Woking (Surrey), Herbert George Wells und die Marsianer-Skulptur

Herbert George Wells ist einer der Klassiker der Science Fiction-Literatur und sein Roman „The War of the Worlds“ (dt. „Der Krieg der Welten“) gehört zu seinen bekanntesten. 1889 erschien das Buch, das von einer Invasion der Marsbewohner in und bei Woking in Surrey handelt. Wells wohnte viele Jahre in der Stadt in der Maybury Road 143, kannte sich also in der Region gut aus.
Hundert Jahre nach Erscheinen des Romans, der auch mehrfach verfilmt wurde, überlegten die Stadtväter von Woking wie sie ihren berühmten Sohn am besten ehren könnten und man kam auf die Idee, im Stadtzentrum ein Monument zu errichten, das Bezug auf die Invasion der Marsianer nimmt.

Man schrieb einen Wettbewerb aus, der von dem jungen Künstler Michael Condron gewonnen wurde. Sein Vorschlag war die Skulptur eines Marsbewohners, die sich an der Beschreibung aus dem Roman von Wells orientierte. So entstand ein sieben Meter hohes Gebilde aus rostfreiem Stahl, das auf seinen langen Beinen furchterregend durch die Innenstadt von Woking schreitet. Ein paar Meter weiter findet sich das Raumschiff der Marsianer in das Pflaster einbetoniert. Und dann gibt es da noch die Bakterien, die in Wells‘ Roman eine so wichtige Rolle spielen, in Steinplatten um die Skulptur herum eingraviert. Eine in den Boden eingelassene Plakette trägt die Aufschrift:

„This sculpture is the artist’s interpretation of a ‚Walking Engine of Glittering Metal‘. It celebrates Woking as the birthplace of modern science fiction and marks the centenary of H.G. Wells‘ first edition of ‚The War of the Worlds‘. In this pioneering novel humanity is saved from an overwhelming martian invasion by earth’s smallest creatures, bacteria. This sculpture was unveiled by the mayor of Woking, Cllr Mrs Irene K. Matthews, April 1998.“

The Martian steht am H. G. Wells Conference and Events Centre am Crown Square.

Wells' Haus in der Melbury Road.I, the copyright holder of this work, hereby release it into the public domain.

Wells‘ Haus in der Maybury Road.
The copyright holder of this work releases it into the public domain.

Sipson (Greater London) – Ein Dorf kämpft(e) um sein Überleben

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Etwa dort, wo heute das Terminal 3 des Londoner Flughafens Heathrow steht, befand sich einmal ein Dorf namens Heath Row, das in den 1940er Jahren komplett abgerissen wurde, um Platz für einen neuen Flughafen zu schaffen. Ein ähnliches Schicksal droht seit einiger Zeit der kleinen Gemeinde Sipson, die eingekeilt zwischen Heathrow und den Autobahnen M25 und M4 liegt. Der Grund: Der Londoner Großflughafen braucht dringend Platz für eine dritte Startbahn, denn er kann das gestiegene Passagieraufkommen kaum noch bewältigen. Platz ist aber Mangelware im dichtbesiedelten Westen der Stadt und so wäre ein Abriss von Sipson ideal für die Flughafenbetreiber Heathrow Airport Holdings Limited, um an dieser Stelle eine weitere Start- und Landebahn zu bauen.

Momentan ist das Thema zwar vom Tisch, da sich sowohl Londons Bürgermeister Boris Johnson als auch die Regierung unter David Cameron gegen einen Ausbau von Heathrow ausgesprochen haben (Johnson favorisiert einen neuen Flughafen in der Themsemündung), aber sicher kann man sich nie sein, ob die Pläne nicht doch eines Tages realisiert werden. Die bis Ende 2012 unter dem Namen BAA firmierenden Betreiber des Flughafens haben damit begonnen, in großem Stil die Häuser von Sipson aufzukaufen, und immer mehr Bewohner haben sich dazu entschlossen, ihr Dorf zu verlassen, denn die Lebensqualität hat kontinuierlich nachgelassen. Der Lärm der Autobahnen, sowie der permanent startenden und landenden Flugzeuge und der nicht mehr vorhandende Dorfzusammenhalt (die alteingesessenen Bewohner werden immer weniger, dafür ziehen Menschen aus aller Herren Ländern hierher, denen die neuen Besitzer der Häuser kurzzeitige Mietverträge geben) haben viele Bürger veranlasst, ihr Leben in einem anderen Teil des Landes weiterzuführen.

Es gibt aber noch Widerstände im Dorf wie Grow Heathrow, eine Organisation von Umweltaktivisten, die auf einer brach liegenden Fläche einen „community garden“ angelegt haben. Die lokale No Third Runway Action Group scheint dagegen aufgegeben zu haben, denn ihre Homepage verzeichnet keine aktuellen Einträge mehr.

Wie wird es in Sipson weitergehen? Kommt letztendlich doch die dritte Landebahn und das Dorf  verschwindet unter einer Asphaltdecke, auf der Jets aus aller Welt starten und landen? Wird Heathrow zugunsten eines Flughafens in der Themsemündung oder an einer anderen Stelle aufgegeben und Sipson bekommt eine Überlebenschance?

So wie in diesem Film erleben die (Noch)-Bewohner von Sipson den täglichen Flugverkehr von Heathrow und hier ist der Bericht einer Dame, die fast ihr ganzes Leben im Dorf verbracht hat.

Das Buch zum Artikel:
Philip Sherwood: Around Heathrow Through Time. Amberley Publishing 2012. 96 Seiten. ISBN 978-1445608464.

Published in: on 27. Februar 2013 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Mein Buchtipp – Charlie Connelly: Bring me sunshine

Eigenes Foto

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Die Engländer und das Wetter; in wohl keinem anderen Land ist das Thema Wetter als Gesprächsthema so beliebt wie hier in England. Der Reiseschriftsteller Charlie Connelly hat sich des Themas in seinem neuen Buch angenommen, das den Titel trägt „Bring Me Sunshine: A Windswept, Rain-Soaked, Sun-Kissed, Snow-Capped Guide To Our Weather„. Zuvor hat Connelly schon einmal ein Buch über den Seewetterdienst seines Landes geschrieben: „Attention All Shipping: A Journey Round the Shipping Forecast„.

Sein neues Buch ist eine Art Rundumschlag über alle Aspekte des Wetters und er beschränkt sich dabei nicht nur auf sein Heimatland. In einem Kapitel beschäftigt sich Connelly mit dem Regenschirm, in einem anderen mit der Geschichte des Barometers. Weitere Themen sind:

– Die Regenmacher, die mehr oder weniger erfolgreich, vor allem in den USA, mit dubiosen Methoden versuchten, in Dürregebieten Regen „herunterzuzaubern“
– London und der Nebel
– Die Schneeflocken
– Francis Beaufort, der die Windskala entwickelte
– Robert FitzRoy und die Ursprünge der Wettervorhersage
– Schwere Stürme, die in Großbritannien Verwüstungen anrichteten.

Das Buch ist sehr interessant geschrieben und jedem zu empfehlen, der sich auch einmal mit etwas entlegeneren Aspekten des Themas Wetter beschäftigen möchte. Ich habe die Lektüre sehr genossen.

Charlie Connelly: Bring Me Sunshine: A Windswept, Rain-Soaked, Sun-Kissed, Snow-Capped Guide To Our Weather. Little, Brown 2012. 321 Seiten. ISBN 978-1408703243.

Published in: on 26. Februar 2013 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  

Die Winsford Rock Salt Mine in Cheshire – Streusalzproduzent Nummer 1

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Wenn in England die ersten Schneeflocken fallen und die Temperaturen die Null-Grad-Grenze unterschreiten, dann wird tonnenweise Streusalz auf die Straßen geschüttet. Als ich vor einiger Zeit im Januar und Februar durch das Land fuhr und es etwas geschneit hatte, warnten die Medien davor, das Haus zu verlassen, der Schulunterricht fiel aus, Flughäfen wurden geschlossen und allgemeine Panik machte sich breit (was ich als Nicht-Engländer nicht so recht nachvollziehen konnte). Da schlugen die Straßenmeistereien mit ihren Streufahrzeugen zu und verteilten unendliche Mengen Salz auf den Fahrbahnen; bald hatten alle Autos einen dicken Salzpanzer, so dass die eigentliche Farbe kaum noch zu erkennen war. Dann kam die Meldung, dass in den Kommunen die Salzvorräte dem Ende zugingen, obwohl rund um die Uhr Streusalz produziert wurde. Wo kommt das denn eigentlich her?

Zum größten Teil aus dem westlichen Teil der Grafschaft Cheshire; dort befinden sich Salzlager, die z.B. in der Winsford Rock Salt Mine abgebaut werden, die größte ihrer Art in ganz Großbritannien. Wenn die Nachfrage nach „grit“, wie das Streusalz genannt wird, besonders hoch ist, kann es schon einmal vorkommen, dass sich die LKWs auf einer Länge von mehreren  hundert Metern vor der Mine stauen.

Das Salz wird in einer Tiefe von ca 200 m abgebaut und die Stollen erstrecken sich über 217 km; über eine Millionen Tonnen Salz werden pro Jahr in der Winsford Rock Salt Mine gewonnen. Betreiber der Mine ist die Firma Salt Union Ltd („De-Icing is Our Business“).

Durch den Abbau des Salzes sind natürlich riesige leere Räume entstanden, die man jetzt zu einem Teil als Lagerfläche verwendet. Die Firma DeepStore Records Mangement lagert hier unten u.a. Dokumente, Kunstwerke, polizeiliche Beweisstücke und Teile des Nationalarchivs aus Kew in Surrey ein, die durch die stets gleich bleibende Temperatur und die Katastrophensicherheit optimal aufbewahrt werden können. Dieser Film informiert über die Möglichkeiten, die Deepstore anbietet.

Die Winsford Rock Salt Mine ist nicht öffentlich zugänglich; Touren werden also nicht angeboten; dafür bietet dieser Film einen Blick hinter die Kulissen der Salzgewinnung.

Salt Union Ltd.
Astbury House
Bradford Road
Winsford
Cheshire
CW7 2PA

LKW-Warteschlangen vor der Winsford Rock Salt Mine.   © Copyright Andrew Fielding

LKW-Warteschlangen vor der Winsford Rock Salt Mine.
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Published in: on 25. Februar 2013 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Village Idiot, Wibbly Wallaby und andere witzige englische Biernamen

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Fantasie haben sie schon, die englischen Brauereien, und so versehen sie ihre Biere häufig mit kuriosen, witzigen Namen. Einige Beispiele habe ich hier einmal zusammengestellt.

Die Wychwood Brewery in Witney (Oxfordshire), über die ich in meinem Blog schon einmal berichtete, tut sich mit der Namensgebung ihrer Biere besonders hervor. Neben ihren ständig gebrauten Hobgoblin-, King Goblin- und Scarecrow-Gerstensäften werden hier auch saisonale Biere hergestellt; so gibt es im November das Dog’s Bollocks („big, round and fruity“), im Dezember das Bah Humbug (rich, fruity spiced ale“) und im Februar das Dirty Tackle („luscious and hoppy“). Die Brauerei verfügt über sehr gut gemachte Webseiten!!

Nicht weniger fantasievoll sind die Namensgeber der ebenfalls in Oxfordshire ansässigen White Horse Brewery. Hier in Stanford-in-the-Vale, zwischen Wantage und Faringdon im Westen der Grafschaft gelegen, wird ein Bier namens Village Idiot gebraut („A beer well hopped with challenger/Bramling cross hops with a base of fine pale malt and wheat gives a light straw coloured beer with a lasting fruity aftertaste“). Da es in der Region mehrere White Horses gibt, jene in Hügel geritzte Erdzeichnungen, versieht die Brauerei die meisten ihrer Biere mit Namen, die auf Pferde Bezug nehmen wie Champion the Wonder Horse, Black Beauty oder Horse Rustler.

Die Wincle Brewery, tief im Peak District National Park in Cheshire gelegen, hat Biere mit dem Namen Wibbly Wallaby („very moreish“), Old Hag („a dark, sumptous and comforting ale“) und Undertaker („There’s s a touch of the night about this dark-coloured bitter“) im Programm.

In Shrewsbury in Shropshire hat die Salopian Brewery ihren Sitz. Auch hier werden saisonale Biere gebraut, denen man absonderliche Namen gegeben hat wie Loan Shark („risp fresh pine and mango flow across the palate and develop into a long crescendo of hops and a biscuit malt finish“), Rat Race („A field of hops, breeze with hints of of orange, citrus and lime. Hints of biscuit and wheat give depth and balance and a powerful finish“) oder Crocodile Tears („Light copper to the eye, Crocodile Tears is a vibrant ale, pure and fruit focused which tickles the palate with a refreshing bite“).

Sehr schöne Namen vergibt auch die Sadlers Ales Brewery bei Stourbridge in den West Midlands. Frost Giant („Light and refreshing extra pale ale, brewed with Challenger and Admiral Hops“) heißt das im Januar gebraute Bier, Snow Leopard („A complex I.P.A brewed with a blend of pure English hops and infused with Winter Spices“) das Dezember-Bier und Sun Catcher („A rich, deep, golden ale with an intense magnum hop bitterness“) das im August hergestellte.

In Lowestoft in Suffolk schließlich finden wir die Green Jack Brewery, deren Biere ebenfalls sehr schöne Namen tragen. Hier sind nur einige Beispiele: Red Herring („rich fruity red ale brewed with Oak and Beech smoked malt giving the beer a subtle smokey flavor with a dry smokey finish“), Gone Fishing („a strong, deep amber coloured Ale, fruity and malty very drinkable for it’s strength“) und Fruit Bat („Bitter with a taste of plums. Scary enough for Halloween“).

Die Salopian Brewery in Shrewsbury.   © Copyright Mike White

Die Salopian Brewery in Shrewsbury.
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Published in: on 24. Februar 2013 at 02:00  Comments (1)  

Berry Bros. & Rudd – Großbritanniens älteste Weinhandlung in London

   © Copyright R Sones

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Sollte man einmal bei der Queen oder beim Prince of Wales eingeladen werden und dort ein Glas Wein vorgesetzt bekommen, so kann man fast sicher sein, dass der Wein von der Firma Berry Bros & Rudd geliefert worden ist, denn sie hat schon seit langem die Royal Warrants und darf sich Hoflieferant nennen.
Seit 1698 gibt es diese Wein- und Spirituosenhandlung schon und wer dort einmal einkaufen möchte, muss sich in die St. James’s Street Nummer 3 begeben, wo das Geschäft seit seiner Gründung ansässig ist. Das schöne alte Haus scheint sich kaum verändert zu haben und besitzt eine sehr ansprechende Fassade. Zu den Kunden von Berry Bros. & Rudd gehörten unter vielen anderen Prominenten z.B.  Lord Byron, William Pitt the Younger und der Aga Khan (wie die Homepage der Firma stolz verkündet).

Die Kellergewölbe ziehen sich weitläufig unter der St. James’s Street und angrenzenden Straßen hin; hier lagern riesige Mengen von Weinen und einige der Räume stehen auch für Festlichkeiten zur Verfügung wie der Napoleon Cellar und der Pickering Cellar. Die Firma führt hier Weinproben durch und hält in der Wine School Seminare ab. Im vorigen Jahr erhielt die Weinschule den Wine Educator of the Year Award bei der International Wine Challenge. Es ist schon großartig, was hier fast jeden Tag an Informationsveranstaltungen angeboten wird. Hier ist der Events Calendar für das erste Halbjahr 2013.

Berry Bros. & Rudd, die über 4000 Weine und Spirituosen im Angebot haben, wurden schon so oft ausgezeichnet, dass man das kaum noch zählen kann. In diesem Jahr verzeichnete Timeout das Geschäft unter den „best shops in London“.

In Basingstoke unterhält die Firma noch einen Bin End Shop, ist aber auch international tätig mit Verkaufsbüros in Dublin, Tokyo und Singapur.

Dieser Film wirft einen Blick hinter die Kulissen von Berry Bros. & Rudd und dieser Film informiert über die Weinschule der Firma.

Berry Bros & Rudd
3 St James’s Street
London, SW1A 1EG

Published in: on 23. Februar 2013 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Eric Sykes: „Mr. H is late“- Eine makabre Komödie

Eigenes Foto.

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Mr. H ist gestorben und soll von einem Bestattungsinstitut abgeholt werden. Eigentlich kein Problem für die Profis, aber: Mr. H liegt im 26. Stock eines Hochhauses und der Fahrstuhl ist (angeblich) defekt. Wie nun Mr. H in seinem Sarg die vielen Treppen hinunterbugsiert und schließlich in die Kirche zur Trauerfeier gebracht wird, ist Inhalt dieses wunderschönen Comedy-Films für Freunde des rabenschwarzen britischen Humors.
1988 wurde der Film unter der Regie des unvergesslichen, im vergangenen Jahr verstorbenen Eric Sykes produziert, der auch gleichzeitig das Drehbuch schrieb und die Hauptrolle, den Senior Undertaker spielte.
Ich stellte vor längerer Zeit in meinem Blog schon einmal meinen Lieblingsfilm mit Eric Sykes „The plank“ (dt. „Das Brett“) vor, der gewisse Ähnlichkeiten mit „Mr. H“ aufweist. In beiden Filmen (und auch noch in anderen) treffen wir den Polizisten wieder, der mit seinem Fahrrad durch die Straßen strampelt und alles und jeden aufschreibt, der ihm unter die Finger kommt. Gespielt wird diese Witzfigur von Jimmy Edwards, der kurz nach den Dreharbeiten zu „Mr. H“ starb. Einer aus der „Bestattertruppe“, der kleinste, wird von Freddie Starr verkörpert, dessen Name kürzlich durch die Schlagzeilen der britischen Presse ging, weil er in Zusammenhang mit den Jimmy Savile Missbrauchsfällen gebracht und kurzzeitig verhaftet wurde.
Sehr witzig ist auch der nervige Dudelsackspieler, von Roy Kinnear gespielt; auch dieser Schauspieler starb kurz nach den Dreharbeiten.

Das Hochhaus, in dem „Mr. H is late“ gedreht wurde, ist das Thirlmere House in der Summerwood Road Nummer 401 in Isleworth bei Richmond im Westen von Greater London.

Hier ist dieser wunderschöne makabre Film zu sehen:
Teil 1  Teil 2  Teil 3

Enthalten ist der Film auf der DVD „The Eric Sykes Collection

Published in: on 22. Februar 2013 at 02:00  Comments (1)  
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Lewes (East Sussex) – Hier ereignete sich das schwerste Lawinenunglück in der Geschichte Großbritanniens

Der Cliffe Hill in Lewes.   © Copyright David Saunders

Der Cliffe Hill in Lewes.
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Lawinen in England? Das ist doch ein Naturschauspiel, das man mit den Alpen in Verbindung bringt und, wenn überhaupt, dann doch eher mit dem Norden des Landes, aber nicht mit East Sussex. Doch genau hier, in der Hauptstadt der Grafschaft, in Lewes, ereignete sich am 27. Dezember 1836 das schwerste und folgenreichste Lawinenunglück in der Geschichte Großbritanniens.

Was war geschehen? Der Winter im Jahr 1836 war besonders hart;  starke Schneefälle, verbunden mit schweren Stürmen fegten Ende Dezember über das ganze Land. Am Rande des Cliffe Hill im Osten der Stadt Lewes hatten sich große Schneemassen festgesetzt; man sah zwar, dass die Gefahr bestand, dass diese auf die direkt darunterliegende Boulder Row herunterstürzen könnten, unternahm aber nichts. Und es kam wie es kommen musste, am 27. Dezember gegen 10.15 Uhr morgens kippte die große Schneewechte und ergoss sich auf die armseligen Häuser der Boulder Row (hier wohnten die ärmsten Leute von Lewes). So groß war die Wucht der Lawine, dass alle Cottages der Straße total zerstört wurden. Acht Menschen kamen bei dem Unglück ums Leben, einige konnten aus den Ruinen gerettet werden. Ein Wiederaufbau der Boulder Row erwies sich nicht als sinnvoll. An der Stelle, an der sich das Lawinenunglück ereignete, der heutigen South Street, steht der Snowdrop Inn, ein Name, der an das Ereignis erinnern soll (wenn auch in verniedlichender Form). Wenn man vor dem Pub steht, sieht man dahinter den Cliffe Hill mit seiner scharfen Abbruchkante hervorragen.

Eine Plakette mit den Namen der Opfer befindet sich in der South Malling Parish Church; hier wurden die acht auch beigesetzt.

So viel ich weiß, ist das das einzige Lawinenunglück mit fatalen Folgen in England; in Schottland hat es in den Highlands schon mehrere gegeben.

Der Snowdrop Inn in Lewes.   © Copyright Simon Carey

Der Snowdrop Inn in Lewes.
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Published in: on 21. Februar 2013 at 02:00  Comments (1)  
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Saracen’s Head in Wolterton (Norfolk) – Hier legt man Wert auf regionale Produkte

   © Copyright Evelyn Simak

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Genussvolles, bewusstes Essen mit fast ausschließlich regionalen Produkten hat für die Besitzer des Saracen’s Head in Wolterton bei Erpingham in Norfolk absolute Priorität. Der nicht ganz leicht zu findende Pub, der auch über sechs Hotelzimmer verfügt, liegt „in the middle of nowhere but centre of everywhere“, optimal für Besuche der Nord- und Ostküste der Grafschaft Norfolk und der Norfolk Broads.

Die Menükarte des Restaurants, und das ist auch der ausschlaggebende Grund, warum ich diesen Pub hier vorstelle, gibt für die verwendeten Produkte an, von wie weit her sie transportiert worden sind. Das habe ich noch in keinem anderen Restaurant erlebt. Hier sind einige Beispiele:

– Das Char Grilled Sirloin Steak kommt von Rindern, die in dem 8 km entfernten Blickling auf der Weide standen
– Die Taube für den Salad of Local Pigeon Breast kommt aus Nord-Norfolk und wurde maximal 16 km transportiert
– Die Zutaten für die Leek and Carrot Tarte Tatin kommen aus Aylsham und Cawston, beide Orte sind ca 11 km vom Saracen’s Head entfernt
– Die Käseplatte besteht aus Produkten der Ferndale Farm in Little Barningham (4 km), Mrs Temples Cheese aus Wighton (28 km) und einem Brie aus der (sorry!!!) fernen Grafschaft Somerset.

Küchenchef im Saracen’s Head ist der in Blakeney geborene und aufgewachsene Mark Sayer, der im vergangenen Jahr hierher gekommen ist und vorher viele Jahre im The Norfolk Mead in Coltishall gearbeitet hat. Also ein erdverbundener Mann aus Norfolk.

Der Saracen’s Head wurde 1806 im Stil eines toskanischen Bauernhauses gebaut, das vor einigen Jahren von den heutigen Besitzern Tim und Janie Elwes übernommen wurde, die vorher ein Hotel in den französischen Alpen geleitet hatten.

Die Zufahrt erfolgt am besten von der A 140 aus Aylsham kommend Richtung Cromer, nach Erpingham links abbiegen und von dort über die Wall Road Richtung Wolterton. Auf der rechten Seite der Wall Road liegt der Pub.

The Saracen’s Head
Wolterton near Erpingham
Wall Road
Norfolk NR11 7LZ
Tel. 01263 768909

   © Copyright Philip Halling

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Glamping – Outdoor living with indoor comforts

Blackberry Wood bei Ditchling (East Sussex).   © Copyright Robin Webster

Blackberry Wood bei Ditchling (East Sussex).
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Glamping erfreut sich zunehmender Beliebtheit in Großbritannien und stellt eine Alternative dar zu Übernachtungen in Hotels und auf Zeltplätzen. Glamping (Glamorous Camping) oder auch Boutique Camping, Luxury Camping oder Posh Camping genannt ist eine luxuriöse Variante zu Ferien in unbequemen, kleinen Zelten, die einem bei Sturm um die Ohren fliegen, die keine Sanitäranlagen besitzen und ständig auf- und wieder abgebaut werden müssen.

Glampsites bieten z.B. Jurten, Tipis, Baumhäusern und luxuriöse Wohnwagen an. Der Fantasie sind da keine Grenzen gesetzt. Besonders Jurten sind beliebt; das sind die traditionellen Zelte der Nomaden in West- und Zentralasien. „Outdoor living with indoor comforts“ heißt die Devise und manche dieser Jurten können schon ganz schön komfortabel und auch teuer sein. So kostet beispielsweise eine Übernachtung für zwei Personen in der Jurte 52 Beach View an der Priory Bay auf der Isle of Wight pro Nacht £ 200. Dafür bekommt man aber auch ein Kingsize-Doppelbett, ein Badezimmer mit Wanne und die Nutzung des Pools und der Tennisplätze des angrenzenden Hotels ist auch inbegriffen (buchbar über Sawday’s Canopy & Stars).
Die gleiche Firma bietet auch ein Baumhaus in der Nähe von Bath an, das Treehouse at Harptree Court für £245 pro Nacht. Dort erwarten den Gast u.a. eine Kupferbadewanne, persische Teppiche, Ledersessel und eine Veranda.

Wer noch nie in einem Hubschrauber übernachtet hat, der kann das auf dem Blackberry Wood Campsite bei Ditchling in East Sussex einmal ausprobieren. Dort steht ein ausgemusterter Royal Navy-Hubschrauber, dem man den Namen The Holicopter gegeben hat, zur Verfügung. Vier Personen zahlen da nur £70 pro Nacht; allerdings sind die Toilettenanlagen 50m entfernt. Eine Heizung ist eingebaut. Die Übernachtung in diesem ehemaligen Search and Rescue-Drehflügler ist nicht so besonders luxuriös, dafür aber sehr originell. Auf dem Gelände finden sich noch andere kuriose Übernachtungsmöglichkeiten, so z.B. ein 1964er Londoner Routemaster-Doppeldecker-Bus.

Viele weitere Anregungen für Glamping-Urlaube findet man u.a. auf den Webseiten von Glamping UK und Wigwam Holidays.

Hier ist ein Film über Glamping.

Das Buch zum Artikel:
Jonathan Knight: Cool Camping – Glamping Getaways. Punk Publishing 2011. 256 Seiten. ISBN 978-1906889388.

Published in: on 19. Februar 2013 at 02:00  Comments (2)  
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The Seven Wonders of the Isle of Wight

 

With friendly permission of John Blakey.

With friendly permission of John Blakey.

Vor mehr als hundert Jahren kam ein gewisser W. J. Nigh, der in Ventnor auf der Isle of Wight Ansichtskarten herstellte, auf die Idee, statt der üblichen Karten einmal eine witzige Alternative herzustellen. Diese sogenannten „novelty postcards“ zeigten kleine Fotos einiger Sehenswürdigkeiten der Insel, deren Namen mit Wortspielen verbunden waren. Anfangs waren es The Five Wonders of the Isle of Wight, im Laufe der Jahre pendelte sich die Zahl der Wunder aber auf sieben ein. Hier sind die sieben Wunder:

  • Lake“ where there is no water.
  • The Needles“ you cannot thread.
  • Ryde“ where you walk.
  • Cowes“ you cannot milk.
  • Freshwater“ you cannot drink.
  • Newport“ you cannot bottle.
  • Newtown“ which is very old

Wer sich auf der Isle of Wight nicht so gut auskennt, hier ist die Erklärung:

–  „Lake“ ist kein See, sondern ein Dorf im Osten der Insel
–  „The Needles“ sind Kreidefelsen, die am westlichen Ende der Insel ins Meer herausragen
–  „Ryde“, als „Gateway to the Island“ bezeichnet, ist ein Seebad und die größte Stadt der IoW
–  „Cowes“ kann man natürlich nicht melken, höchstens die Schiffseigner, die in Cowes, der Welthauptstadt der Jachten, ihre Boote vor Anker liegen haben.
– „Freshwater“ müsste eigentlich „Saltwater“ heißen, liegt das Dorf doch direkt am Meer (wo der Dichter Alfred Lord Tennyson wohnte)
– „Newport“ ist die Hauptstadt der Isle of Wight, liegt trotz des Namens nicht am Meer und „Portwein“ spielt hier auch keine Rolle
– „Newtown“ ist dagegen eine Hafenstadt und tatsächlich schon an die tausend Jahre alt.

Hier ist eine „karibische“ Liebeserklärung an die Isle of Wight des Sängers Derek Sandy.

Ryde   © Copyright Lewis Clarke

„Ryde where you walk“
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Cowes   © Copyright nick macneill

„Cowes you cannot milk“
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Published in: on 18. Februar 2013 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Die Holgate Windmill bei York (North Yorkshire)

   © Copyright Ian Capper

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Windmühlen üben auch heute noch eine gewisse Faszination auf uns aus und es gibt immer wieder Menschen, die viel Geld und Zeit aufwenden, um diese Relikte einer vergangenen Zeit vor dem Verfall zu bewahren.

Die Windmühle in Brill (Buckinghamshire) habe ich in meinem Blog schon kurz vorgestellt; heute möchte ich auf die Holgate Windmill aufmerksam machen, die mitten in einem Wohngebiet etwa 2,5 km außerhalb des Stadtzentrums von York steht.
George Waud war der erste Müller, der die Windmühle 1770 in Betrieb nahm. Damals stand sie noch in freier Landschaft; die Landwirte brachten ihr Getreide zum Mahlen hierher und das gewonnene Mehl wurde überwiegend in die Stadt York gebracht, wo die Bäcker es zum Brotbacken verwendeten. Im Laufe der Jahrzehnte wechselte die Holgate Windmill immer wieder die Besitzer, bis schließlich im Jahr 1933 der Betrieb eingestellt wurde.

Trotz einiger halbherziger Versuche, die Mühle zu restaurieren, verfiel sie allmählich;  mittlerweile stand sie auch nicht mehr allein in „freier Wildbahn“, sondern sie war umgeben von Häusern, denn die Stadt York mit ihren Vororten hatte sich immer weiter ausgebreitet.
Der Lokalhistoriker David Lodge hatte es sich auf seine Fahnen geschrieben, die Mühle zu erhalten und immer wieder stand er bei den Verantwortlichen der Stadt York auf der Matte, um sein Ziel zu erreichen. Der Durchbruch kam im November 2001, als die Holgate Windmill Preservation Society gegründet wurde, die heute 600 Mitglieder zählt. Über £400 000 hat die Gesellschaft bis jetzt zusammenbekommen, durch die Hilfe von Sponsoren, aber auch durch zahlreiche Eigeninitiativen.
Das Ziel der HWPS ist es, die Mühle wieder in Betrieb zu nehmen und, wie in früheren Zeiten, Holgate Mehl herzustellen. Jedes Jahr werden mehrere Tage der Offenen Tür durchgeführt, bei denen man sich die Holgate Windmill auch einmal von innen ansehen und sich über ihre Geschichte informieren kann.

Wer die Mühle einmal sehen möchte, der verlasse York auf der A59 (Poppleton Road) in Richtung Harrogate. Gegenüber vom Leeman House führt dann links die Straße Windmill Rise direkt zur Holgate Windmill, die auf einer ummauerten runden Wiese steht, um die der Verkehr gelenkt wird.

Published in: on 17. Februar 2013 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Cotswold Beer Festivals

Eigenes Foto.

Eigenes Foto.

Wer sich in diesem Jahr in den Cotswolds aufhält und Biertrinker ist, dem kann ich einige Bierfestivals empfehlen, die auch im Jahr 2013 wieder stattfinden:

– Das 18. Tewkesbury Winter Ale Festival, meines Wissens das erste im Jahr in dieser Region, hat schon vom 31. Januar bis zum 2. Februar stattgefunden. Hier wurden über 80 spezielle Winterbiere präsentiert, von denen das Walloonatic der Cotswold Spring Brewing Company als bestes ausgezeichnet wurde.

– Das 13. Banbury Beer Festival, dessen Zukunft vorübergehend nicht so rosig aussah, findet nun doch statt und zwar vom 9. bis zum 11. Mai. Der Schwerpunkt dieses Festivals soll auf Bieren aus der Grafschaft Cumbria liegen.

– Das 10. Chadlington Beer Festival ist in diesem Jahr am 8. Juni (wer nicht weiß, wo Chadlington liegt: Es befindet sich 5 km südlich von Chipping Norton). Auch hier wird ein Festivalbier des Jahres gekürt werden. Im letzten Jahr war der Sieger das East Street Cream der RCH Brewery aus Weston-super-Mare (North Somerset).

– Auf dem 7. Stratford-upon-Avon Beer & Cider Festival am 14. und 15. Juni dürfte erheblich mehr Betrieb herrschen als in Chadlington, liegt dieser Termin doch mitten in der Touristensaison. Wer sich jetzt schon einmal informieren möchte, welche Biere dort zum Einsatz kommen, hier ist die Liste. Schauplatz des Ereignisses ist der Stratford-on-Avon Racecourse.

– Der Termin für das 18. South Cotswold Beer & Music Festival in Chipping Sodbury ist der 12./13. Juli.  Hier stehen über 100 Biere, Ciders, Perries und Weine zur Auswahl. „Austragungsort“ ist das Spielfeld des örtlichen Rugbyvereins.

– Das 37. Cotswold Beer Festival findet vom 19.bis zum 21. Juli in Winchcombe in Gloucestershire statt. Über 80 Biersorten kommen in der kleinen Stadt nordöstlich von Cheltenham zur Verkostung. Eine nette kleine Geste für die bierabstinenten Autofahrer: „Designated drivers will be offered free soft drinks“.

– Das 34. Frocester Beer Festival 2013 ist am 23. August. Frocester liegt in der Nähe von Stroud in Gloucestershire. Der Dursley Lions Club organisiert das Festival und die Einnahmen kommen wohltätigen Zwecken zugute. Schauplatz: Das Gelände des Frocester Cricket Clubs.

Das ist natürlich keine vollständige Liste, sondern nur eine Auswahl. Der Cotswolds Events Calendar 2013 gibt eine sehr gute Übersicht über das Geschehen in dieser landschaftlich sehr schönen Region.


Published in: on 16. Februar 2013 at 02:00  Comments (1)  

The Ufton Dole – Eine uralte Tradition, die in Ufton Nervet (Berkshire) gepflegt wird

Ufton Court.   © Copyright Shaun Ferguson

Ufton Court.
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Einer der Gründe, warum ich England mag, ist die Aufrechterhaltung von alten Traditionen, auf die man immer wieder im ganzen Land stößt und die ich in meinem Blog hin und wieder vorstelle.

In dem kleinen Dorf Ufton Nervet, zehn Kilometer südwestlich von Reading gelegen, gibt es eine Tradition, die bis in das Jahr 1581 zurückreicht. Am Gründonnerstag wird im Ufton Court, einem Tudor-Herrrenhaus, die Ufton Dole ausgegeben, das sind Textilien wie Bettwäsche und Handtücher  und über hundert Laibe Brot, die sich die Dorfbewohner dort abholen können. Die Ausgabe dieser Geschenke nimmt der Lord of the Manor, Sir William Benyon, höchstpersönlich vor.

Wie kam es dazu? Lady Elizabeth Marvyn, die Besitzerin von Ufton Court Ende des 16. Jahrhunderts, hatte sich einmal auf dem Heimweg zu ihrem Haus in den umliegenden Wäldern total verlaufen und fand nicht mehr zurück. Die Dorfbewohner machten sich auf den Weg, um sie zu suchen, fanden sie auch und brachten die Dame wohlbehalten wieder in ihr Manor House. Aus Dankbarkeit für die Hilfsbereitschaft der Dörfler legte sie testamentarisch fest, dass eine bestimmte Summe Geldes nach ihrem Tod alljährlich für die Ufton Dole ausgegeben werden sollte, die damals aus Brot und Leinen für die Armen der Gemeinde bestand.

Es heißt, dass ein Fluch über den Landlord kommen werde, der diese Tradition nicht mehr weiterführt und da viele Engländer abergläubisch sind, hat bisher auch noch niemand der Ufton Court-Besitzer es gewagt, am Gründonnerstag kein Brot und keine Textilien auszugeben. Hier ist ein Film über Ufton Court.

Der Name des Dorfes Ufton Nervet ging im Jahr 2004 durch die britischen Medien, als dort am 6. November auf einem Bahnübergang ein Zug der Linie London – Plymouth ein Auto erfasste, wobei sieben Menschen ums Leben kamen. Es stellte sich heraus, dass der Autofahrer absichtlich auf den Schienen geparkt hatte, um Selbstmord zu begehen. Hier ist ein Film.

Published in: on 15. Februar 2013 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Libanon-Zedern – Schmuckstücke in den Parks englischer Stately Homes

Audley End und seine wunderschöne Zeder.   © Copyright Keith Evans

Audley End und seine wunderschöne Zeder.
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Für mich sind es die schönsten Bäume überhaupt – die Libanon-Zedern, die man in den Parkanlagen vieler englischer Stately Homes antrifft. Die Cedrus libani, so ihr lateinischer Name, kommt aus dem Mittelmeerraum und ziert die Nationalflagge des Staates Libanon. Der Baum kann bis zu 50 Metern hoch und über 1000 Jahre alt werden. Manchmal werden die Äste der Zedern so schwer, dass sie abbrechen, und ich habe schon Bäume gesehen, deren Äste gestützt werden mussten wie die eines besonders schönen Exemplars, das 1762 von Capability Brown in Audley End bei Saffron Walden in Essex gepflanzt wurde.

Brown und andere Landschaftsgärtner verwendeten die Libanon-Zedern gern für die Gestaltung der weitläufigen Garten- und Parkanlagen in englischen Herrenhäusern.

Wer die TV-Serie „Downton Abbey“ verfolgt hat, kann in den Szenen, die vor dem Highclere Castle in Hampshire gedreht worden sind, das ja als Downton Abbey fungiert, sehr schöne Zedern sehen, die damals der zweite Earl of Carnarvon pflanzte, aus Samen, die der Pflanzensammler Stephen Pococke aus dem Libanon mitgebracht hatte. 56 Exemplare sollen auf dem Gelände von Highclere Castle stehen.

Besonders schöne Libanon-Zedern (es wird behauptet, sie seien die schönsten in ganz England)  finden sich in den Parkanlagen von Wilton House bei Salisbury in Wiltshire. Der vierte Earl of Pembroke pflanzte sie in den 1630er Jahren.

Richard Boyle, der dritte Earl of Burlington, und der Gartengestalter William Kent waren von Libanon-Zedern so begeistert, dass sie sie 1726-29 in den Park von Chiswick House im Londoner Stadtteil Chiswick integrierten.

Vor dem Rowton Castle Hotel in der Nähe von Shrewsbury in Shropshire steht eine besonders bemerkenswerte Libanon-Zeder, an die ich mich noch sehr gut erinnern kann, als ich dort einmal wohnte. Sie gilt als eine der größten Europas. Das Cedar’s Restaurant im Hause wurde nach dem Baum benannt und es gibt hier auch einen Cedar Room (mit Himmelbett!).

Diese nur sehr kleine Liste von Häusern mit sehenswerten Libanon-Zedern ließe sich natürlich noch endlos weiterführen; ich hoffe, ich habe damit ein wenig den Appetit geweckt, beim nächsten Besuch einer englischen Parkanlage, sich diese wunderschönen Bäume einmal näher anzusehen.

Highclere Castle.   © Copyright pam fray

Highclere Castle.
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Wilton House.   © Copyright Mike Searle

Wilton House.
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Chiswick House.   © Copyright Alexander P Kapp

Chiswick House.
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Rowton Castle Hotel.   © Copyright Matthew Hatton

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Published in: on 14. Februar 2013 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Barrington Pheloung – Komponist von Musik für Fernsehserien

Morse

Im Alter von 18 Jahren kam der in Australien geborene Barrington Pheloung nach London, um am Royal College of Music zu studieren. In der ersten Phase seiner Karriere spezialisierte er sich auf Ballettmusik; dann, nachdem Anthony Minghella auf ihn aufmerksam wurde, legte er den Schwerpunkt seiner Arbeit auf das Komponieren von Bühnenmusik und schließlich, wodurch er noch berühmter wurde, schrieb er Musik für Fernsehserien.

Der heute 58 jährige Pheloung komponierte die Titelmusik für eine der ganz großen TV-Krimiserien des britischen Fernsehens „Inspector Morse„, die von 1987 bis 2000 ausgestrahlt wurde, mit dem unvergessenen, 2002 verstorbenen John Thaw in der Hauptrolle und Kevin Whately als sein Sergeant Lewis. Mir ist es nach wie vor unverständlich, dass das deutsche Fernsehen (es wurden nur einige wenige Folgen vom DDR-Fernsehen gesendet) sich dieser herausragenden Serie nicht mehr angenommen hat. Pheloungs melancholische Titelmusik passte optimal zu der Figur des Inspectors aus Oxford, der ja auch häufig melancholischer Stimmung war.

Als der Sender ITV 2006 ein „spin-off“ der Inspector Morse-Serie mit dem Titel „Lewis“ begann (die jetzt gerade eingestellt wurde), in dem Sergeant Lewis, mittlerweile zum Inspektor befördert, auf seine Weise Mordfälle in Oxford löst, konnte man Barrington Pheloung wieder dafür gewinnen, die Filmmusik zu schreiben.

Und schließlich war der erfolgreiche Komponist auch an dem Film „Endeavour“ beteiligt, in dem die Vorgeschichte des jungen (Endeavour) Morse gezeigt wird (woraus man eventuell auch eine TV-Serie machen wollte).

Barrington Pheloung wirkte ebenfalls an der TV-Krimiserie „Dalziel and Pascoe“ mit, von der das ZDF einige Folgen gesendet hat, und die auf den Romanen von Reginald Hill beruht.

Eine vollständige Übersicht über das musikalische Schaffen Pheloungs findet man hier.

Hier sind die Titelmelodien von Inspector Morse, Lewis und Endeavour zu hören.

Lewis

Published in: on 13. Februar 2013 at 02:00  Comments (3)  
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Bozedown Alpacas in Whitchurch-on-Thames (South Oxfordshire)

Die Bozedown Alpacas.   © Copyright Andrew Smith

Die Bozedown Alpacas.
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„Das Alpaka (Vicugna pacos), auch Pako, ist eine aus den südamerikanischen Anden stammende, domestizierte Kamelform, die vorwiegend ihrer Wolle wegen gezüchtet wird.“ So steht es in der Wikipedia. Doch auch in Europa und speziell in Großbritannien gibt es Züchter und Liebhaber dieser Tiere. 35 000 Alpakas soll es im Vereinigten Königreich geben, und die Züchter haben sich in der British Alpaca Society (BAS) zusammengeschlossen, deren Aufgabe so definiert ist: “ The BAS, via its regional groups, provides information, support and events for alpaca owners, breeders and all those interested in alpacas“.
Das größte Ereignis in der Welt der europäischen Alpakazüchter ist das vom 15. bis 16. März im National Exhibition Centre in Birmingham stattfindende British Alpaca Futurity & Fibre Festival.

Bozedown Alpacas in  Whitchurch-on-Thames im Süden der Grafschaft Oxfordshire ist einer der führenden Züchter in Großbritannien. Auf der Farm leben über 800 der putzigen Tiere, von denen in den letzten Jahren viele auf Alpaka-Shows ausgezeichnet worden sind.
Bereits 1989 wurde Bozedown Alpacas am Rande der Chilterns gegründet und die Weideflächen für die Tiere befinden sich an der Themse. Auf der Farm werden Kurse für den Umgang mit Alpakas angeboten und wer möchte, kann die domestizierten Südamerikaner hier auch gleich kaufen. Ein männliches Jungtier kostet etwa ab £350, ein weibliches Zuchttier ist da schon wesentlich teurer, nämlich ca £3000.
„Alpacas are clean and intelligent. They make outstanding fibre producers, pets and companions“, heißt es auf den Webseiten von Bozedown Alpacas. Was kann man mehr von einem Tier verlangen?

…und so sehen hübsche, gepflegte britische Alpakas aus.

Bozedown Alpacas
Bozedown Farm
Hardwick Road
Whitchurch on Thames
Reading RG8 7QY
Tel. 0118 984 3827

Das Buch zum Artikel:
Helen Rose: Keeping Alpacas – Secrets from the field. CreateSpace Independent Publishing Platform 2013. 102 Seiten. ISBN 978-1482045994.

Published in: on 12. Februar 2013 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Auf den Spuren von Inspector Barnaby – Burnham Beeches (Buckinghamshire)

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Die heutige Folge meiner Serie „Auf den Spuren von Inspector Barnaby“ führt nicht in ein Dorf im „Midsomer County“, sondern in ein ausgedehntes Waldgebiet in Buckinghamshire. Zwischen Beaconsfield und Slough liegt eine Region namens Burnham Beeches oder exakt: Burnham Beeches National Nature Reserve. Hier wachsen überwiegend Buchen und Eichen, von denen manche schon über 400 Jahre alt sind. Außerdem haben sich in dem Wald zahlreiche seltene Pflanzen und vom Aussterben bedrohte Tiere angesiedelt.

Die Burnham Beeches wurden bisher nur einmal für Dreharbeiten der „Inspector Barnaby“-Serie verwendet und zwar für Episode 66 „Talking to the dead“ (dt. „Die Untoten von Barton Woods“). In diesem Wald geschehen unheimliche Dinge, es sind Stimmen zu hören, Nebel wabert über den Waldboden; sogar Tom Barnaby und Ben Jones ist es nicht so ganz geheuer in den Barton Woods. Aber natürlich finden sich für diese übernatürlichen Vorgänge letztlich ganz reale Erklärungen. Hier ist ein Filmausschnitt.

Da die Burnham Beeches nahe an den großen Pinewood und Shepperton Filmstudios liegen, sind die Wälder sehr beliebt bei Filmproduzenten, die bisher auch reichlich Gebrauch davon gemacht haben, obwohl es strenge Auflagen gibt. Hier sind einige Filme, die in den Burnham Beeches gedreht wurden:

– Harry Potter and the Order of the Phoenix (dt. „Harry Potter und der Orden des Phönix“) – 2007
Harry Potter and the Deathly Hallows: Part 1 (dt. „Harry Potter und die Heiligtümer des Todes – Teil 1“) – 2010
– Robin Hood: Prince of Thieves (dt. „Robin Hood – König der Diebe“) – 1991
– An American Werewolf in London (dt. „American Werewolf“) – 1981
– Now Is Good (dt. „Now Is Good – Jeder Moment zählt“) – 2012

Wer die Burnham Beeches einmal aufsuchen möchte, dem kann ich z.B. die Zufahrt über die A355 (Beaconsfield Road) in Farnham Common (am Restaurant „Memories of India“) über die Beeches Road und den Lord Mayor’s Drive empfehlen, der direkt in den Wald hineinführt. Hier gibt es auch jede Menge Parkplätze.

Hier ist ein Spaziergang durch die verzauberten Wälder zu sehen.

   © Copyright Mark Percy

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Mein Buchtipp – Joseph Wambaugh: The blooding: The true story of the Narborough village murders

Eigenes Foto.

Eigenes Foto.

Das Buch, das ich heute empfehlen möchte, erschien bereits 1989, hat aber plötzlich durch Ereignisse in der englischen Stadt Leicester wieder an Aktualität gewonnen. Mit Hilfe der DNA-Analyse konnte vor wenigen Tagen festgestellt werden, dass es sich bei dem unter einem Parkplatz in Leicester gefundenen Skelett tatsächlich um Richard III handelt. Diese Methode, die Mitte der 1980er Jahre genau hier an der Universität von Leicester entwickelt wurde, hat dazu geführt, dass sehr viele Verbrechen in der ganzen Welt aufgeklärt werden konnten, die sonst vielleicht immer noch als ungeklärt gelten würden.

Das erste Mal, dass mit Hilfe des genetischen Fingerabdrucks ein Mörder verurteilt werden konnte, war im Falle der sogenannten Narborough Village Murders, die sich 1983 und 1986 ereigneten und über die minutiös der kalifornische Schriftsteller Joseph Wambaugh in seinem Buch „The blooding: The true story of the Narborough village murders“ (dt. „Nur ein Tropfen Blut“) berichtet.

Was war geschehen? Am 21. November 1983 wurde die 15jährige Lynda Mann in der Nähe ihres Elternhauses in Narborough in Leicestershire vergewaltigt und ermordet. Die Polizei konnte den Täter nicht ermitteln. Am 31. Juli 1986 kam die ebenfalls 15 Jahre alte Dawn Ashworth im Nachbardorf Enderby auf die gleiche Weise ums Leben. Ein 17jähriger bekannte sich des letzten Mordes schuldig und die Polizei war sicher, dass dieser junge Mann auch den ersten Mord begangen hatte.

Zu der gleichen Zeit hatte Professor Alec Jeffries von der Universität von Leicester die Methode des genetischen Fingerabdrucks entwickelt. Die Kriminalbeamten, die an den beiden Mordfällen arbeiteten, baten den Professor um Hilfe, der schnell feststellen konnte, dass der inhaftierte Jugendliche nicht der Mörder sein konnte (die Polizei hatte bei den beiden Mordfällen Spermaspuren sicherstellen können). Es folgte eine groß angelegte Aktion, bei der 5000 Männer aus der Region aufgefordert wurden, freiwillig Blut- oder Speichelproben abzugeben. Ohne Erfolg. Später prahlte ein gewisser Ian Kelly damit, er hätte £200 dafür erhalten, dass er unter dem Namen seines Freundes  Colin Pitchfork, der in Littlethorpe wohnte, eine Blutprobe abgegeben habe. Die Polizei erfuhr davon, nahm Pitchfork fest, und die DNA-Analyse zeigte zweifelsfrei, dass er der Mörder der beiden Mädchen war.

Für die Recherchen zu seinem Buch hielt sich Joseph Wambaugh eine Zeit lang in der Region auf und besuchte die Dörfer Narborough, Enderby und Littlethorpe, in denen sich die dramatischen Ereignisse abgespielt hatten. Als ich das Buch damals las, war ich davon so fasziniert, dass ich selbst auch einmal dorthin gefahren bin und mir die Orte, die sich alle im Großraum Leicester befinden, angesehen habe.

Joseph Wambaugh, der viele Bücher über die Arbeit der Polizei von Los Angeles geschrieben hat, verfasste hier eine hochinteressante Dokumentation über zwei Mordfälle, die in die Annalen der englischen Polizeigeschichte eingegangen sind.

Hier ist ein Originalbeitrag von Crimewatch UK (das „Aktenzeichen XY“ des britischen Fernsehens), in dem der Fall Dawn Ashworth rekonstruiert wird.

Joseph Wambaugh: The blooding: The true story of the Narborough village murders. Bantam Press 1989. 288 Seiten. ISBN 978-0593017067. Das Buch ist vergriffen, kann aber problemlos antiquarisch beschafft werden.

Die deutsche Übersetzung „Nur ein Tropfen Blut. Der Tatsachen-Roman über den ersten Mordfall der Welt, der mit Hilfe des genetischen Fingerabdrucks gelöst wurde„, erschien 1990 im Hestia-Verlag, 1992 als Taschenbuch im Heyne-Verlag.

Blick auf Narborough.   © Copyright Mat Fascione

Blick auf Narborough.
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Published in: on 10. Februar 2013 at 02:00  Comments (2)  

Großbritanniens romantischste Hotels

Tripadvisor.co.uk nennt jedes Jahr die romantischsten Hotels des Landes. Hier sind die des Jahres 2013:
1. Cranleigh Boutique – Bowness-on-Windermere, Cumbria
2. Cedar Manor Hotel and Restaurant – Windermere, Cumbria
3. Boskerris Hotel – St Ives, Cornwall
4. Trelaske Hotel & Restaurant – Looe, Cornwall
5. The Old Rectory Hotel – Martinhoe, Devon
6. Shelley’s – Lynmouth, Devon
7. Green Bough Hotel – Chester, Cheshire
8. Knockendarroch House Hotel – Pitlochry, Scotland
9. The Scarlet Hotel – Mawgan Porth, Cornwall
10. The Crown & Castle – Orford, Suffolk

Auffällig ist, dass in diesem Jahr die Hotels im hohen Norden und im Südwesten überwiegen. Ich habe noch in keinem dieser Häuser übernachtet.

Hier ist meine persönliche Liste der romantischsten Hotels Englands, in denen ich mich immer sehr wohl gefühlt habe:

1. Thornbury Castle Hotel – Thornbury, Gloucestershire
2. Cliveden  House – Taplow, Berkshire
3. Chilston Park Hotel – Lenham, Kent
4. Gravetye Manor – West Hoathly, West Sussex
5. The Mermaid Inn – Rye, East Sussex
6. Amberley Castle – Arundel, West Sussex
7. Oakley Court Hotel –  Water Oakley, Berkshire
8. Rowton Castle – Shrewsbury, Shropshire
9. Seckford Hall – Woodbridge, Suffolk
10. Eastwell Manor – Boughton Lees, Kent.

Meine persönliche Nummer Eins: das Thornbury Castle Hotel.Eigenes Foto.

Meine persönliche Nummer Eins: Das Thornbury Castle Hotel.
Eigenes Foto.

Published in: on 9. Februar 2013 at 02:00  Comments (3)  

Denmark Street – Die vielleicht wichtigste Straße der britischen Popmusikgeschichte

   © Copyright David Dixon

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Von der Londoner Charing Cross Road, der Straße der Buchhandlungen, geht die kleine Denmark Street ab, die in der Geschichte der britischen Popmusik eine sehr große Rolle gespielt hat. Die beiden wichtigsten Musikzeitschriften des Landes wurden hier gegründet: Der Melody Maker in der Hausnummer 19 im Jahr 1926 und der New Musical Express in der Nummer 5 im Jahr 1952. Beide Zeitschriften fusionierten im Jahr 2000.

Elton John arbeitete, damals noch unter seinem Namen Reg Dwight, als Bürojunge in der Firma Mills Music, die ihren Sitz in der Nummer 20 hatte. Hier schrieb er 1970 auch seine erste Hitsingle „Your song„.

Auch für die Rolling Stones war die Denmark Street eine wichtige Straße, denn sie nahmen hier in den Regent Sounds Studios (Hausnummer 4) ihr erstes Album auf. In den gleichen Studios produzierten auch der Folk-Barde Donovan und das Gitarren-Genie Jimi Hendrix ihre ersten Schallplatten.

1963 kaufte George Harrison in der Denmark Street eine Gitarre, die er für die Aufnahme des Songs „Till there was you“ verwendete und der auf dem Beatles Album „With the Beatles“ erschien.

Malcolm McLaren und die Sex Pistols hatten in der Hausnummer 6 ihren Probenraum.

Viele Musiker kauften in der Denmark Street ihre Musikinstrumente und auch heute noch sind in der Straße mehrere Musikalienhandlungen zu finden wie „Rose Morris Guitar and Drums“ oder gegenüber „Chris Bryant’s Musical Instruments“.

Hier ist ein Film über die Tin Pan Alley Londons.

Richard III – Auf den Spuren des Königs, dessen Skelett jetzt nach über 500 Jahren gefunden wurde

Ein kleiner Ausschnitt aus der Privatbibliothek meiner Frau zum Thema "Richard III".Eigenes Foto.

Ein kleiner Ausschnitt aus der Privatbibliothek meiner Frau zum Thema „Richard III“.
Eigenes Foto.

In den britischen Medien wurde in den letzten Tagen viel über den sensationellen Fund berichtet, bei dem man unter einem Parkplatz in Leicester das gut erhaltene Skelett Richards III ausgegraben und mit Hilfe von DNA-Proben nachgewiesen hat, dass es sich tatsächlich um die sterblichen Überreste des Königs handelt, der von 1452 bis 1485 lebte.

Als Ehemann einer leidenschaftlichen Ricardianerin (meine Frau ist Mitglied der britischen Richard III Society) haben wir auf unseren Reisen durch England natürlich die meisten der Orte besucht, die in irgendeiner Weise mit Richard III zusammenhängen, als da sind: Bosworth Battlefield, Minster Lovell, York, Grantham, Middleham, Fotheringhay usw. usw.

Wer einmal auf den Spuren Richards III unterwegs sein möchte, dies aber nicht auf eigene Faust tun will, der kann in diesem Jahr an einigen geführten Busreisen teilnehmen, von denen ich hier drei vorstelle.

Die Londoner Firma Historical Trips Ltd führt vom 20.bis zum 23. August eine Reise unter dem Titel „Winter of Discontent: Richard III and the War of the Roses“ durch. Die Reise beginnt in York, führt zu den wichtigsten Stätten, an denen der König geweilt hat, und endet mit einem Besuch des Londoner Tower, in dem er angeblich seine beiden Neffen umgebracht haben soll (was aber von Ricardianern heftig dementiert wird!). Der Preis für die Reise: £595 (Unterkunft, Frühstück, Abendessen inbegriffen).

Die Firma Travel Editions, mit Sitz in London, bietet am 31. Mai und am 20. September die Reise „Richard III and the War of the Roses“ mit zwei bzw. drei Übernachtungen in Leicester an, die u.a. auch zu der Ausgrabungsstätte und zu anderen wichtigen Plätzen der Stadt führt, die für Ricardianer von Interesse sind. Dann geht es weiter zum Schlachtfeld von Bosworth, auf dem Richard III zu Tode kam. Preis für zwei Nächte: Ab £299.

Alison Weir Tours veranstaltet vom 16. bis zum 24. Mai die Reise „Lancaster and York„, auf der man u.a. das Middleham Castle, Fotheringhay Castle, das Bosworth Battlefield, York und den Tower of London erleben kann. Die Tour kostet £2795.

Auf diesen geführten Reisen wird man natürlich von fachkundigem Personal betreut,das sicher alle Fragen beantworten kann. Ich persönlich ziehe allerdings immer eine Rundreise mit dem eigenen Auto vor (eine fachkundige Führerin habe ich ja an Bord).

Das Buch zum Artikel:
John Ashdown-Hill: The Last Days of Richard III and the fate of his DNA – the Book that Inspired the Dig. The History Press 2013. 224 Seiten. ISBN 978-0752492056.

Ein kleiner Guide, der von der Richard III Society herausgegeben wurde, war uns auf unseren Reisen sehr nützlich: „Ricardian Britain: A guide to places connected with Richard III“ von Carolyn Hammond. Dieser Führer steht jetzt in einer kompletten Überarbeitung von Beth und Phil Stone (Stand Januar 2013) auf der ebenfalls komplett neuen Homepage der Richard III Society online zur Verfügung.

Eigenes Foto.

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Plakette auf dem Bosworth Battlefield.   © Copyright Bill Sibley

Plakette auf dem Bosworth Battlefield.
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Published in: on 7. Februar 2013 at 02:00  Comments (4)  

Postcard Teas in London – Ein Mekka für Teetrinker

Was die Firma Berry Bros. & Rudd für Londoner Weinliebhaber ist, ist Postcard Teas für Freunde des erlesenen Tees. Den kleinen Laden findet man in der Dering Street 9, gleich neben dem Duke of York Pub, nur ein paar Schritte von der Oxford Street entfernt.

Timothy d’Offay hat mit seinem Geschäft ein Mekka für das britische Nationalgetränk geschaffen, in dem man die besten und erlesensten Teesorten aus allen Regionen Asiens kaufen kann. Seit einigen Jahren versieht Postcard Teas alle seine Teedosen mit exakten Angaben über den jeweiligen Produzenten und den Herkunftsort. Auf diese Weise möchte sich die Firma deutlich von den massenproduzierten „Industrie-Tees“ abheben und zeigen wie groß die Unterschiede zwischen diesen und handverlesenen, sorgfältig produzierten Tees sein können.

Wie beim Wein gibt es beim Tee natürlich auch riesengroße Preisunterschiede. So kostet beispielsweise der rare chinesische „Fragment of Imperial Red Robe 2012“ von Master Xu £29.00 für 6 Gramm.

Postcard Teas bietet nicht nur die besten Teesorten der Welt an, sondern auch alles Mögliche rund um dieses beliebte Getränk wie Teekannen, Teekessel und Bücher über Tee. Außerdem kann man an jedem Samstagvormittag hier zur Teeschule gehen, in der man ein Teatasting erleben kann.

In diesem Film wird der Teeladen in London vorgestellt.

Postcard Teas
9 Dering Street
London W1S 1AG
Tel. 020 7629 3654

Das Buch zum Artikel:
Mary Lou Heiss: The Tea Enthusiast’s Handbook – A Guide to the World’s Best Teas. Ten Speed Press 2010. 208 Seiten. ISBN 978-1580088046.

Published in: on 6. Februar 2013 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Painswick (Gloucestershire) – St Mary’s und die 99 Eiben

   © Copyright Jeremy Bolwell

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Wenn man auf der A46 durch den hübschen kleinen Ort Painswick, nördlich von Stroud, in Gloucestershire fährt, fällt der Kirchhof von St Mary’s sofort ins Auge. Die spitzgiebelige Kirche im Zentrum des Ortes wird umrahmt von sehr vielen, schön in Form geschnittenen Eiben. Zu diesen Bäumen gibt es eine Legende, die sich bis heute erhalten hat. Die Legende besagt, dass auf dem Kirchhof exakt 99 Eiben stehen dürfen; sollte eine hundertste gepflanzt werden, würde der Teufel diese zerstören.
Man hielt sich in Painswick an diese Vorgabe und bekam im Jahr 2000 ein Problem, denn in der Diözese von Gloucester erhielt jede Gemeinde eine Eibe, die, um das neue Jahrtausend zu feiern, auf den jeweiligen Kirchhöfen eingepflanzt werden sollte. Mit einem unguten Gefühl wurde Eibe Nummer 100 gepflanzt…und siehe da, sie gedieh prächtig (da hatte der Teufel wohl nicht richtig aufgepasst).
Sieben Jahre später kippte eine andere Eibe auf Grund starker Regenfälle auf dem Kirchhof um, was den Baumbestand kurzfristig wieder auf 99 reduzierte; man bekam den Baum durch kräftiges Zurückschneiden wieder in den Griff und seine Genesung machte schnelle Fortschritte.

Die Painswick-Eiben wurden Anfang des 17. Jahrhunderts gepflanzt, sind also über 300 Jahre alt. Jeden September werden sie beschnitten, was etwa zwei Tonnen Baumschnitt ergibt. Diese Pflanzenreste werden aber nicht auf einer Deponie entsorgt oder geshreddert, sondern von einer Firma abgeholt, die daraus den Grundstoff für die Antikrebs-Droge Tamoxifen herstellt.

Da die Pflege der Bäume mehrere £1000 pro Jahr kostet, hat man so etwas wie ein „Adopt-A-Yew-Tree“-Projekt ins Leben gerufen; für £99 sponsert man „seinen“ Baum drei Jahre lang.

In jedem Jahr wird hier in St Mary’s die Painswick Clypping Ceremony durchgeführt, ein alter Brauch, bei dem am Sonntag nach dem 19. September die Gemeindemitglieder sich an den Händen fassen und sich um ihre Kirche stellen, während sie die Clypping Hymn singen, was ihrer Zuneigung zu ihrem Gotteshaus Ausdruck geben soll.

Hier ist ein Film über die Painswick Yews.

   © Copyright Brian Robert Marshall

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Published in: on 5. Februar 2013 at 02:00  Comments (1)  
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Rowan Atkinson: A fatal beating

Eigenes Foto.

Eigenes Foto.

Viel ist von Rowan Atkinson in der letzten Zeit nicht zu hören und sehen gewesen. Der Mann, den die meisten automatisch mit der Figur des Mr. Bean verbinden, war zuletzt in dem Kinofilm „Johnny English reborn“ (dt. „Johnny English – Jetzt erst recht“) zu sehen. Zu seinen besten Leistungen zählen für mich seine „Nicht-Mr. Bean-Sketche“, die er im Dezember 1991 auf der Bühne des Boston University Theatres in Boston, Massachusetts, zelebrierte, wo die ganze Bandbreite seiner enormen Wandlungsfähigkeit sichtbar wurde.
Atkinson spielte da u.a. einen indischen Restaurantbesitzer, einen Shakespeare-Darsteller, den Teufel und, wirklich großartig, einen Schulleiter in „A fatal beating„.

In diesem Sktech wird der Vater eines Schülers im Büro des Schulleiters ganz beiläufig darüber in Kenntnis gesetzt, dass der Junge aufgrund ungebührlichen Verhaltens eine Abreibung vom Schoolmaster erhalten hat, die tödlich endete. Der Vater ist selbstverständlich entsetzt, was aber den Pädagogen nicht im mindesten stört. Hat der aber etwa nur einen „Scherz“ gemacht? Der letzte Satz des Sketches gibt Klarheit, was nun wirklich passiert ist. Schwarzer Humor par excellence!!

Partner in diesem Sketch ist Angus Deayton, der mit Rowan Atkinson schon in „Blackadder“ und „Mr. Bean“ zusammengearbeitet hat.

Hier ist „A fatal beating“ zu sehen.

Enthalten ist der Sketch auf der DVD „Rowan Atkinson – Live

Published in: on 4. Februar 2013 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Die enttäuschendsten britischen Besucherattraktionen

Stonehenge in Wiltshire.this work, release this work into the public domain

Stonehenge in Wiltshire.
This work is released into the public domain.

Bei Rundreisen durch Großbritannien stehen einige touristische Highlights immer auf der Tagesordnung. Lohnen sich die Besuche dieser britischen „Wallfahrtsstätten“ aber auch immer? Darüber gehen die Meinungen weit auseinander. Für den einen ein Muss, für den anderen „plain boring“.
Bei einer Umfrage der Virgin Travel Insurance, die zwar schon einige Jahre alt ist, wurden über 1200 Menschen nach ihrer Meinung gefragt und das Ergebnis war doch recht überraschend.
Hier sind die Top 5 der „Most Disappointing Sights“:

Platz 1: Stonehenge
Wer hätte das gedacht? Stonehenge in Wiltshire ist bei Busreisen durch Südengland immer fest eingeplant. Für tausende von Druiden ist Stonehenge eine Kultstätte; die Steine, deren Ursprung noch heute nicht geklärt ist, üben auf Esoteriker eine starke Anziehungskraft aus. So findet sich hier ein bunt gemischtes Völkchen ein und an manchen Tagen kann es ganz schön voll werden. Der Eintritt ist mit £7.80 (fast 10 Euro) nicht gerade niedrig. Von den rund eine Million Besuchern pro Jahr gibt es offensichtlich nicht wenige, die sich von dem Weltkulturerbe nicht angesprochen fühlen. Die Reisejournalistin Felice Hardy nennt Stonehenge „an isolated pile of rocks in a usually muddy field “ und Jason Wyer-Smith von Virgin Travel Insurance kann es nachvollziehen, wenn immer mehr Menschen die „crowds in holiday hell“ meiden.

Platz 2: Angel of the North
Ich kann mir vorstellen, dass die meisten Anthony Gormleys Skulptur bei Gateshead (Tyne and Wear) nur vom Vorbeifahren auf der A1 kennen. Seit 1998 begrüßt der Engel des Nordens die Autofahrer, die in den Nordosten des Landes kommen. Die Einheimischen nennen die 20 Meter hohe Stahlskulptur respektlos „The Gateshead Flasher“, weil sie gewisse Ähnlichkeiten mit einem Exhibitionisten aufweist. Nach Ansicht vieler lohnt sich eine nähere Bekanntschaft mit dem Engel also nicht.

Platz 3: Blackpool Tower
Das ist eigentlich verwunderlich, denn nachdem man dort in der Aussichtsplatform in 116 Metern Höhe einen Glasboden, den Sky Walk, eingebaut hat, ist die Attraktivität des dem Eiffelturm in Paris nachempfundenen Blackpool Tower noch gestiegen. Trotzdem schnitt er bei der Umfrage schlecht ab. Vielleicht hat daran der Pariser Verwandte Schuld, denn der Eiffelturm steht bei den „Most Disappointing Sights“ international auf Platz Eins.

Platz 4: Land’s End
Ich persönlich hätte Land’s End noch weiter oben auf der Skala erwartet. Zugegeben, landschaftlich ist diese äußerste Südwestecke Großbritanniens schon beeindruckend, aber auf dem Gelände ist ein großer „Rummelplatz“ entstanden mit einem König Arthur-Themenpark, einer Air Sea Rescue Show, einem 4D-Filmtheater, dem West Country Shopping Village usw. usw. und alles kostet natürlich jeweils extra Eintritt.

Platz 5: Diana Princess of Wales Memorial Fountain
Dieser in der Südwestecke des Londoner Hyde Park angesiedelte Gedächtnisbrunnen wurde schon oft kritisiert und gescholten. „A colourless wet skateboard park“ nennt bereits oben erwähnte Reisejournalistin Felice Hardy den Prinzessin-Diana-Gedenkbrunnen, und ich finde diese Äußerung sehr zutreffend. Für £3,6 Millionen entwarf die amerikanische Landschaftsarchitektin Kathryn Gustafson dieses Gebilde, das man anfangs betreten durfte, dann nicht mehr (es hatten sich einige Unfälle darin ereignet), dann doch wieder. Ob Prinzessin Diana mit dieser ihr zugedachten Ehrung einverstanden gewesen wäre?

Das Buch zum Artikel:
Gareth Rubin: Crap days out. John Blake 2011. 276 Seiten. ISBN 978-1843584056.

The Angel of the North.this work, release this work into the public domain

The Angel of the North.
This work is released into the public domain.

Published in: on 3. Februar 2013 at 02:00  Comments (2)  

Pubschilder – The Starving Rascal in Amblecote (West Midlands)

   © Copyright P L Chadwick

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In meiner Serie über besondere Pubschilder möchte ich heute den Starving Rascal vorstellen, das ist ein Pub in Amblecote, nördlich von Stourbridge in den West Midlands gelegen.
So viel ich weiß ist das der einzige englische Pub mit diesem Namen, der auf ein Ereignis zurückzuführen ist, das sich Anfang des 20. Jahrhunderts abgespielt haben soll (wenn es denn stimmt). In einer kalten Winternacht klopfte ein Obdachloser an die Tür des Gasthofes und bat darum, dort übernachten zu dürfen. Der Wirt lehnte den Wunsch ab und schlug ihm die Tür vor der Nase zu. Der frierende und hungrige Mann blieb die Nacht über vor dem Pub und wurde am Morgen dort aufgefunden…erfroren.

Warum sich der Pub diesen Namen gab, der ja nicht gerade ein Ruhmesblatt des Besitzers war, bleibt unklar. Aus „The Dudley Arms“ wurde jedoch „The Starving Rascal“, und das Pubschild zeigt auf der einen Seite die Situation wie der Wirt den Obdachlosen abweist. Dieses Schild hat eine Besonderheit: Auf der Rückseite findet sich ein anderes Bild und zwar das des erfrorenen Mannes als Geist (wir sind ja in England!), der den Gasthof seitdem immer wieder aufsucht. So richtig zu erkennen ist der Geist auf dem Pubschild aber nicht…
Der Starving Rascal hat auch eine Homepage, in die man noch ein bisschen Arbeit investieren sollte!

The Starving Rascal 
1 Collis Street
Amblecote
Stourbridge
DY8 4BN

   © Copyright P L Chadwick

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Published in: on 2. Februar 2013 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Heute vor 50 Jahren in den britischen Charts – The Springfields: Island of dreams

Springfields

Ein Pop-Folk-Trio namens The Springfields war Anfang der 1960er Jahre in den britischen Charts mehrmals anzutreffen. Bestehend aus Dusty Springfield, ihrem Bruder Tom und Tim Feild hatten die drei von 1960 bis 1964 einige Hits wie „Silver threads and golden needles“, „Say I won’t be there“ und „Island of dreams“. Tom und Dusty Springfield waren nicht die richtigen Namen, eigentlich hießen sie Dionysius P. A. O’Brien bzw. Mary Isobel Catherine Bernadette O’Brien, aber so richtig zugkräftig waren diese Namen im Musikgeschäft nicht.

1962 verließ Feild die Gruppe, dafür kam Mike Hurst dazu. Irgendwie erinnerten die Springfields an das US-Trio Peter, Paul and Mary, die zur gleichen Zeit mit Hits wie „Puff the magic dragon“ Erfolge feierten. Tom Springfield wollte eigentlich an der Folk-Ausrichtung der Band festhalten, was aber auf Widerstand bei seiner Schwester stieß, die mehr zu Pop tendierte. Die Folge war, dass sich die Formierung im Oktober 1963 auflöste, was sie bei einem Auftritt während der Show „Sunday Night at the Londoner Palladium“ bekanntgab. Zwei Singles erschienen noch 1964, aber das war es dann auch.

Dusty Springfield begann ab 1964 eine großartige internationale Karriere. Sie starb viel zu früh im Alter von 59 Jahren an Brustkrebs (s. dazu auch meinen früheren Blogeintrag).
Tom Springfield schrieb einige sehr erfolgreiche Songs für die Seekers wie „I’ll never find another you“, „A world of our own“ und „Georgy girl“. Seine beiden Soloalben aus den späteren 1960er Jahren hinterließen keine Spuren in der Musikgeschichte.
Tim Feild wechselte das Genre und schrieb unter dem Namen Reshad Feild Bücher über Sufismus.
Mike Hurst ging unter die Produzenten, arbeitete mit Marc Bolan zusammen, entdeckte Cat Stevens und führte die Band Showaddywaddy zum Erfolg.

Hier ist der wohl größte Hits der Springfields in Großbritannien zu hören „Island of dreams“.

Published in: on 1. Februar 2013 at 02:00  Comments (2)  
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