Mein Buchtipp – Jane Peyton: Brilliant Britain – A Celebration of Its Unique Traditions and Customs

Foto meines Exemplares.

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Heute möchte ich wieder ein Buch aus dem Hause Summersdale Publishers aus Chichester in West Sussex vorstellen: „Brilliant Britain – A Celebration of Its Unique Traditions and Customs“ von Jane Peyton. Es erschien erstmals 2008 und dann noch einmal in einer überarbeiteten Ausgabe 2012. Die Autorin ist eine echte Autorität in Sachen Alkoholica und sie hat schon mehrere Bücher darüber geschrieben wie „Beer O’Clock: Craft, Cask and Culture“ (2013) und „School of Booze: An Insider’s Guide to Libations, Tipples and Booze “ (ebenfalls 2013 erschienen). Jane Peyton wurde ebenfalls durch ihre Hymne an London, „London Town„, bekannt, die sie zusammen mit Emily Leather schrieb.

In ihrem Buch über britische Traditionen und Gebräuche stellt sie z.B. „Festivals and Pageants“ vor, über die ich meinem Blog im Laufe der letzten sechs Jahre auch schon geschrieben habe wie das Coco-Nut Dancing in Bacup (Lancashire), den Horn Dance in Abbots Bromley (Staffordshire) und das Well Dressing im Peak District.
Im Kapitel „Great British Grub“ erfahren wir, was es mit den World Black Pudding Throwing Championships in Ramsbottom (Greater Manchester) und dem Cheese Rolling in Brockworth (Gloucestershire) auf sich hat.
In „Myths and Folklore“ beschäftigt sich Jane Peyton unter anderem mit dem Clown Church Service in Dalston (London) und dem Straw Bear Festival in Whittlesea (Cambridgeshire).

Im Anhang listet die Autorin alle 110 Livery Companies der City of London vor, das sind Berufsverbände, deren Namen mit The Worshipful Company of… beginnen. Als Beispiel seien hier The Worshipful Company of Spectacle Makers und The Worshipful Company of Barbers genannt.

Ein wirklich interessantes und gelungenes Buch!

Jane Peyton: Brilliant Britain – A Celebration of Its Unique Traditions and Customs. Revised Edition. Summersdale 2012. 236 Seiten. ISBN 978-1-84953-309-6.

 

Published in: on 31. Dezember 2015 at 02:00  Comments (1)  

„British Shopping“ – Jetzt in Geesthacht zu finden

Eigenes Foto.

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Über die Firma British Shopping, ansässig in Hamburg-Bergedorf, habe ich in meinem Blog schon einmal geschrieben. Jetzt ist das Geschäft von Hamburg in die Peripherie der Stadt umgezogen und zwar in das Gewerbegebiet an der Vierlander Strasse in Geesthacht. Es ist nicht ganz leicht zu finden, da es an der Hauptstraße, an der das Gewerbegebiet liegt, (noch) nicht ausgeschildert ist. Aber es scheint sich schon herumgesprochen zu haben, dass British Shopping jetzt hier anzutreffen ist, denn bei meinem Besuch dort waren vormittags einige Käufer im Laden.
Anders als in Bergedorf, wo es recht kuschelig und beengt zuging, herrscht in Geesthacht eine eher kühle Atmosphäre vor, die die Besitzer aber durch hübsche Dekorationen aufgelockert haben. Da steht zum Beispiel die lebensgroße Figur eines englischen Polizeibeamten in einer Ecke und kleine Tische mit besonderen Angeboten fallen ins Auge. Vor dem Lagerhaus gibt es keine Parkplatzprobleme; da sah es in dieser Beziehung in Bergedorf ganz anders aus.

Das Sortiment ist sehr groß; Konfitüren und Marmeladen gibt es in Hülle und Fülle, z.B. Frank Cooper’s Oxford Marmalade und Produkte aus dem Hause Stokes in Woodbridge (Suffolk). Schokolade und Süßigkeiten der Firmen Cadbury, Summerdown und Bassett’s sind im Sortiment zu finden wie auch viele Teesorten von Twinings und Taylors of Harrogate. Mulled Winter Punch der Belvoir Fruit Farms, über die ich in meinem Blog berichtete, gibt es hier in Geesthacht zu kaufen und viele alkoholfreie Getränke wie Fentimans Wild English Elderflower und Firefly Bramble Apple & Ginger. Alkoholika werden von British Shopping nicht angeboten.

Neben den Nahrungsmitteln kann man hier auch britische Souvenirs erstehen, so fand ich einen Keramikbecher, der aus Anlass der Geburt des Royal Babys, George of Cambridge, hergestellt wurde, Autoaufkleber „I Love Cornwall“ und eine Jutetasche mit dem Spruch „Keep Calm in London“.

Mehr als 2000 Artikel bietet British Shopping an, die natürlich auch über das Internet bestellt werden können. Der Empfang im Shop war sehr freundlich und es macht einfach Spaß, an den Regalen entlangzugehen und Produkte vorzufinden, die in Deutschland sonst kaum zu haben sind.

Das Gewerbegebiet an der Vierlander Straße geht direkt von der Straße Am Schleusenkanal ab, die an der Elbe in Richtung Hamburg-Bergedorf entlangführt.

Die Öffnungszeiten:
Montag bis Freitag 9 – 17 Uhr
Samstag 10 – 14 Uhr

Eigenes Foto.

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Published in: on 30. Dezember 2015 at 02:00  Comments (5)  
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The Lord Leycester Hospital in Warwick

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Die meisten Menschen, die die Stadt Warwick in Mittelengland besuchen, zieht es zum Warwick Castle, jener Touristenhochburg im wahrsten Sinne des Wortes. Anziehungspunkt Nummer 2 ist das Lord Leycester Hospital in der High Street, eine Ansammlung von uralten Fachwerkgebäuden, die wunderbar in das Stadtbild passen. Über meinen Aufenthalt im Lord Leycester Hotel in Warwick habe ich vor einiger Zeit in meinem Blog geschrieben, der gleiche Lord Leycester, Robert Dudley, hatte 1571 dieses Hospital gegründet, das allerdings nichts mit einem Krankenhaus zu tun hat. Die alte Bezeichnung „Hospital“ bedeutete nichts anderes als eine Unterkunft für alte, bedürftige Menschen.

Robert Dudley gründete diesen Häuserkomplex damals als wohltätige Einrichtung für 12 Veteranen, also ehemalige Soldaten, die sich „brethren“ nannten, ein Name, der sich bis heute gehalten hat und auch heute wohnen im Lord Leycester Hospital noch pensionierte Angehörige der britischen Streitkräfte. So wie ihre ehemaligen Kollegen im Londoner Royal Hospital Chelsea, das allerdings weit größer ist, tragen auch die Veteranen aus Warwick spezielle Uniformen, in denen sie die Besucher des Hospitals als Guide herumführen.

Zu den Gebäuden gehören neben den Wohnungen auch die St James Kapelle, die Guildhall, in der Trauungen vorgenommen werden, und die Great Hall, die gern für Veranstaltungen und für Hochzeitsfeiern gebucht wird. Bis zu 90 Personen können in der Great Hall unter dem sehenswerten Holzbalkendach untergebracht werden.

Die eindrucksvollen Fachwerkhäuser an der High Street in Warwick bilden natürlich auch eine erstklassige Filmkulisse und so wurden hier auch mehrere Filme gedreht wie z.B. die BBC-Serie „Pride and Prejudice“ (dt. „Stolz und Vorurteil“) mit Colin Firth und Jennifer Ehle aus dem Jahr 1995 und die BBC-Serie „Elizabeth I – The Virgin Queen“ (dt. „Elizabeth I – The Virgin Queen“) mit Anne-Marie Duff (2005).

In diesem Film führt Paul Martin durch das Lord Leycester Hospital. Wer die Gebäude besichtigen möchte: Das Hospital ist das ganze Jahr über täglich, außer montags, geöffnet; im Sommer von 10 – 17 Uhr, im Winter von 10 – 16 Uhr. Der Eintritt kostet £5.90.

Lord Leycester Hospital
60 High Street
Warwick
Warwickshire
CV34 4BH

Die St James Chapel.   © Copyright David Dixon and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die St James Chapel.
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The British Lawnmower Museum in Stockport (Greater Manchester)

Ein Mann namens Edwin Beard Budding erfand 1830 in Stroud (Gloucestershire) ein Gerät, das heute unverzichtbar ist für alle Menschen, die ein Haus mit Garten besitzen: den Rasenmäher, natürlich noch mit Handbetrieb. Der erste motorisierte Rasenmäher entstand 1890 und wurde von der Firma Atlas Chain Company entwickelt.

Wer sich für dieses Thema interessiert, dem sei ein Besuch im weltweit einzigen Museum empfohlen, das sich ausschließlich Rasenmähern widmet – dem British Lawnmower Museum in Southport im Nordwesten Englands.

Über 300 verschiedene Rasenmäher sind dort versammelt, so z.B. auch Entwicklungen von Rolls Royce und Daimler. Rasenmäher, die einmal Prominenten gehörten, werden hier ausgestellt, der von Alan Titchmarsh, der von Brian May (Mitglied der Rockgruppe Queen) und sogar einer, mit dem Prince Charles seinen Garten in Highgrove gemäht haben soll (er selbst?).

Beim Besuch des Museums erfährt man auch, dass es Rasenmäherrennen gibt (einige Rennexemplare werden ausgestellt) mit eigenen Meisterschaften. Wer sich darüber informieren möchte, kann das auf der Webseite der British Lawn Mower Racing Association tun.

Brian Radam leitet das Museum, er bietet Führungen an und weiß alles, was man über Rasenmäher wissen muss. Vor einiger Zeit wurde das Museum mit dem „The Wallace Order of British Excellence“ ausgezeichnet.

Man findet das Museum in der Shakespeare Street 106-114 in Southport und es ist täglich, außer Sonntag, von 9.00 – 17.30 Uhr ganzjährig geöffnet.

Hier ist ein kleiner Film, in dem Brian Radam sein Museum vorstellt.
Wer gar nicht genug von Rasenmähern bekommen kann, der sollte sich die DVD „Lawnmower World“ direkt im Museum bestellen und zuschicken lassen. Oder vielleicht Brian Radams Buch „Lawnmowers & Grasscutters: A Guide“ oder einen Kaffeebecher mit dem Bild eines Oldtimer-Rasenmähers. Gibt es alles im Museumsshop zu kaufen.

Published in: on 28. Dezember 2015 at 02:00  Comments (3)  
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„A Bridge Over You“ vom Lewisham & Greenwich NHS Choir – Die Nummer 1 in den britischen Charts in der Weihnachtswoche 2015

Das Queen Elizabeth Hospital in Woolwich Common.   © Copyright David Martin and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das Queen Elizabeth Hospital in Woolwich Common.
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Justin Bieber hatte in der Weihnachtswoche diesen Jahres mit „Love Yourself“ keine Chance auf den Spitzenplatz der britischen Charts. Von Null auf Platz 1 stieg kometenhaft ein Song auf, der von keinem der gängigen Stars aufgenommen wurde, die sonst die Hitparaden des Landes beherrschen. Auch Adele mit ihrem „Hello“ konnte diesem Song nicht Paroli bieten. „A Bridge Over You“ heißt der Titel, interpretiert vom Lewisham & Greenwich NHS Choir. In diesem Chor des National Health Services der Londoner Stadtteile Lewisham und Greenwich haben sich Krankenschwestern, Ärzte und Therapeuten zusammengetan, um mit dem Verkaufserlös ihres Songs wohltätige Einrichtungen zu unterstützen wie Carers UK und Mind.
Zwei Frauen und ein Mann hatten den Ehrgeiz, mit „A Bridge Over You“ die Charts zu erklimmen: Dr. Katie Rogerson, eine Kinderärztin aus London, Dr. Harriet Nerva vom Hinchingbrooke Hospital in Huntingdon in Cambridgeshire und Joe Blunden, Communications Manager des National Health Services.

Das Lied setzt sich aus zwei anderen Songs zusammen, aus dem Simon & Garfunkel-Klassiker „Bridge Over Troubled Water“ und aus Coldplays „Fix You„; beide wurden neu arrangiert. Gewidmet ist der Song allen Patienten, die die Feiertage im Krankenhaus verbringen müssen und allen NHS-Bediensteten, die auch in der Weihnachtszeit rund um die Uhr für diese Patienten da sind.

Der Lewisham and Greenwich NHS Trust wurde 2013 gebildet, und er ist zuständig für die beiden Krankenhäuser Queen Elizabeth Hospital in Woolwich Common und das University Hospital Lewisham.

Hier ist „A Bridge Over You“ zu hören.

Das University Hospital in Lewisham. Author: Gilo 1969. This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license.

Das University Hospital in Lewisham.
Author: Gilo 1969.
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Published in: on 27. Dezember 2015 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Die World Worm Charming Championships in Willaston (Cheshire)

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Ein ganz besonderes Ereignis in dem kleinen Ort Willaston in der Grafschaft Cheshire sind die jährlich stattfindenden World Worm Charming Championships. Veranstaltungsort ist das Gelände der Willaston Primary School.
Darin geht es, in dreißig Minuten, in welcher Form auch immer, so viele Regenwürmer wie möglich, aus einem 9 Quadratmeter großen Rasenstück herauszulocken.
Wie man das macht, bleibt der Fantasie jedes Teilnehmers überlassen. Der Kniff besteht darin, die dummen Regenwürmer davon zu überzeugen, dass es regnet, indem man Vibrationen wie durch fallenden Regen verursacht. Das kann man durch Rasseln und Trommeln erreichen, durch wildes Herumspringen auf dem Rasen oder durch Zuhilfenahme einer Gartenforke, die man 15cm in den Boden sticht.
Der Weltrekord steht bei unglaublichen 567 Würmern, und die Rekordhalter sind seit 2009 Miss S. and Mr M. Smith. Eine Trophäe gibt es auch für den schwersten Wurm und da steht der Rekord seit 1987 bei 6,6 Gramm.

Auf der Webseite der Veranstalter sind die Regeln, die von der International Federation of Charming Worms and Allied Pastimes überwacht werden, genau aufgeführt, auch in verschiedenen Sprachen wie z.B. Finnisch, Isländisch und Tibetanisch.
Den auf diese Weise ans Tageslicht geförderten Regenwürmern darf übrigens kein Leid geschehen, das sehen die Regeln vor.

In diesem Jahr ging bei den 36. Meisterschaften der Siegertitel an das Caravan Club Tag Team, das 227 Regenwürmer aus dem Boden geholt hat. Hier ist eine kleine „Kostprobe“ von einer der Weltmeisterschaften.

Published in: on 26. Dezember 2015 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Spukorte – Die Sheep Street in Skipton (North Yorkshire)

Die Sheep Street in Skipton.   © Copyright Robert Murray and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Sheep Street in Skipton.
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Auf die Frage, welches denn in Yorkshire die Straße mit den meisten Geistererscheinungen ist, neigt man zu den Antworten „The Shambles“ oder „Goodramgate“ in York, die beide jede Menge Übernatürliches aufzuweisen haben; stimmt aber nicht, meint zumindest Malcolm Hanson aus Skipton in North Yorkshire. Hanson, ein ehemaliger Rockmusiker, hat sich auf die Erforschung seiner näheren Heimat spezialisiert und bietet in Skipton historische Stadtrundgänge und Ghost Walks an. Bei seinen Recherchen hat er einmal die Sheep Street genau unter die Lupe genommen und so ziemlich jeden befragt, der in der Straße wohnt oder dort ein Geschäft hat. Ergebnis dieser Untersuchung: In der Sheep Street „wohnen“ so viele Geister, dass sie als „Yorkshire’s most haunted street“ gelten kann.

Ich bin einmal durch die vom Skipton Castle dominierte lebhafte Stadt spaziert, ohne allerdings zu wissen, welchen Ruf die Sheep Street hat, eine Fußgängerzone, die parallel zur High Street verläuft. Tagsüber wirkt diese Straße wie auch die beiden oben erwähnten in York wie jede andere auch, aber wenn es Nacht wird…

Da ist einmal der Woolly Sheep Inn, der auch über 12 Zimmer verfügt, und in Zimmer Nummer 3 soll es besonders unheimlich zugehen, so dass Leute mit einer Affinität zu Spukgeschichten speziell diesen Raum zur Übernachtung buchen. Auch die Kellerräume des Pubs sind nichts für Menschen mit einem schwachen Nervenkostüm, denn dort, wo die Bierfässer aufbewahrt werden, wurde schon eine Dame in einem rosafarbenen Abendkleid gesichtet, deren Beine erstaunlicherweise durch den Kellerboden hindurchgingen; dort wurde bei Renovierungsarbeiten der Boden einmal etwas angehoben. Hier ist ein Film über den Woolly Sheep Inn zu sehen.

Nur ein paar Schritte vom Pub entfernt, steht das Bradford & Bingley-Gebäude, eine Immobilienfirma, auf dessen Dachboden es nicht mit rechten Dingen zugehen soll, denn hier war einmal das Pesthaus der Stadt Skipton untergebracht.

In einem Fotoladen in der Sheep Street treibt ein kleines Mädchen sein Umwesen, das schon häufig mit einem Teddybär im Arm gesehen wurde. Es verstreut Gegenstände auf dem Fußboden des Ladens und löst hin und wieder, besonders ärgerlich, den Alarm der Diebstahlsicherung aus.

Auf dem Dachboden eines anderen Gebäudes geht „Mr. Crump the Chemist“ um, ein Apotheker, der sich um die Jahrhundertwende (19./20. Jahrhundert) hier oben das Leben nahm, indem er sich an einem Seil aufhängte.

Es gibt noch andere „ghosts“ hier in der kopfsteingepflasterten Straße und auch in der näheren Umgebung. Wer mag, kann an einer der Ghost Tours teilnehmen, die Malcolm Hanson durchführt. Aber auch für alle diejenigen, die mit Geistern nichts zu tun haben wollen, ist Skipton eine besuchenswerte, kleine Stadt am Eingang zum Yorkshire Dales National Park, in der man auf nette Weise spazieren gehen kann.

Dieser Film zeigt einen Spaziergang, der über die High Street und dann durch die Sheep Street führt.

Der haunted Pub in der Sheep Street.   © Copyright Alexander P Kapp and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Der „haunted Pub“ in der Sheep Street.
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Published in: on 25. Dezember 2015 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Weihnachten im Waddesdon Manor

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Das Waddesdon Manor, zwischen Aylesbury und Bicester in Buckinghamshire gelegen, gehört mit zu den schönsten Palästen, die ich in England besichtigt habe. Das im Stil eines französischen Renaissanceschlosses von 1874 bis 1883 erbaute Haus gehörte dem Baron Ferdinand von Rothschild; 1957 ging es in den Besitz des National Trusts über. Sowohl die umfangreichen Sammlungen an Kunstgegenständen als auch die Gärten sind absolut sehenswert.

Jedes Jahr in der Vorweihnachtszeit erfreut sich das Waddesdon Manor großer Beliebtheit bei den Besuchern, da es durch seine Illuminationen und Dekorationen eine ganz besondere Atmosphäre schafft. Der Lichtkünstler Bruce Munro hat auch in diesem Jahr wieder unter dem Motto „Winter Light at Waddesdon“ eine Art Lichtpfad geschaffen, der durch die Außenanlagen des Schlosses führt. „SOS“ hat Munro sein Kunstwerk genannt, das in diesem Film zu sehen ist, der auch die Son et Lumière-Installation „Transformation“ zeigt, die das Haus in wechselnde Farben taucht.

Auch im Inneren des Palastes geht es weihnachtlich zu, kunstvoll geschmückte Weihnachtsbäume, dekorierte Kaminsimse und andere Kunstobjekte so weit das Auge reicht. Dieser Film zeigt das auf eindrucksvolle Art.

Wer seinen Besuch im Manor gleich mit Weihnachtseinkäufen verbinden möchte, kann das im Manor Shop, Wine Shop und Stables Shop tun. Da Waddesdon einmal Ferdinand von Rothschild gehört hat, findet man im Wine Shop eine große Auswahl von Weinen aus dem Hause Rothschild, darunter auch die berühmten Château Mouton Rothschild und Château Lafite Rothschild.

Das Manor Restaurant bietet nachmittags ab 16.30 Uhr den Lights & Legends Afternoon Tea an, bei dem man sich z.B. an Scone citron with crème Chantilly und Smoked salmon dauphinoise with soured cream and chive ergötzen kann, begleitet von einer Tasse Darjeeling First Flush oder Oolong Formosa.

Das Waddesdon Manor, dessen Lichtilluminationen noch bis zum 3. Januar zu sehen sind, hat in jeder Jahreszeit etwas zu bieten und ist immer einen Besuch wert. Garantiert!!

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Ein kunstvoll gedeckter Tisch im Manor unter dem Motto "Die Schneekönigin".    © Copyright Rob Farrow and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Ein kunstvoll gedeckter Tisch im Manor unter dem Motto „Die Schneekönigin“.
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Published in: on 24. Dezember 2015 at 02:00  Comments (7)  
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Auf den Spuren von Inspector Barnaby – Wallingford in Oxfordshire

Dreharbeiten zu Midsomer Murders in Wallingford.   © Copyright Des Blenkinsopp and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Dreharbeiten zu Midsomer Murders in der Wood Street in Wallingford.
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Kürzlich stellte ich fest, dass ich in meiner Serie über Drehorte der Inspector Barnaby-Krimireihe einen der wichtigsten noch gar nicht vorgestellt habe, nämlich Wallingford in Oxfordshire, das als Causton fungiert, dort, wo die Barnabys wohnen und wo sich die Polizeistation befindet, in der Tom/John Barnaby mit ihren jeweiligen Sergeants stationiert sind. Wallingford ist eine sehr hübsche Kleinstadt an der Themse; die schöne Lage am Fluss hat aber leider auch seine Nachteile, denn die Themse tendiert dazu, hin und wieder über die Ufer zu treten, mit schlimmen Folgen für die Umgebung.

Wer sich in Wallingford auf Spurensuche nach Inspector Barnabys Drehorten machen möchte, sollte vielleicht erst einmal das Touristenbüro aufsuchen, das in der Town Hall am Market Place untergebracht ist, also mitten im Zentrum der Stadt.  Dort gibt es ein kleines Faltblatt „Midsomer Murders: The Wallingford Connections“ (hier kann man es herunterladen), das alle wichtigen Plätze auflistet und beschreibt, die in der TV-Serie zu sehen sind. Ich traf in der Tourist Information auf eine sehr freundliche Dame, die mir einige Hinweise auf die Dreharbeiten geben konnte.

Da ist vor allem der Market Place selbst, an dem mehrere Gebäude liegen, die wir aus „Midsomer Murders“ kennen wie die bereits erwähnte Town Hall und The Corn Exchange, die als Causton Playhouse dient.

Vielleicht erinnern sich noch einige an Episode 6 „Death’s Shadow“ (dt. „Der Schatten des Todes“); da treffen Cully und der von ihr angehimmelte Simon Fletcher auf dem Market Place auf Reverend Stephen Wentworth, der Simon überredet, die Eröffnungsrede bei dem geplanten Dorffest zu halten.

Schon in Episode 3 „Death of a Hollow Man“ (dt. „Requiem für einen Mörder“) steht die Corn Exchange im Mittelpunkt, als dort die Proben und später die Aufführung des Stückes „Amadeus“ stattfinden, gespielt von der Causton Amateur Dramatic Society, natürlich mit tödlichem Ausgang.

In Folge 7 „Strangler’s Wood“ (dt. „Der Würger von Raven’s Wood“) sieht man Culley an der Town Hall auf ihren Vater warten, mit dem sie eine Aufführung im Causton Playhouse gegenüber besuchen möchte, aber Tom Barnaby ist anderweitig beschäftigt und schickt seinen Sergeant Troy, der an seine Stelle treten soll.

Die Wallingford Bridge, die über die Themse führt und so etwas wie ein Wahrzeichen der Stadt ist, bekommt man meines Wissens nur einmal zu Gesicht, und zwar auch in Folge 6 „Death’s Shadow“ als Tom Barnaby und Culley  über die Brücke fahren.

Der kleine Laden Down to Earth („Designer Homeware – Beautiful Gifts“) in der St Martin’s Street, nur wenige Schritte vom Market Place entfernt, war einmal in Episode 71 „Small Mercies“ (dt. „Böse kleine Welt“) als Browse A While Gift Shop zu sehen.

Mehrfach in der TV-Serie zu sehen war auch der Wallingford Parish Choir, der dort den Namen Midsomer Worthy Choir trägt; darüber habe ich in meinem Blog in einem eigenen Eintrag geschrieben.

Selbst wer zu Inspector Barnaby keinerlei Bezug hat, wird in Wallingford auf seine Kosten kommen. Die kleine Stadt eignet sich hervorragend als Standort für Touren nach Oxford und in die wunderschöne Umgebung. Ein Spaziergang an der Themse empfiehlt sich, ebenso wie ein Besuch in der Corn Exchange, deren Theatergruppe The Sinodun Players von 1951 bis 1976 Agatha Christie als Präsidentin vorstand. Ich berichtete in meinem Blog darüber in Zusammenhang mit dem Agatha Christie-Trail in Wallingford.

Der Market Place im Winter.   © Copyright Bill Nicholls and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Der Market Place im Winter.
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Wallingford Corn Exchange. Eigenes Foto.

Wallingford Corn Exchange.
Eigenes Foto.

Die Town Hall mit dem War Memorial davor.   © Copyright Bill Nicholls and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Town Hall mit dem War Memorial davor.
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Die Wallingford Bridge bei Hochwasser.   © Copyright Des Blenkinsopp and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Wallingford Bridge bei Hochwasser.
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Die richtige Wallingford Police Station.   © Copyright Bill Nicholls and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die „richtige“ Wallingford Police Station in der Reading Road.
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Published in: on 23. Dezember 2015 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Lunatic Asylums in England – Einige Anmerkungen und Fotos

Das ehemalige Holloway Sanatorium bei Virginia Water in Surrey.   © Copyright Martyn Davies and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das ehemalige Holloway Sanatorium bei Virginia Water in Surrey.
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In dem von mir schon mehrfach erwähnten Buch „London Orbital“ von Iain Sinclair schreibt der Autor auch von den vielen „Lunatic Asylums“ oder „Mental Hospitals„, die einst an der Peripherie Londons gebaut wurden und später nach und nach wieder aufgelöst wurden. Oft handelte es sich dabei um recht düstere furchteinflößende Bauten. Die Episode 77 der Inspector Barnaby Krimiserie, „Silent Land“ (dt. „Geisterwanderung“), spielt in einer verfallenen Irrenanstalt, wozu man als Drehort das ehemalige Fairmile Hospital in Cholsey bei Wallingford in der Grafschaft Oxfordshire verwendete (ich berichtete in meinem Blog darüber). Eines der bekanntesten und größten war das Holloway Sanatorium bei Virginia Water in Surrey, das 1981 aufgegeben wurde, verfiel und durch seine unheimliche Atmosphäre gern als Kulisse für Filme und Musikvideos genutzt wurde; der Horrorfilm „Slaughter High“ wurde hier z.B. gedreht und Ozzy Osbournes „Bark at the moon„.
Hier ist ein Film der BBC über Irrenanstalten in England.

Viele dieser ehemaligen Nervenheilanstalten wurden abgerissen oder in Wohnanlagen umgebaut (wie das erwähnte Holloway Sanatorium).
Hie sind einige Fotos dieser früheren „Lunatic Asylums“:

Das Fairmile Hospital in Cholsey (Oxfordshire).   © Copyright Bill Nicholls and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das Fairmile Hospital in Cholsey (Oxfordshire).
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Einzelzellen im High Royds Sanatorium bei Menston, nördlich von Bradford; es wurde 1888 erbaut und im Jahr 2003 geschlossen.   © Copyright philld and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Einzelzellen im High Royds Sanatorium bei Menston, nördlich von Bradford in West Yorkshire; es wurde 1888 erbaut und im Jahr 2003 geschlossen.
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Was von High Royds übrigblieb.   © Copyright philld and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Was von High Royds übrigblieb.
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Das ehemalige Hampshire County Lunatic Asylum bei Knowle, 1996 geschlossen.   © Copyright Peter Facey and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das ehemalige Hampshire County Lunatic Asylum bei Knowle, 1996 geschlossen.
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Dieses Gebäude war früher Teil des Cumberland and Westmoreland Lunatic Asylums bei Carleton (Cumbria).   © Copyright Rose and Trev Clough and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Dieses Gebäude war früher Teil des Cumberland and Westmoreland Lunatic Asylums bei Carleton (Cumbria).
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Published in: on 22. Dezember 2015 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Meriden in den West Midlands – Das geografische Zentrum Englands?

Monument auf dem Village Green von Meriden, das das Zentrum Englands markiert.   © Copyright David Stowell and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Monument auf dem Village Green von Meriden, das das Zentrum Englands markiert.
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Meriden in den West Midlands, etwa 5 Meilen von Coventry entfernt, galt lange Zeit als der geografische Mittelpunkt Englands. Das Monument „Meriden Cross„, in der Ortsmitte auf dem Dorfanger gelegen, markiert exakt dieses Zentrum. Doch stimmt das wirklich?

Offensichtlich nicht, denn die BBC hat intensive Recherchen angestellt und ist zu dem Ergebnis gekommen, dass das tatsächliche Zentrum woanders liegt, nämlich auf dem Gelände der Lindley Hall Farm in Leicestershire, 18 Km von Meriden entfernt; das sagt jedenfalls das Global Positioning System, das Satelliten verwendet, um exakte Koordinaten festzulegen.

Es gibt mehrere Vermutungen wie es zu der Auffassung kam, dass gerade hier in Meriden der Nabel Englands liegen soll. Da wird erzählt, dass einer der Gastwirte des Bulls Head (den es noch heute gibt) im 18. Jahrhundert auf die Idee kam, den Ort als Zentrum Englands auszurufen, also so etwas wie ein Marketinggag, um Kundschaft hierherzulocken. Meriden lag an einer der Haupttrassen von Chester im Norden nach London im Süden, auf der die Rinderherden entlanggetrieben wurden, und zwar exakt auf halber Strecke. Auch das könnte dazu beigetragen haben, den Ort in den West Midlands  zum geografischen Mittelpunkt des Landes auszurufen.

Ob das nun alles stimmt oder nicht, die Einwohner Meridens fühlen sich noch immer als im Zentrum Englands wohnhaft und werden dadurch bestätigt, dass viele Besucher aus aller Welt hierherkommen und sich vor dem Monument auf dem Village Green fotografieren.

Von 1941 bis 1983 standen in Meriden die Werke der Triumph Motorcycles, die heute in Hinckley in Leicestershire angesiedelt sind.

In diesem beschaulichen ruhigen Dörfchen wurde übrigens die Death Metal Band „Napalm Death“ gegründet, deren Motto „Silence sucks. Noise is always the answer“ ist.

The Bulls Head an der Main Road von Meriden.   © Copyright Ian Rob and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The Bulls Head an der Main Road von Meriden.
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Lindley Hall Farm in Leicestershire. Das tatsächliche zentrum Englands?   © Copyright Richard cattel and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Lindley Hall Farm in Leicestershire. Das tatsächliche Zentrum Englands?
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Published in: on 21. Dezember 2015 at 02:00  Comments (1)  
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Mein Buchtipp – Ray Hamilton: M25 – A Circular Tour of the London Orbital

Foto meines Exemplares.

Foto meines Exemplares.

Am 8. Oktober diesen Jahres erschien bei Summersdale Publishers in Chichester (West Sussex) ein weiteres Buch über die Londoner Ringautobahn: „M25 – A Circular Tour of the London Orbital„, und wenn ich nicht schon meine persönliche Auszeichnung für mein Buch des Jahres an Bill Brysons „The Road to Little Dribbling“ vergeben hätte, wäre Ray Hamiltons Buch ein weiterer Anwärter darauf gewesen. Hamilton hat eine wunderbar witzige Art zu schreiben, typisch englischer Humor!

Er nimmt uns mit auf eine Umrundung der M25, wobei wir im Uhrzeigersinn fahren. Startpunkt ist die Queen Elizabeth II-Brücke und dann geht es los, von der Littlebrook Junction (1a) bis zur letzten Abfahrt,  der Junction 31, der Purfleet Interchange. Ray Hamilton beschreibt zuerst, nach Grafschaften unterteilt,  die einzelnen Abfahrten und Autobahnkreuze („The Functions of the Junctions„), dann folgt unter der Rubrik „On the Road„, was man auf den Autobahnteilstücken aus sehen kann, und zuletzt, unter „Places to Visit„, Sehenswürdigkeiten im Umland der M25. Klingt langweilig? Ist es aber bei weitem nicht, denn Hamiltons Humor macht die Lektüre zu einem reinen Vergnügen.

Außer der 188 Kilometer langen Umrundung der Autobahn erfährt der Leser Vieles über die Geschichte und Entstehung der Straße, über die Pflanzen und Tiere, die es sich dort „gemütlich“ gemacht haben (einige der letzteren hauchen ihr Ende leider als „Roadkill“ aus) und über die „M25 in Popular Culture“. Verhaltenstipps für das Fahren auf der London Orbital beenden das Buch, z.B. Hören Sie im Auto niemals Chris Reas „Road to Hell“ und Wenn Sie gerade im Stau stehen, freuen Sie sich einfach auf Ihren nächsten Urlaub, es sei denn, Sie versuchen gerade Ihr Flugzeug in Heathrow zu erreichen, um damit in den Urlaub zu fliegen, und die Chancen, es noch rechtzeitig zu erreichen, schwinden dahin. Ein wirklich tolles Buch!!!

Ray Hamilton: M25 – A Circular Tour of the London Orbital. Summersdale Publications 2015. 202 Seiten. ISBN 978-1-84953-769-8.

Unterwegs auf der M25. Eigenes Foto.

Unterwegs auf der M25.
Eigenes Foto.

Published in: on 20. Dezember 2015 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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25×25 – „Gimpo’s 25 Hours M25 Spin“

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Alan Goodrick kennt man im Allgemeinen unter dem Namen Gimpo, in Zusammenhang mit allen möglichen verrückten Sachen, die er schon angestellt hat. Da war zum Beispiel sein Film „K Foundation Burn a Million Quid“ vom 23. August 1994, als die beiden ehemaligen Mitglieder der Rockgruppe The KLF, Bill Drummond und Jimmy Cauty, auf der schottischen Insel Jura eine Million Pfund Sterling in Banknoten verbrannten.

Ein Projekt, das Gimpo schon seit 1997 verfolgt und das noch bis zum Jahr 2021 laufen soll, ist sein „25 Hours M25 Spin„. Jedes Jahr im Monat März fährt Gimpo 25 Stunden lang die Autobahn M25, die London Orbital, entlang, natürlich ohne jemals ans Ziel zu kommen, da die Straße ja ein riesiger Kreisverkehr ohne Anfang und Ende ist. 25mal will er das machen und in diesem Jahr hat er es schon zum neunzehnten Mal geschafft. 188 Kilometer lang ist eine Umrundung und wie schnell man das schafft hängt selbstverständlich vom Verkehrsaufkommen ab. Aber Schnelligkeit und Staus spielen für Gimpo keine Rolle. Die Hauptsache ist, dass er 25 Stunden lang London auf der M25 umkreist. Die Strecke wird immer im Uhrzeigersinn zurückgelegt und in jedem Jahr wird das Event auch gefilmt, 25 Stunden lang! Gimpo ist nicht allein auf der Autobahn unterwegs, jedes Jahr schließen sich Freunde an, die ihn auf der Tour begleiten.

Die M25 hat es auch einigen Schriftstellern angetan, so Iain Sinclair mit seinem hochinteressanten „London Orbital“ und Roy Phippen mit „M25: Travelling Clockwise“. Über beide Bücher habe ich in meinem Blog berichtet. Kürzlich hat Ray Hamilton ein großartiges Buch veröffentlicht „M25: A Circular Tour of the London Orbital“, das ich morgen vorstellen werde.

Hier ist ein Film über einen Teil der M25-Umrundung.

 

Published in: on 19. Dezember 2015 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Buckland Manor Hotel in Buckland (Worcestershire)

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Das Buckland Manor Hotel in Buckland (Worcestershire) gehört zu jenen ruhig gelegenen Country House Hotels, die ich sehr liebe, und das mir in Erinnerung geblieben ist. Es liegt nur ein paar Autominuten von Broadway entfernt, jenem lebhaften und im Sommer von Touristenmassen besuchten Cotswold-Dorf.
Das Hotel ist aus dem honigfarbenen Stein gebaut, der für die Cotswolds so typisch ist und dessen Anblick dem Auge wohltut. Buckland Manor geht bis ins 13. Jahrhundert zurück und liegt in einem weitläufigen Parkgelände, das von einem kleinen Fluß durchzogen wird.

Das renommierte Haus hat schon eine Vielzahl von Auszeichnungen erhalten, u.a. wurde es in der Kategorie  „Best Hotel In the British Isles“ der Condé Nast Traveler Readers Choice Awards nominiert.
Das Travel and Leisure Magazine ernannte Buckland Manor zum neuntbesten Hotel in Europa und zum besten Country Hotel Englands.

Das Haus verfügt nur über 15 Zimmer, die beim Standard Room beginnen und bei den Mastersuiten enden. Der „Oak Room“ zum Beispiel verfügt über ein Himmelbett und einen offenen Kamin, was besonders im Winterhalbjahr sehr romantisch ist.
Die Übernachtung ist im Buckland Manor Hotel nicht ganz billig. Die Preise beginnen bei rund £200 für ein Standard-Doppelzimmer mit Frühstück und liegen deutlich über £300 für eine der größeren Suiten.

Das Essen im Restaurant, das in diesem Jahr den Cotswold Hotel Restaurant of the Year Award erhielt, war ausgezeichnet. Wir wählten unser Menu bei einem Glas Sherry vor dem Kamin in der Lounge aus und verbrachten einen sehr angenehmen Abend in einem der besten Restaurants in der Region.

Wer ruhig und stilvoll in den Cotswolds übernachten und dazu noch hervorragend speisen möchte, für den ist das Buckland Manor Hotel ideal geeignet. Hier sind einige Fotos von den Zimmern zu sehen.

Buckland Manor
Nr Broadway
Worcestershire
WR12 7LY

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Published in: on 18. Dezember 2015 at 02:00  Comments (1)  
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Mein Buchtipp – Matthias Vogt: Kultbuch England

Foto meines Exemplares.

Foto meines Exemplares.

Der Komet-Verlag hat am 15. Oktober diesen Jahres eine Neuauflage von Matthias VogtsKultbuch England: Alles, was wir lieben – von Ascot bis zum Yorkshire Pudding“ herausgebracht; die Vorauflage war 2009 erschienen. In diesem Buch fasst der Autor (über den der Verlag leider keinerlei persönliche Angaben macht) alles zusammen, was er für „Kult“ in Zusammenhang mit England hält. Der Titelzusatz nennt schon einmal die Eckpunkte: „Ascot“ und „Yorkshire Pudding“, obwohl die erste Eintragung „10 Downing Street“ ist. In alphabetischer Reihenfolge werden die Kultobjekte aufgezählt, jeweils auf einer Seite, auf der gegenüberliegende Seite wird ein Foto in sehr guter Qualität gezeigt. Gegenüber der Vorauflage hat sich nur wenig geändert; statt des Beitrags über „Rugby“ wurde „Die Royals – The Next Generation“ ins Buch genommen. Einige Artikel hat der Autor aktualisiert, einige nicht (z.B. über „Elizabeth II“).

Hier sind weitere Beispiele für Kultobjekte, willkürlich herausgegriffen:
Aston Martin – Cricket – Der Große Postzugraub – Kreidefelsen von Dover – Last Night of the Proms – Mrs Beeton’s Book of Household Management – Rote Telefonzellen – Routemaster – Schlangestehen – Stonehenge – The Times.

Das Buch hat einen erstaunlich niedrigen Preis, es kostet nur €9.99! Der Umfang: 159 Seiten. Sicher, der versierte Englandreisende erfährt darin nicht viel Neues, aber derjenige, der sich erstmals mit dem Thema England beschäftigt, wird mit dem Buch sehr zufrieden sein. Ein paar kleine Fehler haben sich eingeschlichen, so steht in dem Artikel über Prinzessin Diana, dass bei ihrem tödlichen Unfall in Paris „der Fahrzeuglenker überlebte“. Das ist natürlich falsch, denn der Chauffeur Henri Paul kam bei dem Crash ums Leben, während Dianas Bodyguard Trevor Rees-Jones schwer verletzt überlebte.
Es wäre sicher auch keine schlechte Idee gewesen, zu den einzelnen Artikeln weiterführende Literatur zu nennen, aber das wäre wohl für dieses Buch im Niedrigpreis-Sektor zu aufwendig gewesen, das sich sehr gut als Geschenk für „England-Einsteiger“ eignet.

Matthias Vogt: Kultbuch England“. Komet-Verlag 2015. 159 Seiten. ISBN 978-3-86941-602-1

P.S. Der Autor hat auch einen Parallelband über Schottland geschrieben, das „Kultbuch Schottland„; 2014 in Neuauflage erschienen.

Published in: on 17. Dezember 2015 at 02:00  Comments (1)  

Spukorte in England – Bagdale Hall in Whitby (North Yorkshire)

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In den über sechs Jahren, in denen ich meinen Blog schreibe, habe ich schon zehnmal über die Hafenstadt Whitby an der Ostküste der Grafschaft North Yorkshire berichtet. Dieser Ort bietet außer seiner außerordentlich schönen Lage einfach sehr viel Interessantes und Sehenswertes. Diejenigen, die einen Nerv für Gruseliges und Übernatürliches haben, kommen in Whitby voll auf ihre Kosten; da gibt es z.B. den Dracula Trail und Ghost Walks, die zu den Spukorten der Stadt führen.

Einer dieser Orte, um den sich Geistergeschichten ranken, ist Bagdale Hall an der Straße Spring Hill gelegen, westlich von der Mündung des River Esk. Die Hall wurde Anfang des 16. Jahrhunderts von der damals sehr einflussreichen Conyers-Familie gebaut. Das Haus wurde im Laufe der Jahre immer wieder in der Familie weitervererbt, bis es im 17. Jahrhundert in den Besitz der Bushells überging. Einer dieser Familienmitglieder, der Marineoffizier Browne Bushell, war seinerzeit im Bürgerkrieg bei der Verteidigung des Scarborough Castles auf Seiten der Parlamentarier involviert. Nachdem die Burg an die Royalisten gefallen war, eroberte sie Bushell noch einmal, musste sich aber erneut den königlichen Truppen ergeben. Dieser Akt führte zu seiner Verhaftung; er wurde ins Gefängnis geworfen und schließlich 1651 auf Beschluss des Parlaments hingerichtet. Eine blaue Plakette erinnert an der Außenwand des Hauses an den früheren Bewohner.

Der Geist von Captain Browne Bushell kann sich offenbar nicht von Bagdale Hall, das mittlerweile zu einem Hotel geworden ist, trennen, denn ihm wird nachgesagt, dass er des Nachts die Treppen des alten Hauses hinauf- und hinuntergeht. Gäste haben Schritte auf den Gängen und im Treppenhaus gehört, obwohl niemand anderer unterwegs war. Das Reinigungspersonal will körperlose Stimmen vernommen und ein weinendes Kind in einem leerstehenden Zimmer gehört haben. Alles sehr mysteriös! Hier ist etwas für die Ohren.

Das Hotel verfügt in der Hall nur über wenige Zimmer (Übernachtungspreis etwa £200), von denen die meisten mit Himmelbetten ausgestattet sind. Weitere Zimmer gibt es im Annex (nur wenige Meter entfernt) und in der Lodge (rund 100 Meter vom Haupthaus). Wichtig für Gäste: Das Hotel verfügt über eigene Parkplätze. Ich habe schon viel Zeit in der Stadt auf der Suche nach einem freien Platz verbracht.

Bagdale Hall Hotel
1 Bagdale
Whitby
North Yorkshire
YO 21 1QL

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Published in: on 16. Dezember 2015 at 02:00  Comments (3)  
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Prestat – Feinste Schokolade aus London, die vor allem Roald Dahl sehr zu schätzen wusste

Die Queen liebt, wie schon ihre Mutter zuvor, Schokolade aus dem Hause Prestat , und daher besitzt die Firma auch einen Royal Warrant als Hoflieferant des Buckingham-Palastes. Der Schriftsteller Roald Dahl (1916-1990) hatte ebenfalls einen „sweet tooth“ und schätzte vor allem die Schokoladen-Trüffel der Firma. In seinem Roman „My Uncle Oswald“ ( dt. „Onkel Oswald und der Sudan-Käfer“) aus dem Jahr 1979 spielen die Prestat-Trüffel eine Rolle: Besagter Onkel Oswald „impft“ die Schokoladenspezialität mit einem Aphrodisiakum und hat damit einen durchschlagenden Erfolg. Dahls Vorliebe für Schokolade zeigte sich auch in seinem weltberühmten Kinderbuch „Charlie and the Chocolate Factory“ (dt. „Charlie und die Schokoladenfabrik“), das 1964 veröffentlicht wurde.

Die Anfänge der Firma Prestat gehen bis in das Jahr 1902 zurück, als der Franzose Antoine Dufour in der Londoner South Molton Street 24 sein erstes Schokoladengeschäft eröffnete. Bald zog er in einen attraktiveren Laden in die Oxford Street 405 um. Antoine und Amelia Dufours Sohn Tony Dufour übernahm später den Familienbetrieb, den er bis in die 1950er Jahre führte. Zwei Theaterleute, Neville und Maxwell Croft, übernahmen Prestat von Tony Dufour. Der nächste Besitzer war der Geschäftsmann Stanley Cohen und ihm kauften schließlich die beiden Brüder Nick Crean und William Keeling das Schokoladengeschäft ab, das man heute in der Princes Arcade findet, einer edlen Einkaufspassage an der Straße Piccadilly, nur ein paar Meter vom Kaufhaus Fortnum & Mason entfernt.

Nicht nur die Queen und Roald Dahl waren prominente Kunden von Prestats, auch Größen aus dem Showbusiness lieben die schokoladigen Köstlichkeiten wie Paul McCartney, Rod Stewart und Tina Turner. Man bekommt die Produkte der Firma nicht nur in der Princes Arcade, auch die großen Einkaufstempel wie Harrod’s und Selfridges’s führen sie. In Deutschland erhält man Prestat-Schokolade z.B. bei Chocolate-de-Luxe.de in Hannover. Dort kosten Onkel Oswalds Vollmilch-Trüffel (allerdings ohne die oben erwähnte Füllung!) 16.80 Euro (175 Gramm). Nicht ganz billig, aber dafür sehr edel und ebenso edel verpackt. Als Designerin für die Verpackung der Prestat-Produkte konnte man nämlich Kitty Arden gewinnen, die schon mit Christian Dior, John Galliano und Christian Lacroix zusammengearbeitet hat.

Prestat gehört, nach Aussage der Zeitschrift The Economist, zu den drei besten Schokoladengeschäften der Welt. In diesem Film porträtieren die beiden Besitzer ihre prestigeträchtige Firma.

Die Londonern Princes Arcade, die von Piccadilly zur Jermyn Street führt.   © Copyright Steve Fareham and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Published in: on 15. Dezember 2015 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Meine Lieblings-Pubs – The Dove Inn in Corton (Wiltshire)

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Dieser Pub ist nicht ganz leicht zu finden, aber sehr zu empfehlen. Er liegt nicht weit von der A 36 Salisbury – Warminster entfernt, aber man muss ihn schon ein bisschen suchen. Corton heißt das winzige Dorf, in dem dieser traditionelle Pub steht und der kleine Fluss Wylye fliesst ganz in der Nähe vorbei.

Ein großer Kamin bildet den Mittelpunkt der Bar des Dove Inn und er strahlt eine gemütliche Atmosphäre an kalten Wintertagen aus; an warmen Sommertagen kann man in dem großen Garten sitzen und sein Pint schlürfen. Wir nahmen unseren Lunch im Wintergarten ein. Bei meinem Besuch gehörten London Pride und Sharp’s Doom Bar zu den angebotenen Ales. Das kann sich natürlich jederzeit ändern, denn das Gasthaus ist ein Free House.

Die Küche des Pubs ist recht anspruchsvoll, und wer möchte kann hier auch in einem der vierzehn Doppelzimmer nächtigen. Die Preise bewegen sich zwischen £90 und£185 inklusive Frühstück. Die Automobile Association (AA) hat dem Dove Inn 4 Sterne und eine Rosette verliehen, das kann sich sehen lassen. Hunde sind übrigens willkommen, was nicht immer und überall in englischen Pubs der Fall ist.

Möchte man diese Region von Wiltshire einmal näher erkunden, bietet sich The Dove Inn als Übernachtungsort an, denn er ist ruhig gelegen und die Sehenswürdigkeiten von Salisbury und Bath liegen nicht weit weg.

The Dove Inn
Corton
Warminster
Wiltshire, BA12 0SZ

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Meine mitgebrachte Visitenkarte des Pubs. Eigenes Foto.

Meine mitgebrachte Visitenkarte des Pubs.
Eigenes Foto.

Published in: on 14. Dezember 2015 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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„Beckham: For The Love Of The Game“ – Eine neue Dokumentation mit Fußballstar David Beckham

Um die Weihnachtszeit wetteifern die britischen Fernsehsender wieder um die Gunst der Zuschauer, indem sie besonders interessante/spektakuläre/aufsehenerregende Programme anbieten. ITV wird die nun allerletzte Folge der TV-Serie „Downton Abbey“ zeigen, die BBC sendet eine Neuverfilmung des Agatha Christie-Romans „And then there were none“ (die deutsche Übersetzung des Romans heißt „Und dann gabs keines mehr“).
Zwischen Weihnachten und dem Neujahrstag, am 29. Dezember strahlt BBC1 eine Dokumentation aus, die sicher alle David Beckham-Fans vor den Bildschirm ziehen wird. „Beckham: For The Love Of The Game“ heißt die Sendung, die den charismatischen Fußballspieler zeigt wie er einmal rund um die Welt reist und dabei seinem Sport nachgeht.

Am 2. Mai 1975 wurde David Beckham im Londoner Stadtteil Leytonstone geboren, dort, wo sich vor wenigen Tagen in der U-Bahnstation ein Terrorakt ereignete. Die meiste Zeit seiner aktiven fußballerischen Karriere verbrachte er von 1992 bis 2003 bei Manchester United. 115mal trat er für die englische Nationalmannschaft an und erzielte dabei 17 Tore. Bei Paris St Germain beendete er im Alter von 38 Jahren seine Karriere.
Schon seit vielen Jahren engagiert sich David Beckham für unterprivilegierte Kinder und ist seit 10 Jahren UNICEF-Botschafter. So entstand auch vor einiger Zeit die Idee, einmal rund um die Welt zu reisen und mit Kindern und Jugendlichen Fußball zu spielen, woraus dann ein 90-minütiger Film entstand.

Stationen seiner Weltreise waren: Dschungeldörfer in Papua-Neuguinea, Bergdörfer in Nepal, die Straßen von Buenos Aires, Wüstendörfer in Djibouti, Spielfelder in Miami (Florida) und die Antarktis, wo bisher noch nie ein Fußballmatch ausgetragen worden ist. Beendet wurde die Reise im Old Trafford Stadion in Manchester, wo David Beckhams Karriere begann. Dort spielte er im Team Großbritannien und Irland gegen den Rest der Welt; die Einnahmen daraus kamen der UNICEF zugute. Trainerlegende Sir Alec Ferguson ließ es sich nicht nehmen, Beckham & Co zu coachen; auf der anderen Seite trainierte der frühere Chelsea-Mann Carlos Ancelotti das Team „Rest of the World“, bei dem u.a. Ronaldinho und Luis Figo antraten.

Vielleicht wird die Dokumentation ja auch eines Tages im deutschen Fernsehen gezeigt.

Hier ist ein Film über seinen Besuch in Nepal und hier in Buenos Aires.

 

Published in: on 13. Dezember 2015 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Malcolm Sayer (1916-1970) – Ein Autokonstrukteur aus Cromer (Norfolk), der für einige der schönsten Sportwagen verantwortlich zeichnete

Ein Jaguar E-Type. Author: Brooksbro 69. This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license

Ein Jaguar E-Type.
Author: Brooksbro 69.
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Am 21. Mai 1916 wurde er in der St Mary’s Road Nummer 45 in der kleinen Hafenstadt Cromer in Norfolk geboren: Malcolm Sayer, ein Autokonstrukteur, der nie das Licht der Öffentlichkeit gesucht und einige der schönsten Sportwagen konstruiert hat, die auf den Straßen der Welt unterwegs waren und es noch heute in kleinen Stückzahlen sind.

Sayer besuchte die Great Yarmouth Grammar School, wo sein Vater in den Fächern Mathematik und Kunst unterrichtete. Möglicherweise vererbte er diese Kenntnisse an seinen Sohn, denn Mathematik und Kunst sollten Malcolm Sayers Lebensweg ständig begleiten. Am Loughborough College studierte er Aeronautical and Automotive Engineering und ging nach Abschluss des Studiums nach Filton bei Bristol, wo er sich mit Flugzeugbau und Aerodynamik beschäftigte. Letztere Fähigkeiten kamen ihm zugute, als er nach dem Krieg in die Automobilbranche zu Jaguar wechselte. Schon früh hatte Sayer mit der Konstruktion der beiden Rennwagen C-Type und D-Type Erfolg, aber der ganz große Durchbruch kam, als er den Jaguar E-Type entwickelte, der noch heute zu den elegantesten Sportwagen aller Zeiten zählt. Sogar das New York Museum of Modern Art stellt ein Exemplar in seinen Räumen aus. Steve McQueen, Tony Curtis, Charlton Heston, Frank Sinatra und viele andere VIPs aus dem Showgeschäft fuhren damals einen Jaguar E-Type und auch in einer meiner Lieblings-TV-Serien „Columbo“ sind schon mehrere der Übeltäter mit diesem Fahrzeug unterwegs gewesen, z.B. der Dirigent Alex Benedict in der Folge „Etude in Schwarz“ aus dem Jahr 1972. Das schöne Auto mit der riesigen Motorhaube wurde von 1961 bis 1974 gebaut. Es gab ihn in den 3,8- und 4,2-Liter-Versionen, die Krönung war aber die V12-Version mit 5,3 Liter Hubraum und 276 PS. Auch heute, nach über 40 Jahren, zählt Malcolm Sayers E-Type noch immer zu den schönsten Sportwagen aller Zeiten. Hier ist ein Fahrbericht über das Auto von Jeremy Clarkson in der TV-Sendung „Top Gear“.

Sayer entwarf auch das Nachfolgemodell des E-Types, den Jaguar XJ-S, der im September 1974 auf der Internationalen Automobil Ausstellung in Frankfurt am Main erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Wie sein Vorgänger verfügte auch der XJ-S über eine elegante Linienführung. Von 1975 bis 1996 wurde dieser 12-Zylinder-Sportwagen gebaut. In diesem Film wird ein XJ-S von innen und außen vorgestellt. Der Hauptdarsteller in der Krimiserie „The Return of the Saint“ (dt. „Simon Templar – Ein Gentleman mit Heiligenschein“), Simon Templar, gespielt von Ian Ogilvy, fuhr übrigens einen weißen Jaguar XJ-S.

Jaguar Boss Sir William Lyons hatte das Fahrzeug in Auftrag gegeben, dessen Fertigstellung Sayers aber nicht erleben sollte, denn er starb kurz vor seinem 54. Geburtstag in seinem Wohnort Royal Leamington Spa in Warwickshire an einem Herzinfarkt. An seinem Wohnhaus am Portland Place erinnert eine blaue Plakette an den großen Automobilkonstrukteur. Mit weiteren Plaketten wird Malcolm Sayer in seinem Geburtsort Cromer, an seiner Schule in Great Yarmouth und an der Loughborough University geehrt.

Wer sich näher für diesen interessanten Mann interessiert, findet hier ein ausführliches Filmporträt.

Ein Jaguar XJ-S. Author: Charles 01. This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license.

Ein Jaguar XJ-S.
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Die blaue Erinnerungsplakette an Sayers' Haus in Royal Leamington Spa.   © Copyright Bob Parkes and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die blaue Erinnerungsplakette an Sayers Haus in Royal Leamington Spa.
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Mein Buchtipp – Patrick Taylor: Englische Gärten

Foto meines Exemplares.

Foto meines Exemplares.

2130 Gramm bringt Patrick Taylors Buch „Englische Gärten: Landschaftsparks und Cottage Gardens in Grossbritannien und Irland“ auf die Waage, ein richtig schönes Coffee Table-Buch. Die deutsche Übersetzung erschien 2005 im Dorling Kindersley-Verlag und ist leider vergriffen, aber natürlich gebraucht problemlos im Internet zu bekommen. Auch die Originalausgabe „The Gardens of Britain and Ireland: The Definitive Reference and Guide To 2000 Beautiful Gardens“ ist in Großbritannien aus den Regalen der Buchhandlungen verschwunden. Schade eigentlich, dass es nicht wieder aufgelegt worden ist. Allein schon das Blättern in dem schwergewichtigen Werk macht Spaß und man liest sich schnell fest.

Patrick Taylor ist ein Spezialist für Gärten im Allgemeinen und für britische Gärten im Besonderen. So ist er u.a. auch Herausgeber des 584-Seiten-Werks „The Oxford Companion To The Garden„, das 2006 erschien. Regelmäßig schreibt er für Gartenzeitschriften wie „The Garden“ und „Garden Illustrated“.

In keinem Land der Welt findet man auf so engem Raum so viele alte Gärten mit einer so großen Vielfalt an Stilrichtungen wie in Großbritannien und Irland“ bringt es der Autor im ersten Satz der Einführung auf den Punkt. Welcher Tourist auf der Insel besucht nicht irgendwann einmal einen dieser wunderschönen Gärten und Parks, in denen man so herrlich entspannen und spazieren gehen kann?
Das Buch ist nach Regionen gegliedert und beginnt im Südwesten mit den Abbotsbury Subtropical Gardens bei Weymouth in Dorset. Am Ende jeden Artikels, der mit qualitativ hochwertigen Fotos illustriert ist, findet man eine Informationsbox, in der die Anschrift, die exakte Zufahrtsbeschreibung, der Eigentümer und die Öffnungszeiten des jeweiligen Gartens genannt sind.

Am Ende des 440 Seiten-Buches ist ein sehr detailliertes Register, ein Glossar und ein äußerst bescheidenes Literaturverzeichnis mit nur 5 Titeln; das hätte man auch weglassen können. Ein so schönes Buch hätte ein großzügigeres Verzeichnis von weiterführender Literatur verdient.

Patrick Taylor: Englische Gärten: Landschaftsparks und Cottage Gardens in Grossbritannien und Irland. Dorling Kindersley 2005. 440 Seiten. ISBN 978-3-8310-0781-3

Published in: on 11. Dezember 2015 at 02:00  Comments (1)  

Theydon Bois in Essex – Eine Baumallee, dunkle Straßen und Eselrennen

Die Avenue of Oaks in Theydon Bois.   © Copyright Roger Jones and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Für englische Zungen ist der Name „Theydon Bois“ sicher nicht ganz leicht auszusprechen. Der zweite Teil des Namens hat mit dem französischen „Bois“ = „Wald“ nicht direkt etwas zu tun, sondern geht zurück auf eine Familie mit diesem Namen, die im 12. und 13. Jahrhundert hier ansässig war. Aber: Wald und Bäume spielen in Theydon Bois doch eine wichtige Rolle. Zum einen liegt der Ort im Epping Forest, einem großen Waldgebiet nördlich von London, zum anderen ist das Wahrzeichen des Ortes, der in dem Dreieck liegt, das die Autobahnen M25 und M1 hier im Westen der Grafschaft Essex bilden, die Avenue of Trees, die sich am Loughton Lane entlangzieht und den riesigen Village Green in zwei Teile teilt.
In den 1830er Jahren pflanzte man hier die Eichen, die ein Spalier für diesen Teil des Loughton Lanes bilden, der aus dem Ortszentrum hinaus in Richtung …Loughton führt. Leider haben einige der Bäume in der letzten Zeit etwas gelitten, so dass man sie fällen musste. Keine schöne Vorstellung, dass die Avenue of Trees eines Tages große Lücken aufweisen könnte! Um dem entgegenzuwirken, hat man in der zweiten Reihe neue Bäume gepflanzt, die eines fernen Tages, wenn sie erwachsen geworden sind, die Rolle ihrer Vorfahren übernehmen können.

Wenn man sich des Abends oder bei Nacht in Theydon Bois bewegt, wird man feststellen, dass es im Ort recht dunkel ist, denn  es gibt hier keine Straßenbeleuchtung. Das liegt nicht daran, dass sich die Gemeindeverwaltung so etwas nicht leisten kann, sondern weil sich die Bürger immer wieder dagegen ausgesprochen haben. Ihrer Meinung nach würde eine Straßenbeleuchtung die Atmosphäre ihres Dorfes stören. Das erinnert mich an das Bilderbuchdorf Welford-on-Avon in Warwickshire, wo ich einmal wohnte. Wenn wir dort von unserem Cottage zum Bell Inn Pub gehen wollten, war es auf der Hauptstraße stockdunkel, so dass wir für die Scheinwerfer der Autos dankbar, waren, die uns wenigstens für einige Sekunden unseren Weg erhellten. Auch da gab es keine Straßenlaternen (und nur einen schmalen Fußweg auf einer Seite).

Neben der Avenue of Trees und der nicht vorhandenen nächtlichen Beleuchtung kann sich Theydon Bois noch einer dritten „Attraktion“ rühmen, dem Donkey Derby. Dafür ist der Dorfanger wie geschaffen, denn er bietet genug Platz für die Esel, die von Kindern geritten werden und die eine bestimmte Distanz so schnell wie möglich zurücklegen müssen, um das Derby zu gewinnen. Rennen gehören bekanntermaßen nicht zu den Paradedisziplinen von Eseln, und so muss so manches Kind vorzeitig das Rennen beenden, weil es von seinem Reittier fällt. Normalerweise findet das Derby, das von jeder Menge Rummelplatzaktivitäten begleitet wird, im Monat Juli statt. In diesem Film kann man einmal kurz in das Derby hineinschnuppern.

Theydon Bois gehört zu den hübschesten Dörfern in Essex und wurde schon mehrere Male als „Best Kept Village“ ausgezeichnet wie man der Homepage des Ortes entnehmen kann.

Der Loughton Lane mit entblätterten Eichen.    © Copyright Robert Edwards and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Der Loughton Lane mit entblätterten Eichen.
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"Downtown" Theydon Bois.    © Copyright Malc McDonald and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

„Downtown“ Theydon Bois.
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Published in: on 10. Dezember 2015 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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The Madeley Court Hotel in Telford (Shropshire)

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Ein Hotel, das ich in sehr guter Erinnerung behalten habe, ist das Madeley Court Hotel in Telford (Shropshire). Es liegt in einer weitläufigen Parkanlage außerhalb der Stadt. Wir hatten ein sehr schönes Zimmer mit einem Himmelbett und Blick auf den See, der hinter den Hotelgebäuden liegt. Als wir zum Abendessen in das Restaurant The Priory kamen, stellten wir fest, dass wir dort die einzigen Gäste waren. Extra für uns wurde der große Kamin in Betrieb genommen, unser Tisch davorgestellt, und wir genossen unser Abendessen sehr.

Madeley Court stammt aus dem 16. Jahrhundert und hat eine lange Geschichte, die man hier nachlesen kann.

Das Haus gehört heute zu der Mercure-Hotel-Gruppe und hat drei AA-Sterne. Ich hätte ihm bei meinem Aufenthalt vier Sterne gegeben. Die Übernachtungspreise sind für englische Verhältnisse recht niedrig; sie beginnen bereits bei ca 80 Euro für ein Standard-Doppelzimmer und enden bei rund 180 Euro für ein Luxuszimmer.

Ach ja, natürlich ist Madeley Court „haunted“; es soll zu den „15 most haunted buildings on Earth“ gehören, und manche sprechen von „England’s most haunted hotel„. Da wurden mehrfach ein Mönch und Zimmermädchen in viktorianischer Tracht gesichtet, und Zimmer 11 soll des Nachts besonders gruselig sein…

Madeley Court Hotel
Castlefields Way
Madeley
Telford

Shropshire
TF7 5DW 

Das Buch zum Artikel:
Philip Solomon: Haunted Telford. The History Press 2011. 96 Seiten. ISBN 978-0752457666.

Das Torhaus vor dem Hotel.   © Copyright Gordon Griffiths and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das Torhaus vor dem Hotel.
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Unser Four Poster Bed. Eigenes Foto.

Unser Four Poster Bed.
Eigenes Foto.

Pubnamen – The Pineapple

The Pineapple in Dorney (Buckinghamshire).   © Copyright Nigel Cox and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Als es darum ging, Pubs einen Namen zu geben, haben sich manche Gastwirte vielleicht gesagt, nicht schon wieder eine Royal Oak oder Queen’s Head oder Red Lion, nehmen wir doch einmal etwas ganz anderes, zum Beispiel eine Ananas. Und so gibt es in England einige Pubs, die The Pineapple heißen.

Bei einem Gasthof gibt es allerdings einen ganz speziellen Grund für die Benennung, bei The Pineapple an der Lake End Road in Dorney (Buckinghamshire). Nur wenige hundert Meter entfernt von hier, über die Brücke, die den Jubilee River überspannt, zu erreichen, liegt der wunderschöne uralte Dorney Court, über den ich in meinem Blog schon einmal berichtete. Hier wurde erstmals in Großbritannien im Jahr 1661 eine Ananas angepflanzt und als diese reif war, König Charles II. feierlich zum Verzehr überreicht. Bei der Besichtigung von Dorney Court sah ich in der Great Hall auf einem Tisch an der Wand eine große steinerne Ananas stehen, die an die Bedeutung der Frucht für das Haus erinnert.
The Pineapple in Dorney ist ein denkmalgeschützter Pub aus dem 15. Jahrhundert in Hörweite der Autobahn M4, die unter der Lake End Road, der B3026, hindurchführt.

Keine so enge Verbindung zu der tropischen Frucht hat The Pineapple in Brimpton Common in Berkshire. Dieser reetgedeckte Bilderbuch-Pub, der hier schon über 800 Jahre stehen soll, wurde nach dem „pine apple“ benannt, wie die Einheimischen hier die „pine cone“ bezeichneten, also den Kiefernzapfen. Das Pubschild zeigt einen solchen Zapfen und schließt damit jegliche Gedankenverbindung zur Ananas aus. Der attraktive Gasthof liegt direkt an der B3051 an der Grenze zu Hampshire. Eine Bemerkung am Rande: Ruth Ellis, die letzte Frau, die in England hingerichtet wurde, wuchs hier in Brimpton Common auf, nur wenige Schritte vom Pub entfernt (ich berichtete über sie in Zusammenhang mit dem Londoner Magdala-Pub).

Das Bild einer Ananas ziert The Pineapple im Heaton Lane im Zentrum von Stockport (Greater Manchester). Diese ehemalige Kutschenstation, die Anfang des 20. Jahrhunderts in einen Pub umfunktioniert wurde, liegt in unmittelbarer Nähe der stark befahrenen A6 und der Autobahn M60.

Auch in London gibt es einen Pub, der der Ananas geweiht ist und dessen Schild das Bild der Frucht zeigt: The Pineapple Bar, ein attraktives Eckhaus in der Hercules Road im Stadtteil Kennington, südlich der Themse.

 

 

The Pineapple in Brimpton Common.   © Copyright don cload and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The Pineapple in Brimpton Common (Berkshire)
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Das Pubschild von The Pineapple in Stockport.   © Copyright Gerald England and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das Pubschild von The Pineapple in Stockport (Greater Manchester).
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The Pineapple im Londoner Stadtteil Kennington.   © Copyright Stephen Craven and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Published in: on 8. Dezember 2015 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  

Heute vor 50 Jahren – Die britischen Charts vom 08.12.1965

Heute möchte ich wieder einmal zurückblicken auf die britischen Charts wie sie vor exakt 50 Jahren aussahen. Sie waren eindeutig von britischen Songs dominiert, im Verhältnis zu US-amerikanischen Produktionen.

1 The Seekers: The Carnival Is Over
Eine 1962 in Australien gegründete Gruppe, die mit diesem auf dem russischen Volkslied „Stenka Rasin“ beruhenden Song international sehr  erfolgreich war.

2 The Beatles: Day Tripper/We Can Work It Out
Die erste Doppel-A-seitige Single der Band aus Liverpool, von John Lennon und Paul McCartney geschrieben.

3 The Who: My Generation
Der Song stammt aus der Feder von Bandmitglied Pete Townshend und beschäftigt sich mit der „Suche der Jugend nach ihrem Platz in der Gesellschaft“ ( so die Wikipedia).

4 Cliff Richard: Wind Me Up (Let Me Go)
Eine der ruhigen Aufnahmen des „Elvis von Großbritannien“.

5 The Toys: A Lover’s Concerto
Der größte Hit der dreiköpfigen Girl Group aus New York, die sich 1968 wieder auflöste.

6 Len Barry: 1-2-3
Der einzige große Hit, den Leonard Borisoff aus Philadelphia landen konnte.

7 Ken Dodd: The River
Ein Urgestein der britischen Unterhaltungsindustrie: Comedian, Sänger, Schauspieler. Jahrgang 1927, geht noch immer auf Tournee.

8 Ken Dodd: Tears
Kens Doppelschlag in den Charts. Die umsatzstärkste Single im Land im Jahr 1965.

9 The Rolling Stones: Get Off Of My Cloud
Von Mick Jagger und Keith Richards geschrieben; folgte nach dem Riesenerfolg von „Satisfaction“.

10 Gene Pitney: Princess In Rags
Der leider schon 2006 in Cardiff verstorbene US-Amerikaner mit der hohen Stimme ist einer meiner Lieblingssänger, der wunderbare Songs gesungen hat.

Published in: on 7. Dezember 2015 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  

Der Fußballverein Bolton Wanderers und wie er zu seinem Namen kam

Das Macron Stadium, in dem die Trotters ihre Spiele austragen.    © Copyright Phil Platt and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das Macron Stadium, in dem die Trotters ihre Spiele austragen.
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Bolton ist eine größere Stadt im Großraum Manchester, deren Fußballverein sich Bolton Wanderers nennt und deren Spieler als Trotters bezeichnet werden. Die Heimspiele des Vereins werden im Macron Stadium am Burnden Way ausgetragen, benannt nach dem neuen Sponsor, der italienischen Textilfirma Macron, die Sportbekleidung herstellt. Bis zum Jahr 2014 hieß es Reebok Stadium. Zurzeit sieht es für die Trotters nicht so gut aus, denn sie stehen auf dem letzten Tabellenplatz der Football League Championship, vergleichbar mit der 2. Bundesliga, hinter Rotherham United und Huddersfield Town.

Der populärste Spieler, der je für die Bolton Wanderers angetreten war, ist sicher der 2011 verstorbene Nat Lofthouse, der nach dem Ende seiner Karriere als Manager für den Verein tätig war. Er war einer der ersten, der in die English Football Hall of Fame aufgenommen wurde, und man hat ihm zu Ehren eine überlebensgroße Statue von ihm vor dem Stadion aufgestellt, auf deren Sockel Lofthouses letzte Wort eingraviert sind: „I’ve got the ball now, it’s a bit worn, but I’ve got it.“

Die Anfänge des Clubs reichen zurück bis in das Jahr 1874, als Thomas Ogden, der Schulleiter der Christ Church Sunday School, und Reverend John Farrall Wright von der Christ Church einen Fußballverein gründeten. Schon nach wenigen Jahren überwarf sich der Geistliche mit dem Team, das nun die Schule nicht mehr als Vereinsheim benutzen durfte. Man zog in das nahegelegene Gladstone Hotel (1967 abgerissen) an der Deane Road um, das nun als Basis diente, und musste sich ständig neue Plätze suchen, auf denen die Spiele ausgetragen wurden; man wanderte also hin und her, und daraus entstand letztlich der neue Name des Vereins „Bolton Wanderers“.

Der Fußballclub gehörte zu den Gründungsmitgliedern der Football League, die im Jahr 1888 entstand. Einer der Höhepunkte des Vereins war sicher die Teilnahme am FA Cup Final am 28. April 1923, als die Mannschaft gegen West Ham United spielte und 2:0 gewann, ein Match, das in die englische Fußballgeschichte als White Horse Final einging (ich berichtete in meinem Blog darüber).

Das Macron Stadium liegt einige Kilometer außerhalb von Bolton, im Middlebrook Retail Park von Horwich, dicht an der Autobahn M61.

Hier sind einige Szenen aus einem Spiel der Bolton Wanderers gegen Blackpool.

Die Statue von Nat Lofthouse am Stadion der Bolton Wanderers.   © Copyright David Dixon and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Statue von Nat Lofthouse am Macron Stadium der Bolton Wanderers.
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Published in: on 6. Dezember 2015 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Todmorden in West Yorkshire – Geburtsort von zahlreichen Berühmtheiten

Todmorden in West Yorkshire.   © Copyright Steven Haslington and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Todmorden in West Yorkshire.
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Woran mag es wohl liegen, dass eine Kleinstadt wie Todmorden in West Yorkshire mit rund 14 000 Einwohnern so viele Berühmtheiten hervorgebracht hat, darunter zwei Nobelpreisträger? Liegt es an den gesunden Wassern des River Calder, der den Ort in zwei Hälften teilt, von denen die eine in Lancashire, die andere in Yorkshire liegt (aus administrativen Gründen aber von Yorkshire verwaltet wird)?

Sehen wir uns doch einmal einige dieser Persönlichkeiten an:

Sir John Douglas Cockcroft wurde hier am 27. Mai 1897 geboren (er starb 1967). Er besuchte, wie auch der zweite Nobelpreisträger, die örtliche Grundschule, studierte in Manchester und erhielt 1951 die höchste Auszeichnung, die ein Wissenschaftler erreichen kann, den Nobelpreis für Physik, für Forschungen auf dem Gebiet der „Atomkernumwandlung durch künstlich beschleunigte atomare Partikel“.

Sir Geoffrey Wilkinson wurde am 14. Juli 1921 in Todmorden geboren, durchlief ebenfalls die Grundschule und hatte den gleichen Physiklehrer, Luke Sutcliffe, wie Cockcroft, obwohl beide altersmäßig 24 Jahre auseinanderlagen. War dieser Lehrer ausschlaggebend für den naturwissenschaftlichen Erfolg der beiden Schüler? Wilkinson studierte am Imperial College in London und erhielt 1973 den Nobelpreis für Chemie für seine Arbeiten auf dem Feld der metallorganischen, sogenannten Sandwichverbindungen.

John Mitchell Nuttall kam am 21. Juli 1890 in Todmorden zur Welt, bekam zwar keinen Nobelpreis, arbeitete aber auch wie Cockcroft auf dem Gebiet der Atomphysik und wurde zusammen mit dem Deutschen Hans Geiger durch die sogenannte Geiger-Nuttall-Regel in Wissenschaftskreisen bekannt.

Keith Emerson, am 2. November 1944 in Todmorden geboren, erlangte auf einem ganz anderen Gebiet weltweite Berühmtheit. Er ist Musiker und spielte in den Bands The Nice und Emerson, Lake and Palmer mit. Eines seiner bekanntesten Alben war „Pictures at an Exhibition“ mit ELP aus dem Jahre 1971 (hier ist eine Liveaufnahme zu sehen).

John Anthony Helliwell ist ein weiterer Musiker aus Todmorden, der hier am 15. Februar 1945 geboren wurde. Er machte sich als Mitglied der Rockband Supertramp einen Namen. Seine ersten öffentlichen Auftritte hatte Helliwell beim Todmorden Symphony Orchestra, wo er Klarinette spielte. Hier ist ein Solo von ihm zu hören.

Geoff Love ist der dritte im Bunde der Musiker aus Todmorden. Er wurde am 4. September in der Stadt am River Calder geboren und war Komponist und Bandleader (er starb 1991). Er arrangierte unzählige Songs für Größen der Musikbranche wie Alma Cogan, Shirley Bassey und Connie Francis. Seinen größten Erfolg hatte er mit dem Titel „Rodrigo’s Guitar Concerto de Aranjuez“, den er unter dem Namen Manuel and the Music of the Mountains einspielte, der es 1976 in die Top Ten der britischen Charts schaffte (hier zu hören).

Es ist schon erstaunlich, dass ein so kleiner Ort wie Todmorden so viele VIPs hervorgebracht hat. Wer wird wohl als nächster auf der Bildfläche erscheinen? Wir warten gespannt.

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Published in: on 5. Dezember 2015 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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The Witchcraft Murder – Ein mysteriöser, niemals aufgeklärter Mord in Lower Quinton (Warwickshire)

Der Meon Hill bei Lower Quinton. Hier geschah der Mord an Charles Walton.   © Copyright David P Howard and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Der Meon Hill bei Lower Quinton. Hier geschah der Mord an Charles Walton.
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Lower Quinton ist ein kleines Dorf in den Cotswolds in der Grafschaft Warwickshire und war Schauplatz eines sehr mysteriösen Mordes, der nie aufgeklärt wurde.
Am Valentinstag des Jahres 1945 fand man den 74jährigen Landarbeiter Charles Walton am Fuße des Meon Hill tot auf, mit einer Mistgabel erstochen. Ein großes Kreuz war in seine Brust geritzt, also nahm man an, dass es sich hier möglicherweise um einen Ritualmord handeln konnte und dass Hexerei im Spiel war. Die Theorie wurde aufgestellt, dass Walton geopfert wurde, damit die kommende Ernte besser ausfiele als die im Vorjahr.
Während der Untersuchung des Mordes fand die Polizei ein Buch mit dem Titel „Folklore, Old Customs and Superstitions in Shakespeareland„, geschrieben im Jahr 1929 von James Harvey Bloom, in dem ein Mord an einer Ann Tennant unter den gleichen Umständen beschrieben wurde und in dem ein junger Mann namens Charles Walton, Anns Bruder, auftaucht. Gab es da Zusammenhänge? Alec Spooner, der mit der Aufklärung des Falles beauftragt war und der diesen Teil Warwickshires sehr gut kannte, konnte sich vorstellen, dass das Motiv des Mordes mit dem Aberglauben der ländlichen Bevölkerung zusammenhing.

Da die örtliche Polizei den Fall nicht lösen konnte, rief man Scotland Yard zur Hilfe, und man schickte einen der besten Leute, nämlich Detective Inspector Robert Fabian nach Lower Quinton, aber auch der scharfsinnige Fabian konnte den Fall nicht lösen, da er überall auf eine Mauer des Schweigens stieß. Wenn er in den Dorfpub, The College Arms, kam, verließen die Einheimischen den Gastraum. Er war sicher, dass sie den wahren Mörder kannten, und Fabian hatte einen sehr starken Verdacht, dass Arthur Potter, der Bauer, der Fabians Leiche fand, ihn auch ermordet hatte, aber er konnte nichts beweisen. Frustriert und enttäuscht, kehrte „Fabian of the Yard“, wie man ihn nannte, wieder nach London zurück. Der Mord blieb ungeklärt.

Noch immer kommen Leute nach Lower Quinton, die die Dorfbewohner auf den Fall ansprechen, aber erstens gibt es nur noch wenige, die das alles miterlebt haben, und zweitens mag man auch heute noch nicht darüber reden.

Charles Walton wurde auf dem Kirchhof von St Swithin’s im Ort begraben, genauso wie der Hauptverdächtige in dem Fall, Arthur Potter. Wie Simon Read in seinem Buch „The Case That Foiled Fabian: Murder and Witchcraft in Rural England“ schreibt, soll man die Grabsteine entfernt haben, damit sie nicht so viele Fremde anziehen, die aus Neugier nach Lower Quinton kommen.

Ich bin einmal in Lower Quinton gewesen und habe dort am Ortsrand kurz mein Auto angehalten und auf der Karte meinen weiteren Weg gesucht, als es an der Autoscheibe klopfte und ich gefragt wurde, ob man mir helfen könne. Sehr freundlich…oder wollte man wissen, was ein Autofahrer mit fremdem Kennzeichen da zu suchen hatte?? Lower Quinton ist auch eine Neighbourhood Watch Area!

Über den Mordfall wurde sogar ein Lied geschrieben (hier zu hören). Dieser Film erzählt den Mordfall nach und zeigt Bilder aus Lower Quinton.

 

In diesem Cottage, gegenüber der Kirche, wohnte Charles Walton.   © Copyright Philip Halling and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

In diesem Cottage, gegenüber der Kirche, wohnte Charles Walton.
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St Swithin's in Lower Quinton.   © Copyright MICHAEL ZAWADZKI and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

St Swithin’s in Lower Quinton.
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The College Arms.   © Copyright David P Howard and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Published in: on 4. Dezember 2015 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Auf den Spuren von Inspector Barnaby – Benson in Oxfordshire

The Crown Inn an der High Street von Benson.   © Copyright Bill Nicholls and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The Crown Inn an der High Street von Benson.
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Die Dreharbeiten für die 18. Staffel der TV-Krimiserie „Midsomer Murders“ bzw. „Inspector Barnaby“ sind abgeschlossen, und so weit ich ermitteln konnte, sollen die sechs neuen Folgen Anfang 2016 von ITV ausgestrahlt werden. Bei den Drehorten griff man auf Altbewährtes zurück wie Wallingford und Dorchester-on-Thames, aber ein Ort ist neu, in dem das Produktionsteam für einige Tage sein Lager aufschlug: Benson im Südosten der Grafschaft Oxfordshire. Eigentlich war der kleine Ort an der B4009 schon lange „überfällig“ als Drehort, denn an dieser Straße liegen wie an der Perlenschnur aufgereiht Dörfer, die wir im Laufe der Zeit schon in der Krimiserie gesehen haben wie Watlington, Lewknor, Britwell Salome, Shirburn und Bledlow.

Nun also Benson, ein Ort, durch den ich bei meinen Exkursionen durch das Midsomer County schon x-mal durchgefahren bin. In Episode 106, der zweiten in der 18. Staffel, die den Titel „The Incident at Coopers Hill“ trägt, filmte man im Frühjahr diesen Jahres fünf Tage lang. Schauplätze waren The Crown Inn an der High Street, ein Pub mit einer schönen Außenfassade. Hier drehte man sowohl Außenaufnahmen als auch in der Küche, in der Bar und im Restaurant. Von der High Street abgehend und nur ein paar Schritte vom Pub entfernt, ist die Sackgasse Observatory Close, in der man zwei Häuser für die Serie in Beschlag nahm. Direkt daneben schließt gleich das Gelände von RAF Benson an, ein Militärflugplatz, der 1939 eröffnet wurde und auf dem heute überwiegend Hubschrauberstaffeln stationiert sind; auch hier wurden Dreharbeiten vorgenommen.

Als Gaststars für „The Incident at Coopers Hill“ konnte man Michelle Collins gewinnen, die viele Jahre lang in den Endlosserien „Coronation Street“ und „Eastenders“ mitgespielt hat, und Alison Steadman, die man u.a. in der Comedy „Gavin and Stacey“ von 2007 bis 2009 als Pam Shipman sehen konnte und als Gwenda Simpson in der Komödie „Clockwise“ mit John Cleese.

Ich freue mich schon sehr auf die neuen Folgen meiner Lieblingsserie „Midsomer County“; sie erscheinen glücklicherweise schon sehr bald auf DVD. Bei Acorn Media in London bekommt man die DVDs manchmal schon früher als im Handel.

RAF Benson.   © Copyright Andrew Smith and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Published in: on 3. Dezember 2015 at 02:00  Comments (2)  
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Famous Graves – Matthew Grimes, der Mann, der Napoleon bewachte, und sein Grab in Thornton-le-Dale (North Yorkshire)

Thornton-le-Dale in North Yorkshire an der A170 (Scarborough-Thirsk) ist ein Bilderbuchdorf mit wunderschönen, reetgedeckten Cottages, das es problemlos mit den „chocolate box villages“ von Inspector Barnabys Midsomer County aufnehmen kann. Direkt an der High Street steht die schöne All Saints Church, die im 14. Jahrhundert erbaut wurde und seitdem über Thornton-le-Dale wacht. Auf ihrem Kirchhof ist ein Mann begraben, der im 19. Jahrhundert einmal eine der Berühmtheiten dieser Welt bewacht hat, die Rede ist von Matthew Grimes respektive Napoleon I.

Nach der Niederlage in der Schlacht von Waterloo hatte man ja Napoleon ins Exil geschickt, auf eine der entlegensten Inseln dieser Welt, nach St Helena, weit westlich von der afrikanischen Küste. Dort wohnte der einst so mächtige Herrscher in einem Haus in der Ortschaft Longwood.

Da die britische Regierung fürchtete, dass Napoleon von der Insel fliehen bzw. von dort befreit werden könnte, stellte man den Kaiser unter die Bewachung von Soldaten. Einer dieser Männer war Matthew Grimes, der auf der Fahrt von Indien nach England auf St Helena Station machte und gleich hierblieb, da man Aufsichtspersonal suchte. Die Soldaten schoben auf der Insel eine ruhige Kugel, denn mit dem Bewachen Napoleons hatten sie wirklich nicht viel zu tun, und so kam der Gouverneur auf die Idee, die Männer tagsüber beim Straßenbau einzusetzen (was vielleicht nicht unbedingt im Sinne der Soldaten war). Grimes schien sich aber auf St Helena ganz wohl gefühlt zu haben. Am 5. Mai 1821 starb Napoleon und Matthew Grimes war einer der Sargträger, der den Franzosen zu seiner (vor)letzten Ruhestätte brachte. Fast 20 Jahre später buddelte man den Kaiser wieder aus und brachte seine sterblichen Überreste nach Paris, wo er im Invalidendom beigesetzt wurde.

Ganz so pompös wie Napoleon liegt Matthew Grimes nicht auf dem Kirchhof von All Saints. Nachdem er im Jahre 1830 die Armee verlassen hatte, zog er nach Yorkshire, wo er in einem kleinen Cottage in der Nähe von Thornton-le-Dale wohnte. Im hohen Alter von 96 Jahren starb er am 30. Oktober 1875. Sein Grabstein wurde von „admiring friends of an old veteran“ errichtet, auf dem eingemeisselt ist, dass er zu Napoleons Wächtern auf St Helena gehörte und den Kaiser bis zu seinem Grab begleitete.

Ein Erinnerungsstück von Matthew Grimes findet man im York Castle Museum, nämlich seine Uniform, die man in diesem Jahr, anlässlich des 200. Jahrestages der Schlacht von Waterloo, ausgestellt hat.

Hier ist ein Film der BBC über M.G. und sein Grab in Thornton-le-Dale und wie es in dem hübschen Dorf in North Yorkshire aussieht, zeigt dieser Film.

Die All Saints Church an der High Street von Thornton-le-Dale.   © Copyright Christine Matthews and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die All Saints Church an der High Street von Thornton-le-Dale.
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Eines der schönen Cottages in Thornton-le-Dale.   © Copyright Christine Matthews and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Eines der schönen Cottages in Thornton-le-Dale.
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