Die „My Dear Mother Clock“ in Buckland in the Moor (Devon)

Photo © Guy Wareham (cc-by-sa/2.0)

Buckland in the Moor (gemeint ist das Dartmoor in Devon) ist ein kleines 100-Seelen-Dorf, das ich noch in Erinnerung habe, als ich an einem Sonntag, von Widecombe kommend, hindurchfuhr, und zwar in einer Kolonne von Fahrzeugen, die den winzigen Ort total verstopften. Die Bewohner lagen an dem warmen Tag in ihren Liegestühlen neben ihren wunderschönen, reetgedeckten Häusern (und hofften, dass der Spuk möglichst bald vorüber gehen möge).

Besucher des Dartmoors kommen gern nach Buckland, um sich die Dorfkirche St Peter’s anzusehen, die über eine Besonderheit verfügt: Die „My Dear Mother Clock„. Die Kirchturmuhr hat auf ihrem Ziffernblatt keine Ziffern, sondern stattdessen die zwölf Buchstaben „MY DEAR MOTHER“ in altenglischer Schrift. „MY Dear“ von 9 Uhr bis 2 Uhr, „MOTHER“ von 8 Uhr bis 3 Uhr. Verantwortlich für diese ungewöhnliche Uhr war Bucklands Lord of the Manor William Whitley, der sie 1931 anbringen ließ, in Erinnerung an seine kürzlich verstorbene Mutter. Angefertigt wurde die Uhr von der renommierten Firma John Smith and Sons aus Derby. Im Jahr 2004 wurden die Buchstaben der Uhr noch einmal neu bemalt, weil Wind und Wetter sie in Mitleidenschaft gezogen hatten.

Im Viertelstundentakt erklingt vom Turm das Glockenspiel „All things bright and beautiful„; ein Besuch der Kirche St Peter’s und Buckland in the Moor lohnt sich auf jeden Fall.

Hier ist ein Film über Buckland in the Moor und die Umgebung.

St Peter’s.
Photo © Graham Horn (cc-by-sa/2.0)
Das Church Cottage.
Photo © Chris Andrews (cc-by-sa/2.0)
Published in: on 10. September 2021 at 02:00  Kommentar verfassen  

Der eitle Vikar von St Swithun’s in Woodbury (Devon)

Photo © David Smith (cc-by-sa/2.0)

Der heilige Swithun von Winchester, der von 800 bis 862 gelebt hatte, gab der Gemeindekirche von Woodbury (Devon) seinen Namen, einem Dorf südöstlich von Exeter. Mitte des 19. Jahrhunderts war ein Vikar mit dem schönen Namen Loveband Parminter für die Belange seiner Schäfchen zuständig. Loveband war ein recht eitler Mann, und er liebte es, sich bei den Gottesdiensten in seiner Kirche zur Geltung zu bringen, gerade wenn junge Frauen anwesend waren (damals geschah das wohl noch, im Gegensatz zu heute). Dummerweise stand einer der bedeutendsten Gegenstände der Kirche, neben dem Taufbecken und der Kanzel, der Lettner im Wege, um den Vikar in seiner vollen Schönheit betrachten zu können. Für diejenigen, die nicht wissen, was ein Lettner (englisch: rood screen) ist, hier die Definition der Wikipedia:

„Der Lettner…ist eine steinerne oder hölzerne, mannshohe bis fast raumhohe Schranke, die vor allem in Domen, Kloster- und Stiftskirchen den Raum für das Priester- oder Mönchskollegium vom übrigen Kirchenraum, der für die Laien bestimmt war, abtrennte“.

Um das Blickfeld von der Gemeinde zu ihrem Vikar zu verbessern, beauftragte Loveband einen örtlichen Schreiner damit, den Lettner radikal zu kürzen. Der Mann verweigerte sich aber diesem Auftrag, denn er wollte nicht dafür in Rechenschaft gezogen werden, dieses alte Kirchenteil verunstaltet zu haben. Also legte Loveband selbst Hand an. Schnell sprach es sich bis zu seinem Vorgesetzten, dem Bischof von Exeter, herum, dass da jemand seiner Leute unter die Vandalen gegangen war. Der Bischof verlangte eine umgehende Entschuldigung, außerdem musste der Vikar den entstandenen Schaden, beziehungsweise die Behebung desselben, aus eigener Tasche bezahlen.

Loveband Parminter konnte froh sein, dass ihn der Bischof nicht von seinen Pflichten befreite, er blieb auch weiterhin Vikar von St Swithun’s.

Published in: on 5. August 2021 at 02:00  Kommentar verfassen  

Die Superlative der Liverpool Cathedral

Photo © David Dixon (cc-by-sa/2.0)

In Liverpool stehen zwei Kathedralen nicht weit voneinander entfernt: Die katholische Liverpool Metropolitan Cathedral und die anglikanische Liverpool Cathedral mit deren Superlativen ich mich heute beschäftigen möchte.

Der gewaltige neugotische Bau trägt die Handschrift des Architekten Giles Gilbert Scott (1880-1960), der unter anderem durch den Entwurf der roten Telefonzellen berühmt wurde. 1904 erfolgte die Grundsteinlegung, 1924 wurde die Kathedrale geweiht, richtig fertiggestellt aber erst 1978.

Die Liverpool Cathedral ist das größte Gotteshaus in Großbritannien und befindet sich weltweit unter den Top Ten, was die Größe anbelangt. Von der Länge der Kirche her steht sie mit 189 Metern nur dem Petersdom in Rom nach, der 211 Meter lang ist.
Der Kirchturm ist ebenfalls bemerkenswert, denn mit einer Höhe von 101 Metern ist er der höchste der Welt, von denen die keine Spitze haben, gleichzeitig ist er der größte Glockenturm der Welt, der auch die schwersten Glocken der Welt beherbergt. Die dreizehn sogenannten Bartlett Bells haben ein Gewicht von etwas über sechzehn Tonnen und umrahmen die Hauptglocke, Great George genannt, die mit einem Gewicht von über vierzehn Tonnen zu den drei schwersten Großbritanniens gehört.

Ein weiteres Superlativ der Liverpool Cathedral ist die gewaltige Orgel, mit 10,268 Pfeifen die größte ihrer Art im ganzen Land.

One of the great buildings of the world“ ist die Meinung von Sir John Betjeman, die vielleicht faszinierendste Kirche Großbritanniens.

Die Kathedrale ist zur Zeit täglich von 10 Uhr bis 17 Uhr geöffnet, sonntags von 12 Uhr bis 17 Uhr. Der Eintritt ist frei, aber man wird auf eine Spende hingewiesen, die £5 betragen sollte.

Hier ist ein virtueller Rundgang durch die Kirche.

Der gewaltige Kirchturm.
Photo © David Dixon (cc-by-sa/2.0)
Die Glocken der Kathedrale.
Photo © Chris Downer (cc-by-sa/2.0)
Die Orgel.
Author: Anosmia. Creative Commons 2.0

Published in: on 19. Juli 2021 at 02:00  Comments (2)  

„The Ringing World“- Das Fachblatt aller britischen Bellringer

Bellringer bei der Arbeit in St Mary and St Gabriel in South Harting (West Sussex).
Photo © Basher Eyre (cc-by-sa/2.0)

Glöckner ist eigentlich die Übersetzung des englischen „bell ringer„, aber irgendwie trifft es das nicht so richtig. Man denkt unwillkürlich an den Glöckner von Notre Dame. Bleiben wir bei „bell ringer“, die in den Kirchen Großbritanniens eine wichtige Rolle spielen. Sie üben eine Kunst aus, die seit Jahrhunderten gepflegt wird; und auch sie haben natürlich eine Fachzeitschrift, die in diesem Jahr ihr einhundertzehntes Bestehen feierte: „The Ringing World„.

Am 24. März 1911 erschien die erste Ausgabe und bisher sind über 5000 Hefte veröffentlicht worden.  Die Zeitschrift erscheint wöchentlich und die meisten „Glockenläuter“ des Landes dürften das Blatt abonniert haben, denn „The Ringing World“ ist das Fachorgan des „Central Council of Church Bell Ringers„.

Es ist schon erstaunlich, was es alles aus der Welt des Glockenläutens zu berichten gibt. Hier ein paar Beispiele aus den letzten Heften :
– Bats, Belfries, Bellringers and Coronaviruses
– The bells and ringers of St Mary’s Ely
– Tolling for the Duke of Edinburgh’s funeral at the Curfew Tower, Windsor Castle

In der TV-Krimiserie „Inspector Barnaby“ gibt es eine großartige Folge mit dem Titel Ring out your dead“ (dt. „Glockenschlag zum Mord“) mit dem überragenden Adrian Scarborough, in der das Glockenläuten im Mittelpunkt der Handlung steht und in der es am Ende einige „bell ringer“ im Midsomer County weniger gibt.

Ich erinnere mich noch an einen wunderschönen Sonntagvormittag, als wir mit unserem Narrowboat von Bidford-on-Avon weiterfuhren und unsere Fahrt vom Klang der Glocken von St Laurence begleitet wurde; es war eine wunderschöne Stimmung!

Hier ist ein Film über die Kunst des bellringing.

The Ringing World Ltd
35A High St
Andover
SP10 1LJ

Das Buch zum Artikel:
John Camp: Bells and Bellringing. Shire Publications Ltd 2005. 64 Seiten. ISBN 978-0747803263.

Published in: on 5. Juli 2021 at 02:00  Comments (4)  

Die St Catherine’s Chapel bei Abbotsbury in Dorset – Ziel für partnersuchende Frauen

Photo © Edmund Shaw (cc-by-sa/2.0)

Unverheiratete Frauen in der Region Abbotsbury in der südenglischen Grafschaft Dorset, die einen Partner suchen, brauchen kein Datingportal wie Tinder, Parship oder EliteSingles. Statt sich vor den PC zu setzen und dort einen Partner zu suchen, machen sie sich lieber auf den Weg zur St Catherine’s Chapel hoch über dem Küstenort gelegen und versuchen dort ihr Glück. Nicht, dass sich dort etwa ebenfalls partnerinnensuchende Männer aufhalten, nein, das läuft dort oben anders ab. Saint Catherine war die Schutzpatronin unverheirateter Frauen und Jungfrauen und die Kapelle wurde ihr geweiht. Irgendwann im 14. Jahrhundert wurde sie als Rückzugsort von den Benediktinermönchen der Abbotsbury Abbey gebaut. In der Einsamkeit des Hügels hatte man die Möglichkeit, wieder zu sich selbst zu finden.

Frauen kommen zur Kapelle mit handgeschriebenen Briefchen, in denen sie die Schutzpatronin in Gebeten um Hilfe bitten, nun endlich den Richtigen finden. Sehr beliebt waren/sind folgende Zeilen:
A husband, St Catherine,
A handsome one, St Catherine,
A rich one, St Catherine,
A nice one, St Catherine,
And soon, St Catherine.

Ganz schön fordernd finde ich. Gut aussehend, reich, nett, und das auch noch so schnell wie möglich. Da muss sich die Heilige aber gewaltig ins Zeug legen, um diese Wünsche zu erfüllen. Leider kann ich nicht sagen, ob die hilfesuchenden Damen von der Heiligen per Email benachrichtigt werden, wenn sie fündig geworden ist.

Von der St Catherine’s Chapel aus hat man einen grandiosen Blick auf die Küste Dorsets, den Chesil Beach und die Isle of Portland.

Die Sängerin P. J. Harvey, die aus Abbotsbury stammt, beschäftigt sich in ihrem Song „The Wind“ mit der Heiligen und der Kapelle („Catherine liked high places…Here she built a chapel…“). Leider wurde das Video nicht hier gedreht, sondern in New York.

Photo © Gillian Thomas (cc-by-sa/2.0)


Published in: on 4. Juli 2021 at 02:00  Kommentar verfassen  

Beer in Devon und die älteste Wurlitzerorgel in Großbritannien

Beer ist ein Dorf an der Südküste von Devon mit einem sehr netten Namen, ein Traumwohnort für alle Biertrinker. Doch um dieses Thema geht es in meinem heutigen Blogeintrag nicht, sondern um Großbritanniens älteste Wurlitzerorgel, die in der Congregational Church in der Fore Street ihre letzte Heimstätte gefunden hat.

Als es noch keine Tonfilme gab, wurden in den Kinos die Stummfilme gern mit Musik untermalt, unter anderem mit Hilfe der in den USA hergestellten Wurlitzer theatre organs. Unsere Wurlitzer Opus Number 956 in Beer wurde bereits 1924 gebaut und zwar in North Tonawanda im US-Bundesstaat New York. Per Schiff kam sie nach Southampton, und von dort wurde sie in das The Picture House in Walsall in den West Midlands transportiert. Ihre Premiere feierte sie am 26. Januar 1925, als sie die Hintergrundmusik zu dem Film „Claude Duval“ mit Fay Compton und Nigel Barrie lieferte.

Die Wurlitzer versah von nun an für viele Jahre ihren Dienst im Picture House, auch als das Zeitalter der Tonfilme anbrach. Da wurde sie in den Pausen gespielt, oder Organisten waren an ihr für Soloauftritte zu hören. 1955 sah man keinen Verwendungszeck mehr für die Orgel, und das Gerät fand für zwei Jahre einen Unterschlupf in einem Privathaus in Sedgley, nicht weit von Walsall entfernt.
Von dort aus gelangte die Wurlitzer schließlich an die Südküste von Devon, wo sie in der  Congregational Church in Beer installiert wurde; allerdings entfernte man dort alle Showeffekte, die die Orgel während ihres Kinolebens hatte.

Im Jahr 2009 erhielt die Wurlitzer eine Generalüberholung, wofür ein extra dafür gegründeter Zusammenschluss von Freunden dieser alten Orgel gesorgt und Geld gesammelt hatte. Heute kann man die Wurlitzer bei mehreren jährlichen Veranstaltungen hören, wenn sie von Organisten aus dem ganzen Land gespielt wird.

Die Congregational Church in Beer (Devon).
Photo © Anthony Vosper (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 22. Juni 2021 at 02:00  Comments (1)  

Die Teufelstüren in englischen Kirchen

Die Devil’s door der St Andrew’s Church in Pickworth (Lincolnshire).
Photo © Richard Croft (cc-by-sa/2.0)

Die Devil’s door, die Teufelstür, war eine Einrichtung an der Nordwand in Kirchen aus der frühchristlichen Zeit Englands, besonders in den Grafschaften East und West Sussex. Dieser nördliche Teil der Kirchen galt früher als dem Teufel gehörend, während der Haupteingang in der Regel auf der Südseite war. Um dem Teufel nun die Flucht aus der Kirche zu ermöglichen, wurde in manchen Kirchen diese Tür eingebaut. Man öffnete sie nur bei Kindstaufen, denn es herrschte damals die Auffassung, dass der Teufel in der Seele eines ungetauften Kindes wohnte, und während des Taufaktes wurde er vertrieben und musste die Kirche schnellstmöglich verlassen, was er dann durch die Teufelstür auch tat. Anschließend schloss man die Tür sofort wieder. Im Laufe der Zeit wurden die meisten „devil’s doors“ zugemauert, so dass der Teufel keine Möglichkeit hatte, das Gotteshaus wieder zu betreten. Wohin mag der Teufel sich dann bei den nächsten Taufen verkrümelt haben, wenn die Nordtür zu war?

St Nicholas in Worth (West Sussex)
Author: Hassocks5489
This work is released into the public domain.
In diese verrammelte Tür kommt der Teufel bestimmt nicht herein. Holy Trinity in Blythburg (Suffolk).
Author: Spencer Means
Creative Commons 2.0
Die zugemauerte einstige Teufelstür mit neuem Verwendungszweck in St Michael and All Angels in Edenham (Lincolnshire).
Photo © Bob Harvey (cc-by-sa/2.0)
Published in: on 9. Juni 2021 at 02:00  Comments (1)  

Eilmer – Der fliegende Mönch von der Malmesbury Abbey in Wiltshire

Die Malmesbury Abbey.
Photo © Pam Brophy (cc-by-sa/2.0)

Der Benediktinermönch Eilmer von Malmesbury, der im 11. Jahrhundert gelebt hatte und in der Malmesbury Abbey tätig war, hätte sich nie im Leben vorstellen können, dass eine Aktion von ihm noch tausend Jahre später Auswirkungen auf seine Stadt in Wiltshire haben würde. Was war damals geschehen?

Eilmer war schon seit seiner Kindheit von der Geschichte des Daidalos fasziniert, der laut griechischer Mythologie sich aus Vogelfedern und Wachs Flügel gebastelt hatte, mit denen er fliegen konnte. Während sein Sohn Ikarus mit seinem Flügelpaar abstürzte, weil er der Sonne zu nahe gekommen war und das Wachs schmolz, überlebte Daidalos seinen Flug.
Elmer überlegte immer wieder, ob er nicht auch einen ähnlichen Flugversuch unternehmen sollte und eines Tages war es dann tatsächlich so weit: Der Mönch kletterte auf einen Turm der Abtei, schnallte sich seine selbstgebauten Flügel um und sprang. Leider waren die Flügel nicht optimal gestaltet, so fehlte eine Steuervorrichtung am Ende seines Flugapparates mit der er das Gleichgewicht hätte halten können. Trotzdem flog Eilmer etwa 200 Meter weit, brach sich bei der Landung zwar beide Beine, aber überlebte. Späteren Nachahmern erging es dabei wesentlich schlechter.

In den Abbey Gardens von Malmesbury gibt es eine Skulptur von Eilmer und ein Kirchenfenster in der Abtei zeigt den Mönch mit zwei Flügeln in der Hand. Der Fußballverein Malmesbury Victoria Football Club trägt seine Spiele auf dem Flying Monk Fußballplatz aus, eine Druckerei in der Stadt heißt Flying Monk Graphics und dann gibt es noch eine Brauerei außerhalb von Malmesbury mit dem Namen Flying Monk Brewery, deren Biernamen auch einen Bezug zu dem Benediktinermönch haben wie Elmers (hier hat man das „i“ weggelassen) und Mighty Monk. Die Biergläser der Brauerei ziert ein stilisierter geflügelter Mönch.

Ein Besuch der Malmesbury Abbey lohnt sich, was auch für die Abbey Gardens gilt.

Siehe auch zum Thema Malmesbury meine Blogeinträge über das Grab der Hannah Twynnoys, den Pub The Smoking Dog, Großbritanniens erste Stadt der Philosophie und die Abbey House Gardens mit ihren früheren nackten Gärtnern.

Eilmer in den Abbey House Gardens.
Author: Jim Linwood
Creative Commons 2.0
Das Kirchenfenster in der Abbey.
Author: Radicalrobbo
Creative Commons 3.0
Photo © Jaggery (cc-by-sa/2.0)
Published in: on 4. Juni 2021 at 02:00  Kommentar verfassen  

Die Weihrauchspezialisten von der Prinknash Abbey in Gloucestershire

Author: Lamerie
Creative Commons 2.0

„Weihrauch ist ein luftgetrocknetes Gummiharz. Es entwickelt beim Verglühen (Räuchern) einen aromatisch duftenden Rauch und wird in verschiedenen Religionen, auch der römisch-katholischen und orthodoxen Kirche seit Mitte des ersten Jahrtausends bei Kulthandlungen verwendet“, so die Wikipedia. Gewonnen wird Weihrauch überwiegend in vorderasiatischen und nordafrikanischen Regionen.

Die Herstellung von Weihrauch ist ein Spezialgebiet der Mönche der Prinknash Abbey nahe des Dorfes Cranham in der Grafschaft Gloucestershire. Schon seit dem Jahr 1906 beschäftigen sich die Benediktinermönche damit und sind jetzt die ältesten Weihrauchproduzenten in Europa, die ihre Produkte in die ganze Welt versenden. Acht verschiedene Sorten stellen die Mönche her, darunter die Geruchsnoten „Vatican Incense„, „Cathedral Incense“ und „Basilica Incense„, jeweils mit unterschiedlichen Ölen und Gewürzen gemischt. Ein Pfundpäckchen kostet etwa zwischen £13 und £18.
Dieser Film zeigt die Herstellungsmethoden von Weihrauch im Kloster.

Besucher der Prinknash Abbey haben Zutritt zum Garten, zum Friedhof und zum Abbey Shop, in dem man seine Weihrauchvorräte wieder aufstocken, aber auch Devotionalien unterschiedlicher Art kaufen kann (auch After Shave von Caldey Island, wo die Mönche ursprünglich herkamen, steht in den Regalen).

Die Zahl der Mönche in der Abtei in Gloucestershire hat im Laufe der Jahrzehnte immer mehr abgenommen. Von anfangs 25 sind nur noch 9 übergeblieben.

Weihrauchharz
This work has been released into the public domain

Published in: on 7. Mai 2021 at 02:00  Kommentar verfassen  

Der prähistorische Monolith auf dem Kirchhof von All Saints in Rudston in East Yorkshire

Photo © G Laird (cc-by-sa/2.0)

Die Gräber auf dem Kirchhof von All Saints in Rudston (East Yorkshire), einem kleinen Dorf zwischen Driffield und Bridlington, werden überragt von einem riesigen prähistorischen Monolithen. Er ist höher als die Steine in Stonehenge, zu denen die Menschenmassen täglich strömen, aber wesentlich unbekannter. So hat man meistens den mysteriösen Felsen ganz für sich allein. Der Rudston Monolith ist schätzungsweise 4000 Jahre alt, acht Meter hoch und vierzig Tonnen schwer. Es wird vermutet, dass der Fels mehrere Meter tief im Boden verankert ist. Er besteht aus Sandstein, was darauf hindeutet, dass sein Ursprung 15 Kilometer nördlich an der Cayton Bay zu finden ist, wo der gleiche Typ Sandstein existiert. Wie soll der große Brocken aber von dort hierher nach Rudston transportiert worden sein und warum? Großbritanniens höchster „standing stone“ wird aller Wahrscheinlichkeit nach ursprünglich eine Kultstätte gewesen sein, die später weiter von den Christen übernommen wurde, indem man ein Kreuz an dem Felsen anbrachte. Bei Grabungsarbeiten im 18. Jahrhundert wurden an der Basis des Steins menschliche Schädel gefunden, was darauf hindeutet, dass hier in vorchristlicher Zeit Menschen geopfert worden sind.
Seit 1935 steht der Rudston Monolith unter Denkmalschutz. Hier ist ein Film über ihn.

Die All Saints Kirche ist im 14. Jahrhundert erbaut worden, an der Stelle an der schon einmal eine Kirche stand. Besonders stolz ist man hier auf den Taufstein, der aus normannischer Zeit stammt und kunstvoll verziert ist.

Die All Saints Church und der Monolith.
Photo © Stephen Horncastle (cc-by-sa/2.0)
Der Taufstein in der All Saints Church.
Photo © Ian S (cc-by-sa/2.0)
Published in: on 18. April 2021 at 02:00  Comments (4)  

Die St Nicholas Church in Lower Oddington (Gloucestershire) und das Jüngste Gericht

Photo © AJD (cc-by-sa/2.0)

Heute begeben wir uns mitten in die Cotswolds, nach Lower Oddington in die Grafschaft Gloucestershire. Zur Orientierung: Das kleine Dorf liegt östlich von Stow-on-the-Wold an der A436. Ein paar hundert Meter vom Ort entfernt, an der Church Road, findet man die St Nicholas Church, mit deren Bau man irgendwann im 12. Jahrhundert begonnen hatte. Diese ruhig gelegene Kirche hat sich vor allem durch ihre sogenannten „doom paintings“ einen Namen erworben, das sind Wandmalereien, die das Thema „Jüngstes Gericht“ darstellen. Die Malereien in St Nicholas stammen aus dem 15. Jahrhundert. Sie wurden zur Reformationszeit übermalt, doch 1969 wiederhergestellt. Zu sehen sind Jesus, flankiert von den Aposteln, darunter zwei Engel, die in Trompeten blasen, um die Toten aufzuerwecken. Darunter wiederum sieht man die aus den Gräbern wiederauferstandenen Toten, die auf das Jüngste Gericht warten. Die auf der linken Seite stehenden, dürfen sich auf den Himmel freuen, die auf der rechten Seite müssen leider in die Hölle, wo der Teufel schon auf sie wartet.

Seit 1852 finden keine regelmäßigen Gottesdienste mehr in St Nicholas statt; die Kirche ist unbeheizt und hat kein elektrisches Licht. Wenn zur Weihnachtszeit einmal Gottesdienste abgehalten werden, so geschieht das bei Kerzenschein.

Dieser Film zeigt einen Besuch der Kirche in Lower Oddington.

Das „doom painting“.
Author: UGArdener
Creative Commons 2.0
Ein Engel bläst zum Jüngsten Tag.
Author: michaelday_bath
Creative Commons 2.0

Published in: on 12. April 2021 at 02:00  Comments (3)  

Die uralten steinernen „Asylsessel“ im Beverley Minster (East Riding of Yorkshire) und in der Hexham Abbey (Northumberland)

Der Sanctuary Chair im Beverley Minster
Photo © Mike Kirby (cc-by-sa/2.0)

Bevor Heinrich VIII. ein Schlussstrich unter die Möglichkeit zog, dass sich Menschen auf der Flucht vor den Strafvollzugsbehörden in Kirchen Asyl suchen konnten, boten Gotteshäuser solch einen Weg an, dem Gesetz zumindest eine Zeit lang zu entkommen.

Meines Wissens gibt es in England nur noch zwei Kirchen, die einen sogenannten „sanctuary chair„, auch Frith stool genannt, besitzen. Hatte man auf diesem steinernen „Asylsessel“ einmal Platz genommen, saß man unter dem Schutzschirm der jeweiligen Kirche.
Im Beverley Minster im Osten von Yorkshire, einer sehenswerten Kirche, die es mit vielen Kathedralen des Landes aufnehmen kann, steht ein derartiger „sanctuary chair“. Die Ursprünge des Beverley Minsters gehen auf John of Beverley zurück, der im 8. Jahrhundert lebte, und Bischof von Hexham in Northumberland und Bischof von York war.

Man schätzt, dass der steinerne Stuhl noch älter als das gegenwärtige Münster ist, dessen Bau nach dem großen Brand von 1188 begonnen wurde, der die bisherige Kirche komplett vernichtete. Der Stuhl steht auf der linken Seite des Hochaltars.
In den meisten Fällen galt das Kirchenasyl für vierzig Tage. Nach Ablauf dieser Zeit gab es zwei Möglichkeiten für den Geflüchteten: Entweder stellte er sich den Behörden oder er beichtete seine Straftat der Kirche und musste daraufhin auf dem schnellsten Wege das Land verlassen. Natürlich gab es auch einige, die die letztere Variante vorzogen, aber im Land blieben und sich wieder ihrer kriminellen Laufbahn widmeten. Wurden sie dann geschnappt, mussten sie mit sehr strengen Strafen rechnen.

Der zweite noch erhaltene „sanctuary chair“ ist in der Hexham Abbey in der Grafschaft Northumberland zu finden. Ursprünglich soll er als Sitz der Bischöfe gedient haben. Er ist nicht, wie in Beverley, neben dem Hochaltar zu finden, sondern mitten im Chor der Abteikirche.

Und der zweite Sanctuary Chair in der Hexham Abbey.
Photo © Mike Quinn (cc-by-sa/2.0)
Published in: on 6. April 2021 at 02:00  Kommentar verfassen  

Die Hailes Abbey bei Winchcombe in Gloucestershire – Einst eine Pilgerstätte mit einer ganz besonderen Reliquie

Ruinen von alten Bauwerken haben oft etwas Romantisches an sich, das gilt auch für die Ruinen der Hailes Abbey nahe der Kleinstadt Winchcombe in der Grafschaft Gloucestershire. Heinrich VIII löste auch diese ehemalige Zisterzienser Abtei im Jahre 1539 auf. Die dem National Trust gehörende Ruine beherbergt heute ein Museum, in dem Überbleibsel aus der Abtei zu sehen sind wie dieser Film zeigt.

Die Hailes Abbey war viele Jahre lang das Ziel wahrer Pilgerscharen, die einen Schatz sehen wollten, den es wohl nur hier gab: Das Blut von Jesus Christus, aufgefangen als er am Kreuz hing. Am 14. September 1270 ging diese Reliquie in den Besitz der Abtei über, und da sie etwas ganz besonderes war, ergänzte man die Kirche mit einem eigenen Anbau speziell für das Heilige Blut. Es sprach sich schnell unter den Gläubigen des Landes herum, dass die Reliquie Wunder vollbringen könnte wie zum Beispiel Kranke heilen oder sogar Tote wieder ins Leben zurückbringen. Die Zisterzienser freuten sich sehr über die Pilgermassen, trugen sie doch dazu bei, den Unterhalt für die Abtei zu gewährleisten. Gar nicht gut fanden es die Mönche, wenn manche Priester im Lande Zweifel an der Echtheit des Blutes äußerten, und so wurden Geschichten in die Welt gesetzt wie es diesen Zweiflern erging. Bei dem einen soll während der Messe der Messwein angefangen haben zu kochen, bei einem anderen blutete sein Gebetbuch. Man tat alles dafür, dass die Pilgerbewegung nicht abriss.

Dann, zu Zeiten Heinrichs VIII, ging es der Reliquie an den Kragen. Beauftragte des Königs untersuchten sie und kamen zu dem Schluss, dass sie nur eine klebrige Masse enthielt, aber kein Blut. Sie nahmen die Reliquie mit nach London, wo der Bischof von Rochester behauptete, der Inhalt bestünde aus Honig vermischt mit Saffran. Ein anderer hoher Würdenträger hielt den Inhalt für Entenblut. Letztendlich offenbarte der Abt von Hailes, dass es sich wirklich um einen Schwindel gehandelt hatte, die Reliquie war nicht echt, man brauchte die Pilger, um die Abtei am Leben zu erhalten. Zu Weihnachten des Jahres 1539 wurde die Hailes Abbey aufgelöst. Die Kirche wurde abgerissen, andere Teile als Wohnungen verwendet. Doch nach und nach verfiel die Anlage und Unkraut überwucherte die Mauerreste. 1937 nahm sich der National Trust der ehemaligen Abtei an, und der English Heritage kümmert sich um den Erhalt.

Informationen über die Öffnungszeiten und die Eintrittspreise sind hier zu finden.

Die Lancing College Chapel in West Sussex – Die Kirche der Superlative

Während das Mädcheninternat Roedean, das ich vor einigen Tagen vorstellte, östlich von Brighton liegt, findet man das Lancing College wenige Kilometer westlich von Brighton an der A27. Es ist eine Boarding School für Jungen und Mädchen, die 1848 gegründet wurde. Zu den ehemaligen Schülern zählen unter anderem die Schriftsteller Tom Sharpe, Evelyn Waugh und Stuart Cloete, der Schauspieler George Baker, viele Bischöfe und hohe Militärs, der Archäologe (und Agatha Christie-Ehemann) Sir Max Mallowan und viele weitere mehr. Mädchen wurden erst ab 1970 zugelassen. Die Zahl der Schülerinnen und Schüler liegt bei etwas unter 600. Die Schulgebühren pro Trimester betragen £12 355. Dieser Film zeigt das Leben im College.

Das Lancing College verfügt über eine Kirche, die in England ihresgleichen sucht. Der Bau der grandiosen College Chapel begann im Jahr 1868, entworfen haben sie die beiden Architekten Richard Herbert Carpenter und William Slater im Gothic Revival-Stil. Entstanden ist die größte Schulkapelle weltweit. Das Kirchenschiff hat eine Höhe von 27 Metern und kann da mit den meisten englischen Kathedralen mithalten. Der ursprünglich geplante Turm sollte sogar 90 Meter hoch sein, wurde aber nicht gebaut. Gleich drei Orgeln sind in der Kirche installiert worden und dann gibt es noch ein weiteres Superlativ: Das Rosenfenster. Es ist mit etwa zehn Metern Durchmesser das größte Rosenfenster England, designt und 1977 fertiggestellt von Stephen Ernest Dykes Bower, dessen Werke in vielen englischen Kathedralen zu finden sind.

Das Lancing College war die optimale Kulisse für die Dreharbeiten des Films „Old Boys“ aus dem Jahr 2018. Hier ist der Trailer.

Das größte Rosenfenster Englands.
Photo © Rob Farrow (cc-by-sa/2.0)

 

Published in: on 4. März 2021 at 02:00  Comments (1)  
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Der St Alban’s Tower in der Londoner Wood Street – Ein Kirchturm, verloren zwischen Hochhäusern

Es gibt zwei Ereignisse in der Geschichte Londons, die den Kirchen der Stadt besonders großen Schaden zugefügt haben: Der Große Brand von London im Jahr 1666 und die Luftangriffe der deutschen Luftwaffe, The Blitz, 1941/42. Jedes Mal wurden zahlreiche Kirchen in Schutt und Asche gelegt, einige riss man komplett ab, einige baute man wieder auf.

Die Kirche St Alban’s in der Wood Street in der City of London, benannt nach dem Heiligen Alban, dem ersten christlichen Märtyrer auf der Insel, ereilte beide Schicksale. Sie fiel dem Großen Brand zum Opfer und wurde von niemand anderem als dem Stararchitekten seiner Zeit, Sir Christopher Wren, wieder aufgebaut und zwar in dem sogenannten Perpendicular Gothic-Stil. 1685 war die Kirche fertig gestellt und nahm ihren Dienst wieder auf. Ein weiterer Stararchitekt, Sir George Gilbert Scott, nahm sie sich 1858/59 noch einmal vor und restaurierte sie. Und dann ereilte St Alban’s der zweite Schicksalsschlag, als sie am 29. Dezember 1940 von einer Bombe getroffen wurde, die ein deutsches Flugzeug über London abgeworfen hatte. Dieses Mal lohnte ein Wiederaufbau nicht, da alles in Trümmern lag…bis auf den Kirchturm, der  auf wundersame Weise stehengeblieben war. In den 1960er Jahren räumte man die Reste der Kirche ab, die Glocken sind auch längst abgehängt worden und in den 1980er Jahren entstand aus dem alten Turm ein privates Wohngebäude. Das Ungewöhnliche daran ist, dass der St Alban’s Tower mitten auf einer Verkehrsinsel steht und der Verkehr auf beiden Seiten um das alte Gemäuer herumgeleitet wird.  Um den Turm herum sind im Laufe der Jahre Hochhäuser entstanden, wodurch er etwas verloren wirkt, ein Relikt aus einer früheren Zeit.

Der St Alban’s Tower diente in dem 2009 erschienen Spielfilm „St Trinian’s 2: The Legend of Fritton’s Gold“ (dt. „Die Girls von St Trinian 2: Auf Schatzsuche“), den ich ziemlich albern fand, als Hauptquartier der Geheimgesellschaft AD1. Die Außenaufnahmen wurden hier in der Wood Street gedreht.

Englische Kathedralen und ihre Zweckentfremdung als Corona-Impfzentren

Salisbury Cathedral.
Photo © Philip Halling (cc-by-sa/2.0)

Kurz vor Weihnachten schrieb ich in meinem Blog über die vier Corona-Zonen in England und da befand sich die Isle of Wight noch in Zone 1, also mit relativ geringen Ansteckungszahlen. Das hat sich jetzt drastisch geändert, denn plötzlich befindet sich die Insel vor der Küste Hampshires in Tier 4, das heißt, sie hat sehr hohe Neuinfektionen gemeldet, eingeschleppt von Besuchern des Festlands, die sich auf der Isle of Wight amüsieren wollten. England ächzt unter der Corona-Last, die Inzidenz liegt hier wesentlich höher als (zurzeit!) in Deutschland. Im Großraum London und in Essex liegt der Inzidenzwert teilweise bei über 1000. Die Krankenhäuser sind an der Belastungsgrenze,  Krankenschwestern kündigen, weil sie den Stress physisch und psychisch nicht mehr aushalten können, also setzt die Regierung jetzt alles auf eine groß angelegte Impfkampagne. Impfzentren stehen bereit, Apotheken in den High Streets wie die beiden Filialisten Boots und Superdrug bieten Impfungen an, zu den ersten gehörten Boots in Halifax (West Yorkshire) und Superdrug in Guildford (Surrey).

Da man bei der größten Impfaktion in der Geschichte Englands nach geeigneten Räumlichkeiten sucht, haben dafür jetzt einige Kathedralen ihre Pforten geöffnet. Die Church of England stellt mehrere ihrer Kirchen zum Impfen und auch zum Testen zur Verfügung wie die Salisbury Cathedral in Hampshire. Manchmal wird dabei sogar die Orgel gespielt, was eine ganz spezielle Atmosphäre schafft.

Eine weitere Kathedrale mit Impfzentrum ist die Lichfield Cathedral in Staffordshire. Schon am ersten Tag bildeten sich vor und in der Kirche lange Schlangen von Impfwilligen, überwiegend Männer und Frauen in den 80er Jahren.

Die Rochester Cathedral in Kent dient zur Zeit als Corona-Testzentrum. In der Krypta sind zehn Teststationen aufgebaut, die in der Lage sind pro Tag mehrere hundert Menschen zu testen;  binnen einer Stunde erhalten sie die Ergebnisse. Rochester gehört zu den Corona-Hotspots Englands.

Auch in der Blackburn Cathedral in Lancashire wird an sieben Tage der Woche jeweils 12 Stunden lang geimpft, vorrangig Menschen, die über 80 Jahre alt sind.

Lichfield Cathedral.
Photo © Philip Halling (cc-by-sa/2.0)

Rochester Cathedral.
Photo © Malc McDonald (cc-by-sa/2.0)

Blackburn Cathedral.
Photo © Kenneth Yarham (cc-by-sa/2.0)

 

Published in: on 18. Januar 2021 at 02:00  Kommentar verfassen  

Das Sir William Garrard Memorial in der Kirche St James the Less in Dorney (Berkshire)

Es ist schon einige Jahre her, als ich das Glück hatte, das wunderschöne Tudorhaus Dorney Court in Berkshire besuchen zu können, das nur wenige Tage im Jahr für die Öffentlichkeit zugänglich ist (siehe dazu meinen Blogeintrag). Direkt neben Dorney Court steht eine Kirche mit dem etwas ungewöhnlichen Namen St James the Less, die ich ebenfalls besichtigte. St James (Jakobus) „ist der an zweiter Stelle genannte der beiden Apostel mit dem Namen Jakobus, so genannt zur Unterscheidung von Jakobus dem Älteren“, so klärt die Wikipedia auf.

Seit dem 12. Jahrhundert schon ist sie die Gemeindekirche des Dorfes Dorney. Ein Grabmal fiel mir in dieser Kirche besonders auf (ich finde diese Memorials in englischen Kirchen immer wieder faszinierend), das Sir William Garrard und seiner Frau Lady Elizabeth Garrard gewidmet ist. Sir William war der Lord of the Manor von Dorney; er starb im Jahr 1607. Wie es für diese Zeit damals typisch war, zeigt das Grabmal die beiden in Nischen, kniend und sich gegenseitig ansehend. Lady Elizabeth muss einen großen Teil ihres Lebens schwanger verbracht haben, denn sie gebar 15 Kinder, die alle auf dem Grabmal unterhalb ihrer Eltern verewigt worden sind: Acht Mädchen und sieben Jungen. Fünf der Kinder starben sehr früh, das sind die, die auf dem Memorial einen Totenschädel in der Hand tragen. Die Figurengruppe ist in betender Haltung zu sehen, sie ist bemalt und vergoldet. 1978 bekamen die Figuren eine neue Bemalung und Vergoldung.

Thomas Garrard, der älteste Sohn, verkaufte 1628 Dorney Court an Sir Roger Palmer, der das Haus wiederum an seinen jüngeren Bruder James vermietete, der mit der Garrard-Tochter Martha verheiratet war. Von dieser Linie stammen die jetzigen Besitzer von Dorney Court ab. James Palmer und seine Frau Anna leben heute in diesem faszinierenden Haus.

In und an der Kirche sind mehrere Filme gedreht wurden wie „Tess of the d’Urbervilles“ im Jahr 1998 (Tess und Angel heiraten in St James the Less), „The Lady and the Highwayman“ (1989) und „Desparate Romantics“ (2009), in dem Dante Gabriel Rosetti in der Kirche ein Wandgemälde anfertigt.

St James the Less.
Photo © Michael Garlick (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 8. Januar 2021 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Notre Dame de France – Ein Treffpunkt der französischen Katholikengemeinde in London

In meinem Blogeintrag vom 18. August dieses Jahres über die Hugenottenkapelle in der Kathedrale von Canterbury erwähnte ich die French Protestant Church of London am Soho Square, die Heimat der französischen Protestanten in der Hauptstadt. Auch die Katholikengemeinde hat eine eigene Kirche, in der sie ihrer Religion nachgehen kann: Notre Dame de France am Leicester Place Nummer 5, in unmittelbarer Nähe des trubeligen Leicester Squares.

1865 übernahmen die Maristen, eine Ordensgemeinschaft mit Wurzeln in Frankreich, ein ehemaliges Panorama, eine Vorgängerform des Kinos, um den hier in London ansässigen Franzosen einen religiösen Mittelpunkt zu verschaffen. Sie ließen das Gebäude entsprechend umbauen und beauftragten den Architekten Louis-Auguste Boileau damit. 1868 wurde Notre Dame de France eingeweiht, die erste aus Gusseisen gebaute Kirche der Stadt.

Im Zweiten Weltkrieg wurde die Kirche im Bombenhagel der deutschen Luftwaffe stark in Mitleidenschaft gezogen und musste nach Kriegsende langsam wieder aufgebaut werden, mit Unterstützung der in London lebenden französischen Diplomaten. Der Pariser Bildhauer Georges Saupique gestaltete über der Eingangstür ein Flachrelief der Mutter Gottes der Barmherzigkeit und 1960 steuerte der berühmte Schriftsteller, Regisseur und Maler Jean Cocteau eigene Wandgemälde in der Kirche bei, die im Jahr 2012 noch einmal restauriert wurden.

Es kann leicht passieren, dass man an Notre Dame de France vorbeigeht, ohne sie zu bemerken, weil die benachbarten Kinos die Aufmerksamkeit der Passanten auf sich ziehen. Sie steht nicht separat wie man es von Kirchen im allgemeinen kennt, sondern ist in eine Häuserzeile integriert.

Dieser Film zeigt das Innere der Kirche.

Die Arbeiten des Jean Cocteau.
Photo © Mike Quinn (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 5. Januar 2021 at 02:00  Kommentar verfassen  
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„Abide with me“ – Ein Kirchenlied, das in Brixham in Devon geschrieben wurde

 

Henry Francis Lyte.
This work is in the public domain.

Brixham in Devon ist eine ausgesprochen hübsche Küstenstadt am südlichen Rand der sogenannten Englischen Riviera. Hier hatte sich in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts Reverend Henry Francis Lyte (1793-1847) niedergelassen, ein anglikanischer Pfarrer, dessen Kirche die All Saints Church war. Er war sehr beliebt in Brixham, denn er kümmerte sich sehr um die Fischer und die Seeleute, die in dem Ort ansässig waren. Seine Kirche war sonntags oft gut mit Gläubigen gefüllt. Lyte wohnte im Berry Head House auf der Landzunge namens Berry Head, das heute ein Hotel ist. Im Jahr 1847 ging es mit ihm zu Ende, er litt an Tuberkulose, und er wusste, dass er nicht mehr lange zu leben hatte. Eines Abends, als er in seinem Garten saß und auf die Bucht herunter sah, kam plötzlich der Text von einem der beliebtesten Kirchenlieder aller Zeiten über ihn, „Abide with me„, dessen erste Strophe lautet:

Abide with me, fast falls the eventide
The darkness deepens Lord, with me abide
When other helpers fail and comforts flee
Help of the helpless, oh, abide with me

Henry Francis Lyte hätte sich wahrscheinlich nicht vorstellen können, zu welcher Popularität es das Lied einmal bringen würde. Er schrieb auch eine Melodie zu seiner Hymne, doch die wurde in späterer Zeit nicht mehr verwendet, sondern eine andere, die William H. Monk 1861 geschrieben hatte.

„Abide with me“ wird gern bei Beerdigungen gesungen, zum Beispiel bei denen der Könige George V. und George VI. Die Krankenschwester Edith Cavell,  die im Ersten Weltkrieg vielen Soldaten zur Flucht verhalf und Freund und Feind durch ihren Einsatz das Leben rettete, soll das Lied bei ihrer Erschießung durch ein deutsches Exekutionskommando gesungen haben.

Es gibt unzählige Versionen von „Abide with me“; als Beispiel habe ich den Chor des King’s College aus Cambridge, den Military Wives Choir und … Doris Day herausgesucht.

Zu Brixham siehe auch diesen Blogeintrag.

Die All Saints Church in Brixham.
Photo © Chris Talbot (cc-by-sa/2.0)

 

The Berry Head Hotel.
Photo © Bill Boaden (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 23. Dezember 2020 at 02:00  Kommentar verfassen  

St John the Baptist in Little Missenden, eine gestohlene Statue und das Grab eines kleinen Mädchens

St John the Baptist.
Eigenes Foto.

Die Kirche St John the Baptist in Little Missenden (Buckinghamshire) stellte ich in meinem Blog in Zusammenhang mit dem dort jährlich stattfindenden Musikfestival vor. Ich mag diese hübsche Kirche am Ortsrand des Bilderbuchdorfes, das viele Male für Dreharbeiten der TV-Serie „Midsomer Murders“ verwendet wurde. Vor allem das Manor House, nur wenige Schritte von der Kirche entfernt, und der Dorfpub The Red Lion sahen Inspector Barnaby als mehr oder weniger willkommenen Besucher.

Leider wurde St John the Baptist mehrmals von Dieben heimgesucht und zweimal erwischte es die hölzerne Statue der Heiligen Katharina. Da sprang ein berühmter Mann ein, der im benachbarten Great Missenden wohnte, der Schriftsteller Roald Dahl, und spendierte der Kirche eine Replika der gestohlenen Heiligen. Und auch diese Figur holten sich Langfinger aus St John the Baptist. Es ist ein grundsätzliches Problem mit dem Kirchen in England konfrontiert sind: Lasse ich sie den ganzen Tag geöffnet, so dass möglichst viele Menschen die Möglichkeit bekommen, sie sich anzusehen, oder schließe ich sie ab, damit nichts gestohlen werden kann. Die Dahlsche Katharinenstatue ist inzwischen erneut  durch eine Replika ersetzt worden, angefertigt von der Tochter eines Gemeindemitglieds.

Hier ist ein Film aus St John the Baptist zu sehen, der eine Taufe zur Zeit der Coronakrise zeigt.

Es gibt einen Grund, warum sich Roald Dahl  für die Kirche im Nachbarort einsetzte: Auf dem Kirchhof von St John the Baptist  liegt seine kleine Tochter Olivia begraben, die am 17. November 1962 im Alter von nur sieben Jahren verstarb. Sie starb an einer Gehirnentzündung, verursacht durch eine Masernerkrankung. Roald Dahl konnte diesen Schicksalsschlag viele Jahre lang nicht wegstecken; der Tod seiner geliebten Tochter hatte ihn zutiefst erschüttert. Ihr Vater legte einen kleinen Steingarten an ihrem Grab an, das nur wenige Meter von der angrenzenden Church of England Infant School entfernt ist. Roald Dahls eigene Grabstelle ist in Great Missenden zu finden, siehe hierzu  meinen Blogeintrag.

St Winwaloe auf der Lizard Peninsula in Cornwall – The Church of the Storms

Auf der Lizard Peninsula im Süden Cornwalls, nicht nach der Eidechse benannt, sondern aus dem kornischen „Lys Ardh“ entstanden, was „High court“ bedeutet, liegt eine Kirche, die nach dem wenig bekannten Heiligen Winwaloe benannt worden ist, der im 5. und 6. Jahrhundert in der Bretagne lebte. Es gibt nur eine Handvoll Kirchen, die seinen Namen tragen, die alle in Cornwall und Devon liegen.

St Winwaloe am Gunwalloe Church Cove Beach hat eine großartige Lage, nur wenige Meter vom Strand entfernt, umgeben von Dünen und einer Felsküste. Aufmerksame Zuschauer der TV-Serie „Poldark“ werden die Kirche vielleicht wiedererkennen, denn sie war schon einmal Schauplatz von Dreharbeiten. Auf Grund der exponierten Lage wird die Kirche auch The Church of Storms genannt.

Wann genau sie gebaut worden ist, kann nicht eindeutig gesagt werden. Teile von ihr weisen bis ins 13. Jahrhundert zurück, die drei „church halls“ sollen aus dem 15. Jahrhundert stammen. Und da sind wir schon bei einer Besonderheit von St Winwaloe’s, denn dass eine Kirche aus drei parallel angeordneten, durch drei Dächer verbundenen, circa 18 Meter langen Segmenten besteht, ist selten anzutreffen. Der Lettner soll angeblich aus Holz gemacht worden sein, das von dem Wrack eines portugiesischen Schiffes namens „St Anthony of Lisbon“ stammt, das am 19. Januar 1527 vor der Küste auf Grund lief.

Der Glockenturm von St Winwaloe’s steht neben der Kirche und wurde aus mehreren Steinarten gebaut. In ihm hängen drei Glocken, die 1926 neu gegossen worden sind. Hier sind sehr stimmungsvolle Bilder von der Kirche zu sehen.

Published in: on 29. November 2020 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Die älteste Tür Großbritanniens in der Westminster Abbey

Ob es wohl in tausend Jahren noch Türen gibt, die anfangs des 21. Jahrhunderts angefertigt worden sind? Ich glaube kaum.

Eine massive Eichentür in der Londoner Westminster Abbey gilt als die älteste Tür Großbritanniens, aus einem Baum hergestellt, der zwischen den Jahren 1032 und 1064 gefällt wurde, also in der Zeit des Königs Edward the Confessor (ca 1004-1066). Die Tür führt in das Chapter House, wo sich im 13. Jahrhundert täglich die Mönche zum Gebet versammelten und wo heute Dokumente aufbewahrt werden.

Spezialisten für Dendrochronolgie, die Wissenschaft von der Baumringdatierung, untersuchten im Jahr 2005 diese einzige noch erhaltene angelsächsische Tür und stellten fest, dass der Baum, aus dem diese Tür hergestellt wurde, mit großer Wahrscheinlichkeit in den der Abbey gehörenden Wäldern in Essex gestanden hat. Die Maße der Tür: Sie ist etwa zwei Meter hoch und 1,22 Meter breit. Lange fristete „Britain’s oldest door“ ein Schattendasein bis sie schließlich neu entdeckt und untersucht wurde.

Im 19. Jahrhundert entdeckte man Hautspuren an der Tür und es entstand die Legende, dass es sich dabei um Menschenhaut handelte, von einem Räuber, der sakrale Gegenstände aus der Abbey stehlen wollte und den man zur Abschreckung häutete und die Haut an die Tür nagelte. Es handelt es sich aber wirklich nur um eine Legende, denn es war keine menschliche sondern Kuhhaut.

Es gibt noch eine uralte Kirchentür in England, die fast genauso alt wie die in der Westminster Abbey ist: St Botolph’s in Hadstock (Essex) bei Saffron Walden. Auch sie wurde von Wissenschaftlern untersucht, die zu dem Ergebnis kamen, dass die Tür zwischen 1040 und 1070 angefertigt wurde.

Mein persönlicher Favorit an Kirchentüren ist die von St Edward’s in Stow-on-the Wold (Gloucestershire); siehe dazu meinen Blogeintrag.

Die Kirchentür von St Botolph’s in Hadstock (Essex).
Photo © Alan Hawkes (cc-by-sa/2.0)

Mein Favorit: St Edward’s in Stow-on-the Wold (Gloucestershire).
Photo © Martyn Gorman (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 16. September 2020 at 02:00  Comments (2)  
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Die Hugenottenkapelle in der Kathedrale von Canterbury

Nachdem ich gestern in meinem Blog über die Kathedrale von Canterbury geschrieben habe, bleiben wir heute noch einmal in der Kirche. Dort spielt sich jeden Sonntag ab 15 Uhr ein kleines Ritual ab. Durch eine Seitentür der Kathedrale finden sich nach und nach Menschen ein, die einem französischsprachigen Gottesdienst beiwohnen, der in der sogenannten Hugenottenkapelle stattfindet.

Protestanten aus Frankreich und Belgien, die im 17. Jahrhundert auf Grund ihres Glaubens verfolgt wurden, flohen in andere Länder, viele auch nach England. Allein um das Jahr 1685 herum waren es 45 000 Menschen, die den Kanal überquerten, um in England eine neue Heimat zu finden. Die meisten von ihnen siedelten sich in London und in Canterbury an, wo sie sich bald assimilierten. Viele schlossen sich der anglikanischen Kirche an, viele blieben aber ihrer ursprünglichen Kirche treu. Für diese Gläubigen gab es eigene Gotteshäuser, die aber im Laufe der Zeit nach und nach geschlossen wurden, da es immer weniger Besucher gab. Heute existiert nur noch eine protestantische französische Kirche in England, die French Protestant Church of London am Soho Square.

Auch die kleine Gemeinde, die sich am Sonntagnachmittag in der Hugenottenkapelle in der Kathedrale von Canterbury trifft, wird immer weniger. Sie hat einen sehenswerten Andachtsraum, der vor allem durch seine Gewölbekappen außergewöhnlich ist, auch ein „Green Man“ blickt von der Decke herunter.

Hier ist ein Film der BBC über die französische Gemeinde in Canterbury.

Die Gewölbekappen (bosses) in der Hugenottenkapelle.
Copyright: Amanda Slater.
Creative Commons 2.0

L’Eglise Protestante Francaises de Londres am Soho Square.
Copyright: Edenpictures.
Creative Commons 2.0

 

Published in: on 18. August 2020 at 02:00  Comments (1)  
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Die Glocken von St Michael’s in Bowness-on-Solway (Cumbria)

Die gestohlenen Glocken neben dem Taufstein in St Michael’s.
Photo © Rose and Trev Clough (cc-by-sa/2.0)

Bowness-on-Solway (nicht zu verwechseln mit Bowness-on-Windermere) ist ein Ort im Norden der Grafschaft Cumbria, dicht an der schottischen Grenze. Wenige Kilometer entfernt, auf der schottischen Seite, liegt das Städtchen Annan, und dort spielt sich hin und wieder eine merkwürdige Prozedur ab, denn immer wenn ein Vikar sein Amt neu antritt, stellt er einen Antrag in Bowness, mit der Bitte um Herausgabe der beiden Glocken, die im Jahr 1626 von den englischen Dorfbewohnern in Schottland gestohlen worden waren…und jedesmal wird dieser Antrag abgelehnt. Schotten und Engländer mögen sich nun mal nicht so besonders. Doch was war der Grund für den Glockendiebstahl 1626?

Vorausgegangen war der Diebstahl der Glocken der Kirche St Michael’s in Bowness durch maraudierende Schotten, die per Boot über den Solway Firth gekommen waren. Als das von den Engländern bemerkt wurde, machten sich diese auf eine wilde Verfolgungsjagd. Die Schotten merkten, dass sie durch die schweren Glocken nur langsam mit ihrem Ruderboot vorwärts kamen und bald eingeholt würden. Also kippten sie die Glocken ins Wasser und entkamen ihren Verfolgern. In Bowness sann man auf Rache, ein Stoßtrupp wurde über die Grenze geschickt und in einer Nacht-und-Nebel-Aktion stahl man zwei Glocken aus einer schottischen Kirche, die als Ersatz für die vorher gestohlenen nach St Michael’s gebracht wurden. Dort hingen sie bis zum Jahr 1905 als ein neues Paar ihren Platz einnahm. Die ehemaligen  schottischen Glocken sind jetzt in der Kirche neben dem Taufstein aufgestellt, und man denkt in Bowness nicht daran, sie wieder zurückzugeben, auch wenn zukünftige Vikare aus Annan noch so viele Bittschriften über die Grenze schicken.

St Michael’s in Bowness-on-Solway mit den „neuen“ Glocken aus dem Jahr 1906.
Photo © The Carlisle Kid (cc-by-sa/2.0)

St Nicholas in Barfreston in Kent – Die Kirche mit dem „Glockenbaum“

Am 16. April 2014 schrieb ich in meinem Blog über die Kirche St Augustine in Brookland in Kent, deren Besonderheit der „Weihnachtsbaum-Glockenturm“ ist. Einen ebenso ungewöhnlichen „Glockenturm“ hat die Kirche St Nicholas in Barfreston, ebenfalls in Kent. Barfreston (man findet auch die Schreibweise Barfrestone) ist ein Weiler östlich der A2 und nördlich von Dover. Die Verantwortlichen für die Namensgebung der Straßen in dem Dorf zeichneten sich nicht durch besondere Fantasie aus; die Kirche liegt an der Barfreston Road, die auf den Barfreston Lane endet. Aber irgendwann hatte jemand doch einen Geistesblitz und benannte die dritte Straße des Ortes nicht etwa Barfreston Way sondern Pie Factory Road.

St Nicholas ist eine uralte normannische Kirche, die um das Jahr 1180 herum erbaut wurde und die zwei Besonderheiten hat. Da sind einmal die zahlreichen, sehr kunstvollen Steinschnitzereien, die sowohl in der Kirche als auch außerhalb zu sehen sind. Besonders ins Auge fallen die Verzierungen über der Südtür; da tummeln sich Menschen, Löwen und allerlei ungewöhnliche Wesen. Die zugemauerte Nordtür ist nicht ganz so fantasievoll ausgestattet, vielleicht hatten die Steinmetze da keine Lust mehr oder ihnen fiel nichts mehr ein. Im Inneren ist der Taufstein sehr gut gelungen.

Die zweite Besonderheit von St Nicholas ist, dass die Kirche über keinen richtigen Glockenturm verfügt. Was wäre aber eine Kirche ohne Glocken? Zuerst war das durchaus vorhandene Glöckchen in einem Türmchen an der Westseite untergebracht. Um das Jahr 1900 herum zog die kleine Glocke um und zwar auf einen Eibenbaum, der direkt neben der Kirche steht. Im Geäst ist sie befestigt und wird durch ein System von Seilen von der Kirche aus geläutet. Im Gegensatz zu den Straßennamengebern bewies man hier also durchaus Kreativität.

Hier ist ein kurzer Film über St Nicholas.

Wem es nach der Besichtigung der Kirche dürstet, der kann in wenigen Minuten den Dorfpub erreichen, der in der Pie Factory liegt, und den schönen Namen The Wrong Turn trägt.

Die Südtür von St Nicholas.
Photo © N Chadwick (cc-by-sa/2.0)

Der Taufstein.
Photo © N Chadwick (cc-by-sa/2.0)

Der Dorfpub mit dem schönen Namen.
Photo © N Chadwick (cc-by-sa/2.0)

 

Published in: on 8. Juli 2020 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Ufford (Suffolk) und einer der schönsten Taufsteine in Großbritannien in St Mary of the Assumption

Wenn ich mir eine englische Kirche ansehe, bin ich immer gespannt wie der Taufstein („font“ im Englischen) aussehen wird. Man hatte vor Hunderten von Jahren, als man diese Steine schuf, sehr viel Wert auf die Gestaltung gelegt, und viele von ihnen sind noch heute erhalten und nun ja, steinalt. Über besonders schöne Exemplare in der Grafschaft Buckinghamshire habe ich in meinem Blog vor einiger Zeit geschrieben.

Ein ganz besonderes Taufbecken, genauer gesagt der Deckel dazu, ist in der Kirche St Mary of the Assumption (hier sind die Glocken zu hören) in der kleinen Gemeinde Ufford, nordöstlich von Ipswich, in der Grafschaft Suffolk zu bestaunen. Der „font cover“ ist sage und schreibe sechs Meter hoch und wird nur noch von dem in der St Edmund’s Church in Southwold (ebenfalls in Suffolk) übertroffen, der acht Meter hoch ist.

Errichtet wurde die Taufsteinabdeckung im 15. Jahrhundert, und ich gebe hier die Kurzbeschreibung auf der Webseite „suffolkchurches.co.uk“ wieder: „The cover is telescopic, and crocketting and arcading dances around it like waterfalls and forests. There are tiny niches, filled today with 19th century statues. At the top is a gilt pelican, plucking its breast„. Besser kann man dieses kunstvolle Gebilde nicht beschreiben. Der „font cover“ wirkt schon fast etwas überladen, trotzdem finde ich ihn grandios. Immer wieder wird er als der schönste der Welt bezeichnet.

Es grenzt an ein Wunder, dass die Kirche in Ufford die Metzeleien des William „Basher“ Dowsing überstanden hat (ich berichtete über ihn in meinem Blog), der hier am 21. August 1644 weiteres Unheil anrichten wollte, aber selbst er war von dem Taufbecken so angetan, dass er es verschonte.

In St Mary of the Assumption gibt es noch mehr höchst interessante und beeindruckende Dinge zu sehen, zum Beispiel die großartigen Holzschnitzereien wie die Margaret and Catherine Bench direkt vor dem Taufstein.

Ein Umweg zu dieser Kirche lohnt sich; sie ist leicht über die A12, die von Ipswich nach Lowestoft führt, zu erreichen.

„The pelican plucking its breast“ an der Spitze des „font covers“.
Photo © Michael Garlick (cc-by-sa/2.0)

Margaret and Catherine Bench.
Photo © Michael Garlick (cc-by-sa/2.0)

St Mary’s of the Assumption.
Photo © Evelyn Simak (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 2. Juli 2020 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Die All Saints Church bei Wiston with Buncton in West Sussex

Man nehme die A283 (Storrington – Steyning) in West Sussex und biege an der Kreuzung Chanctonbury Ring Road/Water Lane in den Water Lane ein. Nach etwa 250 Metern steht an der rechten Seite ein kleines rotes Schild, das auf die All Saints Church aufmerksam macht, und ein Wegweiser zeigt auf einen winzigen Weg, der in einem Wäldchen zu verschwinden scheint, bald aber wieder ins Tageslicht kommt und den Blick freigibt auf eine kleine abgelegene Kirche, die besagte All Saints Church. Umstanden von einer Hecke am Rand eines Kornfeldes wartet das Kirchlein auf Menschen, die ihr einen Besuch abstatten; viele dürften es nicht sein, denn schnell fährt man an dem Schild am Water Lane vorbei.

Wann die Kirche erbaut worden ist, lässt sich nicht mehr einwandfrei feststellen, wahrscheinlich war das irgendwann einmal anfangs des 12. Jahrhunderts. Im Laufe der Zeit wurden einige Veränderungen an ihr vorgenommen, aber im Großen und Ganzen dürfte sie noch so aussehen wie einige Jahrhunderte vorher auch. Allzu viele Gläubige werden sich wohl nie hier eingefunden haben, denn die Gegend ist nicht sehr dicht besiedelt.

Ich finde diese einsam gelegenen kleinen Kirchen immer wieder faszinierend; meist, wie auch hier, stehen oder liegen Grabsteine auf dem Kirchhof herum mit total verwitterten Schriftzügen, und ich frage mich, wer diese Menschen einmal gewesen sein mögen, die hier ihre letzte Ruhestätte gefunden haben.

Vor 16 Jahren wurde der kleinen Kirche einmal Gewalt angetan, das heißt, es war eine der Figuren in der Kirche, die eines Nachts verunstaltet wurde. All Saints beherbergte eine der wenigen noch erhaltenen Sheela-na-Gig-Figuren, eine kleine Skulptur, die vermutlich schon beim Bau der Kirche an einer Wand angebracht worden war. Diese Sheelas sind weibliche Figuren, die ihre Genitalien auf provozierende Weise dem Kirchenbesucher entgegenstrecken. Es gibt unterschiedliche Auffassungen darüber, was sie bezwecken sollten; möglicherweise waren sie Zeugnisse eines heidnischen Fruchtbarkeitskultes oder sie dienten dazu, den Tod und das Böse fernzuhalten. In einer Nacht im November des Jahres 2014 stieg jemand, mit Hammer und Meißel bewaffnet, in die Kirche ein und zerstörte die kleine Sheela. Gefasst wurde der Vandale leider nicht.

An jedem dritten Sonntag eines Monats findet in All Saints ein Gottesdienst statt, mit wie vielen Besuchern?

Hier ist ein sehr interessanter Film über die Kirche und hier ein Flug mit einer Drohne über All Saints.

Die Sheela-na-Gig bevor sie zerstört wurde.
Author: Doug Thompson, Steyning.
This file is licensed under the Creative Commons Attribution 3.0 Unported license.

Eine noch gut erhaltene Sheela in der Kirche St Mary and St David in Kilpeck (Herefordshire).
Author: Pryderie
This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license.

 

Published in: on 19. Mai 2020 at 02:00  Comments (2)  
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Von Kirchen-, College- und anderen bemerkenswerten Katzen

Die Kirchenkatze von St Winifred’s in Branscombe (Devon).
Photo © Michael Garlick (cc-by-sa/2.0)

Im vorigen Jahr schrieb ich in meinem Blog über meinen Besuch der Kirche von St Mary’s in Painswick in Gloucestershire, bei dem ich auch das kleine Grab von Tilly, der Kirchenkatze aufsuchte. Es kommt gar nicht so selten vor, dass sich Katzen eine Kirche oder eine Kathedrale als ständiges Domizil auswählen, wo sie dann von der Gemeinde und den Kirchenbediensteten wohlgelitten sind. Ich berichtete bereits über Tom, der sich St Mary Redcliffe in Bristol ausgesucht hatte und über Tiddles, der Kirchenkatze von St Mary’s in Fairford in Gloucestershire.

St Edmundsbury, die Kathedrale von Bury St Edmunds, hatte gleich ein Katzenpärchen namens Daisy und Lazarus, das viel Platz zum Strolchen hatte, denn neben der Kathedrale liegen die Wiesen mit den Ruinen der ehemaligen Benediktinerabtei. Kim lebte in der Lichfield Cathedral in Staffordshire, Olsen und Hansen in der Chester Cathedral in Cheshire und Pushkin hieß die Katze, die sich St Peter and St Paul in Pickering in North Yorkshire ausgesucht hatte.

Richard Surman hat sich ausgiebig mit dem Thema beschäftigt und die Bücher „Church Cats„, „Cathedral Cats“ und „Cloister Cats“ veröffentlicht. Aus seiner Feder stammt auch das Buch „College Cats of Oxford & Cambridge„, denn nicht nur Kirchen, auch die alten Gebäude, in denen die Colleges der beiden Städte untergebracht sind, haben für Katzen eine gewisse Anziehungskraft. Das Hertford College in Oxford beherbergt zum Beispiel seit vielen Jahren Katzen, die alle den Namen Simpkin tragen, aber nicht voneinander abstammen. Seit Januar 2018 ist Simpkin Nummer 4, die gehegte und gepflegte Katze des Colleges, die keine schöne Kindheit hatte, aber nun einen idealen Platz gefunden hat und das Hertford College mäusefrei hält.

Caiaphas war die Katze im St John’s College in Cambridge, benannt nach dem Hohepriester im Johannes-Evangelium (= Gospel of John im Englischen).

Sir Winston Churchill war ein großer Katzenliebhaber, und so bewohnte stets eine Katze seinen Privatwohnsitz Chartwell in Kent. Als das Haus zum National Trust überging, bat Churchills Familie darum, dass in Chartwell immer eine Katze sein sollte, was der N.T. auch berücksichtigte. Jock Nummer 6 ist der aktuelle Mäusejäger auf dem Landsitz.

Auch über „Country House Cats“ hat Richard Surman ein Buch geschrieben. Er ist die Autorität in Sachen „Katzen in historischen Gebäuden“.

Tillys Grab in St Mary’s in Painswick (Gloucestershire).
Eigenes Foto.

Eine Tür der Kathedrale von Exeter, die extra einen eigenen Eingang für die Kirchenkatze hat.
Photo © Rob Farrow (cc-by-sa/2.0)

 

 

Published in: on 18. Mai 2020 at 02:00  Comments (1)  

St Bride’s Church in der Londoner Fleet Street – Sir Christopher Wren, eine Hochzeitstorte und ein Blitzableiter

Welche Londoner Kirchen hat Sir Christopher Wren nach dem Großen Feuer von 1666 eigentlich nicht wieder erbaut? Er muss ein außerordentlich fleißiger Architekt gewesen sein. Auch die den Flammen zum Opfer gefallene Kirche St. Bride’s an der Londoner Fleet Street baute Wren wieder auf und diese wurde später, da sie im Zentrum der englischen Pressewelt lag, zum „spiritual home of the media„.

St.Bride’s ist mit 69 Meter Höhe eine der höchsten Londoner Kirchen und der Turm erinnert sehr stark an … ja, eine Hochzeitstorte. Der Konditor William Rich, der auf dem Ludgate Hill lebte und jeden Tag von seiner Küche aus auf den Turm von St. Bride’s blickte, hatte die Idee, eine in Auftrag gegebene Hochzeitstorte nach diesem (mehrschichtigen) Turm zu gestalten, mit großem Erfolg, denn noch heute zählt so eine Hochzeitstorte zu den Highlights jeder Feier.

Einen weiteren schwarzen Tag in ihrer Geschichte erlebte St. Bride’s am 29. Dezember 1940, als sie während des London Blitz schwer getroffen wurde. Dank des Einsatzes einiger Zeitungsmagnaten und zahlreicher Journalisten wurde die Kirche erneut aufgebaut, und sie wird nun hoffentlich lange unversehrt stehen bleiben (hier ist ein Film über die Neueröffnung 1957).

Die britische Gruppe Jethro Tull um den legendären Ian Anderson hat in der Kirche mehrere Konzerte gegeben, zum Beispiel zu Weihnachten 2008 und die CD „Christmas at St Bride’s 2008“ kann man im Shop der Kirche erwerben. Hier ist ein Auftritt aus dem Jahr 2012 zu sehen.

Was gibt es noch über die Kirche zu berichten? Samuel Pepys, der berühmte Tagebuchschreiber (und Bloggerkollege von mir…) wurde hier 1633 getauft.

1764 kam es zu einem Streit zwischen Benjamin Franklin und König Georg III über die Kirchturmspitze von St. Bride’s, die von einem Blitz getroffen und auf einmal 2,40m kürzer war. Es ging um den Blitzableiter, der dort jetzt installiert werden sollte. Benjamin Franklin wollte ihn spitz zulaufend haben, während der König ein stumpfes Ende haben wollte. Die Presse mokierte sich über den Streit mit der Schlagzeile „A sharp witted colonist against a good, honest, blunt King George“.

Hier ist ein Film über St Bride’s.

 

Published in: on 7. April 2020 at 02:00  Comments (2)  
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St Bertoline’s und das Barthomley Massacre im Jahr 1643

Auf diesen Turm von St Bertoline’s hatten sich die Parlamentarier geflüchtet.
Photo © Christopher Hilton (cc-by-sa/2.0)

Saint Bertoline ist einer jener obskuren Heiligen, die heute kaum noch jemand kennt. Er soll im 8. Jahrhundert gelebt haben, etwa dort, wo heute die Stadt Stafford steht. Wer sich für ihn interessiert, der findet seinen Schrein und seine sterblichen Überreste in der Church of the Holy Cross in Ilam in Staffordshire.

Die Dorfkirche in Barthomley, einem kleinen Dorf in der Grafschaft Cheshire, ist nach dem Heiligen benannt worden (da hatte mal jemand Fantasie gehabt und wollte die Kirche nicht schon wieder St Mary, St Peter oder All Saints nennen). Der Ort liegt ganz in der Nähe der Autobahn M6, südöstlich von Crewe. Direkt neben der Kirche ist ein sehr attraktiver Pub namens The White Lion.

Den Weihnachtsabend des Jahres 1643 hatten sich die Bewohner von Barthomley eigentlich anders vorgestellt: Es war mitten im Bürgerkrieg, als sich die Royalisten und die Parlamentarier gegenseitig die Schädel einschlugen. Es hatte sich unter den Royalisten in Cheshire herumgesprochen, dass in dem Dörfchen Barthomley Parlamentarier wohnten und denen wollte man baldmöglichst auf den Pelz rücken. Unter dem Kommando von Lord Byron (nicht der Dichter) zogen sie nach Barthomley, wo sich die 20 Cromwell-Anhänger auf den Turm von St Bertoline’s geflüchtet hatten, in der Hoffnung, dort oben halbwegs sicher zu sein. Sie hatten sich darin aber getäuscht, denn die Königstreuen entzündeten in der Kirche ein Feuer, um die Rebellen auszuräuchern. Das gelang ihnen auch; hustend hasteten die Männer vom Turm herunter und wurden von den mordgierigen Royalisten in Empfang genommen. Zwölf wurden auf der Stelle exekutiert, die anderen acht schwer verwundet. Unklar geblieben ist, ob den Parlamentariern auf dem Turm freies Geleit versprochen worden ist, wenn sie sich ergeben würden, und diese darauf nicht eingegangen sind. Wie auch immer, sie wollten dort oben auf St Bertoline’s nicht gegrillt werden und so kamen sie vom Regen in die Traufe.
Einer der Königstreuen, der mit seinem Schwert mehrere Männer umgebracht haben soll, John Connaught, wurde elf Jahre später vor Gericht gestellt und zum Tode verurteilt. Man hängte ihn am Ortsrand von Chester auf.

Seit jenem verhängnisvollen Tag zur Weihnachtszeit von 1643 ist bis heute wieder Ruhe in Barthomley eingekehrt. St Bertoline’s gibt es noch immer, doch leider hat der Coronavirus auch hier dafür gesorgt, dass die Gottesdienste bis auf weiteres ausfallen und die Kirchentore geschlossen bleiben.

Der Schriftsteller Alan Garner hat die Geschichte von dem Massaker in seinen Roman „Red Shift“ (dt. „Rotverschiebung) eingebaut, der 1973 erschien und auch unter dem selben Titel verfilmt wurde (hier ist der Trailer).

Dieser Film zeigt Barthomley, die Kirche und die Umgebung des Dorfes.

St Bertoline’s.
Photo © Jonathan Hutchins (cc-by-sa/2.0)

Der hübsche White Lion direkt neben der Dorfkirche.
Photo © Jonathan Hutchins (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 2. April 2020 at 02:00  Kommentar verfassen  
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