Dunsop Bridge in Lancashire – Großbritanniens geographischer Mittelpunkt

Der Forest of Bowland in Lancashire ist schon eine recht einsame Gegend im Nordwesten Englands und auch sehr wenig bekannt. Ziemlich in der Mitte des Forests und nur auf kleinen Straßen erreichbar (noch nicht einmal auf B-Straßen) liegt das Dorf Dunsop Bridge. Hier soll der geographische Mittelpunkt Großbritanniens liegen. Wer es bis auf den Meter genau haben möchte: Whitendale Hanging Stones, bei Brennands Farm, ist das absolute Zentrum des Königreichs.

Welches Dorf Englands darf sich damit brüsten, schon zweimal von der Queen besucht worden zu sein? Dunsop Bridge kann es; zuletzt war die Monarchin im Sommer 2006 hier, denn sie soll eine Schwäche für den Forest of Bowland haben.

1992 gab es im Dorf ein großes Ereignis. British Telecom (BT) errichtete hier ihre 100 000. Telefonzelle, deren Einweihung niemand geringerer als der berühmte Abenteuerer Sir Ranulph Fiennes vornahm. Die Plakette, die man an der Telefonzelle anbrachte, trägt die Zeilen „You are calling from the BT payphone that marks the centre of Great Britain„. Ob heute im Zeitalters des Handys von dort noch viel telefoniert wird? Vielleicht bekommen Handys im abgelegenen Forest of Bowland ja auch keinen Empfang? Vor zwei Jahren wollte BT im Zuge einer großen Aktion in dieser Region überflüssige Telefonzellen abbauen, auch die in Dunsop Bridge, aber der Widerstand war dann doch zu groß, so dass diese besondere Telefonzelle stehen blieb.

Wer Enten mag, kann diese netten Vögel in größeren Mengen im Ort finden und Puddleducks Post Office and Tea Rooms‘ Verkaufsrenner ist…Entenfutter. Glücklich, eine Ente in Dunsop Bridge zu sein.

Die berühmte Telefonzelle.
Photo © Graham Hogg (cc-by-sa/2.0)

Puddleduck’s Post Office and Tea Rooms.
Photo © Rude Health (cc-by-sa/2.0)

Die  Whitendale Hanging Stones, etwas nördlich von Dunsop Bridge.
Photo © Tom Howard (cc-by-sa/2.0)

 

 

Published in: on 31. März 2020 at 02:00  Comments (3)  
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Mein Buchtipp – Nicola Sly: A Horrid History of Christmas – Horrible Happenings & Frightening Festivities

Foto meines Exemplares.

„Historical true-crime writer, retired criminology and psychology tutor, passionate speedway and Northern Soul fan“, so steht es auf Nicola Slys Twitter Account zu lesen, einer außerordentlich produktiven Autorin, die bereits viele Bücher über Mordfälle in den einzelnen englischen Grafschaften geschrieben hat (in meinem Blog erwähnte ich einen von ihr behandelten Mordfall in Shutford in Oxfordshire). Für die „Grim Almanac-Buchreihe des Verlages The History Press verfasste Nicola Sly mehrere Bände.

Weihnachten ist nun schon mehr als drei Monate her, trotzdem möchte ich hier auf ein Buch der Autorin eingehen, das ich eher der Kuriosität halber vorstelle: „A Horrid History of Christmas – Horrible Happenings & Frightening Festivities„. Darin sind Unglücke und Mordfälle anhand zeitgenössischer Quellen aufgeführt, die sich alle zur Weihnachtszeit in Großbritannien zugetragen haben. Nicola Sly hat sich durch Berge archivierter Zeitungen gewühlt, um an diese meist längst vergessenen Geschehnisse zu gelangen. Zu den von ihr genutzten Quellen zählen unter anderem Berrow’s Worcester Journal, das Ipswich Journal und der Newcastle Courant.

Da geht es um Eisenbahnunglücke in Oxfordshire, Bedfordshire und Cumbria, Menschen, die auf dünnem Eis überfrorener Seen eingebrochen sind, Kinder, deren Kleidung am Heiligen Abend an Kerzen Feuer gefangen hat und immer wieder um Tötungsdelikte auf Grund übermäßigen Alkoholkonsums.
Full of merry madness and hearty heartache, A Horrid History of Christmas might make you want to bypass the festivities altogether!“ heißt es in dem Buch, das wohl auch nur im Land des schwarzen Humors erscheinen konnte.

Nicola Sly: A Horrid History of Christmas – Horrible Happenings & Frightening Festivities. The History Press 2012. 223 Seiten. ISBN 978-0-7524-7645-2.

Ob dieses Eis wohl hält?
Photo © Richard Croft (cc-by-sa/2.0)

Bahnt sich hier ein Unfall an?
Photo © John Brightley (cc-by-sa/2.0)

 

Published in: on 30. März 2020 at 02:00  Comments (1)  
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The Hope and Anchor im Londoner Stadtteil Islington – Hier gingen einmal die späteren Stars der Rockmusik ein und aus

Hope we have as an anchor of the soul“ heißt es in der Bibel und nach diesem Spruch haben sich einige Pubs in England benannt, zum Beispiel in Wokingham (Berkshire) und in den Londoner Stadtteilen Brixton und Islington. Mit letzterem möchte ich mich heute kurz beschäftigen, denn The Hope and Anchor in der Upper Street Nummer 207 (die A1), Ecke Islington Park Street, spielte eine Zeit lang in der Rockgeschichte Englands eine große Rolle. In dem 1880 erbauten Gebäude fanden sich vor allem in den 1970er Jahren in einem kleinen Kellerraum zahllose Rockmusiker ein, die für ein dichtgedrängtes Publikum spielten. Diese Nähe zwischen Zuhörern und Musikern sorgte für eine besondere Atmosphäre, was sich schnell in London herum sprach und die Auftritte immer gut besucht waren.

1977 nahmen die Stanglers hier ihr Album „Live at the Hope and Anchor“ auf, dessen Plattenhülle im Hintergrund den Pub zeigt. Die Band Madness nutzte den Pub für ihr Musikvideo zu „One step beyond„, was auch die Londoner Band The Damned für „New Rose“ tat. Als noch niemand die irische Rockband U2 kannte, spielte sie im Keller vor neun Eintritt zahlenden Gästen, was die jungen Männer derart frustrierte, dass, nachdem Edge eine Seite seiner Gitarre gebrochen war, sie abtraten und das Weite suchten. The Police traten im Februar 1978 mehrer Male auf, und im selben Jahr hatte Joy Division am 27. Dezember ihren ersten Auftritt in London (der Eintritt kostete 75 Pence).

Ende 1977 fand hier das Hope & Anchor Front Row Festival statt, von dem ein Doppel Album veröffentlicht wurde, auf dem u.a. die Bands XTC, Tyla Gang, The Stranglers und Dire Straits (mit „Eastbound train„) zu hören sind.

Im ersten Stock des Hope and Anchor ist ein kleines Theater mit 50 Sitzen untergebracht, das Hope Theatre, das sich innerhalb weniger Jahre einen Namen gemacht und schon mehrere Preise gewonnen hat.

York Ghost Walks – Abendliche, gruselige Spaziergänge durch Englands „capital of ghosts“

Das York Minster bei Nacht.
Photo © Debbie J (cc-by-sa/2.0)

Wir trafen uns in der abendlichen Dämmerung vor einem Pub in Goodramgate in York, „England’s most haunted city„. Eine Gruppe von vielleicht 15 Personen folgte dem in breitem Yorkshire-Dialekt sprechenden Guide durch die immer dunkler werdenden Straßen der Stadt.
Wir kamen am Münster vorbei, in dem es zu merkwürdigen Erscheinungen gekommen sein soll, standen vor dem Treasurer’s House, das als Yorks „most haunted building“ bezeichnet wird. Dort spielte sich in den 50er Jahren die wohl bizarrste Geschichte ab, als einem jungen Installateur in den Kellern des Hauses römische Soldaten in voller Kriegsausrüstung begegneten.

Besonders unheimlich war es in der fast schon dunklen, uralten Trinity Church. Mein Favorit war das King’s Manor, in dem es sogar bei den Ghost Walks selbst zu unheimlichen Begegnungen gekommen sein soll.

Die Ghost Walks werden von mehreren Unternehmen angeboten und finden täglich statt, egal wie das Wetter ist. Früher gab es Führungen, bei denen die Gruppe durch spezielle Aktionen erschreckt wurde. Dem hat man aber ein Riegel vorgeschoben, nachdem es bei einigen Teilnehmern zu Herzattacken gekommen war (zum Beispiel in der Trinity Church).

Wer keine Lust hat, einen Ghost Walk zu Fuß zurückzulegen, kann das auch an Bord eines alten, schwarzen Doppeldeckerbusses tun. The Ghost Bus Tours führen an vielen der Hots Spots vorbei. Es gibt sie auch in London (siehe dazu meinen Blogeintrag) und Edinburgh.

Wenn man bei Sonnenschein durch York läuft, sagen sicher die meisten „Geister? So ein Blödsinn“. Bewegt man sich aber im Dunklen durch eine unheimlich wirkende Kirche und meint hier und da unerklärliche Geräusche oder Bewegungen wahrzunehmen, sieht das schon ganz anders aus…

Hier einige Webadressen von Ghost Walks in York, einer der schönsten Städte Englands:
http://www.theoriginalghostwalkofyork.co.uk/
http://www.ghosthunt.co.uk/
http://www.ghosttrail.co.uk/

Photo © Ian S (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 28. März 2020 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Unterwasserhockey – Eine Sportart, die 1954 in England entwickelt wurde

Author: DavidUnderwater.
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Für Nichtschwimmer und Nichttaucher kommt diese merkwürdige Sportart nicht in Frage: Unterwasserhockey ist etwas für Wasserratten und Leute, die lange die Luft anhalten können.
1954 kam Alan Blake aus Southsea (Hampshire), der ein Jahr zuvor den Sub-Aqua Club gegründet hatte, auf die Idee, im Winterhalbjahr einmal etwas ganz Neues auszuprobieren, was auf den ersten Blick (vielleicht auch auf den zweiten) ziemlich skurril war, das Hockeyspielen unter Wasser. Octopush nannte er das Spiel. Warum? „Octo„, weil das Spiel aus acht Spielern besteht, „Push„, weil der Squid (der Unterwasser-Puck) mit dem „Pusher“, dem Mini-Hockeyschläger, geschoben wird. Das Tor im Unterwasserhockey hieß anfangs Scuttle, wurde dann aber in Gully umbenannt. Die Teilnehmer dieser Sportart tragen Tauchermasken, Schnorchel, Flossen und Handschuhe. Als Austragungsort eignet sich jeder Swimmingpool, der entsprechend lang und tief ist. Schiedsrichter gibt es zwei, einen im Pool und einen außerhalb. Für die Zuschauer gibt es natürlich nicht viel zu sehen (außer den Köpfen der Spieler, die kurz auftauchen, um Luft zu holen), aber es gibt ja Unterwasserkameras, die das Match filmen, und das dann auf einen Großbildschirm übertragen werden kann.

Bei internationalen Wettkämpfen gibt es mehrere Levels, angefangen von dem U19- Level (Spieler unter 19 Jahren) bis zum Elite-Level (die absoluten Meister ihres Fachs). 1980 gab es die ersten Underwater Hockey World Championships in Vancouver in Kanada, die letzten wurden 2018 in Québec City, ebenfalls in Kanada, ausgetragen. Die nächsten, die 22. Weltmeisterschaften, stehen vom 20. Juli bis zum 2. August in diesem Jahr an der Gold Coast in Australien an (für Elite- und Masters-Level)…wenn es denn das Coronavirus zulässt.

Am besten man sieht sich diesen Film an, um sich ein Bild von dem Spiel zu machen.

Published in: on 27. März 2020 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Die Pitstone Windmill bei Ivinghoe in Buckinghamshire

Windmühlen haben für mich etwas Gemütliches und Entschleunigendes an sich. Es ist schön, dass doch noch einige Exemplare existieren, die oft liebevoll restauriert worden sind. In meinem Blog habe ich schon mehrere englische Windmühlen vorgestellt wie die in Shipley (West Sussex), Reigate Heath (Surrey), die Chesterton Windmill (Warwickshire) und die Holgate Windmill (North Yorkshire). Auch die Windmühle in Brill in Buckinghamshire hat mir sehr gut gefallen.

Ein weiteres schönes Exemplar ist ebenfalls in Buckinghamshire zu finden, die Pitstone Windmill, die auf einem offenen Feld in der Nähe von Ivinghoe anzutreffen ist. Sie gilt als eine der ältesten überhaupt in England. Ein dendrologisches Institut in Oxford hat herausgefunden, dass einige der Holzbalken etwa aus den Jahren 1595 bis 1597 stammen. Viele Jahrhunderte lang brachten die Bauern aus den umliegenden Dörfern Ivinghoe und Pitstone ihr Getreide zu der Mühle, um daraus Mehl herstellen zu lassen.

Bis zum Jahr 1902 war die Pitstone Windmill unermüdlich im Einsatz, bis ein schwerer Sturm ihr den Garaus machte. Ein Wiederaufbau wäre zu teuer gewesen, und so stand die Ruine armselig und traurig in den Feldern von Ivinghoe. Ein Bauer, dessen Felder angrenzten, erbarmte sich ihrer, kaufte sie und übergab die Mühle 1937 dem National Trust, der sich aber erst einmal nicht um sie kümmerte. Erst in den 1960er Jahren machten sich einige Windmühlen-Fans an die Restaurierung, die tatsächlich sehr gut gelang, so dass die Pitstone Mill 1970 wieder in der Lage war, Mehl herzustellen.

Von April bis Oktober öffnet der National Trust seine Mühle für Interessierte an jedem ersten Mittwoch eines Monats, und man kann dann an einer geführten Tour (£3) teilnehmen. Leider hat sich das Coronavirus in die Planungen des National Trusts eingemischt, so dass die Touren für April und Mai in diesem Jahr abgesagt worden sind.

Dieser von einer Drohne aus aufgenommene Film zeigt die Pitstone Mill in ihrer ganzen Schönheit.

Ein klein wenig englischer Humor in schwierigen Zeiten…

Die Engländer sind fähig, auch in schwierigen Zeiten ihren Humor zu behalten, was ich bewundernswert finde. Wir alle leben zur Zeit in extrem schwierigen Zeiten, und da möchte ich in meinem Blog heute einmal für ein wenig Heiterkeit sorgen.

Vielleicht erinnern sich noch einige an die Eröffnungsfeierlichkeiten der Olympischen Spiele 2012 in London. Da spielte das London Symphony Orchestra unter der Leitung von Simon Rattle die berühmte Filmmusik aus dem Film „Chariots of Fire“ (dt. „Die Stunde des Siegers“), und da war auch ein Orchestermitglied dabei, das nicht so ganz bei der Sache war… Hier ist der Ausschnitt aus den Feierlichkeiten zu sehen.

Zur Gegenüberstellung: Hier sind einige Originalszenen aus „Chariots of Fire“ zu sehen.

Published in: on 25. März 2020 at 02:00  Comments (4)  
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Archie Workman aus Lancashire – Einer der letzten Lengthsmen Englands

Hier wartet Arbeit auf einen Lenghtsman…
Photo © Albert Bridge (cc-by-sa/2.0)

Im Mittelalter gab es den Beruf des Lenghtsman, dessen Aufgabe darin bestand, Straßengräben von Unrat und Unkraut zu befreien, das Gras dort kurz zu halten und sicherzustellen, dass das Wasser nach Regenfällen überall gut ablaufen konnte. Dieser Beruf ist heute so gut wie ausgestorben, aber es gibt noch einige wenige Männer, die sich dieser Aufgabe nach wie vor widmen. Einer von ihnen ist Archie Workman, der bei Ulverston in der Grafschaft Cumbria wohnt. An einigen Tagen ist er Geschäftsmann, an anderen Tagen arbeitet er als „modern-day lenghtsman“ und hält Straßenränder und -gräben sauber, wobei er sich ein erstaunliches Wissen über Kanaldeckel angeeignet hat. Manche dieser eisernen Deckel sind schon sehr alt und einige von ihnen sind so von Unkraut verborgen, dass sie jahrelang unentdeckt blieben, bis Archie Workman auf der Bildfläche erschien, sie säuberte und fotografierte und sich so ein Archiv von „drain covers“ zugelegt hat. So nennt man ihn auch gern „drainspotter“ in Anlehnung an Danny Boyles Spielfilm „Trainspotting“ aus dem Jahr 1996. Archie hat auch schon einen Kalender mit Kanaldeckel-Fotos herausgegeben, der erstaunlicherweise auf großes Interesse stieß. Außerdem hält er Vorträge über die Instandhaltung von Straßen.

Doch Archie Workmans Arbeitsbereich bezieht sich nicht nur auf die Straßenränder und -gräben in der Umgebung von Ulverston, er reinigt auch Straßenschilder und das mit viel Liebe und natürlich den dazugehörenden Reinigungsmitteln. Im Laufe der Zeit werden die Schilder schmutzig, es bilden sich Ablagerungen darauf, und das kann Archie Workman nicht leiden. Dank ihm gibt es wohl in der Region Ulverston die saubersten Straßenschilder des Landes.
Dieser Film zeigt den Lenghtsman bei der Arbeit.

…und hier auch.
Photo © Nigel Mykura (cc-by-sa/2.0)

 

 

 

Published in: on 24. März 2020 at 02:00  Comments (1)  
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Last Order! – Britische Pubs in Zeiten der Coronakrise

Solche Bilder wollen wir nach dem Ende der Coronakrise nicht sehen (hier ein aufgegebener Pub im Londoner Stadtteil Deptford).
Photo © David Lally (cc-by-sa/2.0)

Premierminister Boris Johnson verhängte in der vorigen Woche die Schließung aller Pubs, was sicherlich richtig war, aber die britischen Gaststätten vor weitere große Probleme stellt. Die Zahl der Pubs ging in den letzten Jahren dramatisch zurück, was an mehreren Faktoren lag, so stiegen zum Beispiel die Bierpreise kontinuierlich, was immer mehr Menschen dazu bewegte, ihr Bier bei Tesco, ASDA oder Aldi zu kaufen.

Wenn jetzt Pubs über einen längeren Zeitraum geschlossen bleiben müssen, wird das viele in den Ruin treiben. Ich kann mir vorstellen, dass, speziell in den Metropolen, hinter den Kulissen schon einige „developer“ wie die Aasgeier darauf warten und dann die Häuser möglichst günstig aufkaufen, gegebenenfalls abreißen, um auf dem Grundstück neue Wohnhäuser zu erbauen bzw. das alte Gebäude in Wohnungen umzugestalten.

Doch jetzt wehren sich noch viele Pubs gegen dieses Szenario, indem sie neue Ideen verwirklichen und ihren bisherigen Kunden Alternativen anbieten. Pubfood zum Mitnehmen ist eine Möglichkeit, einige gehen sogar noch weiter und bringen die Bestellungen ins Haus.

In a bid to provide traditional pub meals for people who are social distancing due to coronavirus, we are bringing the pub to you„, heißt es bei Pubs, die zur Greene King Brewery gehören.

Erfindungsreich sind einige Pubs im Nordosten des Landes, wie der ChronicleLive aus Newcastle berichtet. The Punch Bowl in Jesmond und The Brandling Villa in Gosforth bringen nicht nur Mahlzeiten aus der Pubküche ins Haus, sondern auch Getränke wie Bier, Wein und Spirituosen, weiterhin wollen sie Livestreams aus ihren Bars anbieten, um ein wenig Pubatmosphäre ins Haus zu schicken. Sogar Kondome sind ins Lieferprogramm aufgenommen worden.

The Dorset in Lewes (East Sussex) bietet für £10 fünf Flaschen Budweiser und drei Snacks nach Wahl. Wer einen Container mitbringt, kann sich den auch mit Bier auffüllen lassen.

Bei der Abholung der bestellten Waren kann man ganz vorsichtig sein und jeden Kontakt vermeiden, indem man telefonisch oder online bestellt, auch online bezahlt, zu einer vereinbarten Zeit im Pub erscheint und dort die bereit gestellten Dinge an sich nimmt.

Das sind nur einige wenige Beispiele wie Pubs im Land der Coronakrise trotzen. Drücken wir allen britischen Pubs die Daumen, dass möglichst viele von ihnen überleben und bald wieder ihre Pforten für den Normalbetrieb öffnen können!!

The Dorset in Lewes (East Sussex).
Photo © Oast House Archive (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 23. März 2020 at 02:00  Comments (4)  

William Hope Hodgson vs. Harry Houdini – Eine Wette im Palace Theatre in Blackburn im Jahr 1902

Das erste Mal stieß ich auf den englischen Schriftsteller William Hope Hodgson (1877-1918) als ich mich für meine Examensarbeit intensiv mit dem Thema Weird Fiction beschäftigte, und ich die beiden Bücher „Das Haus an der Grenze“ und „Stimme in der Nacht“ las, die in der Bibliothek des Hauses Usher des Insel-Verlages erschienen waren, auf grünem Papier gedruckt.

Bevor William Hope Hodgson seine Schriftstellerlaufbahn einschlug, hatte er 1899 in Blackburn in Lancashire ein Fitness-Studio eröffnet, das damals etwas hochtrabend School of Physical Culture hieß. Im Oktober 1902 hatte sich der weltberühmte Entfessellungskünstler Harry Houdini (1874-1926) im Palace Theatre in Blackburn angesagt. Houdini (hier sind einige historische Aufnahmen) rühmte sich, sich aus jeder Fessel, die man ihm anlegte, befreien zu können, und das wollte man in Blackburn unbedingt erleben. Im Vorfeld hatte er eine Wette angeboten, dass jeder, der wollte, ihn fesseln konnte. Schaffte er es nicht, sich daraus zu befreien, würde er £25 zahlen, was damals sehr viel Geld war.

William Hope Hodgson nahm die Wette an, unter der Bedingung, dass er seine eigenen Fesseln mitbringen konnte, was Houdini erlaubte. Auf der Bühne des Palace Theatre erschien der Fitness-Studiobesitzer mit einem furchterregendem Equipment, das aus Handschellen, Ketten und Schlössern bestand. Misstrauisch betrachtete Houdini das Ganze und beschwerte sich, dass es sich nicht um Standard-Schlösser handelte und dass diese manipuliert seien. Hodgson blieb aber hart und bestand auf den ausgehandelten Bedingungen. Widerwillig stimmte der Meister dann doch zu und musste zusehen wie sein Herausforderer ihn derart mit den Ketten samt Schlössern umschnürte, dass er sich kaum noch bewegen konnte. Als Hodgson fertig war, wurde wie üblich eine Trennwand zwischen Publikum und Houdini hochgezogen. Nach zwanzig Minuten wurde die Trennwand entfernt und man sah, dass Houdini noch weit davon entfernt war, sich zu befreien, und er protestierte lauthals über die brutale Art und Weise wie ihm die Fesseln angelegt worden waren. Hodgson kannte kein Erbarmen, und so versuchte es Houdini weiter. Nach über einer Stunde hatte er es tatsächlich geschafft. Mit blutenden Armen und zerrissener Kleidung tauchte er hinter der Trennwand auf, alle Fesseln hatte er entfernen können. So eine brutale Behandlung hätte er noch nie erlebt, schimpfte Houdini, dem ein „entfesseltes“ Publikum zujubelte. William Hope Hodgson hatte die Wette verloren und zog sich in seine School of Physical Culture in der Ainsworth Street zurück. Zwei Jahre später erschien seine erste Kurzgeschichte mit dem Titel „“The Goddess of Death“.

Das Palace Theatre wurde im Dezember 1989 abgerissen, um einen Parkplatz anzulegen.

Witanhurst – Das, nach dem Buckingham Palace, größte privat genutzte Wohnhaus Londons

Author: AnemoneProjectors
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Mit der Herstellung von Seife und Kerzen konnte man im 19. Jahrhundert eine Menge Geld verdienen wie das die Firma Joseph Crosfield and Sons gezeigt hat, die ihre Produktionsstätten in Warrington (früher Lancashire, heute Cheshire) hatte. Sir Arthur Henry Crosfield (1865-1938) erbte die Firma von seinen Eltern und verkaufte sie 1911. Von dem Erlös erwarb er ein großes Grundstück im Londoner Stadtteil Highgate und beauftragte den Architekten George Hubbard, ein Haus zu entwerfen, wobei der aus dem Vollen schöpfen konnte. Es dauerte einige Jahre, von 1913 bis 1920, bis das riesige Haus fertig war, das Sir Arthur Witanhurst nannte.

65 Zimmer gibt es in dem Anwesen, davon allein 25 Schlafzimmer, plus einen riesigen Ballsaal. Die Bewohner haben einen wunderschönen Blick auf Hampstead Heath und die Londoner Skyline. Schon bald zog Witanhurst die Reichen und die Schönen der Londoner Gesellschaft an. Auch Princess Elizabeth, die spätere Queen, war hier 1951 schon zu Gast.

Bis 1970 blieb Witanhurst in Hand der Familie Crosfield, doch der Unterhalt des Hauses, das größte privat genutzte Wohnhaus nach dem Buckingham Palace in London, wurde mehr und mehr zur Last, so dass es 1970 verkauft wurde. Von da ab ging es auf und ab mit dem Anwesen. Es fand keinen Käufer, der es wirklich liebte, es ging von Hand zu Hand, von einem Geldanleger an den nächsten. Mal gehörte es einem Kuwaiti, dann einer in den British Virgin Islands ansässigen Investment-Firma, dann der syrischen Familie Assad usw. usw.

Eine Londoner Immobilienfirma übernahm dann Witanhurst und steckte sehr viel Geld in das Haus, das im Laufe der Zeit ziemlich heruntergekommen war. Der heutige Besitzer ist ein russischer Milliardär, einer von vielen, die sich in diesem Teil Londons angesiedelt haben.

39 Highgate West Hill ist die Adresse von Witanhurst, nur einen Katzensprung vom Highgate Cemetery entfernt.

Das Torhaus von Witanhurst.
Author: No Swan So Fine.
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Published in: on 21. März 2020 at 02:00  Comments (1)  
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Mein Buchtipp – Noel Botham: The Murder of Princess Diana – The Truth Behind the Assassination of the People’s Princess

Foto meines Exemplares.

Was geschah wirklich kurz nach Mitternacht am 31. August 1997 im Alma-Tunnel in Paris? Der mit vier Personen besetzte schwarze Mercedes 280S mit dem Kennzeichen  688LTV75  knallte mit ca 100 km/h gegen einen der Tunnelpfeiler und kam fast vollständig zerstört zum Stillstand. Die Insassen: Henri Paul, der Fahrer, war sofort tot, sein Beifahrer, Bodyguard Trevor Rees-Jones, überlebte, erlitt aber schwerste Verletzungen; im Fond saßen Dodi Al-Fayed, auch er starb auf der Stelle, neben ihm saß Diana, Princess of Wales, sie wurde schwer verletzt und starb im Krankenhaus Pitié-Salpêtrière.

Der Journalist Noel Botham (1940-2012) geht in seinem Buch „The Murder of Princess Diana – The Truth Behind the Assassination of the People’s Princess“ der eingangs gestellten Frage nach und kommt zu dem für ihn eindeutigen Schluss: Lady Diana wurde ermordet. Die Täter waren seiner Ansicht nach Geheimdienste aus Großbritannien, Frankreich und den USA. Gründe für das Attentat im Tunnel gab es mehrere, darunter die Vermutung, dass die Ex-Frau vom Prinzen von Wales von Dodi Al-Fayed schwanger war, womit das britische Königshaus unmöglich leben konnte, denn dann wäre das neu geborene Kind ein Halbbruder bzw. Halbschwester vom zukünftigen Thronfolger Prinz William. Ein weiterer möglicher Grund für eine Ermordung der Königin der Herzen war ihr Engagement gegen Landminen, wodurch sie sich  in der Rüstungsindustrie mächtige Feinde gemacht hatte.

Noel Botham deckt in seinem Buch eine Fülle von Unstimmigkeiten und Nachlässigkeiten in der Untersuchung des Falles durch die französischen Behörden auf. Nach der Lektüre des fesselnden Buches kann man eigentlich nur zu dem Schluss kommen, dass es sich im Tunnel unterhalb der Pont de l’Alma um keinen Unfall gehandelt haben kann.

Das Buch erschien bereits im Jahr 2004 unter dem Titel „The Assassination of Princess Diana“, wurde 2007 anlässlich des zehnten Jahrestages des Todes von Lady Diana neu aufgelegt und zehn Jahre später, 2017, noch einmal, nur mit einem anderen Umschlagbild.

Siehe auch meine Blogeinträge über Lady Dianas letzte Ruhestätte, Althorp, und das Londoner Café Diana.

Noel Botham: The Murder of Princess Diana – The Truth Behind the Assassination of the People’s Princess. John Blake 2017. 252 Seiten. ISBN 978-1-78606-476-9.

Der Alma-Tunnel in Paris.
Author: EuguenyIr.
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Stand-up Comedians – John Bishop

Author: Worthy FM
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John Bishop ist ein Liverpudlian und spricht den dort vorherrschenden Dialekt Scouse; für deutsche Ohren nicht ganz so leicht zu verstehen, aber man hört sich ein. Der 53-jährige Comedian hat in seinem Leben schon eine Menge unterschiedliche Dinge getan, von denen er häufig in seinen Auftritten erzählt, so war er schon Fußballspieler, Türsteher in einem Nachtclub und arbeitete in einer pharmazeutischen Firma; auch sein Familienleben und seine Vaterrolle (er hat drei Söhne) finden Niederschlag in seinen Comedy-Performances.

John Bishop ist häufig in Fernsehsendungen zu sehen und war Gast in den einschlägigen Comedyshows. Zurzeit sind sechs DVDs von ihm auf dem Markt und im November 2019 erschien sein Buch „How to Grow Old: A middle-aged man moaning

Seine diesjährige Tour, die am 1. April im Theatre Royal in Windsor beginnen soll und bis Mitte Dezember geplant ist, ist schon größtenteils ausgebucht. Im Herbst will John Bishop einige Tage lang in den Niederlanden, in Belgien und in Skandinavien auftreten, am 12. Juni ist ein Auftritt in der Union Hall in New York gebucht.  Wenn das Coronavirus John Bishop keinen Strich durch die Rechnung macht, kann er sich auf ein erfolgreiches Jahr freuen.

Hier ist eine Kostprobe von John Bishops Humor.

 

Published in: on 19. März 2020 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Famous Graves – Der Architekt George Basevi und sein Grab in der Kathedrale von Ely (Cambridgeshire)

George Basevi (1794-1845) war ein Architekt, der bei dem berühmten Sir John Soane in die Lehre gegangen war. Seine wohl berühmtesten Werke sind der Belgrave Square in London, der zwischen 1825 und 1841 entstand, und in Cambridge das Founder’s Building des Fitzwilliam Museums, das zwischen 1837–1843 gebaut wurde. George Basevi war im ganzen Land unterwegs und erwarb sich einen hervorragenden Ruf.

Am 16. Oktober 1845 starb der Architekt im Alter von nur 51 Jahren auf ungewöhnliche Weise. Basevi überwachte Bauarbeiten in der Kathedrale von Ely in Cambridgeshire, darunter auch Restaurationsarbeiten auf dem 66 Meter hohen West Tower. Er muss für einen kleinen Moment unachtsam gewesen sein, denn er übersah ein Loch im Boden der Glockenstube und stürzte in die Tiefe. Eine andere Variante sagt, dass er von einem Baugerüst auf dem Westturm herabgestürzt sei.

Basevi fand seine letzte Ruhestätte in der riesigen Kathedrale im nördlichen Chorgang, bedeckt von einer in den Boden eingelassenen Messingplatte. Die schöne farbige Platte zeigt den Architekten, der in der rechten Hand die Baupläne für das Fitzwilliam Museum hält. Der Schriftzug, der Basevi einrahmt, beschreibt wie er in der Kathedrale zu Tode kam. Angefertigt hat die Grabplatte John Green Waller, der sich auf Glasmalerei und die Gravierung von Messingplatten spezialisiert hatte.

Für einen Architekten ist die Kathedrale von Ely sicher nicht der schlechteste Platz, um auf seine Wiederauferstehung zu warten.

Man kann im Rahmen einer der Tower Tours (£16.50) in die luftige Höhe der Kathedrale hinaufsteigen, sollte aber auch in der Lage sein, sehr viele Stufen zu erklimmen.

Der Westturm der Kathedrale von Ely.
Photo © N Chadwick (cc-by-sa/2.0)

The Chelsea Pensioners – Damen und Herren in Scharlachrot und Blau

Royal Hospital, Chelsea.
Photo © Julian Osley (cc-by-sa/2.0)

Mitten in London, in Chelsea, liegt das Royal Hospital Chelsea, in dem man keine „Normalkranken“ findet, sondern die sogenannten Chelsea Pensioners, ehemalige Armeeangehörige, die aus Altersgründen nicht mehr dem Militärdienst angehören. Hier werden die alten Herren, und seit dem Jahr 2009 auch Damen, mit allem versorgt, was sie brauchen, zum Beispiel mit Vollpension, Unterkunft und Kleidung und auch die medizininsche Versorgung ist kostenfrei. Dafür verzichten sie auf ihre Pension.

Die Chelsea Pensioners dürfen zwar Zivilkleidung tragen, es wird aber doch Wert darauf gelegt, dass sie möglichst häufig ihre blaue oder ihre scharlachrote Uniform tragen; bei besonderen feierlichen Anlässen ist die rote Uniform Pflicht.

Da die Zimmer der Chelsea Pensioners recht klein waren (knapp 9 m²) und sich mehrere ein Badezimmer und eine Toilette teilen mussten,  wurde das Haus in großem Stil umgebaut. 2015 konnten die Pensioners in neue, deutlich größere und zeitgemäßere Apartments einziehen, mit Wohnzimmer, Schlafzimmer und eigenem Badezimmer. Dieser Film zeigt die neuen Unterkünfte.

Ende 2010 nahmen die Chelsea Pensioners eine CD auf, die unter dem Titel „Men in Scarlet“ auf den Markt kam und sich so gut verkaufte, dass sie sogar in die britischen Charts kam. 7 Herren mit geeigneten Stimmen, unterstützt von Vera Lynn und Katherine Jenkins, sangen Titel wie „King and Country„, „Jerusalem“ und „Goodnight Sweetheart“.

Wenn jemand von den Damen und Herren im Royal Hospital Chelsea stirbt, wird sie/er auf dem Brookwood Cemetery bei Woking in Surrey beigesetzt; dort gibt es ein eigenes Areal für sie, sowie ein Denkmal.

Zwei Chelsea Pensioners in voller Montur.
Photo © David Anstiss (cc-by-sa/2.0)

Das Denkmal für die Chelsea Pensioners auf dem Brookwood Cemetery.
Photo © Alan Hunt (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 17. März 2020 at 02:00  Comments (1)  
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Zwei Minigolf-Enthusiasten aus Cheadle Holme (Greater Manchester), die jeden Platz in Großbritannien bespielen wollen

Crazy Golf in Skegness (Lincolnshire). Hier ist eine 18-Loch-Anlage.
Photo © David P Howard (cc-by-sa/2.0)

Wie viele Minigolfplätze (Crazy Golf im Englischen) mag es wohl in Großbritannien geben? Es sind weit über 1000, über das ganze Land verteilt, mit Schwerpunkten dort, wo viele Touristen hinkommen, also in den Seebädern zum Beispiel.
Richard und Emily Gottfried aus Cheadle Hulme, einer Kleinstadt bei Manchester, haben sich als Ziel gesetzt, jeden Crazy Golf-Platz des Königreichs aufzusuchen und dort eine Runde zu spielen. Seit 14 Jahren sind die beiden unterwegs und haben es bisher auf ca 950 Plätze gebracht. Mit etwa 250 weiteren Stationen rechnen sie noch, und dann werden die beiden End-Dreißiger die ersten sein, die diese Mammutaufgabe geschafft haben.

In Southsea an der Küste von Hampshire entdeckten Richard und Emily ihre Liebe für das Spiel, das sie Tausende von Kilometern durch Großbritannien führte, auch in Gegenden, in die sie wahrscheinlich sonst nie gekommen wären. Zu ihren Lieblingsorten gehört Skegness, ein Seebad in Lincolnshire, wo es zehn Minigolfplätze gibt, und hier wurde auch im Jahr 1926 der erste Platz in England eröffnet.
Die World Crazy Golf Championships werden jährlich auf dem Adventure Golf Complex in Hastings an der Südküste ausgetragen, organisiert von der British Minigolf Association; vom 5. bis zum 7. Juni 2020 finden die nächsten Weltmeisterschaften statt. Der 18-Loch-Platz bietet eine Menge von Hindernissen (Windmühle, Leuchtturm, Wasserfälle usw.), die bezwungen werden müssen.

Drücken wir Richard und Emily Gottfried die Daumen, dass sie auch noch die verbliebenen Minigolfplätze aufsuchen können, um dann sicher in das Guinness Buch der Rekorde aufgenommen zu werden. Hier ist ein Film über sie.

Hastings Adventure Golf.
Photo © Oast House Archive (cc-by-sa/2.0)

Eine Crazy Golf-Anlage in den Riverside Meadows bei Stourport-on-Severn (Worcestershire).
Photo © P L Chadwick (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 16. März 2020 at 02:00  Comments (2)  
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Bignell Wood bei Wittensford in Hampshire – Das ehemalige Haus von Sir Arthur Conan Doyle

Der geistige Vater des Sherlock Holmes, Sir Arthur Conan Doyle, ist in dem winzigen Dorf Minstead auf der Kirchhof der All Saints‘ Church begraben. Er wohnte teils im Windlesham Manor bei Crowborough in East Sussex, wo er anfangs seine letzte Ruhestätte fand, wurde aber später nach Minstead gebracht, wo er ganz in der Nähe ebenfalls ein Haus besaß, Bignell Wood genannt.

Bignell Wood liegt westlich des Dorfes Wittensford, nahe der B3079, am Rand des New Forests. Sir Arthur kaufte das große Haus mit sieben Schlafzimmern 1925 als Geburtstagsgeschenk für seine zweite Frau Jean, und schnell sprach sich in der Nachbarschaft herum, dass es dort spukt, Postboten sollen sich geweigert haben, die Post dort hinzubringen. Der Schriftsteller hatte einen ausgeprägten Hang zum Spiritismus (obwohl er den logisch und rational denkenden Detektiv Sherlock Holmes schuf), dem er auch in Bignell Wood nachging. Séancen wurden in dem Haus abgehalten (was Doyles Tochter später in Abrede stellte), und als Bignell Wood 1929 in Flammen aufging, schrieb Doyle das übernatürlichen Kräften zu.  Die tatsächliche Brandursache soll aber Funkenflug aus der Küche gewesen sein, wodurch das Reetdach Feuer fing. Sir Arthur beauftragte eine Baufirma, sein Haus wieder bewohnbar zu machen, erlebte das aber nicht mehr, da er am 7. Juli 1930 in Crowborough starb. Siehe hierzu auch meinen Blogeintrag über Doyles bemerkenswerten Memorial Service in der Londoner Royal Albert Hall.

Das Haus im New Forest wurde 1961 von einem schottischen Ärztepaar übernommen, das Bignell Wood erst einmal exorzieren ließ, denn irgendetwas Unheimliches schien dort zu existieren. Danach kehrte Ruhe in das einsam gelegene Haus ein.

Mein Buchtipp – John McShane: Savile The Beast – The Inside Story of the Greatest Scandal in TV History

Foto meines Exemplares.

Sir Jimmy Savile (1926-2011) war in Großbritannien eine Legende und das über viele Jahrzehnte hinweg. Man verehrte den Exzentriker, der als DJ und als Fernsehmoderator Karriere gemacht hatte. Er arbeitete bei Radio Luxembourg, moderierte für die BBC die Sendung „Top of the Pops“ und wurde mit der TV-Sendung „Jim’ll fix it“ Quotenkönig im englischen Fernsehen. Jimmy Savile war, was seine Popularität angeht,  so etwas wie Thomas Gottschalk hoch zwei. Er setzte sich für wohltätige Zwecke ein, sammelte Millionen für das Krankenhaus in Stoke Mandeville (wie ich vorgestern in meinem Blog schrieb) und auch für die psychiatrische Hochsicherheits-Klinik Broadmoor bei Crowthorne in Berkshire setzte er sich ein, so dass er dort ein und aus gehen konnte.

Aber: Jimmy Savile hatte auch eine dunkle Seite, die er jahrzehntelang verbergen konnte und darüber schreibt John McShane in seinem Buch “ Savile The Beast – The Inside Story of the Greatest Scandal in TV History„. Kurz nachdem Savile am 29. Oktober 2011 in seinem Penthouse in Leeds gestorben war, traten Frauen an die Öffentlichkeit und berichteten darüber wie sie von dem DJ sexuell belästigt worden waren. Es wurden immer mehr Frauen, und die eingeschalteten Polizeibehörden konnten es kaum glauben, dass ein Mann, der den größten Teil seines Lebens im Rampenlicht verbracht hatte, über Jahrzehnte hinweg speziell sehr junge Mädchen sexuell belästigte und vergewaltigte. Diese Taten spielten sich überall ab, zum Beispiel im Gebäude der BBC, in den beiden genannten Krankenhäusern und in Schulen. Auch vor laufender Kamera schreckte er nicht davor zurück, junge Mädchen zu begrapschen wie dieser Film zeigt.

Nach einer intensiven polizeilichen Untersuchung kamen die Behörden zu dem Ergebnis, dass er sich mindestens an 450 Mädchen und jungen Frauen vergangen hatte, die Dunkelziffer dürfte wesentlich höher liegen. Ein Fünftel der Opfer waren Jungen, darunter Kinder unter zehn Jahren. In der britischen Kriminalgeschichte hatte es bis dahin keinen Fall gegeben, in dem ein Mann derart viele Minderjährige sexuell missbraucht hatte.

Natürlich fragt man sich, warum keines der Opfer sich an die Eltern, die Lehrer oder an die Polizei gewendet hatte. Einige hatten es getan, aber entweder glaubte man ihnen nicht, schließlich war Jimmy Savile eine Berühmtheit, der ständig karitativ unterwegs war, oder die Kinder hatten einfach Angst vor ihm. Außerdem wollte man nicht die Spendensammlungen gefährden, die durch den DJ ins Haus kamen.

Bei der BBC soll es ein offenes Geheimnis gewesen sein, dass ihr berühmter DJ und TV-Moderator eine Schwäche für sehr junge Mädchen gehabt hatte, aber man bewahrte Stillschweigen. „It’s just Jimmy“ hieß es immer wieder verharmlosend.

Jimmy Savile wurde schon früh zum Officer of the Order of the British Empire ernannt und zum Ritter geschlagen, war Ehrendoktor der Universitäten von Leeds und von Bedfordshire. Zu Margaret Thatcher hatte er ein inniges Verhältnis und auch mit Prince Charles und Lady Diana stand er auf vertrautem Fuß.

1974 erschien Jimmy Saviles Autobiografie „As it Happens„, und mehrere TV-Dokumentationen wurden über ihn erstellt wie zum Beispiel diese.

John McShanes Untersuchung ist schockierend, und es ist kaum zu glauben, dass es heute im 20. und 21. Jahrhundert noch einen Fall Jekyll und Hyde geben kann, der jahrzehntelang unentdeckt blieb.

John McShane: Savile The Beast – The Inside Story of the Greatest Scandal in TV History. John Blake 2013. 251 Seiten. ISBN 978-1-78219-359-3.

Published in: on 14. März 2020 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Stoke Mandeville in Buckinghamshire – Teil 3: Stoke Mandeville Hospital Radio

Greg James, Huw Stephens und Scott Mills, Radiomoderatoren bei BBC 1, sie alle begannen ihre Karriere einmal beim Krankenhausfunk, also Radiosender, die in Krankenhäuser installiert sind und ein Musik- und Informationsprogramm für die Patienten und die Angestellten des Hauses zur Verfügung stellen. Auch das Stoke Mandeville Hospital in Buckinghamshire, das ich gestern in meinem Blog vorstellte, verfügt über eine eigene Radiostation: Stoke Mandeville Hospital Radio.
Am 4. Dezember1978 wurde der Sender in Betrieb genommen, der auf der Frequenz 87,7 FM zu empfangen ist und online auf seiner Webseite. Es wird ein 24-Stunden-Vollprogramm angeboten, moderiert von einem Team von freiwilligen Radiobegeisterten.

Damals am Anfang wurde nur an drei Abenden in der Woche gesendet, es gab eine Chartshow und Patientenwünsche wurden erfüllt (der erste war Stevie Wonders „Sir Duke„). Viele der Schallplatten wurden von Patienten und von Angestellten des Krankenhauses gespendet, so dass allmählich eine ansehnliche Sammlung zusammenkam.

Das Programm startet jeden Morgen um 6 Uhr mit der Musiksendung Morning Call, dann folgen den ganzen Tag über weitere Shows mit unterschiedlichen Schwerpunkten, die Musik steht aber immer im Mittelpunkt. Sehr beliebt ist die von Montag bis Freitag gesendete Request Show, in der von von 20 Uhr bis 22 Uhr Musikwünsche erfüllt werden.

Eine Fülle von Sponsoren halten Stoke Mandeville Hospital Radio am Leben, das sind große Firmen wie NatWest, ASDA, Waitrose und Barclays, als auch kleinere Unterstützer wie die Pubs The Swan in Grendon Underwood und The Bell in Stoke Mandeville. Weitere Sponsoren sind der Bucks Herald, das Waddesdon Manor und das Pendley Manor Hotel.

Wer möchte, kann gern hier einmal in den Krankenhaussender hineinhören.

Stoke Mandeville in Buckinghamshire – Teil 2: Das Krankenhaus und das National Spinal Injuries Centre

Der Haupteingang zum Krankenhaus.
Photo © sijon (cc-by-sa/2.0)

Der deutsch-britische Neurologe Sir Ludwig Guttmann (1899-1980) war eine ganz wichtige Persönlichkeit in der Geschichte des Stoke Mandeville Hospitals, das schon in den 1830er Jahren gegründet wurde, denn er etablierte hier 1944 das National Spinal Injuries Centre, das zu den renommiertesten seiner Art weltweit gehört. In dem Krankenhaus vor den Toren von Aylesbury werden Menschen mit Wirbelsäulenverletzungen aus dem ganzen Land behandelt. 1979 wurde der Zustand der Gebäude allmählich kritisch, als es an allen Ecken und Enden bröckelte. Da kam der berühmte DJ  und Fernsehmoderator der BBC Jimmy Savile (1926-2011) zu Hilfe und startete eine Kampagne, bei der £10 Millionen zusammenkamen. 1983 konnte das Zentrum mit großem Aufwand renoviert werden und wurde von Diana, der Princess of Wales, und ihrem Mann, Prince Charles, neu eröffnet (hier ist ein Film). Jimmy Savile besaß, weil er sich derart für das Krankenhaus eingesetzt hatte, praktisch Narrenfreiheit in dem Hospital und ging nach Belieben ein und aus. Er hatte hier sogar ein eigenes Apartment. Nach Saviles Tod im Jahr 2011 stellte sich nach und nach heraus, dass er im Stoke Mandeville Hospital über viele Jahre junge Mädchen, die sich in Behandlung befanden, sexuell belästigt hatte. Die Beschwerden der Mädchen gegenüber dem Personal wurden unterdrückt, niemand wollte sich gegen den Wohltäter und die Berühmtheit Savile stellen, dem das Krankenhaus so viel zu verdanken hatte (mehr über Jimmy Savile demnächst in meinem Blog). Hier ist ein kurzer Report der ITV.

Das Stoke Mandeville Hospital gilt auch als Geburtstätte der Paralympics, denn Sir Ludwig Guttmann hatte 1948 die Stoke Mandeville Games eingeführt, an denen Menschen mit Wirbelsäulenverletzungen teilnehmen konnten. Bis 1995 wurden diese Sportwettkämpfe für Körperbehinderte unter dem Titel International Stoke Mandeville Games durchgeführt. Daraus entwickelten sich dann die Paralympics, die alle vier Jahre stattfinden, und deren Logo seit 2014 aus drei Bögen in den Farben Rot, Blau und Grün besteht. Dieses Logo ist auch mitten auf dem Kreisverkehr vor dem Krankenhaus zu finden, kurz vor der Zufahrt zum Haupteingang.

Das Logo der Paralympics auf dem Kreisverkehr vor dem Krankenhaus.
Photo © Des Blenkinsopp (cc-by-sa/2.0)

Dieses Wandbild in Erinnerung an Sir Ludwig Guttmann ist im Friars Square Shopping Centre in Aylesbury (Buckinghamshire) zu sehen.
Photo © Christopher Hilton (cc-by-sa/2.0)

Stoke Mandeville in Buckinghamshire – Teil 1: Das Village Sign

Stoke Mandeville in Buckinghamshire ist ein großes Dorf mit rund 6000 Einwohnern vor den Toren der Grafschaftshauptstadt Aylesbury, über das es einiges zu sagen gibt, daher mein heute beginnender Dreiteiler.

An der Lower Road, der B4443, findet man das Village Sign des Ortes, auf dem es eine Menge zu sehen gibt. Ganz oben thront eine Krähe, ein Hinweis auf den alten Spruch „Stoke, where there are more crows than folk“. Unter dem Ortsnamen Stoke Mandeville ist die 1866 erbaute St. Mary’s Church abgebildet, die schräg gegenüber vom Dorfschild steht. Links neben der Kirche ist die Figur einer jungen Frau zu sehen, bei der es sich um Dorathye Brudenell handelt, ein Spross der wohlhabenden Familie Brudenell, die vom 15. bis zum 17. Jahrhundert über sehr viel Grundbesitz verfügte. Rechts neben der Kirche steht ein keltisches Kreuz und davor watscheln drei Enten durch das Bild, die die berühmten Aylesbury Ducks repräsentieren, die lange in Stoke Mandeville gezüchtet wurden.
Unterhalb der Kirche sind drei Panele; das linke zeigt einen Bogenschützen in einem Rollstuhl, ein Hinweis auf das Stoke Mandeville Hospital, das National Spinal Injuries Centre und die Paralympics (darüber in meinem morgigen Blog mehr). Das mittlere Panel zeigt die Zahl 2000, das Jahr in dem das Millennium Village Sign aufgestellt wurde, und das Wappen der Brudenell-Familie. Unten rechts ist eine Frau mit Spitzenklöppelei beschäftigt, womit sich Frauen Anfang des 19. Jahrhunderts in Stoke Mandeville etwas Geld verdienten.

Geschaffen hat das Dorfschild Brian Gaze aus Ixworth in Suffolk, über den ich in meinem Blog schon einmal in Zusammenhang mit dem Village Sign von Boxford (Suffolk) berichtete.

Published in: on 11. März 2020 at 02:00  Kommentar verfassen  
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The Noirwich Crime Writing Festival

Die Dragon Hall in der King Street.
Photo © Adrian S Pye (cc-by-sa/2.0)

Im Jahr 2014 wurde das Noirwich Crime Writing Festival aus der Taufe gehoben, das sich mittlerweile zu einem der renommiertesten Literaturfestivals des Landes entwickelt hat. Es wird jährlich im September in Norwich in Norfolk ausgetragen, daher das Wortspiel Noirwich/Norwich. Vier Tage dauert es, und es haben sich in der Stadt in East Anglia schon sehr namhafte „Stars“ der britischen Kriminalliteratur eingefunden wie Val McDermid, Martina Cole, James Runcie, Ian Rankin, Nicci French, Peter James und Anthony Horowitz, um nur einige zu nennen.
Was steht auf dem Programm? Da gibt es Workshops, Vorträge und Lesungen, alles unter der Regie des National Centre for Writing und der University of East Anglia, die für das Noirwich Crime Writing Festival verantwortlich zeichnen.

Die Veranstaltungsorte in Norwich sind das National Centre for Writing in der Dragon Hall in der King Street, The Pantry im Jarrold Department Store in der London Street, The Enterprise Centre auf dem Campus der University of East Anglia und The Birdcage, eine Kneipe und Bar in der Straße Pottergate.
Das nächste Festival findet vom 10.bis zum 13. September statt. Hier sind einige Impressionen im Film von einem früheren Festival.

Jarrolds Department Store in der London Street.
Photo © Evelyn Simak (cc-by-sa/2.0)

The Birdcage in Pottergate.
Photo © Evelyn Simak (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 10. März 2020 at 02:00  Kommentar verfassen  
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The Chapel of Our Lady auf der Rotherham Bridge in Rotherham (South Yorkshire)

Die Bridge Street in Rotherham (South Yorkshire) führt über den River Don; auf der einen Seite der Rotherham Bridge steht der Bridge Inn und auf der anderen Seite The Chapel of Our Lady, eine von nur noch sechs erhaltenen Brückenkapellen in England. Um das Jahr 1483 herum wurde die Brücke gebaut, die auf der damals viel benutzten Route von London nach Richmond in North Yorkshire lag. Die Kapelle wurde kurz darauf hinzugefügt, wohl um Reisenden die Gelegenheit für eine kurze Andacht zu geben. Schon im nächsten Jahrhundert diente die Kapelle nicht mehr religiösen Zwecken, sondern wurde als Gefängnis genutzt. Es gibt eine Geschichte, dass für kurze Zeit Maria Stuart hier eingesperrt war, doch diese Story beruht auf tönernen Füßen, Beweise dafür gibt es nicht.

Am 4. Mai 1643, während des Bürgerkriegs, fand auf der Rotherham Bridge eine Schlacht statt, und wenn man genau hinsieht, kann man an den Außenwänden der Kapelle noch kleine Kerben und Dellen sehen, die von den Kampfhandlungen zeugen.

Die Chapel of Our Lady wechselte noch einige Male ihren Verwendungszweck. Im 18. Jahrhundert wurde die Kapelle in ein Armenhaus umfunktioniert und 1888 zog ein Tabakwarenhändler ein, der auf der Brücke seine Waren feilbot. Anfang des 20. Jahrhunderts musste die Kapelle dringend restauriert werden, denn der Zahn der Zeit hatte deutlich an ihr genagt. 1924 waren die Arbeiten fertig und Our Lady sah wieder richtig gut aus. 1975 bekam sie sogar noch ein Fenster mit einer sehr schönen Glasmalerei.

Heute kümmern sich die Friends of Rotherham Chapel on the Bridge um die Erhaltung der Kapelle, die nur dienstags für  besondere Anlässe wie Taufen und Hochzeiten geöffnet wird.

Dieser Film zeigt Our Lady auch von innen.

Mein Buchtipp – Nathan Morley: The Radio Luxembourg Story

 

Foto meines Exemplares.

Die englische Sparte des Radiosenders Radio Luxembourg sendete von 1933 bis zum 30. Dezember 1992. Man kann hier durchaus von einem Kultsender sprechen, denn die Musik, die aus dem Großherzogtum ausgestrahlt wurde, beeinflusste vor allem in den 1950er, 60er und 70er Jahren ganze Heerscharen von Teenagern in Großbritannien, und darüber hinaus auch im restlichen Europa. Wie hießen sie nicht alle, die DJs, die Abend für Abend die neuesten Hits spielten: Barry Alldis, Paul Burnet, Tommy Vance, David „Kid“ Jensen, Keith Fordyce und Tony Prince, der sich The Royal Ruler nannte. Hier sind einige von ihnen zu hören.

The Station of the Stars (hier der Jingle) sendete viele Jahre auf der Mittelwellenfrequenz 208, war zeitweise nur schlecht zu empfangen und stellte für den britischen Platzhirsch, die übermächtige BBC, eine riesige Konkurrenz da, denn die BBC hatte bis 1973 das Monopol auf der britischen Insel, durfte aber keine Werbung senden, und die Musik des Senders war auch nicht so nach dem Geschmack der Bevölkerung.

Nathan Morley zeichnet in seinem Buch „The Radio Luxembourg Story“ die Geschichte des Senders von den Anfängen bis zum Ende nach, und da erfahren wir zum Beispiel, dass der Großteil der Sendungen in London vorproduziert und dann erst nach Luxemburg geschickt wurde. Hauptquartier des Senders im Großherzogtum war die Villa Louvigny im Stadtpark von Luxemburg, in dem heute das Gesundheitsministerium des Landes untergebracht ist.

In gewisse Schwierigkeiten kam The Station of the Stars als die BBC endlich erkannte, dass sie der Musik aus Luxemburg etwas entgegensetzen musste und 1967 Radio 1 gründete, ein Musikprogramm, dass sich an dieselbe Zielgruppe richtete.

Über einen der legendären Werbspots von Radio Luxembourg, Horace Batchelors Infra Draw-Method, habe ich in meinem Blog schon einmal geschrieben.

Das Buch von Nathan Morley ist sehr interessant geschrieben, mit Schwarz-Weiß-Fotos versehen und sehr zu empfehlen.

Nathan Morley: The Radio Luxembourg Story. Amazon 2018. 224 Seiten. ISBN 978-1790392933.

Die Villa Louvigny im Luxemburger Stadtpark heute.
Author: GilPe.
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Published in: on 8. März 2020 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Mittelalterliche Festivals im Jahr 2020

Tewkesbury Medieval Festival.
Photo © Philip Halling (cc-by-sa/2.0)

Mittelalterliche Festivals erfreuen sich immer wieder großer Beliebtheit in England. Die Besucher mögen es, sich zwischen kostümierten Teilnehmern zu tummeln, das eine oder andere Bier zu trinken und etwas nach „mittelalterlicher Art“ zu essen. Hier ist eine kleine Auswahl an Medieval Festivals, die in diesem Jahr stattfinden sollen (wenn das Corona-Virus keinen Strich durch die Rechnung macht).

Am 11. und 12. Juli ist Tewkesbury in Gloucestershire wieder Schauplatz des Medieval Festivals (über das von 2014 habe ich in meinem Blog schon einmal berichtet), das wohl größte seiner Art in ganz Europa, bei dem mehr als 2000 Darsteller die Schlacht von Tewkesbury nachstellen, die am 4. Mai 1471 geschlagen wurde. Es gibt einen mittelalterlichen Markt mit Bierzelt, Marktständen, einem Barbier, der seine Frisier- aber auch seine chirurgischen Künste feilbietet. Auf der Bloody Meadow werden Bogenschießwettbewerbe ausgetragen und Falkner zeigen wie gut sie ihre Falken ausgebildet haben. Höhepunkt ist am Sonntag der Festumzug durch die Stadt. Dieser Film zeigt die Nachbildung der Schlacht.

Etwas Ähnliches wie in Tewkesbury findet einige Wochen früher in Barnet, einem nördlichen Stadtteil von London, statt. Auch beim Barnet Medieval Festival am 30. und 31. Mai wird eine Schlacht nachgestellt, The Battle of Barnet vom 14. April 1471. Schauplatz ist das Gelände des Elizabethans Rugby Football Club an der Byng Road. Hier werden so ziemlich die gleichen Dinge wie in Tewkesbury angeboten, nur alles eine Nummer kleiner. Hier ist ein Film.

Das Schlachtfeld von Bosworth in Leicestershire eignet sich hervorragend für das Re-enactment einer Schlacht, der berühmten Battle of Bosworth bei der Richard III zu Tode kam (siehe dazu meinen Blogeintrag über meinen Besuch dort). Das Bosworth Medieval Festival findet am Wochenende des 22. und 23. August statt. Neben dem üblichen Kampfgeschrei erleben die Besucher hier Ritterkämpfe, das beliebte Jousting, und viele andere Events. Hier ist ein Film über das Festival von 2017.

Das Herstmonceux Castle in East Sussex ist Austragungsort des England’s Medieval Festival vom 29. bis zum 31. August. Auch hier: Re-enactments, jousting, falconry usw. usw. wie dieser Film zeigt. Ein wenig austauschbar sind die mittelalterlichen Feste schon.

England’s Medieval Festival am Herstmonceux Castle.
Photo © Patrick Roper (cc-by-sa/2.0)

 

Published in: on 7. März 2020 at 02:00  Kommentar verfassen  

Lonely Water – Ein unheimlicher Kurzfilm aus dem Jahr 1973

Ein gefährlicher Uferabschnitt des River Teign in Devon.
Photo © Robin Stott (cc-by-sa/2.0)

Public information films (PIFs) sind Kurzfilme, die im Auftrag der Regierung in den Werbepausen der TV-Anstalten gezeigt werden, in denen es um eine Vielzahl breit gefächerter Themen geht, in denen Ratschläge gegeben und Verhaltensweisen erläutert werden. Vor allem in Kinderprogrammen werden diese PIFs gern eingestreut.

Einer dieser Kurzfilme, der besonders eindrucksvoll ist, wurde 1973 gedreht und heißt „Lonely Water“ (hier zu sehen). Das Thema: Die Gefahr von Flüssen und Gewässern für Kinder. Der Anlass: Immer wieder ertranken Kinder, weil sie sich zu dicht an Flussufern aufgehalten hatten oder in unbekannten Gewässern geschwommen sind. Auf drastische Weise warnt „Lonely Water“ vor diesen Gefahren und dafür genügen 90 Sekunden. The Grim Reaper ist im Hintergrund zu sehen, dessen Stimme von dem bekannten Schauspieler Donald Pleasance übernommen wird. „I am The Spirit of Dark and Lonely Water, ready to trap the unwary, the show-off, the fool„, so beginnt der Film, gesprochen von Gevatter Tod und beinahe gelingt es ihm, eines der Kinder in das Reich der Toten zu ziehen, die sich alle unvorsichtig am Ufer von Gewässern verhalten haben. Glücklicherweise schaffen es alle drei Kinder, den Fängen des Grim Reapers zu entkommen. Aber: Der Film endet mit den Worten „I’ll be back, back, back…“ Der Kurzfilm war so gruselig, dass sich nach der Ausstrahlung viele Kinder wirklich nicht mehr in die Nähe von Gewässern wagten.

Nach einer Umfrage rangiert der Mini-Horrorfilm „Lonely Water“ auf Platz 4 aller gedrehten PIFs (Platz 1: Die sechsteilige Serie „Charley Says“; hier als Beispiel „Strangers“).

Published in: on 6. März 2020 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Das Verhalten britischer Touristen auf der kanarischen Insel Lanzarote – Einige (sehr) persönliche Anmerkungen

Die Avenida de las Playas in Puerto del Carmen.
Author: Luis Miguel Bugallo Sanchez.
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Seit 18 Jahren sind meine Frau und ich wieder einmal auf der kanarischen Insel Lanzarote gewesen, die wir sehr mögen und die wir gern erneut besuchen wollten. Wir verbrachten 14 Tage im Hotel Fariones Playa in Puerto del Carmen, einem Ort, der sich kilometerlang am Meer entlang zieht. Das Flanieren auf der Avenida de las Playas bei Temperaturen um die 22° empfinde ich als sehr angenehm. In Puerto del Carmen hat sich im baulichen Bereich einiges verändert und der britische und irische Einfluss hat extrem zugenommen. Verschwunden sind die Lokale, in denen man früher Bundesligaspiele ansehen konnte (ich vermisse das nicht), dafür sind viele britische und irische Lokale dazugekommen, die beinahe täglich Fußballspiele und andere sportliche Ereignisse auf Großbildschirmen zeigen. Wenn man abends die Avenida entlang spaziert, sieht man in jedem dritten Lokal große grüne Flächen: Fernsehbildschirme, auf denen grüner Rasen mit sich darauf bewegenden Spielern zu sehen sind. Natürlich werden dabei so einige Pints vernichtet, denn das Bier ist auf Lanzarote spottbillig, im Vergleich zu den Preisen in den heimischen Pubs. Rund 2 Euro kostet ein großes Bier nur.

Die britischen Lokale mit Namen wie The Purple Turtle, Mucky Duck, The Good Old Days Bar, Lineker’s usw. sind schon morgens gut gefüllt, denn dann wird hier das English/Scottish/Irish Breakfast zu sich genommen, so wie man es von zuhause kennt. Auch mittags sind die entsprechenden Lokale sehr gut besucht, denn viele Briten möchten ungern auf ihre heimischen Speisen verzichten. The Mucky Duck bietet Steak and Kidney Pie an, die Hatton Garden Bar Fish and Chips und hier bekommt man sonntags auch sein Sunday Roast (3 meats and pudding für €10.95), den auch The Purple Turtle samt Yorkshire Pudding und Gravy im Programm hat. Wem die Zeit zwischen Mittag- und Abendessen zu lang ist, kann im Devon Restaurant & Bar Scones and Clotted Cream essen. Es ist schon erstaunlich, dass es Touristen gibt, die, kaum aus dem Flugzeug aus London, Bristol oder Glasgow gestiegen, sich gleich auf den Weg zum nächsten Lokal machen, wo sie das gleiche bestellen, was sie am Tag zuvor vielleicht auch gegessen haben. Hier ist ein Beispiel: The Highlander.

Übrigens: Das frühmorgendliche Belegen von Liegestühlen mit Handtüchern, eigentlich eine Domäne deutscher Touristen, haben sich mittlerweile auch einige Urlauber aus Großbritannien zu eigen gemacht wie ich es an unserem Hotelpool erlebte.

Was mir persönlich nicht gefällt (aber vielleicht stehe ich da allein da), ist die Art der Kleidung vieler Briten in den Lokalen auf der Avenida; ich spreche da allerdings überwiegend von den Herren. Nicht wenige von ihnen sitzen dort mit nacktem Oberkörper (Waschbrettbäuche sind eher die Ausnahme) und Shorts und zeigen viel von der Sonne gerötete Haut.

Neben den britischen Lokalen und Bars haben sich auch die irischen stark vermehrt wie dieser kurze Film als Beispiel zeigt.

Dass Lanzarote von den Briten heiß geliebt wird, zeigen die Anzeigetafeln im Flughafen César Manrique bei Arrecife, auf denen Flüge nicht nur in die bzw. von den Metropolen gelistet sind, sondern die Insel wird auch von Provinzflughäfen wie Exeter, Bournemouth und Southend angeflogen.

Published in: on 5. März 2020 at 02:00  Comments (3)  

The Lord’s Day Observance Society und ihr Kampf für die Einhaltung der Sonntagsruhe

Ein brechend voller Morrisons-Parkplatz bei Southampton an einem Sonntagvormittag, so wie es die LDOS und ihre Nachfolge-Gesellschaft nicht mögen.
Photo © David Martin (cc-by-sa/2.0)

Als wir vor einigen Jahren an einem Samstagnachmittag in unserem Hotel, dem Ashdown Park Hotel eintrafen, stellten wir fest, dass wir alle  Schuhe meiner Frau zuhause stehen gelassen hatten. Was tun? Der nächste Tag war ein Sonntag. In England kein Problem, denn auch am Sonntag haben nicht nur die Supermärkte, sondern auch viele High Street-Läden geöffnet. Also fuhren wir am Sonntagvormittag nach Tunbridge Wells (Kent) und kauften neue Schuhe.

Früher galten die Sonntage in Großbritannien als extrem langweilig. Alles war geschlossen, nichts durfte man, außer Trübsal blasen. Bereits 1625 wurde der erste Sunday Observance Act beschlossen, der „bearbaiting, bullbaiting, Interludes, common Plays, and other unlawful exercises and pastimes“ (so die Wikipedia) am Sonntag verbot. Es folgten weitere Sunday Observance Acts und Regulierungen, die sich mit den Themen Kinoaufführungen, Tanzen usw. befassten. Noch Mitte der 1930er Jahre war es untersagt, sonntags Golf und Tennis zu spielen. Die BBC sendete langweilige Musik, die die meisten nicht hören wollten.

1831 wurde eine Gesellschaft gegründet, die Lord’s Day Observance Society (LDOS), die sich die Einhaltung der Sonntagsruhe auf ihre Fahnen geschrieben hatte. Noch heute firmiert diese Gesellschaft unter dem Namen Day One Christian Ministries. Die LDOS setzte sich vehement dafür ein, dass sonntags keine Zeitungen erscheinen sollten, keine Post ausgeliefert wurde und keine Zugfahrten unternommen werden sollten. Der Sonntag war für sie ein „day of rest and worship for the glory of God and the benefit of man„.

Seit geraumer Zeit hat sich das alles geändert. Pubs haben den ganzen Tag geöffnet, Supermärkte verzeichnen sonntags mit die größten Umsätze, die Radiosender des Landes spielen den ganzen Tag Popmusik und natürlich sind die Golf- und Tennisplätze an diesem Tag sehr begehrt. Auf der anderen Seite werden diejenigen, die den Sonntag als Tag der Ruhe betrachten, immer mehr zu einer Minderheit, die Gottesdienste in den Kirchen werden immer weniger besucht. Ein grundsätzlicher Wandel hat sich in den letzten Jahrzehnten in der Gesellschaft vollzogen, ob man ihn nun mag oder nicht. Die Lord’s Day Observance Society bzw. jetzt die Day One Christian Ministries kämpfen heute gegen Windmühlenflügel.

Statt Sonntagsshopping lieber Sonntagsgottesdienst (wie hier in der St Katherine’s Church in Little Bardfield in Essex); so mag es die LDOS.
Photo © Chris Morrell (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 4. März 2020 at 02:00  Comments (1)  
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Mein Buchtipp – Steven Primrose-Smith: No Place Like Home, Thank God – A 22,000 Mile Bicycle Ride Around Europe

Foto meines Exemplares.

Über Steven Primrose-Smiths Bücher über seine Fahrradtour durch Großbritannien, während der er sämtliche Grafschaften besuchte, habe ich in meinem Blog vom 11. September 2019 geschrieben. „Route Britannia“ heißen die beiden Bände, die ich mit sehr viel Vergnügen gelesn habe.
Eine weit längere Tour, quer durch Europa, unternahm Primrose-Smith und schrieb darüber in seinem Buch „No Place Like Home, Thank God – A 22,000 Mile Bicycle Ride Around Europe„, das ich ebenfalls sehr empfehlen kann. Der Autor wollte mit seinem Fahrrad alle europäischen Hauptstädte besuchen, was er dann auch, aufgeteilt auf drei Jahre, tat und…fast schaffte. Lediglich Moskau ließ er aus, obwohl er dorthin schon auf dem Weg war, aber der Verkehr auf den russischen Straßen war so mörderisch, dass er um sein Leben bangen musste und umkehrte. 22 000 Meilen war Primrose-Smith unterwegs, besuchte 52 Hauptstädte und versuchte, in jedem Land irgendetwas Außergewöhnliches zu essen, darunter ein Murmeltier wie auf dem Buchumschlag zu lesen ist.

Der Fahrradtourist beginnt seine Reise auf der Isle of Man und beendet sie dort auch. Die erste Station ist Blackburn in Lancashire, wo Primrose-Smith seine Kindheit verbrachte. Die Stadt hat nicht den besten Ruf und taucht regelmäßig in den Top 10-Listen der „worst places to live in England“ auf. Der Autor vergleicht auf seiner Europatour immer wieder die Städte, die er besucht, mit Blackburn, und da gibt es tatsächlich einige, die, seiner Beurteilung nach, noch schlechter abschneiden.

Primrose-Smith trifft auf seinen Länderdurchquerungen überwiegend auf freundliche und hilfsbereite Menschen. Ich mag seinen typisch britischen Humor, und so wird das Buch auf keiner der 351 Seiten langweilig; ich finde es schade, dass es nicht noch mehr Hauptstädte in Europa gibt, die er hätte besuchen können.
Übrigens: Während seiner Europatour nimmt der Autor auch noch an einem Mathematikkurs der Open University teil. Respekt!
Das Buch hat meine uneingeschränkte Empfehlung!!

Steven Primrose-Smith: No Place Like Home, Thank God – A 22,000 Mile Bicycle Ride Around Europe. Rosebery Publications 2014. 351 Seiten. ISBN 978-1501067983.

Hier in Port St Mary auf der Isle of Man beginnt und endet Steven Primrose-Smiths Europareise.
Photo © Ian S (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 3. März 2020 at 02:00  Kommentar verfassen  

The London Oriana Choir

St Giles Cripplegate im Barbican: Hier tritt der London Oriana Choir am 13. März 2020 mit dem Konzert „Beethoven 250“ auf.
Photo © Robert Lamb (cc-by-sa/2.0)

1973 gründete Leon Lovett den London Oriana Choir und leitete ihn 23 Jahre lang. In dieser Zeit erwarb sich der Chor einen Namen und trat regelmäßig in der Royal Albert Hall auf. 1996 übernahm David Drummond für die nächsten 17 Jahre den Dirigierstab und experimentierte, indem er seinen Chor mit Größen aus dem Rock- und Popgeschäft auftreten ließ, zum Beispiel mit Ex-Led Zeppelin Robert Plant, Barbara Streisand  und der amerikanischen Sängerin und Komponistin Beth Nielsen Chapman, die unzählige Songs besonders für Countrysänger geschrieben hat. Seit 2013 ist Dominic Ellis-Peckham der Chef des Oriana Choirs, und auch er ließ seinen Chor schon mit Popstars wie Madonna beim letztjährigen Eurovision Song Contest auftreten (hier zu sehen).

Der Chor tritt häufig in Londoner Kirchen auf, unternimmt aber auch Ausflüge in andere Länder wie im letzten Jahr nach Rom und im Jahr davor nach Krakau in Polen. In 2020 ist im Mai eine Tour nach New York geplant. Der nächste Auftritt ist am 13. März in St Giles Cripplegate in London, wo der Chor anlässlich des 250. Geburtstags von Ludwig van Beethoven ein Konzert gibt, „Beethoven 250„.

Ein besonderes Projekt des Oriana Choirs nennt sich five15, durch das britische Komponistinnen gefördert werden. Weibliche Komponisten spielen in der klassischen Musik eher ein Schattendasein und sind in der breiten Öffentlichkeit kaum bekannt wie dieser Film zeigt. Fünf Frauen schreiben in diesem Projekt in einem Zeitrahmen von fünf Jahren fünfzehn Chorwerke. Zur Zeit ist Nummer 4, Anna Disley-Simpson, an der Reihe, deren neue Komposition „Picture Frame“ während des oben genannten Beethoven-Konzerts am 13. März uraufgeführt wird.

Hier sind zwei Kostproben des über 100-köpfigen Chors: Charlotte BraysAgnus Dei“ und „If I Should Go“ von Rebecca Dale (eine der five15s).

 

Published in: on 2. März 2020 at 02:00  Comments (1)  
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