The Fighting Cocks in Stottesdon (Shopshire) – Ein Musterbeispiel für The Pub is the Hub

Prince Charles‘ Organisation The Pub is the Hub (ich berichtete in meinem Blog darüber) half kräftig mit The Fighting Cocks in dem 800-Seelen-Dorf Stottesdon in der Grafschaft Shropshire nicht nur am Leben zu halten, sondern den Pub auch zum echten Dorfmittelpunkt zu entwickeln. Ein anderer Pub im Ort, The Fox and Hound, hatte schon das Zeitliche gesegnet und die Gefahr bestand, dass auch noch Stottesdons letzter Pub geschlossen wurde, als Sandra Jefferies das Haus übernahm und es zur Freude der Bewohner unter ihrer Führung in die Erfolgsspur brachte. The Fighting Cocks ist ein Free House, also von keiner Brauerei abhängig. Hier werden immer fünf Real Ales ausgeschenkt und in der Küche beschränkt man sich so weit möglich auf Produkte aus der nächsten Umgebung.

Da es im Ort keinen Dorfladen mehr gab, integrierte man einen solchen im Pub und nannte ihn Shop at the Cock; auch hier werden vorwiegend lokale Produkte verkauft.

Weiterhin treten regelmäßig Bands in The Fighting Cocks auf (hier ist ein Beispiel). Es läuft also alles so wie man es in einem englischen ländlichen Pub erwartet bzw. erhofft.

Vor drei Jahren unternahm PETA (People for the Ethical Treatment of Animals), die Tierrechtsorganisation, einen landesweiten Vorstoß und schrieb Pubs an, die ihrer Meinung nach einen Namen tragen, der Grausamkeit Tieren gegenüber zum Ausdruck bringt, und wollte diese veranlassen, den Namen zu ändern; dazu gehörte auch The Fighting Cocks in Stottesdon. Dort war man aber gänzlich anderer Meinung, und Sandra Jennings sagte, dass der Name einfach zu dem historischen Gebäude gehört und so blieb es auch dabei.

The Fighting Cocks
High Street
Stottesdon, Nr Bridgnorth
Shropshire
DY14 8TZ

Mister Fitzpatrick’s Temperance Bar in Rawtenstall (Lancashire) – Die letzte alkoholfreie Bar Englands

Eine Bar in England, die keinen Alkohol ausschenkt? Gibt es so etwas? Ja, gibt es, aber nur noch eine und zwar in Rawtenstall in Lancashire.

Während der Industriellen Revolution erlebte der Nordwesten Englands eine starken Bevölkerungszuwachs und damit verbunden eine Zunahme an Alkoholismus, da man an jeder Straßenecke Bier oder Gin kaufen konnte. Als Gegenbewegung entstand die Temperance Movement (Abstinenzbewegung), die einen totalen Verzicht auf Alkohol predigte. Es entstanden sogenannte Temperance Bars, in denen man beispielsweise Ingwerbier, Vimto (Saft von Weintrauben, Himbeeren und schwarzen Johannisbeeren) oder Sarsaparilla (ein Getränk aus Stechwinden) kaufen konnte.

Eine letzte dieser Bars ist übriggeblieben, Mister Fitzpatrick’s Temperance Bar in Rawtenstall in Lancashire. Hier wird nach wie vor kein Alkohol ausgeschenkt, dafür aber die oben erwähnten, exotisch klingenden Getränke.
Malachi Fitzpatrick war der letzte aus der Familie, der die Bar über 50 Jahre lang betrieb, bis ins hohe Alter von 90 Jahren. Danach folgte ein Besitzerwechsel, doch die Bar behielt ihren Namen.

Heute kann man Mister Fitzpatrick’s Produkte auch online kaufen. Wie wäre es einmal mit dem Kräuterlikör Lemon & Ginger Cordial oder mit dem nicht so appetitlich klingenden Blood Tonic oder mit Dandelion & Burdock (ein Mix aus Löwenzahn und Klette)?
Hier ist das alles noch einmal im Film zu sehen.

Mr Fitzpatrick’s
Number 1
Fallbarn Road
Rawtenstall
Rossendale
Lancashire
BB4 7NT

 

 

Published in: on 28. April 2018 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  

The Crooked Billet in Stoke Row (Oxfordshire)

Über meinen Besuch in Stoke Row (Oxfordshire), in Zusammenhang mit dem Maharajah’s Well, berichtete ich in meinem Blog vor einigen Jahren. Auch einen der beiden örtlichen Pubs, The Cherry Tree Inn, erwähnte ich in meinem Blogartikel über die englische Band T’Pau, deren Sängerin Carol Decker ihn eine Zeit lang besaß. Nun gibt es in Stoke Row noch einen weiteren Pub, der etwas versteckt am Ortsrand am Newlands Lane liegt und der The Crooked Billet heißt. In dem 1642 erbauten Gasthaus soll der berüchtigte Straßenräuber Dick Turpin früher ein und ausgegangen sein, denn er hatte sich in die hübsche Tochter des Wirts verliebt. Dann gab es einmal einen Landlord, der häufig abends vor dem Kamin im Gastraum einschlief, so dass sich die Gäste ihr Bier selbst zapfen mussten und das entsprechende Geld dafür auf dem Tresen liegen ließen, was offensichtlich gut klappte, weil die Einwohner von Stoke Row ehrliche Leute waren.

1989 wurde The Crooked Billet, der ziemlich heruntergekommen war, von Paul Clerehugh übernommen, der aus dem hässlichen Entlein einen schönen Schwan machte. Im Handumdrehen entwickelte sich der Pub zu einem Treffpunkt für Feinschmecker, und es heißt, dass der Begriff Gastropub erstmals für dieses Gasthaus in Stoke Row verwendet wurde. Aus diesem Grund sind hier auch schon namhafte Sterneköche gesichtet worden.

Als die Schauspielerin Kate Winslet am 22. November 1998 in Reading (Berkshire), wo sie auch geboren wurde, Jim Threapleton heiratete, fuhr die Hochzeitsgesellschaft anschließend nach Stoke Row, wo alle im The Crooked Billet… Bangers and Mash vorgesetzt bekamen, jenes traditionelle britische Essen, das aus Würstchen und Kartoffelmus besteht. Dass die Ehe nur drei Jahre Bestand hatte, ist sicher nicht auf Paul Clerehughs Essen zurückzuführen.

Doch nicht nur Prominente, die in der Region wohnen, sind gern in dem Pub zu Gast, auch Filmcrews haben schon mehrere Male The Crooked Billet als Drehort aufgesucht, zum Beispiel für die TV-Serien „Jeeves&Wooster“, „Land Girls“ und „Midsomer Murders“ (in Episode 12 „Judgement Day“, die in Deutschland als „Der Mistgabelmörder“ gezeigt wurde).

The Crooked Billet
Newlands Lane
Stoke Row
Henley On Thames
RG9 5PU

The Morpeth Arms im Londoner Stadtteil Pimlico – Von Spionen und gruseligen Gewölben

The Morpeth Arms ist ein Pub im Londoner Bezirk Pimlico, und er liegt an der Ecke Millbank/Ponsonby Place. Die direkten Nachbarn sind das Chelsea College of Arts und dahinter Tate Britain. Vom an der Themse gelegenen Pub aus hat man einen direkten Blick auf das auf der anderen Seite des Flusses gelegene Gebäude des MI6, in dem der britische Auslandsgeheimdienst untergebracht ist, James Bond-Fans u.a. aus „Skyfall“ bekannt.

Die unmittelbare Nähe zu diesem Gebäude, in dem Agenten ein und ausgehen, hat die  Pubbetreiber veranlasst, im zweiten Stock den „Spying Room“ einzurichten, einen Raum, der für private Feiern gemietet werden kann und dessen Wände mit Fotos von berühmten Spionen dekoriert sind. Es liegen Ferngläser bereit, mit denen man sich das MI6 Building näher heranholen und „ausspionieren“ kann.

The Morpeth Arms steht auf einem Gelände, das früher einmal das berüchtigte Millbank Prison beherbergte. In diesem Gefängnis wurden u.a. auch die zur Deportation nach Australien verurteilten Häftlinge untergebracht. Ein Poller an der Themse erinnert daran und trägt die Inschrift: “ „Near this site stood Millbank Prison which was opened in 1816 and closed in 1890. This buttress stood at the head of the river steps from which, until 1867, prisoners sentenced to transportation embarked on their journey to Australia.“

Unterhalb des Pubs sind noch einige Gewölbe mit Gefangenenzellen vorhanden, in denen es spuken soll und in denen schon Ghost Hunts stattfanden. Dort unten ist eine CCTV-Kamera aufgestellt, die Live-Bilder nach oben in die Bar überträgt.

The Morpeth Arms ist täglich von 10 Uhr bis 23 Uhr geöffnet, nur sonntags von 12 Uhr bis 21 Uhr.

58 Millbank
Pimlico
London
SW1P 4RW

Dieser Poller erinnert an die nach Australien deportierten Häftlinge. Im Hintergrund links das MI6-Gebäude.
Author: Tarquin Binary
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Published in: on 20. April 2018 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Nathaniel Bentley (1749-1809) alias Dirty Dick – Ein Mann, der alle Höhen und Tiefen des Lebens kennengelernt hat

Der Dirty Dicks Pub an der Ecke Bishopsgate/Middlesex Street in der Londoner City.
Photo © Oxfordian Kissuth (cc-by-sa/2.0)

Der 1749 geborene Nathaniel Bentley (sein Geburtsdatum wird in manchen Quellen auch mit 1735 angegeben) wurde in seinen besten Zeiten der „Beau of Leadenhall Street“ genannt, denn er pflegte sich sehr gut zu kleiden und kaufte gern in Paris ein. Der Mann entstammte einer wohlhabenden Familie und führte ein Geschäft in der Londoner City, in der Leadenhall Street, namens „Golden Lyon & Case of Knives„, in dem er Eisenwaren jeglicher Art verkaufte. Alles schien bisher gut für Nathaniel zu laufen, er verliebte sich in eine junge Frau und die beiden wollten heiraten. Dann schlug das Schicksal zu: Am Vorabend der Hochzeit starb die Braut…und das warf den armen Bräutigam für den Rest seines Lebens komplett aus der Spur. Das Zimmer, in dem das Hochzeitsfrühstück angerichtet war, schloss er ab und wurde nie wieder betreten. Er selbst ließ sich völlig gehen, wusch sich und seine Kleider nicht mehr – aus dem Beau of Leadenhall Street wurde im Handumdrehen Dirty Dick. Warum soll ich mir die Hände waschen, soll er einmal gesagt haben, morgen sind sie sowieso wieder dreckig. Seine Katzen, die eine nach der anderen starben, ließ er einfach liegen und sie rotteten vor sich hin. Auch Nathaniels einst gut gehende Eisenwarenhandlung verkam, Staub legte sich auf die Waren, und er zeigte kein Interesse mehr an dem Geschäft.

1804 setzte sich der frühere Beau zur Ruhe und schloss seinen Laden, fünf Jahre später war er tot. Der Inhaber eines Pubs an der Ecke Bishopsgate/Middlesex Street, The Old Jerusalem, übernahm einige von Bentleys Hinterlassenschaften wie das bis dato  verschlossene Hochzeitsfrühstückzimmer und die toten Katzen und stellte alle diese kuriosen Dinge in seinem Pub aus, den er  in Dirty Dicks umbenannte und der noch heute existiert und der Londoner Brauerei Young’s gehört.

Charles Dickens soll die Figur der Miss Havisham in seinem Roman „Great Expectations“ (dt. „Große Erwartungen“) nach Nathaniel Bentley gestaltet haben. Auch sie erlitt an ihrem geplanten Hochzeitstag einen Schock als sie erfuhr, dass ihr Bräutigam sie sitzen gelassen hatte und nur an ihrem Geld interessiert war. So wie Bentley ließ sie das Hochzeitsfrühstück unangerührt auf dem Tisch stehen. In ihrem Haus lief sie von nun an nur noch ihrem Hochzeitskleid herum.

Mr Bentley würde seine Leadenhall Street, wie sie heute aussieht, nicht mehr wiedererkennen. Im Hintergrund das Lloyd’s Building.
Photo © Steve Daniels (cc-by-sa/2.0)

Mein Buchtipp – Martyn Cornell: Strange Tales of Ale

Foto meines Exemplars.

Martyn Cornell ist Mitglied der British Guild of Beer Writers, der sich in seinen Büchern und Fachartikeln intensiv mit dem Thema „Geschichte des Biers“ auseinandersetzt. So hat er zum Beispiel die Bücher „Beer: The Story of the Pint“ und „Amber, Gold and Black: The History of Britain’s Great Beers“ verfasst. In seinem Blog „Zythophile“ schreibt er regelmäßig über sein Lieblingsthema. Ich habe gerade sein letztes Buch „Strange Tales of Ale“ gelesen, in dem er sich mit Kuriositäten rund um Bier und Pubs beschäftigt und für das der Autor tief in Archive und Bibliotheken eingedrungen ist, um dort für sein Werk zu recherchieren.

Hier sind einige Beispiele für diese „Strange Tales“:

Gleich in der ersten Geschichte „The Great London Beer Flood“ hören wir von dem verheerenden Unglück in der Londoner Meux Brewery in der Tottenham Court Road am 17. Oktober 1814, als ein riesiges Bierfass in sich zusammenfiel und sich daraus über 570 Tonnen Gerstensaft in die umliegenden Straßen ergossen, wobei acht Menschen ertranken. Über diesen Vorfall berichtete ich früher schon einmal in meinem Blog.

Der zweite Artikel in Martyn Cornells Buch beschäftigt sich mit der Geschichte des Ploughman’s Lunch, einem beliebten Gericht, das in vielen Pubs erhältlich ist und das man gern zu einem Pint Bier zu sich nimmt.

Auch der dritte Beitrag in dem Buch ist sehr interessant. „In „Putting Beer in Spitfire Fuel Tanks“ geht es um die Bierversorgung britischer und alliierter Soldaten nach dem D-Day in der Normandie im Jahr 1944, als man sehr erfindungsreich war und das Bier aus der Heimat in den Tanks von Spitfire-Jagdflugzeugen an die Front brachte.

Weitere Themen sind „The British National Dinner – Roast Beef, Plum Pudding and Ale„, „The Potboy in History, Literature and Art“ (potboy = „A boy or young man employed in a public house, etc., to serve drinks or collect glasses“, so die Definition der Oxford Living Dictionaries) und „The True Story Behind Britain’s Most Popular Pub Name„, in dem es um den Pubnamen „The Red Lion“ geht. Siehe dazu meinen Blogeintrag über Cathy Price, die jeden einzelnen Red Lion im Land aufgesucht hat.

Ein sehr empfehlenswertes Buch für alle Biertrinker!

Martyn Cornell: Strange Tales of Ale. Amberley Publishing 2015. 224 Seiten. ISBN 978-1-4456-4797-5

 

Noniks und Conicals – Die typischen englischen Pub-Biergläser

Beispiele für Nonik-Gläser mit Wulst.
Author: GeoTrinity
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Bestellt man in einem englischen Pub ein Bier an der Theke, so erhält man sein Pint oder halbes Pint mit ziemlicher Sicherheit in einem Nonik oder einem Conical serviert. Die beiden Gläser unterscheiden sich in der Form. Während das Conical wie es der Name schon sagt, konisch geformt ist, hat das Nonik die Besonderheit, dass das Glas einige Zentimeter unterhalb des Randes eine kleine Wulst aufweist, was mehrere Vorteile hat. Es liegt besser in der Hand, wenn man es vom Bartresen zum Tisch jongliert (die Gläser werden in Pubs bis zum Rand gefüllt und es gehört ein wenig Geschick dazu, das zu bewerkstelligen, ohne etwas zu verschütten), man kann die Noniks besser ineinander stapeln, so dass sie nicht festkleben, und die Glasränder werden nicht so schnell zerstoßen („nicked“, daher der Name „no nicked“ soviel wie „nicht angestoßen“).

Die Firma Ravenhead Glass in Lancashire stellte die Noniks erstmals im Jahr 1947 her, nach einer Idee von Alexander Hardie Williamson (1907–1994), einem ihrer Glasdesigner. Noch heute produziert diese Firma die Gläser in gr0ßen Stückzahlen.

Betrachtet man sich ein Pint-Glas bzw. Half-Pint-Glas einmal genauer, so sieht man darauf einige Buchstaben und Zahlen. Da ist einmal das „CE„-Zeichen, das besagt, dass das Produkt den Anforderungen einer EU-Verordnung entspricht. Die vierstellige Nummer gibt die Identifikationsnummer der staatlich überwachten zuständigen Prüfstelle an. Und dann kann man noch das Produktionsjahr des Glases sehen, dessen letzte beiden Ziffern aufgedruckt sind. Bei meinem Beispiel unten steht „M 14“, also M für „Manufactured“ und „14“ für das Herstellungsjahr 2014.

In Pubs findet man meistens Gläser, die keinen schmückenden Aufdruck haben; die gibt es natürlich auch, und eine Firma, die sich auf das Bedrucken von Gläsern spezialisiert hat, ist Festival Glass, in Ovenden (West Yorkshire) ansässig. Die Firma wurde 2002 gegründet, auf dem Gelände einer ehemaligen Keksfabrik nördlich von Halifax.

Mein von der Firma Festival bedrucktes Glas, ein Conical, das ich im The Martyrs Inn in Tolpuddle (Dorset) gekauft habe.
Eigenes Foto.

Die Kennzeichnung auf der Rückseite meines Glases: CE M 14 0846. Dieses Glas wurde also 2014 hergestellt.
Eigenes Foto.

Published in: on 1. Februar 2018 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Die Carlton Tavern in Kilburn (London) – Abgerissen und wiederauferstanden

So sah der Pub einmal aus und so wird er bald wieder aussehen.
Photo © Alexander P Kapp (cc-by-sa/2.0)

Die Straße Carlton Vale zieht sich durch den nördlichen Londoner Stadtteil Kilburn. Es ist eine baumbestandene Wohnstraße, an deren östlichen Ende die Ausläufer des Paddington Recreation Grounds reichen, eine Freizeit- und Sportanlage und der größte Park der City of Westminster. In der Carlton Tavern in der Hausnummer 33 trafen sich seit den 1920er Jahren die Bewohner der umliegenden Gegend, um hier in Ruhe ein Bier zu trinken. Neben dem Pub wuchsen Palmen, so dass so etwas wie ein mediterranes Flair entstanden war.

Am 8. April 2015 trauten die Stammgäste der Carlton Tavern ihren Augen nicht, als sie sahen wie Abbruchmaschinen ihrem Lieblingspub zu Leibe rückten und ihn gnadenlos dem Erdboden gleich machten. Die Verantwortlichen hatten sich nicht einmal die Mühe gemacht, Einrichtungsgegenstände herauszuholen; Biergläser standen noch auf den Tischen. Es gab einen Grund für diese Nacht und Nebel-Aktion: Die Carlton Tavern sollte unter Denkmalschutz gestellt werden und die positive Entscheidung dafür stand kurz davor. Da wollten die israelischen Eigentümer des Gebäudes Fakten schaffen, denn sie planten auf dem Grundstück ein mehrstöckiges Wohnhaus zu bauen. Hier ist ein Film über den Abbruch des Pubs.

Nicht nur die Stammgäste des Pubs waren wütend über diese illegale Aktion, auch der zuständige Westminster City Council war empört und ließ sich das nicht gefallen. Die Friends of the Carlton Tavern gingen auf die Straße, um ihren Unmut freien Lauf zu lassen und forderten den Wiederaufbau ihres Pubs. Die israelischen Unternehmer hatten die Rechnung ohne den Wirt gemacht, denn die örtliche Verwaltung stoppte die geplanten Maßnahmen und forderte die Firma auf, den Pub genauso wieder aufzubauen wie er einmal war, „brick by brick„. Ein Einspruch gegen diese Anordnung misslang, und so wird voraussichtlich im August diesen Jahres die Carlton Tavern erneut ihre Pforten öffnen. Ich könnte mir denken, dass der Eröffnungstag zu einem großen Freudenfest hier in Kilburn werden wird.

Carlton Vale in Kilburn.
Photo © Mike Quinn (cc-by-sa/2.0)

Londoner Kuriositäten Teil 3: Ben, der „Roof dog“ in Brixton

The Windmill in Brixton.
Author: Ewan Munro.
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Der Pub „The Windmill“ an der Straße Blenheim Gardens im Londoner Stadtteil Brixton sieht von außen nicht sehr einladend aus; er ist nicht das, was man einen „cozy pub“ nennen könnte, dafür ist er für Musikbegeisterte eine Art Mekka geworden. Live Music ist hier angesagt und die zieht auch Leute aus anderen Teilen Londons an. Der Name „The Windmill“ kommt von der rund 200 Meter entfernten letzten Windmühle der Hauptstadt, deren Mehl man in einigen Läden in Brixton kaufen kann.

Ein lebendes Wahrzeichen des Pubs war bis zum August 2015 Ben, ein Rottweiler, der acht Jahre seines Lebens auf dem Dach des Lokals verbrachte, wo seine Besitzer auf einem aufgepfropften Bungalow wohnten. Ben wurde von den Pubbesuchern geliebt, obwohl er den einen oder anderen durch sein Gebell wohl auch etwas nervte. Im August 2015 starb der arme Kerl an Prostatakrebs, und er wurde  in den Blenheim Gardens sehr vermisst. Doch der Platz auf dem Dach des Pubs blieb nicht lange leer, denn auf Ben folgte Lucky, ein Schäferhund. Auch gab es einige Ben-Vorgänger wie den Dobermann Brandy und Di, eine Schäferhund-Rottweiler-Mischung. Aber Ben bleibt bis heute unvergessen, so kann man in „The Windmill“ T-Shirts mit der Aufschrift „I Believe in Roof Dog“ kaufen und es wurde noch zu Lebzeiten Bens ein Bier gebraut, das Roof Dog Beer hieß und das die Pitfield Brewery produzierte. Das Bier wurde mit großem Tamtam, das heißt mit viel Musik, in „The Windmill“ erstmals am 25. Mai 2014 ausgeschenkt. Ob Ben auch etwas von dem  4.5% starken Bier, das nach ihm benannt wurde, abbekam, konnte ich leider nicht feststellen.

 

The Dove in Hammersmith – Einer der schönst gelegenen Themse-Pubs in London

The Dove, ein Pub, der seit Ende des 19. Jahrhunderts zur Fuller’s Brewery gehört, liegt an der Straße Upper Mall im Londoner Bezirk Hammersmith direkt am Nordufer der Themse. Viele prominente Besucher hat der Pub erlebt, so sollen Ernest Hemingway, Alec Guinness und Dylan Thomas häufige Gäste in The Dove gewesen sein. Auf den Webseiten des Pubs steht zu lesen, dass König Charles II sich hier mit seiner Geliebten Nell Gwyn getroffen haben soll, und dass der Dichter James Thomson die Melodie zu „Rule Britannia“ geschrieben hat.

„Einspruch!“ sagt da Martyn Cornell in seinem Buch „Strange Tales of Ale„. The Dove wurde erst sechzig Jahre nach dem Tod Charles II erbaut, und die Geschichte mit „Rule Britannia“ stimmt auch nicht, denn der Komponist hieß Thomas Arne. Der Texter war James Thomson, doch der soll ihn nicht im Pub, sondern in seinem Haus in Kew geschrieben haben. Eine andere Behauptung stimmt aber, nämlich die, dass  der Pub in Sir Alan Patrick Herberts 1930 erschienenem Roman „The Water Gipsies“ (dt. „Wasserzigeuner“) unter dem Namen The Pigeons eine Rolle spielt.

Einer der früheren Publicans, George Izzard, der The Dove von 1931 bis 1965 leitete, hat 1959 seine Memoiren geschrieben, die er unter dem Titel „One for the Road“ veröffentlichte und darin kann man dann erfahren wie es in dem Themse-Pub zuging.

Eine Besonderheit hat The Dove vorzuweisen, der sich kein anderer Pub in der Welt rühmen kann: Hier gibt es den kleinsten Barraum weltweit, was zu einer Eintragung ins Guinness Book of Records geführt hat. Ganze drei Quadratmeter groß ist dieser kleine Raum, der klammheimlich über Nacht angebaut worden sein soll, weil ein Pub zwei Räume haben musste, um nicht nur Bier, sondern auch andere Alkoholika ausschenken zu dürfen. Da The Dove aber nur über einen Raum verfügte und ein Anbau genehmigt werden musste, griff man zu dieser nicht ganz legalen Lösung. Aber auch da erhebt Martyn Cornell Einspruch und legt in seinem Buch detailliert dar, warum das nicht stimmen kann. Es ranken sich also viele falsche Behauptungen und Halbwahrheiten um die Geschichte des hübschen Themse-Pubs.

An der Bar gibt es die ganze Palette der Fuller’s-Biere wie zum Beispiel das London Pride, das Black Cab Stout und Oliver’s Island Golden Ale.
Geöffnet hat The Dove jeden Tag von 11 Uhr bis 23 Uhr, lediglich am Sonntag nur von 12 Uhr bis 22.30 Uhr.

Hier ist ein kurzer Film über den Pub zu sehen.

The Dove
19 Upper Mall,
Hammersmith, London, W6 9TA

This work is released into the public domain.

Oakman Inns & Restaurants – Eine mehrfach ausgezeichnete Gruppe von Pubs

The Betsey Wynne in Swanbourne (Buckinghamshire).
Photo © Cameraman (cc-by-sa/2.0)

Seit nunmehr zehn Jahren gibt es die Pubgruppe Oakman Inns & Restaurants, die 2007 von Peter Borg-Neal gegründet wurde. Firmensitz ist in der Akeman Street in Tring (Hertfordshire). Anders als die meisten CEOs von Pubcos hat Borg-Neal im Laufe seines Lebens so ziemlich alle Arbeiten verrichtet, die in Pubs, Hotels und Restaurants anfallen, kann also über alles mitreden. Für den Manager stehen neben den Gästen seine Angestellten im Mittelpunkt, die gut bezahlt werden und deren Arbeit auch anerkannt wird. So wurde er 2015 mit dem Publican Award als Best Employer ausgezeichnet. Dreimal wurde die Pubgruppe zum Best Community Pub Operator und Borg-Neal zum Business Leader of the Year 2017 ernannt. Aus der Hand von HRH The Princess Royal erhielt er kürzlich den Princess Royal Training Award für seine Online-Akademie Oakmanology, in der seine Angestellten aus- und weitergebildet werden.

Bisher gehören 21 Pubs zu  den Oakman Inns, ein weiterer, The Royal Foresters in der London Road in Ascot, der seit April 2015 geschlossen ist, soll voraussichtlich im Frühjahr 2018 neu eröffnet werden. Sehen wir uns doch einmal einige der Oakman Inns an:

The Betsey Wynne in der Mursley Road in Swanbourne (Buckinghamshire). Dieser Pub wurde erst 2016 neu eröffnet und hat sich nicht zuletzt durch sein Restaurant einen guten Ruf erworben. Allein schon das Frühstücksangebot ist sehens- bzw. schmeckenswert.

The Blue Boar am Market Place in Witney (Oxfordshire) war vorher das Marlborough Hotel, bis es von den Oakman Inns übernommen und umgebaut wurde. Das denkmalgeschützte Gebäude war früher einmal eine Kutschenstation.

The Dog and Badger  in der Henley Road in Medmenham (Buckinghamshire) zählt seit seinem Umbau und der Neueröffnung im Jahr 2014 zu den Oakman Inns. Auch dieses Haus ist „Grade II listed“. Medmenham ist ein netter kleiner Ort an der Themse, den ich erst vor kurzem besuchte.

The Four Alls an der Binton Bridge in Welford-on-Avon (Warwickshire). Das ist einer meiner Lieblingsorte in England (über meinen Besuch in einem anderen Pub des Dorfes, The Bell, habe ich in meinem Blog schon einmal geschrieben). Der Biergarten des Pubs liegt direkt am River Avon.

The Blue Boar in Witney (Oxfordshire).
Photo © P L Chadwick (cc-by-sa/2.0)

The Dog and Badger in Medmenham (Buckinghamshire).
Photo © Andrew Smith (cc-by-sa/2.0)

The Four Alls in Welford-on-Avon (Warwickshire).
Photo © Jonathan Thacker (cc-by-sa/2.0)

 

Published in: on 23. Dezember 2017 at 02:00  Comments (2)  
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Pubs im Schnee

The Ferry Tavern in Penketh bei Warrington (Cheshire).
Photo © Tony Beattie (cc-by-sa/2.0)

In einem früheren Blogartikel schrieb ich über meine Vorliebe, im Winter nach England zu reisen. Wenn es dann auch noch schneit, was im Süden des Landes nicht selbstverständlich ist, fühle ich mich hier wohl. Was gibt es Schöneres, als aus dem Zimmer eines romantischen Burg- oder Schlosshotels auf die verschneite Landschaft zu blicken? Auch die Pubs legen sich eine Schneemütze auf ihren Dächern zu und wenn es dunkel wird, lädt die warme Beleuchtung im Inneren der Gasthöfe zu einem Besuch ein.

In meinem heutigen Blogeintrag möchte ich statt vieler Worte lieber die Bilder sprechen lassen. Hier ist eine kleine Zusammenstellung von Pubs im Schnee.

 

The Blue Bell in Glinton, nördlich von Peterborough (Cambridgeshire).
Photo © Paul Bryan (cc-by-sa/2.0)

The Crown in Badshot Lea bei Farnham (Surrey).
Photo © Tim Wilcock (cc-by-sa/2.0)

The William Bray in Shere  zwischen Dorking und Guildford (Surrey).
Photo © Colin Smith (cc-by-sa/2.0)

The Black Lion in Hartley (Kent). Seit kurzem kein Pub mehr, sondern Tea Room.
Photo © Martin Bridge (cc-by-sa/2.0)

The Merry Harriers in Hambledon bei Godalming (Surrey).
Photo © colin beasley (cc-by-sa/2.0)

The Ypres Castle in Rye (East Sussex).
Photo © Oast House Archive (cc-by-sa/2.0)

 

Published in: on 13. Dezember 2017 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  

The Canalhouse – Ein ungewöhnlicher Pub in Nottingham

Ich glaube, Nottinghams bekanntester Pub ist der uralte Ye Olde Trip to Jerusalem am Brewhouse Yard, der von sich selbst behauptet „The Oldest Inn in England“ zu sein, was aber andere Pubs auch von sich sagen. Ich berichtete in meinem Blog vor einigen Jahren über ihn.

Ein anderer Pub in Nottingham ist auch sehenswert, The Canalhouse, Englands einziger Pub, der nicht nur an einem Kanal liegt, sondern durch den auch ein Kanal führt. Der Beeston and Nottingham Canal wird mitten durch die Stadt geleitet, und ein kleiner Abstecher von ihm führt zum Canalhouse. Den Pub gibt es erst seit dem Jahr 2000, als er in dem ehemaligen Lagerhaus eröffnet wurde; davor war hier ein Kanalmuseum untergebracht. Mitten im Gasthaus liegen zwei Narrowboats, ein ungewöhnlicher Anblick.

Die Spezialität des Canalhouse ist seine riesige Auswahl an Flaschen- und Dosenbieren aus aller Welt, rund 250 verschiedene Sorten kann man hier probieren, dabei sind Exoten wie das Alaskan Smoked Porter, das neuseeländische Tuatara Outrigger und das argentinische Quilmes.  Aus Deutschland werden 17 Biere angeboten, darunter das Schlenkerla Rauchbier und das Flensburger Gold. Das interessante an der Speisekarte ist, dass zu den einzelnen Gerichten die jeweils dazu passenden Biere vorgeschlagen werden (sogar zu den Desserts).

Der Canalhouse Pub gehört zur Castle Rock Brewery, die ebenfalls in Nottingham ansässig ist und die Biere wie Screech Owl und Sherwood Reserve produziert. Die Brauerei wurde 1977 von dem ehemaligen CAMRA-Vorsitzenden Chris Holmes gegründet.

The Canalhouse bietet eine bunte Palette an Unterhaltungsmöglichkeiten an wie Comedy Nights und sogar Theateraufführungen wie zum Beispiel gestern Abend als „Romeo und Julia“ von der Much Ado About Theatre-Wanderbühne präsentiert wurde.

The Canalhouse
48-52 Canal Street
Nottingham NG1 7EH

 

Published in: on 3. November 2017 at 02:00  Comments (3)  
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The Highwayman Inn in Sourton (Devon) – Englands skurrilster Pub?

Direkt an der A386 in Sourton am Nordwestrand des Dartmoor National Parks in Devon liegt einer der ungewöhnlichsten exzentrischsten Pubs, die England zu bieten hat: The Highwayman Inn. Schon der Innenhof ist sehenswert; das Pubschild zeigt einen Überfall eines Banditen auf eine Kutsche, an der anderen Seite des Gebäudes ist ein weiterer maskierter Highwayman zu sehen, der einen Raubzug plant, und der Zugang zum Pub erfolgt durch die rosagestrichene Tür einer ehemaligen Kutsche, die früher die Strecke Okehampton – Launceston bediente. Nachdem man den Pub (Besitzer sind Sally und Bruce) betreten hat, fühlt man sich in eine andere Welt versetzt. Ein Farbenmeer erwartet den Gast, hervorgerufen durch Lichtspiele, Laternen und Art Déco-Lampen, bunte Fenster und Kissen. Venezianische Masken, Nippes, Nischen, Grotten, jedes Fleckchen im Pub ist vollgestellt. Der Besucher des Pubs ist regelrecht geblendet von den vielen Dingen, mit denen er konfrontiert wird (hier ein Beispiel).

Die Galleon Bar ist wie das Innere eines Schiffs gestaltet und beinhaltet eine Tür, die einmal auf einem Schiff namens „Diana“ war, das 1817 unterging und sechzehn Menschen mit in den Tod riss. Diese Tür steht im Mittelpunkt vieler unheimlicher Geschichten, denn The Highwayman ist nicht nur Englands skurrilster Pub, sondern, so sagt man, auch der „most haunted„. Häufig wurde ein merkwürdig gekleideter Mann mit einem Hut, an der eine Feder steckte, gesehen, den man Sam nennt und der durch Wände gehen kann. Viele Gäste wollen unheimliche Dinge gesehen und gefühlt haben, sowohl im Pub selbst (der übrigens schon 1282 als Gasthaus erbaut wurde), als auch gegenüber auf der anderen Straßenseite in der Cobweb Hall, die man mieten kann und die zum Pub gehört.

Es gibt auch einen „resident dog“ im The Highwayman, der auf den Namen Monty hört. Er ist eine Mischung aus einem Jack Russell und einem Chihuahua und hat einen speziellen Platz in der Lounge Bar. Montys Lieblingsspeise ist Rumpsteak und zu seinen Fähigkeiten zählen das Tanzen auf den Hinterbeinen (so steht es in dem Buch „Great British Pub Dogs“ von Abbie Lucas und Paul Fleckney, das gerade am 19. Oktober im Robinson-Verlag erschienen ist).

Dieser Film zeigt einen Besuch im The Highwayman.

The Highwayman
Sourton
Okehampton EX20 4HN

Photo © Ian S (cc-by-sa/2.0)

 

The Victoria Arms bei Old Marston in Oxfordshire

The Victoria Arms bei Old Marston in Oxfordshire ist einer jener hübschen Ausflugs-Pubs im Umkreis der Universitätsstadt Oxford. Er ist idyllisch gelegen am River Cherwell mit einem Biergarten, der sich bis zum Fluss zieht. Zu erreichen ist The Victoria Arms über eine schmale Zufahrtsstraße, die vom Mill Lane in Old Marston abzweigt. Das Zentrum Oxfords ist nicht weit entfernt, aber ein direkte Zugang von dort ist nicht möglich, weil der Fluss dazwischen liegt. Früher gab es hier einmal eine Mini-Fußgängerfähre, die ihren Betrieb aber schon lange eingestellt hat; daher hieß der Pub früher auch The Ferry Inn. Manche Gäste kommen nicht mit dem Auto, sondern per Punt, einem jener für Oxford so typischen Stechkähnen.
The Victoria Arms ist ein Wadworth-Pub, das heißt hier werden in erster Linie Biere der Wadworth Brewery aus Devizes in Wiltshire gezapft.

Der historische Pub diente mehrer Male als Drehort für die TV-Krimiserien „Inspector Morse“ und „Lewis„. Die letzte Folge der in Deutschland so sträflich vernachlässigten Fernsehserie „Inspector Morse“ (es wurden nur wenige Folgen gesendet), die nach den Romanen von Colin Dexter gedreht wurde, hieß „The Remorseful Day“ und hier gibt es gegen Ende der Folge vielleicht eine der beeindruckendsten Szenen überhaupt, sie wurde im Biergarten des Victoria Arms gefilmt. Morse und sein Detective Sergeant Lewis sitzen bei Sonnenuntergang an einem Tisch und trinken ein Bier. Der ergraute Inspector ahnt, dass sein Leben zu Ende geht. Er zitiert ein Gedicht von Alfred Edward Housman:
„Ensanguining the skies
How heavily it dies
Into the west away;
Past touch and sight and sound
Not further to be found,
How hopeless under ground
Falls the remorseful day.“

Kurz darauf erliegt Morse einem Herzinfarkt.

In diesem Film ist die Szene (ab 5:30 Minuten) zu sehen; auch der Pub wird hier näher vorgestellt.

In der Spin-Off-Serie „Lewis“ (2006-2015), in der der zum Detective Inspector beförderte Sidekick von Morse weiterhin Kriminalfälle in Oxford und Umgebung löst, ist dieser mehrere Male im Victoria Arms zu sehen, an seiner Seite Detective Sergeant James Hathaway; so in Episode 4 „Expiation“ (dt. „Späte Sühne“), Episode 10 „The Quality of Mercy“ (dt. „Mörder in eigener Regie“) und in Episode 16 „Falling Darkness“ (dt.“Die Geister, die ich rief“). Am Ende der siebten Staffel, in der Episode „Intelligent Design“ (dt. „Forschungsopfer“), die eigentlich den Schluss der Serie bilden sollte, sehen wir Lewis und Hathaway in einer ähnlichen Konstellation wie Morse and Lewis in „The Remorseful Day“. Sie sitzen im Biergarten des Victoria Arms, Lewis geht in den Ruhestand und Hathaway wird zum Detective Inspector befördert; auch das ist eine sehr emotionale Szene.
Doch es folgten noch zwei weitere Staffeln. Mit Episode 33 „What Lies Tangled“ (dt. „Mord per Post“) war dann Ende 2015 endgültig Schluss.

Vielleicht sehen wir ja eines Tages in einer weiteren Spin-Off-Serie von „Inspector Morse“, die den Titel „Endeavour“ trägt und die die  Anfangsjahre des jungen Morse in Oxford zeigt, den Pub The Victoria Arms wieder.

The Mug House in Claines (Worcestershire) – Der Friedhofs-Pub

The Mug House in Claines. – Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Chris Whippet

Zwischen Worcester und Kidderminster in der Grafschaft Worcestershire liegt das kleine Dorf Claines, über das es nicht viel zu sagen gibt, außer, dass es einen ungewöhnlichen Pub besitzt: The Mug House. Dieser Pub, der im 15. Jahrhundert erbaut wurde und heute der großen, in Wolverhampton stationierten Brauerei Marston’s plc gehört (ihr gehören über 2000 Pubs im ganzen Land), liegt mitten auf dem Gelände der örtlichen Kirche St John the Baptist und man muss über den Friedhof laufen, um zu ihm zu gelangen.

Wenn man im Mug House sein Pint trinkt, dann tut man das auf den Überresten von ca 15 000 Menschen, die im Laufe der Jahrhunderte hier begraben wurden. Die Nähe zur Kirche bietet sich natürlich an, um hier Hochzeiten, Taufen und Beerdigungen zu feiern (na ja, letzteres kann man wohl nicht feiern nennen). Das Verhältnis zwischen den Vikaren und Pubbesitzern war offensichtlich immer gut. In den 1950er Jahren soll der damalige Vikar zum Betreiber des Mug House einmal gesagt haben: „You fill my church and I’ll fill your pub“ (so im Daily Telegraph vom 8. September 2007 nachzulesen).

Dass es in einem Pub, der auf einem Friedhofsgelände liegt, spukt, liegt ja auf der Hand. Im Keller bewegen sich Gegenstände von selbst; in einem Raum des Gebäudes stellen sich die Nackenhaare der Hunde auf und sie starren auf den Kamin; Türen öffnen und schließen sich von allein. Auch ein Fernsehteam war schon im Haus, um die unerklärlichen Phänomene zu untersuchen.

Wer sich einmal die Glocken von St John the Baptist anhören und den Bell-Ringern bei der Arbeit zusehen möchte, kann dies hier tun.

Es gibt noch weitere Pubs, die auf geheiligtem Boden liegen wie zum Beispiel The Ring O‘ Bells in Kendal in Cumbria.

The Mug House
Claines Lane
Claines
Worcester, Worcestershire, WR3 7RN

St John the Baptist in Claines. – Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Philip Halling

The Boot Inn an der A40 in Barnard Gate (Oxfordshire) – Der „Schuh-Pub“

Wenn man von Oxford auf der A40 in Richtung Witney fährt, findet man kurz hinter Eynsham in dem winzigen Dorf Barnard GateThe Boot Inn„, einen Pub, der etwas Besonderes aufweisen kann, das es in keinem anderen britischen Gasthaus gibt: Schuhe von Prominenten. Wenn man einmal anfängt, etwas zu sammeln, lässt es einen so schnell nicht mehr los und so kann Craig Foster, der Besitzer des Pubs, mittlerweile eine umfangreiche Sammlung an den Wänden seines Hauses zeigen, alle Schuhe sorgfältig positioniert und mit Fotos der Spender versehen.

Wir finden hier Schuhe der drei Bee Gees, einen Stiefel von Jeremy Clarkson, Sportschuhe der Rennfahrer Fernando Alonso, Rubens Barrichello, Eddie Irvine und Eddie Jordan, Fußballstiefel von Gary Lineker, George Best und Stanley Matthews und einen Halbschuh des Fernsehjournalisten Jeremy Paxman (und das ist nur eine kleine Auswahl).

Außer prominentem Schuhwerk verfügt „The Boot Inn“ über eine sehr gemütliche Einrichtung mit zwei großen Kaminen, einen Biergarten und ein separates Restaurant. Die Weinkarte ist sehr umfangreich und „would satisfy the most cosmopolitan of oenophiles“ wie der AA Pub Guide meint.
Also: Im „The Boot Inn“ stimmt so ziemlich alles und er ist einen Besuch wert.

The Boot Inn
Barnard Gate
Nr Eynsham, Oxfordshire OX29 6XE

Published in: on 20. August 2017 at 02:00  Comments (2)  
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The Crooked House in Himley (Staffordshire) – Ein Pub, in dem alles schief ist

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Wenn man einen zuviel über den Durst getrunken hat, kann es durchaus vorkommen, dass man das Gefühl hat, der Fußboden ist nicht eben, die Wände schief und alles um einen herum scheint etwas aus dem Lot geraten.
Genau dieses Gefühl hat man auch im Pub „The Crooked House“ bei Himley in der Grafschaft Staffordshire, ohne dass man einen Tropfen Alkohol getrunken hat.
Der Name des Pubs sagt es schon, hier ist alles „crooked“, also schief. Wie kommt das?
1765 wurde das Haus errichtet, auf einem Gelände unter dem später im 19. Jahrhundert Kohle abgebaut wurde. Irgendwann gab das Erdreich etwas nach und das Haus sackte ab, so dass es auf der einen Seite über einen Meter niedriger lag als auf der anderen. In den 40er Jahren des vorigen Jahrhunderts wurde das Gebäude für unsicher erklärt und es stand kurz vor dem Abriss. Zwei Brauereien retteten es aber, indem sie Stützpfeiler anbringen ließen und so die Stabilität wieder herstellen konnten.

„The Crooked House“, das früher „Glynne Arms“ hieß, ist zu einer Touristenattraktion in Staffordshire geworden. Da es auch noch einen Hausgeist gibt, ein ehemaliges Dienstmädchen namens Polly, hat das Gasthaus eigentlich alles, was man von einem englischen skurrilen Pub erwartet.

Dieser Film zeigt das Haus von innen und von außen.

Crooked House
Coppice Hill
Himley
Staffordshire
DY3 4DA

 

The Widow’s Son im Londoner Stadtteil Bromley-by-Bow – Ein Pub und eine alte Tradition

Um ein Haar hätte es The Widow’s Son im Londoner Stadtteil Bromley-by-Bow, wie so viele andere Pubs im Lande, erwischt und das Gasthaus wäre für immer geschlossen worden. Die Bauunternehmer hatten schon gierige Blicke auf das Haus und das Grundstück an der Devons Road geworfen, um es abzureißen und darauf ertragreiche Wohnobjekte zu bauen. Punch Taverns hatten ihren Pub schon verkauft, doch da geschah ein Wunder und nach einjähriger Schließungszeit öffnete The Widow’s Son in diesem Jahr wieder seine Pforten, und ein alter Brauch, der auf das frühe 19. Jahrhundert zurückgeht, konnte wieder aufgenommen worden.

Ob der Ursprung der Tradition tatsächlich stimmt, sei dahingestellt, aber es geht um ein Witwe, deren Sohn zur See fuhr und der ihr mitgeteilt hatte, dass er zu Ostern wieder zu Hause sein und sich auf ein „hot cross bun„, das ist eine Art Milchbrötchen, das gern zu dieser Zeit in England gegessen wird, freuen würde. Traurigerweise kehrte der junge Seemann nie wieder zurück und das Milchbrötchen, das auf ihn wartete, wurde nicht gegessen. Die Mutter gab die Hoffnung nicht auf, dass ihr Sohn doch noch eines Tages zurückkommen würde, und so hielt sie jeden Karfreitag ein hot cross bun für ihn bereit. Als die Frau starb, fand man in ihrem Haus ein Netz mit ganz vielen Milchbrötchen.

Später wurde das Haus der Witwe abgerissen und darauf ein Pub errichtet, den man ihr zu Ehren The Widow’s Son nannte und den Karfreitagsbrauch beibehielt. Seit dieser Zeit legt jeden Karfreitag ein Seemann der Royal Navy ein Brötchen in das Netz, das über dem Bartresen hängt. Bei einem Brand im Pub wurden einige der alten Brötchen in Mitleidenschaft gezogen, doch was davon überblieb, wanderte wieder in das Netz zurück. Witzigerweise wurde das hot cross bun in den letzten Jahren von einer Bäckerei namens Mr Bunn’s Bakery in der Chadwell Heath Lane bei Romford gebacken.

Hier
sind einige Bilder von der diesjährigen Zeremonie.

The Widow’s Son
75 Devons Road
Bromley-by-Bow
London E3 3PJ

The Black Castle in Brislington (Bristol) – Ein Folly, das jetzt als Pub dient

Wer in Brislington, einem Stadtteil von Bristol, den St Philips Causeway entlangfährt, der findet neben einem Supermarkt von Sainsbury plötzlich eine richtige Burg mit Türmen auf denen Fahnen wehen. Wer ist denn hier der Burgherr fragt man sich? The Black Castle ist ein Pub und ein Steakhaus, das zu der Kette der Flaming Grill Pubs gehört, und meines Wissens das einzige Gasthaus in Großbritannien, das aus schwarzer Schlacke erbaut worden ist.

The Black Castle war ursprünglich nicht als Pub konzipiert, sondern war ganz einfach ein Folly, das von 1745 bis 1755 für den Geschäftsmann William Reeve erbaut worde, aus dessen Gießerei die Schlacke für die Burg auch stammt. Über die Architekten des kuriosen Gebäudes herrscht eine gewisse Unklarheit. Zwei Namen stehen zur Debatte, der eine Zeit lang in Bristol ansässige James Bridges, der für den Bau der Bristol Bridge bekannt war (Nomen est omen!) und William Halfpenny, der ebenfalls eine Weile in Bristol zubrachte und im Südwesten des Landes einige Bauwerke schuf (zum Beispiel Stout’s Hill bei Uley).

Ursprünglich stand vor dem Black Castle noch ein Torbogen, der recht großspurig Arno’s Court Triumphal Arch genannt wurde, den man aber im Jahr 1912 rund hundert Meter weiter in die Junction Road verfrachtete, in eine kleine Sackgasse, wo der Torbogen noch heute steht.

The Black Castle ist geeignet für Leute mit großem Appetit, denn die Portionen sind gigantisch. Für den Flaming Challenge Burger sollte man vorher besser seinen Kiefer aushaken, und wer den verdrückt und noch immer Platz in seinem Magen hat, bietet sich als Dessert der Brain Freeze an, der aus 15 Kugeln Eis und diversen weiteren Zutaten besteht.

Black Castle
St Philips Causeway
Brislington
Bristol BS4 3BD

Arno’s Court Triumphal Arch in der Junction Road.
Photo © Maurice Pullin (cc-by-sa/2.0)

 

The Lantern Pike Inn in Little Hayfield (Derbyshire) – Ein Mordfall und der Start einer Fernsehserie

„CAMRA Pub of the Season for Winter 2015/16“ steht über dem Eingang des Lantern Pike Inn in Little Hayfield am westlichen Rand des Peak Districts in der Grafschaft Derbyshire.  Die A624 zieht auf ihrem Weg von Glossop nach Chapel-en-le-Frith direkt am Pub vorbei, früher einmal ein Bauernhof, der 1844 in ein Gasthaus umgewandelt wurde. „Relaxing retreat from the surrounding moors of Kinder Scout, with reasonably priced food“, meint der Good Pub Guide 2017.

Am 11. November 1927 ereignete sich hier ein Mordfall, der als „The Lonely Inn Murder Case“ in die englische Kriminalgeschichte eingegangen ist. The New Inn hieß das Gasthaus damals noch und die Besitzer waren Arthur und Amy Collinson. Als an einem trüben Herbstabend Arthur Collinson nach Hause kam (er arbeitete nebenbei noch in Glossop), fand er seinen Pub unbeleuchtet und verschlossen vor. Im Inneren entdeckte er seine Frau, in einer Blutlache liegend; man hatte ihr den Hals durchgeschnitten. Schnell fiel der Verdacht auf den 32jährigen George Frederick Walter Hayward, ein „regular“ des Pubs, der sich hochverschuldet hatte. £40 fehlten von den Einnahmen des Pubs und bei einer Hausdurchsuchung fand die Polizei £30 im Kamin Haywards versteckt; auch die Tatwaffe konnte sichergestellt werden. Obwohl er seine Unschuld beteuerte, wurde Hayward vor Gericht gestellt, zum Tode verurteilt und im März 1928 in Nottingham von Albert Pierrepoint aufgehängt.

The Lantern Pike Inn erlangte allerdings durch ein anderes Ereignis eine gewisse Berühmtheit. Tony Warren, ein Drehbuchschreiber, schrieb im Jahr 1960 hier die ersten Episoden der Seifenoper „Coronation Street„, die vom Sender ITV seit dem 9. Dezember 1960 bis heute ausgestrahlt wird und damit die am längsten laufende Fernsehserie der Welt ist. Warren nahm sich damals einige der Dorfbewohner von Little Hayfield als Vorbild für seine Charaktere in der Serie. Im Inneren des Pubs hängen einige Coronation Street-Memorabilia an den Wänden, und man ist sehr stolz darauf, die Wiege für diese äußerst erfolgreiche Sendung zu sein, von der bis jetzt etwa 9180 Folgen gezeigt worden sind.

Timothy Taylor’s Landlord wird im Lantern Pike Inn gezapft, das Bier aus jener Brauerei aus Keighley in West Yorkshire, über die ich in meinem Blog einmal berichtete.

The Lantern Pike Inn
45 Glossop Road
Little Hayfield
High Peak
Derbyshire
SK22 2NG

Mein Buchtipp – Ian Merchant: The Longest Crawl: Being an account of a journey through an intoxicated landscape or A child’s treasury of booze

Foto meines Exemplares.

Foto meines Exemplares.

Ian Marchant und sein Freund Perry Venus haben eine Idee: Sie wollen den längsten „Pub crawl“ machen, der in Großbritannien möglich ist, beginnend mit dem südlichsten Pub und endend mit dem nördlichsten, und darüber hat Ian Marchant ein Buch geschrieben.

Die beiden starten mit einem Besuch des „Turk’s Head“ auf der Insel St. Agnes, einer der Scilly-Inseln. Weiter südlich kommt man in Großbritannien nicht mehr.
Dann geht es aufs Festland zurück, und Ian und Perry besuchen einen Pub nach dem anderen, wobei sie nicht mehr zu zählende Pints in sich hineinschütten und die Promille-Grenze am Steuer wohl nicht immer beachtet wird.

Auf der Tour lernen sie interessante Leute kennen, verabreden sich mit Freunden, die ihnen die Pub-Landschaft in ihren jeweiligen Orten näher bringen und kurieren so manchen Kater aus.
Das Ziel der beiden Bier-Fans ist schließlich der nördlichste Pub Großbritanniens, die Bar des Baltasound-Hotels auf der Insel Unst, die zu den Shetland-Inseln gehört, von der sie allerdings enttäuscht sind. Ein paar Meilen nördlich davon, so erfahren sie, gibt es noch eine Bar, die zu einer Royal Air Force-Station gehört, die Baa Bar. Auch die nehmen sie noch mit, obwohl es kein öffentliches Etablissement ist.

So haben Ian und Perry innerhalb eines Monats Hunderte von Meilen zurückgelegt, jeweils weit über 100 Pints getrunken und jede Menge neue Pubs kennengelernt. Wer sich für das Thema interessiert, wird an diesem Buch sicher seine Freude haben.

Ian Marchant: The Longest Crawl – Being an account of a journey through an intoxicated landscape or A child’s treasury of booze. London: Bloomsbury 2007. 403 Seiten. ISBN 978-0-7475-8557-2.

The Turk’s Head in St Agnes, Großbritanniens südlichster Pub.
Photo © Richard Croft (cc-by-sa/2.0)

Das Baltasound Hotel auf den Shetland Inseln.
Photo © Mike Pennington (cc-by-sa/2.0)

The Star Tavern im Londoner Stadtteil Belgravia – Einstmals Treffpunkt von Filmstars und Kriminellen

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6 Belgrave Mews West, so lautet die Adresse des Pubs The Star Tavern. Die kleine Privatstraße liegt im vornehmen Londoner Stadtteil Belgravia, wo mehrere Botschaften zu finden sind. Die österreichische Vetretung steht gleich gegenüber vom Pub, die deutsche Botschaft ist nur ein paar Schritte weiter entfernt und auch die Länder Norwegen, Spanien, Finnland und Serbien haben sich in Belgravia niedergelassen.

Freunde von Fuller’s London Pride kommen in der Star Tavern auf ihre Kosten, aber auch das ESB, das Frontier  und das IPA aus dem Hause Fuller’s gibt es hier „on tap“. The Star Tavern sorgte in den 1950er und 1960er Jahren öfter einmal für Aufsehen, denn Leinwandstars wie Diana Dors, Peter O’Toole und Albert Finney trafen sich gern in der ruhigen Straße in Belgravia. Doch nicht nur Filmgrößen gingen in dem Pub ein und aus, auch schillernde Figuren aus der Londoner Unterwelt mochten The Star Tavern. So traf man hier u.a. den „Burglar to the Stars“, Peter Scott, der sich darauf spezialisiert hatte, bei Prominenten einzubrechen. Auf seiner Liste sollen Stars wie Shirley MacLane, Elizabeth Taylor und Lauren Bacall gestanden haben. Berühmt wurde Peter Scott vor allem durch den Diebstahl einer £200,000-Halskette, die der Italienerin Sophia Loren gehörte. In der Star Tavern, so sagt man, hätte Scott kurz nach dem Diebstahl, der für Schlagzeilen in der Londoner Presse sorgte, ein dickes Geldbündel hervorgezogen und zweideutige Anmerkungen zu dem Diebstahl gemacht.

Noch berühmter wurde der Pub aber als Treffpunkt jener Gangster, die den legendären Postzugraub vom 8. August 1963 durchführten. „Mastermind“ Bruce Reynolds und einige seiner Komplizen trafen sich in Belgrave Mews West und gingen immer wieder den Plan durch, mit dem sie den Postzug von Glasgow nach London ausrauben wollten. The Great Train Robbery nahm also in der Star Tavern seinen Anfang.

Heute ist die Unterwelt hier nicht mehr vertreten; man kann in Ruhe sein Pint trinken oder sein Essen bestellen, das von Chefkoch Adam Szelag zubereitet wird. Dieser Film zeigt einige Bilder aus dem Pub.

The Star Tavern
6 Belgrave Mews West
Belgravia
London
SW1X 8HT

Spukorte – The Bell in Toddington (Bedfordshire)

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Gegenüber vom Village Green am Market Square in Toddington in der Grafschaft Bedfordshire, nur wenige hundert Meter von der Autobahn M1 entfernt, steht The Bell, ein Pub, der anstelle eines Gasthausschildes mit einer richtigen Glocke auf sich aufmerksam macht. Es gibt die Theorie, dass der Name des Pubs von einer früheren Glockengießerei kommt, die an dieser Stelle einmal existierte. The Bell war eine Kutschenstation auf der Strecke von London nach Bedford.

Der Gasthof gilt als „haunted“ und zwar soll daran die bildhübsche Tochter eines Gastwirts Mitte des 19. Jahrhunderts daran Schuld sein. Die junge Dame zog auf Grund Ihrer äußeren Erscheinung viele Gäste in den Pub, was ihrem Vater sehr recht war. Der Umsatz war mehr als zufriedenstellend; ein Pint, das von einer hübschen Frau gezapft wird, schmeckt nun mal einfach besser. Es wäre alles so schön gewesen, wenn die Tochter des Landlords nicht über ein außergewöhnlich hitziges Temperament verfügt hätte. Bei der kleinsten Provokation ging sie hoch wie eine Rakete und rastete total aus, und wer das von den Stammgästen wusste, der zog sich bei diesen Wutanfällen lieber in eine sichere Ecke zurück, anstatt zu riskieren, ein Glas Bier über den Kopf geschüttet zu bekommen. Ihr Vater griff bei solchen Vorfällen bald ein und sperrte das Töchterlein weg, wo sie sich dann an Pfannen, Töpfen und anderen Küchenutensilien austoben konnte. Nach einer Weile war der Zorn verrraucht und sie konnte wieder hinter die Theke zurück und auf die Kundschaft losgelassen werden. Als es wieder einmal so weit war und die junge Frau aus dem Schankraum abgezogen werden musste, kehrte nach wenigen Minuten des Gescheppers und Geschreis plötzlich Ruhe ein, eine gespenstische Ruhe, und als der Vater nach seiner Tochter sah, fand er sie tot auf dem Boden vor, sie war an einem ihrer Anfälle gestorben. Seitdem kommt es in The Bell immer mal wieder vor, dass Töpfe und Pfannen in der Küche durch den Raum fliegen, Bilder von der Wand fallen und Biergläser auf unerklärliche Weise den Bartresen entlanggleiten.
Aber es gibt noch weitere unheimliche Begebenheiten in diesem Pub in Toddington wie Damien O’Dell in seinem Buch „Paranormal Bedfordshire“ schreibt; so berichten Angestellte des Hauses, dass sie mehrfach von geisterhaften Händen auf der Schulter berührt worden sind. Eines der Zimmer im Haus ist ständig eiskalt, auch im Sommer.

Wem es in The Bell zu unheimlich ist, der braucht nur die Straße zu überqueren und kann unbehelligt von Geistern sein Pint in The Cuckoo trinken.

 

The Bell
4, Market Square
Toddington
Dunstable LU5 6BP

Anstelle eines Pubschilds…
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Die Snug Bar in englischen Pubs

Pub with a snug: The Malt Shovel in Spondon (Derbyshire).
Author: Victuallers.
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Es kann für einen erstmaligen Pubbesucher aus dem Ausland ganz schön verwirrend sein, wenn er/sie ein englisches Gasthaus betritt. Da sieht man manchmal eine Public Bar, eine Saloon Bar, eine Lounge Bar und (heutzutage selten) eine Snug Bar. Was hat das alles zu bedeuten? In welche sollte ich mich begeben? In den meisten Pubs ist das heute eigentlich egal. Früher waren die Saloon und Lounge Bars der „middle-class“ vorbehalten, wo es etwas komfortabler eingerichtet und das Bier ein wenig teurer war. In der Public Bar traf sich die „Arbeiterklasse“, hier kostete das Bier weniger, dafür war die Einrichtung einfacher. Das hat sich heute alles egalisiert, die Barbezeichnungen haben manche Pubs jedoch beibehalten.
The Snug war eine Besonderheit, die einige Pubs ihren Besuchern anboten. Das Adjektiv „snug“ bedeutet soviel wie gemütlich und geborgen, das Substantiv = Nebenraum, Extrazimmer. In diese von den anderen Bars abgeschirmten Räumlichkeiten begaben sich die Gäste, die nicht unbedingt von den anderen Besuchern gesehen werden und mit ihnen Small Talk machen wollten. Wenn beispielsweise der örtliche Pfarrer abends noch einen Absacker zu sich nahm, musste das ja seine Gemeinde nicht mitbekommen. Die eine oder andere Lady, die Lust auf ein Pint hatte, mochte auch ihre Gründe gehabt haben, dies nicht in einer der anderen Bars zu tun. Verliebte Pärchen fühlten sich im Snug vielleicht auch wohler als in der Masse der angetrunkenen Stammgäste.

Heute gibt es nur noch wenige Pubs, die über einen Snug Room verfügen wie The Malt Shovel in Spondon und The Holly Bush Inn in Makeney (beide in Derbyshire), historische Pubs aus dem 18. bzw. aus dem 17. Jahrhundert.

…und auch in diesem Derbyshire-Pub in Makeney gibt es noch einen Snug.
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Published in: on 22. März 2017 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Außergewöhnliche Pubs Teil 2: The Yew Tree Inn in Cauldon (Staffordshire)

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Der „Good Pub Guide 2017“ sagt Folgendes zur Vergabe seiner Sterne: „Really outstanding pubs are awarded a star, and in one case two: these are the aristocrats among pubs“.
Der mit den zwei Sternen ist „The Yew Tree Inn“ in Cauldon in Staffordshire. Auf einer meiner Reisen machte ich extra einen Umweg, um mir diesen ganz besonders hervorgehobenen Pub einmal anzusehen.

Der 300 Jahre alte Gasthof wurde seit über 50 Jahren von Alan East geführt, der in dieser langen Zeit unendlich viel an Antiquitäten und allem möglichem Sammelsurium zusammengetragen hat. Seit ein paar Jahren hat die Leitung des Pubs Easts Stiefsohn Dan Buckland übernommen, aber Alan ist nach wie vor hier anzutreffen. The Moorlands Magpie wird Alan East genannt, die Elster aus dem Moorgebiet, weil er so eine ausgeprägte Sammelleidenschaft hat. Vor allem seine alten Musikautomaten sind im Pub sehr beliebt, die man mit einem Zwei-Pence-Stück zum Leben erwecken kann. Wie dort ein Symphonium klingt, zeigt dieser Film. Wer an Seidenstrümpfen Interesse hat, die einmal Königin Victoria getragen hat, der wird hier fündig, denn Alan East hat einige erworben und stellt sie zur Schau. Weiterhin gibt es hier eine 3000 Jahre alte griechische Urne, alte Fahrräder und Kirchengestühl aus St Mary’s in Stafford zu bestaunen. Wir nahmen unser Pint auf einer Kirchenbank zu uns. Die Essensauswahl ist eher bescheiden und besteht überwiegend aus Sandwiches und Pies.

A unique collection of curios in friendly pub with good value snacks and bargain beer; very eccentric„, ist das Fazit des Good Pub Guides 2017. I totally agree!

The Yew Tree Inn
Cauldon
Staffordshire
ST10 3EJ

Außergewöhnliche Pubs Teil 1: The George & Dragon in Hudswell (North Yorkshire), CAMRA Pub of the Year 2017

 

Die Hauptstraße von Hudswell mit dem George & Dragon.
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Wenn man ein besonders gelungenes Beispiel für Prince Charles‘ Initiative „The Pub is the Hub“ (ich berichtete darüber in meinem Blog) sucht, dann bietet sich dafür The George & Dragon in Hudswell in North Yorkshire an. Der Pub als Dorfmittelpunkt, in dem man sich trifft, sich miteinander austauscht und Freundschaften pflegt, das propagiert diese Initiative, zu einer Zeit, in der immer mehr Pubs ihre Pforten für immer schließen.

Ein kleines Wunder ist hier in Hudswell geschehen, einem 350 Einwohner zählenden Dorf am River Swale im Dunstkreis der Kleinstadt Richmond. Im Jahr 2008 schloss der Dorfpub, womit sich die Bewohner aber nicht abfinden wollten und so beschlossen sie, das Gasthaus zu kaufen und es als Kooperative zu führen. Landlord wurde Stu Miller, ein IT-Fachmann aus London, der keine Lust mehr auf seinen alten Job hatte und sich dieser neuen Aufgabe in Yorkshire mit Leib und Seele widmete. Hudswell ist ein winziges Straßendorf mit keinerlei Infrastruktur…das heißt, bis im Jahr 2010 The George & Dragon wieder eröffnet wurde. In dem Haus am Hudswell Lane kann man nicht nur im Kreise der Nachbarn sein Pint trinken, sondern auch noch einkaufen. The Little Shop hält auf engstem Raum das Nötigste parat, was man so täglich braucht. Dazu ist auch noch eine kleine Bibliothek in den Räumen untergebracht, deren Buchbestände regelmäßig ausgetauscht werden. Kostenloses WLAN ist im Pub ebenfalls erhältlich. Ein wirklich gelungener „Pub is the Hub“ und deshalb besuchte ihn auch der Prince of Wales im Herbst 2015 und ließ sich ein Glas Bier zapfen.

Belohnt wurde The George & Dragon vor wenigen Tagen mit der Auszeichnung „CAMRA Pub of the Year 2017″. Wenn das keine Erfolgsgeschichte ist: Vom totgesagten Gasthaus im ländlichen Yorkshire zum besten Pub ganz Großbritanniens!

Dieser Film stellt The George & Dragon in Wort und Bild vor.

 

Zeitgeist@The Jolly Gardeners – Ein Gastro-Pub mit deutscher Küche im Londoner Stadtteil Lambeth

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Black Prince Road 49-51 so lautet die Adresse eines Pubs, der nur ein paar Schritte von der Themse entfernt im Londoner Stadtteil Lambeth liegt. „Best German food pub in and probably outside the UK“, so brüstet sich das Gasthaus nicht gerade bescheiden. Wer in der britischen Hauptstadt mal gerade keinen Appetit auf Ploughman’s Lunch oder Bangers and Mash hat, der kann im Zeitgeist@The Jolly Gardeners gute deutsche Hausmannskost probieren. Auf der Karte stehen zum Beispiel Jägerschnitzel, Leberkäse, Currywurst, Schweinshaxe, Frikadellen, Käsespätzle und ein Zeitgeist-Schnitzel, zu dem ein Glas Jägermeister gereicht wird. Deutscher geht es wirklich nicht mehr. Damit das deutsche Schnitzel nicht durch ein englisches Bitter oder Lager verwässert wird, gibt es hier eine umfangreiche Auswahl an germanischen Bieren wie Flensburger, Köstritzer oder Benediktiner, die sonst eher selten in der britischen Hauptstadt zu finden sind. Und da nach einer Haxn ein hochprozentiger Schnaps unabdingbar ist, stehen diverse deutsche „Absacker“ zur Verfügung. Samstags kann man sich in dem Pub auch die deutschen Bundesligaspiele auf einem Großbildschirm ansehen. Wer fußballresistent ist, zieht sich bei schönem Wetter besser auf einen der Tische vor dem Jolly Gardeners zurück.

Das Gasthaus zu den fröhlichen Gärtnern gibt es in Lambeth schon seit mehr als 100 Jahren. Charlie Chaplin, der in der Nähe wohnte, soll hier ein- und ausgegangen sein, und, wie es auf der Homepage des Pubs zu lesen steht, spielte Charlies Vater Charles Chaplin sr. in den Räumlichkeiten Klavier. Der Pianist soll dem Alkohol dermaßen zugesprochen haben, dass er bereits mit 38 Jahren an den Folgen starb.

Zweimal schon wurden in dem Pub Szenen für Spielfilme gedreht: In Guy Ritchies Spielfilm „Snatch“ (dt. „Snatch – Schweine und Diamanten“) mit Brad Pitt aus dem Jahr 2000 ist das Gasthaus zu sehen, ebenfalls in „The Calcium Kid“ (dt. „Calcium Kid“) mit Orlando Bloom und Omid Djalili (2004).

 

 

Spukorte – The Chequers in Old Amersham (Buckinghamshire)

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Old Amersham ist einer meiner Lieblingsorte in Buckinghamshire, in dem ich kürzlich einige Tage verbrachte und darüber mehrfach berichtete. Die kleine Stadt beherbergt einige Häuser, in denen es spuken soll wie zum Beispiel im Crown Hotel in der High Street, im Woodrow High House und in mehreren Pubs wie dem hier vorgestellten Chequers Inn an der London Road West, die aus Old Amersham herausführt. Das Haus, in dem der Gasthof untergebracht ist, gehört zu den ältesten der Stadt, gebaut etwa um 1450 herum. Es ist daher nicht verwunderlich, dass es hier spuken soll…und zwar erheblich. Von neun verschiedenen Geistern ist die Rede und wer diese Herrschaften einmal kennenlernen möchte, sollte sich in The Chequers einquartieren (es stehen mehrere Zimmer ab £79 zur Verfügung).

Was steckt nun hinter diesen Spukgeschichten, die sich um diesen Pub ranken? Um das Jahr 1500 gab es in Amersham eine ausgeprägte protestantische Bewegung, deren Führer ein gewisser William Tylsworth war. Der katholischen Obrigkeit waren diese Männer ein Dorn im Auge und so wurden sie kurzerhand der Ketzerei angeklagt und zum Tod auf dem Scheiterhaufen verurteilt. In der Nacht vor der Urteilsvollstreckung im nahegelegenen Parsonage Wood wurden Tylsworth und weitere sechs Männer im Chequers Inn untergebracht und von einem Mann namens Osman bewacht, dann wurden sie am nächsten Morgen zum Scheiterhaufen gebracht, den Tylsworths eigene Tochter Joan auch noch anzünden musste.
Diese sogenannten Amersham Martyrs sind es, die den Pub immer wieder aufsuchen bzw. hier in einer anderen Dimension leben; ihr Stöhnen und Ächzen war immer wieder im Haus zu hören. Zusätzlich soll hier auch noch Joan, die arme Tochter Tylsworths, umgehen, die in einem der im ersten Stock gelegenen Schlafzimmer schon vielfach Gäste erschreckt hat. Auch der Gefangenenwärter Osman hat keine Ruhe gefunden und wird immer mal wieder in der Bar des Chequers Inn gesichtet, wo er sich in der Nähe des Kamins aufhält, in einen Kapuzenmantel gehüllt.

Die Pubbetreiber hatten mit dem Spuk so ihre Probleme und daher wurden dreimal Exorzismen durchgeführt, 1953, 1963 und 1982, aber ohne dauerhaften Erfolg. 1964 nahm die British Paté einen Film im Chequers Inn auf, „Dig That Ghost„, der hier zu sehen ist.

Vielleicht war es damals aber auch ganz anders? Glaubt man der Inschrift des Gedenksteins, den man 1931 für die Amersham Martyrs im Parsonage Woods errichtete, so wurde William Tylsworth 1506 hingerichtet, fünf weitere Männer und Tylsworths Tochter Joan Norman im Jahr 1521. Ein ganz schönes Durcheinander, aber wie es auch damals Anfang des 16. Jahrhunderts in Amersham zugegangen sein mag, The Chequers Inn gilt als einer der „most haunted pubs“ von Buckinghamshire.

The Chequers Inn
51 London Road West
Amersham
Buckinghamshire HP7 9DA

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The Amersham Martyrs Memorial.    © Copyright Graham Horn and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The Amersham Martyrs Memorial.
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Auf den Spuren von Inspector Barnaby – The Plough in Cadsden (Buckinghamshire)

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In meinem Blog schrieb ich schon vor längerer Zeit über The Nag’s Head in Great Missenden (Buckinghamshire), in dem man auf dem Weg zur Toilette durchaus einmal Angela Merkel oder einem anderen Staatsoberhaupt begegnen kann. Der Grund: Chequers, der Landsitz der britischen Premierminister ist nicht weit und hin und wieder werden seine Gäste in einen der nahegelegenen Pubs eingeladen, wo man in ungezwungener Atmosphäre ein paar Pints zusammen trinkt.

Neben dem Nag’s Head wird dafür auch The Plough in dem kleinen Dörfchen Cadsden, ebenfalls in Buckinghamshire, aufgesucht, denn dahin könnte man von Chequers auch zu Fuß hingehen. David Cameron kehrte hier gern ein, entweder mit seiner Familie oder mit Politikern aus anderen Ländern. Durch die Presse ging die Geschichte wie er einmal aus Versehen seine damals achtjährige Tochter im Plough zurückließ. Er hatte angenommen, seine Frau Samantha hätte die Tochter mitgenommen, während Samantha annahm, sie wäre in seinem Auto mitgefahren. Als die Eltern das Fehlen der Tochter bemerkten, fuhr David Cameron schnell wieder zurück, um sie im Plough abzuholen.

Ein hoher Gast Camerons war der chinesische Präsident Xi Jinping, den er in The Plough zu einem Fish and Chips-Essen und einem Pint mitnahm (wie dieser Film zeigt). Offensichtlich war Xi Jinping von dem Pubbesuch so beeindruckt, dass er sich später persönlich bei dem Gastwirt mit einer E-Mail bedankte. Durch die Berichterstattung der chinesischen Medien wurde der Pub in China so bekannt, dass immer mehr Touristen aus dem Land bei ihrem Englandbesuch dem Plough einen Besuch abstatteten. Jetzt hat eine chinesische Investmentfirma den Pub sogar gekauft. Ich hoffe nur, dass die Fish and Chips auf der Speisekarte nicht bald durch Chop Suey ersetzt wird.

In der TV-Krimiserie „Inspector Barnaby“ ist in der Episode 47 „Down Among the Dead Men“ (dt. „Die Spur führt ins Meer“) The Plough häufig zu sehen. Barnaby und Jones untersuchen den Mord an dem Erpresser Martin Barratt und dabei geraten der Gastwirt Jack Fothergill und seine Reinemachefrau Ruby Wilmott ins Visier der Ermittler. Viele Szenen in dieser Folge wurden sowohl außerhalb des Pubs als auch im Schankraum selbst gedreht.

The Plough war einmal eine Kutschenstation und seine Anfänge gehen bis in das 16. Jahrhundert zurück. Wer das prominente Gasthaus einmal aufsuchen möchte: Man erreicht es über den Kreisverkehr in dem Dorf Askett, das nördlich von Princes Risborough und  Monks Risborough liegt. Dort biegt man in die schmale Cadsden Road ein, die zum Longdown Hill wird. Hier geht rechts eine Sackgasse ab, die auf dem Parkplatz des Pubs endet.

Diesen Fußweg könnte man gehen, um von Chequers zum Plough zu gelangen.   © Copyright Chris Heaton and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Diesen Fußweg könnte man gehen, um von Chequers zum Plough zu gelangen.
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