Stony Stratford in Buckinghamshire und die Cock and Bull Stories

The Cock in Stony Stratford.
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Am Ortsrand von Milton Keynes in Buckinghamshire liegt die Kleinstadt Stony Stratford, die früher einmal als Zwischenstopp für den Kutschenverkehr zwischen London und Nordengland diente. Von hier soll der Begriff „Cock and Bull Story“ stammen, was in England soviel wie Lügengeschichte oder Ammenmärchen bedeutet.

The Cock und The Bull waren und sind noch immer zwei Gasthäuser in Stony Stratford, in denen seinerzeit die Kutschengäste übernachteten. Die Reisenden sollen sich auf den langen Überlandfahrten Lügengeschichten erzählt haben, um sich die Zeit zu vertreiben.
Das ist aber nur eine Lesart. Eine andere: Die beiden Coaching Inns traten in einen Wettstreit ein, wessen Gäste die skurrilsten und verrücktesten Geschichten erzählten.
Oder: „Chinese Whispers“ ist das, was man in Deutschland „Stille Post“ nennt, also eine Geschichte wird immer weitererzählt, bis sie völlig verändert am Ende der Erzählerkette ankommt. So kann das damals auch in Stony Stratford gewesen sein: Eine Geschichte, die im Cock erzählt wird, wandert durch die Stadt und kommt im Bull in ganz anderer Form an, oder auch andersherum.

Es gibt in Stony Stratford auch eine Cock & Bull Society: “ The Cock & Bull Society celebrates humour in its various forms. It provides a newsletter, a forum for exchange of ideas and information of a humorous nature, and will be organising festivals and events in and around Stony Stratford in celebration of the witty, the absurd, the freaky, the satirically erudite, and even the plain funny“.

Es existieren aber auch ganz andere Versionen wie die Cock & Bull Stories entstanden sein könnten, aber lassen wir doch den Bewohnern Stony Stratfords den Spaß, dass die Lügengeschichten hier ihren Ursprung hatten.

Keine Cock and Bull Story ist, dass die beiden Gasthöfe an der High Street noch immer existieren. Beweis: Hier sind die Links zu den Webseiten des Bull und des Cock Hotels und hier ist ein Film über die Geschichte der Stadt.

The Bull in Stony Stratford.
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Bucklebury in Berkshire – Einige Anmerkungen

Bucklebury und St Mary the Virgin.
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Das kleine Dörfchen Bucklebury in Berkshire, rund zwei Kilometer südlich der Autobahn M4 gelegen, geriet erst in den letzten Jahren in den Blickpunkt der Weltöffentlichkeit, als eine junge Frau aus dem Ort den (wahrscheinlich) zukünftigen König des Landes heiratete. Prince William hatte sich in Kate Middleton aus Bucklebury verliebt und plötzlich war der Name des Dorfes weltweit bekannt. Die Eltern der jungen Frau wohnen seit dem Jahr 2012 im Manor House an der Pease Hill Road, in das sie gezogen sind, weil ihr bisheriges Haus im Dorf nicht mehr ihren Bedürfnissen entsprach. Sie betreiben ihren Versandhandel „Party Pieces“ von dem wenige Kilometer nördlich gelegenen Ashampstead aus.

Ein weiterer prominenter Bewohner von Bucklebury ist Chris Tarrant, der von 1998 bis 2014 die auch im Königreich sehr populäre TV-Sendung „Who Wants to Be a Millionaire?“ moderierte und der sich im Dorf im letzten Jahr unbeliebt machte, weil er sein Anwesen zum wiederholten Male vergrößern wollte.

Bucklebury ist Teil einer Gemeinde, die auch noch aus den Orten Bucklebury Common, Upper Bucklebury und Chapel Row besteht. Bei Chapel Row befindet sich die über eine Meile lange Avenue of Oaks, eine eichenbestandene Allee, deren älteste Bäume gepflanzt wurden, um an einen Besuch von Königin Elizabeth I. zu erinnern. Später kamen weitere Eichen dazu, in Erinnerung an Arthur Wellesley, 1. Duke of Wellington und seinen Sieg gegen Napoleon bei Waterloo. Und es ging weiter mit dem Eichenpflanzen: Am 26. Mai 1972 besuchte Queen Elizabeth II. Bucklebury, Grund genug, weitere Bäume der Allee hinzuzufügen und schließlich kamen aus Anlass der Eheschließung von Catherine Middleton und Prince William noch einige Eichen hinzu.

In Chapel Row steht der Bladebone Inn, über den ich in meinem Blog schon einmal geschrieben habe und der zu den besten Berkshires gehört.

Dieser Film zeigt eine Autofahrt durch die Region.

Die Avenue of Oaks bei Chapel Row.
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Published in: on 18. März 2017 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Epworth in Lincolnshire und der Gründer der Methodistenkirche John Wesley (1703-1791)

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Die St Andrew’s Church.
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Es gibt Städte, die können sich glücklich schätzen, dass früher einmal eine bedeutende Persönlichkeit in ihren Mauern geboren wurde bzw. gelebt hat. Dann kann man auch noch viele Jahre später davon profitieren, weil Touristen aus aller Welt hierher kommen, um auf den Spuren dieser Person zu wandern. Einer dieser Orte ist die Kleinstadt Epworth im Norden der Grafschaft Lincolnshire; hier erblickte im Jahr 1703 der Pfarrerssohn John Wesley das Licht der Welt, der in die Geschichte eingehen sollte als einer der Mitbegründer (zusammen mit seinem Bruder Charles) der methodistischen Kirche. Sein Vater, Samuel Wesley, war ein außerordentlich fruchtbarer Mann, der zusammen mit seiner Gattin Susanna 19 Kinder in die Welt setzte, von denen allerdings 9 schon sehr früh starben. Samuel war Rektor an der Kirche St Andrew’s in Epworth, und er lebte mit seiner Familie in der Old Rectory, ein Stück weit von der Kirche entfernt.

Ich möchte in meinem Blog nicht weiter auf das Leben des Charles Wesley eingehen, sondern darauf wie Epworth heute mit seinem großen Sohn umgeht. Da viele Besucher, darunter verständlicherweise auch Methodisten aus aller Welt, hierher kommen, hat man einen „Wesley Trail“ angelegt, der an allen Stätten vorbeiführt, die mit den Wesleys zu tun haben. Ein wichtiger Ort ist natürlich die St Andrew’s Church, in der Samuel Wesley der Rektor war und auf deren Kirchhof er auch begraben ist. Die Wesley Memorial Church wurde 1889 in Gedenken an die beiden Brüder John und Charles Wesley gebaut und liegt an der High Street. Ein ganz besonders wichtiger Ort ist die Old Rectory an der Rectory Street, in der die beiden Wesley-Söhne zur Welt kamen. Das Haus ist zu besichtigen und auf einer einstündigen geführten Tour kann man sich über die berühmten ehemaligen Bewohner informieren.

Dort wo die High Street und die Queen Street aufeinandertreffen, steht ein Marktkreuz, vor dem John Wesley so manche Predigt gehalten hat. Seine Statue hat man etwas versteckt und nicht im Zentrum von Epworth aufgestellt. Man findet sie in einem Wohnviertel, wenn man die Straße Albion Hill ein ganzes Stück hinuntergeht. Begraben wurde John Wesley nicht in Epworth, sondern in London, wo er auch starb.

Über Epworth und die Wesley-Familie informiert dieser Film.

Im Jahr 2009 kam ein Spielfilm in die Kinos, der das Leben von John und Charles Wesley zum Inhalt hat und einfach nur „Wesley“ heißt. Hier ist der Trailer.

Das Buch zum Artikel:
Stephen Tomkins: John Wesley – A Biography. Lion Books 2003. 208 Seiten. ISBN 978-0745950785.

Die Wesley Memorial Church.   © Copyright JThomas and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Wesley Memorial Church.
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The Old Rectory.   © Copyright Chris Morgan and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The Old Rectory.
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Das Marktkreuz, von dem aus John Wesley predigte.   © Copyright Richard Croft and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das Marktkreuz, von dem aus John Wesley predigte.
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John Wesleys Statue am Albion Hill.   © Copyright Tim Heaton and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Uley in Gloucestershire – Ein idyllisches Dorf, Stephen Fry und ein Gorilla namens John Daniel

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Nachdem ich mit Begeisterung Stephen Frys Autobiografie „Moab is my washpot“ (deutsch: „Columbus war ein Engländer“) gelesen hatte, in der er von seiner Internatszeit in der Stouts Hill Preparatory School in Uley erzählte, musste ich diesen Ort unbedingt einmal aufsuchen.
Das kleine idyllische Dorf Uley liegt an der B4066, etwa 2-3 Kilometer östlich von Dursley in Gloucestershire. Hier soll es einmal 14 (!) Pubs gegeben haben; heute ist nur noch „The Old Crown“ übrig geblieben, gegenüber der St Giles Church.
Ein ganz enger Weg führt zum Owlpen Manor, einem Tudor Manor House, in dem es in spuken soll. Ich berichtete in meinem Blog darüber.

Stephen Frys Stouts Hill Preparatory School, die übrigens auch Mark Phillips, der ersten Ehemann von Prinzessin Anne besuchte, schloss 1979 und wurde von einer kanadischen Firma übernommen, die das eindrucksvolle Gebäude umbaute und 1982 als Holiday Resort mit neun Appartements eröffnete.  Wer möchte, kann also heute im Stouts Hill Cotswold Holiday Resort da wohnen, wo der kleine Stephen einen Teil seiner Jugend verbrachte.

Im Januar erschien ein Buch mit dem Titel „Notes from the Uley Archives„, in dem die Dorfarchivarin Margaret Groom eine fast vergessene Geschichte ausgegraben hat, in der ein Gorilla namens John Daniel einmal eine Rolle spielte. Das Gorillakind, dessen Eltern 1918 im Dschungel von Gabun erschossen worden waren, fand den Weg in das Dörfchen in Gloucestershire über ein Londoner Kaufhaus, in dem es zum Verkauf angeboten wurde. Ein Major Rupert Penny kaufte das Tier für eine sehr hohe Summe und gab es seiner Schwester Alyce Cunningham, die in Uley lebte. Dort wurde der kleine Gorilla großgezogen und bald liebte ihn die ganze Dorfgemeinschaft. Er war ein sehr intelligentes Tier, das sogar sein eigenes Bett machen konnte, die Toilette benutzte und beim Abwaschen half. Uleys Kinder nahmen ihn mit zur Schule und spielten mit ihm;  John Daniel war ein glücklicher Gorilla. Leider sollte das schöne Leben für ihn nicht allzu lange dauern, denn er wuchs und wuchs und schließlich konnte ihn seine Pflegemutter nicht länger behalten. Schweren Herzens verkaufte sie ihn im Jahre 1921 nach Amerika, in der Hoffnung, dass es ihm dort gut gehen würde. Doch das Tier landete in einem Wanderzirkus und dieses Leben konnte es überhaupt nicht vertragen; es war an das Dorfleben in Uley gewöhnt und nicht an ein Dasein hinter Gittern. John Daniel wurde krank, er sehnte sich nach seiner Ziehmutter zurück und sicher auch nach seinen früheren Spielgefährten. Alyce Cunningham erreichte aus Amerika die dringende Bitte, so schnell wie möglich zu ihm zu kommen, was sie auch sofort tat, doch es war zu spät, der Gorilla war bereits gestorben. Eine traurige Geschichte! Im Laufe des Jahres soll dem Gorilla eine Ausstellung gewidmet werden, die im örtlichen Prema Arts Centre in der South Street stattfinden wird.

Über das Dorf im Süden Gloucestershires berichtete ich schon einmal in Zusammenhang mit der Uley Brewery.

Das Souts Hill Holiday Centre in der Mitte des Bildes, dahinter liegt Uley.   © Copyright Philip Halling and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das Stouts Hill Holiday Centre in der Mitte des Bildes, dahinter liegt Uley.
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The Old Crown am Village Green.   © Copyright Alan Hughes and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The Old Crown am Village Green.
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Die St Giles Church.   © Copyright Philip Pankhurst and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die St Giles Church.
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Uleys Prema Arts Centre.   © Copyright Clint Mann and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Uleys Prema Arts Centre.
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Published in: on 6. Februar 2017 at 02:00  Comments (1)  
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Ditchling in East Sussex – Ein attraktives Dorf mit prominenten Einwohnern

Das Postamt und The Bull.   © Copyright Malc McDonald and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das Postamt und The Bull.
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Etwas über 2000 Einwohner zählt Ditchling in East Sussex, nördlich von Brighton gelegen, dort, wo sich die Straßen B2112 und B2116 kreuzen. Es ist eines jener hübschen Dörfer, die im Laufe der Zeit einige Prominente angezogen haben, die sich hier offensichtlich wohlfühlten bzw. das immer noch tun.

In der Mitte von Ditchling, am Kreisverkehr, steht ein kleines Ziegelsteingebäude, in dem das Postamt untergebracht ist (ja, so etwas gibt es tatsächlich noch!). Seitlich davon steht eine rote Telefonzelle und direkt Rücken an Rücken einer der beiden örtlichen Pubs, The Bull, der gerade erst im Oktober 2016 mit dem Great British Pub of the Year Award ausgezeichnet worden ist. Dieser Gasthof hat eigentlich alles, was man sich von einem englischen Dorfpub wünscht: Gemütlichkeit, gepflegte Biere und gutes Essen. An Bieren werden u.a. mehrere Sorten der Bedlam Brewery ausgeschenkt, die zum Haus gehört und ein paar Kilometer westlich bei Albourne liegt. In diesem Film stellt Dominic Worrall, der Eigentümer, The Bull vor.

Nur wenige Gehminuten vom Pub entfernt, findet man ein weiteres Highlight von Ditchling, das Museum of Art + Craft, seit 1985 in einem ehemaligen Schulgebäude untergebracht. Im Jahr 2013 wurde es für £2.3 Millionen komplett umgestaltet und erhielt seitdem mehrere Auszeichnungen, u.a. den National Award des Royal Institute of British Architects des Jahres 2014. Das Museum beinhaltet die Werke einer Künstlergruppe, die sich Anfang des 20. Jahrhunderts in dem Dorf niedergelassen hatte, unter Führung des berühmten Bildhauers Eric Gill (1882-1940). Hier ist ein Film über das Museum.

Und da sind wir auch schon bei den prominenten Bewohnern von Ditchling. Neben Eric Gill wohnten in der Künstlerkolonie, die den Namen The Guild of St Joseph and St Dominic trug, zum Beispiel noch der Kalligraph Edward Johnston, der Schriftsteller und Drucker Hilary Pepler und der Bildhauer Joseph Cribb.

Der Maler Sir Frank William Brangwyn lebte in Ditchling bis zu seinem Tod im Jahr 1956, und der Schauspieler Sir Donald Sinden wuchs in dem Dorf auf.

Aber die berühmteste Einwohnerin von Ditchling ist sicher Dame Vera Lynn, die seit fast einem halben Jahrhundert hier wohnt und am 20. März ihren 100. Geburtstag feiern wird. Die Sängerin war vor allem für ihre Songs berühmt geworden, die sie während des Zweiten Weltkriegs veröffentlichte und die als The Forces Sweetheart in die britische Musikgeschichte einging.

Das Ditchling Museum of Art + Craft.    © Copyright Michael Garlick and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das Ditchling Museum of Art + Craft.
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Die High Street von Ditchling.   © Copyright Malc McDonald and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die High Street von Ditchling.
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Published in: on 7. Januar 2017 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Haltwhistle in Northumberland – Der geografische Mittelpunkt Großbritanniens

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Über Ortschaften, die von sich behaupten, das geografische Zentrum Englands zu sein bzw. im absoluten Mittelpunkt des Landes zu liegen, habe ich in meinem Blog schon mehrfach geschrieben. Da ist Meriden in den West Midlands und die Lindley Hall Farm bei Fanny Drayton in Leicestershire, Coton in the Elms in Derbyshire ist der Ort, der am weitesten von den die Insel umgebenden Meeren entfernt liegt. Dunsop Bridge in Lancashire soll der geografische Mittelpunkt ganz Großbritanniens sein, was die Bewohner von Haltwhistle in Northumberland aber entschieden bestreiten. Die rund 4000 Einwohner zählende Kleinstadt am River Tyne, unweit vom Hadrians Wall gelegen, ist felsenfest davon überzeugt, selbst direkt im Zentrum des Vereinigten Königreichs zu liegen. Um diesen Anspruch zu untermauern, wird man bereits am Ortseingang von einem Schild begrüßt, auf dem „Welcome to Haltwhistle – Centre of Britain“ zu lesen ist.

An der Main Street findet man das Centre of Britain Hotel, drei Häuser weiter die Centre of Britain Launderette und dann gab es direkt daneben auch einmal eine Centre of Britain Gallery. Die Erklärung, warum die Stadt am Tyne nun exakt im Mittelpunkt Großbritanniens liegt, klingt einleuchtend: Zieht man eine Linie vom nördlichsten bis zum südlichsten Punkt, dann liegt Haltwhistle genau auf der Hälfte der Strecke. Von hier aus sind die geografischen Mittelpunkte der vier einzelnen Teile Großbritanniens alle gleich weit entfernt, als da sind:
Meriden in England – der Forest of Atholl in Schottland – Carno in Wales – Pomeroy in Nord-Irland.

Ein Wegweiser in Haltwhistle bestätigt noch einmal die Entfernungen zum nördlichsten Punkt „North Orkney“ = 290 Meilen und „Portland Bill“ in Dorset = 290 Meilen -> Quod erat demonstrandum.

Was aber nun, wenn sich Schottland eines Tages doch vom Vereinigten Königreich trennen sollte? Würden dann in Haltwhistle das Hotel, die Reinigung und die Galerie alle umbenannt werden, denn dann stimmt das mit dem Mittelpunkt ja nicht mehr? Das Ortsschild müsste dann auch erneuert werden, ja, da zeichnen sich Probleme am Horizont ab.

Wer Haltwhistle einmal besuchen möchte: Der Ort liegt an der A69, die von Carlisle nach Newcastle-upon-Tyne führt.

In diesem Film stellt David Taylor sein Centre of Britain Hotel vor.

Das zentralst gelegene Hotel Großbritanniens.   © Copyright Graham Robson and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das zentralst gelegene Hotel Großbritanniens.
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Diese Plakette ist auf dem Marktplatz eingelassen.   © Copyright Bob Embleton and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Published in: on 2. Dezember 2016 at 02:00  Comments (3)  
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Tanworth-in-Arden (Warwickshire) – Hier ruhen auf dem Kirchhof von St Mary Magdalene drei bekannte Persönlichkeiten

Tanworth-in-Arden. Links The Bell Inn, rechts St Mary Magdalene.   © Copyright David Stowell and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Tanworth-in-Arden. Links The Bell Inn, rechts St Mary Magdalene.
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Tanworth-in-Arden ist ein Dorf nördlich der Shakespeare-Stadt Straford-Upon-Avon und südlich der Autobahn M42 in der Grafschaft Warwickshire. In der Mitte des Ortes liegt sein Pub The Bell Inn, davor ein winziges Village Green mit Kriegerdenkmal und gegenüber die Kirche St Mary Magdalene – ein richtig hübsches Dorf.

Auf dem Friedhof der Parish Church ruhen seit einigen Jahrzehnten drei prominente Männer, die einst in Tanworth-in-Arden wohnten.
Da ist zuerst Nick Drake, ein Musiker und Songwriter, der zu seinen Lebzeiten keine großen Erfolge feiern konnte, dessen Werk nach seinem Tode aber größere Anerkennung fand. Der 1948 geborene Drake hatte sein Leben lang mit schweren Depressionen zu kämpfen, er lebte zuletzt zurückgezogen in seinem Elternhaus am Bates Lane in Tanworth-in-Arden, wo er am 25. November 1974 an einer Überdosis Depressiva im Alter von nur 26 Jahren starb. Er veröffentlichte drei Studioalben in den Jahren 1969, 1971 und 1972 und nur eine Handvoll Singles, von denen ich als Beispiel „Northern Sky“ nennen möchte, das der New Musical Express einmal als „Der größte englische Lovesong der Moderne“ bezeichnete, hier zu hören.
Auf Nick Drakes Grabstein stehen die Worte „‚Now we rise/And we are everywhere„, entnommen aus seinem Song „From the Morning“ aus seinem letzten Album „Pink Moon“. Dieser Film zeigt Drakes Wohnhaus Far Leys und dieser Film seine bescheidene Grabstelle.

Ein weiterer prominenter „Bewohner“ des Friedhofs von St Mary Magdalene ist der Motorradrennfahrer Mike Hailwood. „Mike the Bike“ war neunmaliger Weltmeister, errang 76 Siege bei Grand-Prix-Rennen und gewann die berühmte Tourist Trophy auf der Isle of Man vierzehnmal. Der 1940 in Oxford geborene Hailwood führte als Rennfahrer ein gefährliches Leben und so ist es umso absurder, dass er unverschuldet bei einem Autounfall am 23. März 1981 ums Leben kam, als er auf der Alcester Road in Portway auf dem Heimweg nach Tanworth-in-Arden gegen einen Lastwagen prallte, der verbotenerweise ein Wendemanöver durchführte. Mike Hailwood und seine ihn begleitende Tochter Michelle überlebten den Unfall nicht; sein Sohn David, der ebenfalls mit im Auto saß, kam mit leichten Verletzungen davon. Vater und Tochter wurden nebeneinander auf dem Friedhof von St Mary Magdalene beigesetzt. Hier ist ein Film über seine Beerdigung, bei der viele namhafte Motorradrennfahrer teilnahmen und hier ist seine Grabstelle zu sehen.

Das Grab eines berühmten Boxers ist ebenfalls auf dem Dorffriedhof zu finden: Jack Hood (1902-1992). Von seinen 85 ausgetragenen Kämpfen gewann er 67, und nachdem er sich vom Boxsport zurückgezogen hatte, war er von 1939 bis 1972 der Inhaber des Bell Inn, in dem noch heute einige Erinnerungsstücke an ihn, wie seine Boxhandschuhe, zu sehen sind.

Tanworth-in-Arden wurde einmal als Drehort der Seifenoper „Crossroads“ benutzt, die von 1964 bis 1988 produziert wurde. Darin sind häufig The Bell Inn und St Mary Magdalene zu sehen, die in der Serie aber andere Namen tragen. Hier ist eine Episode zu sehen. Meines Wissens wurde die Soap Opera nicht im deutschen Fernsehen gezeigt.

Nick Drakes Grab. This work has been released into the public domain

Nick Drakes Grab.
This work has been released into the public domain

Much Wenlock (Shropshire) – Der Geburtsort der modernen Olympischen Spiele

Die High Street von Much Wenlock.   © Copyright richard and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die High Street von Much Wenlock.
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Als ich einmal durch den idyllischen Ort Much Wenlock in Shropshire fuhr, wusste ich noch nicht, dass die modernen Olympischen Spiele hier ihren Ursprung hatten.  Wie kam das?

Der Arzt und Botaniker William Penny Brookes (1809 – 1895) gründete 1860 die Wenlock Olympian Society und organisierte bereits seit 1850 jährlich in Much Wenlock statt findende Olympische Spiele. Baron Pierre de Coubertin besuchte 1890 diese Spiele und war davon so beeindruckt, dass er 1894 das Internationale Olympische Kommitee gründete und 1896 die ersten modernen Olympischen Spiele in Athen ins Leben rief.

Much Wenlock ist dieser Tradition verbunden geblieben und so werden die Wenlock Olympian Society Annual Games auch heute noch jährlich ausgetragen, zuletzt die 130. Spiele vom 02. – 16. Juli 2016. Dieser Film zeigt wie es dabei zugeht.

Wer sich für dieses Thema interessiert findet im Much Wenlock Museum in der Memorial Hall jede Menge Ausstellungsstücke und hier beginnt und endet auch der Wenlock Olympian Trail.
Sehenswert sind noch die Ruinen der Wenlock Priory, die heute dem English Heritage gehören und natürlich die in Geologenkreisen berühmte Wenlock Edge, eine besondere geologische Sandstein-Formation außerhalb des Städtchens.

Einige Szenen des Films Clockwise„, in dem John Cleese (Monty Python, Fawlty Towers) einen Lehrer spielt, wurden in Much Wenlock gedreht.

Der englische Dichter Alfred Edward Houseman widmete der Stadt in seinem berühmten Werk “ A Shropshire Lad“ einige Gedichte, wie „On Wenlock Edge“, die von Vaughan Williams (s. dazu meinen früheren Blogeintrag) vertont wurden.

Dieser Film zeigt einen Rundgang durch den Ort Much Wenlock.

Das Much Wenlock Museum.   © Copyright Eirian Evans and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Wenlock Edge.   © Copyright David Dixon and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Wenlock Edge.
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Stalybridge (Greater Manchester) – Einige Anmerkungen

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„Q“ in der Market Street.
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Auf die Fragen „Wer hat den längsten… kürzesten… ältesten… einzigen…?“ würden die Bewohner von Stalybridge in der Region Greater Manchester viermal die Arme heben und „Wir!“ rufen.

Stalybridge ist eine Kleinstadt mit knapp 25 000 Einwohnern rund 10 Kilometer östlich von Manchester, die früher einmal komplett von der Textilindustrie geprägt war. Es gibt einige Besonderheiten in Stalybridge, über die ich an dieser Stelle berichten möchte.

Die Stadt hat zwei Pubs, die sowohl den längsten als auch den kürzesten Namen in ganz Großbritannien führen und damit in das Guinness Book of Records aufgenommen wuurden. „The Old Thirteenth Cheshire Astley Volunteer Rifleman Corps Inn“ liegt in der Astley Street und der Tameside Metropolitan Borough hat am 30. Mai 1995 eine blaue Plakette am Haus angebracht, deren Inschrift noch einmal bestätigt, dass wir es hier mit dem längsten Pubnamen im Königreich zu tun haben. Die Einheimischen nennen ihn der Einfachheit halber kurz „The Rifleman“. Eigentlich müsste ich sagen „nannten“, denn Mitte des Jahres wurde der Gasthof dauerhaft geschlossen; wahrscheinlich wird man an der Stelle ein Wohnhaus errichten. Wieder ein Pub, der den Bach heruntergegangen ist.

In der Market Street von Staybridge steht der Pub mit dem kürzesten Namen: The Q Inn, kurz „Q„. Mitte im Zentrum der Stadt steht er, verfügt ebenfalls über eine blaue Plakette und erfreut sich hoffentlich noch eines langen Lebens.

Neben dem längsten und kürzesten Pubnamen rühmt sich Stalybridge auch der ältesten Blaskapelle der Welt, der Stalybridge Old Band, die bereits 1809 gegründet wurde. In der „Judge’s Bar“ in der Corporation Street hat sie ihr Hauptquartier. Die Brass Band ist noch heute aktiv und nimmt zum Beispiel an Wettbewerben teil wie dem Rochdale Brass Band Contest (gestern am 23. Oktober) und dem Yorkshire Contest in Holmfirth (West Yorkshire) am 6. November. Hier ist eine Hörprobe.

Um noch einmal auf die Judge’s Bar zurückzukommen; sie wurde nach Jack Judge (1878-1938) benannt, einem ehemaligen Fischhändler aus Oldbury (West Midlands), der später statt Fische zu verkaufen lieber eine Bühne bestieg und seine Sangeskunst zur Schau stellte. Dieser Jack Jones soll am 30. Januar 1912 hier in Stalybridge binnen einer Stunde in der Newmarket Tavern das berühmte Lied „It’s a Long Way to Tipperary“ geschrieben haben, das am nächsten Tag im Grand Theatre seine Uraufführung erlebte. Dafür wurde er mit einer Skulptur am Lord Pendry Square geehrt, die ihn zusammen mit einem Soldaten zeigt. Allerdings gibt es auch Leute, die behaupten, das Lied wäre gar nicht in Stalybridge, sondern in Judges Geburtsstadt Oldbury geschrieben worden.

Nun zum Abschluss noch zum „einzigen„; dabei handelt es sich um den einzigen noch verbliebenen Laden in der Region, der Kutteln (tripe) verkauft: The Tripe and Sandwich Shop in der Melbourne Street. Es gibt wohl nicht allzuviele Menschen, die Genuss am Verzehr von Rinderpansen haben, aber hier kann man sie noch kaufen. Es gibt in Großbritannien sogar The Tripe Marketing Board, die sich „Kutteln-Promotion“ auf seine Fahnen geschrieben hat. Sollte sich tatsächlich jemand für Pansen interessieren (mein Pudel aß die früher für sein Leben gern), Dr Derek J. Ripley hat ein Buch darüber geschrieben „A Brief History of Tripe“ (TMB Books 2015).

Der berühmte Hollywoodschauspieler Richard Gere, der 1978 in Stalybridge Szenen für seinen Film „Yanks“ (dt. „Yanks – Gestern waren wir noch Fremde“) gedreht hatte, soll einmal gesagt haben, dies wäre eine der schlimmsten Städte, die er je gesehen hätte. In einem Interview, das Gere in diesem Jahr gab, bestritt er das und behauptete („tongue-in-cheek“?), Stalybridge wäre eines der schönsten Dörfer, in dem er je gewesen wäre.

Die Jack Judge Statue.   © Copyright David Dixon and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Jack Judge Statue am Lord Pendry Square.
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Published in: on 24. Oktober 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Hallsands in Devon – Das Dorf, das vom Meer verschlungen wurde

Hallsands im Jahr 2016.   © Copyright David Martin and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Hallsands im Jahr 2016.
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In dem kleinen Dörfchen Hallsands an der Südküste der Grafschaft Devon, östlich von Kingsbridge, lebten jahrhundertelang Fischer. Es gab hier alles, was man so brauchte wie einen Pub und einen kleinen Laden. Der Ort, der zwischen den steil abfallenden Klippen und dem Meer angesiedelt war, überlebte viele Stürme, die immer mal wieder über ihn hinwegfegten…bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts. Bereits 1896 entstand der Plan, die Royal Dockyards in Devonport, einem Ortsteil von Plymouth, zu erweitern. Der Marinehafen war von großer Bedeutung für ganz Großbritannien, und so bekam John Jackson den Auftrag, sich um die Arbeiten zu kümmern. Er benötigte dafür jede Menge Sand und Kies, was in Hülle und Fülle direkt vor Hallsands im Meer zu finden war. Die entstehenden Hohlräume würden von selbst wieder durch Kiesel aufgefüllt, die das Meer herantransportiert, so die Aussage der Techniker. Über 650 000 Tonnen Sand und Kies wurden in den nächsten Jahren von Hallsands nach Devonport gebracht, mit dem Resultat, dass der Strand an der Entnahmestelle langsam absackte. Die Bewohner von Hallsands schlugen Alarm, woraufhin die Behörden die Sachlage untersuchte. Alles kein Problem, beruhigten sie die Menschen, die dort wohnten, und es wurde weiter in großem Stil Baumaterial aus dem Meer geholt. Von wegen „kein Problem“, als nächstes fielen die Wellenbrecher um, die Straße, die nach Hallsands führte, war nicht mehr passierbar und die ersten Häuser wurden instabil. Eine erneute Untersuchung ergab, dass das Dorf Gefahr lief, bei schweren Stürmen erhebliche Probleme zu bekommen, und so wurden die Baggerarbeiten vor Hallsands eingestellt. Aber der angerichtete Schaden war nicht mehr rückgängig zu machen. Am 26. Januar 1917 zog ein ungewöhnlich heftiger Sturm auf und die aufgewühlten Wellen zerstörten den größten Teil des Dorfes. Die Fischer und ihre Familien hatten keine Wahl, sie mussten Hallsands verlassen, das Dorf existierte nicht mehr, bis auf ganz wenige unbewohnbare Häuser. Jahrelang kämpften die ehemaligen Bewohner darum, Entschädigungen zu erhalten und was sie dann bekamen, war eine lächerliche Summe.

Heute kann man sich das, was einmal Hallsands war von einer Aussichtsplattform aus ansehen. Über dem abhandengekommenen Dorf steht ein kleiner Apartmentkomplex, dort wo früher einmal ein von den drei Trout-Schwestern geführtes Hotel war.

Im Januar diesen Jahres richtete ein Sturm weiteren Schaden in Hallsands an, in dem der gesamte Strand weggespült wurde. Die ganze Küste in dieser Region erodiert so langsam vor sich hin, und so mancher Hausbesitzer dort muss sich Sorgen um seine Zukunft machen.

Dieser Film zeigt wie Hallsands heute aussieht.

Was vom Dorfe übrigblieb.   © Copyright Philip Halling and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Was vom Dorfe übrigblieb.
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Langsam bröckelt hier alles weg.   © Copyright David Martin and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Langsam bröckelt hier alles weg.
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Published in: on 14. Oktober 2016 at 02:00  Comments (1)  
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Crap Towns…zum dritten

Foto meines Exemplares.

Foto meines Exemplares.

Schon zweimal habe ich in den letzten Jahren in meinem Blog die britischen Crap Towns vorgestellt, einmal 2011 und einmal 2013. Die Hitliste der Top 50 dieser „Sch…städte“ wurde jeweils von Sam Jordison und Dan Kieran zusammengestellt und in einem Buch veröffentlicht. Man muss aber dazu sagen, dass es sich hier um keine wissenschaftliche Untersuchung handelt, sondern um rein subjektive Meinungsäußerungen, die sehr witzig formuliert sind (die betroffenen Städte finden das wahrscheinlich nicht witzig).

Mit dem Buch „Crap Towns Returns“ (Quercus Editions) aus dem Jahr 2013 werden die Crap Town Charts von den beiden Herausgebern auf den neuesten Stand gebracht und siehe da…es hat sich vieles verändert. Hier sind die aktuellen Top Ten.

Platz 1: London
Platz 2: Bradford
Platz 3: Chipping Norton
Platz 4: Southampton
Platz 5: York
Platz 6: Gibraltar (!)
Platz 7: Coventry
Platz 8: Nuneaton
Platz 9: High Wycombe
Platz 10: Stoke-on-Trent

Gegenüber den letzten Top Ten ist lediglich Coventry übriggeblieben. Die üblichen Verdächtigen wie Slough, Hull, Bedford oder Morecambe sind komplett aus den Top 50 verschwunden, dafür sind einige Orte weit oben angesiedelt, die man dort überhaupt nicht vermuten würde.

Beispiel: Chipping Norton in den Cotswolds, eine hübsche kleine Stadt, die so schlecht abschneidet, weil sich dort sehr viel Prominenz und sehr viel Neureiche niedergelassen haben, so auch der sogenannte Chipping Norton Set, über den ich in meinem Blog schon einmal berichtet habe; und diese Leute kommen in den Augen der Bewerter außerordentlich schlecht weg. Ich wiederhole noch einmal: Es sind sehr subjektive Bewertungen! Die Stadt Chipping Norton selbst steht gar nicht in der Kritik…zumal die kritisierten Leute fast alle in den Dörfern drumherum wohnen.

York befindet sich auf Platz 5, und was steht da auf der Negativseite einer meiner Lieblingsstädte? Es ist zu „touristy“ (o.k., da ist was dran), es ist dauernd überschwemmt (ja, das kommt leider hin und wieder vor) und die Bewohner sind den „Southerners“ gegenüber nicht sehr freundlich (damit kann ich leben; die „Southerners“ betrachten die „Northerners“ ja auch etwas von oben herab). Die schlechte Bewertung der Stadt York kann ich also nicht nachvollziehen.

Über London auf Platz 1 kann man geteilter Meinung sein, Bradford, Coventry und Nuneaton haben schon immer keinen besonders guten Ruf gehabt und High Wycombe in Buckinghamshire ist in der letzten Zeit immer mehr „den Bach heruntergegangen“ („derelict town centre, failed local industry, racial tension and absurd house prices“).

Die letzten Seiten von „Crap Town Returns“ machen aber Hoffnung, denn dort werden die Städte aufgelistet, die offensichtlich einen Aufschwung erlebt haben und nicht mehr in der Top 50-Liste auftauchen wie schon oben erwähnt.

Das zentrum von Chipping Norton.   © Copyright roger geach and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das Zentrum von Chipping Norton.
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Das überflutete York.   © Copyright Richard Croft and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Published in: on 10. Oktober 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  

West Wittering (West Sussex) und der Rolling Stones-Gitarrist Keith Richards

Die Memorial Hall in West Wittering.   © Copyright Ian Capper and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Memorial Hall in West Wittering.
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Wie lebt es sich eigentlich als Berühmtheit in einem kleinen englischen Dorf? Ist man da in das Dorfleben integriert oder lebt man zurückgezogen hinter den Mauern seines großen Anwesens?

West Wittering im äußersten Westen der Grafschaft West Sussex ist ein Küstenort, in dem sich einige Prominente niedergelassen haben wie die Schauspieler Michael Ball, Nicholas Lyndhurst und Kate Winslet. Mrs Winslet geriet im vorigen Jahr in die Schlagzeilen der Regionalpresse, da sie vor ihrem Grundstück einen Schutzwall errichten lassen wollte, der ihr Haus langfristig vor der Küstenerosion bewahren sollte. Nachdem dieser Plan heftigen Widerstand durch Naturschützer hervorgerufen hatte, zog die Schauspielerin den Antrag für die Umsetzung der Bauarbeiten wieder zurück.

Wesentlich länger als Kate Winslet wohnt schon der Rolling Stones-Gitarrist Keith Richards in West Wittering. Bereits 1966 kaufte er das Haus Redlands und gleich ein Jahr später gab es dort ein Problem, weil die Polizei im Haus eine Razzia unternahm, bei der der Hausherr, Mick Jagger, Marianne Faithful und andere Gäste wegen des Verdachts auf Drogenkonsum verhaftet wurden. Keiner von ihnen musste ins Gefängnis, Keith Richards wurde vom Crown Court im nahegelegenen Chichester freigesprochen.

Dann ging es hier lange ruhig zu; Richards lebte einen großen Teil seiner Zeit in seinem anderen Haus in Connecticut in den USA.  2002 gab es noch einmal ein kleines Problem mit Redlands, denn der Rolling Stone fühlte sich durch einen dicht an seinem Haus vorbeiführenden öffentlichen Weg in seiner Privatheit gestört und in seiner Sicherheit beeinträchtigt, und so beantragte er, diesen Weg zu verlegen. Fans hatten Löcher in die Hecke geschnitten, um einen freien Blick auf das nur wenige Meter dahinter liegende Haus zu bekommen. Der Ortsrat gab dem Antrag aus Sicherheitsgründen statt. Richards bot stattdessen an, dass ein Radfahrweg an einer anderen Stelle seines Anwesens angelegt werden könne.

Der Musiker brachte sich aber auch ins Gemeindeleben ein, indem er 30 000 Pfund spendete, weil das Dach der örtlichen Memorial Hall neu gedeckt werden musste.

Keith Richards hat neben Redlands noch einen weiteren Besitz in West Wittering und zwar eine Strandhütte. Über 150 dieser verhältnismäßig primitiven Hütten stehen dort am Strand, aber sie sind außerordentlich begehrt, schwer zu bekommen und sehr teuer. Als vor einigen Jahren wieder einmal eine zum Verkauf stand, wurden wie üblich verdeckte Angebote eingereicht. £25 000 bis £40 000 kosten diese Hütten im allgemeinen, aber Keith Richards Gebot war £60 000 und da konnten die anderen Interessenten nicht mithalten.

Im vorigen Jahr ging Richards, gemeinsam mit anderen Bewohnern von West Wittering, auf die Barrikaden, als am Strand ein neues Café errichtet werden sollte, weil das alte abgebrannt war. Das neue Gebäude war deutlich größer und zweistöckig geplant. Nach Meinung von Keith Richards und weiterer Anwohner würde das Café die Natur und die Schönheit des Strandes verschandeln. Das Beach Café wurde trotzdem gebaut, allerdings mit einigen Abänderungen.

Der bibliophile Keith Richards wäre übrigens gern Bibliothekar geworden; in seinen Häusern finden sich denn auch große Büchersammlungen, die er mit viel Liebe hegt und pflegt.

Die begehrten Sztrandhütten in West Wittering.   © Copyright Robin Webster and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die begehrten Strandhütten in West Wittering.
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Das Beach Café in West Wittering.   © Copyright Paul Gillett and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das Beach Café in West Wittering.
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Newhaven in East Sussex und der vietnamesische Revolutionär Hồ Chí Minh

Die Fähre nach Dieppe im Hafen von Newhaven.   © Copyright PAUL FARMER and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Fähre nach Dieppe im Hafen von Newhaven.
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Newhaven an der Küste von East Sussex hat keinen besonders guten Ruf. Ich bin einige Male durch die kleine Stadt gefahren; auffällig waren die vielen Leerstände im Zentrum. Newhaven erweckt im Allgemeinen einen Eindruck von Trostlosigkeit und darum rangiert sie auch in der Liste der 50 „Crap Towns“ Großbritanniens auf Platz 24 (das Buch mit dem Titel „Crap Towns Returns“ werde ich in meinem Blog demnächst vorstellen).

Was gibt es über die Stadt zu sagen? Es existiert eine Fährverbindung nach Dieppe in Frankreich. 1974 wurde das Auto von Lord Lucan hier in Newhaven aufgefunden. Richard John Bingham, 7. Earl of Lucan, war ein Adeliger, der angeblich 1974 in London sein Kindermädchen Sandra Rivett ermordet haben soll, daraufhin die Hauptstadt verließ und nie mehr gesichtet wurde. Erst Anfang diesen Jahres stellten die Behörden die offizielle Sterbeurkunde aus. Man vermutet, dass Lord Lucan sich auf der Fähre von Newhaven nach Dieppe das Leben genommen hat, indem er ins Meer sprang.

Das ist natürlich recht wenig für eine Stadt, um über ihre Grenzen hinaus für Aufmerksamkeit zu sorgen. Es gibt aber noch eine Persönlichkeit, die immer wieder mit Newhaven in Verbindung gebracht wird: Der vietnamesische Revolutionär und spätere Präsident der Demokratischen Republik Vietnam Hồ Chí Minh. Wie kommt denn das, fragt man sich?

An zwei Stellen in der Stadt wird an den Vietnamesen erinnert: Im Museum und am West Quay im Hafen. Im Newhaven Museum an der Avis Road wurde im Mai 2013 in Anwesenheit des vietnamesischen Botschafters eine Bronzestatue enthüllt, die Hồ auf einem Stuhl sitzend zeigt mit einem Federhalter in der Hand und einem Schriftstück auf dem Schoß. Es gab damals erregte Debatten in Newhaven, ob es wirklich angebracht war, dieser umstrittenen Person hier die Ehre zu erweisen. Für die einen war er ein Kriegsverbrecher und Massenmörder, für die anderen ein Freiheitsheld. Die Bürgermeisterin der Stadt erhoffte sich bei einer Ansprache anlässlich der Feierlichkeiten eine lange und fruchtbare Freundschaft zwischen Newhaven und Vietnam. Ob da wohl schon etwas Fruchtbares in der Stadt angekommen ist?

Am West Quay im Hafen steht ein schwarzer Hồ Chí Minh-Gedenkstein mit einer Inschrift, die dieses Foto zeigt.

Jetzt bleibt natürlich noch die Frage offen, was denn nun Hồ Chí Minh eigentlich in Newhaven gemacht hat. Als junger Mann soll er nach 1913 als Konditor auf der Fähre zwischen Dieppe und Newhaven gearbeitet haben und dadurch häufig in der Stadt in East Sussex gewesen sein. That’s it!

2012 wurde ein Gebäude in Betrieb genommen, das nicht wirklich zu einer Belebung der Attraktivität von Newhaven beigetragen hat: Eine Müllverbrennungsanlage.
„Crap Town Returns“ empfiehlt „The best thing any visitor can do is pass right through and visit nearby Lewes or Brighton“. Armes Newhaven!

Das Museum von Newhaven.   © Copyright Kevin Gordon and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das Museum von Newhaven.
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Newhaven High Street.   © Copyright Paul Gillett and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Published in: on 18. September 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Torquay (Devon), die Palmenstadt an der Englischen Riviera

Palmen an der Shiphay Avenue.   © Copyright Derek Harper and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Palmen an der Shiphay Avenue.
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Torquay in Devon ist die größte Stadt an der sogenannten Englischen Riviera, ausgestattet mit einem milden Klima. Was erwartet man von einer Stadt mit mediterraner Atmosphäre? Richtig, Palmen…und die gibt es hier an der Lyme Bay in Hülle und Fülle. Torquay ist stolz auf seine Palmen, obwohl viele streng genommen gar keine sind. „Cordyline australis“ lautet der botanische Name, in Deutschland sagt man Keulenlilie zu ihr und in England gern „Torquay palm“. Seit der Zeit Queen Victorias stehen diese schönen Pflanzen hier an der Riviera von Devon, die ihren Ursprung in Neuseeland haben. Diese Palmen (ich bleibe bei der Bezeichnung) können auch tiefere Temperaturen gut vertragen, bis zu 10 Grad Minus, aber die wurden in Torquay noch nie gemessen. Man findet in der Stadt aber auch andere (richtige) Palmen wie Phoenix dactylifera oder Jubea chiliensis.

Zoff gab es vor einigen Jahren, als die Stadtverwaltung von Torquay eine Kanarische Dattelpalme im Wert von £7000 plus Transportkosten von £13 000 aus Spanien kommen ließ, um damit einen Kreisverkehr an der A380 zu schmücken. Doch da blieb die Palme nicht lange stehen, denn sie wurde an einen neuen Standort gebracht, zur Kreuzung von Riviera Way und Browns Bridge Road, eine Art Niemandsland, wo sie nun ihr Dasein fristet. Die Bürger von Torquay waren angesichts der leeren Kassen der Stadt nicht glücklich mit diesem Ankauf.

Den Namen „Palme“ tragen viele Etablissements in Torquay; da gibt es u.a. Hotels wie das Palm Grove, das The Palms oder das Sherwood Palm Hotel und bis vor kurzem hieß die örtliche Radiostation Palm FM, bevor der neue Eigentümer den Sender im September 2015 in The Breeze umtaufte. Die Station sendet auf der Frequenz 105.5 und ist live hier zu hören.

Cordyline australis in einem Vorgarten an der Barton Road.    © Copyright Derek Harper and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Cordyline australis in einem Vorgarten an der Barton Road.
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Die umstrittene Palme aus Spanien, die für kurze Zeit diesen Kreisverkehr verzierte.   © Copyright Derek Harper and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die umstrittene Palme aus Spanien, die für kurze Zeit diesen Kreisverkehr verzierte.
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Published in: on 10. September 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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The Stowmarket Gun Cotton Explosion am 11. August 1871 – Eine Tragödie in Suffolk

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Die Arbeit in Munitions- und Pulverfabriken war schon immer ziemlich gefährlich. In meinem Blog berichtete ich früher einmal über die gewaltige Explosion, die sich am 2. April 1916 in einer dieser Fabriken in Uplees bei Faversham in Kent ereignete, bei der 109 Menschen ums Leben kamen. 45 Jahre früher, am 11. August 1871 spielte sich eine ähnliche Tragödie in Stowmarket in der Grafschaft Suffolk ab.

Die Stowmarket Gun Cotton Works wurden 1863 gebaut, um durch chemische Prozesse Treibmittel für Feuerwaffen herzustellen. Am frühen Nachmittag kam es an jenem Augusttag zu zwei gewaltigen Explosionen, die den ganzen Ort Stowmarket erschütterten und einen Krater in den Boden rissen, der 30 Meter im Durchmesser maß und drei Meter tief war. Noch in fünfzig Kilometern Entfernung war die Explosion zu hören, die in einem Umkreis von sechs Kilometern Fensterscheiben zu Bruch gehen ließ und zahlreiche Häuser schwer beschädigte.
Doch viel schlimmer als die Sachschäden waren die zu beklagenden Opfer. 28 Menschen wurden getötet und 75 verletzt, unter den Opfern waren auch zwei Mitglieder der Familie, die die Fabrik besaß.

Was war die Ursache der Explosion, fragte man sich damals? Konnte es sein, dass die an diesem Tag recht hohen Temperaturen dazu beigetragen haben? Oder war vielleicht Sabotage im Spiel? Auch diese Möglichkeit wurde in Betracht gezogen. Aber auch die ausgesetzte Belohnung von 100 Pfund zur Ermittlung der Ursache des Unglücks trug nicht dazu bei, das bis heute ungeklärte Rätsel zu lösen.

Auf dem Gelände der Stowmarket Gun Cotton Works an der Needham Road, das mehrfach den Besitzer wechselte, wurden bis zum Ersten Weltkrieg weiterhin Explosivstoffe hergestellt, anschließend Industrielacke und Farben. Der heutige Besitzer ist die US-amerikanische Firma PPG Industries, die hier Autolacke produziert.

Erst im Jahr 2014 wurden die Opfer der Katastrophe mit einer Gedenkplakette auf dem Old Cemetery von Stowmarket geehrt, auf der die Namen von 23 Opfern eingraviert sind; die fünf weiteren sind auf anderen Friedhöfen beigesetzt worden.

Birstall in West Yorkshire – Einige Anmerkungen

Der Ort des Attentats auf Jo Cox, die Öffentliche Bibliothek von Birstall.   © Copyright Betty Longbottom and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Der Ort des Attentats auf Jo Cox, die Öffentliche Bibliothek von Birstall.
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Nachdem ich gestern in meinem Blog über den Wainhouse Tower in Halifax berichtet habe, bleibe ich heute noch einmal in West Yorkshire und zwar in Birstall. Bis zum 16. Juni diesen Jahres war die Kleinstadt kaum über die Grenzen Yorkshires bekannt, doch plötzlich tauchte der Name in den Medien der ganzen Welt auf. In Birstall wurde die Unterhausabgeordnete Helen Joanne „Jo“ Cox, sechs Tage vor ihrem 42. Geburtstag, Opfer eines Attentats. Als sie die Öffentliche Bibliothek in der Market Street verließ, stach der 52jährige ortsansässige Thomas Mair auf sie ein und schoss auf sie. Wenige Stunden später starb Jo Cox an ihren Verletzungen. Der Attentäter wurde festgenommen und scheint geistig verwirrt zu sein. Er wohnte am Lowood Lane im Norden von Birstall im “ Brontë-Viertel“, wo die Straßen Namen tragen, die an die Brontë-Schwestern erinnern wie Rochester Road, Heathcliffe Close, Branwell Avenue und Haworth Road. Lowood war der Name einer Schule in Charlotte Brontës Roman „Jane Eyre“.

Was gibt es über Birstall zu sagen? Die Stadt wäre sicher lieber durch erfreulichere Schlagzeilen in das Licht der Öffentlichkeit getreten. Hier leben etwas weniger als 20 000 Menschen und die Stadt dient vielen, die im Großraum Bradford, Leeds und Huddersfield arbeiten als Wohnort. Es geht in Birstall ruhiger zu als in den Großstädten, die schnell über die Autobahnen M62, M606 und M621 zu erreichen sind.

Die bedeutendste und bekannteste Person, die hier geboren wurde, war Joseph Priestley (1733-1804), der im Norden der Stadt, im Ortsteil Fieldhead, das Licht der Welt erblickte. Sein Geburtshaus existiert nicht mehr, aber eine Plakette dort erinnert an ihn. Joseph Priestley (nicht zu verwechseln mit dem Schriftsteller John Boynton Priestley, der aus dem nahegelegenen Bradford stammt) war Theologe, Philosoph und Naturforscher. Weltweit berühmt wurde er als Entdecker des chemischen Elements Sauerstoff im Jahr 1774. Für diese Leistung errichtete man ihm 1912 ein Denkmal auf dem Market Place, das von der aus Harrogate stammenden Bildhauerin Frances Darlington angefertigt wurde. Es trägt die Inschrift:

Joseph Priestley
Discoverer of Oxygen
Born at Fieldhead Birstall 1733

Zu Füßen des Priestley-Denkmals wurden in den letzten Tagen viele Blumen zum Andenken an die ermordete Jo Cox niedergelegt, u.a. auch von Premierminister David Cameron. Der Ort des Attentats, das Library & Information Centre, liegt gleich um die Ecke.

Hier ist ein Film aus dem Jahr 1998, der Birstall ausführlich porträtiert.

Es gibt übrigens noch einen weiteren Ort in England mit dem Namen Birstall, der in Leicestershire liegt.

Hier am Lowood Lane wohnte der Attentäter.   © Copyright Betty Longbottom and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Hier am Lowood Lane wohnte der Attentäter.
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Joseph Priestleys Denkmal auf dem Markptlatz der Stadt.   © Copyright Stanley Walker and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Joseph Priestleys Denkmal auf dem Markplatz der Stadt.
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Wie Slough in Berkshire seinen berühmten Sohn Sir William Herschel ehrt

This work is in the public domain.

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Geboren wurde Wilhelm Herschel 1738 in Hannover, 1757 ging er nach England, wo er in Leeds und Halifax als Musiklehrer bzw. als Organist arbeitete. Seine nächste Station war Bath; dort erwachte sein Interesse an der Astronomie. Er baute eigene Spiegelteleskope mit denen er weit den Weltraum blicken konnte. Gekrönt wurden seine  astronomischen Forschungen mit der Entdeckung des Planeten Uranus im Jahr 1781. Von Bath zog Herschel nach Slough, westlich von London, wo er bis zu seinem Tod am 25. August 1822 bleiben sollte.

Herschel war zu seiner Zeit nicht nur einer der bedeutendsten Astronomen, er machte sich auch einen Namen als Musiker und Komponist (hier ist ein Beispiel).
Seine Heimatstadt Slough, die noch immer mit ihrem schlechten Ruf zu kämpfen hat (s. dazu meinen Blogeintrag), freut sich auch heute noch darüber, dass einmal ein so berühmter Mann in ihren Mauern gelebt hat und ehrt Sir William Herschel auf unterschiedliche Weise:

Der im Mai 2011 eröffnete Busbahnhof ist ein außergewöhnliches Gebäude, über das das mit dem Entwurf beauftragte Architektenbüro bblr sagt: “ The form of the building derives from the idea of different wavelengths of light inspired by Astronomer Royal, William Herschel’s discovery of infra-red waves in 1800 while a resident of Slough.”

Das dicht an der Autobahn M4 gelegene Parkgelände wurde nach dem Astronomen Herschel Park genannt und hat übrigens den Green Flag Award bekommen (ich berichtete vorgestern in meinem Blog darüber).

Das Observatory House an der Herschel Street erinnert mit seinem Namen an den Wissenschaftler, der exakt an dieser Stelle gewohnt hatte und wo sein Telekop aufgestellt war. Herschels Haus, in dem sein Sohn John geboren wurde und in dem er starb, wurde abgerissen und auf dem Gelände dieses Bürogebäude errichtet. Gleich dahinter steht der Herschel Multi-Story Car Park.

Gleich neben dem Observatory House befindet sich ein Denkmal, das Herschels 40-Fuß-Teleskop repräsentiert, damals das größte der Welt. Der tschechische, nach England emigrierte Bildhauer Franta Belsky (1921-2000) hat das Denkmal entworfen.

Nach dem Astronomen wurde auch die Herschel Grammar School an der Northampton Avenue benannt; ebenfalls das Herschel Medical Centre an der Osborne Street.

Wie es sich gehört, gibt es in Slough selbstverständlich auch einen Pub, der The Herschel Arms heißt und ideal an der Herschel Street platziert ist.

Seine letzte Ruhestätte fand Sir William Herschel in der Kirche St Laurence in dem Vorort Upton-cum-Chalvey, wo er in der Familiengruft beigesetzt ist. Eine Plakette ist dort angebracht und Kirchenfenster erinnern an den großen Mann und seine Forschungsarbeiten.

Der Busbahnhof von Slough.   © Copyright Stephen McKay and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Der Busbahnhof von Slough.
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Herschel Park in Slough.   © Copyright Shazz and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Herschel Park in Slough.
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Das Observartoy House in der Herschel Street.   © Copyright Derek Harper and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das Observatory House in der Herschel Street.
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Die St Laurence Church in Upton-cum-   © Copyright Ian Baker and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die St Laurence Church in Upton-cum-Chalvey
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Clovelly in North Devon – Von Eseln, Schlitten und einem Land-Rover

Die Hauptstraße von Clovelly mit dem New Inn.   © Copyright Tony Atkin and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Hauptstraße von Clovelly mit dem New Inn.
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Ich bin auf meinen Reisen durch England nur einmal in Clovelly gewesen, jenem kleinen idyllischen Küstenörtchen im Norden der Grafschaft Devon. Wobei das Wort „idyllisch“ relativ zu sehen ist, denn in der Hauptsaison im Sommer ziehen Menschenmassen durch das Dorf, und erst nachdem die Tagestouristen verschwunden sind, kehrt etwas mehr Ruhe in den Ort ein.

Clovelly hat einige Besonderheiten, die sonst kaum noch irgendwo anders in England zu finden sind. Um in das Dorf zu gelangen, muss man eine Eintrittsgebühr bezahlen, die zurzeit £7 kostet. Darin enthalten sind der Parkplatz und der Zugang zum Fisherman’s Cottage, zum Charles Kingsley Museum und zum Clovelly Court Garden.

Wer gehbehindert, Rollstuhlfahrer oder auf einen Rollator angewesen ist, hat schlechte Karten in Clovelly, denn vom Parkplatz aus führt nur eine steile kopfsteingepflasterte Straße zum kleinen Hafen hinunter. Autos sind auf dieser Straße tabu; Anlieferungen für die Geschäfte, Hotels und Restaurants erfolgen auf Schlitten. Esel waren wichtige Lastenträger, die den Transport bergaufwärts übernahmen und noch heute spielen die Grautiere hier eine Rolle, allerdings überwiegend zur Kinderbelustigung, indem sie die lieben Kleinen zu Ausritten mitnehmen. Natürlich stehen sie auch für Fotos zur Verfügung. 12 Esel und 2 Maultiere sind gegenwärtig in Clovelly im Einsatz; zu Transportzwecken werden sie nur noch gelegentlich eingesetzt.

Wer sich die Mühe die Abstiegs und Wiederaufstiegs der Hauptstraße entziehen möchte oder eben gehbehindert ist, der kann auf einen Landrover-Service zurückgreifen, der die Passagiere auf Nebenstraßen zum Hafen bringt.

Eine Übernachtung im Dorf kann sicher sehr interessant sein und dafür stehen zwei Hotels zur Verfügung: The New Inn an der Hauptstraße und der Red Lion direkt am Hafen. Wer dort nächtigt, braucht die Eintrittsgebühren für den Ort nicht bezahlen. Man stellt sein Auto auf dem Parkplatz ab, schnappt sich einen Schlitten, um das Gepäck zu transportieren, und macht sich damit auf den steilen Abstieg zur Unterkunft.  Auf Wunsch sind die Hotels aber auch beim Transport des Gepäcks behilflich.

Es gibt auch Tricks wie man kostenlos zum Hafen kommt und die Eintrittsgebühren sparen kann wie dieser Film zeigt. Das wird natürlich von den „Clovelly-Betreibern“ gar nicht gern gesehen.

Menschenleer ist die steile Dorfstraße wenn wieder einmal eine „Flash Flood“ Clovelly heimsucht, dann stehen auch schon einmal einige Wohnungen unter Wasser, in diesem Film zu sehen.

Machen wir doch einmal einen Rundgang durch den attraktiven Ort mit einem offiziellen Tour Guide.

Die Transportschlitten auf der Hauptstraße. This work has been released into the public Domain.

Transportschlitten auf der Hauptstraße.
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Die Clovelly-Esel auf dem Weg zur Arbeit.   © Copyright Pauline E and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

 Clovelly-Esel auf dem Weg zur Arbeit.
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The Red Lion Hotel am Hafen.   © Copyright Philip Halling and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The Red Lion Hotel am Hafen.
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Published in: on 23. Mai 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Hingham (Norfolk) – Von hier kamen die Vorfahren eines berühmten amerikanischen Präsidenten

   © Copyright Craig Tuck and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Das Dorfschild von Hingham in Norfolk, westlich von Norwich gelegen, zeigt einen wesentlichen Moment der Geschichte des Ortes: Die Abreise der Pilgrim Fathers mit Segelschiffen in Richtung Amerika. Im 17. Jahrhundert machten sich auch einige Bewohner aus Hingham auf den weiten Weg über den Ozean, um in der Neuen Welt ein neues Leben zu beginnen; unter ihnen ein gewisser Samuel Lincoln, der 1637 England verließ. Samuel war in ärmlichen Verhältnissen aufgewachsen und hatte das Weberhandwerk gelernt. Er sah für sich aber keine Zukunft in seinem Heimatland und hoffte in Amerika glücklicher zu werden. Dort hatte sich bereits sein älterer Bruder Thomas niedergelassen, in einem Ort im heutigen Massachusetts, der nach dem Heimatdorf Hingham benannt war.

Samuel Lincoln konnte in Amerika Fuß fassen, er heiratete und hatte elf Kinder. Aus dieser Linie stammte ein berühmter Nachkomme, der Abraham Lincoln hieß, am 12. Februar 1809 zur Welt kam und der zum 16. Präsidenten der Vereinigten Staaten gewählt werden sollte. Nach etwas über vier Jahren Präsidentschaft, in der er die Sklaverei abschaffte, wurde er am 15. April 1865 im Ford’s Theatre in Washington D.C. von John Wilkes Booth erschossen.

Wahrscheinlich wäre die Geschichte der Vereinigten Staaten anders verlaufen, wenn es vor der Abreise des jungen Samuel Lincoln nicht zu Erbschaftsstreitigkeiten gekommen wäre, in die sein Vater verwickelt war. Samuels Großvater Richard Lincoln, ein wohlhabender Mann, hatte aus vier Ehen mehrere Kinder. Als Richard starb, vererbte er sein gesamtes Vermögen an seinen jüngsten Sohn Henry, Samuels Vater ging leer aus. Hätte er geerbt, wäre Samuel wahrscheinlich nie nach Amerika ausgewandert und es hätte nie einen Abraham Lincoln gegeben…

Noch heute hält man die Erinnerung an die Lincoln-Familie in Hingham aufrecht. In der Dorfkirche St Andrew’s ist in einer Wandnische die Büste von Abraham Lincoln eingelassen, die im Jahre 1919 vom US-Botschafter John W. Davis enthüllt wurde. Nicht weit von der Kirche entfernt, steht die 1977 erbaute Village Hall von Hingham, die nach Abraham Lincoln benannt wurde. Am Fairland Court hat sich Lincoln’s Tea and Coffee Shoppe etabliert; der Schriftzug über dem Laden ist sowohl von der britischen als auch von der amerikanischen Fahne eingerahmt. Das kleine Lokal hat sich allerdings nicht auf amerikanische Speisen spezialisiert.

Das amerikanische Gegenstück zu dem Dorf in Norfolk liegt direkt am Meer, südlich von Boston. In der Nähe der Kleinstadt Hingham, Massachusetts, findet man mehrere Orte, deren Namen ebenfalls an England erinnern wie Braintree, Weymouth und Dedham.

Abraham Lincolns Büste in der Kirche St Andrews.   © Copyright Evelyn Simak and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Abraham Lincolns Büste in der Kirche St Andrew’s.
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Die Lincoln Village Hall in Hingham.   © Copyright Charles Greenhough and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Lincoln Village Hall in Hingham.
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Lewis Carroll Teil 1: Sein Geburtsort Daresbury (Cheshire)

The Lewis Carroll Centre in Daresbury.   © Copyright Stephen Craven and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The Lewis Carroll Centre in Daresbury.
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Reverend Charles Dodgson arbeitete 16 Jahre lang, von 1827 bis 1843, als Vikar an der All Saints‘ Church in Daresbury in der Grafschaft Cheshire und hier in The Old Parsonage kamen Charles Lutwidge Dodgson, der sich später als Schriftsteller das Pseudonym Lewis Carroll zulegte, und neun seiner Brüder und Schwestern zur Welt. The Old Parsonage existiert schon lange nicht mehr, doch der National Trust hegt und pflegt die Stelle, an der der  „Alice in Wonderland„-Erfinder geboren wurde und die ersten elf Jahre seines Lebens verbrachte, noch immer, obwohl es außer einigen Gedenktafeln an dieser Stelle nichts mehr zu sehen gibt.

In Daresbury ist der Name Lewis Carroll noch immer präsent und es kommen regelmäßig Verehrer aus der ganzen Welt hierher, um den Spuren des Schriftstellers zu folgen. Da gibt es das Lewis Carroll Centre in der Daresbury Lane, ein Anbau an die All Saints‘ Church, das erst 2012 eröffnet wurde und in dem man sich sehr gut über das Leben des Mannes informieren kann, der eines der klassischen Kinderbücher überhaupt geschrieben hat. Im Centre hängt auch noch jene Glocke mit der sein Vater auf dem benachbarten Kanal die Flussschiffer zur Andacht auf seine schwimmende Kapelle rief. Man kann sich die berühmten Geschichten von Alice und ihren Freunden anhören, die zum Beispiel von Ken Dodd gelesen werden. Das Lewis Carroll Centre ist täglich geöffnet und der Eintritt ist kostenlos.

Viele kommen auch nach Daresbury, um sich in der All Saints‘ Church das berühmte Glasfenster anzusehen, auf dem Szenen aus dem Leben Carrolls und aus „Alice in Wonderland“ dargestellt sind. Da finden wir sie alle wieder, den Mad Hatter, die Cheshire Cat und The White Rabbit. 1935 wurde das Glasfenster anlässlich Carolls 100. Geburtstag eingeweiht.

Die Figuren, die wir in dem Glasfenster bewundern können, finden wir in Warrington wieder, das nur wenige Kilometer von Daresbury entfernt ist. Seit 1984 steht dort auf dem Market Square die acht Tonnen schwere Granitskulptur Mad Hatter’s Tea Party, die von Prinzessin Diana anlässlich eines Besuches in der Stadt eingeweiht wurde.

All Saints' Church.   © Copyright David Dixon and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

All Saints‘ Church.
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Das Lewis Carroll-Gedenkfenster in All Saints' in Daresbury.   © Copyright Rich Tea and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das Lewis Carroll-Gedenkfenster in All Saints‘ in Daresbury.
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Mad Hatters Tea Party in Warrington (Cheshire).   © Copyright David Dixon and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Mad Hatters Tea Party in Warrington (Cheshire).
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Der Dorfladen und das Postamt – Zwei aussterbende Institutionen und die „Rural Oscars“

The Churchinford & District Community Shop.   © Copyright Martin Dawes and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The Churchinford & District Community Shop.
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Man sollte sie hegen und pflegen, die englischen Village Stores und Post Offices, denn sie gehören zu einer aussterbenden Spezies, dank Tesco, Sainsbury’s, Aldi und Lidl. Die kleinen Dorfläden können natürlich preislich und angebotsmäßig nicht mit den Großen der Lebensmittelbranche mithalten, aber sie erfüllten lange Zeit auch eine soziale Aufgabe. So wie im Pub trafen sich die Dorfbewohner im Laden zu einem kleinen Schwätzchen und es wurden Neuigkeiten ausgetauscht. Häufig wurden die Postämter in die Village Stores verlegt, was ja eigentlich keine schlechte Sache war. 12 000 Dorfläden soll es heute noch geben, vor zehn Jahren waren es doppelt so viele.

Von den noch vorhandenen Läden werden jedes Jahr die besten mit den sogenannten „Rural Oscars“ ausgezeichnet;  die offizielle Bezeichnung lautet „Countryside Alliance Awards„. Neben dem Village Shop/Post Office Award werden noch Preise in den Kategorien Local Food, Butcher und Tourism Enterprise verliehen.

Werfen wir einen Blick auf die Shortlist für das Jahr 2015, die 13 Läden umfasst, von denen der beste am 27. April in London mit dem Rural Oscar ausgezeichnet wird. 12 davon sind in England, einer in Wales angesiedelt. Auf der Liste stehen zum Beispiel:

Churchinford & District Community Shop in den Blackdown Hills in Somerset. Mitten im Ort liegt dieser Dorfladen, der mit dem Postamt vereint ist. Hier gibt es auch noch einen schönen Dorfpub, The York Inn.

St Mary’s Post Office an der Old Street in Haughley (Suffolk). Dieses Postamt ist eines der ältesten im Lande; es wurde 1848 eröffnet und stand kurz vor dem endgültigen Aus, als es durch die Spende eines sehr reichen Rechtsanwalts gerettet werden konnte.

Bardon Mill Village Store & Tea Room in Bardon Mill (Northumberland). Dieser Laden erhielt im Jahr 2013 schon einmal die Auszeichnung Village Shop of The Year for the North East of England.

Woods of Whitchurch im The Square in Herefordshire. Dieser Laden bietet großartige Öffnungszeiten, die es mit denen der Supermärkte aufnehmen können: Montags bis samstags von 7 Uhr bis 20 Uhr und sonntags von 8 Uhr bis 15 Uhr. Auch das Sortiment ist beachtlich, selbst ein Catering Service wird angeboten.

Mögen uns diese Läden, die oft mit viel Herzblut geführt werden, noch lange erhalten bleiben!

Siehe auch meinen Blogeintrag über den Orford General Store in Suffolk, den ich vor einigen Jahren schrieb.

St Mary's Post Office in Hauhley (Suffolk).   © Copyright Adrian Cable and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

St Mary’s Post Office in Haughley (Suffolk).
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Bardon Mill Village Store & Tearoom in Northumberland.   © Copyright Mike Quinn and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Bardon Mill Village Store & Tea Room in Northumberland.
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Woods of Whitchurch in Herefordshire.   © Copyright Jaggery and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Woods of Whitchurch in Herefordshire.
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Published in: on 25. April 2016 at 02:00  Comments (1)  

West Haslerton – Ein Dorf in North Yorkshire, das zum Verkauf steht

Die Church Street in West Haslerton.   © Copyright JThomas and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Church Street in West Haslerton.
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Bei meinen vielen Aufenthalten in der Stadt York habe ich auch mehrere Abstecher an die Ostküste von Yorkshire gemacht und dafür oft die A64 York-Scarborough benutzt. Einige Kilometer östlich von Malton führt die A64 an dem kleinen Ort West Haslerton vorbei, der über viele Jahrzehnte in einem Dornröschenschlaf verfallen schien…bis jetzt die britischen Medien über ihn berichteten. „Yorkshire village where time has stood still“ titelte denn auch die Yorkshire Post. West Haslerton steht zum Verkauf und wer bereit ist £20 Millionen auf den Tisch zu legen, kann das Dorf haben, mit „Mann und Maus“. Der Deal umfasst u.a. über 8 Quadratkilometer Fläche, 43 Häuser, einen Pub, Sportplätze, eine Tankstelle mit Werkstatt und die West Haslerton Hall, ein Herrensitz mit 21 Schlafzimmern, der seit mehreren Jahrzehnten unbewohnt ist.

Seit 150 Jahren schon ist das kleine Dorf in North Yorkshire in Privatbesitz und gehörte der Familie Dawnay, die auch in der Hall lebte. 1964 erbte Eve Dawnay West Haslerton von ihrem Vater und führte es in seinem Sinne weiter, das heißt, die Dawnays legten viel Wert auf eine intakte Dorfgemeinschaft, und die Mieten, die verlangt wurden, bewegten sich in einem überschaubaren Rahmen. Kein Wunder, dass die Bewohner sich hier wohlfühlten und nicht wegziehen wollten.
Die unverheiratete Eve Dawnay starb im Dezember 2010 im Alter von 84 Jahren und hinterließ keinen direkten Erben, und so will sich die Familie jetzt von dem Besitz trennen. Man sucht jemanden, dem die Erhaltung des sozialen Umfelds genauso wichtig ist, aber dem Dorf vielleicht ein wenig mehr Leben einhaucht. Die alteingesessene Immobilienfirma Cundalls in Malton hat den Auftrag bekommen, sich um die Veräußerung des Dorfes zu kümmern. Es bleibt zu hoffen, dass es irgendwo im Lande einen Menschen gibt, der bereit ist, die £20 Millionen zu bezahlen und den Ort nicht komplett umkrempelt. Erhaltenswert ist sicher die winzige Grundschule am Ortsrand und das Dorfgasthaus in der Church Street, das sich The Dawnay Arms nennt.

Ich berichtete in meinem Blog schon einmal über ein Dorf in Privatbesitz: Linkenholt in Hampshire.

The Dawnay Arms.   © Copyright JThomas and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The Dawnay Arms.
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Published in: on 7. April 2016 at 02:00  Comments (1)  
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Paul Verlaine als Lehrer in Stickney (Lincolnshire)

Die William Lovell Church of England Academy.   © Copyright JThomas and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die William Lovell Church of England Academy.
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Stickney ist ein Dorf an der A16 in Lincolnshire, inmitten der Fens gelegen. Dieser kleine Ort beherbergte einmal einen berühmten französischen Dichter. Paul Verlaine (1844-1896) unterrichtete ein Jahr lang, von 1875 bis 1876, in der William Lovell’s School Französisch, Latein und Zeichnen. Verlaine, damals 30 Jahre alt, hatte schon ein bewegtes Leben hinter sich, er war Alkoholiker und hatte auch schon 18 Monate im Gefängnis verbracht. Nach seinem Gefängnisaufenthalt ging er direkt nach England; aber in Stickney wusste man von seinem Vorleben nichts, auch nicht von seinem Hang zu jungen Männern, sonst hätte man ihn wohl nicht in der Schule angestellt.

Die Schule hatte einen guten Ruf und stand unter der Leitung von William Andrews, der in London studiert hatte. Verlaine fühlte sich wohl in Stickney, unternahm lange Spaziergänge und lernte, Fußball zu spielen. Er hatte auch kein Problem damit, als Katholik mit seinen Schülern Gottesdienste in der anglikanischen Dorfkirche St Luke’s zu begleiten. Manchmal machten sich seine Zöglinge auch ein bisschen lustig über den Mann mit dem französischen Akzent. So fragten sie ihn, was denn Wasser auf Französisch heißt; wenn er dann antwortete „L’Eau“ wiederholten sie „Water“ – „L’Eau“, was dann wie Napoleons Niederlage in der Schlacht von „Waterloo“ klang. Aber Monsieur Verlaine nahm das alles gelassen hin. In seiner Erinnerung gehörte diese Zeit zu der glücklichsten seines Lebens. Aber nach einiger Zeit fand er das Leben in dem kleinen Dorf doch etwas zu langweilig, und so zog er nach einem tränenreichen Abschied, im März 1876 nach Boston, das etwa 16 Kilometer von Stickney entfernt liegt und wo er mehr Unterhaltungsmöglichkeiten (und Pubs) fand.

Als Paul Verlaine wieder zurück in Paris war, ging es steil abwärts mit ihm. Er lebte in Armenhäusern, verbrachte einige Zeit in Krankenhäusern und gab das wenige Geld, das er hatte  für Alkohol und Prostituierte aus. Am 8. Januar 1896 starb er in Paris.

Die heute William Lovell Church of England Academy genannte Schule liegt an der Main Road, der A16, in Stickney. St Luke’s, die Dorfkirche, findet man einige hundert Meter weiter nördlich.

Die Main Road in Stickney.   © Copyright JThomas and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Main Road in Stickney.
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St Luke's Church an der Main Road in Stickney.   © Copyright J.Hannan-Briggs and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

St Luke’s Church an der Main Road in Stickney.
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Waddesdon Village – Ein hübsches Dorf in Buckinghamshire zu Füßen des berühmten Manor House

Waddesdon High Street. Links im Hitergrund The Lion.   © Copyright Des Blenkinsopp and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Waddesdon High Street. Links im Hintergrund The Lion.
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Über das wunderschöne Waddesdon Manor habe ich in meinem Blog schon mehrfach geschrieben, zuletzt über Weihnachten im Manor House. Erbaut wurde es von 1874 bis 1883 von dem französischen Architekten Gabriel-Hippolyte Destailleur im Auftrag des schwerreichen Barons Ferdinand von Rothschild. Eine Information am Rande für alle Freunde von Inspector Barnaby: Hier wurden die Szenen gedreht für Episode 10 „Death of a Stranger“ (dt. „Ein Toter, den niemand vergisst“), als die Barnabys Urlaub in Frankreich machen, und da Waddesdon Manor den Loire-Schlössern nachempfunden wurde, passte das optimal.

Zu Füßen des National Trust-Anwesens liegt das Dorf Waddesdon, das durchaus auch einen Besuch wert ist und sich für einen Spaziergang anbietet. Baron Ferdinand von Rothschild hat hier ebenfalls seine Spuren hinterlassen, indem er zum Beispiel Cottages bauen ließ. An der High Street errichtete er 1887 das Five Arrows Hotel, benannt nach dem Familienwappen der Rothschilds, das aus fünf Pfeilen besteht, die die gebündelte Kraft der fünf Söhne von Mayer Amschel Rothschild symbolisieren. Das Hotel befindet sich dicht an der Zufahrt zum Manor House und wurde von dem Architekten William Taylor errichtet, der aus Bierton, einem Nachbardorf von Aylesbury stammte. Die 16 Zimmer des Hotels tragen alle Namen von berühmten Rothschildweinen; die Gäste erhalten eine kostenlose Eintrittskarte für die Besichtigung der Gärten des Waddesdon Manors.

Nur wenige Meter vom Hotel entfernt, findet man die Village Hall, die Baron Ferdinand von Rothschild 1897 für die Dorfbewohner errichten ließ und die bis zum Jahr 1968 von der Verwaltung des Manor House bewirtschaftet wurde. Seitdem ist das architektonisch sehr hübsche Dorfgemeinschaftshaus in die Hände einer Wohltätigkeitsorganisation übergegangen.

Auch The Lion an der High Street, schräg gegenüber von der Village Hall, ist ein attraktives Gebäude, in dem einige Gästezimmer vorgehalten werden.

Wer sích für Kirchen interessiert, sollte der Dorfkirche St Michael and All Angels einen Besuch abstatten, die im 12. Jahrhundert gebaut wurde und über einen Taufstein verfügt, der einmal in der Kapelle des Blenheim Palastes stand und eine Schenkung des 9. Duke of Marlboroughs war. Eine wirklich sehr schöne und sehenswerte Kirche!

Wohin man in Waddesdon Village auch schaut, überall erfreuen hübsche Häuser das Auge. Wer sich das Manor House mit seinen Gärten ausgiebig ansehen möchte, der sollte sich überlegen, hier im Dorf eine Übernachtung einzulegen. Der einzige Nachteil: Die vielbefahrene A41 (Aylesbury – Bicester), die mitten hindurchführt, da kann es schon mal laut werden.

The Five Arrows Hotel.    © Copyright Philip Jeffrey and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The Five Arrows Hotel.
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Waddesdon Village Hall.    © Copyright Steve Daniels and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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St Michael and All Angels. Author: Andrewrabbot. This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 4.0 International license.

St Michael and All Angels.
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Published in: on 1. April 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Meriden in den West Midlands – Das geografische Zentrum Englands?

Monument auf dem Village Green von Meriden, das das Zentrum Englands markiert.   © Copyright David Stowell and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Monument auf dem Village Green von Meriden, das das Zentrum Englands markiert.
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Meriden in den West Midlands, etwa 5 Meilen von Coventry entfernt, galt lange Zeit als der geografische Mittelpunkt Englands. Das Monument „Meriden Cross„, in der Ortsmitte auf dem Dorfanger gelegen, markiert exakt dieses Zentrum. Doch stimmt das wirklich?

Offensichtlich nicht, denn die BBC hat intensive Recherchen angestellt und ist zu dem Ergebnis gekommen, dass das tatsächliche Zentrum woanders liegt, nämlich auf dem Gelände der Lindley Hall Farm in Leicestershire, 18 Km von Meriden entfernt; das sagt jedenfalls das Global Positioning System, das Satelliten verwendet, um exakte Koordinaten festzulegen.

Es gibt mehrere Vermutungen wie es zu der Auffassung kam, dass gerade hier in Meriden der Nabel Englands liegen soll. Da wird erzählt, dass einer der Gastwirte des Bulls Head (den es noch heute gibt) im 18. Jahrhundert auf die Idee kam, den Ort als Zentrum Englands auszurufen, also so etwas wie ein Marketinggag, um Kundschaft hierherzulocken. Meriden lag an einer der Haupttrassen von Chester im Norden nach London im Süden, auf der die Rinderherden entlanggetrieben wurden, und zwar exakt auf halber Strecke. Auch das könnte dazu beigetragen haben, den Ort in den West Midlands  zum geografischen Mittelpunkt des Landes auszurufen.

Ob das nun alles stimmt oder nicht, die Einwohner Meridens fühlen sich noch immer als im Zentrum Englands wohnhaft und werden dadurch bestätigt, dass viele Besucher aus aller Welt hierherkommen und sich vor dem Monument auf dem Village Green fotografieren.

Von 1941 bis 1983 standen in Meriden die Werke der Triumph Motorcycles, die heute in Hinckley in Leicestershire angesiedelt sind.

In diesem beschaulichen ruhigen Dörfchen wurde übrigens die Death Metal Band „Napalm Death“ gegründet, deren Motto „Silence sucks. Noise is always the answer“ ist.

The Bulls Head an der Main Road von Meriden.   © Copyright Ian Rob and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The Bulls Head an der Main Road von Meriden.
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Lindley Hall Farm in Leicestershire. Das tatsächliche zentrum Englands?   © Copyright Richard cattel and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Lindley Hall Farm in Leicestershire. Das tatsächliche Zentrum Englands?
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Published in: on 21. Dezember 2015 at 02:00  Comments (1)  
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Theydon Bois in Essex – Eine Baumallee, dunkle Straßen und Eselrennen

Die Avenue of Oaks in Theydon Bois.   © Copyright Roger Jones and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Avenue of Oaks in Theydon Bois.
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Für englische Zungen ist der Name „Theydon Bois“ sicher nicht ganz leicht auszusprechen. Der zweite Teil des Namens hat mit dem französischen „Bois“ = „Wald“ nicht direkt etwas zu tun, sondern geht zurück auf eine Familie mit diesem Namen, die im 12. und 13. Jahrhundert hier ansässig war. Aber: Wald und Bäume spielen in Theydon Bois doch eine wichtige Rolle. Zum einen liegt der Ort im Epping Forest, einem großen Waldgebiet nördlich von London, zum anderen ist das Wahrzeichen des Ortes, der in dem Dreieck liegt, das die Autobahnen M25 und M1 hier im Westen der Grafschaft Essex bilden, die Avenue of Trees, die sich am Loughton Lane entlangzieht und den riesigen Village Green in zwei Teile teilt.
In den 1830er Jahren pflanzte man hier die Eichen, die ein Spalier für diesen Teil des Loughton Lanes bilden, der aus dem Ortszentrum hinaus in Richtung …Loughton führt. Leider haben einige der Bäume in der letzten Zeit etwas gelitten, so dass man sie fällen musste. Keine schöne Vorstellung, dass die Avenue of Trees eines Tages große Lücken aufweisen könnte! Um dem entgegenzuwirken, hat man in der zweiten Reihe neue Bäume gepflanzt, die eines fernen Tages, wenn sie erwachsen geworden sind, die Rolle ihrer Vorfahren übernehmen können.

Wenn man sich des Abends oder bei Nacht in Theydon Bois bewegt, wird man feststellen, dass es im Ort recht dunkel ist, denn  es gibt hier keine Straßenbeleuchtung. Das liegt nicht daran, dass sich die Gemeindeverwaltung so etwas nicht leisten kann, sondern weil sich die Bürger immer wieder dagegen ausgesprochen haben. Ihrer Meinung nach würde eine Straßenbeleuchtung die Atmosphäre ihres Dorfes stören. Das erinnert mich an das Bilderbuchdorf Welford-on-Avon in Warwickshire, wo ich einmal wohnte. Wenn wir dort von unserem Cottage zum Bell Inn Pub gehen wollten, war es auf der Hauptstraße stockdunkel, so dass wir für die Scheinwerfer der Autos dankbar, waren, die uns wenigstens für einige Sekunden unseren Weg erhellten. Auch da gab es keine Straßenlaternen (und nur einen schmalen Fußweg auf einer Seite).

Neben der Avenue of Trees und der nicht vorhandenen nächtlichen Beleuchtung kann sich Theydon Bois noch einer dritten „Attraktion“ rühmen, dem Donkey Derby. Dafür ist der Dorfanger wie geschaffen, denn er bietet genug Platz für die Esel, die von Kindern geritten werden und die eine bestimmte Distanz so schnell wie möglich zurücklegen müssen, um das Derby zu gewinnen. Rennen gehören bekanntermaßen nicht zu den Paradedisziplinen von Eseln, und so muss so manches Kind vorzeitig das Rennen beenden, weil es von seinem Reittier fällt. Normalerweise findet das Derby, das von jeder Menge Rummelplatzaktivitäten begleitet wird, im Monat Juli statt. In diesem Film kann man einmal kurz in das Derby hineinschnuppern.

Theydon Bois gehört zu den hübschesten Dörfern in Essex und wurde schon mehrere Male als „Best Kept Village“ ausgezeichnet wie man der Homepage des Ortes entnehmen kann.

Der Loughton Lane mit entblätterten Eichen.    © Copyright Robert Edwards and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Der Loughton Lane mit entblätterten Eichen.
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"Downtown" Theydon Bois.    © Copyright Malc McDonald and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

„Downtown“ Theydon Bois.
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Published in: on 10. Dezember 2015 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Village Signs – Debach in Suffolk

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In den dünnbesiedelten Regionen East Anglias legte man in den Zeiten des Zweiten Weltkrieges gern Luftwaffenstützpunkte an, von denen aus britische und amerikanische Bombenflugzeuge ihre Angriffe auf Deutschland starteten. Nach Beendigung des Krieges wurden einige der Flugplätze nicht mehr gebraucht und anderen Zwecken zugeführt. Andere, wie die Royal Air Force Station Lakenheath und  Royal Air Force Station Mildenhall in Suffolk, werden nach wie vor für militärische Zwecke genutzt, in diesen beiden Fällen von der US Air Force.

Die den Stützpunkten nahegelegenen Ortschaften wurden natürlich durch die militärischen Aktivitäten stark beeinflusst, was sich hin und wieder auf den Village Signs der Orte ablesen lässt. Beispiel: Debach bei Woodbridge in Suffolk, ein Dorf mit etwas über 100 Bewohnern. Hier befand sich die Militärbasis RAF Debach, von wo aus die 493rd Bombardment Group der US Air Force operierte. Nachdem der letzte Einsatz am 28. August 1945 von hier aus geflogen wurde, benötigte man den Flugplatz nicht mehr und so wurde er zum Teil in Farmgelände umgewandelt, zum Teil als  Basislager für ein Logistikunternehmen verwendet.
Das Dorfschild von Debach erinnert an die militärische Vergangenheit und zeigt einen amerikanischen B17 Flying Fortress Bomber im Startvorgang, wahrscheinlich auf einer Kampfmission in Richtung Deutschland. Darunter ist eine Plakette angebracht, die die Inschrift trägt: „The 493rd Bomb Group (H) honors those who served and those who died 1944 – 1945„.
In dem ehemaligen Kontrollturm auf dem Flugplatzgelände hat man jetzt ein Museum eingerichtet, das über die damalige Zeit als US-Luftwaffenstützpunkt informiert.
Neben der Flying Fortress findet sich auf dem Dorfschild aber auch noch ein friedlicheres Bild, das eines Schiffes. Debach liegt zwar nicht an der Küste und auch an keinem Fluss, möglicherweise gibt es aber irgendeine  Verbindung zum River Deben, der nicht allzu weit von hier in die Nordsee mündet.

Vielleicht hätte man auf dem Village Sign auch noch eines Mannes gedenken sollen, der hier einmal in einem alten Farmhaus wohnte und einen Roman schrieb, der das Leben in Debach und Umgebung widerspiegelte: „Akenfield: Portrait of an English Village“ (wurde nicht ins Deutsche übersetzt) hieß der 1969 erschienene Roman, der 1984 verfilmt wurde (hier ist ein Ausschnitt), und sein Autor war Ronald Blythe.

Der ehemalige Kontrollturm des Luftwaffenstützpunktes. alt="Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]" src="http://creativecommons.org/images/public/somerights20.gif" />   © Copyright Evelyn Simak and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Der ehemalige Kontrollturm des Luftwaffenstützpunktes.
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The Downton Mile Appeal in Bampton (Oxfordshire) – Eine Initiative zur Erhaltung der Old Grammar School

Bampton Library aka Downton Cottage Hospital. With friendly permission of the Bampton Community Archive.

Bampton Library aka Downton Cottage Hospital.
With friendly permission of the Bampton Community Archive.

Seit dem letzten Sonntag zeigt das ZDF wieder weitere Folgen der Erfolgsserie „Downton Abbey„, allerdings erst die Staffel 4, während zeitgleich in England die sechste und letzte Staffel vom Sender ITV ausgestrahlt wird.
Neben dem Highclere Castle und den Ealing Studios wurden viele Szenen in der Kleinstadt Bampton in Oxfordshire gedreht (ich berichtete in meinem Blog darüber). Dort liegen die St Mary’s Church, Churchgate House, das Haus, das als Isabel Crawleys Refugium dient, und die Bibliothek des Ortes, umfunktioniert als Downton Cottage Hospital in der TV-Serie, direkt nebeneinander.
Die Bampton Library aka das Downton Cottage Hospital  sind im Gebäude der Old Grammar School untergebracht, die im 17. Jahrhundert erbaut wurde. Das Obergeschoss des Hauses ist leider schon seit Jahrzehnten in einem sehr schlechten Zustand, so dass der Zutritt gesperrt werden musste. Es fehlte der Gemeinde an Geld, um es wieder herrichten zu können.
Jetzt ist ein neuer Vorstoß unternommen worden, um Geld zu sammeln, das man für die Restaurierung ausgeben möchte. Da kommt die Popularität der TV-Serie und ihrer Darsteller gerade recht. Mit dem Downton Mile Appeal will man in Bampton £71,527 zusammenbekommen, und zwar hat man einen Rundgang eingerichtet, der an allen Drehorten vorbeiführt und der eine Meile lang ist. Wenn man jetzt diese Meile mit Ein-Pfund-Münzen „pflastert“, käme man auf die genannte Summe. Eine Viertel Millionen Pfund wird in etwa benötigt, um das Dach und den Fußboden wiederherzustellen und eine Treppe einzubauen. In dem Obergeschoss soll nach Fertigstellung eine permanente Downton Abbey-Ausstellung eingerichtet werden. Viele der DA-Schauspieler haben schon gespendet, inklusive Hugh Bonneville, der den Earl of Grantham spielt, und der sich sehr für den Downton Mile Appeal einsetzt, wie dieses Video zeigt.

Vielleicht finden sich auch in Deutschland Downton Abbey-Fans, die dieses Projekt mit £1 unterstützen möchten, das unter der Federführung des Bampton Community Archives läuft. Man kann mit Kreditkarte oder über Paypal bezahlen. Ich habe das gerade getan.

Hier geht es zum Überweisungsformular

Buckinghamshires Best Kept Villages 2015

Jedes Dorf hätte gern die Auszeichnung „Best Kept Village“ und jedes Jahr werden die Auszeichnungen in verschiedenen Kategorien verliehen, so auch in meiner Lieblings-Grafschaft Buckinghamshire.

Die Jury inspiziert die sich bewerbenden Dörfer unter bestimmten Gesichtspunkten: Wie ist der Zustand der Village Hall, des Kirchhofs, des Kriegerdenkmals? Wie sieht es mit Unrat auf den Straßen aus? Wie ist der Gesamteindruck? Nachdem man sich ein Bild von alldem gemacht hat, kommt die Jury zu einem Ergebnis und verteilt die Auszeichnungen.

Hier sind die Sieger des Jahres 2015 in Buckinghamshire:

– Den Gurney Cup (Dörfer unter 500 Einwohnern) erhielt in diesem Jahr Stoke Goldington, ein kleines gepflegtes Dorf an der B526, dicht an der Autobahn M1 gelegen. Die High Street wird von hübschen Häusern gesäumt; ein Pub, The Lamb, hat überlebt, der andere, The Malting House, wurde geschlossen.

– Den Morris Cup (Dörfer mit 500 – 1500 Einwohner) ging in diesem Jahr an Cuddington, ein sehr hübsches Dorf, nördlich der A418, das mehrfach Schauplatz von Midsomer Murders-Episoden war, in dem Inspector Barnaby auf Jagd nach Mördern ging (was aber die Jury nicht davon abhielt, Cuddington den Preis zu verleihen :-)). Hier scheint die Welt noch in Ordnung zu sein, denn es gibt einen sehr angenehmen Pub, The Crown, einen Dorfladen und die Kirche St Nicholas.

Stewkley erhielt zum wiederholten Male den DeFraine Cup (1500 – 3000 Einwohner). Das westlich von Leighton Buzzard gelegene Dorf sollte eigentlich einmal abgerissen werden, um Platz für einen weiteren Londoner Flughafen zu schaffen, aber die Bewohner schafften es, dieses Schicksal von Stewkley abzuwenden. Der Ort verfügt auch über eine der längsten Dorfstraßen in ganz Großbritannien.

An Dörfer über 3000 Einwohner wird der Pushman Cup verliehen, den in diesem Jahr Haddenham erhielt. Ich muss schon wieder an die TV-Serie „Inspector Barnaby“ erinnern, denn wir befinden uns hier tief im Midsomer County: In der Folge 12 „Judgement Day“ (dt. „Der Mistgabelmörder“) steht der Perfect Village Competition im Mittelpunkt, gedreht auf dem Village Green vor der Dorfkirche. Jetzt hat Haddenham also auch „in echt“ den Wettbewerb gewonnen, zu Recht wie ich meine, denn dieser Ort hat mir bei meinem Besuch besonders gut gefallen. Idylle pur!

Den Michaelis Cup erhalten größere Orte mit städtischem Charakter und einer Bevölkerung von über 3000. Der diesjährige Sieger: Marlow an der Themse. Hier kann es in der Touristensaison schon ganz schön voll werden, aber die Kleinstadt ist immer gepflegt und strahlt eine angenehme Atmosphäre aus.

Den Tindall Cup schließlich, der an Gewinner des Vorjahres vergeben wird, ging an Chalfont St Peter. Zusammen mit den anderen Chalfonts ist das ein sehr wohlhabender Ort, der durch seine günstige Autobahn-Verbindung zu London und wegen seiner Nähe zu den Pinewood- und Elstree-Filmstudios als Wohnort für Film- und Fernsehprominenz sehr begehrt ist.

The Sword of Excellence„, das ist der Sieger aller Teilnehmer mit der höchsten Punktzahl, erhielt in diesem Jahr Marlow.

Amersham Old Town gewann leider keinen der Cups, wurde aber mit der Dashwood Trophy geehrt, als „bester Zweiter“.

Am 12. September werden die Auszeichnungen in den jeweiligen Dörfern durch Buckinghamshire Lord Lieutenant Sir Henry Aubrey Fletcher überreicht.
Wer einmal durch diesen Teil Englands reist, dem kann ich einen Besuch der (im doppelten Sinne) ausgezeichneten Dörfer sehr empfehlen.

Stoke Goldington.   © Copyright Richard Schmidt and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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St Nicholas in Cuddington. Eigenes Foto.

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Stewkley.   © Copyright Alex McGregor and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Haddenham. Eigenes Foto.

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Marlow. Eigenes Foto.

Marlow.
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Chalfont St Peter.   © Copyright Nigel Cox and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Amersham Old Town. Eigenes Foto.

Amersham Old Town.
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Published in: on 4. September 2015 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Godstone – Ein Bilderbuchdorf in Surrey

The Village Green mit Teich.    © Copyright Ian S and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Schon häufig habe ich in meinem Blog über die A 25, einer meiner Lieblingsstraßen in England, geschrieben, die parallel zur M 25 durch hübsche Dörfer und Städte führt, u.a. auch durch Godstone in Surrey.

Bereits im Jahr 1248 wurde der Name „Godestone“ erstmals erwähnt. Church Town and Godstone Green bilden die beiden Zentren des Ortes, in dem man viele hübsche Fachwerkhäuser findet.

Am besten gefällt mir immer wieder der „Village Green„, eine große Grünfläche mit kleinen Teichen, die von Cottages umstanden ist. The White Hart, eine ehemalige Kutschenstation aus dem 16. Jahrhundert, die heute ein Beefeater Grill ist, blickt direkt auf das Green.

Wir nahmen unseren Lunch einmal im The Hare & Hounds in der Bletchingley Road zu uns, einem netten Pub direkt an der A25, nur ein paar Schritte vom Green entfernt.

Das „Orpheus Centre“ befindet sich etwas außerhalb von Godstone in der North Park Lane. 1998 von Richard Stilgoe gegründet (er schrieb die Texte für die Musicals „Starlight Express“ und „Das Phantom der Oper“), will das Zentrum jungen behinderten Menschen im Alter von 18-25 Jahren die Möglichkeit geben, sich in Musik und den Darstellenden Künsten weiterzubilden.

Nördlich von Godstone jenseits der M25 findet man einen Winzer, der hier 1985 die Godstone Vineyards gründete. Drei verschiedene Rebsorten werden auf dem Gelände angebaut: Dornfelder, Bacchus und Seyval Blanc und aus denen entstehen zwei Weißweine, ein Rosé und ein Sekt (recht hochpreisig mit ca 24 Euro).

Wer die A25 entlangfährt, sollte in Godstone einmal eine Pause einlegen und im Ort spazierengehen, man ist schnell durch, aber es lohnt sich wirklich.

The White Hart.    © Copyright Ian S and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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The Hare & Hounds.    © Copyright Carl Ayling and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Godstone Vineyards.    © Copyright Ian Capper and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Published in: on 10. Juli 2015 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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