Tomb-chests – Kistenförmige Grabmäler in Kirchen und auf Kirchhöfen

Tomb-chests auf dem Kirchhof von St Andrew’s in Leighterton (Gloucestershire).
Photo © Alan Murray-Rust (cc-by-sa/2.0)

In vielen Kirchen und Kathedralen Englands findet man tomb-chests, „rectangular stone funerary monument above a tomb, often found in churches, with recumbent effigies on top or suggested by figures outlined (incised) on the top slab or cut into inserts of metal (brasses)„, so die Definition von Encyclopedia.com. Diese großen kastenförmigen Grabstätten gehören in der Regel zu adeligen oder wohlhabenden Menschen, deren Körper häufig in Form von Steinplastiken darauf liegen. Die Steinmetze haben die tomb-chests auch gern reich verziert, zum Beispiel mit „weepers„, weinenden, trauernden Menschen an der Seite der Gräber. Hin und wieder fügte man auch die steinerne Figur des Lieblingstieres des Verblichenen am Fußende dazu. Manchmal ist die Grabstätte auch von einem Eisengitter umgeben, damit der Bewohner mehr „privacy“ hat.
Aber nicht nur in Kirchen, sondern auch auf Kirchhöfen sind die tomb-chests zu finden, allerdings meist in vereinfachter Form, ohne die Nachbildung des/der Verstorbenen.

Ich habe zur Veranschaulichung hier einige Beispiele zusammengestellt:

Das Grab von Sir Robert Broke, umrahmt von seinen zwei Frauen, beweint von seinen sechzehn Kindern an der Seite des tomb-chests. Er war Speaker im Unterhaus und liegt hier in der All Saints Church in Claverley (Shropshire) begraben.
Photo © Mike Searle (cc-by-sa/2.0)

Hier in der St Andrews’s Church in Wroxeter (Shropshire) ruhen Sir Thomas Bromley, einst Chief Justice of England, und seine Frau Mabel.
Photo © Mike Searle (cc-by-sa/2.0)

„Weepers“ am Grabmal von Henry Sacheverell III in der Holy Trinity Church in Ratcliffe on Soar (Nottinghamshire).
Photo © Richard Croft (cc-by-sa/2.0)

Das Grab von Sir Sampson und seiner Frau Lady Elizabeth de Strelley in der All Saints‘ Church bei Strelley (Nottinghamshire). Zu ihren Füßen sind zwei Hündchen platziert, während seine Füße auf einem Löwen ruhen.
Photo © Richard Croft (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 16. Dezember 2018 at 02:00  Comments (2)  
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St Mary the Virgin in Edlesborough (Buckinghamshire) – Eine aufgegebene, aber liebevoll gepflegte Kirche

Im Jahr 1975 wurde die Kirche St Mary the Virgin in Edlesborough, nordöstlich von Aylesbury in Buckinghamshire, durch den Zusammenschluss zweier Kirchengemeinden überflüssig. Wie schade, denn die „Church on the Hill“ ist wirklich sehr schön. Sie liegt am Ortsrand des 2700 Einwohner zählenden Dorfes, etwas versteckt hinter Bäumen; die Gräber des Kirchhofs reichen bis hinunter an die Leyton Road. Doch glücklicherweise blieb St Mary the Virgin in guten Händen, denn sowohl der Churches Conservation Trust als auch die Friends of St Mary’s kümmern sich liebevoll um den Erhalt der Kirche, deren Ursprünge bis in das 13. Jahrhundert zurückzuverfolgen sind.

Hier finden keine regulären Gottesdienste mehr statt, aber die Friends organisieren gern musikalische Veranstaltungen in der Kirche wie demnächst im Dezember ein Weihnachtsliedersingen mit Glühwein und Mince Pies. Der Folksänger Chris Wood trat auch schon einmal anlässlich des Edle-Festes in St Mary the Virgin auf.

Die Glocken wurden bei einem verheerenden Feuer im Jahr 1828 komplett zerstört, aber später wieder durch neue ersetzt. Die Londoner Whitechapel Foundry nahm sich 1953 der Glocken noch einmal an, stimmte sie und hängte sie im Turm neu auf. Hier kann man hören wie sie klingen.

Wer einmal Lust verspürt, eine ganze Nacht in der Kirche zu verbringen und sich die vielen schönen Details ganz in Ruhe anzusehen, der kann das tun, denn St Mary the Virgin ist eine „Champing Kirche“ (ich schrieb über Champing schon einmal in meinem Blog). Diejenigen, die aber nur einmal einen Blick hineinwerfen möchten, können sich den Schlüssel beim Edlesborough Post Office abholen (und ihn hoffentlich wieder zurückbringen).

 

Published in: on 23. November 2018 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Alte Taufbecken in den Kirchen von Buckinghamshire

Ich habe in meinem Blog schon mehrfach zum Ausdruck gebracht, dass ich eine Vorliebe für englische „country churches“ habe, wobei ich besonders viele in der Grafschaft Buckinghamshire aufgesucht habe, wenn ich auf den Spuren von Inspector Barnaby wandelte, denn Kirchen spielen in dieser TV-Serie häufig eine wichtige Rolle. Heute möchte ich speziell einige alte Taufbecken (englisch=font) vorstellen, die mir in den Kirchen Buckinghamshires aufgefallen sind. Diese meist steinernen Becken bilden einen wichtigen Bestandteil der Gotteshäuser, und sie haben schon unzählige mehr oder weniger schreiende Babies erlebt, die erstmals (widerwillig) mit dem geweihten Wasser in Berührung gekommen sind.

Die Holy Trinity Church in Bledlow beherbergt einen sogenannten Aylesbury font, das sind dem Taufbecken der St Mary’s Church in Aylesbury nachempfundene Taufbecken, von denen es 22 geben soll. Leider ist diese Kirche, die in mehreren Inspector Barnaby-Episoden zu sehen ist, meist geschlossen, nur am Samstag- und Sonntagnachmittag ist sie in den Sommermonaten geöffnet.
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Ein weiterer Aylesbury font befindet sich in der Kirche St Nicholas in Chearsley, einem kleinen Dorf in der Nähe von Thame. Aus dem Anfang des 13. Jahrhunderts soll dieser Taufstein stammen, der über einen schönen hölzernen Deckel verfügt.
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Und noch einen weiteren Aylesbury font kann man in St Mary’s in Pitstone in der Nähe von Tring betrachten, der im Jahr 1190 angefertigt worden sein soll und zwar, wie auch die anderen, aus Totternhoe Stein, der in Steinbrüchen bei Dunstable (Bedfordshire) abgebaut wurde.
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Das idyllische Haddenham darf sich auch eines Aylesbury Fonts rühmen, der in St Mary’s zu finden ist. Verziert ist das Taufbecken mit drachenartigen Wesen, die sich unterhalb des Beckenrandes zu jagen scheinen.Hoffentlich haben sich die Haddenhamschen Babies bei der Taufe nicht zu sehr vor ihnen gefürchtet.
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Zu guter Letzt ein Taufbecken aus dem späten 12. Jahrhundert, das sich in St Nicholas in Great Kimble befindet, südlich von Aylesbury; es ist reich verziert und wird mit einem Holzdeckel abgeschlossen.

 

Published in: on 26. Oktober 2018 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Die All Saints Parish Church in Houghton Conquest (Bedfordshire) und der Diebstahl ihres Daches

Vor wenigen Tagen machte eine Pressemeldung die Runde, auch durch deutsche Tageszeitungen, dass in einem englischen Ort namens Houghton Conquest das Dach der Dorfkirche gestohlen worden ist. Etwa 20 Tonnen Blei erbeuteten die dreisten Diebe bei dieser Aktion, die nicht bei Nacht und Nebel, sondern am helllichten Tag über die Bühne gegangen ist. Wie konnte das passieren?

Erst einmal zur Lage von Houghton Conquest. Der 1500 Einwohner umfassende Ort liegt mitten in der Grafschaft Bedfordshire, südlich von Bedford, dicht an der A6, die die Grafschaftshauptstadt mit Luton verbindet. Die Parish Church All Saints findet man an der Straße The Grove, der Verlängerung der High Street; direkt gegenüber steht der Pub The Knife and Cleaver. Da fragt man sich, wie es möglich ist, ein komplettes Kirchendach abzuräumen, ohne dass irgendjemand merkt, dass da etwas nicht mit rechten Dingen zugehen kann, direkt vor den Augen der Pubbesucher und der Pubangestellten. In so einem winzigen Dorf spricht es sich doch eigentlich schnell herum, dass eine Kirchendachreparatur ansteht, denn als solche haben es die Diebe wohl aussehen lassen, die sich als Handwerker ausgaben und mit ihren Transportfahrzeugen mehrere Tage lang an der Kirche parkten. Sie müssen dabei Leitern und ein Gerüst verwendet haben. War denn in dieser Zeit weder der Pfarrer noch jemand vom Kirchenvorstand dort und hat die merkwürdigen Vorgänge auf dem Dach beobachtet?

Bemerkt wurde das fehlende Bleidach erst, als jemand im Inneren der Kirche nach oben schaute und das Tageslicht durch die Decke sehen konnte. Jetzt reiben sich die wirklich sehr dreisten Diebe die Hände und freuen sich über den Erlös, den der Verkauf der 20 Tonnen Blei gebracht hat, und die Kirchenleute stehen jetzt bedeppert da und müssen zusehen wie sie an ein neues Dach kommen, dessen Reparatur mehrere £10 000 kosten wird; die Versicherung will nicht alle Kosten übernehmen.

All Saints wurde im 14. Jahrhundert erbaut und gilt als die größte Parish Church in Bedfordshire.

Ob es sich wohl um die gleichen Diebe handelt, die Ende Juli in Houghton Regis, ebenfalls in Bedfordshire, vom Dach eines Firmengebäudes in der Blackburn Road Blei im Wert von £600 gestohlen haben und dabei einen Schaden anrichteten, der sich auf etwa £40,000 beläuft? Vielleicht haben sie erst in Houghton Regis geübt, um dann in Houghton Conquest richtig zuzuschlagen.

Der Pub gegenüber der Kirche.
Photo © Alex McGregor (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 8. Oktober 2018 at 02:00  Comments (3)  
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St Mary’s in Weldon (Northamptonshire) – Die „Leuchtturmkirche“

Der Rockingham Forest in der Grafschaft Northamptonshire erstreckte sich früher einmal über eine Fläche von rund 500 km². Der Wald diente Wilhelm dem Eroberer als Jagdgebiet, spätere Könige zeigten kein besonderes Interesse mehr an der Waldfläche. Da der Rockingham Forest dicht bewachsen war, kam es immer wieder vor, dass sich Menschen darin verirrten, was bei Dunkelheit natürlich noch schlimmer war. Um diesen herumirrenden Menschen zu helfen, setzte man im 17. Jahrhundert auf die Kirche St Mary’s in Weldon eine Kuppel, in der nachts Kerzen angezündet wurden, so dass die Kirche sozusagen als Leuchtturm diente, an der man sich orientieren konnte. Die achteckige hölzerne Kuppel ist mit Glasscheiben und einem Bleidach versehen, auf dem ein Wetterhahn angebracht ist. Heute hat die Kuppel als Leuchtturm ausgedient, denn der Rockingham Forest ist zu großen Teilen zu Agrarland geworden und Smartphones mit Navigationsfunktion bzw. GPS-Geräte lassen ein Verirren schon längst nicht mehr zu.

Die kleine Craft Beer-Brauerei, die dem Pub The Shoulder of Mutton in der Chapel Road in Weldon angegliedert ist, hat eines ihrer Biere „Cupola“ benannt, nach der Kuppel auf St Mary’s.

Weldon liegt im Dunstkreis der ehemaligen Stahlhochburg Corby an der A43.

 

Published in: on 7. September 2018 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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The Cornhill Devils in der City of London – Ein erbsenzählerischer Vikar und ein rachsüchtiger Architekt

St Peter upon Cornhill, rechts daneben das braune Haus mit den Teufeln.
This work has been released into the public domain by its author, Bashereyre .

Es war einmal…ein pedantischer Vikar an der Kirche St Peter upon Cornhill in der City of London. Die Kirche wurde 1666 beim Großen Feuer von London zerstört und von Sir Christopher Wren (von wem auch sonst?) wieder aufgebaut. Im Jahr 1893 sollte die Kirche ein neues Nachbargebäude bekommen und zwar ein mehrstöckiges Bürohaus. Schon damals ging es dort ziemlich eng zu, und der Architekt des neuen Hauses, Ernest Augustus Runtz (1859-1913), gab sich die größte Mühe, auf seinen Plänen das Gebäude neben die Kirche zu platzieren. Als der Vikar die Pläne sah, bemerkte er, dass das Haus ein ganz kleines Stückchen auf das der Kirche gehörende Gelände ragen würde. Sofort legte er wutschnaubend bei dem Architekten Protest ein. Das geht ja nun gar nicht, meinte der Kirchenmann, und sprach von Diebstahl. Zähneknirschend musste Mr. Runtz seine bisherigen Pläne in die Tonne treten und wieder von vorn anfangen, was natürlich Zeit und Geld kostete. Schließlich wurde das Bürohaus fertiggestellt in einem „asymmetrical Loire Château style“ wie Nikolaus Pevsner in seinem Buch „Architectural Guide to the City of London“ schreibt.

Ernest Augustus Runtz ließ es sich aber nicht nehmen, sich an dem Vikar von St Peter upon Cornhill zu rächen. Er brachte an seinem Gebäude, das die Adresse 54-55 Cornhill trägt, drei Teufel an, die furchterregende Fratzen haben und die böse von dem Runtzschen Haus herunter auf den Eingang der Kirche starren. Das Gesicht des grässlichsten Teufels soll sogar die Züge des Vikars tragen, der dem Architekten so viel Ärger bereitet hatte.

St Peter’s ist regelrecht eingeklemmt zwischen den Häusern an der Gracechurch Street und Cornhill.

 

Grabsteine auf englischen Landfriedhöfen

Table tombs, Hochgräber, auf dem Friedhof von St Mary’s in Painswick (Gloucestershire).
Photo © pam fray (cc-by-sa/2.0)

Ich besuche sehr gern Kirchhöfe in kleinen Dörfern in England und genieße die ruhige Atmosphäre, die dort meistens herrscht, sehr. Faszinierend unter dem rauschenden Blätterwald der Bäume die uralten Grabsteine zu betrachten, die verwitterten Inschriften zu entziffern und sich vorzustellen, wie diese Menschen, die darunter begraben liegen, einmal gelebt haben. Schon lange kümmert sich niemand mehr um die von Flechten bewohnten, schief stehenden oder sogar schon ganz umgekippten Steine. Ich muss unwillkürlich an Thomas Grays „Elegy Written in a Country Churchyard„ und an Percy Bysshe Shelleys “ „A Summer Evening Churchyard“ denken; beides Gedichte, die die Stimmung wunderbar wiedergeben.

Die wohlhabenden Bewohner, die Lords of the Manor mit ihren Familien oder Adelige wurden in der Regel im Inneren der Kirche unter Steinplatten oder in Sarkophagen beigesetzt, die „normalen“ Dorfbewohner bekamen ihre Grabstätte draußen auf dem Kirchhof.

In meinem Blog schrieb ich wiederholt über dieses Thema, das mich immer von Neuem reizt. Heute möchte ich einmal nur Bilder von Grabsteinen auf den Betrachter wirken lassen.

Flechten und Moose haben die Herrschaft über diese Grabsteine in St George’s in Sutton Mandeville (Wiltshire) übernommen.
Photo © Maigheach-gheal (cc-by-sa/2.0)

Grabsteine auf dem Kirchhof von St Mary the Virgin in Westerham (Kent), auf dem ich immer wieder gern spazieren gehe.
Photo © Marathon (cc-by-sa/2.0)

Die Bank unter dem Baum auf dem Kirchhof von Christ Church in Great Lumley (County Durham) lädt zum Verweilen ein.
Photo © Trevor Littlewood (cc-by-sa/2.0)

Agatha Christies Grab in Cholsey (Buckinghamshire) verwittert immer mehr.
Eigenes Foto.

St Thomas‘ in Melbury Abbas (Dorset).
Photo © Maigheach-gheal (cc-by-sa/2.0)

Der Kirchhof von Wisbech St Mary in Cambridgeshire.
Photo © Richard Humphrey (cc-by-sa/2.0)

Wessen Gebeine mögen wohl unter diesem verwitterten Stein ruhen? St Mary’s in Compton Abbas (Dorset).
Photo © Maigheach-gheal (cc-by-sa/2.0)

 

 

Published in: on 19. Juni 2018 at 02:00  Comments (4)  

Queen Camel – Ein kleiner idyllischer Ort in Somerset

St Barnabas Church an der High Street.
Photo © Roger Cornfoot (cc-by-sa/2.0)

Queen Camel ist schon ein merkwürdiger Name für das Dorf in Somerset, 11 km nördlich von Yeovil gelegen, und es blickt auf eine über 1000jährige Geschichte zurück. Mit Kamelen hat das Dorf übrigens nichts zu tun, denn das Wort „Camel“ kommt von dem keltischen „cantmael“, was soviel wie „Distrikt des kahlen Hügels“ hieß. Die „Queen“ im Ortsnamen ist Queen Eleanor, die Frau Heinrichs III.

Das Besondere an diesem Ort ist seine Kirche St. Barnabas, die im 14. Jahrhundert gebaut wurde. Man sieht es dem Glockenturm nicht an, aber hier hängt das schwerste Sechsergeläut der Welt. Die sechs Glocken wurden während eines sehr langen Zeitraums gegossen: zwischen etwa 1450 und 1850. Im Jahr 1908 wurden sie im Glockenturm neu aufgehängt. Dieser Film zeigt die Bellringer bei der Arbeit und hier sieht man St Barnabas von einer Drohne aus.

Die Uhr am Turm stammt aus der viktorianischen Zeit, sie wurde 1887 aus Anlass des 50jährigen Thronjubiläums Königin Viktorias angebracht.

Direkt gegenüber der Kirche liegt die Dorfschule, die Countess Gytha Primary School, die auch wie eine kleine Kirche aussieht.

Ein Stückchen weiter die High Street entlang, die A359, liegt der Dorfpub, The Mildmay Arms, wo die Zeit stehengeblieben scheint, denn auf der Homepage des Pubs wird immer noch für das Weihnachtsmenü 2017 geworben.

Die Countess Gytha Primary School.
Photo © Roger Cornfoot (cc-by-sa/2.0)

Der Dorfpub, The Mildmay Arms.
Photo © Steve Barnes (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 18. Juni 2018 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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St. James Garlickhythe – Eine Londoner Kirche, die immer wieder von Unglücken heimgesucht wurde

St James Garlickhythe ist eine Kirche in der City of London am Garlick Hill mit einem sehr ungewöhnlichen Namen. Die „Knoblauch-Kirche“ wurde tatsächlich nach der Pflanze aus der Gattung Lauch benannt, denn im Mittelalter verkaufte man hier ganz in der Nähe Knoblauch (hythe bedeutet soviel wie Landungsplatz für Schiffe; der Knoblauch wurde an der Themse ausgeladen). Ich möchte an dieser Stelle nicht die ganze Geschichte der Kirche erzählen, sondern nur auf die Unglücke eingehen, die ihr widerfahren sind.

Das im 12. Jahrhundert erbaute Gotteshaus wurde 1666 beim Großen Brand von London in Schutt und Asche gelegt und Jahre später von Sir Christopher Wren wieder neu aufgebaut, eine von 52 abgebrannten Kirche, die der Architekt wieder zum Leben erweckte. Am 10. Dezember 1682 öffnete St James wieder ihre Pforten.
Mitte des 19. Jahrhunderts wäre St James Garlickhythe um ein Haar abgerissen worden, wie mehrere Kirchen in der näheren Umgebung, da die Zahl der Kirchenbesucher stark abgenommen hatte, denn viele Menschen verließen damals die City of London, um sich am Rande der Stadt anzusiedeln. Der Grund, warum St James überlebte, war wohl der, dass mehrere Gilden eng mit der Kirche verbunden waren und es auch heute noch sind.

Das nächste Unglück ereignete sich am 11. Januar 1941, als eine 500-Pfund-Bombe von der deutschen Luftwaffe über London abgeworfen wurde, die das Dach von St James Garlickhythe durchschlug. Glück im Unglück: Die Bombe explodierte nicht, was wohl das endgültige Ende der Kirche bedeutet hätte, sie wurde entfernt und am Rande der Stadt kontrolliert gesprengt. 1954 entdeckte man bei Reparaturarbeiten, dass sich im Gebälk des Daches der Deathwatch Beetle , der Gescheckte Nagekäfer, eingenistet und ziemlich viel Unheil dort oben angerichtet hatte. Also musste die Kirche bis zum Jahr 1963 geschlossen werden, dann stand sie den Gläubigen der anglikanischen Kirche wieder zur Verfügung.

Eigentlich hätte St James Garlickhythe jetzt endlich einmal für längere Zeit zur Ruhe kommen sollen, doch am 20. September 1991 schlug das Schicksal um 7.30 Uhr erneut zu. Ein über dreißig Meter hoher Kran, der an einem nahe gelegenen Bürogebäude eingesetzt war, kippte um und krachte auf das Dach der Kirche. Wieder gab es einen ziemlich großen Schaden; Fenster und ein großer Leuchter gingen zu Bruch und viele der aus dem 17. Jahrhundert stammenden Kirchenbänke wurden beschädigt. Erneut musste St James geschlossen werden, bis die Reparaturarbeiten abgeschlossen waren.

St James Garlickhythe ist die Kirche der Worshipful Company of Vintners, einer der ältesten Zünfte Londons, der, zusammen mit der Dyers‘ Company, die Schwäne auf der Themse ihr Eigen nennen (abgesehen von denen, die der Königin gehören).

Anlässlich des Diamond Jubilee of Queen Elizabeth II und der damit verbundenen Feierlichkeiten war St James Garlickhythe im Gespräch, denn die für die Kirche von der Whitechapel Bell Foundry neu gegossenen acht Glocken wurden auf einem Boot auf der Themse zu Ehren der Königin geläutet; danach hängte man sie im Turm von St James auf (die Glocken, nicht die Queen). Hier sind die Glocken zu hören.

ST JAMES GARLICKHYTHE
Garlick Hill
London, EC4V 2AF

Die acht neuen Glocken.
Author: Dickon Love,
This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license.

Published in: on 22. Mai 2018 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Weston Longville (Norfolk), James Woodforde und die Tagebücher eines Landpfarrers

Parson Woodforde.
This work is in the public domain

The Diary of a Country Parson„, also das Tagebuch eines Landpfarrers, umfasst die Aufzeichnungen des James Woodforde, der von 1776 bis 1803 die Gemeinde von Weston Longville in Norfolk (rund 13 Kilometer nordwestlich der Grafschaftshauptstadt Norwich) betreute. In Auszügen sind die Tagebücher noch heute im Buchhandel erhältlich.
James Woodforde wurde 1740 in der Grafschaft Somerset geboren, er starb 1803 in Weston Longville und ist auch dort beerdigt.

Die Tagebücher beinhalten nichts Aufsehenerregendes oder Sensationelles; der Leser erfährt aber so einiges über das Leben in einem Dorf in East Anglia in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Wir begegnen dem Schmuggler Andrew und der Witwe Pratt, hören wie die Winter hier im Osten Englands waren und jede Menge Dorfklatsch. Besonders gern berichtet Parson Woodforde von den gewaltigen Mahlzeiten, die er zusammen mit Freunden einnimmt und beschreibt  detailliert, was da so alles auf den Tisch kam, zum Beispiel ein Kalbskopf, ein Hammelrücken, ein Schwan mit Johannisbeergelee, verschiedene Sorten Wildgeflügel und eine Dessertauswahl mit Pflaumenmus und Früchten. Ja, Woodforde ließ es sich gut gehen in Weston Longville.

Das Pfarrhaus, in dem er wohnte, existiert nicht mehr, es wurde abgerissen und durch ein neues ersetzt. Diese Old Rectory wurde 1971 von der Kirche verkauft, kam in Privathand und war vor zwei Jahren für £1.5 Millionen erneut auf dem Markt.

Parson Woodfordes All Saints‘ Church in Weston Longville steht noch immer, ein paar Schritte davon entfernt liegt der Dorfpub, ein Free House, der sich natürlich The Parson Woodford nennt und in dem man in den Tagebüchern des Pfarrers blättern kann, die für die Gäste bereit liegen.

Damit der Pfarrer nicht in Vergessenheit gerät, sorgt The Parson Woodforde Society, die 1968 gegründet wurde.

Das Buch zum Artikel:
Roy Winstanley: Parson Woodforde – The Life and Times of a Country Diarist. Morrow 1996. ISBN  978-0948903380.

Die All Saints‘ Church, der Wirkungsbereich von James Woodforde.
Photo © Adrian S Pye (cc-by-sa/2.0)

Hier predigte Parson Woodforde.
Photo © John Salmon (cc-by-sa/2.0)

Der Dorfpub.
Photo © Ruth Sharville (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 29. April 2018 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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St Giles in Cheadle (Staffordshire) – Eine der schönsten katholischen Kirchen Englands

Ein besonderes Juwel unter Englands Kirchen findet sich in dem kleinen Marktort Cheadle in der Grafschaft Staffordshire, etwa 18 km von Stoke-on-Trent entfernt.
Die katholische Kirche ist im Vergleich zu anderen englischen Bauwerken noch recht jung. Am 31. August 1846 wurde St. Giles in Betrieb genommen“, und die erste Heilige Messe wurde am Tag darauf zelebriert.

Gebaut wurde die Kirche von Augustus Welby Northmore Pugin (1812–1852), der bekannt ist für seine Arbeiten am Londoner Parlamentsgebäude. Den Auftrag dafür erteilte John Talbot, der 16. Earl of Shrewsbury, der über sehr viel Geld verfügte und seinen Kirchenbaumeister mit unbegrenzten Mitteln ausstattete, damit er eine Kirche schuf  „that would have no rival“.

Pugin’s Gem“ nennt man St. Giles auch, denn dem Architekten ist hier wirklich ein Meisterwerk im Stil des Gothic Revival gelungen.

Hier sind Bilder aus der Kirche zu sehen.

Published in: on 13. April 2018 at 02:00  Comments (2)  
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St Mary’s Church in Beverley (East Yorkshire) und die Kathedrale von Ripon (North Yorkshire) – Wurde Lewis Carroll hier zu seinem Weißen Kaninchen inspiriert?

 

Das Kaninchen in St Mary’s in Beverley.
Copyright: Spencer Means.
Creative Commons 2.0

Beverley ist eine schöne alte Stadt im Osten Yorkshires und berühmt geworden durch das riesige Beverley Minster. Viele Besucher strömen dorthin und übersehen, dass es im Ort noch eine weitere sehr sehenswerte Kirche gibt, die aus der normannischen Zeit stammende St. Mary’s Church.

Freunde von Lewis Carrolls Geschichte „Alice im Wunderland“ besuchen aber vielleicht doch diese Kirche, weil man in ihr die steinerne Figur eines Kaninchens findet, das Vorbild für Carrolls „White Rabbit“ gewesen sein soll.

Charles Ludwidge Dodgson, so der richtige Name von Lewis Carroll, hat einmal im Verlaufe eines Familienausflugs St. Mary’s besichtigt und dabei das Kaninchen gesehen, das im 13. Jahrhundert seinen Platz in der Kirche gefunden haben soll. Wer das „pilgrim rabbit“ (so genannt, weil es einen Pilgerstab in den Pfoten hält) erschaffen hat und aus welchem Grund ist unbekannt. Ganz leicht zu finden ist die Steinfigur in der Kirche nicht, man muss schon etwas suchen oder jemanden fragen.

Es gibt aber noch eine andere Version wie Lewis Carroll auf die „Kaninchen-Idee“ gekommen sein könnte und auch da spielt Yorkshire eine Rolle und zwar die Kathedrale von Ripon, in der Carrolls Vater eine Zeit lang als Domherr wirkte. Dort gibt es im Chorbereich eine Schnitzarbeit von einem Kaninchen, das sich vor einem Greifvogel in seinen Bau flüchten will.

In diesem Filmausschnitt sind Alice und das weiße Kaninchen zu sehen.

Die Schnitzarbeit im Chor der Kathedrale von Ripon.
Photo © Martyn Gorman (cc-by-sa/2.0)

The White Rabbit aus „Alice im Wunderland“.
This file is made available under the Creative Commons CC0 1.0 Universal Public Domain Dedication.

Published in: on 10. April 2018 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Ernest Arthur Lough (1911-2000) und Felix Mendelssohn Bartholdys „O for the Wings of a Dove“ – Ein Verkaufshit aus dem Jahr 1927

Die Londoner Temple Church.
Photo © Richard Croft (cc-by-sa/2.0)

Im Jahr 1927 hörte man in England kein Musikstück lieber als Felix Mendelssohn BartholdysO for the Wings of a Dove„, das aus dem Anthem „Hear my prayer“ (dt. „Hör‘ mein Bitten“) stammt, das der deutsche Komponist 1844 geschrieben hatte und welches in der Londoner Crosby Hall am 8. Januar 1845 uraufgeführt wurde. Gesungen wurde es von dem 16jährigen Ernest Arthur Lough, der über eine herausragende Sopranstimme verfügte. Bis 1962 wurden von der Schallplatte eine Million Stück verkauft, die erste klassische Schallplatte der Firma EMI, die diese „Schallgrenze“ überschritten hatte.

Ernest Arthur Lough wurde 1911 in dem Ost-Londoner Stadtteil Forest Gate geboren. Er sang im Chor seiner Heimatkirche St Peter’s, bis er sich 1924 dem Chor der Temple Church in der Londoner City anschloss. Schnell erkannte man hier die stimmlichen Fähigkeiten des jungen Arthur, und seine Stunde schlug am 15. März 1927, als die 1898 gegründete Gramophone Company mit einem der ersten mobilen Aufnahmestudios zur Temple Church kam, um hier Mendelssohn Bartholdys „Hear my prayer“ mit dem Kirchenchor aufzunehmen. Dabei durfte Ernest das Solo „O for the Wings of a Dove“ singen. Der Rest ist Geschichte. Der junge Mann sorgte mit seiner Stimme dafür, dass die Temple Church an Sonntagen gut gefüllt war, viele wollten ihn einmal live erleben.

Die Aufnahme von „Hear my prayer“ ist bis heute als CD erhältlich und von ihr wurden mittlerweile sechs Millionen Exemplare verkauft.

Mit 18 Jahren bekam Ernest einen Stimmbruch und aus dem Sopran wurde ein Bariton; er blieb dem Chor der Temple Church noch eine Weile erhalten. Ernest Arthur Lough arbeitete später bei der Plattenfirma HMV im Marketing und nach dem Krieg bei einer großen internationalen Werbeagentur. Er starb am 22. Februar 2000; an ihn erinnert ein Plakette in der Temple Church.

Hier ist eine kurze Dokumentation über den Chorknaben zu sehen, in der auch Ausschnitte aus „O for the Wings of a Dove“ zu hören sind.

Die Erinnerungsplakette in der Temple Church.
Author: Carol.
Creative Commons 2.0

Die Crosby Hall, in der „Hear my prayer“ 1845 erstmals aufgeführt wurde.
Photo © N Chadwick (cc-by-sa/2.0)

 

St Sepulchre-without-Newgate in Holborn – The National Musicians’ Church

Schon um das Jahr 1137 herum wurde die Kirche St Sepulchre-without-Newgate in London erbaut, 1666 beim Großen Brand von London bis auf wenige Mauern von den Flammen zerstört und danach an der selben Stelle wiederaufgebaut. Im Zweiten Weltkrieg kam die Kirche noch einmal mit einem blauen Auge davon, nur das Wachhäuschen wurde zerstört.
St Sepulchre-without-Newgate wird auch The National Musicians‘ Church genannt, da sie viele Verbindungen zur Musikwelt des Landes hatte. Und so gab es im vorigen Jahr laute Proteste, als die Kirchenoberen eine weitere Nutzung für nicht-religiöse Zwecke ab dem Jahr 2018 untersagten. Viele Jahrzehnte diente St Sepulchre als Ort, in dem Konzerte aufgeführt wurden (hier fanden auch einmal Teile der London Fashion Week statt), und gegen die Anordnung protestierten namhafte Musiker wie Julian Lloyd-Webber und die Komponisten John Rutter und James MacMillan. Mit einer Unterschriftensammlung versuchte man das Ende der National Musicians’ Church zu verhindern. Hier ist ein Film über eine dieser Protestveranstaltungen.

Es gibt schon seit längerem eine starke Bindung der Kirche zur Musik. So findet man in der  Musicians‘ Chapel vier Fenster, auf denen John Ireland, Dame Nellie Melba, Walter Carroll und Sir Henry Wood gedacht wird.
John Ireland (1879-1962) war ein Komponist, der vorwiegend durch seine Chormusik und Klaviermusik bekannt ist; über seinem Fenster findet man die Schlusstakte seines Liedes „Sea Fever„. Dame Nellie Melba lebte von 1861 bis 1931 und war eine australische Opernsängerin. Walter Carroll (1869-1955) kennt man als Komponisten und Musiklehrer und Sir Henry Wood (1869-1944) ist in die englische Musikgeschichte eingegangen als Schöpfer der jährlich stattfindenden Londoner Promenadenkonzerte, die immer mit der Last Night of the Proms ihren Abschluss und Höhepunkt finden. Seine Büste in der Royal Albert Hall wird jedes Jahr beim Abschlusskonzert mit einem Lorbeerkranz geschmückt, der nach Beendigung der Proms wieder zurück in die Kirche St Sepulchre gebracht wird, wo der Musiker getauft und beigesetzt wurde.

Ein weiterer berühmter Mann ist in der Kirche in Holborn bestattet worden, der aber mit Musik nichts zu tun hat: John Smith (1580-1631), ehemaliger Gouverneur von Virginia, der vor allem durch seine Liaison mit der Häuptlingstochter Pocahontas in Erinnerung geblieben ist. Auch ihm ist ein Kirchenfenster gewidmet.

St Sepulchre-without-Newgate steht gegenüber dem Gerichtsgebäude Old Bailey am Holborn Viaduct.

 

Das Dame Nelly Melba gewidmete Kirchenfenster.
Photo © John Salmon (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 3. März 2018 at 02:00  Comments (2)  
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St Mary’s in East Somerton – Eine wildromantische Kirchenruine in Norfolk

In Norfolk gibt es zwei Dörfer, die direkt ineinander übergehen: West Somerton und East Somerton. Beide haben eine Kirche, die St Mary’s heißen; nicht so besonders originell, aber der Heiligen Maria wurden nun einmal im ganzen Land unzählige Kirchen gewidmet. West Somerton’s St Mary ist eine richtig schöne Kirche aus dem Mittelalter, in der regelmäßig Gottesdienste stattfinden. Sie wurde im Jahr 2012 mit dem English Heritage Angel Award ausgezeichnet für die besten Restaurierungsarbeiten.

Die andere St Mary’s in East Somerton, an einem schmalen Weg namens Back Lane gelegen, muss man erst einmal suchen, denn sie existiert nur noch in Ruinen und die sind von der Natur so überwuchert worden, dass man die alten Gemäuer leicht übersehen kann. Wenn man ein Musterbeispiel für romantische Ruinen sucht, hier wird man fündig. Nachdem die Kirchengemeinde von St Mary’s mit der im benachbarten Winterton zusammengelegt wurde, brauchte man die Kirche eigentlich nicht mehr. Hin und wieder  fanden in ihr noch Andachten statt für die Bewohner von Burnley Hall, auf deren Gelände sie stand, doch irgendwann im 17. Jahrhundert war Schluss und man ließ der Natur ihren Lauf, die die Gelegenheit gern ergriff, um die Kirche nach ihren Vorstellungen umzugestalten. Teile der Mauern und das Dach brachen im Laufe der Zeit weg. Mitten im ehemaligen Kirchenschiff steht jetzt ein Baum, den Mutter Natur passend fand, hier anzusiedeln. Beeindruckend auch das riesige klaffende Portal.

Kein Wunder, dass die Ruinen Geisterjäger anziehen, die des Nachts versuchen, mit den unsichtbaren „Bewohnern“ von St Mary’s Kontakt aufzunehmen. Auch um die Eiche mitten in der Kirche, The Witch’s Finger genannt, ranken sich Geschichten. Vor vielen Jahrhunderten will man eine Hexe mit Holzbein gefasst und in der Kirche lebendig begraben haben. Aus diesem Holzbein soll, so die Legende, die Eiche entstanden und so groß geworden sein, dass sie die Kirche letztendlich zerstörte. Also ein Racheakt der Hexe.

East und West Somerton liegen nur ein paar hundert Meter vom Meer entfernt, nördlich der Stadt Great Yarmouth.

Published in: on 13. Februar 2018 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Mein Buchtipp – Dixe Wills: Tiny Churches

Foto meines Exemplares.

Von Dixe Wills, Journalist und Autor von mehreren Büchern, habe ich in meinem Blog bereits sein „Tiny Islands“ und sein „The Z – Z of Great Britain“ vorgestellt. Über sein Buch „Tiny Histories“, das ich gerade lese, werde ich demnächst berichten.

Heute möchte ich das Buch „Tiny Churches“ vorstellen, das erstmals 2016 erschien und 2017 zweimal nachgedruckt wurde. Das Buch gefällt schon, wenn man es in die Hand nimmt. Ein durchbrochener Schutzumschlag zeigt ein schon fast dreidimensionales Bild von einem Kirchenfenster; genauso schön ist der Buchdeckel gestaltet. Der erste positive Eindruck setzt sich fort, wenn man das Buch aufschlägt und darin blättert. Das Thema ist kleine und kleinste Kirchen in ganz Großbritannien, illustriert mit zahlreichen Bildern.

Da gibt es Kirchen, die weit weg von allem stehen wie zum Beispiel St Peter-on-the Wall bei Bradwell-on-Sea (Essex), die rund um die Uhr geöffnet und nur zu Fuß erreichbar ist. Auch St Michael de Rupe bei Brentor (Devon) im Dartmoor ist nicht leicht zugänglich, weil sie hoch oben auf einem Felsen liegt.
In manchen Kirchen werden nie mehr Gottesdienste abgehalten, in anderen wiederum hin und wieder einmal. Die Bremilham Church bei Malmesbury in Wiltshire wird nur einmal im Jahr am sogenannten Rogation Sunday, das ist der Sonntag vor Christi Himmelfahrt, benutzt.

Dixe Wills gibt bei jedem Eintrag exakt an, wie die Kirche mit dem öffentlichen Nahverkehr und zu Fuß zu erreichen ist, wann sie geöffnet hat und wo man sich gegebenenfalls den Schlüssel holen kann. Auch die Zeiten, falls und wann darin Gottesdienste abgehalten werden.

Wer sich für britische Winzlings-Kirchen interessiert, wird mit diesem Buch hochzufrieden sein. Highly recommended!!!

Dixe Wills: Tiny Churches. The AA Publishing 2017. 320 Seiten. ISBN 978-0-7495-7768-1

St Peter-on-the-Wall bei Bradwell-on-Sea in Essex.
Photo © Robin Webster (cc-by-sa/2.0)

St Michael de Rupe bei Brentor in Devon.
Photo © Chris Allen (cc-by-sa/2.0)

Bremilham Church bei Malmesbury in Wiltshire.
Photo © White Socks (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 6. Februar 2018 at 02:00  Comments (4)  

St Antholin’s church spire in Sydenham (London) oder Was von einer Kirche übrigblieb

Nach dem Großen Brand von London im Jahr 1666 muss der berühmte Baumeister Sir Christopher Wren wohl Tag und Nacht nichts anderes getan haben als die vielen zerstörten Kirchen der Stadt wieder aufzubauen. Dazu gehörte auch die niedergebrannte Kirche St Antholin, die von 1678 bis 1684 neu erstand. Man konnte sie in der City of London an der Watling Street finden, die es noch heute gibt, und da stand das Gotteshaus bis zum Jahre 1875, als es weg musste. Die Gründe dafür waren, dass sie einerseits immer weniger Besucher hatte, weil in der City of London nicht mehr so viele Menschen wohnten, und andererseits sollte eine neue Straße gebaut werden, die heutige Queen Victoria Street, und da stand St Antholin einfach im Wege. Der bevorstehende Abriss deutete sich bereits Jahre vorher an und so wurde die Kirchturmspitze abgenommen und verkauft, und zwar an einen wohlhabenden Londoner, der es nicht mit ansehen konnte, dass seine geliebte Kirche komplett verschwinden sollte und wenigstens die „church spire“ retten wollte. Es war Robert Harrild (1780-1853), Gründer der Firma Harrild & Sons, die sich auf die Fabrikation von Druckmaschinen spezialisiert hatte. Sein Büro lag gegenüber von St Antholin,  und er kaufte die Kirchturmspitze für £5.

Was machte Mr. Harrild nun mit diesem Teil? Er wohnte damals in Sydenham, einem im Süden liegenden Londoner Stadtteil, und besaß an der Straße Round Hill ein großes Anwesen und dort stellte er die Kirchturmspitze in seinem Garten auf…und da steht sie heute noch. Allerdings sieht es dort heute ganz anders aus, denn das Harrildsche Anwesen existiert schon lange nicht mehr. Hier sind in den 1960er Jahren moderne Stadthäuser entstanden und mitten zwischen ihnen ragt nach wie vor das, was von St Antholin übrig geblieben ist, heraus.

Wer sich selbst einmal ein Bild von St Antholin’s church spire machen möchte, der sollte in Sydenham von der Dartmouth Road, der A2216, in die Straße Round Hill abbiegen und dort auf halber Strecke nach rechts in eine Sackgasse gehen/fahren. Zwischen zwei Reihenhausblöcken findet man dann die von Sir Christopher Wren entworfene Kirchturmspitze.

Published in: on 23. Januar 2018 at 02:00  Comments (3)  
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English Country Churchyards – Einige persönliche Anmerkungen

St Peter & St Paul Churchyard in Dinton (Buckinghamshire)
Eigenes Foto.

Bei meinen Reisen durch England besuche ich immer wieder gern draußen auf dem Lande die kleinen Dorfkirchen und ihre Friedhöfe. Es herrscht dort meistens eine ganz besondere Stimmung, vor allem wenn man ganz allein auf dem „country churchyard“ ist. So erinnere mich an einen sonnigen Frühlingstag, als ich St Peter & St Paul in dem winzigen Ort Dinton in Buckinghamshire aufsuchte. Der Wind rauschte in den Bäumen, es war keine Menschenseele weit und breit zu sehen. Ich versuchte die Inschriften auf den alten Grabsteinen zu entziffern, was nicht immer gelang.

Thomas Grays „Elegy written in a country churchyard„, ein Gedicht, das der Dichter 1750 schrieb, führte mich zur St Giles Church nach Stoke Poges (Buckinghamshire), wo Thomas Grays hohes Denkmal, allerdings außerhalb des Friedhofs, zu finden ist. Was für ein Gegensatz: Die Grabstätte des 1771 gestorbenen Dichters und die vielen Flugzeuge am Himmel, die sich im Anflug auf Heathrow befinden. Wie treffend für einen Dorffriedhof sind doch Grays Zeilen:

„Beneath those rugged elms, that yew-tree’s shade,
 Where heaves the turf in many a mould’ring heap,
Each in his narrow cell for ever laid,
 The rude forefathers of the hamlet sleep“

Ähnlich schön formulierte es Percy Bysshe Shelley in seinem Gedicht “ A summer evening churchyard, Lechlade„, das von der Abendstimmung auf dem Kirchhof von St Lawrence in Lechlade (Gloucestershire) inspiriert wurde. Hier heißt es:

„The dead are sleeping in their sepulchres:
And, mouldering as they sleep, a thrilling sound,
Half sense, half thought, among the darkness stirs,
Breathed from their wormy beds all living things around,
And mingling with the still night and mute sky
Its awful hush is felt inaudibly.“

Sehr idyllisch liegt der Fern Lane Cemetery auf halbem Wege zwischen Little Marlow und Bourne End in Buckinghamshire. Hier ruht einer der bekanntesten englischen Krimiautoren: Edgar Wallace. Umgeben von Laubbäumen findet man hier alte Grabmäler und Grabstätten neueren Datums.

Auch Edgar Wallaces „Konkurrentin“, die Krimiautorin Agatha Christie hat eine schöne und ruhige letzte Ruhestätte gefunden, auf dem Kirchhof von St Mary in Cholsey bei Wallingford (South Oxfordshire). An einer Umrandungsmauer steht ihr Grabstein, schon recht verwittert, und bei meinem Besuch lag einer ihrer Krimis davor, dem der Regen schon arg zugesetzt hatte.

Auch im Winter haben die ländlichen Kirchhöfe ihre Reiz. So besuchte ich beispielsweise an einem klirrend kalten Tag im Februar St Arilda’s bei Oldbury in South Gloucestershire. Die Kirche liegt auf einem Hügel, von dem aus man einen schönen Blick auf den River Severn hat.

Diese kleine Auswahl von meinen Begegnungen mit „English country churchyards“ ließe sich noch lange fortsetzen. Ich bin sicher, dass viele meiner Blogleser alle ihre persönlichen Favoriten haben werden.

Siehe zu diesem Thema auch meinen Blogeintrag über „lych gates“.

Das Grabmal von Thomas Gray neben dem St Giles Churchyard in Stoke Poges (Buckinghamshire).
Eigenes Foto.

St Lawrence in Lechlade (Gloucestershire).
Photo © Chris Gunns (cc-by-sa/2.0)

Das Grabmal von Edgar Wallace auf dem Fern Lane Cemetery (Buckinghamshire).
Eigenes Foto.

Agatha Christies Grab auf dem Friedhof von St Mary’s in Cholsey (South Oxfordshire),
Eigenes Foto.

St Arilda’s bei Oldbury (South Gloucestershire).
Eigenes Foto.

Published in: on 19. Januar 2018 at 02:00  Comments (2)  

Friends of Friendless Churches – Eine Organisation, die sich um verwaiste Kirchen kümmert

St Mary Magdalene in Boveney (Buckinghamshire)
Photo © Mark Percy (cc-by-sa/2.0)

Es gibt in England nicht mehr benötigte Kirchen, die entweder abgerissen bzw. als Discotheken oder Restaurants umfunktioniert worden sind. Damit dieses Schicksal nun nicht alle diese sogenannten redundanten Kirchen trifft, wurde 1957 eine Organisation gegründet, die Friends of Friendless Churches.  Im Vorstand befanden sich Architekten, Politiker und andere einflussreiche Leute.
Das Geld für die Erhaltung der Kirchen kommt überwiegend durch Spenden und Geldsammelaktionen zusammen, aber auch aus anderen Quellen, wie z.B. vom English Heritage, fließt finanzielle Unterstützung in die Kasse der Organisation.
Der derzeitige Präsident der Friends ist Robert Gascoyne-Cecil, 7th Marquess of Salisbury.

Im Besitz der Organisation sind 50 Kirchen, jeweils 25 in England und 25 in Wales. Hier einige Beispiele von einst verwaisten und von den Friends geretteten Kirchen:
St Mary Magdalene’s Church, Boveney in Buckinghamshire
St Leonard’s Church, Spernall in Warwickshire
St Andrew’s Church, Woodwalton in Cambridgeshire

Wer sich eingehender mit dem Thema beschäftigen möchte sei auf folgendes Buch hingewiesen:
Matthew Saunders: Saving Churches: Friends of Friendless Churches: The First 50 Years, das 2010 im Verlag Frances Lincoln erschienen ist. ISBN 978-0711230415. Das Vorwort zu dem Buch, das alle Kirchen der Friends vorstellt, schrieb übrigens der Prince of Wales.

Hier wird eine der Kirchen vorgestellt, um die sich die Friends of the Friendless Churches gekümmert haben: St. Mary in Mundon (Essex).

St Leonard’s in Spernall (Warwickshire)
Photo © Philip Halling (cc-by-sa/2.0)

St Andrew’s in Woodwalton (Cambridgeshire)
Photo © Michael Trolove (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 15. Januar 2018 at 02:00  Comments (2)  
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St Edwold’s in Stockwood (Dorset) – Eine der kleinsten Kirchen Englands

Wenn man durch England reist und sich für Kirchen interessiert, wird man häufig mit den gleichen Namen konfrontiert, die den Church of England-Kirchen gegeben wurden. Die Top 5 sind:
1. St Mary
2. All Saints
3. St Peter
4. St Michael
5. St Andrew

In Stockwood in Dorset, einem Dörfchen, das nur aus einigen wenigen Häusern besteht, gibt es eine Kirche, die einzige überhaupt in der Church of England, die dem kaum bekannten Heiligen St Edwold gewidmet ist. Es ist nur wenig über ihn bekannt, so war er der Bruder von Edmund the Martyr, nach dem die Stadt Bury St Edmunds in Suffolk benannt ist; er lebte im 9. Jahrhundert und richtete sich als Eremit an einer Quelle namens Silver Well in Cerne Abbas in Dorset ein.

St Edwold’s liegt einsam auf dem Gelände der Church Farm rund 200 Meter von der A37 entfernt, die von Dorchester nach Yeovil führt.  1959 wurde die Kirche von der Church of England aufgegeben und da stand sie nun nutzlos auf dem Farmgelände herum, bis der Churches Conservation Trust sich ihrer erbarmte und sie unter ihre Fittiche nahm. Sie gehört zu den kleinsten Kirchen Englands und misst gerade einmal 9.1 Meter mal 3.9 Meter. Erbaut wurde sie 1636.
Zweimal im Jahr wird die Kirche wieder zum Leben erweckt: Am 29. August ist St Edwold’s Day und da findet um 17 Uhr ein Abendgebet in ihr statt, und in der Woche vor Weihnachten wird ein Gottesdienst mit Weihnachtsliedern abgehalten. St Edwold’s ist sehr einfach eingerichtet: Ein kleiner Altar, ein Taufstein und ein paar Klappstühle bilden das Inventar der Kirche; auf einem Tisch steht ein Porträt des Namensgebers. Ein Besuch der täglich geöffneten Ex-Kirche lohnt sich also nicht wegen des „Innenlebens“, sondern wegen der ansprechenden Lage und der Atmosphäre von St Edwold’s, die von einer Handvoll krummer und schiefer Grabsteine umgeben ist.

Noch kleiner ist die Culbone Church in der Grafschaft Somerset, über die ich in meinem Blog auch schon berichtete.

Der Silver Well in Cerne Abbas, an dem sich St Edwold als Eremit niedergelassen haben soll.
Photo © Nigel Mykura (cc-by-sa/2.0)

 

 

Published in: on 3. Januar 2018 at 02:00  Comments (2)  
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A Festival of Nine Lessons and Carols – Ein Gottesdienst am Heiligen Abend in der King’s College Chapel in Cambridge

Das Innere der King’s College Chapel.
Photo © Richard Croft (cc-by-sa/2.0)

Für viele Engländer ist die Weihnachtsansprache der Königin ein fester Bestandteil des Weihnachtsfestes. Auch sehr populär ist das am Heiligen Abend von BBC Radio 4 ausgestrahlte Festival of Nine Lessons and Carols aus der King’s College Chapel in Cambridge.

Um 15 Uhr beginnt dieser spezielle Weihnachtsgottesdienst, der erstmals 1918 zelebriert wurde und schon seit 1928 wird er regelmäßig von der BBC ins ganze Land und auch in die ganze Welt übertragen. Allein in den USA kann man den Gottesdienst aus der Universitätsstadt in mehr als 300 Radiostationen hören.

Noch schöner ist es natürlich, das Festival of Nine Lessons and Carols selbst in der Kapelle zu hören, doch dort stehen nur 650 Plätze zur Verfügung. Am 24. Dezember um 7.30 Uhr morgens sind in diesem Jahr die Karten erhältlich und bis dahin hat sich immer schon eine lange Schlange gebildet. Einlass in die Chapel ist um 13.30 Uhr.

Pünktlich um 15 Uhr geht es dann los mit einer Mischung aus Weihnachtsliedern und Bibellesungen. Seit Beginn des Festivals steht das Lied „Once in Royal David’s Cityam Anfang, 1848 von Cecil Frances Alexander geschrieben. Die gesungenen Lieder variieren von Jahr zu Jahr und speziell für diesen Gottesdienst wird jede Weihnachten ein neues Lied komponiert. Die Bibellesungen werden von Repräsentanten des King’s College vorgenommen und sind in jedem Jahr dieselben.

Für die Besucher des Gottesdienstes gibt es ziemlich strikte Verhaltensregeln, so ist Husten unerwünscht und das Umblättern des Programmheftes mit den Liedtexten sollte leise vor sich gehen. Auch wird genau vorgegeben, wann sich die Gemeinde erheben und wieder setzen soll.

In diesem Jahr stehen u.a folgende Lieder auf dem Programm: “ A Spotless Rose„, John Taveners „The Lamb“ und „The Angel Gabriel„. Das letzte gemeinsam gesungene Weihnachtslied ist „Hark! The Herald Angels Sing„.

King’s College Chapel.
Photo © Philip Halling (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 24. Dezember 2017 at 02:00  Comments (6)  
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Die St Swithun’s Church in Wickham (Berkshire) – Die Kirche mit den Elefanten

St Swithun von Winchester ist ein Heiliger, nach dem viele Kirchen, vor allem im Süden Englands, benannt worden sind, so auch die des kleines Dorfes Wickham im Westen der Grafschaft Berkshire. Die Schreibweise des Heiligen variiert, er wird auch St Swithin geschrieben; ich habe mich für da „u“ entschieden.

Die Geschichte der ländlichen Kirche reicht bis in das 12. Jahrhundert zurück, doch ich möchte mich an dieser Stelle nur mit der Mitte des 19. Jahrhunderts beschäftigen, als William Nicholson Pfarrer an dieser anglikanischen Kirche war. Rector Nicholson machte sich ab 1845 an die vollständige Restaurierung von St Swithun’s, was so einige Jahre in Anspruch nahm. Im Zuge der Baumaßnahmen wollte der Pfarrer auch das Hammerbalkengewölbe im nördlichen Kirchenschiff neu verzieren und zwar mit…Engeln, was sonst? Doch so ganz stand William Nicholson wohl doch nicht hinter der Idee mit der Engelverzierung, denn bei einem Besuch der Pariser Weltausstellung 1855 stieß er zufällig auf vier Elefanten aus Pappmaché, die es ihm sofort angetan hatten. Warum nicht meine Kirche mit Elefanten schmücken, fragte er sich, Engel gibt es doch in jeder anderen zu sehen. Also kaufte er die Dickhäuter und nahm sie mit nach Wickham. Da ihm vier Elefanten für sein Hammerbalkengewölbe aber als zu wenig erschienen, gab er vier weitere in Auftrag, die auch alle Namen haben wie Fortitude und Docility. Die Kirche in Wickham ist auf Grund dieser acht Tiere unter dem Dach zu einem Anziehungspunkt für Besucher von nah und fern geworden.

Eine weitere Besonderheit ist in der Kirche zu finden und zwar die beeindruckende Abdeckung des Taufsteins, die in Neuseeland für die Crystal Palace Exhibition 1862 in London angefertigt wurde und später den Weg nach Wickham fand.

Published in: on 13. November 2017 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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The Oratory in der Londoner Brompton Road – Drei Hochzeiten und kein Todesfall

Das Victoria & Albert Museum in der Londoner Brompton Road ist ein direkter Nachbar des The Oratory oder, wie die Kirche auch heißt, The Church of the Immaculate Heart of Mary oder The Brompton Oratory. 1884 wurde der Bau der römisch-katholischen Kirche abgeschlossen, die zweitgrößte dieser Konfession in London, nach der Westminster Cathedral. Betritt man das Innere der Kirche fühlt man sich nach Italien versetzt: Marmorene Säulen, Lichtkuppeln, Deckengemälde, Standbilder, Putti wohin man auch blickt, ein wirklich beeindruckendes Gotteshaus.

So ist es nicht verwunderlich, dass im The Oratory gern geheiratet wurde und wird. Drei prominente Persönlichkeiten gaben hier ihr Ja-Wort.

Der französische Dichter und Literaturkritiker Stéphane Mallarmé heiratete am 10. August 1863 im Oratory House, einem Vorgänger der heutigen Kirche, die Deutsche Maria Christina Gerhard. Der Franzose weilte in England, um die Sprache des Landes zu erlernen, da er Lehrer werden wollte.

Wenige Jahre nach Fertigstellung der Kirche schritt der Komponist Edward Elgar zum Altar. Am 8. Mai 1889 heiratete er die acht Jahre ältere Alice Roberts. Zum Zeitpunkt der Eheschließung war Elgar noch nicht berühmt, seine Kompositionen, die ihn international bekannt machen sollten, folgten erst später. Elgars Frau stammte aus einer Familie, die der anglikanischen Kirche sehr zugetan war, und die dieser Verbindung sehr skeptisch gegenüberstand. Alice willigte einer katholischen Eheschließung zu, und sie suchten sich dafür The Oratory in London aus, weit weg von ihrem heimischen Worcestershire.

Über 27 Jahre später, am 2. Dezember 1926, heiratete der 27jährige Alfred Hitchcock, der damals noch ganz am Anfang seiner Karriere als Regisseur von Spannungsfilmen stand, im Oratory die einen Tag jüngere Alma Reville, die ihn sein ganzes Leben lang begleiten sollte, sowohl privat als auch beruflich (sie war Drehbuchautorin und Filmeditorin). Hitchcocks älterer Bruder William fungierte als Trauzeuge, Almas jüngere Schwester Eva war die Maid of Honour. Die Hitchcocks wohnten nicht weit entfernt, in der Cromwell Road Nummer 153, eine blaue Plakette weist heute darauf hin.

Dieser Film zeigt Bilder aus dem Oratory, untermalt vom Knabenchor der Kirche.

Author: Rabanus Flavus.
This file is made available under the Creative Commons CC0 1.0 Universal Public Domain Dedication.

Published in: on 8. November 2017 at 02:00  Comments (2)  
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The Hardy Tree auf dem Kirchhof der Londoner St Pancras Old Church

Wer in den Londoner Bahnhof St Pancras einfährt, vielleicht mit dem Eurostar, der sieht auf der rechten Seite eine kleine Parkanlage, die St Pancras Gardens. Vor über 150 Jahren erstreckte sich diese Grünfläche, die als Friedhof der St Pancras Old Church diente, über die jetzt mit Schienen bedeckte Bahnhofsanlage. Mit zunehmendem Eisenbahnverkehr in der Mitte der 1860er Jahre brauchte man diesen Platz mitten in London für die Gleisanlagen und so musste ein Großteil des Friedhofs weg. Beauftragt mit der Aufgabe dieser Umstrukturierung wurde das Architekturbüro von Arthur Blomfield, das heißt, die Firma musste für die Exhumierung zahlloser auf dem Friedhof begrabener Londoner sorgen, sie an anderer Stelle wieder beisetzen und die Grabsteine ebenfalls woanders unterbringen.

Ein junger Angestellter Blomfields namens Thomas Hardy erhielt von seinem Chef den Auftrag, sich Gedanken über die Umsetzung zu machen und die Arbeiten zu überwachen. Besonders angenehm war es sicher nicht, mit anzusehen wie Arbeiter die Toten ausbuddelten, doch Thomas Hardy kam damit einigermaßen zurecht. Der junge Mann, der später mit seinen Romanen Weltliteratur schrieb, überlegte, wo denn die ganzen Grabsteine abbleiben sollten und hatte die Idee, sie kreisförmig um einen Eschenbaum herumzugruppieren. Dicht an dicht standen die Grabsteine unter dem Laubdach der Esche…und stehen noch heute da; allerdings haben die Baumwurzeln ein komplett neues Kunstwerk hervorgebracht. Manche Steine wurden angehoben, umgekippt, gespalten; der Baum ist in einige regelrecht hineingewachsen. Einige Inschriften sind noch lesbar, viele ganz verwittert.

Der The Hardy Tree genannte Baum steht nur einige Schritte von der St Pancras Old Church entfernt, die Gleisanlage des Bahnhofs ist glücklicherweise hinter einer Backsteinmauer verborgen. Dieser Film zeigt Details des Baumes und der Grabsteine, die er sich einverleibt hat.

Published in: on 26. Juli 2017 at 02:00  Comments (1)  
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St Clement’s Church in West Thurrock (Essex) – Eine Kirche mitten in einem Industriegebiet

 

St Clement’s of Procter & Gamble…oder so ähnlich.
Photo © Stephen Richards (cc-by-sa/2.0)

Immer wenn ich von Dartford in Kent kommend durch den Tunnel unter der Themse auf der anderen Seite in Grays (Essex) herauskomme, werde ich mit einer öden, tristen Industrielandschaft konfrontiert, die von Einkaufszentren, mehrspurigen Straßen und Fabrikgebäuden dominiert wird.
Inmitten dieser zersiedelten Landschaft steht eine Kirche, St Clement’s in West Thurrock, die sich verängstigt zwischen diese Industrieanlagen duckt und sich mit ihnen arrangiert hat.

Seit Jahrhunderten steht diese Kirche hier, bevor die Fabriken ihr auf die „Pelle“ rückten. Der Global Player Procter & Gamble, deren Gebäude direkt hinter der Kirche stehen, bekam Mitleid mit St Clement’s und nahm sie unter seine Fittiche. 1987 begannen die Renovierungsarbeiten, die von dem Konzern übernommen wurden.

1994 wurde die Kirche für Filmdreharbeiten verwendet und zwar filmte hier Regisseur Mike Newell die Beerdigungsepisode in dem Film „Four Weddings and a Funeral“ (dt. „Vier Hochzeiten und ein Todesfall“) mit Hugh Grant in der Hauptrolle.

Hier ist ein Film über die Kirche zu sehen und hier die entsprechende Szene aus dem Film „Four Weddings and a Funeral“.

St Clement’s ist nur an wenigen Tagen im Jahr für die Allgemeinheit geöffnet; in diesem Jahr noch am 1. und 2. Juli, 5. und 6. August, 2. und 3. September.

Ob der Heilige Clement den jetzigen Standort für die ihm geweihte Kirche wohl gut finden würde?
Photo © N Chadwick (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 15. Juni 2017 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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St Bartholomew-the-Great – Londons älteste Kirche, Witwen und Hot Cross Buns

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Mitten in der City of London, in West Smithfield, steht die älteste Kirche der Stadt, die dem heiligen Bartholomäus gewidmet ist: St Bartholomew-the-Great, 1123 gegründet. Filmfans haben die Kirche sicher schon einmal gesehen, beispielsweise in „Four Weddings and a Funeral“, „Shakespeare in Love“ oder „The Other Boleyn Girl“. Der Kirchengründer, ein Priester namens Rahere, soll hier hin und wieder als Geist spuken, und ein nach ihm benannter Chor, die Rahere Singers, sind bei manchen Gottesdiensten zu hören.

Ich möchte an dieser Stelle aber näher auf einen Brauch eingehen, der an jedem Karfreitag auf dem Kirchhof von St. Bartholomew-the-Great wiederbelebt wird. Ursprünglich hieß diese alte Tradition „Widow’s Sixpence„, die 1887 von von Joshua Butterworth als „The Butterworth Charity“ wieder ins Leben gerufen wurde. An diesem Tag legte man 21 Sixpence-Münzen auf einen Grabstein und 21 arme Witwen durften sich jeweils eine Münze nehmen, anschließend bekamen sie noch ein Hot Cross Bun, das sind kleine süße Brötchen, die mit einem Kreuz verziert sind, in Erinnerung an die Kreuzigung Jesu. Der Brauch mit den Münzen und den armen Witwen hat sich von selbst erledigt, denn hier in der City of London bedürftige Witwen zu finden, ist wohl kaum mehr möglich. Trotzdem fragt der diensthabende Pfarrer immer noch traditionsgemäß seine Gemeinde, ob denn „poor widows“ anwesend seien und in der Regel heben sich da keine Hände (allerdings hat sich vor vier Jahren eine Dame gemeldet).

Also hat man wenigstens an den Hot Cross Buns festgehalten, die nach wie vor am Karfreitag verteilt und von der Cateringfirma Chester Boyd frisch angeliefert werden. Die Körbe mit den heißen Brötchen werden herumgereicht und alle Anwesenden dürfen sich bedienen. Hier sind einige Bilder aus dem Jahr 2014.

Wie man Hot Cross Buns herstellt, zeigt dieser Film.

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Auf dem Kirchhof von St Bartholomew-the-Great werden die Hot Cross Buns am Karfreitag verteilt.
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Hot Cross Buns.
Dieses Bild ist gemeinfrei.

 

St Etheldreda’s – Londons älteste katholische Kirche und The Blessing of the Throat

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Am Ely Place im Stadtteil Holborn steht die älteste römisch-katholische Kirche Londons, St Etheldreda’s, benannt nach einer Heiligen, die im 7. Jahrhundert lebte und in Ely (Cambridgeshire) starb. In der Kathedrale von Ely ist eine Statue der Heiligen aufgestellt und an ihrem Grab sollen Kranke geheilt und Blinde wieder sehend geworden sein.

In der ihr geweihten Londoner Kirche, in der auch eine Statue von ihr steht, findet jedes Jahr am 3. Februar ein besonderer Gottesdienst steht, bei dem The Blessing of the Throat vorgenommen wird. Dazu finden sich Gläubige/Patienten in St Etheldreda’s ein, die Halskrankheiten haben (und die offensichtlich ihrem HNO-Arzt wenig vertrauen). Der Priester der Kirche nimmt dabei eine spezielle Prozedur vor, bei der zuerst zwei Altarkerzen gesegnet und mit Bändern umwickelt werden; dann knien die Heilungssuchenden vor dem Priester nieder, der die Kerzen unter das Kinn der Gläubigen hält und dabei den Spruch „May the Lord deliver you from the evil of the throat, and from every other evil“ sagt.

Diese religiöse Prozedur geht nicht auf die heilige Etheldreda zurück, die sich ja eher auf das Heilen von Blinden spezialisiert hatte, sondern auf St Blasius, oder St Blaise wie er in England genannt wird. Dieser armenische Heilige, dessen Gedenktag der 3. Februar ist, soll ein Kind, das eine Fischgräte verschluckt hatte, vor dem Erstickungstod gerettet haben; er gilt auch als Schutzpatron der Halskranken.

The Blessing of the Throat wird nicht nur in St Etheldreda’s vorgenommen, sondern auch in anderen Kirchen und in anderen Ländern.

Ely Place ist eine kurze Privatstraße, deren Zugang durch eine Schranke geregelt wird, und in der sogenannte „Beadles“ die Aufsicht führen. Hier stand einmal der Palast der Bischöfe von Ely, der Ende des 18. Jahrhunderts abgerissen wurde, und St Etheldreda’s war die Kapelle der Bischöfe. Während des Zweiten Weltkriegs erlitt die Kirche schwere Schäden, als sie im Mai 1941 von Bomben getroffen wurde, und es dauerte sieben Jahre, bis die Reparaturarbeiten abgeschlossen werden konnten. Heute wird die Kirche gern für Taufen, Hochzeiten und Beerdigungsfeiern genutzt. Eine Besonderheit sind die vielen bunten Kirchenfenster.

St Etheldreda’s ist täglich von 8 Uhr bis 17 Uhr geöffnet (sonntags von 8 Uhr bis 12.30 Uhr). Hier ist ein Film über die Kirche.

St Etheldreda’s Church
14 Ely Place
London
EC1N 6RY

Die Statue der heiligen Etheldreda in der ihr geweihten Londoner Kirche.
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Das Ostfenster der Kirche.
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Der Zugang zum Ely Place.
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Champing oder Bed and Breakfast in ehemaligen Kirchen

All Saints in Aldwincle (Northamptonshire)
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Immer mehr Kirchen werden in England aufgegeben und anderen Nutzungszwecken zugeführt; Restaurants, Bars, Kletterhallen und was auch immer erfindungsreichen Menschen sonst noch einfällt, werden in den Ex-Gotteshäusern installiert. Andere Organisationen wiederum wie der Churches Conservation Trust oder die Friends of Friendless Churches kümmern sich liebevoll um den Erhalt der alten Bauwerke, die viel zu schade sind, um sie abzureißen. Das kostet natürlich viel Geld und da muss man Ideen haben, um die Kassen etwas aufzufüllen. Eine dieser Ideen des Churches Conservation Trust ist, einige Kirchen einfach als Bed & Breakfast zu vermieten. Einen Begriff für das Übernachten in Kirchen hat man schnell gefunden: Champing (Church + Camping), angelehnt an das Glamping (Glamourous Camping), also das Übernachten in ungewöhnlichen Objekten; ich berichtete in meinem Blog darüber.

£49 pro Erwachsenem kostet eine Übernachtung in der Woche (am Wochende £59) inklusive Frühstück in einer der zwölf Kirchen, die für das Champing bisher zur Verfügung stehen. All Saints in Aldwincle in Northamptonshire war die erste Kirche, in der der Churches Conservation Trust  seine neue Übernachtungsidee testete. Geschlafen wird auf Luftmatratzen, darüberhinaus stehen Tische, Klappstühle, eine mobile Toilette und eine Waschgelegenheit zur Verfügung. In einem benachbarten Bauernhof in Aldwincle wird das Abendessen eingenommen, das Frühstück am nächsten Morgen in der Kirche. Die Idee zündete und weitere Kirchen wurden in das Champing-Programm aufgenommen. Die Vorstellung, einmal eine Nacht in jahrhundertealtem Gemäuer zu nächtigen, war verlockend (und für einige sicher auch etwas beängstigend). Jede der Kirchen ist anders, in einigen gibt es elektrisches Licht, manche haben richtige Toiletten; beheizbar ist aber keine Kirche, deshalb wird Champing auch nur von März bis September angeboten.

Hier sind einige der Champing-Kirchen:

St Mary the Virgin in Fordwich (Kent), vor den Toren der Kathedralenstadt Canterbury, wo bis zu zwölf Übernachtungsgäste untergebracht werden können (hier ist ein Film darüber).

All Saints in Billesley (Warwickshire) bei Stratford-upon-Avon, die mit William Shakespeare in Verbindung gebracht wird. Hier können nur zwei Gäste die Nacht verbringen (very romantic!!).
Saint Katherine in Chiselhampton (Oxfordshire), nur wenge Kilometer von der Universitätsstadt entfernt. Geeignet fpr maximal sechs Gäste.
St Thomas in Friarmere (Greater Manchester). Eine alte Kirche am Rand des Saddleworth Moors (für bis zu acht Gäste). Hier wurden im vorigen Jahr einige Teile des Films „A Monster Calls“ (dt. „Sieben Minuten nach Mitternacht“) u.a. mit Sigourney Weaver gedreht (hier ist der Trailer).
Old St Stephen’s in Fylingdales (North Yorkshire) im North York Moors National Park, nicht weit von Whitby entfernt. Hier finden bis zu vier Übernachtungsgäste Platz.
Übrigens darf man auch Hunde mitbringen und Alkohol ist kein Thema (wir sind ja in England), aus einer kleinen Weinliste kann man sich den passenden Wein für eine romantische Nacht aussuchen oder selbst mitbringen.
Wer Champing einmal ausprobieren möchte wende sich an den
The Churches Conservation Trust
Society Building,
8 All Saints Street
London, N1 9RL
champing@thecct.org.uk
Dieser Film zeigt weitere Informationen über Champing.

St Mary the Virgin in Fordwich (Kent).
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All Saints in Billesley (Warwickshire).
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St Katherine in Chiselhampton (Oxfordshire).
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St Thomas in Friarmere (Greater Manchester).
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Old St Stephen’s in Fylingdales (North Yorkshire).
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Published in: on 16. April 2017 at 02:00  Comments (1)  
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St Ethelburga’s in der City of London – Eine ehemalige Kirche mit einer langen Leidenszeit

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Eingequetscht zwischen riesigen gläsernen Hochhäusern steht St Ethelburga’s in der City of London an der Straße Bishopsgate. Die ehemalige Kirche der Church of England ist heute ein Centre for Reconciliation and Peace, wobei das Wort „Peace“ bei dem Baulärm drum herum manchmal nicht so ganz zutrifft. Das gewaltige Hochhaus 100 Bishopsgate wird gerade nur ein paar Meter entfernt hochgezogen.

St Ethelburga’s Ursprünge lassen sich bis in das Jahr 1250 zurückverfolgen. Sie ist eine der wenigen mittelalterlichen Kirchen, die den Großen Brand von London im Jahr 1666 überstanden hat. Im Zweiten Weltkrieg erlitt sie durch eine deutsche Fliegerbombe Schäden, die jedoch 1953 repariert wurden. Der schwärzeste Tag in ihrer Geschichte war der 24. April 1993, ein Samstag, als eine Bombe der irischen IRA direkt vor ihr explodierte und gewaltige Schäden anrichtete. Die auf einem LKW gezündete Bombe verursachte schätzungsweise Schäden im Bishopsgate-Viertel von einer Milliarde Pfund. Da es ein Samstagvormittag war, lag die City wie üblich ziemlich verlassen da, so dass außer einem Reporter niemand getötet und 44 Menschen verletzt wurden. Nicht auszudenken, was geschehen wäre, wenn die Bombe an einem Wochentag explodiert wäre.
St Ethelburga’s wurde zu 70% zerstört und sie war nicht versichert. Was sollte man mit dem Trümmerhaufen anfangen? Einige der Verantwortlichen wollten sie komplett abreißen lassen, doch das stieß auf erheblichen Widerstand in der Bevölkerung. Also baute man die Kirche nach den ursprünglichen Plänen wieder auf, änderte allerdings einiges im Inneren. Prince Charles eröffnete St Ethelburga’s im Jahr 2002 wieder als Centre for Reconciliation and Peace.

Das Zentrum beschreibt seine Aufgabe als „makers of peacemakers“ und die Wikipedia beschreibt es als „a non-profit charity which aims to build relationships across divisions of conflict, culture and religion. Its expertise is in bringing people together in new ways, creating safe space for transformative conversations and collaborative enquiry, increasing understanding, and inspiring people to take action in their own communities“.

St Ethelburga’s kurz nach dem Bombenanschlag.
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Published in: on 16. März 2017 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Epworth in Lincolnshire und der Gründer der Methodistenkirche John Wesley (1703-1791)

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Die St Andrew’s Church.
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Es gibt Städte, die können sich glücklich schätzen, dass früher einmal eine bedeutende Persönlichkeit in ihren Mauern geboren wurde bzw. gelebt hat. Dann kann man auch noch viele Jahre später davon profitieren, weil Touristen aus aller Welt hierher kommen, um auf den Spuren dieser Person zu wandern. Einer dieser Orte ist die Kleinstadt Epworth im Norden der Grafschaft Lincolnshire; hier erblickte im Jahr 1703 der Pfarrerssohn John Wesley das Licht der Welt, der in die Geschichte eingehen sollte als einer der Mitbegründer (zusammen mit seinem Bruder Charles) der methodistischen Kirche. Sein Vater, Samuel Wesley, war ein außerordentlich fruchtbarer Mann, der zusammen mit seiner Gattin Susanna 19 Kinder in die Welt setzte, von denen allerdings 9 schon sehr früh starben. Samuel war Rektor an der Kirche St Andrew’s in Epworth, und er lebte mit seiner Familie in der Old Rectory, ein Stück weit von der Kirche entfernt.

Ich möchte in meinem Blog nicht weiter auf das Leben des Charles Wesley eingehen, sondern darauf wie Epworth heute mit seinem großen Sohn umgeht. Da viele Besucher, darunter verständlicherweise auch Methodisten aus aller Welt, hierher kommen, hat man einen „Wesley Trail“ angelegt, der an allen Stätten vorbeiführt, die mit den Wesleys zu tun haben. Ein wichtiger Ort ist natürlich die St Andrew’s Church, in der Samuel Wesley der Rektor war und auf deren Kirchhof er auch begraben ist. Die Wesley Memorial Church wurde 1889 in Gedenken an die beiden Brüder John und Charles Wesley gebaut und liegt an der High Street. Ein ganz besonders wichtiger Ort ist die Old Rectory an der Rectory Street, in der die beiden Wesley-Söhne zur Welt kamen. Das Haus ist zu besichtigen und auf einer einstündigen geführten Tour kann man sich über die berühmten ehemaligen Bewohner informieren.

Dort wo die High Street und die Queen Street aufeinandertreffen, steht ein Marktkreuz, vor dem John Wesley so manche Predigt gehalten hat. Seine Statue hat man etwas versteckt und nicht im Zentrum von Epworth aufgestellt. Man findet sie in einem Wohnviertel, wenn man die Straße Albion Hill ein ganzes Stück hinuntergeht. Begraben wurde John Wesley nicht in Epworth, sondern in London, wo er auch starb.

Über Epworth und die Wesley-Familie informiert dieser Film.

Im Jahr 2009 kam ein Spielfilm in die Kinos, der das Leben von John und Charles Wesley zum Inhalt hat und einfach nur „Wesley“ heißt. Hier ist der Trailer.

Das Buch zum Artikel:
Stephen Tomkins: John Wesley – A Biography. Lion Books 2003. 208 Seiten. ISBN 978-0745950785.

Die Wesley Memorial Church.   © Copyright JThomas and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Wesley Memorial Church.
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The Old Rectory.   © Copyright Chris Morgan and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The Old Rectory.
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Das Marktkreuz, von dem aus John Wesley predigte.   © Copyright Richard Croft and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das Marktkreuz, von dem aus John Wesley predigte.
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John Wesleys Statue am Albion Hill.   © Copyright Tim Heaton and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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