The Queen’s handbags – Die Handtaschen der Queen

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Eines der wichtigsten Accessoires der Queen, wenn sie den Buckinghampalast verlässt, ist ihre Handtasche. Es gibt wohl nur wenige Fotos der Königin, die sie ohne Handtasche zeigen. Sie bevorzugt dabei die Marke Launer; die Firma ist offizieller Hoflieferant des englischen Königshauses. 1941 gründete Sam Launer die Firma, mit dem Anspruch, nur beste Materialien zu verwenden, die in Handarbeit von ausgesuchtem Fachpersonal zu Taschen und anderen Produkten verarbeitet werden. Launer stellt seine Waren, darunter auch die royalen Handtaschen, in seinen Fabrikationsstätten in Walsall her, einer 170 000 Einwohner zählenden Stadt in den West Midlands. Hier steht in der Nummer 71 Holtshill Lane ein Backsteingebäude, das 1904 erbaut wurde und seitdem zur Produktion von Lederwaren benutzt wird. Sam Launer, der aus der Tschechoslowakei eingewandert war, übernahm es 1941 und noch heute erfreuen sich seine Handtaschen, Lederbörsen und Brieftaschen großer Beliebtheit. Die Queen soll mehr als 200 dieser handgefertigten Taschen besitzen, die bei Selfriges in London schon einmal über £2000 kosten können wie beispielsweise die Traviata Calf & Lizard Leather Tote. Hier ist ein Film über die Firma.

Immer wieder wird die Frage gestellt, was denn die Queen in ihren Launer-Handtaschen mit sich trägt. Aus ihrer näheren Umgebung drang hin und wieder durch, dass die Monarchin u.a. einige wenige 5 Pfund- oder auch 10 Pfundnoten bei sich hat und auch ein paar Glücksbringer in Form von Corgis sowie ein Foto ihres Sohnes Andrew, das anlässlich seiner Rückkehr aus dem Falklandkrieg aufgenommen worden war.

In meinem Blog stellte ich schon einmal ein Buch vor, das sich mit dem royalen Handtascheninhalt und anderen „Geheimnissen“ rund um die Queen beschäftigt.

Elizabeth II benutzt aber ihre Launer-Handtaschen nicht nur zum Transport unverzichtbarer Gegenstände, sondern auch, um ihrer Umwelt bestimmte Wünsche mitzuteilen. So heißt es, wenn die Queen ihre Handtasche auf den Tisch legt, möchte die Dame ihrem Personal zu verstehen geben, dass sie in spätestens fünf Minuten den Raum verlassen will. Stellt sie ihre Handtasche auf den Boden soll das bedeuten, dass sie keine Lust mehr hat, die Unterhaltung mit ihrem Gesprächspartner fortzusetzen, und dass ihre Hofdame sie erlösen möge. Wechselt sie ihre Tasche von einem Arm auf den anderen, will sie damit signalisieren, dass die Konversation jetzt bitteschön beendet werden soll.

Published in: on 21. November 2016 at 02:00  Comments (2)  

Edward „The Boy Jones“ – Der Teenager, der Queen Victoria im Buckingham Palast an die Wäsche wollte

Der Londoner Buckingham Palast - Ziel des Stalkers Edward Jones.   © Copyright Graham Robson and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Der Londoner Buckingham Palast – Ziel des Stalkers Edward Jones.
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Als es Michael Fagan am 9. Juli 1982 gelang, bis in das Schlafzimmer von Königin Elizabeth vorzudringen, ohne dass es die Sicherheitsleute des Buckingham-Palastes mitbekamen, ging diese Meldung durch die Welt und zeigte eklatante Sicherheitslücken im royalen Schutz auf.

Rund 150 Jahre früher war es einem 14-jährigen Jungen aus London gleich dreimal geglückt, die damals noch laxeren Sicherheitsvorkehrungen des Palastes zu umgehen. Edward Jones (1824-1893) spazierte an einem Tag im Dezember 1838 als Schornsteinfeger verkleidet (manche Quellen sagen, er sah lediglich furchtbar schmutzig aus) in den Buckingham-Palast, setzte sich auf den Thron, ging in die Privatgemächer Queen Victorias und stahl ihre Unterwäsche, dann versteckte er sich im Ankleideraum unter einem Sofa, wo er schließlich entdeckt und aus dem Palast entfernt wurde. In der anschließenden Gerichtsverhandlung stieß er auf einen sehr nachsichtigen Richter, der das Ganze als Teenagerspaß ansah und Edward „The Boy Jones“ freisprach.

Zwei Jahre später, im Dezember 1840, wiederholte der Junge eines Nachts seine Eskapaden im Palast, wanderte mehrere Stunden durch die Räume, belauschte eine Unterhaltung der Königin mit ihrem Mann und wurde dann geschnappt. Dieses Mal erhielt er eine Strafe von drei Monaten. Die Öffentlichkeit war damals entsetzt und fragte sich wie es möglich sein konnte, dass ein 16-jähriger Nichtsnutz so ohne weiteres in einen königlichen Palast eindrang.

Es dauerte nicht lange, bis Edward, nachdem er aus dem Gefängnis entlassen worden war, zum dritten Mal in den Buckingham Palast einbrach. Er versorgte sich in der königlichen Küche mit kaltem Fleisch und Kartoffeln und verspeiste das alles genüsslich in der Picture Gallery, wo er dann erneut aufgegriffen und den Behörden übergeben wurde. Wieder erhielt „The Boy Jones“ eine dreimonatige Gefängnisstrafe aufgebrummt.

Mittlerweile war der erste königliche Stalker zu einer Berühmtheit im Land geworden, den die Regierung so schnell wie möglich los werden wollte. Man verfrachtete ihn in die Royal Navy, wo er sechs Jahre zubringen musste (ohne dass ein Richter das angeordnet hatte) und transportierte ihn schließlich, nachdem er wieder wegen Einbruchs verhaftet worden war, nach Australien. Wie ein Bumerang kam er erneut nach England zurück, machte sich wieder einiger Verbrechen schuldig, wurde eingesperrt und ging auf Einladung seines Bruders, dieses Mal freiwillig, nach Australien zurück. Eine Zeit lang diente Edward Jones in der Stadt Perth im Westen Australiens als „town crier“, er verfiel dem Alkohol und starb am 26. Dezember 1893 in Bairnsdale, nachdem er sturzbetrunken von einer Brücke gefallen war. In Bairnsdale wurde Jones auch begraben, dort erinnert auf dem Friedhof eine Plakette an ihn, worauf irrtümlich steht „Transported to Australia in 1840 for breaching security at Windsor Castle„. Sein Vorname wird auf der Plakette auch mit Thomas statt mit Edward angegeben.

Jan Bondeson hat ein Buch über den Fall geschrieben: „Queen Victoria’s Stalker: The Strange Story of the Boy Jones“ (Amberley Publishing 2010. 160 Seiten. ISBN  978-1445606972).
Der Spielfilm „The Mudlark“ (dt. „Der Dreckspatz und die Königin“), mit Alec Guinness und Irene Dunn, der 1950 in die Kinos kam, wurde von den Eskapaden des Boy Jones inspiriert. Hier ist der Trailer.

Die Erinnerungsplakette auf dem Friedhof von Bairnsdale in Australien. Author: ALFAMAX1 This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license.

Die Erinnerungsplakette auf dem Friedhof von Bairnsdale in Australien.
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Das St Mary’s Hospital im Londoner Stadtteil Paddington – Hier erblickten viele Royals das Licht der Welt

Alle Verehrer des britischen Königshauses und die gesamte Boulevardpresse der Welt blicken zurzeit nach London, wo die Herzogin von Cambridge und ihr Mann Prinz William ihr zweites Kind erwarten. Heerscharen von Reportern werden wie schon bei der Geburt ihres ersten Kindes, Prince George Alexander Louis of Cambridge, das St Mary’s Hospital in der Praed Street im Londoner Stadtteil Paddington belagern, um die Nachricht von der Geburt in alle Erdteile weiterzuleiten und vielleicht sogar ein Bild der/des Neugeborenen zu erhaschen. Dieser Film zeigt den damaligen medialen Belagerungszustand.

Das imposante Krankenhausgebäude, in dem schon der Schauspieler Kiefer Sutherland und der Sänger Elvis Costello geboren wurden, in dem der berühmte Gerichtsmediziner Sir Bernard Spilsbury arbeitete und in dem Sir Alexander Fleming das Penicillin entdeckte, suchen die Royals gern auf, wenn es darum geht, Nachwuchs in die Welt zu setzen. Die beiden Prinzen William und Harry erblickten hier das Licht der Welt. Die beiden Kinder ihrer Tante, Anne, Princess Royal, Peter Phillips und Zara Phillips wurden 1977 respektive 1981 in St Mary’s geboren, und auch Prince und Princess Michael of Kent hatten zu den Krankenhausärzten Vertrauen und so kamen ihre beiden Kinder Lord Frederick Windsor und Lady Gabriella Windsor hier zur Welt.

Das 495-Betten-Haus wurde 1845 gegründet und steht nur ein paar Schritte vom Bahnhof Paddington Station entfernt.

Da Prinz William trotz der bevorstehenden Geburt nicht ständig in unmittelbarer Nähe seiner schwangeren Frau sein kann und er gerade ein Pilotentraining für Notfalleinsätze in Norwich (Norfolk) und Staverton (Gloucestershire) absolviert, wird er, wenn es soweit ist, auf dem schnellsten Wege nach London eskortiert werden. Sollte sich Catherine, Duchess of Cambridge, jedoch kurz vor der Geburt entscheiden, ihre Eltern in deren Wohnort Bucklebury in Berkshire zu besuchen oder sich zu ihrem Landsitz Anmer Hall in Norfolk zu begeben, so stehen zwei Krankenhäuser „Gewehr bei Fuß“, um die Geburt dort einzuleiten: Das Royal Berkshire Hospital in Reading und das Queen Elizabeth Hospital in King’s Lynn.

Das Royal Berkshire Hospital in Reading.    © Copyright Bill Nicholls and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das Royal Berkshire Hospital in Reading.
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Das Queen Elizabeth Hospitaln King's Lynn (Norfolk).    © Copyright Andy Parrett and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das Queen Elizabeth Hospital in King’s Lynn (Norfolk).
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Groom of the Stool – Ein Sch…job am königlichen Hofe

Eine royale Toilette aus dem Hampton Court Palace, mit der sich der Groom of the Stool täglich beschäftigen musste. This work has been released into the public domain.

Eine royale Toilette aus dem Hampton Court Palace, mit der sich der Groom of the Stool täglich beschäftigen musste.
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Wenn früher ein König das stille Örtchen aufsuchte, dann tat der das, im Gegensatz zu allen anderen Bewohnern des Landes, nicht allein, sondern in Begleitung seines sogenannten Grooms of the Stool. Dieser Mann kümmerte sich um alles, was mit der „royalen Hygiene“ zu tun hatte, ein wahrer Sch…job also, der aber sehr begehrt war, denn die Grooms of the Stool standen den Herrschern im wahrsten Sinne des Wortes immer sehr nah und genossen stets ihr Vertrauen. Man fragt sich unwillkürlich, ob denn die Könige sich nicht selbst den Allerwertesten abwischen konnten. Intellektuell waren sie dazu doch sicher in der Lage, aber sie fanden es wohl bequemer, sich auch in dieser Beziehung helfen zu lassen. Während des königlichen Geschäfts plauderte der Herrscher mit seinem Groom gern über streng vertrauliche Angelegenheiten und als Mitwisser von Staatsgeheimnissen genoss der Mann am Hofe großes Ansehen. Der Job wurde gut bezahlt und der Amtsinhaber hatte das Recht, in allen königlichen Palästen zu wohnen; darüber hinaus durfte er die abgelegten Kleider des Souveräns haben. Nach und nach wurde der Aufgabenbereich des Grooms aber erweitert, denn so ganz füllten ihn die Toilettengänge seines Herrschers denn doch nicht aus.

Sir William Compton nahm die Position des Grooms of the Stool unter Heinrich VIII 17 Jahre lang ein. Er war ein enger Vertrauter des Monarchen, der auch noch viele andere (angenehmere) Aufgaben hatte, so war Compton u.a. Constable der Schlösser von Warwick, Gloucester und Sudeley. Sein Nachfolger war Sir Henry Norris, der die Funktion zehn Jahre lang ausübte, dann aber in Ungnade fiel und auf dem Tower Hill exekutiert wurde. Sir Thomas Heneage und Sir Anthony Denny dienten ebenfalls in dieser Position unter Heinrich VIII.

25 Jahre lang war Sir John Granville, der spätere erste Earl of Bath, unter Charles II Groom of the Stool. George III hatte in seiner Regentschaft neun offizielle „Toilettenangestellte“, die alle Earls, Dukes und Viscounts waren.

James Hamilton, der zweite Duke of Abercorn, war der letzte Groom of the Stool, von 1883 bis 1901 unter Albert Edward, dem Prince of Wales, der als Edward VII einen Schlussstrich zog und die Funktion abschaffte.

Die englische Band Scaramanga Six aus Huddersfield in West Yorkshire schrieben einmal einen Song, der den Titel „Groom of the Stool“ trägt, enthalten auf ihrem Album „Songs of Prey“.

James Hamilton, 2nd Duke of Abercorn, der letzte Groom of the Stool. This work is in the public domain.

James Hamilton, 2nd Duke of Abercorn, der letzte Groom of the Stool von 1883 bis 1901.
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Published in: on 5. März 2015 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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The Cross Hands Hotel bei Old Sodbury (South Gloucestershire) oder Wie die Queen einmal bei einem Schneesturm hier stecken blieb

The Cross Hands Hotel bei Old Sodbury.    © Copyright Mike Faherty and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The Cross Hands Hotel bei Old Sodbury.
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Queen Elizabeth I war eine reisefreudige Dame im 16. Jahrhundert und an vielen Häusern, in denen sie schon einmal übernachtet hatte, finden sich Plaketten mit der Aufschrift „Queen Elizabeth I slept here„.

Auch Königin Elizabeth II reist bzw. reiste viel, doch kenne ich kein Haus, das eine entsprechende Plakette trägt. Beinahe hätte es dazu kommen können, aber eben nur beinahe, und zwar im The Cross Hands Hotel ganz in der Nähe von Old Sodbury in South Gloucestershire.

Es war an einem Dezembertag im Jahr 1981; es herrschte ein Wetter hier am Rande der Cotswolds, bei dem man am besten zuhause blieb und es sich vor dem Kamin gemütlich machte. Ein Schneesturm fegte über die Region, der  in kürzester Zeit die Straßen unpassierbar machte. Auch im The Cross Hands Hotel bei Old Sodbury, dort wo die A46, die A432 und die B4040 aufeinander treffen, hatte sich die Besitzerfamilie vor den Fernsehapparat zurückgezogen und sah sich eine Wiederholung der Hochzeitsfeierlichkeiten von Prince Charles und Diana an, während der Sturm um die alte ehemalige Kutschenstation fegte. Man erwartete keine neuen Gäste und hatte dem Personal für den Rest des Tages freigegeben. Eine Fehlentscheidung wie sich bald herausstellte, denn viele Autofahrer kamen in den Schneemassen nicht vorwärts und suchten Zuflucht im Hotel. Schnell waren fast alle Zimmer für die Nacht belegt; doch plötzlich erschien ein Herr an der Rezeption, der den Manager sprechen wollte. „Ihre Majestät die Königin ist draußen vor der Tür, können Sie sie auch unterbringen?“ fragte er. Nun, abweisen konnte der Manager die Herrscherin des Landes wohl kaum und ein Zimmer war auch noch frei (die Nummer 15), so räumte er schnell den Schnee weg, der zu einem Hintereingang führte, wodurch Elizabeth II den alten Gasthof betreten konnte. Man wollte aus Sicherheitsgründen nicht, dass die anderen Gäste von dem hohen Besuch erfuhren. Queen Elizabeth wurde in den Privaträumen der Hotelbesitzer ein Afternoon Tea angeboten, später gab es auch noch ein Abendessen.
Kurz vor Mitternacht, als sich die Königin schon fast in ihr Zimmer zurückziehen wollte, kam die Nachricht, dass die Straßen wieder frei wären und so machte sich der royale Tross mit seinem Range Rover wieder auf den Weg zum Windsor Castle, dem eigentlichen Ziel der Queen, die von einem Besuch ihrer Tochter im nahegelegenen Gatcombe Park  kam.

Das Cross Hands Hotel profitierte von dem Überraschungsbesuch, denn die Pressemeldungen über „The Queen stuck in a blizzard“ erschienen bald und viele Menschen wollten unbedingt den Gasthof sehen und darin übernachten, am liebsten natürlich in Zimmer 15. An den denkwürdigen Besuch erinnert eine Plakette im Eingangsbereich des Hotels mit der Inschrift „The Queen took refuge her“, zu dem „slept here“ hat es leider nicht gereicht.

Ich bin viele Male an dieser Kreuzung beim Cross Hands vorbeigefahren, allerdings immer nur bei schönem Wetter.

The Cross Hands Hotel
Tetbury Road
Old Sodbury
Gloucestershire BS37 6RJ

Mein Buchtipp – Christopher Winn: I Never Knew That About Royal Britain

Foto meines Exemplares.

Foto meines Exemplares.

Aus Christopher Winns mittlerweile zwölfbändigen Serie „I Never Knew That…“ habe ich bisher die Bände über die Themse  und über London vorgestellt. 2012 erschien ein Band, der sicher alle anspricht, die an der englischen royalen Geschichte interessiert sind: „I Never Knew That About Royal Britain„. Auf dem Buchumschlag wird Winn als „freelance writer und trivia collector“ bezeichnet, und eben diese Zusammenstellungen von „trivias“, also wenig bekannten, kuriosen oder interessanten Details, machen den Reiz dieser Buchreihe aus. Auch dieser Band wurde wieder von Winns Ehefrau Mai Osawa illustriert.

Die Kapitelüberschriften des „Royal Britain“-Bandes lauten z.B.
– Royal Villains
– Royal Rogues
– Royal Sticky Ends
– Royal Celebrations & Pageantry

Da erfahren wir u.a.
– dass Georg IV. durch „strong liquors taken too frequently and in too large quantities“ gestorben ist
– dass es in London nur ein Standbild von Heinrich VIII. gibt
– dass Edward VIII. als erster britischer Monarch mit einem Flugzeug flog
– dass „All my possessions for a moment of time“ die letzten Worte waren, die Elizabeth I. sprach.

Wieder ein sehr empfehlenswertes Buch aus der Feder von Christopher Winn.

Christopher Winn: I Never Knew That About Royal Britain. Ebury Press 2012. 209 Seiten. ISBN 978-0-09-194515-2

Published in: on 9. Januar 2015 at 02:00  Comments (5)  

The Queen’s Champion und The Manor of Scrivelsby in Lincolnshire

Scrivelsby Gate House in Lincolnshire.    © Copyright Chris and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Scrivelsby Gate House in Lincolnshire.
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Seit dem Jahr 1066 existiert ein Amt am königlichen Hof, das The Queen’s Champion bzw. The King’s Champion heißt und nicht mit allzuviel Arbeit verbunden ist; zum Tragen kommt dieses Amt eigentlich nur bei Krönungsfeierlichkeiten und da die letzte Krönung nun schon über 60 Jahre zurückliegt, muss sich der gegenwärtige Amtsinhaber tödlich langweilen. Es ist zurzeit Lieutenant-Colonel John Lindley Marmion Dymoke, der im gleichen Jahr wie die Queen, nämlich 1926, geboren wurde. Sollte er tatsächlich einmal gefordert werden, so hätte Mr. Dymoke auf Grund seines Alters schlechte Karten, denn die eigentliche Aufgabe des Queens/King’s Champions ist es, anstelle des Herrschers Duelle auszufechten.

Es begann alles nach der Schlacht von Hastings, als Wilhelm der Eroberer einen gewissen Robert Marmion mit dem neu geschaffenen Amt betraute und der gleichzeitig das Manor of Tamworth und das Manor of Scrivelsby erhielt. Seine Aufgabe bestand darin, bei Krönungsfeierlichkeiten in voller Rüstung von einem Pferd herab einen Handschuh zu werfen und darauf zu achten, ob jemand diesen Handschuh aufnahm und damit Einspruch gegen die Krönung einlegte. Sollte das tatsächlich einmal passieren, so müsste der Champion diese Person zum Duell fordern, denn der König selbst durfte das nicht. So weit bekannt ist, trat dieser Fall niemals ein.

Gegen Ende des 14. Jahrhunderts gab es keine männliche Erben bei den Marmions mehr und so wurde das vererbbare Amt durch die weibliche Linie der Marmions durch Heirat auf Sir John Dymoke übertragen. Die Dymokes sind seitdem die Kings/Queens Champions, der gegenwärtige ist die Nummer 34. Da die Aufgabe als Champion nicht allzu fordernd ist, übertrug man ihm zusätzlich noch das Amt des Standard Bearers of England und in dieser Funktion war John Lindley Marmion Dymoke bei der Krönung Elizabeths II. 1953 anwesend; auf das Handschuhwerfen hatte man damals verzichtet, das geschah zuletzt 1821 bei der Krönung von Georg IV.

Das Manor House von Scrivelsby in Lincolnshire existiert nicht mehr; nur Scrivelsby Court, das ehemalige Gatehouse, steht noch. Die Zufahrt erfolgt durch das Lions’s Gate, dahinter erstreckt sich das weitläufige Parkgelände, das noch immer der Dymoke-Familie gehört. Das Anwesen liegt vier Kilometer südlich von Horncastle an der B1183 und wird heute gern für Hochzeiten benutzt.

The Lion's Gate in Scriverlsby.    © Copyright Chris and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The Lion’s Gate in Scrivelsby.
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König Richard III und seine Abschiedstour durch Leicestershire am 22. März 2015

Die Kathedrale von Leicester.    © Copyright Ashley Dace and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Kathedrale von Leicester.
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Über das Auffinden des Skeletts von Richard III unter einem Parkplatz in der Stadt Leicester habe ich in meinem Blog schon berichtet. Kurz nach der Entdeckung besuchten wir Leicester und wandelten einen Vormittag auf den Spuren Richards. Eine Zeit lang gab es Streitigkeiten, wo der König denn nun seine letzte Ruhestätte finden sollte; sowohl Leicester als auch York wollten die Gebeine in ihren Mauern haben. Dann fiel die Entscheidung doch auf Leicester. Hier wird Richard III am 26. März 2015 in Anwesenheit der Erzbischöfe von Canterbury und Westminster in der Kathedrale beigesetzt. Doch vorher soll es noch so eine Art Abschiedstournee durch die nähere Umgebung von Leicester geben, zu Plätzen, die für Richard III von Bedeutung waren.

Am Sonntag, dem 22. März geht es los. Die sterblichen Überreste des einstigen Königs werden von der Universität von Leicester abgeholt, wo man sie wissenschaftlich untersucht hat. Der Trauerzug setzt sich dann in Richtung Fenn Lane Farm in Bewegung, das ist der Ort, an dem der König während der Schlacht von Bosworth am 22. August 1485 erschlagen wurde. Weiter geht es zur Kirche St James the Greater in Dadlington, wo auf dem Kirchhof zahlreiche Gefallene der Schlacht beigesetzt wurden.
Die nächste Station ist das Dorf Sutton Cheney mit seiner Kirche St James; es heißt, hier hätte Richard III am Vorabend der Schlacht seine letzte Messe besucht.
Dann geht es weiter in Richtung Bosworth Battlefield Heritage Centre. Auf diesem weitläufigen Gelände, auf dem die Schlacht von Bosworth ausgetragen wurde, ist ein Open-Air-Geschichtsmuseum eingerichtet worden. Der Bischof von Leicester wird hier am frühen Nachmittag eine kurze Gedenkzeremonie abhalten. Anschließend wird der Trauerzug die Orte Market Bosworth, Newbold Verdon und Desford besuchen, bevor er die letzte Etappe zurück nach Leicester einschlägt. An der Bow Bridge, die über den River Soar führt, wird der Zug vom City Mayor und Lord Mayor von Leicester empfangen. Über diese Brücke zog Richard in die Schlacht und über diese Brücke kam er wieder zurück, als toter Mann über den Rücken eines Pferdes geworfen. Von hier aus werden die sterblichen Überreste auf einem pferdegezogenen Leichenwagen durch das Stadtzentrum zur Kathedrale gebracht, wo sie der Dean of Leicester empfangen wird. Von jetzt ab ist die Kirche und nicht mehr die Universität für den Leichnam verantwortlich.

Von Montag bis Mittwoch bleibt Richard III in der Kathedrale aufgebahrt, so dass die Bevölkerung (und die vielen Anhänger, die er noch immer in der ganzen Welt hat) Abschied nehmen können, bevor schließlich am 26. März der sogenannte „re-burial service“ stattfindet. Am Tag darauf wird dann das versiegelte Grab erstmals der Öffentlichkeit gezeigt.

Fenn Lane Farm.    © Copyright Mat Fascione and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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St James the Greater in Dadlington (Leicestershire).    © Copyright John Salmon and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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St James in Sutton Cheney (Leicestershire).    © Copyright John Salmon and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Bosworth Battlefield Heritage Centre. Eigenes Foto.

Bosworth Battlefield Heritage Centre.
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Die Bow Bridge in Leicester.    © Copyright Stephen Richards and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Published in: on 2. Dezember 2014 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Elizabeth I und ihr Picknick unter einer uralten Eiche in Northiam (East Sussex)

Die königliche Eiche, die allerdings im 16. Jahrhundert deutlich mehr Schatten spenden konnte.    © Copyright Philip Talmage and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die königliche Eiche, die allerdings im 16. Jahrhundert deutlich mehr Schatten spenden konnte.
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Queen Elizabeth I muss eine sehr reisefreudige Dame gewesen sein. Zahllose Pubs und Herrenhäuser brüsten sich damit, dass die Königin bei ihnen schon einmal übernachtet hat, so dass mancher Gastwirt der Meinung  ist, wenn er ein Schild an  seinen Pub anbringt mit der Aufschrift „Queen Elizabeth I did not sleep here“, er mehr Aufmerksamkeit erregen würde.

Am 11. August 1573 war die Königin wieder einmal unterwegs und da sie zur Mittagszeit Appetit bekam und noch keine McDonald’s und Burger Kings an den Straßen Englands zu finden waren, machte sie es sich in einem Dorf namens Northiam in East Sussex unter einer uralten Eiche bequem. Für das Picknick sorgten George Bishop und seine Familie, die in einem der Eiche gegenüberliegenden Haus wohnten und für die es sicher eine Ehre war, die Queen bedienen zu dürfen. Dieses Haus ist das heutige Hayes Hotel. Nachdem sie sich im Schatten der Eiche gestärkt hatte, ließ sie ihre grünen damastseidenen Schuhe (die sechs cm hohe Absätze hatten, also die idealen Reiseschuhe) zurück, als Erinnerung für die Dorfbewohner an den hohen Besuch. Diese royalen Schuhe sollen sich heute im örtlichen Frewen College befinden, dem ehemaligen Brickwall House, und hin und wieder zur Schau gestellt werden.

Zum 400. Jahrestag des königlichen Picknicks ließ das Hayes Hotel 1973 an der Eiche am Village Green eine Plakette anbringen, auf der das für das Dorf Northiam denkwürdige Ereignis noch einmal kurz in Erinnerung gerufen wird. Die Eichen in Sussex, so steht es auf der Plakette, leben tausend Jahre und sterben tausend Jahre und dieses Prachtstück ist schätzungsweise schon über tausend Jahre alt. Wäre es nicht einmal eine gute Idee für Queen Elizabeth II hier in Northiam ein Re-Enactment jenes denkwürdigen Picknicks ihrer Namensvetterin durchzuführen? Ich bin sicher, dass das Hayes Hotel gern für Speis und Trank sorgen würde. Der Stamm der Eiche ist auch groß genug, dass sämtliche königlichen Corgies gleichzeitig ihre Beine daran heben könnten.

Northiam liegt wenige Kilometer nordwestlich von Rye an der A28; die Eiche findet man auf dem Village Green zwischen Main Street und Church Lane.

Das Hayes Hotel am Village Green.    © Copyright Philip Talmage and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das Hayes Hotel am Village Green (haunted!!).
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Die Bruton Street im Londoner Stadtteil Mayfair

Plakette an der Bruton Street 17.    © Copyright Basher Eyre and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Plakette an der Bruton Street 17.
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Sie zieht sich vom Berkeley Square (der mit der Nachtigall) zur New Bond Street, die Bruton Street im Londoner Stadtteil Mayfair. Hier erblickte in der Hausnummer 17 am 21. April 1926 um 2.40 Uhr morgens die heutige Queen Elizabeth II das Licht der Welt. Warum gerade hier? Ihre Mutter, Elizabeth Bowes-Lyon, damals Herzogin von York, wählte das Haus ihrer Eltern, um dort ihre Tochter zur Welt zu bringen. Der 14. Earl of Strathmore hatte in der Bruton Street sein Londoner Stadthaus. Leider steht es nicht mehr, denn es wurde abgerissen und durch ein recht gesichtsloses modernes Gebäude ersetzt. Die ersten fünf Monate ihres Lebens verbrachte die künftige Queen hier in Mayfair und erinnert wird daran durch zwei Plaketten, die rechts an der Außenwand des neuen Hauses mit der Nummer 17 angebracht sind.

Heute befindet sich in dem Gebäude ein edles China-Restaurant namens Hakkasan Mayfair, dessen Küchenchef Tong Chee Hwee sich bereits einen Michelin-Stern erkocht hat. In coolem Ambiente kann man hier z.B. Pekingente mit Kaviar oder gegrilltes Wagyu-Rind (das teuerste Rindfleisch, das es gibt) bestellen.

Die Bruton Street wurde nach John Berkeleys, 1st Baron Berkeley of Stratton, Landsitz Bruton in Somerset benannt. Berkeley kämpfte im Civil War auf Seiten der Royalisten und besaß das Gelände in London, auf dem später, etwa 1738, mit dem Bau der Straße begonnen wurde. Prominente Bewohner der Bruton Street waren u.a. der Dramatiker Richard Brinsley Sheridan und der Politiker George Canning, der Premierminister mit der kürzesten Amtszeit (nur 119 Tage).

In der Hausnummer 33 ist noch heute eines der renommiertesten britischen Waffengeschäfte zu finden. Die Firma Holland & Holland wurde schon 1835 gegründet und verfügt über Filialen in New York und Moskau. In der Nummer 30 hat die Modedesignerin Stella McCartney ein Geschäft eingerichtet. Überhaupt gibt es in der Straße zahlreiche Modeläden der nicht ganz billigen Art wie Kenzo und Hermès. Das hübscheste Haus ist sicher die Nummer 5, in der der Gasthof Coach & Horses residiert. Es war eines der ersten Häuser, das in der Bruton Street gebaut wurde; leider handelt es sich hier aber nicht mehr um das originale Gebäude, das abgerissen werden musste und 1933 durch dieses ersetzt wurde.

Wer nach einem Einkaufsbummel in der Straße sich gleich noch einen neuen Bentley mitnehmen möchte, der kann das in der Niederlassung am Berkeley Square tun.

Bruton Street 17 in Mayfair. Copyright: London Remebers.

Bruton Street 17 in Mayfair.
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Das Waffengeschäft Holland&Holland.    © Copyright Anthony O'Neil and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das Waffengeschäft Holland&Holland.
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The Coach&Horses.    © Copyright Richard Croft and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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„The Royal Collection“ des Elisabeth Sandmann Verlags

Der Münchener Elisabeth Sandmann Verlag hat ein sehr interessantes Programm. Die beiden Bücher Extravagante Engländerinnen“ und „Mit Miss Marple aufs Land“ von Luise Berg-Ehlers stellte ich in meinem Blog schon einmal vor. Für alle, die am britischen Königshaus interessiert sind, kann ich die vierbändige Reihe „The Royal Collection“ des Verlags empfehlen, die sich mit der Queen beschäftigt.

Angela Kelly ist seit zwölf Jahren für die Garderobe Elisabeths II. zuständig und kümmert sich auch um den Schmuck ihrer Arbeitgeberin. Als Tochter eines Dockarbeiters aus Liverpool hat sie sich diese wichtige Position am Königshaus erkämpft und ist dort hoch angesehen. Das Outfit der Queen zur Hochzeit ihres Enkels William wurde von Kelly entworfen. Aber sie arbeitet auch für andere Mitglieder des Königshauses, z.B. für die Prinzessinnen Eugenie und Beatrice. In ihrem Buch „Das trägt die Queen: So entsteht die Garderobe ihrer Majestät“ lässt Angela Kelly einen Blick hinter die Kulissen der Hofschneiderei zu. In Kapiteln wie „Perfekt mit Hut“, „Die Aufbewahrung der Garderobe“ und „Die Schmucksammlung“ erfahren wir Details über das Modebewusstsein der Königin.

Ein ähnliches Thema behandelt der Band „Was trägt die Queen, wenn sie verreist? – Twinsets, Hüte, Abendroben“ von Caroline de Guitaut. Seitdem Elizabeth II. den Thron bestiegen hat, unternahm sie, gemeinsam mit ihrem Ehemann, über 150 Reisen in die ganze Welt (die in dem Buch alle akribisch aufgelistet sind). Man kann sich vorstellen, was für ein gewaltiger Aufwand erforderlich war, um jeweils die richtige Garderobe zusammenzustellen, die den unzähligen Anlässen auch gerecht wurde. Caroline de Guitaut ist Kuratorin am The Royal Collection Trust

Ein weiterer Band der „Royal Collection“ ist das Erinnerungsalbum der Queen mit dem Titel „Elizabeth II – Ein Leben auf dem Thron„. Die offizielle Publikation des britischen Königshauses dokumentiert den Lebensweg der Königin, von der Geburt am 21. April 1926 in der Londoner Bruton Street 17 bis zu ihrem diamantenen Thronjubiläum.

Ein ganz anderes Thema behandelt der vierte Band der „Royal Collection“; darin geht es um die royalen Vierbeiner. „Königliche Hunde: Von der Liebe des britischen Königshauses zu seinen treuesten Begleitern“ heißt das Buch von Sophie Gordon, die darin bis zu Königin Victoria zurückgeht und aus der Royal Photograph Collection viele Fotos von den Lieblingshunden der Royals zusammengetragen hat. Hier geht es also nicht nur um die berühmt-berüchtigten Corgis Elizabeths II., sondern auch um Prince Alberts Lieblings-Windhund Eos und um Cäsar, den Foxterrier Edwards VII.

Caesars Grabmahl. Author: lorelei. This file is licensed under the Creative Commons Attribution 2.0 Generic license.

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William Windsor – Der königliche Bataillons-Ziegenbock

lance Corporal William Windsor (links). Author: Southbanksteve.  This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 2.0 Generic license.

Lance Corporal William Windsor (links).
Author: Southbanksteve.
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William Windsor (oder Billy wie ihn seine Freunde nennen) war neun Jahre lang der wichtigste Ziegenbock der britischen Armee. Er hatte den Dienstgrad eines Lance Corporals (etwa Unteroffizier) und diente beim 1st Battalion, den Royal Welsh, bis er im Jahr 2009 in den wohlverdienten Ruhestand in den Whipsnade Zoo in Bedfordshire entlassen wurde.

William Windsor ist königlichen Blutes, denn er enstammt der Royal Goat Herd, einer Ziegenherde, die im 19. Jahrhundert Königin Victoria vom Schah von Persien geschenkt bekam. Queen Elizabeth II übergab Billy 2001 der Armee, der er auch (bis auf einen ärgerlichen Zwischenfall) treu und zuverlässig diente. Der Ziegenbock sollte nicht in Kampfeinsätze geschickt werden, dafür fehlte ihm die erforderliche Ausbildung, nein, seine vorrangige Aufgabe war, bei zeremoniellen Anlässen vor seinem Battalion zu marschieren, was er auch immer voller Stolz tat. Wenn da nicht diese peinliche Sache in Zypern passiert wäre…

Also: William Windsor hatte einen Auslandseinsatz auf Zypern zu absolvieren und sollte am 16. Juni 2006 bei einer Parade zum 80. Geburtstag der Königin wie üblich seiner von ihm geforderten Pflicht nachgehen, doch Billy hatte einen schwarzen Tag. Irgendwie hatte ihn der Teufel geritten, denn er blieb nicht in der ihm zugewiesenen Reihe, gehorchte nicht den Anweisungen seines Goat Majors und wollte zu allem Überfluss auch noch einen Angriff auf das Hinterteil eines Trommlers starten. Mit so einem ungebührlichen Verhalten kommt man in der britischen Armee natürlich nicht ungestraft davon! Billy musste vor seinen Kommandeur treten, der ihn…degradierte. Wie peinlich muss das wohl für einen königlichen Ziegenbock gewesen sein? Früher wäre er wahrscheinlich standrechtlich erschossen worden. Man gab Billy Zeit, über sein Fehlverhalten nachzudenken und siehe da, er besann sich wieder auf seine gelernten Fähigkeiten und versah seinen Dienst in untadeliger Weise, so dass er bald  seinen Dienstgrad als Lance Corporal zurückerhielt. Billy war wieder ein glücklicher Ziegenbock und genoss sein Privileg, von einfachen Gefreiten gegrüßt zu werden.

Am 20. Mai 2009 schied William Windsor aus Altersgründen aus der Armee aus, und er begab sich wieder an seinen Geburtsort, den Whipsnade Zoo, zurück. Dort soll er ein zurückgezogenes, aber glückliches Leben auf der Children’s Farm führen und es genießen, von Kindern gestreichelt zu werden. Vielleicht kommt ja aber doch manchmal seine militärische Ausbildung zum Vorschein und er staucht seine Artgenossen zusammen, wenn sie sich ungebührlich verhalten haben…

Hier ein kleiner Film über Billy wie er mustergültig seiner Pflicht nachkommt.

Published in: on 18. Oktober 2013 at 02:00  Comments (1)  

Dickie Valentine: In a Golden Coach – Das Lied zur Krönung von Queen Elizabeth II im Jahr 1953

The Golden Coach. Author: Joey O'Rourke. This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 2.0 Generic license.

The Golden Coach.
Author: Joey O’Rourke.
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Eigentlich hätte ich diesen Beitrag in meinem Blog am 2. Juni einstellen sollen, als sich die Krönungsfeierlichkeiten für Königin Elizabeth II in London zum sechzigsten Mal jährten. Damals, 1953, stand ein Song in den britischen Charts, der die junge Königin ehrte: „In a Golden Coach (There’s a Heart of Gold)„, so der recht kitschige Titel, der aber in der britischen Bevölkerung auf große Resonanz stieß. Gesungen wurde das Lied von Dickie Valentine, einem damals 23jährigen Sänger, der in der Ted Heath-Band sang, bevor er sich auf eigene Füße stellte. Komponiert worden war das Lied von Ronald Jamieson und John Henry. Valentine erreichte mit der „Goldenen Kutsche“ Platz 7 der Charts; noch höher stieg eine Parallelversion der Billy Cotton-Band, die es bis auf Platz 3 brachte.

Im Text heißt es recht süßlich:

In einer goldenen Kutsche sitzt ein Herz aus Gold,
das durch die Straßen der alten Stadt London gefahren wird,
mit der süßesten Königin, die die Welt je gesehen hat
und die ihre goldene Krone trägt.
Wenn sie feierlich durch die Palasttore fährt,
kann die ganze Welt ihre Schönheit sehen.
In einer goldenen Kutsche sitzt ein Herz aus Gold,
das dir und mir gehört.

Dickie Valentine hatte in den 1950er Jahren noch mehrere kleinere und größere Charterfolge, dann wurde es ruhiger um ihn. Am 6. Mai 1971 kam er im Alter von 41 Jahren bei einem Autounfall in Wales ums Leben.

Hier ist die Version mit Dickie Valentine und hier die Version der Band von Billy Cotton (die Sängerin ist Doreen Stevens).

Leicester – Eine Stadt ganz im Zeichen Richards III

Das rekonstruierte Gesicht Richards III. Eigenes Foto.

Das rekonstruierte Gesicht Richards III.
Eigenes Foto.

Seitdem man unter einem Behördenparkplatz in der Stadt Leicester die Gebeine des Königs Richard III gefunden hat, schlägt man dort daraus ganz schön Kapital, denn überall findet man in der Stadtmitte Plakate, die auf King Richard und die damit verbundenen Aktivitäten hinweisen.

Wir buchten schon früh von zuhause aus einen Blue Badge Guided Walk, der uns am Samstag, dem 25. Mai auf den Spuren Richards III quer durch das alte Leicester führte. Es war auch gut, dass wir im voraus unsere Tickets online bestellt hatten, denn die Führung war komplett ausgebucht, ja, es mussten sogar mehrere Leute, die auch teilnehmen wollten, weggeschickt werden. Der Walk führte zu mehreren markanten Stellen, die mit dem König zusammenhängen, wie u.a. zu seinem Standbild in den Castle Gardens, zu der Plakette am River Soar, die davon berichtet, dass seine Leiche an dieser Stelle in den Fluss geworfen worden ist (was sich ja mittlerweile als falsch erwiesen hat) und natürlich, als Highlight der Tour, zu der Ausgrabungsstelle am Grey Friars Car Park. Dort wurde ein Zelt über den Erdarbeiten errichtet, so dass man nicht allzuviel erkennen konnte.

Neben der Kathedrale, in der Guildhall, hat man die sehr interessante Ausstellung „Richard III: Leicester’s Search for a King“ aufgebaut, in der detailliert über den König und speziell über die Ausgrabung informiert wird. Ich war erstaunt, dass hier schon um 10 Uhr morgens Hochbetrieb herrschte. Die Ausstellung soll noch bis ins Jahr 2014 fortgeführt werden.
Nebenan in der Kathedrale, in der wir von einem sehr freundlichen Herrn und einer sehr redseligen Dame empfangen wurden, ist eine weitere Verbindung zu Richard III zu finden. Dort wurde in den Fußboden ein Memorial Stone eingelassen, der die Inschrift trägt:

Richard III King of England
Killed at Bosworth Field in this County
22nd August 1485
Buried in the Church of the Grey Friars
In this Parish

Ich warf einige Münzen in bereitgestellte Spendenbehälter; mit den Einnahmen möchte man sich dafür stark machen, dass Richard III seine letzte Ruhestätte hier in Kathedrale findet. Dabei zog ich mir den leisen Unmut meiner Frau zu, die wohl eher dafür plädiert, ihn im York Minster beisetzen zu lassen (ja, auch die Stadt York möchte den König gern in ihren Mauern haben).

Hier ist ein Film über die Ausgrabungen in Leicester und hier ein Rundgang durch die Stadt, so wie wir ihn gemacht haben.

Ein Schaubild von Richards Skelett in der Guildhall-Ausstellung. Eigenes Foto.

Ein Schaubild von Richards Skelett in der Guildhall-Ausstellung.
Eigenes Foto.

Der Gedenkstein in der Kathedrale. Eigenes Foto.

Der Gedenkstein in der Kathedrale.
Eigenes Foto.

Richards Standbild in den Castle Gardens, erklärt von unserem Guide. Eigenes Foto.

Richards Standbild in den Castle Gardens, erklärt von unserem Guide.
Eigenes Foto.

Unter diesem Zelt auf dem Grey Frias Car Park werden die Ausgrabungsarbeiten weitergeführt. Eigenes Foto.

Unter diesem Zelt auf dem Grey Friars Car Park werden die Ausgrabungsarbeiten weitergeführt.
Eigenes Foto.

Überall im Stadtgebiet findet man diese Hinweise auf Richard III. Eigenes Foto.

Überall im Stadtgebiet findet man diese Hinweise auf Richard III.
Eigenes Foto.

The Highgrove Shops – Produkte aus der „Werkstatt“ von Prince Charles

Der Highgrove Shop in der Long Street in Tetbury.
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In Tetbury in Gloucestershire gibt es einen und auch in Bath in Somerset gibt es einen: Die Rede ist von den sogenannten Highgrove Shops, benannt nach Prince Charles‘ Anwesen Highgrove in Gloucestershire.

„Home and lifestyle products inspired by the beautiful gardens at Highgrove“ gibt es dort zu kaufen und die erzielten Einnahmen fließen in die „Charitable Foundation“ des Prinzen. Da man ja weiß, dass er großen Wert auf Produkte aus organischem Anbau legt und er einen ausgeprägten Sinn für den schonenden Umgang mit der Umwelt hat, sind die in den Läden erhältlichen Waren auch entsprechend ausgerichtet.

Das Angebot in den Shops ist sehr umfangreich; da gibt es z.B. Wein aus organischem Anbau und Produkte von der Duchy Home Farm, die zu Highgrove gehört, wie Honig von lokalen Bienenstöcken. Da gibt es den Highgrove Organic Afternoon Tea, den Highgrove Rosemary Jelly aus Wiltshire, den Prince’s Ginger Liqueur und natürlich den Christmas Pudding.

Die Lavendelerzeugnisse in den Shops wie Seife, Lotionen usw. werden aus Lavendel hergestellt, der in Sandringham (Suffolk) gewachsen ist, dem Landsitz der Queen. Holzprodukte wie die Liegestühle kommen aus einer Behinderten-Werkstatt in Dorset und das Porzellan stammt aus einer der wenigen noch verbliebenen Manufakturen in Stoke-on-Trent.

Man sieht: Die allgegenwärtigen „Made in China“-Erzeugnisse sucht man in den Highgrove Shops vergebens.
Wer nun nicht extra nach Bath oder Tetbury fahren möchte, um einen der Läden aufzusuchen, kann die Produkte auch in London bei Fortnum & Mason (Nahrungsmittel) oder bei Selfridge’s (Haus und Garten) kaufen oder den Online-Shop benutzen. Wer in Deutschland Interesse an den Highgrove-Angeboten hat, kann diese auch bestellen. Die Lieferkosten liegen bei £18 (bis 30kg).

Das Geschäft in Tetbury liegt in der Long Street, nur ein paar Schritte vom Snooty Fox Hotel entfernt.
Das Geschäft in Bath ist in der lebhaften Milsom Street im Zentrum zu finden.

Die Milsom Street in Bath; hier ist der zweite Highgrove Shop zu finden.
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Published in: on 30. November 2012 at 02:00  Comments (4)  
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König Georg IV und seine Festmahle im Royal Pavilion in Brighton

Karikatur Georgs IV von James Gillray.
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Die Herrschaft Georgs IV. August Friedrich (1762-1830) war von Exzentrik und Verschwendungssucht geprägt und er war wohl einer der unbeliebtesten Könige, die England jemals hatte. In seinem pompösen Royal Pavilion in Brighton genoss er es, gewaltige Festmahle abzuhalten und sich stundenlang vollzustopfen mit allen Köstlichkeiten, die seine Küche aufzubieten hatte.
Als er einmal von Großherzog Nikolaus von Russland besucht wurde, lud er den damals besten Koch der Welt, Marie-Antoine Carême, nach Brighton ein, um dort ein Festmahl zu bereiten wie man es vorher wohl selten gesehen hat. Es bestand aus 127 einzelnen Gerichten, darunter eine ein Meter hohe türkische Marzipan-Moschee.

Aber auch wenn Georg IV keine hohen Besuche empfing, forderte er seinen Köchen alles ab, sowohl qualitativ als auch quantitativ. Das konnte z.B. so aussehen:
Nach dem Genuss mehrerer Suppen wurden Fische serviert wie Lachs, Karpfen oder Schellfisch. Es folgte ein Dutzend Vorgerichte, bestehend u.a. aus Fleisch, Geflügel und Pasteten. Und jetzt ging es erst richtig los: Mehrere Braten wurden aufgetragen: Kaninchen, Hühnchen, Rebhuhn, Wildente; zwischendurch reichte man kleine süße Köstlichkeiten. Dann kam man (schon) zum Dessert und da verlustierte man sich mit Früchtetorten, Eiscrème, Pudding und Baisers. Georg IV trank dazu schon einmal drei Flaschen Wein (ganz allein, versteht sich) und der abschließende Käse wurde mit Bier heruntergespült. Dass diese Völlerei auf die Figur des Königs durchschlug, verwundert nicht!

Hier ist „King George IV“ als Sänger zu sehen.

Das Buch zum Artikel:
Saul David: The Prince of Pleasure. Abacus 2009. 496 Seiten. ISBN 978-0349110875.

Hier im Royal Pavilion in Brighton wurden die Festmahle Georgs IV abgehalten.
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Published in: on 22. November 2012 at 02:00  Comments (1)  
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Linnet, Monty, Willow und Holly, Cider, Candy und Vulcan – Die royalen Hunde

Ein Pembroke Welsh Corgi. - Author: Damon d'Amato. This file is licensed under the Creative Commons Attribution 2.0 Generic license.

Als Queen Elizabeth II 18 Jahre alt wurde, bekam sie Susan, ihren ersten Corgi geschenkt und von da ab gehörten diese Hunde zu ihrem Leben. Die Queen ohne Corgis – unvorstellbar. Alle Pembroke Welsh Corgis der Queen, so ist die genaue Rassebzeichnung,  sollen von Susan abstammen.
Gegenwärtig sind Linnet, Monty, Willow und Holly die besten Freunde der Queen sowie  Cider, Candy und Vulcan, das sind Dorgies, Kreuzungen zwischen Corgis und Dackeln.

Im Buckingham Palast haben die Vierbeiner ein eigenes Zimmer, hin und wieder dürfen sie aber auch einmal im Zimmer der Queen schlafen.
Es heißt, dass die royalen Hunde nicht sehr pflegeleicht sind (für das betreuende Personal), so heben sie schon einmal die Beine im Palast; einmal soll auch das Bein eines Staatsmannes als Baumersatz hergehalten haben.
So manch ein Bediensteter hat auch schon die Zähne der Corgis zu spüren bekommen. Schon Susan war bekannt dafür, zuzubeißen. Als sie einmal einen Polizisten attackierte, trat der nach dem Hund, was die Queen auf die Palme brachte. „Don’t you ever let me see you do that to a dog again“, herrschte sie den armen Mann an. Sie selbst wurde auch schon einmal von einem ihrer Lieblinge gebissen, als sie einen Streit ihrer Hundeschar schlichten wollte.

Die Queen versteht absolut keinen Spaß, wenn jemand ihre Hunde nicht so behandelt wie sie es wünscht. Einer ihrer Diener wurde degradiert, als sie ihn dabei erwischte wie er Whisky und Gin unter das Hundefutter mischte und in ihr Wasser gab.
Erst kürzlich machte die Queen ihr zuständiges Personal zur Schnecke, weil die ihren Corgis tiefgefrorenes Fleisch und kein frisches servierten.

Phil Dampier und Ashley Walton widmen in ihrem Buch „What’s in the Queen’s Handbag and other Royal Secrets“ den Corgis ein ganzes Kapitel unter der Überschrift „Dogs: The Royal Wruffians“.

Hier ist der Verladevorgang der Corgis in ein Flugzeug zu sehen.

Das Buch zum Artikel:
Brian Hoey: Not in Front of the Corgis – Secrets of Life Behind the Royal Curtains. Robson Press 2011. 256 Seiten. ISBN 978-1849541763.

Published in: on 20. Januar 2012 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Althorp (Northamptonshire) – Letzter Ruheort von Prinzessin Diana

Der Lake Round Oval mit Insel auf dem Landsitz der Spencers, Althorp.    © Copyright Simon Ledingham and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Der Lake Round Oval mit Insel auf dem Landsitz der Spencers, Althorp.
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Am 6. September 1997 machte sich nach einer bewegenden Trauerfeier, die in die ganze Welt übertragen wurde, der Leichenwagen mit dem Sarg von Prinzessin Diana auf den 123 km langen Weg von der Westminster Abbey nach Althorp in Northamptonshire, wo die bei einem Unfall in Paris ums Leben gekommene Prinzessin auf dem Landsitz der Spencers beigesetzt werden sollte.

Diana verbrachte fünf Jahre ihrer Kindheit in Althorp und ihr Bruder Charles Spencer hielt es für angemessen, wenn seine Schwester hier auch ihre letzte Ruhestätte finden würde.
Ursprünglich sollte Diana im Familiengrab der Spencers in der Dorfkirche von Great Brington beigesetzt werden, aber man fürchtete, dass das kleine Dorf von Touristen regelrecht überrannt werden könnte, so entschied man sich für den Landsitz Althorp als Dianas Ruhestätte. Dort gibt es den kleinen Lake Round Oval und darauf eine Insel. Hier wurden die Haustiere der Familie Spencer beerdigt, u.a. Dianas Lieblingskatze Marmalade. Einige der Bäume auf der Insel hatte Diana selbst gepflanzt. Das Grab ist vom Seeufer aus nicht zu sehen.
Gegenüber von der Insel am Rand des Sees befindet sich das Diana Memorial, eine Gedenkstätte für die Prinzessin.

Althorp ist jedes Jahr lediglich für zwei Monate zugänglich; im nächsten Jahr vom 1. Juli bis zum 31. August. Der Andrang in dieser Zeit ist sehr groß und so kann man bereits ab dem 1. Januar 2012 seine Tickets für einen Besuch buchen.

Hier sind einige Eindrücke von Althorp im Film zu sehen.

Das Buch zum Artikel:
Charles Spencer: Althorp – The Story of an English House. Penguin Books 1998. 176 Seiten. ISBN 978-0670883226.

Dianas Gedenkstätte am Lake Round Oval in Althorp.    © Copyright Kenneth  Allen and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Dianas Gedenkstätte am Lake Round Oval in Althorp.
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St Mary the Virgin in Great Brington. Hier wurden viele der Spencer Familie beigesetzt.    © Copyright Anthony Wornum and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

St Mary the Virgin in Great Brington. Hier wurden viele Mitglieder der Spencer Familie beigesetzt.
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Die königliche Eiche von Boscobel (Staffordshire) – Hier versteckte sich einst Charles II

Ein Abkömmling der echten königlichen Eiche, die auch etwa am gleichen Platz steht. - © Copyright Rob Farrow and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Es gibt in England sehr viele Pubs, die den Namen Royal Oak führen. Das geht auf die Flucht Charles II im Jahre 1651 zurück, nachdem er die Schlacht von Worcester am 3. September verloren hatte. Im Zuge dieser Flucht kam er auch nach Boscobel House in Staffordshire, wo ihm geholfen wurde. Als die feindlichen Truppen auf der Suche nach dem König nach Boscobel kamen, versteckte der sich zusammen mit William Carlis, einem der letzten überlebenden Royalisten der Schlacht von Worcester, einen Tag lang auf einer großen Eiche des Anwesens, die von da ab The Royal Oak genannt wurde. Charles II wurde nicht gefunden und so versteckte er sich am nächsten Tag (die Eiche war dann doch zu unbequem) in einem der sogenannten Priest Holes in Boscobel House, das waren schwer zu findende Verstecke für Priester, die man in manchen großen Häusern angelegt hatte.

Diese Eiche wurde später von vielen Menschen aufgesucht, die sich gern als Souvenir ein Stück davon abbrachen, was letztlich zum Tode des Baumes führte.

Bei meinem Besuch von Boscobel House konnte ich im angeschlossenen Shop feststellen, dass man mit der königlichen Eiche auch heute noch Geschäfte machen kann, denn viele Souvenirs, die dort zum Verkauf stehen, sind mit der Royal Oak versehen.

Boscobel House  
Bishopswood
Boscobel Lane, Staffs ST19 9AR
Tel. 01902 850244

Boscobel House. - © Copyright Rob Farrow and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

 

 

Mein Buchtipp – Brian Hoey: We are amused – A Royal Miscellany

Foto meines Exemplares.

Foto meines Exemplares.

Die Hochzeit des Jahres ist vorbei. Die frisch gebackene Herzogin von Cambridge (früher Kate Middleton) muss sich jetzt wieder profaneren Dingen zuwenden wie z.B. die schmutzige Wäsche ihres Mannes waschen oder sich überlegen, was sie zum Abendessen kocht, während Prince William damit beschäftigt ist, seinen Hubschrauber sauber zu halten und dessen Rotoren zu ölen.

Wer nach all diesen royalen Festlichkeiten noch immer nicht genug vom britischen Königshaus hat, dem kann ich das Buch „We are amused: A Royal Miscellany“ (London: JR Books 2010, ISBN 978-1-906779-85-6) von Brian Hoey empfehlen. Hoey hat schon über 20 Bücher geschrieben, davon die meisten über die Royals wie „At home with the Queen“ oder „Life with the Queen“.
Sein neues Buch ist ein Lexikon nach dem Motto „Alles, was Sie schon immer über das Königshaus wissen wollten“. Es beginnt mit „A“ wie „Abdication and Accession„, also „Abdankung und Thronbesteigung“ und endet mit „Z“ wie „Zara Phillips„, der ältesten Enkelin der Queen. Dazwischen gibt es viel Interessantes zu lesen z.B. über die Gartenparties im Buckingham Palace, die Gehälter, die den Bediensteten bezahlt werden oder die (unrühmliche) Rolle der königlichen Corgies.

Eine informative Lektüre für alle Freunde des englisches Königshauses.

Published in: on 7. Mai 2011 at 04:00  Comments (1)  

The Royal Wedding und der britische Buchmarkt

Authors: Nick Warner und Alexandre Goulet. - This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license

Der 29. April und damit der Tag der Königlichen Hochzeit rückt immer näher und für diejenigen, die einfach nicht mehr warten können, bietet der britische Buchmarkt schon jetzt jede Menge Lesestoff über Prince William und Kate Middleton. Hier eine kleine Auswahl:

Julian Knight: The Royal Wedding for Dummies (John Wiley, ISBN 978-1119970309). „The fun, slightly irreverent guide to enjoying, understanding, and joining the festivities“.

William and Kate: The Royal Wedding (Ladybird, ISBN 978-1409310525). Auf bescheidenen 32 Seiten findet man hier Infos darüber, wie sich die beiden kennengelernt und verlobt haben und auch über die Hochzeit von Prince Charles und Lady Diana wird einiges gesagt. Für alle, die es kurz und knapp lieben.
Royal Wedding: William and Kate Dress-up Dolly Book (Sunbird, ISBN 978-1409390701). Wer das königliche Paar gern einmal aus- und wieder anziehen möchte, findet hier Anregungen.

Ian Lloyd: Invitation to the Royal Wedding (Carlton Books, ISBN  978-1847328236). Auch hier Informationen über Kennenlernen, Verlobung usw. und alles über den Ablauf des kommenden Hochzeitstages.

The Sun: William and Kate: A Royal Love Story (HarperCollins, ISBN 978-0007393800). Geschrieben vom Royal Correspondent der Sun, James Clench, und mit 150 Fotos versehen von Arthur Edwards, dem Royal Photographer der Sun.

Fiona Goble: Knit Your Own Royal Wedding (The Ivy Press, ISBN 978-1907332791). „Funny, cute, and easy enough for even a knitting novice to tackle – go on, get our your needles and help your favourite royals tie the knot!“ Stricken Sie sich doch einfach selber die Königliche Hochzeit.

Robert Sullivan: The Royal Wedding of Prince William and Kate Middleton (Life, ISBN 978-1603202152). Wie gehabt: Infos und Fotos vom königlichen Paar.

Mary Boone: Royal Romance, Modern Marriage: The Love Story of William and Kate (Triumph Books, ISBN 978-1600786051). Und noch einmal: Die Liebesgeschichte von William und Kate.

Published in: on 18. April 2011 at 04:00  Comments (1)  
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Mein Buchtipp – Phil Dampier & Ashley Walton: What’s in the Queen’s handbag and other Royal secrets

Foto meines Exemplares.

Foto meines Exemplares.

Wer sich dafür interessiert, was hinter den Mauern der königlichen Paläste so alles vor sich geht, dem kann ich Phil Dampiers und Ashley Waltons amüsantes Buch „What’s in the Queen’s handbag and other Royal secrets“ empfehlen.
Da gibt es z.B. ein Kapitel über die „Royal Wruffians„, die von der Queen (und wohl nur von ihr!) heiß geliebten Corgis, die, so wie es die Autoren beschreiben, richtige Biester zu sein scheinen. Darüber können zahlreiche Bedienstete der königlichen Paläste ein Klagelied singen. Wenn dann auch noch die Bullterrier von Princess Anne dazukommen, gibt es ein einziges Hauen und Stechen in der Hundeschar. Michael Avery illustriert das mit witzigen Zeichnungen.

Welche Rolle das Dienstpersonal spielt, wird in dem Kapitel „Servants: Upstairs and sometimes down the stairs“ ausführlich erläutert. Geringe Bezahlung und lange Arbeitsstunden sind hier offensichtlich die Regel. Hin und wieder wird dem Alkohol auch mehr zugesprochen als es geboten scheint. Da kam es schon einmal vor, dass während eines Staatsbanketts ein Bediensteter der Queen stark angetrunken eine Treppe, direkt vor die Füße der Monarchin fiel. Ihre Reaktion: „Would someone please come and pick…up, I think he’s a little under the weather“.

Interessant auch das Kapitel „Cars: Toot! Toot! Get out of our way!“, in dem das Fahrverhalten der Royals näher beleuchtet wird. Und damit sieht es gar nicht gut aus. Von der Queen selbst bis zu ihren Enkeln William und Harry wird ein sehr aggressiver und rücksichtsloser Fahrstil gepflegt, und da mussten schon Dutzende von Polizeibeamtenaugen zugedrückt werden, damit es nicht zu noch mehr Verwarnungen und Fahrverboten kam.

In weiteren Kapiteln geht es um die Pferdeliebe der Royals, um ihre Art Weihnachten zu feiern und um „Royal sneaks„, also ehemalige königliche Angestellte, die ihre Plappermäuler nicht halten konnten und in ihren Büchern intimste Geheimnisse des Königshauses ausplauderten.
Natürlich erfahren wir auch alles (wie es der Buchtitel schon sagt) über den Inhalt der royalen Handtasche.

Phil Dampier & Ashley Walton: What’s in the Queen’s handbag and other Royal secrets. Brighton: Book Guild Publishing 2007. 141 Seiten. ISBN: 978-1-84624-194-9

Published in: on 18. März 2011 at 04:00  Comments (1)  

The Duke of York Column in London – Zufluchtsort für einen überschuldeten Herzog?

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In (sicherer) Höhe von 37 Metern steht in Londons Zentrum auf einer Säule der Duke of York, zweitältester Sohn Georgs III. The Prince Frederick, Duke of York and Albany, so der korrekte Name, lebte von 1763 bis 1827, und war während der Koalitionskriege der Kommandeur der britischen Armee. Als er 1827 starb musste jeder Armeeangehörige auf einen Tageslohn verzichten, damit von diesem eingesparten Geld ein Denkmal für ihn gebaut werden konnte. Ob das alle Soldaten gut fanden, wage ich zu bezweifeln.
1833 wurde mit dem Bau des Monumentes begonnen und ein Jahr später wurde es vollendet. Der Standort: Waterloo Place in London, dort wo die Regent’s Street auf The Mall trifft.

Mit dem Entwurf der Säule wurde der Architekt Benjamin Dean Wyatt beauftragt, Sohn des berühmten James Wyatt. Die über vier Meter hohe Bronzestatue des Herzogs schuf der Bildhauer Sir Richard Westmacott.

In meinem Eingangssatz sprach ich davon, dass der Duke of York in sicherer Höhe von 37 Metern steht; in Sicherheit vor seinen Gläubigern, so böse Zungen, denn der Herzog hinterließ einen Schuldenberg von £2 Millionen, eine riesige Summe in der damaligen Zeit.

Man kann den Duke dort oben auch nicht mehr besuchen, denn, obwohl eine enge Wendeltreppe nach oben führt, ist die Aussichtsplatform aus Sicherheitsgründen schon lange geschlossen worden.

Und so sieht der Duke of York von nahem aus, gemalt von Sir Joshua Reynolds. - This image is in the public domain because its copyright has expired.

Die Queen und die Hoflieferanten, die für ihr leibliches Wohl sorgen

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Sainsbury oder Tesco sind Geschäfte, in denen man die Queen nie zu Gesicht bekommen wird, denn um Supermarkteinkäufe muss sie sich nicht kümmern. Sie hat ihre königlichen Hoflieferanten, die das Gewünschte ins Haus, oder besser in den Palast bringen. Hier einige Beispiele:

Den Frühstückstee nimmt die Queen morgens um 7.30 Uhr zu sich und der stammt von der Firma R. Twining & Co., einer Firma, die schon seit Jahrhunderten in London beheimatet ist. Die Milch, die sie für den Tee verwendet, kommt von der königlichen Molkerei in Windsor.
Der Frühstückshonig kommt von den Orkney Inseln, von der Farm Bruce Gories, während die Marmelade von der Firma Frank Cooper Ltd geliefert wird. Königlicher Brotlieferant ist Justin De Blank von der Londoner Walton Street.
Die königlichen Würstchen, die nur noch in Maßen auf den Tisch kommen, produziert Edwin Baxter aus Birchington in Kent nach einem alten Familienrezept.
Lieferant des Specks ist die Firma J.H. Dewhurst Ltd. vom Londoner Smithfield Market und der royale Fischhändler ist Eric Ruffell aus Romford.
Zu guter Letzt: Wenn im Buckingham Palast Senf auf den Tisch kommt, dann nur der berühmte aus dem Hause Colman’s.

Published in: on 4. Februar 2011 at 04:00  Schreibe einen Kommentar  

The Queen’s Christmas Message – Sie ist ein fester Bestandteil des englischen Weihnachtsfestes

 

Am kommenden Samstag, dem 25. Dezember um 15 Uhr englischer Zeit ist es wieder soweit: Die Queen wird dann wieder die alljährliche Weihnachtsansprache halten, die man im Fernsehen, im Radio und im Internet sehen und hören kann.
Die Queen’s Christmas Message ist ein fester Bestandteil des britischen Weihnachtsfestes, den sich die wenigsten entgehen lassen. Elizabeth II zieht in ihrer Weihnachtsansprache immer ein Resümee des vergangenen Jahres; so stand im letzten Jahr z.B. das Thema Commonwealth im Zentrum der Rede. In diesem Jahr dürfte wohl die anstehende Hochzeit ihres Enkels, Prince William, Erwähnung finden.

König Georg V begann diese Tradition im Jahr 1932 mit einer Radioansprache, die von der BBC ausgestrahlt und übrigens von Rudyard Kipling geschrieben wurde. Seit 1957 konnte man die Message auch im Fernsehen anschauen, die bis 1996 ausschließlich von der BBC in alle Welt ausgestrahlt wurde. Auf Anordnung der Queen durfte ab 1997 auch der Sender Independent Television News, im Wechsel mit der BBC, die Ansprache produzieren, die einige Tage vor Weihnachten aufgezeichnet wird.

Wer sich die diesjährige Weihnachtsansprache im Internet ansehen möchte, kann dies am ersten Weihnachtstag um 16 Uhr deutsche Zeit auf dem Royal Channel bei youtube ansehen. Hier ist die die Royal Christmas Message 2010.

…und hier die erste im Fernsehen übertragene aus dem Jahr 1957 aus Sandringham House.

HRH The Prince of Wales – Was (vielleicht) nicht jeder über Prince Charles und seine Titel weiß

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Prince Charles ist Heir Apparent, d.h. der Thronfolger in Großbritannien, das weiß jeder. Was aber vielleicht nicht jeder weiß, ist z.B. seine genaue Titelbezeichnung, die da lautet:
His Royal Highness, The Prince of Wales, Earl of Chester, Duke of Cornwall, Duke of Rothesay, Earl of Carrick, Baron of Renfrew, Lord of the Isles und Great Steward of Scotland.
Ob er das wohl alles auswendig weiß?

An Ehrentiteln besitzt der Prince of Wales auch einige:
Knight of the Garter (Träger des Hosenbandordens)
Knight of the Thistle (Schottischer Orden von der Distel)
Knight Grand Cross of the Order of the Bath (Bathorden; ein britischer Verdienstorden, der 1399 von König Heinrich IV. gestiftet wurde und mit dem heute in erster Linie hohe militärische und zivile Beamte ausgezeichnet werden)
Order of Merit (Ein Verdienstorden, um Persönlichkeiten zu ehren, die herausragende Leistungen beim Militär, in Wissenschaft, Kunst, Literatur oder auf anderen Gebieten erbracht haben)
Knight of the Order of Australia (Orden , der von Elisabeth II. als Königin von Australien am 14. Februar 1975 mit dem Ziel der entsprechenden Würdigung von Australiens Bürgern und anderen Personen für außerordentliche Dienste eingeführt wurde)
Companion of the Queen’s Service Order (Ein ziviler Verdienstorden, dessen Mitgliedschaft durch die Regierung von Neuseeland „für wertvolle ehrenamtliche Dienste an der Gemeinschaft oder verdienstvolle und treue Tätigkeiten für die Krone oder vergleichbare Dienste im öffentlichen Sektor, gleich ob als Gewählter oder Ernannter“ vergeben wird. Er wurde durch Königin Elisabeth II., in ihrer Eigenschaft als Staatsoberhaupt am 13. März 1975 geschaffen)
Privy Councillor (Eine Art Geheimrat, der die regierende Monarchin berät)
Personal Aide-de-Camp (Diesen Rang erhalten Mitglieder der königlichen Familie mit einem hohen militärischen Dienstgrad)

Prince Charles gehört übrigens mehr als 400 zivilen und militärischen Organisationen an, z.B. der Bible Society, dem Beaufort Polo Club, dem Glamorgan County Cricket Club oder auch der Dry-Stone Walling Association und der Round Tower Churches Society.
Bleibt da eigentlich noch Zeit für ein bisschen Privatleben?

Hier ein Film wie ein typischer Arbeitstag des Prinzen aussieht:

Published in: on 20. Dezember 2010 at 04:00  Schreibe einen Kommentar  
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Henry Poole & Co. – Royal Livery Maker in London

Die Uniformen der Bediensteten des englischen Königshofes kann man nicht von der Stange kaufen, dafür gibt es ein spezielles Geschäft in London. Henry Poole & Co. hat die Ehre, seit der Herrschaft Königin Victorias, das Königshaus mit Livreen zu beliefern. Seit 1869, als die Firma den Royal Warrant erhielt, tragen also die Diener, Chauffeure und andere Bedienstete des Hofes Dienstkleidung aus der noblen Savile Row, wo der Firmensitz des „Livery Tailors“ ist.

Doch nicht nur Livreen werden hier hergestellt, sondern auch exklusive Anzüge. „Bespoke Tailoring“ ist eine der Spezialitäten der Firma, d.h. die Anzüge werden exakt nach den Wünschen des Kunden in Absprache mit dem Schneider durchgeführt, so dass eine Passgenauigkeit garantiert wird.
Henry Poole bietet darüber hinaus auch die passenden Accessoires wie Krawatten, Manschettenknöpfe oder Regenschirme. Dass alle diese Gegenstände aus dem besten Material sind, versteht sich von selbst.

Wer nicht in London wohnt, kann sich von der Firma auch in seinem Heimatland beraten lassen und Aufträge erteilen, denn Henry Poole reist in der ganzen Welt herum und bietet seine Serviceleistungen in Hotels der großen Städte an, wo man sich in aller Ruhe Maß nehmen lassen kann.

Hier noch einmal die Adresse:

Henry Poole & Co
15 Savile Row
London W1S 3PJ

Published in: on 16. Dezember 2010 at 04:00  Schreibe einen Kommentar  

„Majesty“ – The Quality Royal Magazine

Wer sich über die königlichen Familien in der ganzen Welt und natürlich speziell die britische Royal Family informieren möchte, kann dies Monat für Monat mit der Zeitschrift „Majesty“ tun.
„“Majesty“ records all the important royal engagements and takes an in-depth look at the dramatic history of Britain’s monarchs„, so die Selbstdarstellung des Magazins. Chefredakteurin ist Ingrid Seward, eine ausgewiesene Spezialistin, die schon mehrere Bücher über das britische Königshaus geschrieben hat, z.B. „William & Harry: a portrait of two princes“ oder „The Queen and Di: the untold story“.

Die aktuelle Dezember-Ausgabe verkündet zwar schon die Verlobung von Prinz William und Kate Middleton, kann aber die offiziellen Verlobungs-Fotos noch nicht zeigen, weil die Ausgabe schon im Druck war; das wird aber im Januar nachgeholt.
Wer sich schon einmal mit William und Kate-Devotionalien eindecken möchte, kann dies im Shop von „Majesty“ tun, denn da werden bereits für Ende Januar Tassen, Teller und Untersetzer angeboten (für recht happige Preise!) mit dem Konterfei der beiden frisch Verlobten.

 

Published in: on 27. November 2010 at 04:00  Comments (1)  
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Heinrich VIII als Komponist – „Pastime with good company“

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Kurz nachdem König Heinrich VIII gekrönt wurde, versuchte er sich auch als Komponist und eines seiner bekanntesten Werke, das auch heute noch aufgeführt wird, ist das Lied „Pastime with good company„, auch „The King’s ballad“ genannt.
Von einem jungen Monarchen in der damaligen Zeit erwartete man, dass er viele Fähigkeiten besaß: Er sollte möglichst gut fechten können, ein guter Jäger sein, singen und eben auch komponieren können. Heinrich konnte das alles und dass sein „Pastime“-Lied nicht ganz so schlecht war, zeigt, dass es im 21. Jahrhundert noch lange nicht vergessen ist.
Man vermutet, dass Henry das Lied für seine erste Frau Catherine of Aragon geschrieben hat. Es handelt von den vielen Vergnügungen und Freizeitbeschäftigungen (Jagen, Singen, Tanzen) am königlichen Hofe und ist auch eine moralische Rechtfertigung dafür, denn wenn man seine Freizeit mit netten Menschen („good company“) verbringt, so ist das dem Müßiggang und dem Nichtstun vorzuziehen.

Das Folk-Rock Duo Blackmore’s Night und die Rockband Jethro Tull sind nur einige, die „Pastime with good company“ aufgenommen haben.
Hier eine Version der New World Renaissance Band.