds an die 100 Millionen Pfund gekostet hat.

SEACITY MUSEUM
Havelock Road
Southampton, Hampshire, SO14 7FY
Tel. 023 8083 3007

Die Titanic am White Star Dock in Southampton. - This UK artistic work, of which the author is unknown and cannot be ascertained by reasonable enquiry, is in the public domain.

Published in: on 5. April 2012 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Auf den Spuren von Inspector Barnaby – Nether Winchendon in Buckinghamshire

St Nicholas in Nether Winchendon (Buckinghamshire). - Eigenes Foto.

Nether Winchendon ist ein winziges Dorf nördlich der A418, die von Thame nach Aylesbury führt. Man fährt da nicht zufällig durch, man muss den Ort schon gezielt aufsuchen, was ich kürzlich tat. Bei meinem Besuch war es dort ausgesprochen ruhig; ich habe so gut wie keinen Menschen getroffen.

Es gab aber auch Zeiten, in denen es in Nether Winchendon fast mehr Leute vom Film gab als Einwohner. Ja dieses Dorf in Buckinghamshire ist außerordentlich beliebt als Drehort für Filme und TV-Serien. Hier sind einige Beispiele:

James Bond: Tomorrow Never Dies (dt. „Der Morgen stirbt nie“) mit Pierce Brosnan
Rebecca mit Charles Dance and Emilia Fox

Die Episode „Dead on Time“ der TV-Serie Inspector Morse mit John Thaw wurde hier gedreht, sowie Folgen der Serien „Class Act“, „Forever Green“, „Miss Marple (mit Geraldine McEwan)“, „Lovejoy“ und „Kavanagh QC“.

Nether Winchendon hat zwei markante Gebäude: Die St Nicholas Church und Nether Winchendon House. Beide haben in Inspector Barnaby-Episoden eine Rolle gespielt. Bereits Folge 4 „Death in Disguise“ (dt. „Ein böses Ende“) wurde größtenteils im Nether Winchendon House, das direkt neben der Kirche liegt, gedreht. Da nannte es sich „The Lodge of the Golden Windhorse“, wo eine Gruppe ziemlich durchgeknallter Anhänger des selbsternannten Gurus Ian Craigie lebt.

Auch in Folge 66 „Talking to the Dead“ (dt. „Die Untoten von Barton Woods“) ist Nether Winchendon House als The Priory zu sehen.

In „Things That Go Bump in the Night“ (dt. „Nachts, wenn du Angst hast“) spielt die Kirche St Nicholas eine Rolle bzw. der zwielichtige Vikar Ronald Burgess.

Leider konnte ich mir das Nether Winchendon House nicht ansehen, denn es ist nur selten für die Öffentlichkeit zugänglich; in diesem Jahr vom 24. April bis zum 25. Mai (außer den Samstagen) und am 27. August.
Von der im 13. Jahrhundert gebauten Kirche St Nicholas aus hat man einen Blick auf das daneben liegende Manor House, das man auch für seine Hochzeitsfeiern mieten kann wie diese Bilder zeigen.

Hinter der Kirchhofsmauer von St Nicholas: Nether Winchendon House. - Eigenes Foto.

Meine Lieblings-Pubs – The Flying Horse Inn in Boughton Aluph (Kent)

The Flying Horse Inn in Boughton Aluph (Kent). – Eigenes Foto.

An einem sonnigen, aber kühlen Tag legten wir kürzlich eine Mittagspause in Boughton Aluph ein, ein paar Kilometer von Ashford in Kent und nur einige Schritte vom Eastwell Manor Hotel entfernt, das ich in meinem Blog schon einmal vorstellte und das zu meinen Lieblingshotels gehört.

Am großen Village Green des Ortes liegt der Flying Horse Inn und den wählten wir aus, um ein Pint und ein Mittagessen zu uns zu nehmen. Der Gasthof steht seit 1957 unter Denkmalschutz und verfügt über Dering-Fenster; das sind bogenförmige Fenster, die man in dieser Gegend von Kent findet und die nach Sir Edward Dering benannt sind, der während des Bürgerkriegs durch so ein Fenster vor seinen Verfolgern flüchtete.

Im Pub waren nur Einheimische zu finden, die dort ihre Pints zu sich nahmen. Der Empfang war freundlich, der Pub nett eingerichtet und unser Mittagessen schmeckte auch. Neben den üblichen Pub-Klassikern bietet der Flying Horse Inn auf seiner Karte auch Gerichte, die selten in englischen Restaurants zu finden sind wie Bisonsteaks, Springbock-Filetsteaks und Kängurusteaks.

The Flying Horse Inn ist ein angenehmer Country-Pub, der im Sommer auch die Möglichkeit bietet, draußen im Biergarten oder vor dem Haus zu essen und zu trinken.

The Flying Horse Inn
The Lees
Boughton Aluph
Ashford, Kent TN25 4HH
Tel. 01233 620914

Eigenes Foto.

Published in: on 3. April 2012 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Die Schlacht von Hastings – Nachgespielt von Re-Enactmentgruppen

Battle of Hastings Re-Enacter. The copyright holder of this work releases this work into the public domain.

1066 – Diese Jahreszahl verbindet sich für wohl jeden automatisch mit der Schlacht von Hastings, in der am 14. Oktober des Jahres die Normannen unter Wilhelm dem Eroberer die Angelsachsen unter Harald II besiegten. In Hastings war eigentlich das Schlachtfeld gar nicht, sondern nordwestlich davon, beim heutigen Ort Battle (East Sussex). Doch Battle of Battle klingt irgendwie blöd, so hat man es dann bei Battle of Hastings gelassen und die kleine Unkorrektheit in Kauf genommen.

Da sich viele Engländer gern in historische Kostüme werfen und Szenen aus der britischen Geschichte nachspielen (sogenannte Re-Enactments), wird auch die Schlacht von Hastings auf dem Original-Schlachtfeld jährlich an einem Wochenende, das dem 14. Oktober am nähesten liegt, wieder ins Leben gerufen. Über 2000 „Normannen und Angelsachsen“ nehmen an diesem Wochenendvergnügen teil, beobachtet von mehreren Zehntausenden an Schlachtenbummlern. Organisiert wird das Spektakel von der English Heritage, die sich um die Erhaltung und Pflege von archäologisch und historisch bedeutsamen Stätten in Großbritannien kümmert und der das Gelände in East Sussex gehört.
Was William the Conqueror damals sicher noch nicht wusste, war, dass man heute seiner berühmten Schlacht auch auf Twitter folgen kann.
In diesem Jahr findet das Schauspiel am Wochenende des 13. und 14. Oktober statt; aber es wird hier nicht nur gekämpft, es wird auch ein großes Feldlager mit über 50 Verkaufsbuden aufgebaut, in denen man z.B. Getöpfertes, Bücher und Schmuck kaufen kann.

Es gibt in Großbritannien zahlreiche Re-Enactment-Vereinigungen, die sich in der National Association of Re-enactment Societies zusammengeschlossen haben und auch eine Zeitschrift, die sich mit dieser Thematik befasst: Skirmish – The Living History Magazine.

Wer sich einmal in das Schlachtengetümmel werfen möchte, kann das in diesem Film tun.
Hier ist ein Film der BBC, der über die Schlacht von Hastings informiert.
Meine Hotelempfehlung für die Region: The Powder Mills Hotel in Battle, das ich in meinem Blog bereits vorgestellt habe.

Das Buch zum Artikel:
Harriet Harvey Wood: The Battle of Hastings – The Fall of Anglo-Saxon England. Atlantic Books 2009. 240 Seiten. ISBN 978-1843548089.

Das Schlachtfeld. - Author: Ealdgyth. This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license.

Published in: on 2. April 2012 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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April Fool’s Day – Die schönsten britischen Aprilscherze

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Am heutigen 1. April muss man wieder aufpassen, ob alle Meldungen, die man in den Medien liest, hört oder sieht auch der Wahrheit entsprechen. Wie in Deutschland werden auch in Großbritannien die Menschen in den April geschickt; April Fool’s Day heißt dort der heutige Tag. Hier sind einige nette Aprilscherze aus den letzten Jahrzehnten; von erfindungsreichen Menschen ausgedacht.

Der Klassiker schlechthin ist „Die Schweizer Spaghetti-Ernte„, den die BBC am 1. April 1957 in ihrer Sendung „Panorama“ ausstrahlte. Damals wurde behauptet, dass in der Süd-Schweiz eine besonders reiche Ernte an Spaghetti eingefahren würde; auf Grund des milden Winters und der Ausrottung des Spaghettikäfers. Dazu zeigte man in einem Film wie eine Schweizer Familie Spaghettis von einem Baum pflückte und in Körben einsammelte. Hier ist der Original BBC-Film zu sehen.

Die Fliegenden Pinguine“ vom 1. April 2008 entstammen ebenfalls den kreativen Hirnen von BBC-Mitarbeitern. Ein Film zeigte wie Pinguine, die ja eigentlich nicht fliegen können, statt den Winter in der Antarktis zu verbringen, sich auf den langen Weg in die südamerikanischen Regenwälder machten – fliegenderweise. Hier ist der Film.

Am 1. April 2002 erschien in der „Sun“ eine Anzeige der Supermarktkette Tesco, in der behauptet wurde, dass man jetzt eine genetische veränderte „pfeifende Karotte“ mit mehreren Löchern auf den Markt bringen würde. Wenn man diese Karotte kocht, würde sie, wenn fertig gegart, ein pfeifendes Signal von sich geben. Keine schlechte Idee!

Noch einmal die BBC. Der Sender meldete am 1. April 1980, dass man am Big Ben eine Änderung vornehmen wollte. Die Zeitanzeige sollte dort von analog auf digital umgestellt werden: Statt der Zeiger sollten dort große Digitalziffern den Londonern die Zeit mitteilen, was etwa so aussehen könnte. Eine große Protestwelle war die Folge dieser Meldung…

Ein Aprilscherz der ganz anderen Art fand am 1. April 2000 auf der Autobahn M3 in Hampshire statt. Dort hatte ein Witzbold wohl mitten in der Nacht, als wenig Verkehr herrschte, quer über die Autobahn einen Zebrastreifen gemalt. Die Polizei lachte bei diesem „prank“ nicht mit und ließ den neu entstandenen Autobahnfußgängerüberweg schnell wieder entfernen. Hier ist ein Foto davon.

Wer noch nicht genug hat, kann sich an vielen weiteren Aprilscherzen unter http://www.museumofhoaxes.com/hoax/aprilfool/ ergötzen.

Das Buch zum Artikel:
Martin Wainwright: The „Guardian“ Book of April Fool’s Day. Aurum Press 2007. 192 Seiten. ISBN 978-1845131555.

Published in: on 1. April 2012 at 02:00  Comments (1)  
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