Meine Lieblings-Pubs: Ye Olde Cheshire Cheese in London

 

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In der Londoner Fleet Street liegt ein uralter Pub, der schon seit 1538  an dieser Stelle stehen soll. „Ye Olde Cheshire Cheese“ ist ein Pub voller Atmosphäre mit mehreren Bars und vielen kleinen Räumlichkeiten, Korridoren und Fluren, in denen man sich leicht verlaufen kann. Am Eingang hängt eine Tafel, auf der alle Könige und Königinnen aufgelistet sind, die dieser Pub schon erlebt hat.

Viele Berühmtheiten sind hier ein und ausgegangen. Charles Dickens, der den „Cheshire Cheese“ in seinem Roman „A tale of two cities“ erwähnt, war Stammgast, ebenso Dr. Samuel Johnson, der um die Ecke herum wohnte und dessen Porträt eine der Wände ziert. Sir Arthur Conan Doyle trank hier diverse Pints wie auch Oliver Goldsmith und Alfred Tennyson.

Ein Papagei namens Polly, der wunderschön fluchen konnte, lebte 40 Jahre lang im Pub; sein Ableben im Jahr 1926 wurde sogar von der BBC verkündet.

Ich kann diesen labyrinthischen Pub sehr empfehlen, in dem man der Hektik Londons bei einem Glas Samuel Smith Old Brewery Bitter für eine Zeit lang entfliehen kann.

Published in: on 29. Oktober 2010 at 04:05  Schreibe einen Kommentar  
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The Grand National in Aintree (Lancashire) – Das berühmteste Pferdehindernisrennen der Welt

Der Eingang zum Aintree Racecourse. - © Copyright Sue Adair and licensed for reuse under this Creative Commons Licence

Nördlich von Liverpool liegt Aintree, wo jedes Jahr das berühmteste Pferdehindernisrennen der Welt stattfindet und das seit 1836.
Das Grand National wird über eine Länge von 7 Kilometern ausgetragen und ist mit Hindernissen gespickt, u.a. den gefährlichen „The Chair“ und „Becher’s Brook„. Einige Pferde stürzen an diesen Hindernissen und darum gehören Tierschützer nicht zu den Fans dieses Rennens.

Hier einige interessante Fakten aus der Geschichte des Grand National:

Die meisten der gestarteten Reiter, nämlich 23, kamen 1984 ins Ziel; die wenigsten, nur zwei, im Jahr 1928.

Der jüngste aller Jockeys, die das Rennen gewannen, war der 17jährige Bruce Hobbs im Jahr 1938, und er gewann auch noch auf dem kleinsten aller Pferde, die je an den Start gegangen sind. Der älteste Sieger war 1982 der 48jährige Dick Saunders.

Das erfolgreichste Pferd aller Zeiten in Aintree war Red Rum, das das Rennen 1973, 1974 und 1977 gewann. Der erfolgreichste Jockey war George Stevens, der in den 1860er und 1870er Jahren  fünfmal siegte.

1956 nahm ein Jockey am Grand National auf einem Pferd der Queen Mother teil, das den Namen „Devon Loch“ trug. Das Pferd lag weit in Führung, als es plötzlich 50 m vor dem Ziel aus unerklärlichen Gründen stürzte und so den sicher geglaubten Sieg verpasste. Dem Jockey kam das so seltsam vor, dass er von nun an Krimis schrieb, die alle im Rennmilieu spielten. Sein Name: Dick Francis, der in diesem Jahr im Alter von 89 Jahren starb.

Hier das Grand National 2010 im Film:

Published in: on 28. Oktober 2010 at 04:44  Schreibe einen Kommentar  
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Stand-up Comedians Teil 19 – Michael McIntyre

Michael McIntyre gilt zurzeit als der beliebteste Comedian Großbritanniens. Seine erste DVD (Life and Laughing) war die sich am schnellsten verkaufende Comedy-DVD aller Zeiten; seine zweite (Hello Wembley) übertraf die Verkaufszahlen noch einmal mit 1,4 Millionen Exemplaren.
Im letzten Jahr erhielt er den British Comedy Award for Best Live Stand-up, nachdem er eine lange Tournee durch das Vereinigte Königreich absolviert hatte. Auf BBC 1  läuft seine „Michael McIntyre’s Comedy Roadshow“ und sein erstes Buch „Life and laughing: My story“ (Penguin Books) steht auf den britischen Bestsellerlisten.
Es läuft also alles blendend für den 1976 in London geborenen Comedian.

Hier Michael McIntyres Auftritt im Londoner „Apollo“:

Published in: on 27. Oktober 2010 at 04:52  Schreibe einen Kommentar  
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Mark Wynter – Vom Teenageridol der 60er Jahre zum Bühnenstar im Londoner West End

Der 1943 in Woking (Surrey) geborene Terence Sidney Lewis, der sich in Mark Wynter umbenannte, hatte in den 60er Jahren vier Top Ten-Hits in den britischen Charts, die heute kaum noch jemand kennt. Er galt damals als Teenageridol und imitierte seine großen US-Vorbilder, deren Songs er coverte wie z.B. „Venus in bluejeans“ oder „Go away little girl“. Exakt heute vor 50 Jahren stand er mit Image of a girl“ in den Charts.
Als diese Art von Musik in England nicht mehr gefragt war und von den härteren Klängen der Beatles und Rolling Stones abgelöst wurde, wechselte Mark Wynter das Genre und trat auf den Bühnen des Londoner Westends auf.
„The King and I“, „Phantom of the opera“ und „Robert and Elizabeth“ sind nur einige Beispiele für die zahlreichen Musicals und Bühnenstücke, in denen er zu sehen war; nicht nur im West End, sondern auch auf Tourneen, die ihn kreuz und quer durch Großbritannien führten.

 

Published in: on 25. Oktober 2010 at 04:21  Schreibe einen Kommentar  
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Open for Dogs – Eine Initiative, die englische Hundebesitzer sehr freut

Hundebesitzer können ein Lied davon singen, wenn sie ihren Vierbeiner in ein Museum, ein Geschäft oder ein Pub mitnehmen möchten: Sie werden schon an der Eingangstür mit einem Aufkleber darauf aufmerksam gemacht, dass Hunde hier unerwünscht sind.
Dass es auch anders geht, zeigt die Initiative „Open for Dogs„, die der englische „Kennel Club“ ergriffen hat. Auf der Webseite http://www.kcdogfriendly.co.uk/ gibt es eine Datenbank, in der alle Hotels, Pubs, Geschäfte usw. zu finden sind, in denen Hunde willkommen sind. Für das iPhone gibt es auch schon ein App. Ein entsprechender Aufkleber ist jeweils an den Eingangstüren der an der Kampagne teilnehmenden Etablissements zu finden. Dass sich die Hunde entsprechend zu benehmen wissen, wird vorausgesetzt, denn nur ein „well-behaved dog“ ist ein gern gesehener vierbeiniger Gast.

Eine Zeitschrift, die sich mit dem Thema beschäftigt, ist auch auf dem Markt. Sie heißt „Out & About: The exclusive guide to dog-friendly travel & holidays“ und erscheint viermal jährlich.

Ein Beispiel dafür, dass selbst Country Houses damit werben, dass sie hundefreundlich eingestellt sind, fand ich im Pencarrow House in Cornwall . Dort wird man willkommen geheißen mit der Begrüßung: „Welcome…The perfect place for everyone including the dog“.

Published in: on 24. Oktober 2010 at 03:59  Schreibe einen Kommentar  
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York GhostFest 2010 – Hier dreht sich 9 Tage alles nur um das Thema „Geister“

York in North Yorkshire gilt als Englands gruseligste Stadt. 140 verschiedene  Geister soll es hier geben und die Zahl der gemeldeten paranormalen Erscheinungen liegt bei 504, so sagt es jedenfalls die Ghost Research Foundation International.

Dass man daraus Kapital schlägt liegt auf der Hand. So gibt es z.B. seit 2004 ein jährlich stattfindendes Ghost Festival, immer so um Halloween herum. Das diesjährige GhostFest beginnt heute und endet am 31. Oktober.

„Geister satt“ also in den Straßen und Gassen der Stadt York. Täglich von 10 – 16 Uhr kann man hier in der Ghoul School im Micklegate Bar unter Anleitung die passenden „Ausrüstungsgegenstände“ für Halloween basteln.
The York Maze an der B1228 nach Elvington bietet täglich unter dem Motto „Hallowe’en by Day“ Kürbisschnitzen, Gruselgeschichten, eine Hexengrotte und ein Spukhaus, um nur einige der „spukigen“ Attraktionen zu nennen.
Trevor Rooney startet seinen Ghostwalk jeden Abend pünktlich um 19.30 Uhr und Gothic Molly bietet eine Haunted Halloween Pub Tour an, die auch zu Yorks Most Haunted Pub, dem Golden Fleece führt.

Das ist nur eine kleine Auswahl von dem, was das GhostFest 2010 zu bieten hat. Wer mehr wissen möchte, kann sich hier über weitere Einzelheiten informieren.

Zeitgleich findet das Yorkshire Ghost Festival statt, denn York hat nicht das Monopol auf Geister; auch Städte wie Bradford, Haworth, Whitby und Richmond haben diesbezüglich einiges zu bieten.

Published in: on 23. Oktober 2010 at 04:06  Schreibe einen Kommentar  
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London Duck Tours – Sightseeing in London zu Wasser und zu Land

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In der Chicheley Street in London, gleich hinter dem London Eye, stehen merkwürdige Gefährte, die auf Kundschaft warten. Sie sind gelb, sehen aus wie kleine Busse, können aber wesentlich mehr als nur auf Straßen herumzufahren: Diese Fahrzeuge können auch problemlos auf der Themse schwimmen.

Die Duck Tours bieten eine andere Art an, London kennenzulernen. Die Amphibienfahrzeuge, die im 2. Weltkrieg entwickelt und bei der Invasion der normannischen Küste 1944 eingesetzt wurden, sind seit 2003 im Londoner Straßenbild zu finden. Vorbild waren die Boston Duck Tours, die in der nordostamerikanischen Stadt schon länger bei Touristen sehr beliebt sind.

Im Jahr 2009 haben über 5000 Fahrten stattgefunden mit ca 140 000 Passagieren; 7 „Ducks“ sind im Einsatz, die auch Spezialtouren durchführen wie die James Bond Tour, die Treasure Hunt Tour und die D-Day Tour.

Woher kommt nun der Name „Duck Tours“? Im 2. Weltkrieg hatten die Amphibienfahrzeuge den Codenamen DUKW, aus dem man kurzerhand Duck, die Ente,  machte. Wer es genau wissen möchte, was DUKW bedeutete:

D = First year of production code „D“ is for 1942
U = Body style „U“ utility truck (amphibious)
K = Front wheel drive
W = Two rear driving wheels (tandem axle).

Published in: on 22. Oktober 2010 at 04:13  Comments (1)  
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The Rum Story in Whitehaven (Cumbria) – Alles über Rum und seine Herstellung

 

The Kinetic Clock vor der Rum Story. – © Copyright Darrin Antrobus and licensed for reuse under this Creative Commons Licence

Wer sich für Rum interessiert, sollte bei einem Aufenthalt in Nordengland unbedingt den Küstenort Whitehaven besuchen, denn dort ist in der Lowther Street die „Rum Story – The Dark Spirit of Whitehaven“ zu finden. Seit 1785 hatten hier die Jeffersons einen Laden, einen Vorratskeller und ein Lagerhaus für Rum, der aus der Karibik importiert wurde. Viele Teile des Hauses sind noch im Original erhalten und vermitteln einen Eindruck wie es im Rumgeschäft damals zuging.

Die Rundreise beginnt im karibischen Regenwald von Antigua, zeigt die Arbeit der Sklaven in den Zuckerrohrplantagen; dann geht es in die Gewölbe, wo die noch unverzollten Rumfässer gelagert wurden. Im ersten Stock ist ein afrikanisches Dorf aufgebaut worden, von wo die Sklaven damals auf Schiffe verfrachtet wurden. Dann ist ein Londoner Punch House zu sehen, wo der Rum getrunken wurde, ein Raum ist der Jefferson-Familie gewidmet und im zweiten Stock gibt ein Raum Auskunft über die Bedeutung des Rums in der Royal Navy. Weiter geht es über eine Ausstellung über die Herstellung von Rumfässern und über die illegale Tätigkeit von Rumschmugglern an der Küste von Cumbria. Am Ende des Rundgangs zeigt ein Fernsehkoch in einem Video, was man mit Rum alles machen kann.

Da seit der Eröffnung der „Rum Story“, wie sollte es in einem so alten Haus auch anders sein, mehrere paranormale Erscheinungen aufgetreten sind, kann man hier auch die Nacht verbringen und mit Geisterexperten Untersuchungen anstellen.

Im Rum Shop kann man nach Herzenslust Rum einkaufen und sich anschließend im Café erfrischen.

Teile des Films „Miss Potter“  (2007) mit Renée Zellweger in der Rolle der Beatrix Potter wurden übrigens in der „Rum Story“ in Whitehaven gedreht.

Hier ein kurzer Film über die „ghostly happenings“ in der Rum Story:

Published in: on 21. Oktober 2010 at 04:11  Comments (1)  
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Ha-Ha – Ein genialer Kunstgriff in der Gestaltung des englischen Landschaftsgartens

Der Ha-Ha von Berrington Hall (Herefordshire).    © Copyright Philip Halling and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Der Ha-Ha von Berrington Hall (Herefordshire).
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Mit Gelächter hat der Begriff „Ha-Ha“ eigentlich wenig zu tun. Es ist ein Fachausdruck  in der Anlage von Landschaftsgärten; ein Ha-Ha verhindert, dass Tiere und ungebetene Besucher in den Garten gelangen, ohne den Blick nach außen zu verstellen. Die angrenzende Landschaft wird somit visueller Teil des Gartens, ein illusionistischer Kunstgriff, der den Garten scheinbar vergrößert (so die Erklärung der Wikipedia).
Der Ha-Ha ersetzt also eine Mauer oder einen Zaun durch einen unter dem Geländeniveau liegenden tiefen Graben mit steilen Böschungen. Auch eine versenkte, uneinsehbare Mauer ist eine Möglichkeit, diesen Effekt zu erreichen.

Wenn man also von der Terrasse eines Country Houses in die Landschaft blickt, sieht man da Wild oder Kühe weiden, die aber alle keine Chance haben, sich an den Gartenpflanzen gütlich zu tun, weil sie es nicht schaffen, die Böschung zu erklimmen.

Wer sich das ausgedacht hat, lässt sich nicht mehr eindeutig sagen. Als möglicher Erfinder des Ha-Has gilt z.B. Willliam Kent (1685-1748), einer der großen englischen Landschaftsgärtner.

Woher kommt nun der witzige Name? Der Ausdruck Ha-Ha erklärt sich aus dem lautmalerischen Ausruf des Erstaunens. Der Ha-Ha, aus der Ferne nicht erkennbar, wird erst beim Herantreten sichtbar, verblüfft den Besucher, der die Konstruktion mit „Aha!“ kommentiert (so noch einmal die Wikipedia).

Einige Beispiele, wo Ha-Has zu sehen sind: Petworth House, Castle Ashby oder Burghley House. Aber auch in anderen Ländern wie  in Deutschland, Frankreich und den USA sind Ha-Has „im Einsatz“.

Published in: on 20. Oktober 2010 at 04:13  Schreibe einen Kommentar  
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„Never let me go“ – Eine weitere Verfilmung eines Romans von Kazuo Ishiguro

Am 13. Oktober wurde er auf dem London Film Festival  erstmals in England gezeigt, der Film „Never let me go„, nach einem Roman des in England lebenden gebürtigen Japaners Kazuo Ishiguro. In den Hauptrollen Keira Knightley und Carey Mulligan; die Regie führte Mark Romanek.  Die Verfilmung von Ishiguros Roman „Was vom Tage übrig blieb“ (1993), mit Anthony Hopkins in der Hauptrolle, gehört nach wie vor zu den Höhepunkten britischer Filmkunst.

Kathy (Carey Mulligan), Tommy (Andrew Garfield) und Ruth (Keira Knightley) wachsen in Hailsham auf, eine Art Internat in einer idyllischen Hügellandschaft irgendwo in England. Es scheint eine heile Welt zu sein, in der eine fröhliche Kinderschar für ihr späteres Leben angeleitet werden soll. Doch nichts ist so, wie es scheint. Denn die überaus freundlichen Lehrer in „Never let me go“ werden hier als “Wächter” bezeichnet und früh spüren die Kinder, dass mit ihnen irgendetwas anders ist, ihnen ein ganz besonderes Schicksal bevorsteht. Kathy, Ruth und Tommy verbindet dieses unklare Wissen. Sie erleben in Hailsham ihre Kindheit, später in einem Cottage ihre Jugend und die ersten Liebeswirren – bis für zwei von ihnen das Ende naht.

Gedreht wurde der Film unter anderem in St. Andrews in Schottland, in Clevedon (Somerset) und in Bexhill-on-Sea (East Sussex).

Der Film kommt am 24. Februar 2011 unter dem Titel „Alles, was wir geben mussten“ in die deutschen Kinos.

Published in: on 19. Oktober 2010 at 03:20  Comments (2)  
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Die Hammersmith Bridge in London – Beliebt bei Bombenlegern

 

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Am 11. Juni 1887 weihte der Prince of Wales, der spätere König Edward VII, die von Sir Joseph Bazalgette entworfene Brücke über die Themse mitten in London ein. Sie ersetzte damit die erste Londoner Hängebrücke an dieser Stelle, die dem zunehmenden Verkehr nicht mehr gewachsen war. Hier einige stimmungsvolle Aufnahmen von der Brücke und der Umgebung.

Das Besondere an der Hammersmith Bridge ist, dass sie dreimal das Ziel von Bombenlegern der IRA war.
1939 konnte der Friseur Maurice Childs geistesgegenwärtig die Zerstörung der Brücke verhindern. Als er in den frühen Morgenstunden die Brücke überquerte, sah er einen Koffer aus dem Qualm drang. Er warf ihn kurz entschlossen in die Themse, wo der Koffer explodierte und eine 18 m hohe Wasserfontäne erzeugte. Kurz darauf kam es zu einer zweiten Explosion, die an den Tragebalken der Brücke Schaden anrichtete. Für seinen Mut wurde Maurice Childs mit dem Orden MBE ausgezeichnet.

1996 versuchte es die IRA erneut und zwar mit der schwersten Semtex-Bombe (15 kg), die je auf dem britischen Festland gefunden wurde. Glücklicherweise zündete die Bombe nicht, die mit Sicherheit die Brücke zum Einsturz gebracht hätte. Nach diesem zweiten Versuch wurde die Hammersmith Bridge erst einmal für eine ganze Weile für den Verkehr gesperrt.
Schließlich explodierte am 1. Juni 2000, die Brücke war mittlerweile wieder freigegeben worden, eine kleinere Bombe der IRA, die wiederum an einem Stützpfeiler Schaden anrichtete. Erneut musste die Brücke geschlossen werden.
Man munkelte damals, dass die Bombe von Bewohnern des Stadtteils Barnes, der Hammersmith genau gegenüber liegt, gezündet wurde, um mehr Ruhe vor dem immensen Verkehr zu haben, der in ihren Stadtteil über die Brücke schwappt. Während der Brückenschließung waren dort die Abgasemissionen um 40% zurückgegangen. Aber so weit gingen die Barnesianer bestimmt nicht.

 

Published in: on 17. Oktober 2010 at 03:30  Schreibe einen Kommentar  
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Sir Cliff Richard – Ein Popsänger, der auch eine Parfümlinie sein eigen nennt

Author: Allen Warren. – This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license

Sir Cliff Richard feierte gestern seinen 70. Geburtstag und er hat auch in diesem Alter irgendwie noch etwas von seinem jungenhaften Aussehen behalten.
Über seine Karriere als Sänger ist viel geschrieben worden. Zuletzt erschien seine Autobiografie „My life, my way“ (deutsch: „Leben auf meine Art“).

Vielleicht ist es nicht so allgemein bekannt, dass Sir Cliff auch über eine eigene Parfümlinie verfügt, die ich hier einmal kurz vorstellen möchte.

Wer erinnert sich nicht an Cliff Richards großen Hit aus dem Jahr 1963  „Summer holiday„, der auch heute noch im Radio gespielt wird?
Eines seiner Parfüms heißt auch so, „Summer Holiday„, ein Eau de Toilette, das 2007 auf den Markt kam. Gardenien, Lilien, Zitrusfrüchte und Moschus sind die dominierenden Noten dieser Kreation.

Ein Abendparfüm für die Dame ist „Devil Woman„, benannt nach einem Lied aus dem Jahr 1976, das Cliff Richard 2006 kreierte. Grapefruit, Bergamotte, Sandelholz und Moschus sind nur einige der Bestandteil dieses Parfüms.

Das dritte Parfüm für die Dame, das Cliff Richard herstellen ließ, ist auch wieder nach einem seiner Songs benannt „Miss You Nights„, ein Hit aus dem Jahr 1975. Ein blumiger, orientalischer Geruch steht hier im Mittelpunkt mit Rosen, Jasmin, Bergamotte und Amber.

Published in: on 16. Oktober 2010 at 04:02  Comments (1)  
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The Full Monty – Das umfangreiche englische Frühstück, das den Lunch erspart

Mein Full English Breakfast im Langshott Manor Hotel in Horley (Sussex). Eigenes Foto.

Mein Full English Breakfast im Langshott Manor Hotel in Horley (Sussex).
Eigenes Foto.

Wenn ich in England bin, geniesse ich in den ersten Tagen im Hotel immer das komplette englische Frühstück, Full Monty oder Full House genannt. Ob das dem Magen nun wirklich so gut bekommt, sei dahingestellt; auf jeden Fall reicht das so lange vor, dass man meist auf einen Lunch verzichten kann. Nach Tag 3 oder 4 reicht es mir dann und ich schwenke frühstücksmäßig auf Kipper oder Haddock um. Auch das kann man nur in Maßen essen und so ist auch hin und wieder nichts gegen ein Continental Breakfast zu sagen.

The Full Monty  soll sich auf den britischen General Montgomery (1887-1976) beziehen, der diese Art des Frühstücks liebte. Da er immerhin 89 Jahre alt geworden ist, kann das doch so ungesund nicht sein.

Was gehört nun zu einem Full English dazu? Auf jeden Fall Cumberland Sausages, Eier, gebratener Speck, rote Bohnen, Tomaten, Champignons, Black Pudding und Hash Browns, eine Art Rösti oder Kartoffelpuffer.

Dieses Monsterfrühstück kann man in vielen Truckstops und Autobahnraststätten den ganzen Tag als „All Day Breakfast“ bekommen.

The Full Monty“  ist auch der Titel eines englischen Films aus dem Jahr 1997, der in Deutschland als „Ganz oder gar nicht lief„. Darin betätigen sich sechs englische arbeitslose Stahlarbeiter als männliche Stripper, denen die zuschauenden Frauen zurufen, sie wollen „The Full Monty“ sehen, mit anderen Worten, sie sollen sich komplett nackt ausziehen.
Da ich nicht auf nackte Männer stehe, ziehe ich mir das erstgenannte Full Monty vor.

Hier zeigt Starkoch Gary Rhodes wie man das englische Frühstück richtig zubereitet:

Published in: on 15. Oktober 2010 at 03:47  Comments (1)  
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Big Ben in London – Die Glocke und der Turm

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Den Big Ben in London und seine berühmten Glockenschläge kennt wohl jeder in der ganzen Welt. Big Ben ist eigentlich nur der Name der Glocke, aber oft wird damit der ganze Turm bezeichnet.
Hier habe ich einmal einige Dinge zusammengestellt, die vielleicht nicht so bekannt sein dürften:
– Am 31. Mai 1859 war die Big-Ben-Glocke erstmals zu hören
1856 wurde die erste Glocke gegossen, die aber bei den ersten Tests sprang
– Die Reste der ersten misslungenen Glocke wurden 1858 in den Guss der zweiten übernommen. Hergestellt wurde sie von der Whitechapel Foundry in London (s.a. mein Blogeintrag vom 27.03.2010)
– Nachdem die Glocke erst wenige Woche im Einsatz war, gab es einen Riss, da der Klöppel zu schwer war. Man ersetzte den Klöppel, aber nicht die Glocke. Die wurde einfach etwas gedreht, so dass der Klöppel gegen einen unbeschädigten Teil der Glocke schlug. Der Riss wurde nie repariert.
– Die Ziffernblätter von Big Ben messen diagonal etwa 7 Meter und wurden von Augustus Pugin entworfen. Die Minutenzeiger sind 4,26m lang, die Stundenzeiger 2,74m
– Die 18 Uhr-Nachrichten der BBC beginnen mit dem Klang der Big Ben-Glocke. Das wird jeden Abend live übertragen, da im Glockenturm ein Mikrofon installiert ist.

Published in: on 14. Oktober 2010 at 03:51  Schreibe einen Kommentar  
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St. Mary’s Church in Beverley (East Yorkshire) – Hier entdeckte Lewis Carroll sein Weißes Kaninchen

 

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Beverley ist eine schöne alte Stadt im Osten Yorkshires und berühmt geworden durch das riesige Beverley Minster. Viele Besucher strömen dorthin und übersehen, dass es im Ort noch eine weitere sehr sehenswerte Kirche gibt, die aus der normannischen Zeit stammende St. Mary’s Church.

Freunde von Lewis Carrolls Geschichte „Alice im Wunderland“ besuchen aber vielleicht doch diese Kirche, weil es in ihr die Figur eines Kaninchens gibt, das Vorbild für Carrolls Weißes Kaninchen gewesen sein soll.

 Charles Ludwidge Dodgson, so der richtige Name von Lewis Carroll, soll einmal im Verlaufe eines Familienausflugs St. Mary’s besichtigt und dabei das Kaninchen gesehen haben, das im 13. Jahrhundert seinen Platz in der Kirche gefunden haben soll. Wer das „pilgrim rabbit“ (so genannt, weil es einen Pilgerstab in den Pfoten hält) erschaffen hat und aus welchem Grund ist unbekannt. Ganz leicht zu finden ist die Steinfigur in der Kirche nicht, man muss schon etwas suchen oder jemanden fragen.

Diese Bild- oder Mediendatei ist gemeinfrei, weil ihre urheberrechtliche Schutzfrist abgelaufen ist.

Published in: on 13. Oktober 2010 at 04:40  Schreibe einen Kommentar  
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The Central Band of the Royal Air Force: „Reach for the skies“ – Hoch in den britischen Charts zu finden

In den britischen Top5-Album-Charts dieser Woche ist neben den CDs von Tinie Tempah, Script, Mumford&Sons und Phil Collins ein Album zu finden, das ziemlich aus dem Rahmen fällt: „Reach for the skies“ heißt es und The Central Band of the Royal Air Force prangt auf dem Plattencover.
Aufgenommen wurde die CD, um den 70. Jahrestag des Battle of Britain zu gedenken und man findet u.a. folgende Lieder auf der CD:
Battle of Britain March, 633 Squadron, The Dam Busters March, Spitfire Prelude und Those magnificent men in their flying machines.

The Central Band of the Royal Air Force wurde bereits 1920 gegründet und sie ist bis heute die am häufigsten von der BBC gespielte Band. Einige besonders erwähnenswerte Stationen in der Geschichte der Militärband:
– Die CBRAF war die erste Militärband, die eine LP aufnahm
– 1955 war die Band schon einmal in den britischen Charts zu finden und zwar mit dem auch auf der o.a. CD enthaltenen Stück „The Theme from The Dambusters“
– Die Kapelle hat pro Jahr ca 370 Auftritte und reist dabei etwa 100 000 km
– Sie ist die erste Band, die außerhalb der USA die „John Philip Sousa Citation for Musical Excellence“ erhielt.

Die RAF verfügt übrigens noch über einige weitere musikalische Formationen:
– The Salon Orchestra of the Central Band of the Royal Air Force
– Royal Air Force Squadronaires
– The Band of The Royal Air Force College
– The Band of the Royal Air Force Regiment
– Royal Air Force Shades of Blue

Die Musik spielt in der britischen Luftwaffe also eine große Rolle.

Antony Gormley und seine gusseisernen Männer – Die Attraktion am Strand von Crosby Beach

 

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Der englische Bildhauer Antony Gormley ist immer wieder für Überraschungen gut, auch wenn er sich manchmal wiederholt. Sein „Angel of the North“ habe ich in meinem Blogeintrag vom 16.11.2009 schon einmal vorgestellt. „Another Place“ ist der Titel eines anderen Projektes, das nicht minder interessant und kurios ist.
Nördlich von Liverpool am Crosby Beach stehen über eine Länge von 3 Kilometern verstreut 100 gusseiserne Männer, die alle Richtung Meer blicken. Sie sind alle exakt 1,89 m groß, wiegen etwa 650 kg und sind dem Körper ihres Schöpfers, Antony Gormley, nachempfunden.

Was gab es nicht alles für Kontroversen über die 100 nackten Männer. Einigen waren sie zu realistisch, einige meinten, sie würden ein Sicherheitsrisiko darstellen (bei aufgelaufener Flut sind die Figuren von Wasser bedeckt), wiederum andere waren der Ansicht, dass die dort vorhandenen Seevögel gestört würden. Auf der andern Seite haben die Skulpturen aber auch eine beträchtliche Anziehungskraft für Touristen und bringen dadurch Geld in das Stadtsäckel von Crosby.

Die Figuren waren übrigens, bevor sie ihren endgültigen „Liegeplatz“ bei Liverpool fanden, auch schon in Deutschland zu sehen und zwar am Strand von Cuxhaven-Duhnen.

Ähnliche Projekte  Gormleys sind das „Event Horizon“ in London, bei dem 31 lebensgroße männliche Figuren auf Dächern von Gebäuden entlang der Themse positioniert waren; diese Skulpturen stehen seit diesem Jahr im Zentrum von New York.
Ganz neu ist Gormleys „Horizon Field„: Bei dieser Installation hat er  wieder 100 gusseiserne Männer aufgestellt; dieses Mal in den österreichischen Alpen in einer Höhe von 2000 m.

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Published in: on 11. Oktober 2010 at 03:21  Schreibe einen Kommentar  
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The Ripon Hornblower – Eine der ältesten Zeremonien Großbritanniens

 

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Ich glaube nicht, dass viele wissen, dass Ripon in North Yorkshire Großbritanniens älteste Stadt ist. Die Gründungsurkunde der Stadt wurde 886 von König Alfred dem Großen vergeben. Seit über 1100 Jahren wird in Ripon allabendlich eine Zeremonie ausgeführt, die noch nie unterbrochen worden ist. Der sogenannte Ripon Hornblower bläst exakt um 21 Uhr auf dem Marktplatz in sein Horn „to set the night watch„. Grob geschätzt hat das etwa 408 000 mal stattgefunden.

Der Hintergrund der Zeremonie: Im Mittelalter war der Wakeman von 21 Uhr bis zum Morgengrauen, in Zusammenarbeit mit einigen Hilfskräften, für die Sicherheit und die Bekämpfung der Kriminalität in der Stadt zuständig. Der Stoß ins Horn signalisierte also den Beginn der Nachtwache. Später musste der Hornblower noch eine zusätzliche Aufgabe übernehmen: Nachdem er auf dem Marktplatz seine Pflicht erfüllt hatte, musste er auch vor dem Haus des Bürgermeisters oder dort, wo sich der Bürgermeister gerade aufhielt, noch dreimal in sein Horn blasen.

Ripon ist heute stolz auf diese uralte Tradition und man findet das berühmte Horn natürlich auch im Wappen der Stadt.

Published in: on 10. Oktober 2010 at 03:13  Schreibe einen Kommentar  
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John Sentamu – Der erste schwarze Erzbischof der anglikanischen Kirche

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Die nordenglische Stadt York kann sich rühmen, mit John Sentamu den ersten schwarzen Erzbischof in ganz Großbritannien zu haben und das seit dem 30. November 2005. Als Erzbischof von York steht er in der Rangfolge der anglikanischen Kirche auf Platz 2, hinter dem Erzbischof von Canterbury, Rowan Williams.

John Sentamu wurde 1949 in einem Dorf in Uganda geboren, studierte an der Universität von Kampala Rechtswissenschaften und wurde Richter am obersten Gerichtshof Ugandas.  Nach der Ermordung seines Freundes, des anglikanischen Erbischofs von Uganda Janani Luwum, beschloss er, Priester zu werden. Sentamu studierte in Cambridge Theologie und wurde 1979 Priester der anglikanischen Kirche. Im Jahr 2002 wurde er Bischof von Birmingham und dann folgte 2005 die Ernennung zum Erzbischof von York.

John Sentamu ist in Yorkshire sehr beliebt und er macht durch unkonventionelle Aktionen immer wieder von sich reden. So verbrachte er einmal eine Woche lang in einem kleinen Zelt, das er in einem Seitenflügel des Münsters von York aufgeschlagen hatte, um dort zu fasten und zu beten und damit auf die Gewalt im Nahen Osten aufmerksam zu machen.

2008 sprang er mit einem Fallschirm aus über 4000m Höhe ab, um für den Afghanistan Trust Geld zu sammeln, eine Organisation, die  britischen Soldaten und deren Familien hilft, die im Afghanistankrieg verwundet oder getötet wurden. Hier ein Film über diese Aktion.

Der zweithöchste Würdenträger der Church of England ist schon eine ganz besondere Person, die auch mit zahlreichen Ehrendoktorwürden nordenglischer Universitäten ausgezeichnet wurde.

Published in: on 8. Oktober 2010 at 03:13  Schreibe einen Kommentar  
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Die Cardington Sheds in Bedfordshire – Monsterhallen, Luftschiffe und Batman

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Einige Kilometer von Bedford entfernt, bei dem Ort Cardington, sieht man zwei riesige Hallen, die die Landschaft dominieren. Sie sind etwa 200m lang und wurden gebaut, um darin Luftschiffe zu fertigen. Shed No.1 entstand 1915, Shed No.2 kam 1928 hinzu. Gegen Ende des 1. Weltkrieges waren hier 800 Menschen beschäftigt, um die R-31 und R-32 zu bauen. Um das größere Luftschiff R-101 herzustellen, wurde Halle 1 noch einmal beträchtlich vergrößert.

Am 4. Oktober startete die R-101 von Cardington nach Karachi in Pakistan, kam aber nur bis Nord-Frankreich, wo das Luftschiff nach permanenten Problemen Feuer fing und abstürzte. 48 Menschen kamen dabei ums Leben.
Hier ein Film über den Abflug des Luftschiffes vom Hangar.

Nach dem Absturz wurden die Arbeiten an weiteren Luftschiffen eingestellt. In den 30er Jahren baute man in den Hallen Sperrballons, doch in den 40er Jahren trennte sich die Royal Air Force von den Hallen, die darauf anderweitig genutzt wurden oder auch leer standen.

Shed No.2 wurde an die US-Firma Warner Bros. verkauft, die dort 2005 den Film „Batman begins“ drehte und Teile der Straßenzüge Gotham Citys in dem Hangar errichtete. Die Zukunft von Shed No.1 ist zurzeit ungewiss.

Published in: on 7. Oktober 2010 at 03:15  Comments (2)  
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Mein Buchtipp – Justin Brown: UK on a g-string

Foto meines Exemplares.

Foto meines Exemplares.

Wieder eine nette Lektüre aus dem Verlag Summersdale Publishers aus Chichester. Justin Brown ist ein „Kiwi“, also ein Neuseeländer, der gegen einen Aussie, also einen Australier, eine Wette verliert. Der Verlierer muss als „door-to-door busker„, als Straßenmusikant, nach England fahren und sich dort das Geld für den Rückflug nach Neuseeland musikalisch zusammenbetteln, aber ausschließlich, indem er von Tür zu Tür zieht und den Leuten (gegen eine entsprechende Geldspende) ein Lied vorsingt.
Also fliegt Justin nach London und beginnt dort mit den ersten Versuchen. Leider ist es Dezember, eiskalt und seine Gitarre muss permanent neu gestimmt werden. Justins Repertoire ist äußerst  überschaubar; es besteht aus einem selbstgeschriebenen Harry Potter-Song und einem Lied mit dem Titel „Kentucky Fried Kitten„. Sonst hat er nur noch einige Lieder auf Lager, die nicht so ganz jugendfrei sind.
Es ist ein mühsames Geschäft; viele Hausbewohner schlagen ihm die Tür vor der Nase zu oder machen gar nicht erst auf. Auch außerhalb Londons läuft das Geschäft nicht viel besser. Aber es gibt einige Ausnahmen: Der Ort Devizes in Somerset und Sheffield in South Yorkshire sind spendabel, während Reading in Berkshire und Harlington in Bedfordshire Door-to-Door Buskern gegenüber, milde ausgedrückt, sehr zurückhaltend sind.

Justin Brown: UK on a g-string – adventures of the world’s first and worst door-to-door busker“. Chichester: Summersdale Publ. 2006. 317 Seiten. ISBN 978-1-84024-379-6  £7.99

Published in: on 6. Oktober 2010 at 03:33  Schreibe einen Kommentar  
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Das Westbury White Horse bei Westbury (Wiltshire) – Eines von mehreren weißen Pferden in Wiltshire

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Westbury liegt am Rande der Salisbury Plain, einer Region, die durch Stonehenge bekannt geworden ist, aber leider auch als riesiges Militärgelände genutzt wird.
Das an einem Hügel platzierte Westbury White Horse gehört zu einer ganzen Reihe von weißen Pferden, die in der Grafschaft Wiltshire zu finden sind. Wie alt der weiße Vierbeiner ist, weiß keiner so genau. Vermutungen gehen bis in das Jahr 878 zurück, dass das Pferd als Erinnerung an den Battle of Ethandun entstanden ist, den König Alfred gewann. 1778 wurde es jedenfalls restauriert und in den 50er Jahre hatten es Vandalen auf das arme Tier abgesehen und zerstörten Teile von ihm. Erst 2006 war das Westbury White Horse wieder komplett hergestellt.

Östlich von Westbury befindet sich an der B3098 ein Parkplatz, von dem aus man das White Horse gut sehen kann; auch direkt oberhalb des Pferdes am Westbury Hill kann man sein Auto abstellen und dem Pferd „auf das Dach steigen“.
Die britische Popgruppe Midge Ure hat ihr Video „Breathe“ direkt am Westbury White Horse aufgenommen.

Published in: on 4. Oktober 2010 at 03:23  Comments (2)  
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Meine Lieblings-Pubs: The New Inn in Gloucester (Gloucestershire)

 

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Man sollte sich nicht von dem Namen des Pubs irritieren lassen: Der New Inn in Gloucester ist keinesfalls neu, denn er wurde bereits im 14. Jahrhundert erbaut. Das Haus fungiert gleichzeitig auch als Hotel mit 33 Zimmern. Ich habe bei meinem Besuch im New Inn allerdings nur den Bereich „Essen und Trinken“ benutzt. 4 Bars gibt es in dem weitläufigen Gebäude und etwa 12 verschiedene Real Ales werden angeboten.

Gebaut wurde der Inn damals um Pilger zu beherbergen, die den Schrein König Edwards II in der nahe gelegenen Kathedrale besuchen wollten.
In so einem alten Pub gibt es natürlich auch Geister; so berichtete BBC Gloucestershire in diesem Jahr von mehreren merkwürdigen Ereignissen im New Inn, u.a. von einem Glas Bier, das sich plötzlich in Bewegung setzte und vom Tisch fiel. Ich habe bei meinem Besuch mein Pint in Ruhe und ohne störende Nebeneinwirkungen genießen können.
Hier das „Ghost Pint“ im Film, festgehalten von einer Überwachungskamera:

Published in: on 3. Oktober 2010 at 03:18  Schreibe einen Kommentar  
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The Persuaders (Die Zwei) – Die englische Kultserie der 70er Jahre mit Tony Curtis und Roger Moore

Vorgestern ging die Nachricht um die Welt, dass der US-Schauspieler Tony Curtis gestorben ist. Wir haben ihn hier in Deutschland, zusammen mit Roger Moore als Lord Brett Sinclair, in ewig bleibender Erinnerung als Danny Wilde in der englischen TV-Serie „The „Persuaders„, alias „Die Zwei„. Die Wikipedia gibt sehr exakt wieder wie die Serie in Deutschland aufgenommen wurde:

Während die Serie in den USA floppte (und deshalb auch keine weiteren Folgen gedreht wurden), war die Sendung in Großbritannien, Australien und mehreren europäischen Festländern ein guter Erfolg. In Deutschland erreichte die Serie sogar absoluten Kult-Status. Dies lag wohl hauptsächlich an der Synchronisation nach den Dialogbüchern Rainer Brandts , deren Übersetzung zum Teil erheblich vom Original abweicht: Während es sich im englischen Original zwar auch um eine Krimiserie mit Humor handelt, wurden für die deutsche Fassung flapsige und witzige Sprüche („Hände hoch – ich bin Achselfetischist!“, „Sleep well in your Bettgestell!“) ergänzt, die heute teilweise zu geflügelten Worten geworden sind. Außerdem gab es auch Seitenhiebe auf die deutsche Sendeanstalt oder das Fernsehen als solches. So kam es in einer Folge zur Situation, in der Danny Wilde seinen Ferrari in einer engen Gasse parkte und auf der Windschutzscheibe einen Zettel mit der Aufschrift „Arzt im Notdienst“ hinterlegte. Das Ganze kommentierte er mit den Worten: „Das mach’ ich beim ZDF auch immer so.“ In einer anderen Folge suchten Danny und Brett nach einer Fluchtmöglichkeit, nachdem sie in einer Garage eingeschlossen worden waren. Dabei entspann sich folgender Dialog: „Da müßte man jetzt den Lexi befragen.“„Welchen Lexi?“„Na, den Kon.“„Laß doch die Sprüche, die setzen doch die nächste Folge ab!“ Rainer Brandt erklärte dazu, dass diese Art der Synchronisation auch für die französische Fassung übernommen wurde und einen ähnlichen Erfolg hatte wie in Deutschland. Deswegen bat Tony Curtis Brandt, im Falle einer Fortsetzung der Serie die Originalbücher zu schreiben, wozu es aber nicht mehr kam.

Gedreht wurde die Serie z.T. in Südfrankreich. Die Szenen in England wurden überwiegend in Buckinghamshire und in den Pinewood-Studios aufgenommen.
Hier ist eine Folge zu sehen.

Published in: on 2. Oktober 2010 at 03:49  Schreibe einen Kommentar  
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Ilkley Literature Festival – Hier geben sich alljährlich Englands Schriftsteller ein Stelldichein

Ilkley ist ein Kurort im Wharfedale in West Yorkshire, der nicht allzuweit vom Ballungsgebiet Leeds-Bradford entfernt liegt. Alljährlich im Oktober findet hier das Ilkley Literature Festival statt, zu dem zahlreiche Schriftsteller aus dem ganzen Land anreisen.
1973 wurde das Festival, das von Michael Dawson, dem Direktor der Yorkshire Arts Association ins Leben gerufen wurde, erstmals abgehalten.

In diesem Jahr beginnt das Treffen der Literaten heute am 01. Oktober und dauert bis zum 17. Oktober. Das Programm ist außerordentlich umfangreich und reicht von Vorträgen über den Krieg in Afghanistan, die Bronte-Schwestern (die nicht weit von Ilkley wohnten), Gärtnern in Yorkshire bis hin zu Schreib-Workshops für Kinder. Gäste des diesjährigen Festivals sind u.a. Barbara Trapido, Alexei Sayle, Simon Armitage und  Roddy Doyle. Ein Teil der Vorträge ist schon ausgebucht; ein Zeichen, dass das Festival wieder großen Zuspruch finden wird.

Published in: on 1. Oktober 2010 at 02:20  Comments (1)  
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