The Canalhouse – Ein ungewöhnlicher Pub in Nottingham

Ich glaube, Nottinghams bekanntester Pub ist der uralte Ye Olde Trip to Jerusalem am Brewhouse Yard, der von sich selbst behauptet „The Oldest Inn in England“ zu sein, was aber andere Pubs auch von sich sagen. Ich berichtete in meinem Blog vor einigen Jahren über ihn.

Ein anderer Pub in Nottingham ist auch sehenswert, The Canalhouse, Englands einziger Pub, der nicht nur an einem Kanal liegt, sondern durch den auch ein Kanal führt. Der Beeston and Nottingham Canal wird mitten durch die Stadt geleitet, und ein kleiner Abstecher von ihm führt zum Canalhouse. Den Pub gibt es erst seit dem Jahr 2000, als er in dem ehemaligen Lagerhaus eröffnet wurde; davor war hier ein Kanalmuseum untergebracht. Mitten im Gasthaus liegen zwei Narrowboats, ein ungewöhnlicher Anblick.

Die Spezialität des Canalhouse ist seine riesige Auswahl an Flaschen- und Dosenbieren aus aller Welt, rund 250 verschiedene Sorten kann man hier probieren, dabei sind Exoten wie das Alaskan Smoked Porter, das neuseeländische Tuatara Outrigger und das argentinische Quilmes.  Aus Deutschland werden 17 Biere angeboten, darunter das Schlenkerla Rauchbier und das Flensburger Gold. Das interessante an der Speisekarte ist, dass zu den einzelnen Gerichten die jeweils dazu passenden Biere vorgeschlagen werden (sogar zu den Desserts).

Der Canalhouse Pub gehört zur Castle Rock Brewery, die ebenfalls in Nottingham ansässig ist und die Biere wie Screech Owl und Sherwood Reserve produziert. Die Brauerei wurde 1977 von dem ehemaligen CAMRA-Vorsitzenden Chris Holmes gegründet.

The Canalhouse bietet eine bunte Palette an Unterhaltungsmöglichkeiten an wie Comedy Nights und sogar Theateraufführungen wie zum Beispiel gestern Abend als „Romeo und Julia“ von der Much Ado About Theatre-Wanderbühne präsentiert wurde.

The Canalhouse
48-52 Canal Street
Nottingham NG1 7EH

 

Published in: on 3. November 2017 at 02:00  Comments (3)  
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The Highwayman Inn in Sourton (Devon) – Englands skurrilster Pub?

Direkt an der A386 in Sourton am Nordwestrand des Dartmoor National Parks in Devon liegt einer der ungewöhnlichsten exzentrischsten Pubs, die England zu bieten hat: The Highwayman Inn. Schon der Innenhof ist sehenswert; das Pubschild zeigt einen Überfall eines Banditen auf eine Kutsche, an der anderen Seite des Gebäudes ist ein weiterer maskierter Highwayman zu sehen, der einen Raubzug plant, und der Zugang zum Pub erfolgt durch die rosagestrichene Tür einer ehemaligen Kutsche, die früher die Strecke Okehampton – Launceston bediente. Nachdem man den Pub (Besitzer sind Sally und Bruce) betreten hat, fühlt man sich in eine andere Welt versetzt. Ein Farbenmeer erwartet den Gast, hervorgerufen durch Lichtspiele, Laternen und Art Déco-Lampen, bunte Fenster und Kissen. Venezianische Masken, Nippes, Nischen, Grotten, jedes Fleckchen im Pub ist vollgestellt. Der Besucher des Pubs ist regelrecht geblendet von den vielen Dingen, mit denen er konfrontiert wird (hier ein Beispiel).

Die Galleon Bar ist wie das Innere eines Schiffs gestaltet und beinhaltet eine Tür, die einmal auf einem Schiff namens „Diana“ war, das 1817 unterging und sechzehn Menschen mit in den Tod riss. Diese Tür steht im Mittelpunkt vieler unheimlicher Geschichten, denn The Highwayman ist nicht nur Englands skurrilster Pub, sondern, so sagt man, auch der „most haunted„. Häufig wurde ein merkwürdig gekleideter Mann mit einem Hut, an der eine Feder steckte, gesehen, den man Sam nennt und der durch Wände gehen kann. Viele Gäste wollen unheimliche Dinge gesehen und gefühlt haben, sowohl im Pub selbst (der übrigens schon 1282 als Gasthaus erbaut wurde), als auch gegenüber auf der anderen Straßenseite in der Cobweb Hall, die man mieten kann und die zum Pub gehört.

Es gibt auch einen „resident dog“ im The Highwayman, der auf den Namen Monty hört. Er ist eine Mischung aus einem Jack Russell und einem Chihuahua und hat einen speziellen Platz in der Lounge Bar. Montys Lieblingsspeise ist Rumpsteak und zu seinen Fähigkeiten zählen das Tanzen auf den Hinterbeinen (so steht es in dem Buch „Great British Pub Dogs“ von Abbie Lucas und Paul Fleckney, das gerade am 19. Oktober im Robinson-Verlag erschienen ist).

Dieser Film zeigt einen Besuch im The Highwayman.

The Highwayman
Sourton
Okehampton EX20 4HN

Photo © Ian S (cc-by-sa/2.0)

 

The Victoria Arms bei Old Marston in Oxfordshire

The Victoria Arms bei Old Marston in Oxfordshire ist einer jener hübschen Ausflugs-Pubs im Umkreis der Universitätsstadt Oxford. Er ist idyllisch gelegen am River Cherwell mit einem Biergarten, der sich bis zum Fluss zieht. Zu erreichen ist The Victoria Arms über eine schmale Zufahrtsstraße, die vom Mill Lane in Old Marston abzweigt. Das Zentrum Oxfords ist nicht weit entfernt, aber ein direkte Zugang von dort ist nicht möglich, weil der Fluss dazwischen liegt. Früher gab es hier einmal eine Mini-Fußgängerfähre, die ihren Betrieb aber schon lange eingestellt hat; daher hieß der Pub früher auch The Ferry Inn. Manche Gäste kommen nicht mit dem Auto, sondern per Punt, einem jener für Oxford so typischen Stechkähnen.
The Victoria Arms ist ein Wadworth-Pub, das heißt hier werden in erster Linie Biere der Wadworth Brewery aus Devizes in Wiltshire gezapft.

Der historische Pub diente mehrer Male als Drehort für die TV-Krimiserien „Inspector Morse“ und „Lewis„. Die letzte Folge der in Deutschland so sträflich vernachlässigten Fernsehserie „Inspector Morse“ (es wurden nur wenige Folgen gesendet), die nach den Romanen von Colin Dexter gedreht wurde, hieß „The Remorseful Day“ und hier gibt es gegen Ende der Folge vielleicht eine der beeindruckendsten Szenen überhaupt, sie wurde im Biergarten des Victoria Arms gefilmt. Morse und sein Detective Sergeant Lewis sitzen bei Sonnenuntergang an einem Tisch und trinken ein Bier. Der ergraute Inspector ahnt, dass sein Leben zu Ende geht. Er zitiert ein Gedicht von Alfred Edward Housman:
„Ensanguining the skies
How heavily it dies
Into the west away;
Past touch and sight and sound
Not further to be found,
How hopeless under ground
Falls the remorseful day.“

Kurz darauf erliegt Morse einem Herzinfarkt.

In diesem Film ist die Szene (ab 5:30 Minuten) zu sehen; auch der Pub wird hier näher vorgestellt.

In der Spin-Off-Serie „Lewis“ (2006-2015), in der der zum Detective Inspector beförderte Sidekick von Morse weiterhin Kriminalfälle in Oxford und Umgebung löst, ist dieser mehrere Male im Victoria Arms zu sehen, an seiner Seite Detective Sergeant James Hathaway; so in Episode 4 „Expiation“ (dt. „Späte Sühne“), Episode 10 „The Quality of Mercy“ (dt. „Mörder in eigener Regie“) und in Episode 16 „Falling Darkness“ (dt.“Die Geister, die ich rief“). Am Ende der siebten Staffel, in der Episode „Intelligent Design“ (dt. „Forschungsopfer“), die eigentlich den Schluss der Serie bilden sollte, sehen wir Lewis und Hathaway in einer ähnlichen Konstellation wie Morse and Lewis in „The Remorseful Day“. Sie sitzen im Biergarten des Victoria Arms, Lewis geht in den Ruhestand und Hathaway wird zum Detective Inspector befördert; auch das ist eine sehr emotionale Szene.
Doch es folgten noch zwei weitere Staffeln. Mit Episode 33 „What Lies Tangled“ (dt. „Mord per Post“) war dann Ende 2015 endgültig Schluss.

Vielleicht sehen wir ja eines Tages in einer weiteren Spin-Off-Serie von „Inspector Morse“, die den Titel „Endeavour“ trägt und die die  Anfangsjahre des jungen Morse in Oxford zeigt, den Pub The Victoria Arms wieder.

The Mug House in Claines (Worcestershire) – Der Friedhofs-Pub

The Mug House in Claines. – Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Chris Whippet

Zwischen Worcester und Kidderminster in der Grafschaft Worcestershire liegt das kleine Dorf Claines, über das es nicht viel zu sagen gibt, außer, dass es einen ungewöhnlichen Pub besitzt: The Mug House. Dieser Pub, der im 15. Jahrhundert erbaut wurde und heute der großen, in Wolverhampton stationierten Brauerei Marston’s plc gehört (ihr gehören über 2000 Pubs im ganzen Land), liegt mitten auf dem Gelände der örtlichen Kirche St John the Baptist und man muss über den Friedhof laufen, um zu ihm zu gelangen.

Wenn man im Mug House sein Pint trinkt, dann tut man das auf den Überresten von ca 15 000 Menschen, die im Laufe der Jahrhunderte hier begraben wurden. Die Nähe zur Kirche bietet sich natürlich an, um hier Hochzeiten, Taufen und Beerdigungen zu feiern (na ja, letzteres kann man wohl nicht feiern nennen). Das Verhältnis zwischen den Vikaren und Pubbesitzern war offensichtlich immer gut. In den 1950er Jahren soll der damalige Vikar zum Betreiber des Mug House einmal gesagt haben: „You fill my church and I’ll fill your pub“ (so im Daily Telegraph vom 8. September 2007 nachzulesen).

Dass es in einem Pub, der auf einem Friedhofsgelände liegt, spukt, liegt ja auf der Hand. Im Keller bewegen sich Gegenstände von selbst; in einem Raum des Gebäudes stellen sich die Nackenhaare der Hunde auf und sie starren auf den Kamin; Türen öffnen und schließen sich von allein. Auch ein Fernsehteam war schon im Haus, um die unerklärlichen Phänomene zu untersuchen.

Wer sich einmal die Glocken von St John the Baptist anhören und den Bell-Ringern bei der Arbeit zusehen möchte, kann dies hier tun.

Es gibt noch weitere Pubs, die auf geheiligtem Boden liegen wie zum Beispiel The Ring O‘ Bells in Kendal in Cumbria.

The Mug House
Claines Lane
Claines
Worcester, Worcestershire, WR3 7RN

St John the Baptist in Claines. – Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Philip Halling

The Boot Inn an der A40 in Barnard Gate (Oxfordshire) – Der „Schuh-Pub“

Wenn man von Oxford auf der A40 in Richtung Witney fährt, findet man kurz hinter Eynsham in dem winzigen Dorf Barnard GateThe Boot Inn„, einen Pub, der etwas Besonderes aufweisen kann, das es in keinem anderen britischen Gasthaus gibt: Schuhe von Prominenten. Wenn man einmal anfängt, etwas zu sammeln, lässt es einen so schnell nicht mehr los und so kann Craig Foster, der Besitzer des Pubs, mittlerweile eine umfangreiche Sammlung an den Wänden seines Hauses zeigen, alle Schuhe sorgfältig positioniert und mit Fotos der Spender versehen.

Wir finden hier Schuhe der drei Bee Gees, einen Stiefel von Jeremy Clarkson, Sportschuhe der Rennfahrer Fernando Alonso, Rubens Barrichello, Eddie Irvine und Eddie Jordan, Fußballstiefel von Gary Lineker, George Best und Stanley Matthews und einen Halbschuh des Fernsehjournalisten Jeremy Paxman (und das ist nur eine kleine Auswahl).

Außer prominentem Schuhwerk verfügt „The Boot Inn“ über eine sehr gemütliche Einrichtung mit zwei großen Kaminen, einen Biergarten und ein separates Restaurant. Die Weinkarte ist sehr umfangreich und „would satisfy the most cosmopolitan of oenophiles“ wie der AA Pub Guide meint.
Also: Im „The Boot Inn“ stimmt so ziemlich alles und er ist einen Besuch wert.

The Boot Inn
Barnard Gate
Nr Eynsham, Oxfordshire OX29 6XE

Published in: on 20. August 2017 at 02:00  Comments (2)  
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The Crooked House in Himley (Staffordshire) – Ein Pub, in dem alles schief ist

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Wenn man einen zuviel über den Durst getrunken hat, kann es durchaus vorkommen, dass man das Gefühl hat, der Fußboden ist nicht eben, die Wände schief und alles um einen herum scheint etwas aus dem Lot geraten.
Genau dieses Gefühl hat man auch im Pub „The Crooked House“ bei Himley in der Grafschaft Staffordshire, ohne dass man einen Tropfen Alkohol getrunken hat.
Der Name des Pubs sagt es schon, hier ist alles „crooked“, also schief. Wie kommt das?
1765 wurde das Haus errichtet, auf einem Gelände unter dem später im 19. Jahrhundert Kohle abgebaut wurde. Irgendwann gab das Erdreich etwas nach und das Haus sackte ab, so dass es auf der einen Seite über einen Meter niedriger lag als auf der anderen. In den 40er Jahren des vorigen Jahrhunderts wurde das Gebäude für unsicher erklärt und es stand kurz vor dem Abriss. Zwei Brauereien retteten es aber, indem sie Stützpfeiler anbringen ließen und so die Stabilität wieder herstellen konnten.

„The Crooked House“, das früher „Glynne Arms“ hieß, ist zu einer Touristenattraktion in Staffordshire geworden. Da es auch noch einen Hausgeist gibt, ein ehemaliges Dienstmädchen namens Polly, hat das Gasthaus eigentlich alles, was man von einem englischen skurrilen Pub erwartet.

Dieser Film zeigt das Haus von innen und von außen.

Crooked House
Coppice Hill
Himley
Staffordshire
DY3 4DA

 

The Widow’s Son im Londoner Stadtteil Bromley-by-Bow – Ein Pub und eine alte Tradition

Um ein Haar hätte es The Widow’s Son im Londoner Stadtteil Bromley-by-Bow, wie so viele andere Pubs im Lande, erwischt und das Gasthaus wäre für immer geschlossen worden. Die Bauunternehmer hatten schon gierige Blicke auf das Haus und das Grundstück an der Devons Road geworfen, um es abzureißen und darauf ertragreiche Wohnobjekte zu bauen. Punch Taverns hatten ihren Pub schon verkauft, doch da geschah ein Wunder und nach einjähriger Schließungszeit öffnete The Widow’s Son in diesem Jahr wieder seine Pforten, und ein alter Brauch, der auf das frühe 19. Jahrhundert zurückgeht, konnte wieder aufgenommen worden.

Ob der Ursprung der Tradition tatsächlich stimmt, sei dahingestellt, aber es geht um ein Witwe, deren Sohn zur See fuhr und der ihr mitgeteilt hatte, dass er zu Ostern wieder zu Hause sein und sich auf ein „hot cross bun„, das ist eine Art Milchbrötchen, das gern zu dieser Zeit in England gegessen wird, freuen würde. Traurigerweise kehrte der junge Seemann nie wieder zurück und das Milchbrötchen, das auf ihn wartete, wurde nicht gegessen. Die Mutter gab die Hoffnung nicht auf, dass ihr Sohn doch noch eines Tages zurückkommen würde, und so hielt sie jeden Karfreitag ein hot cross bun für ihn bereit. Als die Frau starb, fand man in ihrem Haus ein Netz mit ganz vielen Milchbrötchen.

Später wurde das Haus der Witwe abgerissen und darauf ein Pub errichtet, den man ihr zu Ehren The Widow’s Son nannte und den Karfreitagsbrauch beibehielt. Seit dieser Zeit legt jeden Karfreitag ein Seemann der Royal Navy ein Brötchen in das Netz, das über dem Bartresen hängt. Bei einem Brand im Pub wurden einige der alten Brötchen in Mitleidenschaft gezogen, doch was davon überblieb, wanderte wieder in das Netz zurück. Witzigerweise wurde das hot cross bun in den letzten Jahren von einer Bäckerei namens Mr Bunn’s Bakery in der Chadwell Heath Lane bei Romford gebacken.

Hier
sind einige Bilder von der diesjährigen Zeremonie.

The Widow’s Son
75 Devons Road
Bromley-by-Bow
London E3 3PJ

The Black Castle in Brislington (Bristol) – Ein Folly, das jetzt als Pub dient

Wer in Brislington, einem Stadtteil von Bristol, den St Philips Causeway entlangfährt, der findet neben einem Supermarkt von Sainsbury plötzlich eine richtige Burg mit Türmen auf denen Fahnen wehen. Wer ist denn hier der Burgherr fragt man sich? The Black Castle ist ein Pub und ein Steakhaus, das zu der Kette der Flaming Grill Pubs gehört, und meines Wissens das einzige Gasthaus in Großbritannien, das aus schwarzer Schlacke erbaut worden ist.

The Black Castle war ursprünglich nicht als Pub konzipiert, sondern war ganz einfach ein Folly, das von 1745 bis 1755 für den Geschäftsmann William Reeve erbaut worde, aus dessen Gießerei die Schlacke für die Burg auch stammt. Über die Architekten des kuriosen Gebäudes herrscht eine gewisse Unklarheit. Zwei Namen stehen zur Debatte, der eine Zeit lang in Bristol ansässige James Bridges, der für den Bau der Bristol Bridge bekannt war (Nomen est omen!) und William Halfpenny, der ebenfalls eine Weile in Bristol zubrachte und im Südwesten des Landes einige Bauwerke schuf (zum Beispiel Stout’s Hill bei Uley).

Ursprünglich stand vor dem Black Castle noch ein Torbogen, der recht großspurig Arno’s Court Triumphal Arch genannt wurde, den man aber im Jahr 1912 rund hundert Meter weiter in die Junction Road verfrachtete, in eine kleine Sackgasse, wo der Torbogen noch heute steht.

The Black Castle ist geeignet für Leute mit großem Appetit, denn die Portionen sind gigantisch. Für den Flaming Challenge Burger sollte man vorher besser seinen Kiefer aushaken, und wer den verdrückt und noch immer Platz in seinem Magen hat, bietet sich als Dessert der Brain Freeze an, der aus 15 Kugeln Eis und diversen weiteren Zutaten besteht.

Black Castle
St Philips Causeway
Brislington
Bristol BS4 3BD

Arno’s Court Triumphal Arch in der Junction Road.
Photo © Maurice Pullin (cc-by-sa/2.0)

 

The Lantern Pike Inn in Little Hayfield (Derbyshire) – Ein Mordfall und der Start einer Fernsehserie

„CAMRA Pub of the Season for Winter 2015/16“ steht über dem Eingang des Lantern Pike Inn in Little Hayfield am westlichen Rand des Peak Districts in der Grafschaft Derbyshire.  Die A624 zieht auf ihrem Weg von Glossop nach Chapel-en-le-Frith direkt am Pub vorbei, früher einmal ein Bauernhof, der 1844 in ein Gasthaus umgewandelt wurde. „Relaxing retreat from the surrounding moors of Kinder Scout, with reasonably priced food“, meint der Good Pub Guide 2017.

Am 11. November 1927 ereignete sich hier ein Mordfall, der als „The Lonely Inn Murder Case“ in die englische Kriminalgeschichte eingegangen ist. The New Inn hieß das Gasthaus damals noch und die Besitzer waren Arthur und Amy Collinson. Als an einem trüben Herbstabend Arthur Collinson nach Hause kam (er arbeitete nebenbei noch in Glossop), fand er seinen Pub unbeleuchtet und verschlossen vor. Im Inneren entdeckte er seine Frau, in einer Blutlache liegend; man hatte ihr den Hals durchgeschnitten. Schnell fiel der Verdacht auf den 32jährigen George Frederick Walter Hayward, ein „regular“ des Pubs, der sich hochverschuldet hatte. £40 fehlten von den Einnahmen des Pubs und bei einer Hausdurchsuchung fand die Polizei £30 im Kamin Haywards versteckt; auch die Tatwaffe konnte sichergestellt werden. Obwohl er seine Unschuld beteuerte, wurde Hayward vor Gericht gestellt, zum Tode verurteilt und im März 1928 in Nottingham von Albert Pierrepoint aufgehängt.

The Lantern Pike Inn erlangte allerdings durch ein anderes Ereignis eine gewisse Berühmtheit. Tony Warren, ein Drehbuchschreiber, schrieb im Jahr 1960 hier die ersten Episoden der Seifenoper „Coronation Street„, die vom Sender ITV seit dem 9. Dezember 1960 bis heute ausgestrahlt wird und damit die am längsten laufende Fernsehserie der Welt ist. Warren nahm sich damals einige der Dorfbewohner von Little Hayfield als Vorbild für seine Charaktere in der Serie. Im Inneren des Pubs hängen einige Coronation Street-Memorabilia an den Wänden, und man ist sehr stolz darauf, die Wiege für diese äußerst erfolgreiche Sendung zu sein, von der bis jetzt etwa 9180 Folgen gezeigt worden sind.

Timothy Taylor’s Landlord wird im Lantern Pike Inn gezapft, das Bier aus jener Brauerei aus Keighley in West Yorkshire, über die ich in meinem Blog einmal berichtete.

The Lantern Pike Inn
45 Glossop Road
Little Hayfield
High Peak
Derbyshire
SK22 2NG

Mein Buchtipp – Ian Merchant: The Longest Crawl: Being an account of a journey through an intoxicated landscape or A child’s treasury of booze

Foto meines Exemplares.

Foto meines Exemplares.

Ian Marchant und sein Freund Perry Venus haben eine Idee: Sie wollen den längsten „Pub crawl“ machen, der in Großbritannien möglich ist, beginnend mit dem südlichsten Pub und endend mit dem nördlichsten, und darüber hat Ian Marchant ein Buch geschrieben.

Die beiden starten mit einem Besuch des „Turk’s Head“ auf der Insel St. Agnes, einer der Scilly-Inseln. Weiter südlich kommt man in Großbritannien nicht mehr.
Dann geht es aufs Festland zurück, und Ian und Perry besuchen einen Pub nach dem anderen, wobei sie nicht mehr zu zählende Pints in sich hineinschütten und die Promille-Grenze am Steuer wohl nicht immer beachtet wird.

Auf der Tour lernen sie interessante Leute kennen, verabreden sich mit Freunden, die ihnen die Pub-Landschaft in ihren jeweiligen Orten näher bringen und kurieren so manchen Kater aus.
Das Ziel der beiden Bier-Fans ist schließlich der nördlichste Pub Großbritanniens, die Bar des Baltasound-Hotels auf der Insel Unst, die zu den Shetland-Inseln gehört, von der sie allerdings enttäuscht sind. Ein paar Meilen nördlich davon, so erfahren sie, gibt es noch eine Bar, die zu einer Royal Air Force-Station gehört, die Baa Bar. Auch die nehmen sie noch mit, obwohl es kein öffentliches Etablissement ist.

So haben Ian und Perry innerhalb eines Monats Hunderte von Meilen zurückgelegt, jeweils weit über 100 Pints getrunken und jede Menge neue Pubs kennengelernt. Wer sich für das Thema interessiert, wird an diesem Buch sicher seine Freude haben.

Ian Marchant: The Longest Crawl – Being an account of a journey through an intoxicated landscape or A child’s treasury of booze. London: Bloomsbury 2007. 403 Seiten. ISBN 978-0-7475-8557-2.

The Turk’s Head in St Agnes, Großbritanniens südlichster Pub.
Photo © Richard Croft (cc-by-sa/2.0)

Das Baltasound Hotel auf den Shetland Inseln.
Photo © Mike Pennington (cc-by-sa/2.0)

The Star Tavern im Londoner Stadtteil Belgravia – Einstmals Treffpunkt von Filmstars und Kriminellen

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6 Belgrave Mews West, so lautet die Adresse des Pubs The Star Tavern. Die kleine Privatstraße liegt im vornehmen Londoner Stadtteil Belgravia, wo mehrere Botschaften zu finden sind. Die österreichische Vetretung steht gleich gegenüber vom Pub, die deutsche Botschaft ist nur ein paar Schritte weiter entfernt und auch die Länder Norwegen, Spanien, Finnland und Serbien haben sich in Belgravia niedergelassen.

Freunde von Fuller’s London Pride kommen in der Star Tavern auf ihre Kosten, aber auch das ESB, das Frontier  und das IPA aus dem Hause Fuller’s gibt es hier „on tap“. The Star Tavern sorgte in den 1950er und 1960er Jahren öfter einmal für Aufsehen, denn Leinwandstars wie Diana Dors, Peter O’Toole und Albert Finney trafen sich gern in der ruhigen Straße in Belgravia. Doch nicht nur Filmgrößen gingen in dem Pub ein und aus, auch schillernde Figuren aus der Londoner Unterwelt mochten The Star Tavern. So traf man hier u.a. den „Burglar to the Stars“, Peter Scott, der sich darauf spezialisiert hatte, bei Prominenten einzubrechen. Auf seiner Liste sollen Stars wie Shirley MacLane, Elizabeth Taylor und Lauren Bacall gestanden haben. Berühmt wurde Peter Scott vor allem durch den Diebstahl einer £200,000-Halskette, die der Italienerin Sophia Loren gehörte. In der Star Tavern, so sagt man, hätte Scott kurz nach dem Diebstahl, der für Schlagzeilen in der Londoner Presse sorgte, ein dickes Geldbündel hervorgezogen und zweideutige Anmerkungen zu dem Diebstahl gemacht.

Noch berühmter wurde der Pub aber als Treffpunkt jener Gangster, die den legendären Postzugraub vom 8. August 1963 durchführten. „Mastermind“ Bruce Reynolds und einige seiner Komplizen trafen sich in Belgrave Mews West und gingen immer wieder den Plan durch, mit dem sie den Postzug von Glasgow nach London ausrauben wollten. The Great Train Robbery nahm also in der Star Tavern seinen Anfang.

Heute ist die Unterwelt hier nicht mehr vertreten; man kann in Ruhe sein Pint trinken oder sein Essen bestellen, das von Chefkoch Adam Szelag zubereitet wird. Dieser Film zeigt einige Bilder aus dem Pub.

The Star Tavern
6 Belgrave Mews West
Belgravia
London
SW1X 8HT

Spukorte – The Bell in Toddington (Bedfordshire)

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Gegenüber vom Village Green am Market Square in Toddington in der Grafschaft Bedfordshire, nur wenige hundert Meter von der Autobahn M1 entfernt, steht The Bell, ein Pub, der anstelle eines Gasthausschildes mit einer richtigen Glocke auf sich aufmerksam macht. Es gibt die Theorie, dass der Name des Pubs von einer früheren Glockengießerei kommt, die an dieser Stelle einmal existierte. The Bell war eine Kutschenstation auf der Strecke von London nach Bedford.

Der Gasthof gilt als „haunted“ und zwar soll daran die bildhübsche Tochter eines Gastwirts Mitte des 19. Jahrhunderts daran Schuld sein. Die junge Dame zog auf Grund Ihrer äußeren Erscheinung viele Gäste in den Pub, was ihrem Vater sehr recht war. Der Umsatz war mehr als zufriedenstellend; ein Pint, das von einer hübschen Frau gezapft wird, schmeckt nun mal einfach besser. Es wäre alles so schön gewesen, wenn die Tochter des Landlords nicht über ein außergewöhnlich hitziges Temperament verfügt hätte. Bei der kleinsten Provokation ging sie hoch wie eine Rakete und rastete total aus, und wer das von den Stammgästen wusste, der zog sich bei diesen Wutanfällen lieber in eine sichere Ecke zurück, anstatt zu riskieren, ein Glas Bier über den Kopf geschüttet zu bekommen. Ihr Vater griff bei solchen Vorfällen bald ein und sperrte das Töchterlein weg, wo sie sich dann an Pfannen, Töpfen und anderen Küchenutensilien austoben konnte. Nach einer Weile war der Zorn verrraucht und sie konnte wieder hinter die Theke zurück und auf die Kundschaft losgelassen werden. Als es wieder einmal so weit war und die junge Frau aus dem Schankraum abgezogen werden musste, kehrte nach wenigen Minuten des Gescheppers und Geschreis plötzlich Ruhe ein, eine gespenstische Ruhe, und als der Vater nach seiner Tochter sah, fand er sie tot auf dem Boden vor, sie war an einem ihrer Anfälle gestorben. Seitdem kommt es in The Bell immer mal wieder vor, dass Töpfe und Pfannen in der Küche durch den Raum fliegen, Bilder von der Wand fallen und Biergläser auf unerklärliche Weise den Bartresen entlanggleiten.
Aber es gibt noch weitere unheimliche Begebenheiten in diesem Pub in Toddington wie Damien O’Dell in seinem Buch „Paranormal Bedfordshire“ schreibt; so berichten Angestellte des Hauses, dass sie mehrfach von geisterhaften Händen auf der Schulter berührt worden sind. Eines der Zimmer im Haus ist ständig eiskalt, auch im Sommer.

Wem es in The Bell zu unheimlich ist, der braucht nur die Straße zu überqueren und kann unbehelligt von Geistern sein Pint in The Cuckoo trinken.

 

The Bell
4, Market Square
Toddington
Dunstable LU5 6BP

Anstelle eines Pubschilds…
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Die Snug Bar in englischen Pubs

Pub with a snug: The Malt Shovel in Spondon (Derbyshire).
Author: Victuallers.
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Es kann für einen erstmaligen Pubbesucher aus dem Ausland ganz schön verwirrend sein, wenn er/sie ein englisches Gasthaus betritt. Da sieht man manchmal eine Public Bar, eine Saloon Bar, eine Lounge Bar und (heutzutage selten) eine Snug Bar. Was hat das alles zu bedeuten? In welche sollte ich mich begeben? In den meisten Pubs ist das heute eigentlich egal. Früher waren die Saloon und Lounge Bars der „middle-class“ vorbehalten, wo es etwas komfortabler eingerichtet und das Bier ein wenig teurer war. In der Public Bar traf sich die „Arbeiterklasse“, hier kostete das Bier weniger, dafür war die Einrichtung einfacher. Das hat sich heute alles egalisiert, die Barbezeichnungen haben manche Pubs jedoch beibehalten.
The Snug war eine Besonderheit, die einige Pubs ihren Besuchern anboten. Das Adjektiv „snug“ bedeutet soviel wie gemütlich und geborgen, das Substantiv = Nebenraum, Extrazimmer. In diese von den anderen Bars abgeschirmten Räumlichkeiten begaben sich die Gäste, die nicht unbedingt von den anderen Besuchern gesehen werden und mit ihnen Small Talk machen wollten. Wenn beispielsweise der örtliche Pfarrer abends noch einen Absacker zu sich nahm, musste das ja seine Gemeinde nicht mitbekommen. Die eine oder andere Lady, die Lust auf ein Pint hatte, mochte auch ihre Gründe gehabt haben, dies nicht in einer der anderen Bars zu tun. Verliebte Pärchen fühlten sich im Snug vielleicht auch wohler als in der Masse der angetrunkenen Stammgäste.

Heute gibt es nur noch wenige Pubs, die über einen Snug Room verfügen wie The Malt Shovel in Spondon und The Holly Bush Inn in Makeney (beide in Derbyshire), historische Pubs aus dem 18. bzw. aus dem 17. Jahrhundert.

…und auch in diesem Derbyshire-Pub in Makeney gibt es noch einen Snug.
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Published in: on 22. März 2017 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Außergewöhnliche Pubs Teil 2: The Yew Tree Inn in Cauldon (Staffordshire)

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Der „Good Pub Guide 2017“ sagt Folgendes zur Vergabe seiner Sterne: „Really outstanding pubs are awarded a star, and in one case two: these are the aristocrats among pubs“.
Der mit den zwei Sternen ist „The Yew Tree Inn“ in Cauldon in Staffordshire. Auf einer meiner Reisen machte ich extra einen Umweg, um mir diesen ganz besonders hervorgehobenen Pub einmal anzusehen.

Der 300 Jahre alte Gasthof wurde seit über 50 Jahren von Alan East geführt, der in dieser langen Zeit unendlich viel an Antiquitäten und allem möglichem Sammelsurium zusammengetragen hat. Seit ein paar Jahren hat die Leitung des Pubs Easts Stiefsohn Dan Buckland übernommen, aber Alan ist nach wie vor hier anzutreffen. The Moorlands Magpie wird Alan East genannt, die Elster aus dem Moorgebiet, weil er so eine ausgeprägte Sammelleidenschaft hat. Vor allem seine alten Musikautomaten sind im Pub sehr beliebt, die man mit einem Zwei-Pence-Stück zum Leben erwecken kann. Wie dort ein Symphonium klingt, zeigt dieser Film. Wer an Seidenstrümpfen Interesse hat, die einmal Königin Victoria getragen hat, der wird hier fündig, denn Alan East hat einige erworben und stellt sie zur Schau. Weiterhin gibt es hier eine 3000 Jahre alte griechische Urne, alte Fahrräder und Kirchengestühl aus St Mary’s in Stafford zu bestaunen. Wir nahmen unser Pint auf einer Kirchenbank zu uns. Die Essensauswahl ist eher bescheiden und besteht überwiegend aus Sandwiches und Pies.

A unique collection of curios in friendly pub with good value snacks and bargain beer; very eccentric„, ist das Fazit des Good Pub Guides 2017. I totally agree!

The Yew Tree Inn
Cauldon
Staffordshire
ST10 3EJ

Außergewöhnliche Pubs Teil 1: The George & Dragon in Hudswell (North Yorkshire), CAMRA Pub of the Year 2017

 

Die Hauptstraße von Hudswell mit dem George & Dragon.
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Wenn man ein besonders gelungenes Beispiel für Prince Charles‘ Initiative „The Pub is the Hub“ (ich berichtete darüber in meinem Blog) sucht, dann bietet sich dafür The George & Dragon in Hudswell in North Yorkshire an. Der Pub als Dorfmittelpunkt, in dem man sich trifft, sich miteinander austauscht und Freundschaften pflegt, das propagiert diese Initiative, zu einer Zeit, in der immer mehr Pubs ihre Pforten für immer schließen.

Ein kleines Wunder ist hier in Hudswell geschehen, einem 350 Einwohner zählenden Dorf am River Swale im Dunstkreis der Kleinstadt Richmond. Im Jahr 2008 schloss der Dorfpub, womit sich die Bewohner aber nicht abfinden wollten und so beschlossen sie, das Gasthaus zu kaufen und es als Kooperative zu führen. Landlord wurde Stu Miller, ein IT-Fachmann aus London, der keine Lust mehr auf seinen alten Job hatte und sich dieser neuen Aufgabe in Yorkshire mit Leib und Seele widmete. Hudswell ist ein winziges Straßendorf mit keinerlei Infrastruktur…das heißt, bis im Jahr 2010 The George & Dragon wieder eröffnet wurde. In dem Haus am Hudswell Lane kann man nicht nur im Kreise der Nachbarn sein Pint trinken, sondern auch noch einkaufen. The Little Shop hält auf engstem Raum das Nötigste parat, was man so täglich braucht. Dazu ist auch noch eine kleine Bibliothek in den Räumen untergebracht, deren Buchbestände regelmäßig ausgetauscht werden. Kostenloses WLAN ist im Pub ebenfalls erhältlich. Ein wirklich gelungener „Pub is the Hub“ und deshalb besuchte ihn auch der Prince of Wales im Herbst 2015 und ließ sich ein Glas Bier zapfen.

Belohnt wurde The George & Dragon vor wenigen Tagen mit der Auszeichnung „CAMRA Pub of the Year 2017″. Wenn das keine Erfolgsgeschichte ist: Vom totgesagten Gasthaus im ländlichen Yorkshire zum besten Pub ganz Großbritanniens!

Dieser Film stellt The George & Dragon in Wort und Bild vor.

 

Zeitgeist@The Jolly Gardeners – Ein Gastro-Pub mit deutscher Küche im Londoner Stadtteil Lambeth

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Black Prince Road 49-51 so lautet die Adresse eines Pubs, der nur ein paar Schritte von der Themse entfernt im Londoner Stadtteil Lambeth liegt. „Best German food pub in and probably outside the UK“, so brüstet sich das Gasthaus nicht gerade bescheiden. Wer in der britischen Hauptstadt mal gerade keinen Appetit auf Ploughman’s Lunch oder Bangers and Mash hat, der kann im Zeitgeist@The Jolly Gardeners gute deutsche Hausmannskost probieren. Auf der Karte stehen zum Beispiel Jägerschnitzel, Leberkäse, Currywurst, Schweinshaxe, Frikadellen, Käsespätzle und ein Zeitgeist-Schnitzel, zu dem ein Glas Jägermeister gereicht wird. Deutscher geht es wirklich nicht mehr. Damit das deutsche Schnitzel nicht durch ein englisches Bitter oder Lager verwässert wird, gibt es hier eine umfangreiche Auswahl an germanischen Bieren wie Flensburger, Köstritzer oder Benediktiner, die sonst eher selten in der britischen Hauptstadt zu finden sind. Und da nach einer Haxn ein hochprozentiger Schnaps unabdingbar ist, stehen diverse deutsche „Absacker“ zur Verfügung. Samstags kann man sich in dem Pub auch die deutschen Bundesligaspiele auf einem Großbildschirm ansehen. Wer fußballresistent ist, zieht sich bei schönem Wetter besser auf einen der Tische vor dem Jolly Gardeners zurück.

Das Gasthaus zu den fröhlichen Gärtnern gibt es in Lambeth schon seit mehr als 100 Jahren. Charlie Chaplin, der in der Nähe wohnte, soll hier ein- und ausgegangen sein, und, wie es auf der Homepage des Pubs zu lesen steht, spielte Charlies Vater Charles Chaplin sr. in den Räumlichkeiten Klavier. Der Pianist soll dem Alkohol dermaßen zugesprochen haben, dass er bereits mit 38 Jahren an den Folgen starb.

Zweimal schon wurden in dem Pub Szenen für Spielfilme gedreht: In Guy Ritchies Spielfilm „Snatch“ (dt. „Snatch – Schweine und Diamanten“) mit Brad Pitt aus dem Jahr 2000 ist das Gasthaus zu sehen, ebenfalls in „The Calcium Kid“ (dt. „Calcium Kid“) mit Orlando Bloom und Omid Djalili (2004).

 

 

Spukorte – The Chequers in Old Amersham (Buckinghamshire)

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Old Amersham ist einer meiner Lieblingsorte in Buckinghamshire, in dem ich kürzlich einige Tage verbrachte und darüber mehrfach berichtete. Die kleine Stadt beherbergt einige Häuser, in denen es spuken soll wie zum Beispiel im Crown Hotel in der High Street, im Woodrow High House und in mehreren Pubs wie dem hier vorgestellten Chequers Inn an der London Road West, die aus Old Amersham herausführt. Das Haus, in dem der Gasthof untergebracht ist, gehört zu den ältesten der Stadt, gebaut etwa um 1450 herum. Es ist daher nicht verwunderlich, dass es hier spuken soll…und zwar erheblich. Von neun verschiedenen Geistern ist die Rede und wer diese Herrschaften einmal kennenlernen möchte, sollte sich in The Chequers einquartieren (es stehen mehrere Zimmer ab £79 zur Verfügung).

Was steckt nun hinter diesen Spukgeschichten, die sich um diesen Pub ranken? Um das Jahr 1500 gab es in Amersham eine ausgeprägte protestantische Bewegung, deren Führer ein gewisser William Tylsworth war. Der katholischen Obrigkeit waren diese Männer ein Dorn im Auge und so wurden sie kurzerhand der Ketzerei angeklagt und zum Tod auf dem Scheiterhaufen verurteilt. In der Nacht vor der Urteilsvollstreckung im nahegelegenen Parsonage Wood wurden Tylsworth und weitere sechs Männer im Chequers Inn untergebracht und von einem Mann namens Osman bewacht, dann wurden sie am nächsten Morgen zum Scheiterhaufen gebracht, den Tylsworths eigene Tochter Joan auch noch anzünden musste.
Diese sogenannten Amersham Martyrs sind es, die den Pub immer wieder aufsuchen bzw. hier in einer anderen Dimension leben; ihr Stöhnen und Ächzen war immer wieder im Haus zu hören. Zusätzlich soll hier auch noch Joan, die arme Tochter Tylsworths, umgehen, die in einem der im ersten Stock gelegenen Schlafzimmer schon vielfach Gäste erschreckt hat. Auch der Gefangenenwärter Osman hat keine Ruhe gefunden und wird immer mal wieder in der Bar des Chequers Inn gesichtet, wo er sich in der Nähe des Kamins aufhält, in einen Kapuzenmantel gehüllt.

Die Pubbetreiber hatten mit dem Spuk so ihre Probleme und daher wurden dreimal Exorzismen durchgeführt, 1953, 1963 und 1982, aber ohne dauerhaften Erfolg. 1964 nahm die British Paté einen Film im Chequers Inn auf, „Dig That Ghost„, der hier zu sehen ist.

Vielleicht war es damals aber auch ganz anders? Glaubt man der Inschrift des Gedenksteins, den man 1931 für die Amersham Martyrs im Parsonage Woods errichtete, so wurde William Tylsworth 1506 hingerichtet, fünf weitere Männer und Tylsworths Tochter Joan Norman im Jahr 1521. Ein ganz schönes Durcheinander, aber wie es auch damals Anfang des 16. Jahrhunderts in Amersham zugegangen sein mag, The Chequers Inn gilt als einer der „most haunted pubs“ von Buckinghamshire.

The Chequers Inn
51 London Road West
Amersham
Buckinghamshire HP7 9DA

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The Amersham Martyrs Memorial.    © Copyright Graham Horn and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Auf den Spuren von Inspector Barnaby – The Plough in Cadsden (Buckinghamshire)

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In meinem Blog schrieb ich schon vor längerer Zeit über The Nag’s Head in Great Missenden (Buckinghamshire), in dem man auf dem Weg zur Toilette durchaus einmal Angela Merkel oder einem anderen Staatsoberhaupt begegnen kann. Der Grund: Chequers, der Landsitz der britischen Premierminister ist nicht weit und hin und wieder werden seine Gäste in einen der nahegelegenen Pubs eingeladen, wo man in ungezwungener Atmosphäre ein paar Pints zusammen trinkt.

Neben dem Nag’s Head wird dafür auch The Plough in dem kleinen Dörfchen Cadsden, ebenfalls in Buckinghamshire, aufgesucht, denn dahin könnte man von Chequers auch zu Fuß hingehen. David Cameron kehrte hier gern ein, entweder mit seiner Familie oder mit Politikern aus anderen Ländern. Durch die Presse ging die Geschichte wie er einmal aus Versehen seine damals achtjährige Tochter im Plough zurückließ. Er hatte angenommen, seine Frau Samantha hätte die Tochter mitgenommen, während Samantha annahm, sie wäre in seinem Auto mitgefahren. Als die Eltern das Fehlen der Tochter bemerkten, fuhr David Cameron schnell wieder zurück, um sie im Plough abzuholen.

Ein hoher Gast Camerons war der chinesische Präsident Xi Jinping, den er in The Plough zu einem Fish and Chips-Essen und einem Pint mitnahm (wie dieser Film zeigt). Offensichtlich war Xi Jinping von dem Pubbesuch so beeindruckt, dass er sich später persönlich bei dem Gastwirt mit einer E-Mail bedankte. Durch die Berichterstattung der chinesischen Medien wurde der Pub in China so bekannt, dass immer mehr Touristen aus dem Land bei ihrem Englandbesuch dem Plough einen Besuch abstatteten. Jetzt hat eine chinesische Investmentfirma den Pub sogar gekauft. Ich hoffe nur, dass die Fish and Chips auf der Speisekarte nicht bald durch Chop Suey ersetzt wird.

In der TV-Krimiserie „Inspector Barnaby“ ist in der Episode 47 „Down Among the Dead Men“ (dt. „Die Spur führt ins Meer“) The Plough häufig zu sehen. Barnaby und Jones untersuchen den Mord an dem Erpresser Martin Barratt und dabei geraten der Gastwirt Jack Fothergill und seine Reinemachefrau Ruby Wilmott ins Visier der Ermittler. Viele Szenen in dieser Folge wurden sowohl außerhalb des Pubs als auch im Schankraum selbst gedreht.

The Plough war einmal eine Kutschenstation und seine Anfänge gehen bis in das 16. Jahrhundert zurück. Wer das prominente Gasthaus einmal aufsuchen möchte: Man erreicht es über den Kreisverkehr in dem Dorf Askett, das nördlich von Princes Risborough und  Monks Risborough liegt. Dort biegt man in die schmale Cadsden Road ein, die zum Longdown Hill wird. Hier geht rechts eine Sackgasse ab, die auf dem Parkplatz des Pubs endet.

Diesen Fußweg könnte man gehen, um von Chequers zum Plough zu gelangen.   © Copyright Chris Heaton and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Diesen Fußweg könnte man gehen, um von Chequers zum Plough zu gelangen.
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Meine Gin-Trilogie Teil 3: The Cholmondeley Arms bei Cholmondeley in Cheshire

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Im ländlichen Cheshire, dort wo sich die A49 und die Wrenbury Road kreuzen, liegt in einem an eine Kirche erinnernden Gebäude The Cholmondeley Arms, ein Pub, der zu der Gruppe Cheshire Cat Pubs and Bars gehört. Diese Pubgruppe wurde 2008 von Tim Bird und Mary McLaughlin gegründet und umfasst bislang acht Häuser. Im Good Pub Guide 2017 wurde sie gerade zur Pub Group of the Year ausgerufen.

The Cholmondeley Arms war ursprünglich eine 1862 ins Leben gerufene Schule, die erst 1988 in ein Gasthaus umgebaut wurde. Im Jahr 2011 übernahmen die Cheshire Cat Pubs das Haus und renovierten das Gebäude, indem sie im Gastraum einige Elemente einbauten, die an den früheren Verwendungszweck als Schule erinnern. Schon kurz nach der Eröffnung im September 2011 gab es begeisterte Zeitschriftenartikel über diesen Pub und auch die einschlägigen Pubführer nahmen ihn gern auf.

Was The Cholmondeley Arms in Großbritannien einzigartig macht, ist die Auswahl an Gins. Sage und schreibe 366 Sorten sind hier im Angebot, das gibt es sonst nirgendwo im Königreich. Das Wacholder-Getränk steht immer wieder im Mittelpunkt des Geschehens hier mitten in Cheshire: Gin Tasting Classes werden regelmäßig angeboten, es gibt Gin Feste und eine bereits in der vierten Auflage vorliegende Gin Bibel, in der man alles über das Getränk erfährt und die man hier herunterladen kann.
Um das Gin-Angebot noch größer zu machen, kann jedermann Gin-Sorten aus aller Welt, die es hier noch nicht gibt, mitbringen und erhält das Geld dafür zurückerstattet plus einem Gutschein über £10, den man gleich vor Ort wieder ausgeben kann, vielleicht für ein paar Gin and Tonics. Einige Exoten im Gin-Angebot des Pubs sind zum Beispiel Death’s Door aus Wisconsin und Aviation Gin aus Oregon.

Wer keinen Gin mag, kann stattdessen eines der fünf regionalen Biere probieren wie das Cholmondeley Best oder die Saison-Biere wie Teachers Tipple, Headmasters Ale und Schools Out, die alle an die Schule erinnern, die hier viele Jahre lang untergebracht war.

Nach einem umfangreichen Gin Tasting ist man sicher nicht mehr in der Lage, Auto zu fahren, und so kann man hier gleich eine Übernachtung einlegen. Sechs Zimmer stehen zur Verfügung, die alle nach Lehrern benannt worden sind (Mr. Dumbledore, Mr Chips usw.).

Hunde sind im Pub übrigens sehr willkommen, für die immer ein paar Snacks und ein „Hundebier“ bereitstehen.

The Cholmondeley Arms
Wrenbury Road
Cholmondeley
Near Malpas
Cheshire SY14 8HN

Published in: on 1. November 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Meine Gin-Trilogie Teil 1: The Nicholas Culpeper Pub im Gatwick Airport – Hier befindet sich die weltweit erste und einzige Gin-Destillerie in einem Flughafen

Hier im Gatwick Airport North Terminal findet man die Gin-Destillerie.   © Copyright Mary and Angus Hogg and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Hier im Gatwick Airport North Terminal findet man die Gin-Destillerie.
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Gestern erwähnte ich in meinem Blog den Gatwick Airport, südlich von London, in dessen Abfertigungshallen die Hintergrundmusik abgestellt wurde. Dort gibt es im Nord-Terminal eine weltweit einzigartige Besonderheit: Im Nicholas Culpeper Pub befindet sich eine Gin-Destillerie; kein anderer Flughafen in der ganzen Welt kann sich damit brüsten. Seit Anfang diesen Jahres wird hier ein spezieller London Dry Gin hergestellt, extra für den Airport kreiert. In den letzten Jahren ist Gin in Großbritannien wieder sehr populär geworden (ich berichtete in meinem Blog einmal über die verheeerenden Folgen des Gin-Genusses im London des 18. Jahrhunderts) und so schuf der Gin-Experte Matthew Servini ein neues Rezept, in dem er Ingredienzien aus der ganzen Welt verwendet, zum Beispiel Rinde vom Chinesischen Zimtbaum und indische Engelwurz. Die Flaschen, die man hier kauft, sind nummeriert und tragen die Unterschrift des Destillateurs. Natürlich kann man an der Bar des Pubs den Gin probieren bzw. ihn in Form verschiedenartiger Cocktails zu sich nehmen. Da gibt es u.a. den Culpeper G&T, den Aviation und den Elderflower Spritz. Auf der Getränkekarte steht auch der berühmte Bombay Sapphire, der in der Laverstock Mill in Hampshire hergestellt wird und über den ich morgen in meinem Blog berichten werde.

Auf der Speisekarte des Pubs findet sich als Spezialität „Gin cured smoked salmon“, das habe ich sonst noch nie gesehen.

Der Name „Nicholas Culpeper Pub“ kommt übrigens von dem englischen Apotheker und Kräuterkenner Nicholas Culpeper (1616-1654),  der zur Bekämpfung von Krankheiten die Heilkraft der Pflanzen einsetzte. Geboren wurde er übrigens in dem kleinen Dorf Ockley in Surrey, das nur wenige Kilometer von der Start- und Landebahn des Flughafens von Gatwick entfernt liegt.

Geöffnet ist The Nicholas Culpeper Pub & Dining von 4 Uhr bis 22 Uhr.

 Nicholas Culpeper. This work is in the public domain.

Nicholas Culpeper.
This work is in the public domain.

The Good Pub Guide 2017

Foto meines Exemplares.

Foto meines Exemplares.

Seit dem 8. September ist er auf dem Markt, der aktuelle „The Good Pub Guide 2017“ in seiner 35. Auflage. 1982 erschien diese Bibel für alle Pub-Gänger zum ersten Mal, herausgegeben von Alisdair Aird. 1996 kam Fiona Stapley als Mit-Herausgeberin dazu, die dann das Steuer ganz übernahm.

Zu einer Englandreise gehört für mich ein Pub-Führer unbedingt dazu. Vor einigen Jahren schwenkte ich vom „Good Pub Guide“ zum „AA Pub Guide“ um, der ca 2000 Pubs vorstellt und bebildert ist. Jetzt bin ich wieder beim Original gelandet, das auf 1072 Seiten rund 5000 empfehlenswerte Pubs auflistet. Geordnet ist das Buch alphabetisch nach Grafschaften und da stehen jeweils die besonders empfehlenswerten Gasthäuser am Beginn, die von Inspektoren genauestens unter die Lupe genommen worden sind, gefolgt von der Rubrik „Also Worth a Visit“, in der von Lesern genannte Pubs gelistet sind. Diese haben durchaus die Chance in den Hauptteil aufgenommen zu werden, wenn entsprechend viele positive Kommentare eingegangen sind. Man wird also durchaus dazu eingeladen, an der Gestaltung des Pub-Guides mitzuwirken  (am Ende des Buches finden sich entsprechende Formulare, die man ausfüllen und an die Redaktion schicken kann).
Die inspizierten Pubs werden sehr ausführlich beschrieben, mit den Namen der Licensees, den Öffnungszeiten und den angebotenen Biersorten. Man erfährt ob WLAN angeboten wird und ob Hunde willkommen sind und die angebotenen Speisen werden auszugsweise beschrieben.

In jeder Ausgabe des „Good Pub Guides“ wird der Pub des Jahres gekürt, sowie in Unterkategorien die besten ihrer Art genannt.

Pub of the Year 2017 ist „The Horse Guards Inn“ in Tillington (West Sussex) mit der Begründung: „A 300-year-old inn with all the character that goes with great age but with inventive food, lovely service, cosy bedrooms and a lush garden“. Der Enterprise-Pub liegt etwa 100 Meter von der A272 (Petworth – Midhurst) entfernt, gegenüber der Kirche All Hallows.

Unspoilt Pub of the Year 2017: Ye Olde Gate Inn in Brassington (Derbyshire)
Country Pub of th Year 2017: Cottage of Content in Carey (Herefordshire)
Town Pub of the Year 2017: Bank House in King’s Lynn (Norfolk)
Dining Pub of the Year 2017: The Red Lion in East Chisenbury (Wiltshire)
Inn of the Year 2017: The Inn at Whitewell in Whitewell (Lancashire)

The Good Pub Guide 2017. Edited by Fiona Stapley. Ebury Press 2016. 1072 Seiten. ISBN 978-1-78503-322-3. Der Preis beträgt £15.99.

Pub of the Year 2017: The Horseguards Inn in Tillington (West Sussex).   © Copyright Shazz and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Pub of the Year 2017:
The Horseguards Inn in Tillington (West Sussex).
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The Britannia Inn am Ende der Welt in Dungeness (Kent)

Eigenes Foto.

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Es ist schon eine eigenartige Landschaft, wenn man von New Romney in Kent nach Süden abbiegt und auf dem Coast Drive bis zur äußersten Landspitze von Dungeness fährt, die von dem Kernkraftwerk Dungeness Power Station beherrscht wird. Zwischen der schmalen Straße und der Küste liegen Hütten, teils bewohnt, teils unbewohnt, manche verfallen, dazwischen hingestreut einige Schiffsrümpfe. Hier ist einer der längsten Kiesstrände der Welt und dieser Kiesboden zieht sich bis zur Dungeness Road hin. Wer an der Straße parken will, sollte sehr vorsichtig sein, und immer nur längs parken, auf keinen Fall im rechten Winkel zur Straße, denn man kann mit den Rädern schnell in diesem Kies versinken wie es mir vor einigen Tagen erging. Die Vorderräder meines Autos verschwanden in diesem lockeren Geröll und ich kam nicht mehr aus eigener Kraft heraus. Dank der Hilfsbereitschaft eines zufällig vorbeikommenden Autofahrers und eines Polizeiautos konnte ich nach mehreren Versuchen mittels einer Kette herausgezogen werden. Wird mir eine Lehre sein!

Am äußersten Ende der Dungeness Road, in Sichtweite des Kernkraftwerks liegt der Britannia Inn, ein barackenähnliches Gebäude mit einem (befestigten!!) Parkplatz davor und einigen Außensitzplätzen, von denen aus man einen Blick auf die beiden Leuchttürme hat. Wir nahmen ein Masterbrew der Brauerei Shepherd Neame zu uns, der der Pub auch gehört. Besonders gemütlich fand ich den gut besetzten Gastraum eigentlich nicht, er wirkte irgendwie kalt und kahl. An den Deckenbalken hingen unzählige Schlüsselringe. Gegessen haben wir hier nicht, im Tripadvisor finden sich relativ viele negative Anmerkungen über die Qualität und die Preise der angebotenen Speisen.
Wie auch immer, es ist schon merkwürdig hier unten in Dungeness. Einige Künstler haben sich in diesem abgelegenen Gebiet niedergelassen wie zum Beispiel im Dungeness Open Studio, schräg gegenüber vom Britannia Inn.

Nicky Minaj nahm ihr Musikvideo „Freedom“ hier auf und die Episode „Natural Causes“ (dt. „Wer ohne Sünde ist“) der TV-Serie „Inspector Lynley“ endet dramatisch auf dem Old Lighthouse, von dem aus man einen tollen Blick auf Dungeness hat. Auch der Britannia Inn ist in der Folge innen und außen zu sehen.

Eigenes Foto.

Eigenes Foto.

Dungeness Power Station und das Old Lighthouse. Eigenes Foto.

Dungeness Power Station und das Old Lighthouse.
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Künstlerstudio gegenüber vom Britannia Inn.   © Copyright Marathon and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Published in: on 17. Oktober 2016 at 02:00  Comments (2)  
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Mein Buchtipp – Tim Hampson: CAMRA’s 101 Beer Days Out

Foto meines Exemplares.

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Tim Hampson kennt sich in Sachen Bier hervorragend aus. Er führt einen Bierblog und hat bereits mehrere Bücher verfasst wie „London’s Best Pubs“, „London Riverside Pubs“ und „The Beer Book“. Mit „101 Beer Days Out: Exciting and Unusual Experiences for Beer Lovers Around Britain“ hat Hampson einen Reiseführer für Bierfreunde vorgelegt, der quer durch Großbritannien führt und 101 Tipps für „beer lovers“ gibt. Erschienen ist das Buch bei Campaign For Real Ale, kurz CAMRA, ein 1971 gegründeter Interessenverband für alle, die mit Bier und Pubs zu tun haben.

Ursprünglich kam das Buch im Jahre 2012 auf den Markt, liegt aber mittlerweile in einer überarbeiteten und aktualisierten Fassung vor.
Die Reise beginnt im Südosten Englands mit einem Besuch der Shepherd Neame Brauerei (Tipp 1) in Faversham (Kent), dort wo auch das jährliche Hop Festival (Tipp 2) stattfindet. Ein besonderes Augenmerk legt der Autor auf die Verbindung Bier und Eisenbahn und so erfahren wir u.a. von dem Real Ale Train (Tipp 13) in Hampshire, der zweimal im Monat die Watercress Line befährt und mehrere Biersorten an Bord anbietet. Auf dem Bahnsteig 1 des Bahnhofs von Hartlepool (County Durham) findet man das Rat Race Ale House (Tipp 88), das nur zu den Zeiten geöffnet hat, zu denen Züge verkehren.

Am Anfang des Buches stellt Tim Hampson die einzelnen Biersorten vor, die es in Großbritannien gibt und listet die Bierfestivals auf, die im Laufe eines Jahres veranstaltet werden.
Ein wirklich interessantes Buch für alle, die an englischen Bieren und an ungewöhnlichen Pubs interessiert sind.

Tim Hampson: 101 Beer Days Out: Exciting and Unusual Experiences for Beer Lovers Around Britain. Campaign for Real Ale 2015. 221 Seiten. ISBN 978-1-85249-328-8.

Die Shepherd Neame Brewery in Faversham (Kent).   © Copyright N Chadwick and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Die Watercress Line in Hampshire.   © Copyright David Dixon and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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The Red Lion in Hatfield (Hertfordshire) – Hier spielten sich am 4. Januar 1970 dramatische Szenen ab

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Wenn ich den Namen der Stadt Hatfield in Hertfordshire höre, denke ich in erster Linie an das Hatfield House, jenen Palast, in dem Heinrich VIII. seine Kinder Elizabeth, Mary und Edward erziehen ließ, und an die de Havilland Aircraft Company, die hier viele Jahre lang ihre Flugzeuge baute. Da Hatfield nicht weit von London entfernt liegt, wohnen in der Stadt viele Pendler, die in der Metropole arbeiten.

Nur wenige Gehminuten vom Hatfield House entfernt, liegt an der Great North Road Nummer 88 ein Pub, The Red Lion, der an seinem Neueröffnungstag eine Tragödie erlebte. Am Sonntag, dem 4. Januar 1970 öffnete The Red Lion seine Pforten und hatte gleich am ersten Abend einen sehr prominenten Gast: Keith Moon, Schlagzeuger der Rockgruppe The Who, damals eine der berühmtesten Bands Großbritanniens. Moon, seine Frau und einige Freunde fuhren dorthin, weil der Besitzer der Sohn eines seiner Nachbarn war. Doch gleich als sie den Pub betraten, merkten sie, dass sie da wohl einen Fehler gemacht hatten, denn der „Rote Löwe“ war fest in der Hand von aggressiven Skinheads. Keith Moon, der selten Bier, dafür um so lieber teuren Brandy trank, wurde von den jungen Männern angemacht. Solche Getränke wie sie Moon liebte, konnten sich die Skins nicht leisten und je später der Abend wurde, um so aggressiver traten die Glatzköpfe dem Drummer gegenüber auf. Als die Gruppe um Keith Moon schließlich den Pub verließ, wurde die Stimmung immer gewalttätiger. Der Bentley des Musikers geriet in den Mittelpunkt der Auseinandersetzungen. Die Skins bewarfen ihn mit Münzen und versuchten ihn umzukippen. Keith Moons Freund, Bodyguard und Fahrer Neil Boland gelang es nicht, den schweren Wagen durch die aufgebrachte Menge zu steuern und so stieg er aus, um die Meute zu konfrontieren. Es gab ein Handgemenge, währenddessen sich Moon selbst ans Steuer setzte und Gas gab. Er soll kein besonders geübter Fahrer gewesen sein, der auch nur selten selbst fuhr, und als sich der Bentley in Bewegung setzte, merkte Keith Moon nicht, dass Neil Boland unter das schwere Fahrzeug geraten war und er ihn eine ganze Strecke mitschleifte. Als er schließlich anhielt, war Boland so schwer verletzt, dass er noch in der Nacht im Krankenhaus verstarb.

Keith Moon wurde vor Gericht gestellt, aber was den Tod Bolands anging, freigesprochen, dafür aber wegen Fahrens unter Alkoholeinfluss verurteilt. Später kam eine andere Version der nächtlichen Vorgänge vor dem Red Lion auf; jemand behauptete, nicht Keith Moon sondern seine Frau Kim hätte am Steuer des Bentleys gesessen, und der Musiker hätte die Schuld auf sich genommen. Was auch immer richtig ist, Keith Moon ließ diese Tragödie vor dem Red Lion in Hatfield bis zu seinem Tod im Jahr 1978 nicht mehr los.

Hier
ist Keith Moon mit einem Schlagzeugsolo zu hören und zu sehen.

The Red Lion gehört zur McMullen Brewery, die seit 1827 in der Grafschaftshauptstadt Hertford ansässig ist.

The Red Lion
88 Great North Road
Hatfield AL9 5EU

The Drovers Inn in Gussage All Saints (Dorset) – Von der Dorfgemeinschaft vor dem Tod gerettet

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Schon seit dem 17. Jahrhundert steht The Drovers Inn in dem kleinen Dörfchen Gussage All Saints in Dorset. Auch die Nachbardörfer haben ähnlich nett klingende Namen wie Gussage St Michael und Wimborne St Giles. An einem trüben Novembertag im Jahr 2014 kam das Aus für den hübschen Country-Pub. Er wurde an jemanden verkauft, der den Gasthof abreißen und auf dem frei werdenden Grundstück Wohnhäuser bauen wollte. Die Dorfbewohner waren „not amused“…und wehrten sich; sie wollten unter allen Umständen ihren Dorf-Pub behalten. Die Gussage Community Benefit Society wurde gegründet, ein Geschäftsplan aufgestellt und der Pub am 11. März 2016 von der Gesellschaft gekauft. 170 Anteilseigner gibt es bisher, und viele Dorfbewohner haben darüberhinaus ihre Freizeit und ihr Know how für die Renovierung des Gasthofs zur Verfügung gestellt, der jetzt am 9. Juli eröffnet werden konnte. Stephen und Barbara Aldred sind die neuen Gastwirte, und ich kann mir vorstellen, dass The Drovers Inn wieder gut frequentiert sein wird.

Schon einmal sollte es dem Pub an den Kragen gehen und zwar im Jahr 2000, als ihn die Ringwood Brewery rettete und aufhübschte.
Möge dem Drovers Inn von jetzt an ein langes Leben beschieden sein, mit vielen verkauften Pints. Ich finde es einfach großartig, dass es immer wieder Dörfern gelingt, ihren Village Pub mit sehr viel Engagement vor dem Sterben zu retten, wodurch ein wesentliches Element der Dorfgemeinschaft erhalten bleibt.

The Drovers Inn
Gussage All Saints near Wimborne BH21 5ET
Dorset

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Bruce Masters – Der Mann, der die meisten Pubs in Großbritannien besucht hat und im Guinness Book of Records steht

The Old Weavers House in Canterbury, besucht von Bruce Masters am 4. Januar 2011 Nummer 43739.    © Copyright N Chadwick and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The Old Weavers House in Canterbury, besucht von Bruce Masters am 4. Januar 2011 (Nummer 43 739).
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Am 11. Juni schrieb ich in meinem Blog über Cathy Price, die sämtliche Pubs mit dem Namen The Red Lion in Großbritannien besucht und darüber ein Buch geschrieben hat. 656 Pubs waren das, eine ansehnliche Leistung. Für Bruce Masters jedoch ist das eine lächerliche Zahl, denn er ist der Mann, der die meisten Pubs landesweit aufgesucht hat und das sind bis heute fast 50 000! Er hat sogar den Ehrgeiz, auch noch die restlichen Pubs aufzusuchen und das wären noch so etwa 16 000. Obwohl bei dem gegenwärtigen Pubsterben die Zahl der Gasthöfe immer weniger wird. Bruce Masterson war Börsenmakler, ist jetzt aber im Ruhestand und hat entsprechend mehr Zeit, sich seinem Zeitvertreib zu widmen. Seit 1960 besucht er regelmäßig die „watering holes“ des Landes und seit 1971 betreibt er das Sammeln als Hobby, indem er alle besuchten Pubs in einer Datei auflistet mit dem Datum des ersten Besuches, dem Ort, der Adresse und der Grafschaft. In jedem Pub trinkt Mr. Masters ein halbes Pint, möglichst ein Real Ale und möglichst ein Bier aus der Region. Eine Million Kilometer hat er auf seinem Pub-Marathon schon zurückgelegt und beinahe täglich werden es mehr. Zweimal pro Woche begibt er sich auf Reisen in das ganze Land, um hinter die Namen bisher noch unbekannter Pubs auf seiner Liste einen Haken als „erledigt“ zu setzen.

Die Nummer Eins der umfangreichen Liste (besucht am 22. Juli 1960) trägt The Unicorn in Hertford (Hertfordshire), der leider im Februar 2009 für immer seine Pforten schloss, was auch für die Nummer Zwei, The Gladstone Arms, in der gleichen Stadt gilt, der 1965 das Handtuch warf. Dafür existiert die Nummer Drei auf der Masters-Liste noch, The Black Horse in der West Street in Hertford, den Bruce Masters im Oktober 1960 aufsuchte. Sankey’s Public House & Seafood Brasserie in Tunbridge Wells (Kent) vermeldet stolz auf seinen Facebookseiten, dass sie die Nummer 47 684 sind.

Bruce Masters wohnt in Flitwick in der Grafschaft Bedfordshire und nennt dort The Bumblebee in der Coniston Road seinen Stamm-Pub.

Published in: on 4. Juli 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  

Penzance in Cornwall Teil 2: The Admiral Benbow in der Chapel Street

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Geht man auf der Chapel Street in Penzance in Cornwall vom Egyptian House, über das ich gestern in meinem Blog berichtete, ein Stück weiter in Richtung Hafen, findet man auf der linken Seite in der Hausnummer 46 einen bemerkenswerten historischen Pub, The Admiral Benbow.
Wer den berühmten Roman „Treasure Island“ (dt. „Die Schatzinsel“) von Robert Louis Stevenson gelesen hat, erinnert sich vielleicht noch an die ersten Zeilen, in denen man gleich mit dem Gasthaus in Penzance konfrontiert wird. Dort heißt es in der deutschen Übersetzung im ersten Kapitel „Der alte Seehund im Admiral Benbow“:
So ergreife ich die Feder in diesem Jahre des Heils 17.. und versetze mich zurück in die Zeit, als mein Vater den Gasthof zum »Admiral Benbow« hielt, und als der braungebrannte alte Seemann mit der Säbelnarbe im Gesicht zuerst unter unserem Dache Wohnung nahm„.

Es ist einer der ältesten Gasthöfe in der Stadt im äußersten Südwesten von Cornwall und fällt schon einmal durch die Figur auf, die bäuchlings auf dem Dach liegt und mit einer Pistole auf irgendeinen imaginären Feind zielt. Unschwer zu erkennen, dass es sich hier um einen Schmuggler handelt. Die Inneneinrichtung des Admiral Benbow ist maritim beeinflusst und besteht aus Fundstücken, die man im Verlaufe von mehr als 400 Jahren aus Schiffen geborgen hat, die an der kornischen Küste Schiffbruch erlitten haben. Da findet man zum Beispiel Steuerräder, Galeonsfiguren, bemalte Fässer, eine Schiffskanone, Petroleumlampen usw. usw.; es geht sehr bunt zu in dem Pub.

Das Restaurant Captain’s Cabin besteht aus den Holzschnitzarbeiten eines ehemaligen portugiesischen Kriegsschiffes und bietet auf seiner Karte Standardgerichte an, ein paar italienische, ein Balti-Gericht und einen Benbow-Burger; na ja. Die 23 Positionen der „weltberühmten Weinkarte“ mögen auch nicht so ganz überzeugen, darunter als einziger deutscher Wein ein Piesporter Michelsberg mit sagenhaften 9% Alkoholgehalt (!!). Aber man geht ja nicht in den Admiral Benbow, um sich hier kulinarischen Genüssen und edlen Tropfen hinzugeben; die Atmosphäre des Pubs in der Chapel Street steht ganz im Vordergrund.

Benannt wurde das Gasthaus nach dem britischen Royal Navy-Admiral John Benbow, der 1653 in Shrewsbury geboren wurde und 1702 auf Jamaica starb.

The Admiral Benbow
46 Chapel Street
Penzance
Cornwall
TR18 4AF

Der Namensgeber des Pubs, Admiral John Benbow. This is a faithful photographic reproduction of a two-dimensional, public domain work of art.

Der Namensgeber des Pubs, Admiral John Benbow.
This is a faithful photographic reproduction of a two-dimensional, public domain work of art.

Beer Drinker of the Year Award 2016: Cathy Price und ihre Roten Löwen

Foto meines Exemplares.

Foto meines Exemplares.

Die All-Party Parliamentary Beer Group, eine parteiübergreifende Einrichtung des britischen Parlaments (Zweck: „To promote the wholesomeness and enjoyment of beer and the unique role of the pub in UK Society“) hat den diesjährigen Preis „Beer Drinker of the Year“ vergeben und zwar an eine Dame, an Cathy Price. Sie erhielt die Auszeichnung nicht, weil sie Unmengen an Bier getrunken hat, sondern aus einem viel originelleren Grund.

Die kuriose Geschichte begann im Jahr 2011, als Cathy Price im Lake District den Red Lion in Hawkshead (Cumbria) betrat und dort auf einer Plakette las: “ The Red Lion is the most common Name for a Pub in the UK„. Ob wohl schon jemand alle Red Lions auf der Insel aufgesucht hat, schoss es ihr durch den Kopf? Wohl kaum, und der Gedanke an die vielen roten Löwen setzte sich bei ihr fest. Sie forschte ein wenig nach und recherchierte, dass im Jahr 2010 724 Red Lion-Lizenzen ausgestellt waren. Abzüglich der mittlerweile bei Reiseantritt geschlossenen Pubs kam sie auf die Zahl 656, die sie nun tatsächlich alle besuchte.

Nummer 2 (nach Hawkshead) war The Red Lion in Wheelton in Lancashire und Nummer 3 der Red Lion in Mawdesley, ebenfalls in Lancashire. Bei der Reise quer durch das Land legte Cathy Price im Verlauf von vier Jahren 90 000 Meilen zurück und besuchte über 650 Pubs mit dem Namen The Red Lion; in jedem trank sie ein halbes Pint. Die letzte Station ihrer Reise war The Red Lion in Northmoor in Oxfordshire.

Über diese ungewöhnliche Geschichte schrieb sie ein Buch, das Anfang 2016 unter dem Titel „The Red Lioness: One Woman. Four Years. 90 000 Miles. 650+ Pubs“ im Verlag Troubadour Publishing (ISBN  978-1785890369) erschien.

Der Preis wurde vom Vorsitzenden der All-Party Parliamentary Beer Group, Andrew Griffiths, während des alljährlichen Awards Dinner in der Haupstadt überreicht, in Anwesenheit von zahlreichen Parlamentsabgeordneten.

Wo alles begann:    © Copyright Keith Salvesen and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Wo alles begann: The Red Lion in Hawkshead.
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Station Nummer 2: The Red Lion in Wheelton (Lancashire).   © Copyright David Dixon and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Station Nummer 2: The Red Lion in Wheelton (Lancashire).
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Die 3. Station: The Red Lion in Mawdesley (Lancashire).   © Copyright JThomas and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die 3. Station: The Red Lion in Mawdesley (Lancashire).
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Wo alles endete: The Red Lion in Northmoor (Oxfordshire).   © Copyright Steve Daniels and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Wo alles endete: The Red Lion in Northmoor (Oxfordshire).
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Spukorte – The Bear Inn in Stock (Essex)

   © Copyright Chris Morgan and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Leider habe ich im The Bear Inn in Stock (Essex) an der B1007 noch kein Pint getrunken, weil ich dort immer vor den Öffnungszeiten durchgefahren bin. Der Gasthof liegt ein Stück von der High Street zurück und das Pubschild ziert ein dicker Braunbär. Vielleicht klappt es ja beim nächsten Mal.

In vielen Bücher über „haunted Pubs“ wird The Bear gelistet, denn um ihn rankt sich die Geschichte von Charlie the Spiderman; das war ein Stallknecht im 18. Jahrhundert, dessen Aufgabe es war, sich um die Pferde der Gäste zu kümmern. Charlie war dem einen oder anderen Pint natürlich nicht abgeneigt, aber er hatte ein Problem: Als Stallbursche verdiente er nur sehr wenig und Bier kostete Geld. Eines Tages kam er auf eine Idee, um sich noch zu weiteren Pints zu verhelfen, die er umsonst bekommen konnte. Er verdingte sich im The Bear Inn sozusagen als Hobby-Zauberer und das ging so. In den einzelnen Räumen des Pubs gab es Kamine, die sich alle irgendwo im oberen Stockwerk vereinigten, was aber nicht alle wussten. Charlie schnappte sich also einen Krug Bier und kletterte einen der Kamine nach oben, wo er in Ruhe sein Bier austrank. Dann kletterte er einen anderen Kamin wieder hinunter und: Tata, da war er wieder, aber in einem anderen Raum. Die „locals“ kannten den Trick natürlich, aber die „first-timer“ nicht und staunten. Gern gaben sie dem Knecht daraufhin ein Bier aus. Da man ziemlich gelenkig sein musste, um zwischen den Kaminen hin und herzuklettern, nannte man Charlie in Stock den „Spiderman“.

An einem Weihnachtsabend spielte Charlie sein Spiel wieder einmal. Die Einheimischen langweilte das allmählich und so wollten sie ihn zu ihrem eigenen Vergnügen ausräuchern. Sie fachten das Kaminfeuer noch einmal kräftig an und freuten sich schon auf einen rußschwarzen, verschwitzten Spinnenmann…doch es kam niemand von oben heruntergehastet. Charlie war nicht mehr, er erlitt einen jämmerlichen Erstickungstod. Jetzt gibt es zwei verschiedene Versionen über das Ende der Geschichte: In der einen wird Charlie eingeklemmt zwischen zwei Kaminen später aufgefunden, in der anderen findet man Charlie überhaupt nicht mehr, trotz gründlichen Kaminfegens. Und so meinen manche, dass der Stallknecht noch immer irgendwo in dem Kaminlabyrinth, mittlerweile gut durchgeräuchert, feststeckt.

Der Geist Charlies aber ist noch aktiv; so heißt es, dass der eine oder andere Gast und auch die Landlords des Pubs ihn zum Beispiel mit dem Kopf nach unten in einem der Kamine hängen gesehen haben. Rußspuren tauchen unerklärlicherweise auf dem Teppichboden des Gasthauses auf und einige behaupten sogar, den Spiderman in voller Stallknechtmontur gesehen zu haben wie er aus einem Kamin heraustrat.

Wie auch immer, ob mit oder ohne Spiderman, bei meinem nächsten Besuch in Essex werde ich hier einmal einkehren und vielleicht ein Pint Bombardier Glorious English probieren.

The Bear Inn
16 The Square
Stock
Ingatestone CM4 9LH

 

 

The Swan in Pangbourne – Das einstige „Grenz-Gasthaus“ und drei Männer, die nicht mehr auf der Themse fahren wollten

Hochbetrieb am Swan in Pangbourne.   © Copyright Geoff Pick and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Hochbetrieb am Swan in Pangbourne.
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Dass der kleine Ort Pangbourne in Berkshire nicht zu den ärmsten des Landes gehört, sieht man allein schon daran, dass an der Station Road Lamborghini-Verkaufsräume direkt neben denen der Firma Bentley zu finden sind. Wir befinden uns hier eben im Speckgürtel von London. Ich mag diese Region an der Themse sehr, die sich von Wallingford bis nach Reading zieht. Über die Whitchurch Toll Bridge, die Berkshire mit Oxfordshire verbindet, schrieb ich ich vor einigen Monaten.

Diese Grenze zwischen den beiden Grafschaften verlief einmal genau durch den Swan Inn am Ufer der Themse; um es noch genauer auszudrücken, die Grenzlinie teilte die Bar des Pubs in zwei Teile. Ein Teil der Bar lag also in Berkshire und der andere in Oxfordshire. Das führte zu einem Kuriosum, denn die beiden Counties hatten unterschiedliche Ausschankzeiten. Wenn es abends soweit war, dass der Gastwirt die Worte „Time Gentlemen, please“ ausrief, um seine Gäste darauf aufmerksam zu machen, dass er nun gleich schließen müsse, ergriffen alle ihre Gläser und zogen damit an das andere Ende der Bar, das in der Grafschaft mit den längeren „licensing hours“ lag, wo sie dann fröhlich weiter tranken. Tolle Sache! Der Wirt musste nur aufpassen, dass keiner seiner Gäste aus Versehen die Grenze überschritt und sich dadurch strafbar machte.

Wer das wunderbare Buch „Three Men in a Boat“ von Jerome K. Jerome gelesen hat, kann sich vielleicht noch daran erinnern, dass Jerome, George und Harris mitsamt ihrem Hund Montmorency hier bei strömendem Regen in Pangbourne die Nase voll hatten von ihrer Themsefahrt und sie am Swan Inn beendeten. „…three figures, followed by a shame-looking dog, might have been seen creeping stealthily from the boat-house at the Swan, towards the railway station…“

Den Swan Inn gibt es nach wie vor in Pangbourne; hier kann man auf der Terrasse direkt an der Themse ein Bier trinken und, falls man mit einem Boot kommt, direkt davor anlegen. In welchem Jahr das Gasthaus erbaut worden ist, kann man nicht exakt sagen, „Circa 1642“ steht an der Fassade, na ja, immerhin ein Anhaltswert.

Die Speisekarte ist ein wenig auf die Lage an der Themse abgestimmt, so findet man darauf z.B. ein Boatman’s Lunch und, was ich besonders einfallsreich finde, als Dessert ein „The Swan Cygnet-Ture Ice Cream Sundae“. Dafür haben wenigstens keine Schwänlein ihr Leben lassen müssen!

The Swan liegt an der Straße Shooter’s Hill, nur ein paar Schritte vom Bahnhof entfernt, von dem aus damals die drei Männer und ihr Hund Pangbourne fluchtartig in Richtung London verlassen haben.

Übrigens machte der Comedian David Walliams („Little Britain“) hier im Swan Station, als er im September 2011 die Themse durchschwamm, wie dieser Film zeigt.

Blick auf die Themse von der Terrasse des Swans.   © Copyright Philip Halling and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Blick auf die Themse bei Pangbourne, dort wo The Swan liegt.
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