Terry Pratchett und sein Geburtsort Forty Green in Buckinghamshire

Haus an der Forty Green Road und dem Holtspur Lane.
Photo © Andrew Smith (cc-by-sa/2.0)

Über das winzige Dorf Forty Green in der Grafschaft Buckinghamshire schrieb ich in meinem Blog schon einmal in Zusammenhang mit dem Pub The Royal Standard of England, einem richtig schönen Country Pub, den ich sehr empfehlen kann! Forty Green liegt im Dunstkreis des Städtchens Beaconsfield; wir befinden uns hier in einer Region, in der sehr viele Episoden der TV-Krimiserie „Inspector Barnaby“ gedreht wurden.

Ende der 1940er Jahre arbeitete eine Eileen Pratchett im Postamt von Forty Green, das es natürlich schon lange nicht mehr gibt. Sie war verheiratet mit dem Kraftfahrzeugmechaniker David Pratchett und am 28. April 1948 wurde ihnen ein Sohn geboren, den sie Terence David John nannten und der später als Terry Pratchett (1948-2015) durch seine Fantasy-Romane Weltruhm erlangen sollte. Er blieb das einzige Kind von Eileen und David.

Terry besuchte die Holtspur Primary School, wo es nicht so richtig lief, und er Probleme hatte, mit den anderen Schülern mitzukommen. Der Durchbruch kam, als Terry das Buch „The Wind in the Willows“ (dt. „Der Wind in den Weiden“) von Kenneth Grahame geschenkt bekam, das ihn dermaßen faszinierte, dass seine Schulleistungen deutlich besser wurden und er Stammkunde in der Beaconsfield Public Library wurde, in die er im Juli 2013 auf seinen Wunsch hin noch einmal zurückkehrte und dort vor begeisterten Fans sprach.

Die Holtspur Primary School in der Cherry Tree Road liegt in Holtspur, einem weiteren Vorort von Beaconsfield. Als die 1951 gegründete Schule ihr 60-jähriges Bestehen feierte, gratulierte auch Terry Pratchett und erinnerte sich in einem Schreiben an seine Schulzeit damals, die er als nicht besonders angenehm empfand, was aber nicht an der Schule, sondern mehr an ihm selbst lag, denn er war als Kind ein ausgemachter Tagträumer. Terry Lieblingsspielplatz war das Wäldchen Roundhead Wood am Rand von Forty Green, zwischen der Forty Green Road und dem Holtspur Lane, wo er viele Stunden mit seinen Freunden verbrachte. Hier wurden schon die ersten Bausteine für seine späteren Scheibenwelt-Romane gelegt.

Hier ist eine Dokumentation über Terry Pratchetts Leben. Siehe auch meinen Blogeintrag über meine „Begegnung“ mit Terry Pratchett in Wincanton (Somerset).

Holtspur in Buckinghamshire.
Photo © Des Blenkinsopp (cc-by-sa/2.0)

Oxford City Tours – Spezielle Rundgänge durch die Universitätsstadt

Das New College in Oxford.
This work is released into the public domain.

Man kann mit einer der Standard-Bustouren Oxford erkunden, was sich bei einem Erstbesuch empfiehlt, die Stadt individuell zu Fuß durchqueren, wobei man wahrscheinlich an vielen interessanten Dingen vorbei läuft, oder eine spezielle Tour buchen, die den eigenen Interessen entgegenkommt. Es werden viele Guided Tours in Oxford angeboten, von denen ich einige vorstellen möchte:

Bereits vor mehr als sieben Jahren stellte ich in meinem Blog die Inspector Morse-Tour vor, die zu den Dreharbeiten der Krimi-TV-Serie führt. „Walking Tours of Oxford“ bietet jetzt eine erweiterte zweistündige Tour an, die auch die TV-Serien „Lewis“ und „Endavour“ mit einbezieht (£17), die zu einem großen Teil in der Universitätsstadt gedreht wurden.

Town & Gown Walking Tours“ veranstaltet einmal im Monat einen Rundgang unter dem Titel „Eccentric Oxford„, wobei auf die zahlreichen exzentrischen Charaktere eingegangen wird, die die Stadt hervorgebracht hat (£5). Dauer: Eta 100 Minuten.

Bill Spectre’s Ghost Trails“ hat sich auf abendliche Ghost Tours spezialisiert, die eine Stunde und 45 Minuten durch die Gassen Oxfords führen (£10); Bill Spectre kostümiert sich dafür als viktorianischer Bestatter.

Wem Geister und TV-Inspektoren eher fremd sind, der kann sich vielleicht stattdessen auf eine geführte Pub-Tour machen. Der „Ale Trail“ der Footprints Tours führt zu den ältesten historischen Pubs der Stadt, wobei die Teilnehmer auch so einiges über die Herstellung von Bier erfahren (£15).

Footprints Tours hat auch eine „Harry Potter-Tour“ im Angebot, die zwei Stunden lang den Spuren H.P.s folgt und unter anderem in das New College führt, in dem Filmaufnahmen stattfanden (£19.99).

Für Oxford-Besucher, die sich besonders für Literatur interessieren, empfiehlt sich die „Literary Tour“ der Oxford Walking Tours, auf der man zum Beispiel auf J.R.R. Tolkiens und C.S. Lewis‘ Spuren wandeln kann (£15).

Diese hier vorgestellten Rundgänge sind nur ein Teil des großen Spektrums an geführten Touren durch die Universitätsstadt, die man sich auf Wunsch auch nach eigenen Interessen von den darauf spezialisierten Firmen zusammenstellen lassen kann.

The Eagle and Child, einer der berühmten Oxford Pubs mit Verbindungen zu J.R.R. Tolkien und C.S. Lewis.
This work is released into the public domain.

Published in: on 14. November 2019 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Ein Besuch bei den Dreharbeiten zu einer neuen Folge der TV-Krimiserie „Endeavour“ in Hambleden (Buckinghamshire)

 

In diesem Pub wurde für die TV-Serie „Endeavour“ gedreht.
Eigenes Foto.

Es ist keine Seltenheit, dass man im Gebiet der Chilterns in Buckinghamshire und Oxfordshire plötzlich auf ein Filmteam stößt, das gerade Szenen für einen Spielfilm oder eine TV-Serie dreht. Mir erging es in der vorigen Woche so in Hambleden (Buckinghamshire).
Nach dem Frühstück in meinem Hotel in Marlow an der Themse machte ich mich auf den Weg, um wieder einmal kreuz und quer durch Inspector Barnabys fiktives Midsomer County zu fahren. Nur wenige Kilometer von Marlow entfernt, sind die Drehorte dieser beliebten Krimiserie wie auf einer Perlenschnur aufgereiht. Der erste Ort meiner Tour sollte Hambleden sein, ein an und für sich ruhiges Dörfchen, über das ich schon zweimal in meinem Blog geschrieben habe (hier und hier).
Erstaunlicherweise erwies sich die Zufahrt in den Ort als schwierig, denn kurz vor der kleinen Brücke staute sich der Verkehr und nichts ging mehr. Alle Autofahrer blieben ruhig (wir sind ja in England!), kein Hupen, keine Hektik. Nach ca 10 Minuten Stillstand ging es langsam weiter. Bald erkannte ich die Ursache für das kleine Verkehrschaos: Überall standen Männer mit Hi-Vis-Jackets, die den Autoverkehr regelten, denn in Hambleden wurden wieder einmal Filmaufnahmen durchgeführt. Mühsam schlängelte ich mich mit meinem Auto durch die Absperrungen zum Parkplatz des Ortes, auf dem jede Menge LKWs von Produktionsfirmen standen und fand einen Platz auf der dahinter liegenden Wiese. Sehr freundlich und höflich wurde mir von den Männern in den gelben Jacken gesagt, dass der Pub von Hambleden, The Stag & Huntsman, leider heute Vormittag für Besucher wegen der Dreharbeiten geschlossen wäre.
Ich besuchte noch einmal die Kirche St Mary’s, auf deren Kirchhof ich leider das Grab von Deep Purples Jon Lord und das von W.H. Smith nicht fand. Beim Rückweg zum Parkplatz fragte ich einen der freundlichen Verkehrsregeler, welcher Film denn hier gedreht würde und erhielt die Antwort, eine neue Folge der ITV-Krimiserie „Endeavour„. Die 7. Staffel wird im Jahr 2020 gezeigt werden. In Deutschland läuft die Serie bei ZDFneo unter dem Titel „Der junge Inspektor Morse„. Leider bekam ich die beiden Hauptdarsteller Shaun Evans (DC Endeavour Morse) und Roger Allam (DI Fred Thursday) nicht zu Gesicht, dafür sah ich aber Endeavour Morses Jaguar Mark 1 auf dem Ortsparkplatz. Das Pubschild des Stag & Huntsman war auf der einen Seite durch ein anderes ersetzt worden, auf dem ein Wolf zu sehen war; an den Namen, der darauf stand, kann ich mich leider nicht mehr erinnern.
Nun werde ich mir im nächsten Jahr die geplanten vier Folgen der 7. Staffel ansehen, um dann „meine“ Hambleden-Folge zu finden.

„Ilivehere.co.uk“ – Webseiten, die eher dazu abraten, Großbritannien zu besuchen

Peterborough in Cambridgeshire: Crap Town Nummer 1 in Großbritannien?.
Photo © Adrian Cable (cc-by-sa/2.0)

In meinem Blog habe ich auch mehrfach über die hässlichen Seiten des Königreichs berichtet und zum Beispiel die beiden Bücher über „Crap Towns“ vorgestellt bzw über das manchmal düstere Kapitel der High Streets berichtet. Die Webseiten „Ilivehere.co.uk“ gehen noch einige Schritte weiter und hauen viele Städte regelrecht in die Pfanne (allerdings steht da etwas versteckt auch zu lesen: „All articles are for entertainment purposes only and are satire“). Eine jährlich neu erstellte Hitliste dieser „shitholes“ gibt es auch und da springt natürlich sofort ins Auge, dass fast alle genannten Städte im Norden liegen. Die Orte des Südens bekommen aber auch ihr Fett weg, selbst eigentlich „unverdächtige“ Städte wie Sherborne in Dorset („A hideously deranged town that looks great from afar“), Thame in Oxfordshire („The gene pool is rapidly stagnating“) und Bradwell-on-Sea in Essex („Village of the damned“).

Hier ist die aktuelle Top Ten Liste 2019:

1 Peterborough in Cambridgeshire (“ the first time taking the crown as the biggest dump in England“)

2 Huddersfield in West Yorkshire („There’s nothing but pound shops and a few coffee shops. It’s polluted, unclean and full of idiots. It’s a horrible place to live“)

3 Rochdale in Greater Manchester („Welcome to the cesspit of the universe“)

4 Doncaster in South Yorkshire („A night out in Donny is magical, with bums sitting on steps drinking white lightning near the old Purple Door strip club or the Jobcentre and chavvettes with near nothing on, looking to volunteer to contribute to Doncasters rising pregnancy rate“)

5 Hull im East Riding of Yorkshire („Avoid Hull at all costs. Never move to this city: half illegal immigrant, half c**v“). C**v = Chav

6 Rotherham in South Yorkshire („The town was dead and the people there were the living dead“)

7 Blackpool in Lancashire („drunken stags and hens, falling over in the street and spewing on themselves, before retiring to a grotty seaside B&B“)

8 Castleford in West Yorkshire („In a town where everybody is a blood relative of the person next to them, you have to wonder whether the essence of chavdom stems from bad breeding, or in the case of Castleford, possible interbreeding“)

9 Oldham in Greater Manchester („People of Oldham look as though the government has been performing nuclear testing in the area“)

10 Blackburn in Lancashire („You will almost certainly spot the inhabitants walking freely in dressing gowns, fluffy slippers, undoubtedly pregnant, with a fag in their gob going to pick up another free prescription from the overly used clap clinic“)

Huddersfield in West Yorkshire.
Photo © Chris Allen (cc-by-sa/2.0)

Rochdale (Greater Manchester).
Photo © David Dixon (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 22. September 2019 at 02:00  Kommentar verfassen  

Norwich in Norfolk und zwei Dinge, die man nicht unbedingt über die Stadt wissen muss…

Sexy enough for Norwich women? Ein Lingerie-Geschäft in Hyde (Tameside).
Photo © Gerald England (cc-by-sa/2.0)

In Großbritannien gibt es sehr viele „Capital of…“, das sind meist kuriose oder skurrile Dinge, durch die sich die jeweilige Stadt von anderen hervorhebt. Einige davon habe ich in meinem Blog schon vorgestellt wie Alresford (Hampshire) als Wasserkresse-Hauptstadt, Wem (Shropshire) als Sweet Pea Capital und Tenbury Wells (Worcestershire) als Mistletoe Capital.

Norwich, die Hauptstadt der Grafschaft Norfolk, hat zwei „Capital of“-Titel, die aber ein wenig abseits der Spur liegen. Die Stadt ist „Cougar Capital of the UK„, wobei man wissen sollte, dass unter „cougar“ hier nicht der amerikanische Berglöwe zu verstehen ist, sondern eine Frau etwas fortgeschrittenen Alters, die sich gern einmal einen jüngeren Liebhaber nimmt. Die Lingerie-Firma Bluebella hat ermittelt, dass die Frauen von Norwich in der Altersgruppe zwischen 45 und 55 Jahren mehr Geld für sexy Unterwäsche ausgeben als in jeder anderen Stadt des Königreichs (Platz 2: Sheffield, Platz 3: Manchester). Eine Erklärung, warum es gerade die Stadt in East Anglia ist, wurde nicht genannt, aber der Trend, dass ältere Frauen sich verstärkt für sexy Lingerie (mit denen sie ihre Young Lovers verführen wollen) interessieren, wird dadurch erklärt, dass Filme und TV-Serien wie „Sex in the City“ dazu beigetragen haben.

Thematisch nicht weit entfernt: Norwich ist ebenfalls die „Y-Front Capital“ Großbritanniens. Hier die Erklärung für Y-Fronts im Cambridge Dictionary „a brandname for a piece of underwear for men and boys, covering the area between the waist and the tops of the legs, with an opening at the front in the shape of an upside-down Y„. Die Männer von Norwich kaufen die meisten dieser Unterhosen im ganzen Land, was die Warenhauskette John Lewis herausgefunden hat. 1936 wurde diese Form der Unterhose, die in ständigem Kampf mit den Boxershorts liegt, erstmals in Großbritannien verkauft, mit großem Erfolg.
Wer das nächste Mal Norwich besucht, sollte sein Interesse vielleicht nicht ausschließlich auf die Kathedrale der Stadt richten…

Dieser junge Mann, nicht in Norwich sondern in Glasgow zu finden, ist offensichtlich ein Fan von Y-Fronts.
Photo © Richard Sutcliffe (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 10. September 2019 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Coventry (Warwickshire) und seine 26 Städtepartnerschaften

Die alte, zerbombte Kathedrale von Coventry und die neue daneben.
Author: DeFacto
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Wenn ich an die Stadt Coventry in der Grafschaft Warwickshire denke, dann denke ich in erster Linie an die deutschen Luftangriffe Mitte November 1940, die die Stadt in Schutt und Asche legten. Dann kommt mir die Legende von Lady Godiva in den Sinn, die nackt durch die Straßen Coventrys geritten sein soll, um dadurch Steuersenkungen für die Bürger zu erwirken.

Coventry zeichnet sich auch dadurch aus, dass es hier 26 Städtepartnerschaften gibt. Die Stadt in Warwickshire schloss die erste Partnerschaft bereits 1944 ab, mit Stalingrad (jetzt Wolgograd), das ebenfalls im Zweiten Weltkrieg schwere Schäden erlitt.
Im Jahr 2014 wurde in der Kathedrale von Coventry aus Anlass des 70-jährigen Bestehens der Partnerschaft mit Wolgograd der „Twin Song“ uraufgeführt, geschrieben von Derek Nisbet und Peter Cann, und gespielt von dem Volgograd Children’s Symphony Orchestra und dem Coventry Youth Wind Orchestra.

Es folgten Städtepartnerschaften mit Kiel (1947) und mit Dresden (1956), zwei deutschen Städten, die auch unter der Bombenlast alliierter Flugzeuge zerstört wurden. Im Laufe der Jahre wurden Beziehungen geknüpft, die im Zweiten Weltkrieg ein ähnliches Schicksal wie Coventry erlitten haben wie Arnheim in den Niederlanden, Lidice und Ostrava in Tschechien und Warschau in Polen.

In den USA pflegt Coventry Partnerschaften mit den gleichnamigen Städten in Rhode Island, New York State und Connecticut. In Asien ist es die 7-Millionenstadt Jinan und in Australien die Kleinstadt Parkes in New South Wales, benannt nach Sir Henry Parkes, einem australischen Politiker, der in Coventry in England geboren wurde.

Man sollte den Menschen in Coventry dankbar dafür sein, dass sie, trotz der großen Verluste durch deutsche Bomben, die Hände nach Deutschland ausstreckten, um mit den Menschen in Kiel und Dresden, die genauso gelitten haben, freundschaftliche Beziehungen aufzubauen!

Published in: on 8. September 2019 at 02:00  Comments (2)  
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Die freundlichsten und unfreundlichsten Orte und Regionen in Großbritannien

Die Kathedrale der Stadt Worcester, „the most polite town“.
Photo © Philip Halling (cc-by-sa/2.0)

Wer häufiger durch Großbritannien gefahren ist, hat vielleicht schon einmal seine persönliche Hitliste aufgestellt, wo er die freundlichsten Menschen getroffen hat. Im Norden? Im Süden?
Es gibt einige Untersuchungen und Umfragen in den letzten Jahren, die herauszufinden versuchen, welche Städte und Regionen am freundlichsten und welche am unfreundlichsten sind. Wen wundert es, dass dabei London immer am schlechtesten abgeschlossen hat?

Die Universität von Cambridge hat nach einer umfangreichen Studie festgestellt, dass der Norden freundlicher als der Süden ist, wobei die Schotten besonders gut wegkommen. In den südlichen Landesteilen sticht Devon besonders positiv hervor. Die Schlusslichter bilden der Großraum London und Teile der Midlands.

Wie sieht es mit den Städten des Landes aus? Nach einer Umfrage der Firma Showerstoyou.co.uk nach den „most and least polite towns„, wobei die Aspekte „friendly, welcoming, and safe“ im Mittelpunkt stehen, nimmt den Spitzenplatz die Stadt Worcester ein. Hier lebt es sich offensichtlich mit am besten im Königreich. Auf den nächsten Plätzen liegen Swansea in Wales, York in North Yorkshire, Wrexham in Wales und Newcastle (Tyne and Wear). Am anderen Ende, also die „least polite towns“, sind Birmingham, Gloucester, Belfast, Bristol und London.

Die Nahrungsmittelfirma Bisto hat eine Umfrage zum selben Thema erstellt, mit dem Ergebnis, dass York den besten „community spirit“ hat, gefolgt von Hull,  Belfast, Derby und Plymouth. Am Ende der Skala rangieren Wolverhampton, Portsmouth, Preston, Milton Keynes und Nottingham.

York (hier die Shambles) ist die Stadt mit dem besten „community spirit“.
Photo © Chris Downer (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 6. September 2019 at 02:00  Comments (5)  

Darren Hayman und die Thankful Villages

Im Ersten Weltkrieg gab es kaum einen Ort, der keine Verluste an Soldaten zu beklagen hatte. Die wenigen Dörfer, die Rede ist von 53 in England und Wales, die tatsächlich niemanden verloren hatten, werden Thankful Villages genannt. Es gibt sogar einige Double Thankful Villages, das sind die Dörfer, deren Soldaten aus beiden Weltkriegen wieder zurückgekommen sind. Ich ging auf das Thema in einem meiner Blogeinträge näher ein.

Der 1970 geborene Sänger und Komponist Darren Hayman hat alle diese „dankbaren Dörfer“ besucht und auf drei CDs ein Mini-Porträt jedes einzelnen angefertigt. Diese Porträts können aus Songs, kleinen Geschichten, Interviews, Geräuschschnipseln usw. bestehen. Hayman ließ sich bei seinen Kompositionen von den Orten inspirieren, das Thema „Erster Weltkrieg“ steht nicht im Vordergrund, sondern das jeweilige Dorf selbst. Es entstand “ something akin to an arcane musical radio documentary“, „tiny, human vignettes plucked from Britain’s blanket of green“ (wie es auf Haymans Webseiten steht). Die drei CDs entstanden in den Jahren 2016, 2017 und, 100 Jahre nach dem Ende des Ersten Weltkriegs, 2018.  SIE SIND GROßARTIG!!!

Hier sind einige Beispiele:

Photo © Karl and Ali (cc-by-sa/2.0)

Hunstanworth im County Durham. In diesem kleinen Porträt Darren Haymans steht die 1974 geschlossene Dorfschule im Mittelpunkt.

Woodend in Northamptonshire.
Photo © Ian Rob (cc-by-sa/2.0)

Und so sieht Darren Hayman Woodend in Northamptonshire.

Ousby Chapel in Cumbria.
Photo © Peter McDermott (cc-by-sa/2.0)

Das Thankful Village Ousby in der Grafschaft Cumbria wird von Darren Hayman so gesehen.

 

 

Songs about Milton Keynes

MK aus der Luft gesehen.
Photo © M J Richardson (cc-by-sa/2.0)

Auch heute bleibe ich in meinem Blog noch einmal in Milton Keynes, der modernen, jungen Stadt in der Grafschaft Buckinghamshire, und stelle einige Songs vor, die über MK geschrieben worden sind. Da gibt es so einige und viele von ihnen stellen die Stadt und einige Aspekte von ihr in positivem Licht dar.

Da ist einmal das riesige Einkaufszentrum Centre:MK am Silbury Boulevard, das mit über 200 Geschäften zu den größten in Großbritannien zählt. Darüber ist einmal ein Werbesong geschrieben worden, in dem es heißt, so etwas hat man noch nie gesehen, was vielleicht ein wenig übertrieben ist. Hier ist „You’ve Never Seen Anything Like It“ zu hören. Geschrieben wurde der Song von Ronnie Bond, einem weniger bekannten Musiker, der u.a. Drummer für The Troggs in den 1960er Jahren war und 1992 starb.

Für ein sauberes, mülltrennungsgerechtes, grünes Milton Keynes setzen sich Schülerinnen und Schüler der St Monica’s Catholic School in ihrem „Milton Keynes Recycling Song“ ein.

Der US-Amerikaner Matt Farley, der sich auch The Guy Who Sings About Cities And Towns“ nennt und schon 20 000 Songs geschrieben haben soll, hat sich auf seinem Album „English England, British Britain, Uk, Great Song!“ auch Milton Keynes angenommen und beschreibt die Stadt in seinem Song „Milton Keynes, Nice British Town“ so.

Dem örtlichen Fußballverein Milton Keynes Dons ist der Song „We Are“ gewidmet. Der Verein ist seit dem vorigen Jahr in der Football League Two und steht aktuell auf Platz 10.

Elliot Mason beschreibt in seinem Song „Milton Keynes“ wie man dorthin kommt, was das Besondere an der Stadt ist und dass man dort offensichtlich in Zufriedenheit lebt („Where people live in peace And make love all the day“).

Cliff Richard nahm sein Musikvideo „Wired For Sound“ auch in der Stadt in Buckinghamshire auf.

Published in: on 28. August 2019 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Milton Keynes (Buckinghamshire) und sein Midsummer Boulevard

Der Midsummer Boulevard. (hat nichts mit Inspector Barnabys Midsomer County zu tun).
Photo © Richard Rogerson (cc-by-sa/2.0)

Über die Stadt Milton Keynes in Buckinghamshire habe ich in meinem Blog zweimal geschrieben, einmal erst vor wenigen Tagen über das Thema E-Autos und einmal über die „concrete cows„.

Die erst etwas mehr als 50 Jahre junge Stadt ist so wie einige US-amerikanische Orte schachbrettmusterartig angelegt und sollte die Metropolen London, Birmingham, Oxford und Leicester entlasten, in denen der Wohnraum knapp geworden war. Ein Architektenteam unter der Leitung von Derek Walker (1929-2015) machte sich also ans Werk, um diese neue Stadt in Buckinghamshire zu planen. Eigentlich sollte man meinen, wenn so eine moderne, nüchterne Stadt entworfen wird, dann handelt es sich dabei auch um ein eben solches Architektenteam; dem war aber nicht ganz so. Die Stadtplaner standen damals unter dem Einfluss der Gegenkultur der 1960er Jahre; so trafen sich die Architekten zu ihren Meetings während  Musik von Pink Floyd im Hintergrund lief und Bücher des Esoterikers John Mitchell wie sein 1969 erschienenes „View over Atlantis“ hatten durchaus einen Einfluss auf die Planer. Derek Walker richtete das Straßengitternetz von Milton Keynes nicht exakt in Ost-West- und Nord-Süd-Richtung aus, sondern schwenkte es leicht, so dass bei der Anlage der Haupttrasse, des Midsummer Boulevards, am Tag der Sommersonnenwende die Sonne haargenau am Beginn des Boulevards aufgeht (wenn sie denn nicht gerade von Wolken verdeckt wird). Parallelen zu Stonehenge drängen sich auf. Die beiden Straßen, die den Midsummer Boulevard rechts und links begleiten, heißen Silbury Boulevard und Avebury Boulevard, sind also nach prähistorischen Stätten benannt.

Eine alte Eiche, die mitten in der neu geplanten Stadt stand, wurde nicht etwa gefällt, sondern etwas später in ein Einkaufszentrum integriert, wo es dem Baum aber nicht gefiel und er allmählich einging. Heute steht nur noch ein Rest von ihm da, umgeben von den oben erwähnten „concrete cows“.

Die Reste der alten Eiche im Shopping Centre CMK, umgeben von den Kühen.
Photo © Jeremy Bolwell (cc-by-sa/2.0)

 

Published in: on 27. August 2019 at 02:00  Comments (1)  
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Wem in Shropshire – The Sweet Pea Capital of the UK

Die Kleinstadt Wem liegt nördlich von Shrewsbury in Shropshire. Wenn man in Wem hineinfährt, wird man von einem Ortsschild begrüßt, das einen Wappenvogel zeigt, der von Wicken umrahmt ist und darunter steht „WEM – Home of Eckford sweet pea„. Sweet peas sind Wicken und die spielen in der Marktstadt eine große Rolle.

Seit 30 Jahren schon veranstaltet die lokale Eckford Sweet Pea Society eine jährlich stattfindende Wicken-Show, bei der immer die schönsten Exemplare ausgezeichnet worden sind. Leider findet diese Show in diesem Juli zum letzten Mal statt (am 20. und 21. 07.), denn der Gesellschaft fehlt es an Nachwuchs. Von der jüngeren Generation interessiert sich niemand mehr so recht für diese hübschen Blumen, und so wird die Veranstaltung nicht mehr fortgeführt werden, obwohl die Sweet Pea Society bestehen bleibt. Hier sind einige Bilder von der Sweet Pea Show 2016.

Kommen wir auf den Namen Eckford Sweet Pea Society zurück. Henry Eckford (1823-1905) war ein Gärtner, den es 1888 aus Gloucestershire nach Wem zog, um sich hier seiner Leidenschaft, dem Züchten von Wicken, hinzugeben. Ihm gelang es, eine größere Farbenpalette dieser zarten Blumen zu produzieren mit etwas größeren Blüten.

Man zollt dem Gärtner und den Pflanzen in Wem Respekt, indem man einerseits das Wicken-Festival ins Leben rief, durch das Ortsschild und durch die Verzierung der Straßenschilder mit jeweils einer stilisierten Wicke.

Schon im Jahr 1900 wurde die National Sweet Pea Society gegründet, deren Schirmherr zur Zeit der berühmte Alan Titchmarsh ist.

Published in: on 23. Juni 2019 at 02:00  Comments (1)  
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Downham in Lancashire, das schilder- und antennenlose Dorf am Rande des Pendle Hill

Wenn man nach Downham, einem kleinen Dorf in Lancashire nördlich des Pendle Hills kommt, fragt man sich : Hier fehlt doch irgendetwas?
Ja, es fehlt vieles, was zum normalen Erscheinungsbild eines Dorfes gehört. Es gibt auf den Dächern weder Antennen noch Satellitenschüsseln, auch Stromleitungen sucht man hier vergebens (die sind unterirdisch verlegt). Straßenschilder? Verkehrsschilder? Gelbe Streifen am Fahrbahnrand? Alles Fehlanzeige.

Downham Village gehört zum Besitz der Assheton Familie und Ralph John Assheton, 2nd Baron Clitheroe, untersagt jegliche Verschandlung der Häuser und der Straßen, so dass das Dorf, wenn man die Autos verschwinden ließe, noch genauso aussieht wie vor 100 oder 200 Jahren.

So ein Dorf ist natürlich der Traum eines jeden Film- oder Fernsehproduzenten. Wenn man hier einen historischen Film dreht, braucht man keine Antennen von den Dächern abmontieren oder die gelben Fahrbahnrandstreifen abkleben: das spart Arbeit und Kosten und so wurden in Downham auch schon Filme und Fernsehserien gedreht.
Schon 1961 produzierte hier Richard Attenborough „Whistle Down the Wind“ mit Hayley Mills in der Hauptrolle. Die BBC-TV-Serie „Born and Bred„, die von 2002 bis 2005 ausgestrahlt wurde, drehte man überwiegend in Downham, in der Serie Ormston genannt.

Der Mittelpunkt des „gesellschaftlichen Lebens“ von Downham ist, wie es auch sein sollte, der Pub, der The Assheton Arms heißt.

Downham Hall ist der Wohnsitz der Assheton Familie, die Kirche des Ortes ist dem Heiligen Leonard geweiht, es gibt ein Postamt und das war’s denn auch schon. Ein unverfälschtes Dorf am Hang des berüchtigten Pendle Hills (siehe dazu auch meinen Blogeintrag).

Hier ist ein Film, der das idyllische Downham zeigt.

The Assheton Arms in Downham.
Photo © David Dixon (cc-by-sa/2.0)

Der Pendle Hill von der St Leonard’s Church aus gesehen.
Photo © Carroll Pierce (cc-by-sa/2.0)

 

Published in: on 4. Juni 2019 at 02:00  Comments (5)  
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Die englische High Street: Deprimierendes und Positives

Ein Beispiel für eine High Street wie wir sie nicht mögen: Wisbech (Cambridgeshire).
Photo © Richard Humphrey (cc-by-sa/2.0)

Über die Problematik der englischen High Street habe ich in meinem Blog schon mehrfach geschrieben. Es sieht nicht gut aus für sie, weil immer mehr Geschäfte schließen, die entweder leer bleiben oder von Charity Shops oder  Billigstläden eingenommen werden. Kürzlich hat das Unternehmen PricewaterhouseCoopers, eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, alarmierende Zahlen für das Jahr 2018 vorgelegt, wonach so viele Geschäftsschließungen stattgefunden haben wie lange nicht mehr: 5833. Rechnet man die Neueröffnungen dagegen (3372), so haben wir ein Minus von fast 2500 Läden. Besonders hart hat es Bankfilialen und Modeläden getroffen, auch Geschäfte, die zu Ketten gehören, verschwinden immer mehr aus dem Straßenbild.

Die Ursachen für das langsame Sterben der High Street sind bekannt: Der zunehmende Onlinehandel, die Zurückhaltung der Menschen beim Geld ausgeben, fehlende Parkplätze in den Städten. Es ist eine Abwärtsspirale: Je unattraktiver die High Streets werden, umso weniger ziehen sie Kunden an und sie bleiben weg. Ein Einkaufsbummel in Straßen, die von Oxfam, Poundstretcher und Kebap-Imbissen dominiert werden, macht einfach keinen Spaß mehr. Auch Restaurants und Pubs leiden unter Kundenmangel; viele essen und trinken lieber zuhause, um Geld zu sparen. Wie das alles nach einem Brexit weiter gehen wird? Kommt dann ein Aufschwung wie Nigel Farage nicht müde wird, es immer wieder zu prophezeien? Oder wird dann alles noch viel schlimmer?

Doch es gibt Bemühungen gegen die desolaten Einkaufsstraßen vorzugehen wie zum Beispiel die alljährliche Verleihung der Great British High Street Awards. Sehen wir uns die Gewinner des letzen Jahres an:

Der Champion Award Winner für England (es gibt die Auszeichnungen auch für Schottland, Wales und Nordirland) war das Town Centre von Altrincham, einer Stadt mit etwa 53 000 Einwohnern im Dunstkreis von Manchester. Der Preis ist verbunden mit einem Scheck über £5,000. Altrincham konnte sich gegen die Konkurrenten St Albans, Royal Tunbridge Wells und Guildford (um nur einige zu nennen) durchsetzen. “Altrincham is a fantastic example of a high street that has made huge strides in transforming itself and significantly improving the environment for locals and visitors alike”, so die Aussage eines der Jurymitglieder.

Der Rising Star Awards Winner 2018 war die Burnley Road in Todmorden (West Yorkshire). Die etwa 16 000 Einwohner beherbergende Stadt setzt sich immer wieder für Umweltschutz ein. “Burnley Road was specifically chosen to represent the town for its diversity, with the market winning a national award, plans on-going for a Community Hub from the old Community College, and improvements to public transport. New shops are opening along this road and some existing shops are giving themselves a make-over, it was the perfect combination to for the rising star category“, so hieß es bei der Bewerbung der Stadt um den begehrten Preis.

Die Auszeichnung High Street Hero 2018 schließlich wurde Jennifer Crowther zugesprochen, die sich um die Küstenstadt Scarborough in North Yorkshire verdient gemacht hat und zwar durch die beiden Kampagnen Totally Locally und  Love Local, die dazu dienten die Geschäftswelt der Stadt näher zusammenzubringen und durch gemeinsames Marketing Kunden in die High Street zu bringen.

Siehe zum Thema auch meinen früheren Blogeintrag über die High Street Awards.

Altrincham Town Centre.
Photo © Richard Sutcliffe (cc-by-sa/2.0)

Die Burnley Road in Todmorden (West Yorkshire).
Photo © Gerald England (cc-by-sa/2.0)

Scarborough Town Centre.
Photo © Christopher Hall (cc-by-sa/2.0)

 

Published in: on 3. Juni 2019 at 02:00  Comments (1)  
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Lacock in Wiltshire – Ein National Trust Bilderbuchdorf und die hier gedrehten Filme

Die High Street mit dem Red Lion.
Photo © Michael Dibb (cc-by-sa/2.0)

Bei vielen Busrundreisen durch Südengland ist das Dorf Lacock in Wiltshire ein fester Bestandteil wie Stonehenge und Avebury. Kein Wunder, denn hier sieht es genauso aus wie man sich ein typisch englisches Dorf vorstellt. Es gibt eine hübsch anzuschauende Parish Church, die dem Heiligen Cyriacus gewidmet ist, einige Pubs wie den Red Lion an der High Street, einen Dorfladen mit Postamt, ebenfalls an der High Street, und jede Menge fotogener Häuser. Dieser Film vermittelt einen ersten Eindruck.

Bekannt war Lacock ursprünglich  durch seine Abtei, die unter Heinrich VIII. aufgelöst wurde, und später durch den berühmten Fotopionier William Henry Fox Talbot (1800-1877), der in dem Dorf wirkte und auch starb (sein Grab findet man auf dem Kirchhof des Ortes). 1944 ging Lacock in den Besitz des National Trust über. Ein N.T. Shop liegt gleich gegenüber vom Red Lion.

Der Name Lacock ist in den Gehirnwindungen wohl aller britischen Location Manager fest verankert, die dafür verantwortlich sind, Orte auszukundschaften, in denen Filme gedreht werden sollen. Werden für Straßenszenen historischer Filme entsprechende Plätze gesucht, so bieten sich die High Street, die West Street und die Church Street an, die ihren Charakter erhalten haben. Hier habe ich einmal einige (wenige) Filme zusammengestellt, die zum Teil in Lacock gedreht wurden.

Die „Harry Potter„-Filmcrews waren mehrfach in dem Dorf zu Gast, um hier zu drehen, für den „Stein der Weisen“, die „Kammer des Schreckens“ und den „Halbblutprinz“ wie in diesem Clip zu sehen ist.

Für die Verfilmungen von Janes Austens Romanen drängt sich Lacock förmlich auf, und so drehte die BBC hier 1995 „Pride and Prejudice“ (alle Drehorte zeigt dieser Film).

Für die TV-Serie „Wolf Hall“ (2015), nach dem gleichnamigen Roman von Hilary Mantel, wurde die Abtei des Ortes für Aufnahmen verwendet.

Im vorigen Jahr kam der Fantasyfilm „Fantastic Beasts: The Crimes of Grindelwald„, in Deutschland „Phantastische Tierwesen: Grindelwalds Verbrechen“, in die Kinos und da mussten die Location Manager nicht lange suchen…

Die populäre und mit mehreren BAFTA-Preisen ausgezeichnete BBC-TV-Serie „Cranford“ (2007) wurde zu großen Teilen in der High Street und in der Church Street von Lacock gedreht. Für die dreiteilige Fernsehserie „Doctor Thorne“ aus dem Jahr 2016 (ich berichtete in meinem Blog darüber) kamen Filmcrews hierher wie auch für die 2. Episode der 6. Staffel von „Downton Abbey“ (2015).

Den National Trust freut es, dass an ihrem Dorf so großes Interesse von Seiten der Filmindustrie besteht, denn es bringt Geld in seine Kasse… und die Besucherströme reißen nicht ab.

Dorfladen und Postamt in der High Street.
Photo © Jaggery (cc-by-sa/2.0)

Die Church Street.
Photo © Ian Capper (cc-by-sa/2.0)

Lacock Abbey.
Photo © David Dixon (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 23. April 2019 at 02:00  Comments (1)  
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Oldbury-on-Severn (South Gloucestershire) – Ein Dorf mit einer schönen und mit einer hässlichen Seite

St Arilda’s Church in Oldbury-on-Severn. – Eigenes Foto

Nur wenige Kilometer hinter meinem englischen Lieblingshotel, dem Thornbury Castle in South Gloucestershire, schlängeln sich kleine Straßen zur Mündung des Severn. Hier liegt ein kleiner Ort namens Oldbury-on-Severn, der Heimat eines großen Atomkraftwerks ist/war, der Oldbury Nuclear Power Station. 1967 ging der erste der beiden Reaktoren ans Netz, der zweite folgte ein Jahr später. Vor einigen Jahren ist es dem Kraftwerk an den Kragen gegangen, denn ein Reaktor wurde am 30. Juni 2011 abgeschaltet, der zweite folgte am 29.02.2012. Der wenig schöne Anblick des Kraftwerks wird aber noch viele Jahr erhalten bleiben, denn es dauert sehr lange, bis so eine Power Station komplett abgetragen ist. Die Energieriesen E.ON und RWE wollten zwar ein neues Atomkraftwerk, nur ein kleines Stück weiter nördlich von der alten Anlage entfernt, bauen, gaben ihre Pläne aber glücklicherweise auf.

Oldbury hat auch seine schönen Seiten, zum Beispiel die Kirche St Arilda’s, die oberhalb des Ortes liegt und von der aus man einen wunderschönen Blick auf die umliegende Landschaft, die Severnmündung und die Waliser Berge hat. Die Heilige Arilda soll im 5. Jahrhundert gelebt haben und ist eine örtliche Heilige, die sonst im Land unbekannt ist. Es gibt ganz in der Nähe, in Oldbury-on-the-Hill, noch eine weitere Kirche, die ebenfalls dieser Heiligen gewidmet ist, St Arild’s Church, die aber nicht mehr „in Betrieb“ ist. Achtung Verwechslungsgefahr!!

Ich kann diesen kleinen Ausflug zu St Arilda’s sehr empfehlen. Ein kleiner Friedhof umgibt die Kirche, es sind Bänke aufgestellt und es ist sehr ruhig hier oben. Wunderschön!!

Das Buch zum Artikel:
The Churchyard Book of Oldbury-on-Severn – A survey of the memorials with their inscriptions, situated in the upper churchyard and Church of St Arilda, Oldbury-on-Severn, South Gloucestershire. Oldbury-on-Severn Village History Group 2009. 350 Seiten. ISBN 978-0956286000.

Oldbury Power Station, die hässliche Seite…
Photo © Philip Halling (cc-by-sa/2.0)

…und die schöne Seite von Oldbury. Blick von St Arilda’s auf den Severn und die Waliser Berge. Eigenes Foto.

Reiter am Kriegerdenkmal, eine idyllische Szene im Dorf.
Photo © Colin Smith (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 22. April 2019 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Winchester in Hampshire – Die glücklichste Stadt Englands

Winchester Cathedral.
Photo © Philip Halling (cc-by-sa/2.0)

Ende März wurde er wieder einmal veröffentlicht, der Happiness Index, von der Royal Mail erstellt. Dieser Index listet die Städte und Regionen in England, Schottland, Wales und Nordirland auf, in der sich die Menschen am wohlsten fühlen. Folgende Faktoren wurden in die Untersuchung einbezogen:

  • reported personal well-being
  •  life expectancy
  •  earnings
  •  inequality
  •  carbon emissions
  •  crime
  •  deprivation
  •  access to health services

And the winner is…Winchester in der Grafschaft Hampshire. Hier leben also die glücklichsten Menschen in England. Die Kathedralenstadt schneidet bei ihren Bewohnern hervorragend ab, sie haben ein relativ hohes Einkommen, es gibt nur wenig Armut und sie fühlen sich rundum wohl, trotz des innerstädtischen starken Verkehrsaufkommens. Winchester wurde schon mehrmals als ein besonders empfehlenswerter Wohnort ausgewiesen. So war die Stadt schon 2016 in der Channel 4 Sendereihe „The Best And Worst Places To Live In The UK“ Spitzenreiter, zehn Jahre später stand Winchester auf Platz 1 in der „Sunday Times Best Places To Live“-Liste.

1966 machte die New Vaudeville Band die Stadt auch außerhalb Großbritanniens mit ihrem Song „Winchester Cathedral“ bekannt. Auch in Frank TurnersWessex Boy“ steht die Stadt im Hampshire im Mittelpunkt. In diesem Film wird sie vom Tourist Information Centre vorgestellt.

Winchester hat rund 45 000 Einwohner, ist nur etwa hundert Kilometer von London entfernt und erfreut sich einer Partnerschaft mit der deutschen Stadt Gießen. Ein Besuch in der glücklichsten Stadt Englands ist also sehr zu empfehlen!

Auf Platz 2 des Happiness Index steht die Region Babergh in Suffolk, Platz 3 nimmt Rushcliffe in Nottinghamshire ein, der Chiltern District in Buckinghamshire ist auf Platz 4 zu finden und der fünfte Platz gehört dem Ribble Valley in Lancashire.

Impression aus der Altstadt.
Photo © Robin Drayton (cc-by-sa/2.0)

Das Butter Cross in der High Street.
Photo © David Dixon (cc-by-sa/2.0)

Grantchester – Ein Bilderbuchdorf bei Cambridge, das schon viele berühmte Leute aufgesucht haben

St Andrew & St Mary.
Eigenes Foto.

Viele Einwohner gibt es in dem kleinen Dorf Grantchester, im Dunstkreis der Universitätsstadt Cambridge gelegen, nicht; es mögen so um die 500 sein. Dafür gibt es keinen Ort in der ganzen Welt, in dem so viele Nobelpreisträger gewohnt haben bzw. noch wohnen, wie in diesem Dorf am River Cam. Kein Wunder, denn die vielen berühmten Colleges von Cambridge liegen fast in Sichtweite.

Ich habe in meinem Blog schon einmal über die TV-Serie „Grantchester“ geschrieben, die zum Teil hier gedreht wurde, und da ich die ersten drei Staffeln auf DVD besitze, habe ich mir das Bilderbuchdorf letzte Woche angesehen. Im Mittelpunkt steht die anglikanische Kirche St Andrew & St Mary, in der ein großes Foto von den Hauptakteuren der Fernsehserie aufgestellt war. Um die Kirche herum fand ich jede Menge uralte Grabsteine, deren Inschriften schon vor langer Zeit verblichen sind. Auf einem Gedenkstein vor der Kirche, auf dem die im Ersten Weltkrieg Gefallenen vermerkt sind, steht der Name Rupert Brooke (1887-1915), dem man im Ort noch mehrfach begegnet. Das war ein Dichter, der mit dem Gedicht „Old Vicarage, Grantchester“ bekannt geworden ist. Diese Old Vicarage steht noch immer und wird von dem Schriftsteller Jeffery Archer und seiner Frau, der Wissenschaftlerin Mary Archer bewohnt. Im nicht zugänglichen Innenhof sieht man eine Statue von Rupert Brooke, die im Jahr 2006 von Margaret Thatcher eingeweiht wurde.

Wir tranken eine Tasse Kaffee in dem Restaurant The Rupert Brooke am Broadway, da an diesem Tag leider kein Afternoon Tea angeboten wurde. Der berühmte Orchard Tea Garden am River Cam hatte an diesem Montag leider Ruhetag. Hier trafen sich schon unzählige Berühmtheiten wie besagter Rupert Brooke, Virgina Woolf, Ludwig Wittgenstein, D.H. Lawrence, Bertrand Russell, Henry James, Salman Rushdie, Stephen Hawking, Stephen Fry, Emma Thompson, um nur einige zu nennen.

Wir gingen an diesem sonnigen Montagnachmittag einige hundert Meter aus Grantchester hinaus und besuchten den Byron’s Pool, einen kleinen Teich am Wehr, in dem der Dichter Lord Byron (1788-1824) häufig geschwommen hat. Das Gewässer ist heute ein Local Nature Reserve.

Über die Grantchester Meadows, häufig in der TV-Serie zu sehen, gingen wir wieder zu unserem Auto zurück. Grantchester ist ein sehr hübsches Dorf, ein Besuch lohnt sich!

Hier ist ein Film über das Dorf.

Im Inneren von St Andrew & St Mary.
Eigenes Foto.

Im Kirchenraum aufgestellt.
Eigenes Foto.

Hier tranken wir einen Kaffee.
Eigenes Foto.

Rupert Brookes Statue im Innenhof der Old Vicarage.
Eigenes Foto.

Byron’s Pool.
Eigenes Foto.

Goodbye Grantchester.
Eigenes Foto.

Published in: on 20. März 2019 at 02:00  Comments (1)  
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Newmarket, die Stadt der Pferde in Suffolk – Einige persönliche Eindrücke

Eigenes Foto.

In der letzten Woche verbrachte ich einen Vormittag in Newmarket (Suffolk), eine Stadt die für ihre Pferderennen und die Pferdezucht in der ganzen Welt bekannt ist. Es war ein richtig kalter Tag, ein eisiger Wind wehte durch die Stadt und ich war froh, irgendwo Unterschlupf zu finden wie in der kleinen überdachten Einkaufszone im Zentrum. Mein Eindruck von Newmarket ist zwiespältig. Da sind zum einen die riesigen, um den ganzen Ort verteilten Grünflächen, auf denen die Rennpferde trainiert werden. Es sind wunderschöne, edle Tiere, die von ihren Jockeys bei meinem Besuch einen Hügel hinauf geritten und dann hügelabwärts geführt wurden. Auch in der Stadt selbst traf ich auf Pferde, ein vertrautes Bild in Newmarket. In der Palace Street findet man im Palace House das National Horse Racing Museum, das ich nicht besuchte, und in dem einmal Charles II. wohnte. Direkt gegenüber liegt das Haus seiner damaligen Geliebten, Nell Gwynne, heute mit einer blauen Plakette versehen, aber nicht zu besichtigen.

Das kleine Einkaufszentrum ist mit einem hübschen lebensgroßen Pferd verziert, auch vor dem Eingang zum Jockey Club in der High Street wird man von einem Pferd begrüßt. Leider spiegelt sich der Reichtum, der doch eigentlich in Newmarket vorhanden sein müsste, in der High Street nicht wider. Je mehr man die Strasse stadtauswärts geht, umso heruntergekommener werden die Häuser, einige sind verlassen, andere befinden sich in schlechtem Zustand. Der Pub The White Lion neben der Shell-Tankstelle ist dauerhaft geschlossen und bietet ein erbärmliches Bild. Die Tourist Information, die bis vor einiger Zeit ihre Räume im Zentrum hatte, ist jetzt kaum zu finden und versteckt in der Palace Street untergebracht. Hat man sie dann endlich gefunden, stößt man auf ein kleines Regal mit Broschüren, das ist die zentrale Anlaufstelle für Touristen in einem der bedeutendsten Pferdezuchtzentren der Welt.
Schön ist der Jubilee Clock Tower am Kreisverkehr in der Mitte von Newmarket, über den ich in meinem Blog früher einmal berichtete.

Vielleicht lag es ja auch an dem schlechten Wetter, dass die Stadt in Suffolk keinen besonders starken Eindruck bei mir hinterließ.

Nell Gwynnes Cottage in der Palace Street.
Eigenes Foto.

Das hübsche Pferd in dem kleinen Einkaufszentrum von Newmarket.
Eigenes Foto.

Newmarket Tourist Information.
Eigenes Foto.

Published in: on 18. März 2019 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Richmondshire – Englands Wohngebiet mit der höchsten Lebensqualität

Blick auf Richmond von der Burgruine aus.
Photo © DS Pugh (cc-by-sa/2.0)

Alle zwei Jahre werden in der Halifax Quality of Life Survey die Regionen Großbritanniens gelistet, die die höchste Lebensqualität bieten. Die aktuelle Liste verzeichnet Erstaunliches. Auf Platz 1 liegen die Orkney Inseln, die u.a. mit einer niedrigen Arbeitslosenquote und einer geringen Kriminalitätsrate punkten konnten. Die Menschen, die dort draußen auf den Inseln im Atlantik leben, fühlen sich wohl und sind glücklich.

Da die Orkney Inseln nicht zu meinem Berichtsgebiet gehören, beschäftige ich mit Platz 2, und das ist kein wohlhabendes Wohngebiet im Dunstkreis der Hauptstadt, sondern das ist Richmondshire, hoch oben im Norden, in der Grafschaft North Yorkshire (im Jahr 2017 noch auf Platz 9). Auch hier gibt es eine geringe Kriminalitätsrate, relativ wenig Verkehr auf den Straßen, eine geringe Bevölkerungsdichte und ein weit verbreitetes Gefühl der Zufriedenheit der rund 50 000 Menschen, die hier wohnen.

Was bietet Richmondshire für den Touristen, der sich in der Region einmal umschauen möchte? Sehr viel Natur, denn ein großer Teil der Yorkshire Dales befindet sich hier wie das Swaledale und das für seinen Käse bekannte Wensleydale. Es gibt viele hübsche Dörfer in Richmondshire wie Askrigg, wo die beliebte TV-Serie „Der Doktor und das liebe Vieh“ gedreht wurde, Hawes mit seiner Wensleydale Creamery, Middleham mit der Burgruine aus der Zeit Richards III. und Leyburn, wo jedes Jahr im Juni das  Dales Festival of Food and Drink stattfindet.

Mittelpunkt ist die kleine Marktstadt Richmond, die ich einmal besuchte, und die mir sehr gefallen hat. Beherrscht wird sie von den Ruinen des Richmond Castles oberhalb der Stadt. An einem der größten Marktplätze des Landes lieht eines der ältesten Theater Englands, das Georgian Theatre Royal, das Ende des 18. Jahrhunderts erbaut wurde und dessen Präsident zurzeit die Schauspielerin Judi Dench ist. Auch Richmond diente viele Male als Drehort für Filme und TV-Serien.

Ein Besuch Richmonds und seiner sehenswerten Umgebung, die ich mehrfach bereist habe, ist sehr zu empfehlen!

Muker im Swaledale.
Photo © Christine Johnstone (cc-by-sa/2.0)

Askrigg
Photo © Richard Webb (cc-by-sa/2.0)

Hawes
Photo © Malcolm Neal (cc-by-sa/2.0)

 

Little Germany – Ein Stück Deutschland in Bradford (West Yorkshire)

Die Burnett Street.
Photo © Chris Allen (cc-by-sa/2.0)

Bradford in West Yorkshire, eine Stadt mit einer halben Million Einwohner, verbindet man heute mit seinem hohen Anteil an asiatischer Bevölkerung, der knapp unter 30% beträgt. Vor allem Einwanderer aus Pakistan haben sich die Stadt als Wohnsitz ausgesucht. Außer Englisch sind hier Panjabi und Urdu die meist gesprochenen Sprachen.
Umso erstaunlicher, dass es mitten in Bradford ein Viertel gibt, das Little Germany heißt. Zurückzuführen ist der Name auf die vielen aus Deutschland stammenden Händler, viele jüdischen Ursprungs, die sich Mitte des 19. Jahrhunderts wegen der boomenden Textilindustrie in Bradford niederließen. Sie bauten große Lagerhäuser, in denen sie die in der Stadt produzierten Textilwaren unterbrachten, bevor diese exportiert wurden. Auch der Textilwarenhändler Julius Delius und seine Frau Elise siedelten sich hier an, die Eltern des berühmten Komponisten Frederick Delius, der hier am 29. Januar 1862 das Licht der Welt erblickte.

Susan Duxbury-Neumann hat zu dem Thema ein Buch geschrieben „Little Germany: A History of Bradford’s Germans„, erschienen 2015 im Verlag Amberley Publishing. Hier ist ein Film über das Viertel.

In der Zeit von 1855 bis 1890 entstanden 85 Gebäude von denen heute 55 unter Denkmalschutz stehen. Man ist dabei, einige dieser imposanten viktorianischen Häuser in Hotels, Büros und Wohnungen umzugestalten, die spezielle Architektur aber zu erhalten.
Hier sind einige Beispiele aus Little Germany in Bradford:

Die Cater Street.
Photo © Stephen Craven (cc-by-sa/2.0)

Das Devere House.
Photo © Stephen Craven (cc-by-sa/2.0)

Die Mill Street.
Photo © Robin Stott (cc-by-sa/2.0)

East Parade. In dem Gebäude war einmal die Firma Delius & Co. untergebracht.
Photo © Stephen Richards (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 2. Januar 2019 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Villages in the snow

Grantchester in Cambridgeshire.
Photo © John Sutton (cc-by-sa/2.0)

Die Wettervorhersage für Weihnachten sieht in England etwa so aus wie hier in Deutschland: regnerisch und mild, von Schnee ist weit und breit nichts zu sehen. Die einen freut’s, weil sie keinen Schnee wegschieben müssen, die anderen sind traurig, weil dann keine richtige Weihnachtsstimmung aufkommt.
Englische Dörfer sehen schneebedeckt besonders schön aus wie ich das einige wenige Male selbst erleben konnte. Dieser Film zeigt winterliche Szenen aus West Sussex.

Hier sind einige stimmungsvolle „Villages in the snow“ zu sehen:

Snowshill in Gloucestershire.
Photo © Stephen McKay (cc-by-sa/2.0)

Old Bolingbroke in Lincolnshire.
Photo © Dave Hitchborne (cc-by-sa/2.0)

Boldron (County Durham).
Photo © Andy Waddington (cc-by-sa/2.0)

Ledgemoor (Herefordshire).
Photo © Philip Pankhurst (cc-by-sa/2.0)

The Merry Harriers in den Blackdown Hills (Somerset)
Photo © Noel Jenkins (cc-by-sa/2.0)

Agatha Christies Grabstein auf dem Kirchhof von St Mary’s in Cholsey in Oxfordshire.
Photo © Bill Nicholls (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 24. Dezember 2018 at 02:00  Comments (5)  

Hambleden in Buckinghamshire – Ein Dorf im Besitz eines Schweizer Milliardärs

Das Manor House wird für eine „Miss Marple“-Folge vorbereitet.
Photo © Colin Smith (cc-by-sa/2.0)

Wenn man ein Musterbeispiel für ein englisches Bilderbuchdorf sucht, dann eignet sich Hambleden in Buckinghamshire dafür hervorragend. Ich habe das Dorf in meinem Blog schon zweimal im Zuge meiner „Inspector Barnaby“-Spurensuche vorgestellt (hier und hier). Es ist ein Paradies für Location Manager, darum wurden hier schon viele Filme gedreht.

Viele, die Hambleden besuchen, wissen sicher nicht, dass der Ort in Privatbesitz ist und dem Schweizer Milliardär Urs Schwarzenbach gehört, der das komplette Dorf mit 44 Häusern, einem Pub und einem Dorfladen 2007 für £38 Millionen dem W.H. Smith-Erben Henry Smith, 5th Viscount Hambleden, abgekauft hatte, dessen Familie hier lange ansässig war. Schwarzenbach hat noch zwei weitere Besitztümer nicht weit von Hambleden entfernt: Thames Side Court in Shiplake in Berkshire, das dem Bahnhof von St Moritz nachempfunden sein soll, und Culham Court in Berkshire, in der Nähe von Henley-on-Thames.

Jedesmal wenn ein historischer Film hier in Hambleden gedreht wird, werden die Bewohner der Cottages gebeten, ihre Fernsehantennen vorübergehend abzubauen; man hat sich wohl inzwischen daran gewöhnt, dass Filmcrews den Ort für eine gewisse Zeit übernehmen und man sich eine Zeit lang nicht frei bewegen kann. „Chitty Chitty Bang Bang“ und „101 Dalmatiner„, um nur zwei Beispiele zu nennen, wurden in den Straßen von Hambleden gedreht.

Auf dem Kirchhof von St Mary the Virgin finden wir die Gräber von Jon Lord (1941-2012), Gründungsmitglied der Rockband Deep Purple, und William Henry Smith (1825-1891), der das Unternehmen W.H. Smith bekannt machte.

Hier ist ein Film über den hübschen kleinen Ort.

St Mary the Virgin.
Eigenes Foto.

Culham Court in Berkshire.
Photo © Andrew Smith (cc-by-sa/2.0)

 

Published in: on 21. Dezember 2018 at 02:00  Comments (1)  
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Conisbrough (South Yorkshire) und Sir Walter Scotts Roman „Ivanhoe“

Blick auf Conisbrough von der Burgruine aus.
Photo © Bob Pearce (cc-by-sa/2.0)

Die Romane von Sir Walter Scott (1771-1832) werden heute wohl nur noch wenig gelesen. In Deutschland wurde der schottische Schriftsteller vor allem durch „Ivanhoe“ bekannt, einem Roman, der 1820 veröffentlicht wurde und erstaunlicherweise noch heute in deutscher Übersetzung bei mehreren Verlagen im Programm ist. 1958 startete die britische ITV eine Fernsehserie über den Ritter, der von dem damals noch nicht so bekannten Roger Moore gespielt wurde (ich berichtete in meinem Blog über die Serie).

Der Roman Sir Walter Scotts spielt im Conisbrough Castle, einer alten Burg aus dem 11. Jahrhundert, deren Ruinen in dem gleichnamigen Ort in der Nähe von Doncaster in South Yorkshire zu finden sind. Die Burgruine auf dem Castle Hill ist noch heute beeindruckend und dominiert die Kleinstadt, die sich die Erinnerung an den Roman „Ivanhoe“ auf ihre Fahnen geschrieben hat, denn man begegnet dem Namen des Ritters und einigen seiner Zeitgenossen im Ort immer wieder.

Da gibt es zum Beispiel die Conisbrough Ivanhoe Primary Academy in der Old Road, eine Schule, die auf ihren Webseiten stolz über ihre herausragenden Leistungen berichtet und auf deren Homepage der Ritter in voller Aktion zu sehen ist. Angeschlossen an die Schule ist die Conisbrough Ivanhoe Nursery.

The Ivanhoe Centre am Gardens Lane ist eine Art Gemeindehaus, in dem Veranstaltungen stattfinden und deren Räume zu mieten sind, die nach Figuren aus dem Roman benannt sind wie Rowena Room und Locksley Hall.

Der Name von Rowena, Ivanhoes Geliebter, taucht noch einmal in der Schule Rowena Academy auf, ebenfalls am Gardens Lane gelegen. Nach Locksley, dem Robin Hood im Roman, wurde eine Straße benannt, die Locksley Avenue, von der die Cedric Avenue abgeht, die den Namen von Ivanhoes Vater Cedric of Rotherwood trägt. Ein Stückchen weiter zweigt die Scott Avenue ab. Es gibt natürlich auch eine Ivanhoe Road, an der der Conisbrough Ivanhoe Working Mens Club liegt, und eine Rowena Road, gleich daneben, die in die Athelstane Road übergeht, benannt nach Lord Athelstane in Scotts Roman.

Es gibt noch ein paar weitere Assoziationen zwischen Conisbrough und dem Scott-Roman, aber damit möchte ich es jetzt gut sein lassen.

Conisbrough Castle.
Photo © Philip Halling (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 7. Dezember 2018 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Die Meavy Oak – Eine uralte Eiche in Devon

Die Meavy Oak, davor das Village Cross, dahinter die „Tochter“ der Eiche.
Photo © N Chadwick (cc-by-sa/2.0)

Schauplatz meines heutigen Blogeintrags ist das kleine Dorf Meavy in der Grafschaft Devon, nördlich von Plymouth und im südlichen Dartmoor gelegen. Auf dem Village Green stehen zwei Eichen, von denen die eine zu den ältesten Bäumen in England zählt und zur Zeit von King John (1167-1216) angepflanzt worden sein könnte. Ein weiterer König wird mit dem Baum in Zusammenhang gebracht: König Charles II soll sich auf der Flucht vor den Gefolgsleuten von Oliver Cromwell in der Eiche versteckt haben. Er hat offensichtlich das dichte Laub von Eichen gern als Versteck gewählt, denn zuvor entzog er sich schon nach der Schlacht von Worcester im Jahr 1651 den Schergen Cromwells in der Eiche von Boscobel. Die Meavy Oak wird daher auch Royal Oak genannt.

Bei den früheren Dorffesten kam man auf eine witzige Idee: Die Eiche wurde oben ganz plan geschnitten und darauf eine große Plattform angebracht; man schleppte Tische und Stühle nach oben, machte es sich dort in luftiger Höhe bequem, aß und trank und ließ es sich gut gehen. Dieser Brauch wird heute nicht mehr praktiziert. Die zweite Eiche auf dem Village Green ist übrigens ein Ableger der Royal Oak, die aus einer Eichel des Mutterbaumes entstanden ist. Die Meavy Oak ist von einem Eisengitter umfasst, unter ihr lädt eine Bank zum Pausieren ein und davor steht das Village Cross, das aus dem 15. Jahrhundert stammt.

Das Dorffest, die Meavy Oak Fair, wird noch immer gefeiert und zwar auf dem Village Green am dritten Samstag des Monats Juni. Neben den üblichen Vergnügungen bei einem Dorffest wie Hundeshow, Hüpfburgen, Gesichterbemalen etc. wird jedes Jahr der Burrator Horseshoe Run ausgetragen, der zehn Kilometer über Stock und Stein des Dartmoors führt; der Rekord steht bei 37 Minuten und 47 Sekunden.

Gleich neben der alten Eiche steht der Dorfpub von Meavy und wie sollte der anders heißen als The Royal Oak? In diesem Jahr wurde er als Country Pub of the Year 2018  von der Plymouth-Sektion der CAMRA ausgezeichnet. Sehr schön finde ich folgenden Satz auf der Homepage der Royal Oak: „Whether you have 4 paws, hoofs or muddy boots you are always welcome.“ Das Gebäude ist im Besitz des Burrator Parish Councils, und damit ist The Royal Oak wohl der einzige Pub in England, der einem Kirchengemeinderat gehört.

The Royal Oak am Village Green.
Photo © Phil Gaskin (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 29. Oktober 2018 at 02:00  Comments (3)  
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Die Aldbourne Dabchicks – Spitzname für die Bewohner eines Dorfes in Wiltshire

Der Dorfteich von Aldbourne (leider ohne Zwergtaucher)
Photo © David Howard (cc-by-sa/2.0)

Nordöstlich von Marlborough in der Grafschaft Wiltshire liegt das Dorf Aldbourne, dessen Bewohner mit dem merkwürdigen Spitznamen Dabchicks belegt worden sind. Wie kam es dazu?

Man erzählt sich die Geschichte in Aldbourne folgendermaßen: Eines Tages soll auf dem Dorfteich ein Vogel gesichtet worden sein, den man bisher in dem Dorf noch nie gesehen hatte. Keiner der gerade anwesenden Männer konnte das Federtier identifizieren, bis man auf die Idee kam, Thomas Moore zu befragen, den ältesten Mann im Dorf, nur leider konnte der nicht mehr richtig laufen, weil er so dick geworden war; also schickte man jemanden mit einer Schubkarre los, der Thomas da hinein verfrachtete und zum Teich brachte. Nach längerem Überlegen konnte der alte Herr das Rätsel lösen. „Das ist ein Dabchick“ rief er, und alle freuten sich, so einen klugen Mann in ihren Reihen zu haben. Die Geschichte von dem seltenen Teichbesucher machte die Runde, und der Name Dabchick blieb von nun an an den Dorfbewohnern von Aldbourne hängen, wohl auch weil die Leute aus dem benachbarten Ort Ramsbourne sich gern über die Aldbourner lustig machten und ihnen „Dabchick“ hinterher riefen.

Lösen wir das Rätsel um den mysteriösen Vogel auf: Ein Dabchick, auch Little Grebe genannt, ist ein Zwergtaucher, der zur Familie der Lappentaucher gehört und vorwiegend in Asien und Afrika heimisch, aber auch in Europa anzutreffen ist.

In Aldbourne findet der Name Dabchick noch heute vielfache Verwendung: Der örtliche Cricket Club nennt sich Albourne Dabchicks, ebenso die Golfer, die sich in der Dabchick Golf Society zusammengefunden haben. In der Methodistenkirche treffen sich regelmäßig die Little Dabchchicks, die dort ihre Freizeit verbringen. Die 1860 gegründete Aldbourne Band nennt sich ebenfalls The Dabchicks. Am Square lädt ein indisches Restaurant namens Dabchchicks Delight die Gäste zu asiatischen Genüssen ein, und das Parish Magazine nennt sich The Dabchick.

Der Dorfteich, auf dem der Zwergtaucher seinerzeit in Erscheinung trat, existiert noch immer am Ende der South Street, der B4192.
Gwen Ellis, eine Dichterin aus Wiltshire, die die Mundart der Grafschaft pflegt, hat ein Gedicht mit dem Titel „Aldbourne Dabchicks“ geschrieben, das in der Sammlung „All my Moonshine“ (2003) enthalten ist.

Dieser Film zeigt Aldbourne vom Turm der St Michael’s Church.

Ein Dabchick.
Photo © Alan Murray-Rust (cc-by-sa/2.0)

Blick auf das Dorf mit der Kirche St Mary’s im Hintergrund und einige Nicht-Dabchicks im Vordergrund.
Photo © Vieve Forward (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 27. Oktober 2018 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Nomansland – Ein Dorf im New Forest in Wiltshire

Der Dorfpub.
Photo © Jim Champion (cc-by-sa/2.0)

Nomansland als Name eines Dorfes klingt nicht sehr vielversprechend. Es gibt eines in der Grafschaft Wiltshire im nördlichen New Forest und da das Dorf recht abgelegen an der Grenze zu Hampshire liegt, hat man ihm wohl diesen seltsamen Namen gegeben.
Was erwartet nun den Besucher von Nomansland?

Da gibt es erst einmal einen Pub an der Forest Road, The Lamb Inn, was schon einmal für die Bewohner des Ortes von großer Bedeutung ist. Der Pub liegt genau auf der Grenze von Wiltshire und Hampshire, was früher zu der kuriosen Situation führte, dass die Trinker abends, wenn es auf der Hampshireseite „Last orders, please“ hieß, alle auf die andere, die Wiltshirseite der Bar zogen, wo sie eine Stunde länger trinken konnten. Heute gibt es das nicht mehr, um 23 Uhr ist Schluss, dann schließt der Pub seine Pforten.

Gegenüber vom The Lamb ist das Village Green mit dem Well of Sacrifice, ein hübsches kleines Gebäude, das wohl über einer Quelle errichtet worden ist, und als Gedenkstätte für die Soldaten aus dem Dorf fungiert, die in den beiden Weltkriegen gefallen sind bzw für ihr Land gedient haben. Die Familien Hood und Judd tauchen darauf jeweils fünf- bzw. viermal auf und beide hatten einen Gefallenen zu beklagen.

Direkt neben dem Dorfpub steht die einzige Kirche des Ortes; sie gehört nicht zur Church of England, sondern ist eine Methodistenkirche mit der Inschrift 1901, in diesem Jahr wurde sie neu erbaut.

Ein kleines Stück den North Lane hinunter finden wir eine weitere „Attraktion“ von Nomansland, den Reading Room, der laut einer an der Wand angebrachten blauen Plakette auf einem Grundstück errichtet wurde, das ein gewisser Reverend H. M. Livens 1910 zur Verfügung gestellt hat.

Es gibt auch noch eine Zwergschule in der School Lane, die New Forest Church of England Primary School, die anglikanische Kirche ist wenigstens auf diese Weise in Nomansland vertreten.

Da wir uns hier in einem Grenzgebiet zweier Grafschaften bewegen, weiß man nie so genau, ob man nun in Wiltshire oder in Hampshire ist, aber ich vermute, dass die Dorfbewohner wissen, zu welchem County sie gehören.

Das Village Green von Nomansland.
Photo © David Martin (cc-by-sa/2.0)

The Well of Sacrifice auf dem Village Green.
Photo © Brendan and Ruth McCartney (cc-by-sa/2.0)

Der Reading Room am North Lane.
Photo © Brendan and Ruth McCartney (cc-by-sa/2.0)

Die Dorfschule.
Photo © Mike Faherty (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 25. Oktober 2018 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Little Berkhamsted in Hertfordshire

St Andrew’s.
Photo © Julian Osley (cc-by-sa/2.0)

Little Berkhamsted in Hertfordshire ist ein richtig hübsches kleines Dorf. Hier scheint die Welt noch in Ordnung zu sein. Die Bewohner anglikanischen Glaubens können sonntags die St Andrew’s Church aufsuchen, in der aber zur Zeit nur jeden zweiten Sonntag ein Gottesdienst abgehalten wird, denn die Stelle des Pfarrers ist momentan nicht besetzt, so dass ein Gastgeistlicher Little Berkhamsted einen Besuch abstattet. Für diejenigen, die eher weltlichen Genüssen zugeneigt sind, gibt es auf der Church Road die Five Horseshoes, einen Pub, der zu der Gruppe Chef & Brewer gehört. Der Pub ist täglich durchgängig vom mittags bis spätabends geöffnet, wer also im Ort durstig oder hungrig ist, findet in den Five Horseshoes immer eine offene Tür bzw. kann bei schönem Wetter im Biergarten sitzen.

Direkt gegenüber vom Pub steht der Dorfladen Emmie Murphy’s Village Store, in dem es nicht nur Lebensmittel zu kaufen gibt, hier werden auch Snacks angeboten wie Suppen, Scotch Eggs und Quiches (alles selbst gemacht).

Ebenfalls an der Church Road findet man das große Village Green und die Village Hall, die für Veranstaltungen zur Verfügung steht.

Über die Sicherheit des kleinen rund 550 Einwohner zählenden Dorfes wacht die Neighbourhood Watch.

Die Church Road stößt auf eine Straße, die den schönen Namen Robins Nest Hill trägt und an der steht ein merkwürdiger Turm, Stratton’s Tower. Dieses sich in Privatbesitz befindende, zu einem Wohnturm umgebaute Gebäude, wurde um das Jahr 1789 von einem gewissen John Stratton errichtet. Um bis zum obersten Stockwerk, der Aussichtsplattform, zu gelangen, muss man 147 Stufen erklimmen. Warum damals John Stratton den Turm gebaut hat, darüber gibt es unterschiedliche Vermutungen. Die weit verbreitete Ansicht, dass Stratton ein Admiral war, der von der Spitze seines Turmes die Themse sehen wollte, ist offenkundig falsch, denn der Mann war erstens kein hochrangiger Befehlshaber der Marine und zweitens hätte man die Themse von dort oben niemals sehen können. Um die 100 Jahre stand der Turm unbenutzt am Robins Nest Hill herum und drohte zu zerfallen, doch dann kam 1971 der Architekt William Tatton Brown und richtete ihn wieder her.

Wer dem kleinen Ort einen Besuch abstatten möchte: Little Berkhamsted liegt nur ein paar Kilometer östlich von Hatfield, sicher vielen durch das Hatfield House bekannt.

Der Dorfpub Five Horseshoes.
Photo © Alex McGregor (cc-by-sa/2.0)

Das Village Green.
Photo © Talisman (cc-by-sa/2.0)

Stratton’s Tower am Robins Nest Hill.
Photo © Stefan Czapski (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 19. Oktober 2018 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Ist Aldeburgh in Suffolk eine „Crap Town“?

In „The Idler Book of Crap Towns: the 50 Worst Places to Live in the UK“ (2003 erschienen; siehe hierzu meinen Blogeintrag) nimmt der knapp 3000 Einwohner große, direkt am Meer in der Grafschaft Suffolk gelegene Ort den Platz 23 ein.
Hier ist absolut nichts los, meinen die Autoren. Niemand hat jemals guten Sex in Aldeburgh gehabt.Viele alte Menschen, deren Sexleben vorbei ist, ziehen hierher und die jungen Menschen des Ortes müssen schon die Ortsgrenze verlassen, damit ihr Sexdrive in Wallung kommt. So steht es jedenfalls in dem Buch.

Diese Dinge konnte und wollte ich bei meinem Besuch in Aldeburgh nicht nachprüfen. Ich habe den Ort an einem trüben Spätnachmittag im November besucht und fand die Atmosphäre hier eigentlich ganz angenehm. Man muss natürlich für die etwas melancholische Stimmung eines englischen Küstenstädtchens im Herbst etwas übrig haben.

Der Komponist Benjamin Britten lebte eine Zeit lang hier und starb 1976 in Aldeburgh. Er ist auf dem Friedhof der St Peter and St Paul’s Church begraben. Hier ist ein Film über den Komponisten zu sehen.

Jedes Jahr im Juni wird in den außerhalb des Ortes gelegenen Snape Maltings das Aldeburgh Festival abgehalten, ein Musikfestival, das 1948 von Benjamin Britten gegründet wurde und das sich überwiegend der klassischen Musik widmet. Siehe hierzu meinen Blogeintrag.

Wer einmal in Aldeburgh übernachten möchte, kann das auf besondere Weise in einem Martello Tower tun.

Ist Aldeburgh also eine Crap Town? Ich kann dem nicht zustimmen!

St Peter and St Paul in Aldeburgh.
Photo © Bikeboy (cc-by-sa/2.0)

Die Snape Maltings bei Aldeburgh.
Photo © Adrian Cable (cc-by-sa/2.0)

 

Published in: on 11. September 2018 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Trowell in Nottinghamshire – Ein Ort, der 1951 in ganz Großbritannien von sich reden machte

Trowell in Nottinghamshire heute.
Photo © John Sutton (cc-by-sa/2.0)

Wer die M1 schon einmal gefahren ist, kennt vielleicht die Autobahnraststätte Trowell Services in der Nähe von Nottingham. Sie ist nach dem nahe gelegenenen Ort Trowell benannt, ein Dorf mit etwas über 2000 Einwohnern. Hier standen einmal die Stanton Ironworks, eine riesige hässliche Industrielandschaft, die in den frühen 1980er Jahren abgerissen wurde. Trowell war in den 1950er Jahren ein Arbeiterdorf, in dem die meisten in dem Hüttenwerk beschäftigt waren, beileibe nicht sehr hübsch anzusehen, und so konnten es die Dorfbewohner erst gar nicht glauben, dass Trowell 1951 zum Festival Village während des Festivals ob Britain auserkoren wurde. Das war ein großes Ereignis, das an die erste Weltausstellung von 1851 erinnern sollte und von der Regierung organisiert wurde.  Der zentrale Veranstaltungsort war die Londoner Southbank.

Warum wählte man ausgerechnet dieses hässliche Entlein in Nottinghamshire zum Festival Village und keines der schönen „chocolate box villages“, die es doch zuhauf gab? Der Labour Politiker Herbert Stanley Morrison, der für das Festival verantwortlich war, hatte diese Wahl getroffen, weil er der Meinung war, dass Trowell ein typisches Beispiel für britisches Landleben war. Viele waren da ganz anderer Ansicht, gab es doch in Trowell weder ein Village Green, auf dem man Veranstaltungen durchführen könnte, noch einen einzigen Pub, denn die waren alle geschlossen worden, dafür dominierten die tristen Hüttenwerke mit ihren Abgasen.

Die Bürger von Trowell wollten aber dem ganzen Land zeigen, dass auch sie in der Lage waren, etwas für das mehrere Wochen dauernde Festival auf die Beine stellen zu können. Da wurden Cricketmatches organisiert, Theaterstücke aufgeführt, Chöre traten auf, Volkstänze waren zu sehen, eine Blumenshow zog Gäste an; man tat, was man konnte, und die Einwohner von Trowell waren stolz auf ihr Festival Village. Einige Zeitungen machten sich etwas lustig über den kleinen Ort, was natürlich gar nicht gut ankam.

Was ist übrig geblieben von damals? Es gibt wieder einen Pub, der sich Festival Inn nennt, und an der Ilkeston Road zu finden ist, und auf der Homepage des Parish Councils kann man immer noch den stolzen Schriftzug lesen „Festival of Britain Village 1951“.

Der Festival Inn.
Photo © Garth Newton (cc-by-sa/2.0)

Die Trowell Services an der M1.
Photo © Peter Mackenzie (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 30. August 2018 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Bramber – Ein hübsches Dorf in West Sussex

Die Hauptstraße von Bramber.
Photo © John Sutton (cc-by-sa/2.0)

Nordwestlich von Brighton, an der A283, liegt das hübsche und sehenswerte Dorf Bramber in West Sussex. Am Rande des Ortes stehen die wenigen Überbleibsel des Bramber Castles, darunter die rund zehn Meter hohe Ruine des ehemaligen Torhauses. Die normannische Burg wurde im 11. Jahrhundert erbaut; gleich daneben die normannische Kirche St Nicholas, die etwa aus der selben Zeit wie die Burg stammt und die älteste normannische Kirche von Sussex ist (täglich geöffnet!).

Das Sahnestück des Dorfes Bramber ist aber die Hauptstraße, einfach nur The Street genannt. Im Sommer sind viele Häuser und die Straßenlaternen mit Blumen dekoriert, selbst die sonst eher schmucklosen indischen und chinesischen Restaurants, in diesem Fall das Maharajah und The New Bramber Dragon, sind mit Blumenampeln und Blumenkästen bunt herausgeputzt.

Großartig sieht auch die Front des Castle Inn Hotels aus, regelrecht in ein Blumenmeer gehüllt. Das 3*-Hotel rühmt sich seines „Old Worlde“-Charmes, „with nooks, crannies and probably not a right angle in the entire place“.

Der Star von Bramber ist zweifellos ein uraltes, grandios aussehende Fachwerkhaus an der Hauptstraße namens St Mary’s, das im 15. Jahrhundert erbaut wurde und dessen Fundamente sogar noch älter sind. Hier war schon Königin Elizabeth I. zu Gast und König Charles II. soll auf seiner Flucht nach Frankreich in dem Haus übernachtet haben.

Die Kellerräume von St Mary’s sollen Sir Arthur Conan Doyle zu seiner Sherlock Holmes Geschichte „The Musgrave Ritual“ (dt. „Das Musgrave Ritual“) inspiriert haben (Alfred Musgarve war der Besitzer des Hauses Anfang des 20.Jahrhunderts).

St Mary’s stand sogar einmal kurz davor, abgerissen zu werden, doch es fanden sich glücklicherweise immer wieder Menschen, die sich in St Mary’s verliebten und das Gebäude hegten und pflegten. Auch die verschiedenen Gärten sind sehenswert wie der Secret Garden, der Topiary Garden und der Terrace Garden.

Das ganze Jahr über finden Veranstaltungen und Konzerte im St Mary’s House statt, so wird es am 6. Oktober einen Abend mit dem Pianisten Phillip Dyson und am 3. November einen Operngala-Abend geben.

St Mary’s ist von April bis Ende September geöffnet, für Einzelpersonen nur zu bestimmten Zeiten, sonst nur für Gruppen. Hier sind die exakten Öffnungszeiten.

Hier ist ein stimmungsvoller Film über das Haus in West Sussex.

Die Ruinen des Bramber Castles.
Photo © Marathon (cc-by-sa/2.0)

St Nicholas.
Photo © Ian Cunliffe (cc-by-sa/2.0)

The Castle Inn Hotel.
Photo © John Sutton (cc-by-sa/2.0)

St Mary’s.
Photo © Michael Garlick (cc-by-sa/2.0)

Die Gärten von St Mary’s.
Photo © Michael Garlick (cc-by-sa/2.0)