Pubschilder – The Trusty Servant in Minstead (Hampshire)

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Was fällt einem zu Minstead, jenem kleinen Dorf im New Forest in der Grafschaft Hampshire ein? Ja, hier liegt das Grab des Sherlock Holmes-Erfinders Sir Arthur Conan Doyle. Ich berichtete in meinem Blog schon einmal darüber. Im letzten Jahr fuhr ich noch einmal durch Minstead und kam dabei auch am örtlichen Pub vorbei, der gegenüber vom Dorfladen am Village Green liegt. The Trusty Servant heißt er und er hat ein außergewöhnliches Pubschild. Es stellt einen Diener dar, so wie die Herrschaften  ihn sich in optimaler Form vorgestellt und gewünscht haben: Sein Kopf ist der eines Schweins (= er ist nicht wählerisch, was seine Ernährung angeht), seine Schnauze ist mit einem Schloss versehen (= plaudert keine Vertraulichkeiten aus), die Ohren sind die eines Esels (= er ist geduldig) und seine Füße die eines Hirsches (= er ist schnell). In der linken Hand hält der „Verlässliche Diener“ sein Handwerkszeug, das er täglich verwenden sollte.

Gemalt hat dieses hübsche Pubschild Peter J Oldreive, dessen Schilder vor allem auf der Isle of Wight zu finden sind wie z.B am Fishbourne Inn oder am Colwell Bay Inn.

The Trusty Servant hat einen großen Biergarten und auch die pubüblichen Tisch-Sitz-Garnituren vor der Tür, so dass man bei schönem Wetter die Idylle des Dorfes genießen kann. Die All Saints Church mit dem Grab Sir Arthurs ist zu Fuß nur ein paar Minuten entfernt, am Ende der Straße Church Close.

Ich kann einen Besuch in Minstead sehr empfehlen; das Dorf ist über die A337 oder die A31 auf schmalen Wegen leicht zu erreichen.

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Published in: on 30. April 2013 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Die Sportwagenfabrik Lotus in Hethel (Norfolk)

Die Lotus-Produktionsanlagen in Hethel (Norfolk).    © Copyright Evelyn Simak

Die Lotus-Produktionsanlagen in Hethel (Norfolk).
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Wer sich für englische Sportwagen interessiert und sich in Norfolk aufhält, sollte unbedingt einmal die Fabrikhallen der Firma Lotus ansehen. Südwestlich von Norwich auf dem Gelände des ehemaligen Luftwaffenstützpunkts Hethel hat sich 1966 die Sportwagenfabrik angesiedelt und baut seitdem hier ihre exklusiven und selten zu sehenden Luxusfahrzeuge. RAF Hethel verfügte über Start- und Landebahnen, die sich ideal als Teststrecken für die Lotus-Fahrzeuge erwiesen.

Colin Chapman war der Firmengründer und die treibende Kraft des Sportwagenherstellers. Er führte die Lotus-Rennwagen in den 1960er Jahren in die Formel-1-Welt ein und kreierte damals die legendären Lotus Elan und Elise. Nach Chapmans Tod im Jahr 1982 wechselte die Firma mehrfach den Besitzer, zurzeit ist Lotus in der Hand der malaysischen Firma Perusahaan Otomobil Nasional Bhd.

Zweimal in der Woche finden Touren durch die Produktionsanlagen statt, in denen die Sportwagen per Hand gefertigt werden: Mittwochs um 14 Uhr, freitags um 10 Uhr. Der Preis: £39. Im Lotus Store kann man sich anschließend mit Fanartikeln eindecken wie T-Shirts, Base Caps und anderen Dingen.

In einigen Spielfilmen finden wir die Sportwagen aus dem Hause Lotus wieder, z.B. ein Esprit in „Pretty Woman“ und den James Bond-Filmen „Der Spion, der mich liebte“ und „In tödlicher Mission„. Einen Lotus Elan fuhr auch Emma Peel in der TV-Serie „The Avengers“ (dt. „Mit Schirm, Charme und Melone“).

Gebaut werden in dem Werk in Norfolk momentan der Exige, die Elise und der Evora. Wer diese Modelle einmal fahren möchte, kann das bei der Lotus Driving Academy tun, die Testfahrten auf den firmeneigenen Strecken anbietet (ein nicht ganz billiger Spaß, ab ca £400!).

Dieser Film informiert umfassend über den Lotus Evora.

Lotus
Potash Ln
Hethel, Norwich NR14 8EZ
Tel. 01953 608000

Der Lotus Evora. Attr.: Cobra bubbles. This file is licensed under the Creative Commons Attribution 3.0 Unported license.

Der Lotus Evora.
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Published in: on 29. April 2013 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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William Wymark Jacobs: The Monkey’s Paw – Eine der besten englischen Gruselgeschichten

Plakette an W.W. Jacobs' Haus in der Londoner Gloucester Road. Source: LondonRemembers.com.

Plakette an W.W. Jacobs‘ Haus in der Londoner Gloucester Gate Nummer 15.
Source: LondonRemembers.com.

Gestern schrieb ich einen Blogeintrag über die englische Schauspielerin Jane Wymark und erwähnte kurz, dass sie die Enkelin des Schriftstellers William Wymark Jacobs ist, der von 1863 bis 1943 lebte. Dieser Mann wurde durch eine Kurzgeschichte berühmt, die er 1902 in dem Erzählungsband „The Lady of the Barge“ veröffentlichte und die auch heute noch gelesen und hin und wieder neu verfilmt wird: „The Monkey’s Paw„, in deutscher Übersetzung „Die Affenpfote„.

In meinem Studium beschäftigte ich mich intensiv mit Horrorliteratur und unter den unzähligen Romanen und Geschichten, die ich in dieser Zeit gelesen habe, war, neben „Oh Whistle and I’ll Come to You, My Lad“ von M.R. James, die „Affenpfote“, die, die mich am meisten beeindruckt hat.

Es ist die Story einer mumifizierten Affenpfote, die ein indischer Fakir verzaubert (oder verflucht?) hat und die dem Besitzer drei Wünsche erfüllen kann. Durch einen britischen Kolonialoffizier gelangt sie nach England und gerät dort in die Hände einer Familie, die die Zauberkraft der Pfote ausprobiert. Ihre drei Wünsche werden erfüllt, aber nicht so wie sich das vorgestellt hat. Ich werde den ganzen Inhalt hier nicht wiedergeben, den kann man sehr gut in der Wikipedia nachlesen.

Die Story von W.W. Jacobs hat zahlreiche andere Schriftsteller inspiriert (ich denke da speziell an Stephen Kings „Friedhof der Kuscheltiere“) und wurde mehrfach verfilmt. Am besten gefällt mir die Version des Regisseurs Ricky Lewis jr aus dem Jahr 2011, die die unheimliche Atmosphäre der Buchvorlage sehr gut einfängt. Hier ist der Film in voller Länge zu sehen. Eine Neuverfilmung, die auch „The Monkey’s Paw“ heißt, befindet sich zurzeit in den USA in der Post-Production-Phase und soll am 25. Oktober in die Kinos kommen. Dieser in New Orleans gedrehte Film hält sich aber nicht so eng an das Original wie der von Ricky Lewis jr.

Das Hauptwerk von William Wymark Jacobs ist heute weitgehend vergessen. Man hat den Schriftsteller mit zwei blauen Plaketten geehrt, die an zwei seiner Wohnhäuser angebracht worden sind. Einmal in Loughton in Essex am Feltham House in Goldings Hill und einmal an der Nummer 15 Gloucester Gate am Regents Park.

Hier ist der vollständige Text der deutschen Übersetzung von „The Monkey’s Paw“.

Hier in Gloucester Gate wohnte Jacobs eine Zeit lang. Source: http://www.londonremembers.com.

Hier in Gloucester Gate am Regent’s Park wohnte Jacobs eine Zeit lang.
Source: http://www.londonremembers.com.

Published in: on 28. April 2013 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Auf den Spuren von Inspector Barnaby – Jane Wymark alias Joyce Barnaby

Copyright ZDF/All3Media.Mit freundlicher Genehmigung.

Copyright ZDF/All3Media. Mit freundlicher Genehmigung.

Was wäre DCI Tom Barnaby ohne seine Frau Joyce? Sie hält ihm den Rücken frei, indem sie sich um fast alle häuslichen Arbeiten kümmert. Sie bekocht ihn mehr schlecht als recht und ein wesentlicher  Charakterzug ist ihre (zähneknirschende) Toleranz, wenn Tom wieder einmal vom abendlichen Essenstisch oder bei einem Restaurantbesuch zu einem Mordfall abberufen wird. Joyce versucht sich ein eigenes Leben aufzubauen, in dem sie z.B. in Folge 50 „Death in Chorus“ (dt. „Tote singen nicht“) in einem Chor mitsingt oder in Episode 44 „The house in the woods“ (dt. „Fluch über Winyard“) bei der Midsomer Conservation Group mitarbeitet.

Jane Wymarks erster Auftritt als Joyce Barnaby erfolgte bereits beim Start von „Midsomer Murders“ 1998 in „The killings at Badger’s Drift“ (dt. „Tod in Badger’s Drift“), ihr letzter Auftritt an der Seite von John Nettles und ihrer Filmtochter Laura Howard fand am 2. Februar 2011 statt, in Folge 81 „Fit for murder“ (dt. „Gesund aber tot“). Ihre Nachfolgerin ist Sarah Barnaby, gespielt von Fiona Dolman, die Frau an der Seite von DCI John Barnaby, Toms Cousin, der seinen Job übernommen hat.

Jane Wymark hat das Schauspielergen von ihrem Vater geerbt; Patrick Wymark (1926-1970) hatte sich anfangs auf Shakespeare-Rollen spezialisiert und war dann in zahlreichen Spielfilmen zu sehen, z.B. in Roman Polanskis 1965 gedrehten „Repulsion“ (dt. „Ekel“) oder in Robert Parrishs „Doppelgänger“ (dt.“Unfall im Weltraum“) aus dem Jahr 1969. Jane Wymarks Großvater war der Schriftsteller William Wymark Jacobs (1863-1943), der Romane und Kurzgeschichten geschrieben hat und vor allem durch die großartige Story „The monkey’s paw“ (dt. „Die Affenpfote“) bekannt wurde. Mehr darüber in meinem morgigen Blogeintrag.

Jane Wymark hatte ihre erste Rolle 1975 in einer Fernsehserie namens „Rooms„, einige Jahre später war sie in 11 Episoden der erfolgreichen Serie „Poldark“ zu sehen, die von 1975 bis 1977 ausgestrahlt wurde. Darin spielte sie die Morwenna Chynoweth Whitworth. „Poldark“ wurde auch im deutschen Fernsehen gezeigt. Es folgten Auftritte in verschiedenen TV-Serien des britischen Fernsehen, von denen man heute kaum noch spricht wie „Chalkface“, „Between the lines“ oder „No bananas“. Weltweit bekannt wurde sie aber erst als Joyce Barnaby neben John Nettles.

Jane Wymark ist verheiratet und hat zwei erwachsene Söhne. Ihr Ehemann Paul Howson arbeitet für den British Council.

Hier ist Jane Wymark in einer Folge der TV-Serie „Beasts“ aus dem Jahr 1976 zu sehen und hier stellt sie einige Drehorte von „Midsomer Murders“ vor.

Published in: on 27. April 2013 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Die Monkey Hangers aus Hartlepool…die einst einen kleinen Affen aufhängten

Die Bewohner Newcastles werden Geordies genannt, die von Grimsby Cod Heads, die von Middlesbrough Smoggies und die von Hartlepool Monkey Hangers. Wie kam es dazu?

Hartlepool ist eine Stadt an der Nordseeküste, etwa auf halben Weg zwischen Whitby und Sunderland, mit über 90 000 Einwohnern. Die Hartlepudlians werden gern auch Monkey Hangers, also die, die Affen aufknüpfen, genannt, weil sie sich während der Zeit der Napoleonischen Kriege etwas geleistet hatten, was ihre Intelligenz in fragwürdigem Licht erscheinen lässt. Ein französisches Schiff erlitt vor Hartlepool Schiffbruch und die ganze Besatzung ertrank in den Fluten. Lediglich eine kleine Gestalt in Uniform rettete sich an Land; es war der Schiffsaffe. Die Hartlepudlians nahmen ihn in Gewahrsam, und da sie noch nie einen Franzosen gesehen hatten, hielten sie den kleinen Kerl für einen feindlichen Matrosen.

Man machte ihm kurzerhand den Prozess, bei dem der Affe auf die gestellten Fragen leider keine Antworten geben konnte, und so sprach man das Todesurteil aus, das dann auch gleich ausgeführt wurde, indem man das arme Geschöpf aufhängte.

Inwieweit das nun alles stimmt, sei dahingestellt, aber es ist eine nette Geschichte und man hört sie auch heute noch in Hartlepool gern. Natürlich machten sich die Bewohner der umliegenden Städte immer wieder lustig über die Dummheit der Hartlepudlians; der Name Monkey Hangers ist ihnen bis heute geblieben.

Der örtliche Rugby Club, die Hartlepool Rovers, werden als Monkey Hangers bezeichnet, und der Fußballverein Hartlepool United hat einen Affen als Maskottchen, der H’Angus the Monkey genannt.

Hier ist die Geschichte vom aufgehängten Affen im Lied zu hören und hier ist ein Reenactment der Urteilsvollstreckung zu sehen.

Published in: on 26. April 2013 at 02:00  Comments (1)  
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Z Cars – Eine der langlebigsten TV-Krimiserien Großbritanniens

Eigenes Foto.

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Lange Zeit galt „Z Cars“ als die langlebigste TV-Krimiserie des britischen Fernsehens, bis sie von der ähnlich aufgebauten Serie „The Bill“ überholt wurde. Wie viele Folgen es nun tatsächlich gab, ist etwas umstritten, denn es werden unterschiedliche Zahlen genannt. Die Wikipedia spricht von 799 Folgen, andere Quellen von 695. Egal, es waren auf jeden Fall sehr viele.

Der Startschuss für „Z Cars“ fiel am 2. Januar 1962. Im Mittelpunkt der Serie standen die beiden Kriminalbeamten Detective Inspector Charlie Barlow und Detective Sergeant John Watt. Stratford Johns, der 2002 starb, verkörperte den bulligen, manchmal recht arrogant wirkenden DI, Frank Windsor seinen Untergebenen. Windsor war übrigens in Episode 7 „Strangler’s Wood“ (dt. „Der Würger von Raven’s Wood“) der Inspector-Barnaby-Serie als der ehemalige DCI George Meekham zu sehen.

Schauplatz der BBC-Serie war die fiktive Stadt Newtown bei Liverpool. In der Polizeistation arbeitete neben den beiden genannten Polizeibeamten noch ein Team von Polizisten, die mit den mehr oder weniger schwerwiegenden Fällen beschäftigt waren, die sich in dem Orte ereigneten. Zwei Polizei-Einsatzfahrzeuge mit den Namen Z Victor 1 und Z Victor 2 waren ständig unterwegs, die zum einen mit den PCs „Fancy“ Smith und Scot Jock Weir, zum anderen mit Bert Lynch und Bob Steele besetzt waren. „Z Cars“ war eine realistische Krimiserie, die den Polizeialltag in einer englischen Stadt widerspiegelte und die ohne wilde Schießereien und permanente Verfolgungsjagden auskam, wie es in den heutigen Fernsehkrimis die Regel ist.

Die beiden „Helden“ Barlow und Watt erwiesen sich als so populär, dass man ihnen ab 1966 eine eigene Serie gab, die unter dem Titel „Softly, Softly“ lief, ab 1969 „Softly, Softly: Taskforce“ (hier ist ein Ausschnitt aus einer Episode aus dem Jahr 1975). Dabei wechselten die beiden Polizeibeamten mehrfach ihre Reviere und wurden natürlich auch befördert.

Ein weiteres Spin-Off folgte: In „Barlow at Large“ agierte dann Stratford Johns als Detective Chief Superintendent Barlow allein ohne seinen treuen Gefährten John Watt.

Ab März 1967 lief „Z Cars“, ohne Barlow/Watts, noch einige Jahre lang weiter.

Ich fand sowohl „Z Cars“ als auch die Spin-Offs sehr gelungen und sehr interessant. Leider gibt es keine der Serien auf DVD zu kaufen. Ich habe glücklicherweise noch ein Video mit drei Episoden, darunter auch die allererste vom 2. Januar 1962. Bild- und Tonqualität sind zwar nicht mehr so gut, aber dafür ist das Video eine Rarität.

Im deutschen Fernsehen wurden in den 1970er Jahren zahlreichen Folgen aus „Softly, Softly: Taskforce“ ausgestrahlt; hier eine Übersicht.

Hier ist eine komplette Folge aus dem Jahr 1964 zu sehen.

Eigenes Foto.

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Published in: on 25. April 2013 at 02:00  Comments (1)  
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The KLF – „What Time Is Love?“

This work has been released into the public domain by its author

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Der Name „Kopyright Liberation Front“ war etwas sperrig, so nannte man die britische Band kurzerhand The KLF, die in den 1980er Jahren von Bill Drummond und Jimmy Cauty gegründet wurde. Sie traten auch unter dem Namen The Justified Ancients of Mu Mu und The Timelords auf und was sie machten, wirkte alles recht skurril. So haben sie einmal auf der schottischen Insel Jura eine Million Pfund verbrannt, und auch ihre Musikvideos waren nicht „von der Stange“.

Nach ihrem ersten Nummer-Eins-Hit „Doctorin‘ the Tardis“ (als The Timelords) wurden sie 1990 international einem breiteren Publikum durch „What Time Is Love?“ bekannt. An das Musikvideo dazu möchte ich heute noch einmal erinnern. Es wurde in Wiltshire auf dem Woodborough Hill bei Alton Barnes auf dem Getreidefeld des Farmers David Reid gedreht, der dafür £350 erhielt. In dieser Region hat man schon zahlreiche mysteriöse Kornkreise vorgefunden und so wurde auch für das Video ein „Crop Circle“ in das Getreidefeld geschnitten und zwar in der Form des Logos der Band KLF: Eine Pyramide mit einem Ghettoblaster (s. Abbildung oben). Drummond und Cauty hatten sich schon immer für das Phänomen der Kornkreise interessiert, das sie „Landscape Art“ nannten und so bauten sie ein ganzes Musikvideo darauf auf, das hier zu sehen ist.

Hier sind einige Crop Circles am Woodborough Hill zu bewundern.

Woodborough Hill in Wiltshire. Hier wurde das KLF-Video gedreht.    © Copyright Andrew Smith

Woodborough Hill in Wiltshire. Hier wurde das KLF-Video gedreht.
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Published in: on 24. April 2013 at 02:00  Comments (2)  
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Vergessene Krimiautoren – Pamela Branch

Eigenes Foto.

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Lediglich vier Bücher hat Pamela Jean Branch geschrieben und damit in der Geschichte des englischen Kriminalromans keine allzu großen Spuren hinterlassen. Die 1902 im heutigen Sri Lanka (damals noch Ceylon) geborene Autorin schrieb diese vier Krimis in den 1950er Jahren, dann war Sendepause bis zu ihrem Tod im Jahr 1967.

Wie kann man Pamela Branchs Krimis am besten charakterisieren? Ich würde sagen: Skurril, schwarzhumorig, albern. Ich habe gerade noch einmal ihren Erstling „The wooden overcoat“ gelesen, der 1965 als „Leichen in Nachbars Garten“ in deutscher Übersetzung in der Reihe „rororo thriller“ erschien (und noch einige Male nachgedruckt wurde). Da wird der Leser mit kauzigen, skurrilen Typen konfrontiert wie den Mitgliedern eines Clubs, die alle aus Mangel an Beweisen von einer Mordanklage freigesprochen worden sind. Im Nebenhaus wohnen merkwürdige Künstler, die unter einer Rattenplage leiden und die überwiegend damit beschäftigt sind, Leichen loszuwerden, die sich in ihrem Haus häufen.

Auch Pamela Brachs zweites Buch „Lion in the cellar“ erschien in der Thriller-Reihe des Rowohlt Taschenbuch-Verlags in deutscher Übersetzung unter dem Titel „Onkel hängt am falschen Strick“ (1967). Das Szenario ist hier so ähnlich wie im Vorgängerband. Bei der Vorstellung der Hauptpersonen zu Beginn des Krimis heißt es z.B. „Sukie Channor – besucht ihre Familie  im Irrenhaus. Oder im Wachsfigurenkabinett“. Die beiden agierenden Kriminalbeamten Inspektor Stoner und Constable Chivvers „überführen einen richtigen Mörder des falschen Mordes“ usw. usw. Es geht auch hier wieder drunter und drüber.

Murder every Monday“ ist Branchs dritter Roman, auf Deutsch unter dem Titel „Mord jeden Montag“ als Goldmann Taschen-Krimi 1966 erschienen. Hier heißt es: „Die Hochschule für angehende Mörder floriert bestens. Interessenten aus aller Welt belegen Kurse – doch beim sechsundzwanzigsten Lehrgang geht etwas schief“. Einer der Kursteilnehmer verstößt gegen die Hausordnung, die da lautet: „Mord im Institut verstößt gegen die Hausordnung“.

Pamela Branchs vierter und letzter Krimi „Murder’s little sister“ (1959) wurde nie übersetzt und ist auch in keiner deutschen Bibliothek zu finden. Ich habe ihn mir einmal vor langer Zeit (als es noch nicht so einfach war wie jetzt, Bücher antiquarisch zu bekommen) über den internationalen  Leihverkehr der Bibliotheken aus der University Library of Cambridge besorgt. Darin geht es um Enid Marley, eine „agony aunt“, also eine „Kummerkastentante“ der Zeitschrift „You“, die ihren fremdgehenden Ehemann mit einem vorgetäuschten Selbstmordversuch zurückholen will. Natürlich geht das schief. Während Enids Abwesenheit übernimmt ein arbeitsloser Balletttänzer ihren Job bei der Zeitschrift und verursacht ein Chaos unter den hilfesuchenden Briefeschreibern.

Pamela Branch war eine reisefreudige Dame, die viel in der ganzen Welt unterwegs war. Wenn sie sich in ihrem Heimatland aufhielt, wohnte sie in London, meistens in Kensington. Sie starb mit nur 65 Jahren an Krebs.

Eine ausführliche Biografie findet sich auf der Webseite der Rue Morgue Press, einem amerikanischen Verlag, der in Colorado ansässig ist, und der sich auf den Nachdruck von klassischen Kriminalromanen spezialisiert hat. Alle vier der rabenschwarzen Krimis von Pamela Branch stehen dort im Programm.

Published in: on 23. April 2013 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Taxi Globe – Das Informationsblatt für Londoner Taxifahrer

Alle 14 Tage erscheint das Londoner Informationsblatt „Taxi Globe„, das die Cabbies der Hauptstadt über alles Wissenswerte in ihrem Gewerbe informiert und das kostenlos verteilt wird. Die Zielgruppe von über 23 000 lizensierten Fahrern wird in der Postille natürlich auch mit jeder Menge Werbung konfrontiert, denn irgendjemand muss die Produktionskosten ja tragen. Die werbenden Firmen kommen überwiegend aus der Zubehör- und Reparaturbranche, aber auch etwas artfremde Werbung findet sich z.B. in der jüngsten Ausgabe vom 10. April: Da buhlt der Secrets Nachtclub, dessen Spezialität „Table und Pole Dancing“ ist, um die Gunst der Taxifahrer und verspricht ihnen, dass sie, wenn sie Kunden zum Club bringen, als „Belohnung“ den Eintrittspreis ausgezahlt bekommen, den diese Gäste entrichten müssen, um die attraktiven jungen Damen an der Stange oder auf dem Tisch sehen zu können.

Kleine Meldungen füllen den „Taxi Globe“; so erfahren die Cabbies, dass am Geburtshaus von Harry Beck, der die Londoner U-Bahnkarte entworfen hat, in der Wesley Road in Leyton, jetzt eine blaue Plakette angebracht worden ist, um an diesen Mann zu erinnern. Da gibt es hin und wieder kurze Theaterkritiken und Hinweise auf neue Filme; als Taxifahrer in der Weltstadt London muss man eben rundum informiert sein.

Im Mittelpunkt des Blattes steht aber das wichtigste im Leben eines Cabbies: Das Taxi selbst. Darin verbringt er wahrscheinlich mehr Zeit als mit seiner Frau,und es soll Fahrer geben, die ihr Gefährt auch mehr lieben…

Neben dem „Taxi Globe“ existiert schon seit 1921 eine weitere Zeitschrift namens „The Cab Driver„, die auf die Informationsbedürfnisse der Taxifahrer eingeht und sich „The licenced taxi industry’s largest independent newspaper“ nennt.

Published in: on 22. April 2013 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Das Agatha Christie Festival 2013 an der Englischen Riviera

Torquay an der Englischen Riviera.    © Copyright Tom Jolliffe

Torquay an der Englischen Riviera.
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Einmal im Jahr treffen sich beim Agatha Christie Festival die Verehrer von Miss Marple und Hercule Poirot an der Englischen Riviera in Devon, d.h. in Torquay und Umgebung. Hier wurde die Queen of Crime am 15. September 1890 als Agatha Mary Clarissa Miller geboren und hier an der Lyme Bay wuchs sie auf.

Das diesjährige Festival findet vom 15. bis zum 22. September statt und in dieser Zeit wird man wieder zahlreichen als Miss Marple und Hercule Poirot verkleideten Fans in Torquay über den Weg laufen.
Was bekommt man denn nun in dieser Woche alles geboten? Hier sind einige Beispiele:

Einer der Höhepunkte ist wieder eine Aufführung der Agatha Christie Theatre Company im Princess Theatre in Torquay, die in diesem Jahr „Go Back For Murder“ spielt.

Sehr interesssant stelle ich mir auch den Lunch at Burgh Island vor, der in dem legendären Hotel angeboten wird, in dem Agatha Christie ihre beiden Romane „Evil Under the Sun” und “And Then There Were None“ schrieb. Zeitgenössische Kleidung wird ausdrücklich von den Teilnehmern erwünscht.

Im Grand Hotel in Torquay findet am 19. September das Literary Dinner statt, bei dem eine „Kollegin“ Agatha Christies anwesend sein wird: Die Krimiautorin Val McDermid.

Einen Tag später, ebenfalls im Grand Hotel, sind zwei weitere Krimiautoren zu Gast: Kate Mosse und Simon Brett, die darüber erzählen, inwieweit sie von der Queen of Crime beeinflusst worden sind.

Torquay ist Start der „Agatha Christie Evening Mystery Vintage Bus Tour„. Wer Oldtimerbusse nicht so mag, kann sich stattdessen an Bord der Fairmile begeben und mit diesem Schiff aus dem Zweiten Weltkrieg über die Torquay vorgelagerte Bucht fahren.

Die zahlreichen Hotels und B&Bs an der Englischen Riviera bieten in der Zeit des Festivals „Agatha Christie Breaks“ an, also Sonderangebote für Übernachtung, Frühstück und Abendessen.

Hier ist ein kleiner Vorgeschmack auf das Festival.

Der "Agatha-Christie-Oldtimerbus".    © Copyright Derek Harper

Der „Agatha-Christie-Oldtimerbus“.
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The Grand Hotel in Torquay.    © Copyright Lewis Clarke

The Grand Hotel in Torquay.
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Published in: on 21. April 2013 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Park Place bei Remenham (Berkshire) – Ein £140 Millionen-Haus, in dem schon die „Girls von St Trinian“ ihren Unfug trieben

Eine historische Aufnahme von Park Place. This image (or other media file) is in the public domain because its copyright has expired.

Eine historische Aufnahme von Park Place.
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Eines der teuersten Häuser, die jemals außerhalb von London verkauft wurden, steht vor den Toren von Henley-on-Thames bei Remenham: Park Place. Das riesige Haus mit einer Wohnfläche von über 2700 m2 wurde im Jahr 2011 für £140 Millionen von dem Russen Andrei Borodin gekauft.

Park Place wurde im 17. Jahrhundert erbaut und kann auf eine wechselhafte Geschichte zurückblicken. Zu den Besitzern des Hauses gehörten u.a. Frederick, Prince of Wales, der Vater von König Georg III, der erste Earl of Malmesbury und der Farbenfabrikant John Noble. Dann diente Park Place einige Jahre lang als Internat, wurde wieder verkauft und sollte als Country Club umgebaut werden, was aber nicht zugelassen wurde. Nachdem das beeindruckende Gebäude oberhalb der Themse eine Zeit lang leer stand, wurde es von einem Bauunternehmer gekauft, der über £100 Millionen in das Haus investiert haben soll und es dann an Andrei Borodin verkauft hat.

Zu Park Place gehören noch mehrere Cottages, ein Reitstall, ein Bootshaus an der Themse, zwei Golfplätze und riesige Parkanlagen; Mr. Borodin wird sich auf seinem Anwesen also sicher nicht langweilen.

Wer den Film „ St Trinian’s“ (dt. „Die Girls von St Trinian“) gesehen hat, der im Jahr 2007 gedreht wurde, erinnert sich vielleicht noch an das Schulgebäude, in dem das Internat für die aufsässigen junge Damen untergebracht war; das war Park Place. Davor fand z.B. das Hockeyspiel statt, das zwischen St Trinian’s und dem Cheltenham Ladies’s College ausgetragen wurde.

Das Bootshaus von Park Place an der Themse.    © Copyright Derek Harper

Das Bootshaus von Park Place an der Themse.
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Cricket-Krimis – Eine kleine Auswahl

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Cricket ist eine Sportart, deren Regeln mir wohl für immer verborgen bleiben werden. Oft habe ich in englischen Dörfern die Herren in Weiß spielen sehen, ohne zu verstehen, warum sie plötzlich losrennen, um dann wieder für eine ganze Weile still zu stehen oder sich für eine Tasse Tee zurückzuziehen. Cricket und englisches Dorfleben bilden eine Symbiose und beide eignen sich hervorragend, um sie in einen gemütlichen Krimi einzuarbeiten.

Natürlich gibt es auch in der TV-Serie „Midsomer Murders“ bzw. „Inspector Barnaby“ Episoden, in denen ein Cricketmatch im Mittelpunkt steht. In Folge 8 „Dead Man’s Eleven“ (dt. „Sport ist Mord„) dreht sich alles um ein Spiel zwischen Fletcher’s Cross und Midsomer Worthy und in Folge 69 „Secrets and Spies“ (dt. „Sportler und Spione„) übernimmt Tom Barnaby die Rolle des Schiedsrichters auf dem Cricketplatz von Midsomer Parva.

Es gibt eine Fülle englischer Kriminalromane, in denen Cricket mehr oder weniger im Vordergrund steht. Hier ist eine kleine Auswahl. Viele sind vergriffen, aber problemlos antiquarisch zu bekommen.

Michael Gilbert: The crack in the teacup (1966) = Der Business Mörder (1967) oder Schneller Mord ist doppelter Umsatz (1986)
Michael Gilbert: The night of the twelfth (1976) = Aus Liebe stirbt man nicht (1977)
J. J. Marric (das ist John Creasey): Gideon’s sport (1970) = Sieg, Platz, Tod (1977)
Nicolas Blake: A question of proof (1935)
Nancy Spain: Death before wicket (1946)
Adrian Alington: The amazing test match crime (1939)
John Creasey: A six for the Toff (1955)
Barbara Worsley-Gough: Alibi innings (1958)
Clifford Witting: A bullet for Rhino (1950)
Geoffrey Household: Fellow passenger (1955)
Denzil Batchelor: Test match murder (1936)
Hal Pink: The test match mystery (1941)
Ted Dexter & Clifford Makins: Testkill (1976)

Einen sehr guten Überblick über das Thema „Cricket im Krimi“ bietet ein Artikel, den Marvin Lachman 1975 für das US-Krimimagazin „The Armchair Detective“ schrieb: „A Yank looks at Cricket and the Mystery Story„.

Published in: on 19. April 2013 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Der „Schreiende Schädel“ von der Higher Farm in Chilton Cantelo (Somerset)

Higher Farm in Chilton Cantelo.    © Copyright Mike Searle

Higher Farm in Chilton Cantelo.
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Chilton Cantelo – Was für ein schöner Name für ein Dorf! Es liegt ziemlich einsam, nördlich von Yeovil in Somerset. Gegenüber der Parish Church of St James befindet sich die Higher Farm, ein Bauernhaus aus dem 17. Jahrhundert. Hier gab es einmal erhebliche Probleme mit einem „Screaming Skull„, einem schreienden Schädel, was für die Bewohner des Hauses damals mehr als unangenehm war.

Der Hintergrund: Ein gewisser Theophilus Brome kämpfte im Bürgerkrieg 1640-1649 gegen die Truppen Charles I, wurde dabei verletzt und flüchtete nach Chilton Cantelo, wo seine Schwester in dem Bauernhaus wohnte. Brome wurde wieder gesund und lebte unentdeckt weiter in dem Dorf, bis er 1670 starb. Damals kam es häufig vor, dass die Leichen der Menschen, die gegen die Monarchie gekämpft hatten, wieder ausgegraben wurden. Man schlug ihnen die Köpfe ab und stellte diese aus Rache zur Schau. Brome wollte das unbedingt vermeiden und bat seine Schwester, dass man nach seinem Tod seinen Kopf vom Rumpf abtrennen und ihn im Bauernhaus an sicherer Stelle verwahren sollte, was auch geschah. Spätere Bewohner des Hauses wollten den Schädel loswerden und begruben ihn außerhalb des Hauses… und dann brach die Hölle los. Man kam nicht mehr zur Ruhe, denn entsetzliche Schreie hallten durch das Bauernhaus, begleitet von übernatürlichen Erscheinungen. Die genervten Hausbewohner buddelten den Schädel schnell wieder aus und brachten ihn ins Haus zurück. Und es kehrte wieder Ruhe in die Higher Farm ein, das heißt…merkwürdige Phänomene soll es dort immer noch geben wie unerklärliche Schritte, Dinge verschwinden und tauchen an anderen Orten wieder auf usw. usw.
Der Screaming Skull ist heute sicher in einem Schrank verschlossen und niemand würde ihn je wieder nach draußen bringen. Das Grab von Theophilus Brome findet man übrigens im nördlichen Querschiff der gegenüberliegenden Kirche.

Das Phänomen der Schreienden Schädel ist nicht auf Chilton Cantelo beschränkt; im ganzen Land gibt es weitere Berichte darüber wie z.B. im Bettiscombe Manor in Dorset, in Burton Agnes Hall in Yorkshire und in Wardley Hall (Greater Manchester). 1958 wurde ein Film mit dem Titel „The Screaming Skull“ (dt. „Das Geheimnis des schreienden Schädels“) gedreht, der allerdings nichts mit den Vorfällen in Chilton Cantelo zu tun hat. Hier ist der Trailer.

Jeder, der möchte, kann sich selbst einmal ein Bild von der Higher Farm machen, denn es werden hier ganzjährig zwei Zimmer im Haus (£70.00 pro Nacht) vermietet.

St James in Chilton Cantelo.    © Copyright Miss Steel

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Published in: on 18. April 2013 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Die Dartmoor Brewery in Princetown (Devon) – Hier wird das berühmte Jail Ale gebraut

   © Copyright David Smith

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Princetown, mitten im Dartmoor gelegen, beherbergt das noch immer berühmt-berüchtigte Dartmoor Prison, in dem einst Schwerverbrecher einsaßen, das heute aber zur Kategorie C zählt („Those who cannot be trusted in open conditions but who are unlikely to try to escape“). Ich berichtete in meinem Blog schon einmal darüber.

Princetown habe ich als ziemlich graue Stadt erlebt, vielleicht lag das aber auch an dem trüben Wetter und bei Sonnenschein mag das alles freundlicher aussehen, doch das den Ort beherrschende Gefängnis trägt nicht gerade zu einer positiven Stimmung bei.

Es gibt aber auch Erfreuliches über den Ort zu berichten, z.B. dass hier Englands höchstgelegene Brauerei zu finden ist, die von sich selbstbewusst behauptet, auch die Beste im ganzen Land zu sein: Die Dartmoor Brewery. Seit 1994 wird hier gebraut; der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten und so zog man 2005 in ein neues Gebäude an der Station Road, dessen Braueinrichtung in Deutschland angefertigt wurde.

Wie sollte man sein Bier nun nennen, hier oben im Dartmoor? Natürlich, das Gefängnis wurde zum  Namensgeber des bekanntesten Bieres aus der Brauerei: Jail Ale. „This is a full bodied mid-brown beer with a well rounded flavour and a sweet Moorish aftertaste“, so die Beschreibung des Bieres, das mehrfach mit Auszeichnungen versehen worden ist.

Weitere Sorten aus der Dartmoor Brewery:
Legend – The West Country’s finest traditional cask ale („The combination of cool pure Dartmoor Water, the finest Devon Grown Malted Barley and the best of English Hops has created a classic cask conditioned beer smooth full flavoured and balanced with a delicious crispy malt fruit finish“)

Dartmoor IPA (IPA steht für India Pale Ale) –  „This is a highly drinkable amber coloured beer. It has a deliciously smooth thirst quenching taste and subtle hop aroma.“

Three Hares („Ale that is made with Heather Honey sourced only from the Moor. This produces delicious golden brown ale with a rich spicy taste of Dartmoor heather honey and a hint of apricots“).

Hoffen wir, dass die Brauerei unabhängig und im Familienbesitz bleibt und nicht von einem der großen Konzerne aufgekauft wird.

Hier ist ein Werbespot für das Jail Ale und hier ein Biertasting.

Dartmoor Brewery Ltd
Station Road
Princetown
Devon
PL20 6QX
Tel. 01822 890789

Published in: on 17. April 2013 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Die Lodore Falls in Cumbria und der Dichter Robert Southey

   © Copyright Tony Beattie

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Am Südufer des Sees Derwent Water im Lake District in Cumbria steht das schön gelegene Lodore Falls Hotel. Von hier aus gelangt man zu den Lodore Falls, wo sich der kleine Fluss Watendlath Beck 30 Meter tief als Wasserfall eine Schlucht hinunterstürzt, bevor er im Derwent Water mündet. Wenn es hier oben im Nordwesten Englands stark geregnet hat, was ziemlich oft vorkommt, kann aus dem Flüsschen schon einmal ein reißender Fluss werden und die Lodore Falls entwickeln sich zu einem beeindruckenden Naturschauspiel.

Robert Southey (1774-1843), neben William Wordsworth und Samuel Taylor Coleridge einer der sogenannten Lake Poets, hat sich dieses Wasserfalls 1820 in einem Gedicht angenommen, das er „The Cataract of Lodore“ nannte, ein Musterbeispiel für die Onomatopoesie, so lautet die Bezeichnung für ein lautmalendes Gedicht oder wie es die Wikipedia exakt beschreibt: „die Nachahmung eines Naturlautes oder eines sonstigen außersprachlichen akustischen Phänomens durch die klanglich als ähnlich empfundene Lautgestalt eines sprachlichen Ausdrucks“.

„How does the Water
Come down at Lodore?‘
My little boy ask’d me
Thus, once on a time;
And moreover he task’d me
To tell him in rhyme.“

So beginnt Southeys Gedicht, das immer mehr Fahrt aufnimmt, um sich dann wie ein herabstürzender Wasserfall zu gebärden:

„Sinking and creeping,
Swelling and sweeping,
Showering and springing,
Flying and flinging,
Writhing and ringing,
Eddying and whisking,
Spouting and frisking,
Turning and twisting,
Around and around
With endless rebound!“

So geht es noch lange weiter bis das Gedicht mit den Worten endet:

„All at once and all o’er, with a mighty uproar,
And this way the Water comes down at Lodore.“

Das ist sicher eines von Robert Southeys Meisterwerken, und er muss sich lange an den Lodore Falls aufgehalten haben, um diesen Klangteppich eines Wasserfalls in ein Gedicht zu verweben.

Hier ist der vollständige Text und hier wird das Gedicht vorgetragen.

Wie die Lodore Falls in „Hochform“ aussehen, zeigt dieser kurze Film.

Robert Southey. This work is in the public domain.

Robert Southey.
This work is in the public domain.

Published in: on 16. April 2013 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Brights of Nettlebed – Englische Möbel vom Feinsten

Bright's of Nettlebed in der High Street.   © Copyright Bill Nicholls

Bright’s of Nettlebed in der High Street.
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Über das Dorf Nettlebed, zwischen Wallingford und Henley-on-Thames an der A4130 gelegen, schrieb ich in meinem Blog schon einmal in Zusammenhang mit meiner Inspector-Barnaby -Spurensuche. Ich suchte dort The White Hart in der High Street auf, der in der Folge 33 „The Maid in Splendour“ (dt. „Tod im Liebesnest“), allerdings nur ganz kurz am Ende des Films zu sehen ist, und nahm hier meinen Lunch zu mir.

Ein paar Schritte weiter an der High Street liegen die Verkaufsräume einer alteingesessenen Möbelfirma, „Brights of Nettlebed„, empfehlenswert für jeden, der sich für englische Möbel interessiert. Vor 40 Jahren wurde der erste Verkaufsraum in einer ehemaligen Bäckerei eröffnet, dann kaufte man die angrenzenden Gebäude, in denen sich eine Schlachterei und eine Lebensmittelhandlung befanden, mit dazu, so dass eine Ausstellungsfläche von über 1100 m2 entstanden ist.

Brights of Nettlebed haben eine große Auswahl an traditionellen englischen Möbeln, stellen aber auf Wunsch jedes beliebige Stück in ihren Werkstätten her. „Antique style reproduction furniture“ ist die Spezialität der Firma, die man sich in 36 einzelnen Räumen ansehen kann.

Wer sich z.B. ein Himmelbett zulegen möchte, der wird bei Bright’s fündig. Hier gibt es ein Althorp Four Poster Bed zum Preis von (zurzeit) £7,835; man muss schon recht tief in die Tasche greifen, wenn man hier einkaufen möchte, bekommt dafür allerdings auch eine tadellose Qualität.
Das Prunkstück unter den Esstischen ist ein Mahagonitisch für £16,885; ein Bücherschrank für die wertvollen Folianten des Hauses wird für £19,500 angeboten und die Reproduktion eines Sideboards aus dem 17. Jahrhundert für £5,500.

Die Möbel aus dem Hause Bright’s of Nettlebed eignen sich ideal für Schlösser und Herrenhäuser, wirken aber sicher in einer „Normalwohnung“ etwas deplatziert.

Außer in Nettlebed unterhält Bright’s noch Filialen in der Londoner King’s Road, in Topsham (Devon) und in Wimborne (Dorset).

Bright’s of Nettlebed
Kingston House
High Street
Nettlebed, Henley-on-Thames RG9 5DD
Tel 01491 641115

Ich liebe englische Möbel. Dieses Sofa habe ich allerdings nicht in Nettlebed gekauft; es stammt aus Glossop in Derbyshire.

Ich liebe englische Möbel. Dieses Sofa habe ich allerdings nicht in Nettlebed gekauft; es stammt aus Glossop in Derbyshire.

Published in: on 15. April 2013 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Margaret Thatcher, die Eiserne Lady, und die britischen Charts im April 2013

Auch nach ihrem Tod spaltet die ehemalige Premierministerin Margaret Thatcher die britische Gesellschaft. Die Verehrer der Eisernen Lady überlegen schon wie man sie am besten ehren kann, z.B. mit einem Denkmal auf dem Londoner Trafalgar Square (auf dem vierten, meist leerstehenden Sockel). Die zahlreichen erbitterten Gegner fanden sich nach ihrem Ableben spontan zu Freudenfesten zusammen. Und dann erinnerte sich irgendjemand an einen uralten Judy Garland-Song aus dem Film „The Wizard of Oz“ (dt. „Der Zauberer von Oz“), der 1939 gedreht worden war. „Ding! Dong! The Witch is Dead“ heißt dieses Lied und es scheint sich optimal als Partysong für Margaret Thatcher-Hasser zu eignen. Ja, jetzt steht Judy Garland, die 1969 in London starb, damit sogar in den britischen Charts. Bei itunes liegt das Lied in dieser Woche bereits auf Platz 5.

Im Kielwasser des Originals mit Judy Garland hielten gleich noch zwei Coverversionen Einzug in die Charts, einmal mit Ella Fitzgerald aus dem Jahr 1961 und einmal mit den Munchkins.

Ein weiterer Anti-Thatcher-Song hat diese Woche die britischen Charts geentert, Elvis CostellosTramp the Dirt Down“ aus dem Jahr 1989, in dem diese Textzeilen zu finden sind:

„When England was the whore of the world
Margaret was her madam
And the future looked as bright and as clear as
The black tarmacadam
Well I hope that she sleeps well at night, isnt
Haunted by every tiny detail
Cos when she held that lovely face in her hands
All she thought of was betrayal…

I never thought for a moment that human life
could be so cheap
‚Cos when they finally put you in the ground
They’ll stand there laughing and tramp the
dirt down“.

Doch damit nicht genug. Es gibt noch eine Menge weiterer Songs, in denen britische Bands ihre Wut auf die Iron Lady manifestiert haben. Hier einige Beispiele:

Morrissey: Margaret On The Guillotine
The English Beat: Stand Down Margaret
The The: Heartland
Crass: Margaret Thatcher How Does It Feel To Be The Mother Of A Thousand Dead
– The Exploited: Maggie You Cunt

Ein Stern geht wieder auf: Judy Garland in den britischen Charts im April 2013. This work is released into the public domain by its copyright holder.

Ein Stern geht wieder auf: Judy Garland in den britischen Charts im April 2013.
This work is released into the public domain by its copyright holder.

Published in: on 14. April 2013 at 02:00  Comments (1)  
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Kingston-upon-Hull und seine Telefonzellen

Eine cremefarbene Telefonzelle in Hull.   © Copyright Ian S

Eine cremefarbene Telefonzelle in Hull.
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Eine schöne Frage bei den so beliebten abendlichen Pub-Quizzes wäre. „Wie heißt die einzige Stadt in Großbritannien, in der es nie rote Telefonzellen gab?“
Ob die Frage wohl beantwortet würde? Die Auflösung lautet: Kingston-upon-Hull im äußersten Osten von Yorkshire, am River Humber gelegen.

Hull, so die gebräuchliche Kurzform der Stadt, führte schon immer ein Eigenleben, liegt sie doch ziemlich weit ab von allen anderen Städten des Landes. Von der deutschen Luftwaffe im Zweiten Weltkrieg bombardiert, wurde Hull stark in Mitleidenschaft gezogen, und auch der Wiederaufbau gestaltete sich nicht optimal. Man kämpfte viele Jahre gegen ein gewisses „Schmuddelimage“ an, das der Stadt anhaftete, hat aber große Anstrengungen unternommen, um das zu ändern.

Hull ist die einzige Stadt in Großbritannien, die seit 1902 ein eigenes, unabhängiges Telefonsystem hat, das heute von der Firma KC (Kingston Communications) betrieben wird. Die typischen, früher im ganzen Land zu findenden roten Telefonzellen gab es hier nicht. Optisch sehen die Telefonzellen in Hull zwar so ähnlich aus, sind aber cremefarben und haben auch keine Krone über der Tür.
Mittlerweile sind die roten, von Sir Giles Gilbert Scott entworfenen Telefonhäuschen nicht mehr so oft in England zu finden, sie wurden durch modernere, K7, K8 und jetzt KX100 genannte ersetzt.

Die Firma KC wollte die meisten der Telefonzellen in Hull abbauen, da die Nutzung im Zeitalter der Mobiltelefone nachgelassen hatte, stieß dabei aber auf Widerstand in der Bevölkerung, die sich davon nicht trennen mochte. Rund 125 von diesen K6-Boxen sind noch im Stadtgebiet aufgestellt; etwa 1000 wurden an Interessenten verkauft.

In Hull gibt es seit August 2012 sogar eine goldfarbene Telefonzelle. Zu Ehren der britischen Goldmedaillengewinner bei den Olympischen Spielen in London wurde von der Royal Mail in deren Heimatorten jeweils ein Briefkasten in goldener Farbe angemalt (ich berichtete in meinem Blog darüber). In Hull ehrte man Luke Campbell, der die Goldmedaille im Boxen im Bantamgewicht gewann, mit einer seiner Medaille entsprechenden K6-Box, die auf dem Market Place steht.

Die goldene Telefonzelle am Market Place in Hull.   © Copyright Ian S

Die goldene Telefonzelle am Market Place in Hull.
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Published in: on 13. April 2013 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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The Ricardian Bulletin – Die Vereinszeitschrift der Richard III Society

Eigenes Foto.

Eigenes Foto.

Schon in der Anfangszeit meines Blogs schrieb ich einmal über die britische Richard III Society und ihre zahlreichen Mitglieder in der ganzen Welt. Es ist schon erstaunlich, dass es noch immer so viele Menschen gibt, die sich für einen Monarchen interessieren, der 1485 in der Schlacht von Bosworth ums Leben kam. Da man im vorigen Jahr Richards sterbliche Überreste unter einem Parkplatz in Leicester fand und mit Hilfe der DNA-Analyse tatsächlich feststellen konnte, dass es sich um sein Skelett handelt, gibt es natürlich in der Gesellschaft jetzt noch mehr Gesprächsstoff, wie man auf der Homepage und in der Vereinszeitschrift „Ricardian Bulletin“ sehen kann.

Das „Ricardian Bulletin: Magazine of the Richard III Society“ erscheint viermal jährlich, und da meine Frau seit vielen Jahren Mitglied der Gesellschaft ist, liegt das Magazin immer pünktlich in unserem Briefkasten. „Every issue includes topical news and features about the work of the Society and other items of interest which have relevance to Richard III and his times, including media coverage„, so die Selbstdarstellung des Bulletins. Ich hätte es nie für möglich gehalten, dass es immer noch genug Stoff über Richard III und seine Zeit gibt, dass man damit viermal im Jahr 64 Seiten füllen kann.

In der Märzausgabe 2013 stehen selbstverständlich die sogenannten Greyfriars Excavations, oder auch Leicester Digs genannt, im Mittelpunkt der Berichterstattung, also die Ausgrabungen des Skeletts. Die ersten Farbfotos über die Rekonstruktion von Richards Gesicht, die anhand des Schädels vorgenommen worden sind, werden abgedruckt und es gibt ein psychologisches Porträt des Königs.

Im Vereinsteil informiert das Bulletin über Veranstaltungen und Vorträge der „Muttergesellschaft“ und der einzelnen Branches. Hier einige Beispiele:

– Am 2. März gab es in der Universität von Leicester eine Konferenz mit dem Titel „The Greyfriars Dig: A new Richard III?“
– Vom 12. bis zum 14. April findet in York eine Veranstaltung mit dem Titel „Richard III: his Friends and Foes in the North“ statt.
– Vom 12. bis zum 14. Juli gibt es die Australasian Convention in Sydney, die die New South Wales Branch in Australien durchführt, und die den Titel „‚Richard III: the Man behind the Myth“ trägt.
– Am 5. Oktober ist die Jahreshauptversammlung in London.

Anlässlich der Ausgrabungen in Leicester erschien im Februar eine Sonderausgabe des Ricardian Bulletin mit näheren Informationen über die Funde.

Neben dem Bulletin erhalten die Mitglieder der Gesellschaft auch noch jährlich eine Ausgabe des „The Ricardian: Journal of the Richard III Society„, ein „academic journal of the Richard III Society and it contains articles, based on original research, on topics relating to Richard III, his life and times, and on late medieval history and culture„.

Eigenes Foto.

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Published in: on 12. April 2013 at 02:00  Comments (4)  
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Wallace Hartley – Ein Mann, der in seiner Heimatstadt Colne (Lancashire) auch nach über 100 Jahren noch immer verehrt wird

Das Denkmal Hartleys an der Albert Road.   © Copyright Steve Houldsworth

Das Denkmal Hartleys an der Albert Road.
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„Wallace Hartley – Bandmaster of the R.M.S.  Titanic who perished in the foundering of that vessel April 15, 1912 – Erected by voluntary contributions to commemorate the heroism of a native of this town“, so lautet die Inschrift auf einem Denkmal, das die Gemeinde Colne in Lancashire einem Sohn der Stadt gesetzt hat, der vor über hundert Jahren einmal sehr viel Mut gezeigt hat, dessen Name aber außerhalb von Colne nicht sehr bekannt ist.

This UK artistic work, of which the author is unknown and cannot be ascertained by reasonable enquiry, is in the public domain

This UK artistic work, of which the author is unknown and cannot be ascertained by reasonable enquiry, is in the public domain

Wallace Hartley, der am 2. Juni 1878 hier in Lancashire geboren wurde, war der Leiter der Musikkapelle, deren Aufgabe es war, 1912 auf der Jungfernfahrt der Titanic von Southampton nach New York, die Gäste zu unterhalten. Jeder kennt die Geschichte von dem heroischen Verhalten der achtköpfigen Band, die auch nach der Kollision des Schiffs mit einem Eisberg, als die meisten Passagiere bereits von Bord waren, bis zuletzt auf ihrem Posten ausharrten und weiterspielten. Keiner von ihnen überlebte. Bis heute ist unklar geblieben, welches Lied die Kapelle unter der Leitung von Wallace Hartley als letztes spielte. Überlebende der Katastrophe sprachen sowohl von „Nearer, my God, to Thee“ als auch von „Song d’Automne„.

Erst nach zwei Wochen fischte man die Leiche Wallace Hartleys aus dem kalten Atlantik. Man brachte ihn am 12. Mai mit dem Schiff „Arabic“ nach Liverpool, von wo aus er seine letzte Reise mit einem von Pferden gezogenen Leichenwagen in seinen Heimatort Colne antrat. Am 18. Mai fanden die Trauerfeierlichkeiten unter großer Anteilnahme der Bevölkerung statt (man sprach von mehr als 30 000 Teilnehmern) und man beerdigte Hartley auf dem Friedhof der Bethel Independent Methodist Church. Eine Kapelle spielte dazu die Hymne „Nearer, my God, to Thee“, deren Noten und Anfangszeilen, zusammen mit einer Violine, auf Hartleys Grabmal angebracht sind.

Drei Jahre später errichtete man ihm an der Hauptstraße von Colne, der Albert Road, ein Denkmal mit seiner Büste und der anfangs zitierten Inschrift.
In der Church Street gibt es einen Pub namens „The Wallace Hartley„.

Hier ist die Hymne „Nearer, my God, to Thee“ in einem Ausschnitt aus dem Film „Titanic“.

Das Buch zum Artikel:
Steve Turner: The Band That Played On – The Extraordinary Story of the 8 Musicians Who Went Down with the Titanic. Thomas Nelson Publishers 2011. 272 Seiten. ISBN 978-1595552198.

The Wallace Hartley Pub in Colne.   © Copyright robert wade

The Wallace Hartley Pub in Colne.
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Die Sharpham Vineyards bei Totnes (Devon)

Das Sharpham House und die Weinberge.   © Copyright David Hawgood

Das Sharpham House und die Weinberge.
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Von Totnes in Devon sind es nur wenige Kilometer bis zu den Sharpham Vineyards, am River Dart gelegen und überragt vom Sharpham House. Seit 20 Jahren wird auf dem Gelände des Sharpham Estates schon Wein angebaut, der mittlerweile mehrfach ausgezeichnet worden ist und über einen guten Ruf verfügt.

Sehr beliebt sind die Touren durch die Weinberge. Das beginnt bei der einfachen Tour ohne Weinprobe, bei der man sich ohne Führung das Gelände ansehen kann und endet mit The Sharpham Wine Experience, die stolze £65 kostet, die dafür aber auch einiges bietet wie u.a.: Ein Glas Sekt bei der Ankunft, Besuch des Sharpham House, eine geführte Tour durch die Weinberge, eine Weinprobe und ein Mittagessen.

Angebaut werden hier mehrere Traubensorten wie Dornfelder, Pinot Noir und die weniger bekannten Phoenix und Madeleine Angevine. Wein und Sekt aus Devon? Der ist bestimmt sauer und taugt nicht viel, werden sicher viele Deutsche sagen, die die Weine aus England noch nie probiert haben. Aber weit gefehlt: Englische Weine, und auch gerade englischer Sekt, befinden sich seit Jahren auf einem Höhenflug und heimsen immer mehr Preise bei internationalen Weinverkostungen ein. So wurde der Sharpham Sparkling Reserve NV mehrfach ausgezeichnet, der allerdings auch vom Preis her mit £29.95 im Bereich der Champagner liegt.
Zwei Rosés sind im Programm:Der Sharpham Rosé und der Sharpham Whole Berry Rosé. Von den vier Weißweinen werden zwei zu 100% aus Madeleine Angevine-Trauben hergestellt: Der Sharpham Estate Selection Dry und der Sharpham New Release 2012. Das Flaggschiff unter den Rotweinen ist der Sharpham Pinot Noir & Précoce zu £22.50. Wir haben es hier also beileibe nicht mit Billigweinen zu tun.

Da zu Wein natürlich Käse optimal passt, hat man neben den Wein-Produktionsanlagen gleich noch eine Käserei gebaut, deren Erzeugnisse international und national ebenfalls mit Preisen ausgezeichnet wurden. Sharpham Rustic Chives and Garlic, Sharpham Elmhirst und Sharpham Ticklemore Goat sind einige der hier produzierten Käse.

Das angeschlossene The Vineyard Café mit Blick auf den River Dart wurde übrigens 2011 vom The Good Food Guide mit dem Preis „Best Alfresco Restaurant“ ausgezeichnet. Geöffnet wird es wieder ab dem 1.Mai 2013. Die Weine und den Käse kann man natürlich direkt im Shop der Sharpham Vineyards kaufen.

Sharpham Estate
Ashprington
Totnes, Devon TQ9 7UT
Tel. 01803 732203

Die Weinberge und der River Dart.   © Copyright Simon Palmer

Die Weinberge und der River Dart.
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Published in: on 10. April 2013 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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The Bear Hotel in Woodstock (Oxfordshire)

   © Copyright Steve Daniels

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Wenn man den Namen Woodstock hört, denkt man auch gleichzeitig (nein, nicht an das Festival von 1969, das war im US-Bundesstaat New York) an den Blenheim Palace, den Geburtsort Sir Winston Churchills, einen riesigen Palast mit genauso riesigen Parkanlangen. Die meisten Touristen, die nach Woodstock kommen, sind auch in erster Linie wegen dieses sehenswerten Hauses hier. Wenn die ganzen Menschenmassen am späten Nachmittag wieder abgezogen sind, wird es ruhiger in der kleinen Stadt, und der Charme des Ortes, der 12 km nördlich von Oxford liegt, offenbart sich wieder.

Als Übernachtungsmöglichkeit bietet sich in erster Linie The Bear Hotel in der Park Street an, eine alte Postkutschenstation aus dem 13. Jahrhundert. Das Haus gehört zu den Macdonald Hotels (ich berichtete bereits über The Compleat Angler in Marlow und über The Randolph in Oxford, die auch zu der Gruppe gehören). Das efeuumrankte Hotel ist etwas für Romantiker: Hier gibt es große offene Kamine, uralte Eichenholzbalken, Zimmer mit Himmelbetten… und natürlich Hausgeister, wie sollte es in in so einem alten Haus auch anders ein. Ja, The Bear wird sogar als eines der „most haunted hotels“ in ganz Großbritannien genannt.

54 Zimmer gibt es im Haus, vom einfachen Classic Room bis zu den großen Suiten. Die Preise liegen etwa zwischen £130 und £230 ohne Frühstück. Das Restaurant heißt The Silk Glove, hat zwei AA-Rosetten und bietet klassische englische Küche. Am Herd steht Küchenchef Matthew Weedon, der sich schon im Lords of the Manor Hotel in Upper Slaughter in den Cotswolds einen Michelin-Stern erkochte.

Zahlreiche Prominente sind in The Bear abgestiegen, darunter die ehemaligen Premierminister Edward Heath und Harold Wilson und die Schauspieler Elizabeth Taylor und Richard Burton, die sich in den 1960er Jahren in der Marlborough Suite vergnügten, die man auch heute noch buchen kann.

The Bear Hotel
Park Street
Woodstock
OX20 ISZ
Tel. 0844 879 9143

Beckford Silk – Ein Seidenwarenhersteller in Worcestershire

Beckford Silk in Worcestershire.   © Copyright nick macneill

Beckford Silk in Worcestershire.
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Beckford ist ein kleines Dorf in Worcestershire, an der A46 gelegen, die von Evesham nach Tewkesbury führt. Am Ortsrand liegt die Firma Beckford Silk, die hier seit 1975 Seidenwaren aller Art herstellt und in einem angeschlossenen Shop auch verkauft. Ich habe den Laden einmal besucht und fand das Angebot sehr interessant; die weibliche Kundschaft überwiegt in dem Laden, denn Frauen haben wohl einen ausgeprägteren Nerv für Seidentücher und Seidenblusen. Aber es gibt hier auch ein reichhaltiges Angebot an Seidenkrawatten.

Beckford Silk hat namhafte Auftraggeber im ganzen Land; so arbeitete man z.B. schon für das Londoner Victoria & Albert Museum, die Bodleian Library in Oxford, das  British Museum und das House of Commons.
Nach vorheriger Anmeldung können Besuchergruppen sich den Herstellungsprozess in den Werkstätten ansehen; im kleinen Two Jay’s Café kann man sich nach dem Einkauf mit Getränken und Snacks stärken.

Hier ist ein kleiner Film über Beckford Silk.

Im benachbarten Ort Conderton gab es einmal ein weiteres kleines Seidenstudio, das von Elaine Rippon betrieben wurde und in dem ich mich vor einigen Jahren mit Seidenkrawatten (und meine Frau mit Halstüchern) eindeckte. Leider gibt es das nicht mehr; auch die Filiale in Broadway in den Cotswolds ist geschlossen worden. Meine Ermittlungen in der Region über den Verbleib von Elaine Rippon führten zu keinem Ergebnis und auch die Internetrecherchen nicht. Sie scheint wie vom Erdboden verschluckt zu sein. Schade!

Beckford Silk Limited
Beckford
Nr Tewksbury
Gloucestershire
GL20 7AU
Tel. 01386 881507

Hier sind einige meiner Elaine Rippon-Krawatten:

Eigenes Foto.

Eigenes Foto.

Eigenes Foto.

Eigenes Foto.

Published in: on 8. April 2013 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Englische Premierminister und ihre Häuser – Sir Edward Heath und Arundells in Salisbury (Wiltshire)

   © Copyright Roy Hughes

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Knapp vier Jahre lang war Sir Edward Heath (1916-2005) Premierminister Großbritanniens, von 1970 bis 1974; anschließend war er noch bis zum Jahr 2001 Mitglied des Parlaments, dann zog er sich aus dem politischen Leben zurück.

1985 verlegte Sir Edward seinen Wohnsitz nach Salisbury in Wiltshire und kaufte sich Arundells, ein Haus aus dem 13. Jahrhundert, das auf dem Gelände der Kathedrale steht. Der Ex-Premier renovierte das alte Gebäude, das schon einmal kurz vor dem Abriss stand, und wohnte darin bis zu seinem Tode am 17. Juli 2005. Er war Zeit seines Lebens ein begeisterter Segler gewesen und widmete sich nach seinem Leben in der Politik als Dirigent von Sinfonieorchestern der klassischen Musik; so entstand nach und nach eine Sammlung von musikalischen Gegenständen und Erinnerungen an seine Seglerzeit, die er alle, zusammen mit einer umfangreichen Gemäldesammlung, in Arundells unterbrachte. Sir Edward Heath verfügte in seinem Testament, dass nach seinem Tod das Haus der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden sollte und übergab es in die Hände der  Sir Edward Heath Charitable Foundation.

In den fünf Jahren nach der Eröffnung nahm allerdings die Beliebtheit Arundells bei den Besuchern, die sich bei geführten Touren die Schätze des Hauses ansehen konnten, immer mehr ab, so dass es am 29. Oktober 2012 geschlossen wurde. Die erforderlichen Einnahmen von geschätzt £150,000 pro Jahr waren bei weitem nicht vorhanden, um Arundells weiter am Leben zu halten, woraufhin die Verwalter der Stiftung das Haus verkaufen und die Sammlung unter den Hammer bringen wollten. Diese Pläne stießen aber auf erbitterten Widerstand der Friends of Arundells. Dieser Zusammenschluss von Unterstützern des alten Hauses hat sich zum Ziel gesetzt „to ensure that Arundells is safe, sound and successful for future generations to enjoy“.

Die Friends entwickelten einen Plan wie man Arundells wieder der Öffentlichkeit zur Verfügung stellen und wie sich das Haus selbst finanzieren kann. Ob diese neuen Pläne greifen werden und ob sich die Friends of Arundells gegen die Stiftungsverwalter durchsetzen können, wird die Zukunft zeigen. Im Augenblick ist eine Besichtigung jedenfalls nicht möglich.

Sir Edward Heath hat seine letzte Ruhestätte nur wenige Schritte von seinem Wohnsitz in der Kathedrale von Salisbury gefunden. Unter einem Gedenkstein findet sich dort die Urne mit seiner Asche.

Hier ist ein Nachruf der BBC anlässlich des Todes von Sir Edward Heath.

The Sir Edward Heath Charitable Foundation
Arundells
59 Cathedral Close
Salisbury, SP1 2EN

Gedenkstein in der Salisbury Cathedral.Author: dannysullivan. This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 2.0 Generic license.

Gedenkstein in der Salisbury Cathedral.
Author: dannysullivan. This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 2.0 Generic license.

John „Babbacombe“ Lee – The Man They Couldn’t Hang

The Cary Arms Hotel in Babbacombe (Devon). Unterhalb des Hotels stand das "Mordhaus" The Glen.   © Copyright Chris Downer

The Cary Arms Hotel in Babbacombe (Devon). Unterhalb des Hotels stand das „Mordhaus“ The Glen.
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John Lee (hier ein Foto), auch als John „Babbacombe“ Lee, bekannt, ging in die englische Kriminalgeschichte als „The Man They Couldn’t Hang“ ein, denn dreimal versuchte der Henker am 23. Februar 1885 den Mann per Seil hinzurichten – ohne Erfolg; jedes Mal versagte die Klappe auf der Lee stand ihren Dienst.

Doch zuerst zur Vorgeschichte: Am 15. November 1884 wurde Emma Keyse in ihrem Haus The Glen an der Babbacombe Bay bei Torquay in Devon tot aufgefunden. Man hatte ihr die Kehle durchgeschnitten und den Kopf eingeschlagen. Emma Keyse war eine wohlhabende ältere Dame, die es sich leisten konnte, Dienstpersonal zu halten. Einer ihrer Diener, eben jener John Lee, der schon einmal wegen Diebstahls inhaftiert war, wurde als Mörder festgenommen, obwohl die Beweislage sehr dürftig war. Man vermutete, dass er wütend auf seine Arbeitgeberin war, weil sie ihm seinen ohnehin schon kargen Lohn noch mehr kürzen wollte.

Lee, der immer wieder seine Unschuld beteuerte,  wurde zum Tode durch den Strang im Gefängnis von Exeter verurteilt. Und dann geschah das Unglaubliche: James Berry, der Henker testete jedesmal die Funktionsfähigkeit der Klappe, bevor sich Lee mit dem Seil um den Hals daraufstellte, und jedesmal verlief alles einwandfrei. Aber immer, wenn die Todesstrafe vollstreckt werden sollte, klemmte die Klappe – John „Babbacombe“ Lee ließ sich einfach nicht aufhängen. Der mutmaßliche Mörder wurde wieder in seine Zelle zurückgebracht und das Todesurteil in eine Gefängnisstrafe umgewandelt.

Nach 22 Jahren wurde Lee entlassen. Er wanderte in die USA aus, wo er 1933 auf „natürliche Weise“ starb. Sein Grabstein ist auf dem Forest Home Cemetery in Milwaukee (Wisconsin) zu finden… Das ist aber nur eine Variante über Lees weiteres Leben nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis. Es gibt auch die Variante, dass er nach London zog und dort den „Blitz“, also die deutschen Luftangriffe, überlebte. War Lee wirklich ein Mörder, wo und wann starb er wirklich? Es ist wenig wahrscheinlich, dass man das jemals herausbekommen wird.

Wie nicht anders zu erwarten, nutzte man diese ungewöhnliche Geschichte, um daraus Filme, Bücher und Musik zu machen. Hier einige Beispiele:

– Die englische Folkrock-Gruppe Fairport Convention wandelte 1971 John Lees Schicksal in ein Konzeptalbum mit dem Titel „Babbacombe Lee“ um.

– Schon 1912 wurde ein Stummfilm namens “ The Life Story of John Lee, or the Man They Could Not Hang“ produziert.

– Ein Film mit dem gleichen Titel erschien 2009 in den USA mit Brandon Wilson und John Hallberg in den Hauptrollen. Hier ist der Trailer zum Film.

Mike Holgate schrieb 2005 das Buch „The Man They Could Not Hang: The True Story of John Lee“ (The History Press, 256 Seiten, ISBN 978-0750936521).

Das Haus The Glen, in dem sich der Mord ereignete, stand dort, wo sich heute ein Parkplatz und ein Toilettenhäuschen, ein paar Schritte vom Cary Arms Hotel entfernt, befindet. 1904 wurde das Gebäude abgerissen. Eine Barkellnerin des Hotels , die am Strand Reste eines alten Seils fand, war so clever (und betrügerisch), einzelne Fäden davon als Originalteile des Galgenstricks zu verkaufen, mit dem John Lee aufgehängt werden sollte.

Published in: on 6. April 2013 at 02:00  Comments (2)  
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Auf den Spuren von Inspector Barnaby – Barry Jackson alias Dr. George Bullard

Copyright ZDF/All3Media.Mit freundlicher Genehmigung.

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Mit freundlicher Genehmigung.

Von der ersten Folge der TV-Krimiserie „Midsomer Murders“ bzw. „Inspector Barnaby“ an war er dabei, der Gerichtsmediziner Dr. George Bullard, gespielt von Barry Jackson. Ein sympathischer grauhaariger Mann, der meistens schon am Tatort war, bevor Inspector Barnaby eintraf; beide verband ein freundschaftliches Verhältnis und der DCI konnte sich immer hundertprozentig auf seinen Kollegen verlassen. Leider ist auch Dr. Bullard in den neuen Staffeln mit dem neuen DCI John Barnaby nicht mehr zu sehen; seine Rolle wurde mit Tamzin Mallard nachbesetzt, die die Dr. Kate Wilding spielt. Seinen letzten Auftritt erlebte er in Episode 85 „The Oblong Murders“ (dt. „Ein Funke genügt“). Barry Jackson ging mit einem weinenden und einem lachenden Auge. Natürlich hängt man an einer Rolle, die man so lange gespielt hat; auch wenn die Auftritte immer nur recht kurz waren, was Jackson bedauerte.

Auf der anderen Seite war nach dem Weggang von John Nettles als Tom Barnaby eine neue Situation eingetreten, die Jackson nicht gut fand. Der neue Barnaby in Person von Neil Dudgeon entsprach nicht so ganz seinen Vorstellungen. In einem Interview mit der Mail Online sagte Barry Jackson einmal:

„I do worry this new licence to spice things up might alienate the heartland audience. Midsomer has always evoked a kind of Agatha Christie world that probably never existed. Will people who faithfully tuned in to watch the beautiful countryside and gracious houses really appreciate a new, sexed-up style? I may be wrong but I would have thought that they change that at their peril. If it ain’t broke, don’t fix it.“

Es ist schade, dass mittlerweile alle der ursprünglichen „Mannschaft“ die Serie verlassen haben. Die Seele des ganzen, der Produzent Brian True-May, der von Anfang an dabei war, verließ „Midsomer Murders“ und war zuletzt bei Episode 89 „A rare bird“ (dt. „Die Vögel“) dabei. Er wurde durch Jo Wright ersetzt. Und auch das letzte „Urgestein“ der Serie Jason Hughes alias Detective Sergeant Ben Jones, der mit Folge 44 „The house in the woods“ (dt. „Fluch über Winyard“) einstieg, hat seine letzte Vorstellung in Episode 95 „Schooled in murder“ (dt. „Reif für die Rache“) gegeben. Sein Nachfolger ist der Schauspieler Gwilym Lee als DS Charlie Nelson.

Barry Jackson wurde am 29. März 1938 in Birmingham geboren und bereits in den frühen 1960er Jahren begann seine Karriere als Schauspieler. Er war in unzähligen Filmen und Fernsehserien zu sehen; um nur einige zu nennen: The Bill, Heartbeat, Der Doktor und das liebe Vieh, Doctor Who, Z Cars usw. usw. Barry Jackson spielte einen Korporal in dem berühmten Film „Ryans Tochter“ (1970) und hatte Auftritte in „Die letzte Jagd“ (1985) und „Wimbledon – Spiel, Satz und…Liebe“ (2004).

Barry Jackson ist in dritter Ehe verheiratet und hat sechs Kinder. Seine Eltern nannten ihn Barry nach dem Gründer des Birmingham Repertory Theatre, Sir Barry Vincent Jackson, und hatten wohl keine Ahnung, dass sie ihrem Sohn damit unbewusst einen Schub in Richtung Schauspielerlaufbahn gaben.

Hier noch einmal der Link zu der wunderschönen Doku „Surviving Midsomer„, moderiert von Dr. George Bullard alias Barry Jackson.

Nachtrag: Leider verstarb Barry Jackson am 5. Dezember 2013 in London.

Published in: on 5. April 2013 at 02:00  Comments (3)  
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The Bedfordshire Clanger – Zwei Mahlzeiten in einer Teigtasche

This photo is in the public domain.

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Viele englische Grafschaften haben regionale Spezialitäten, die oft weit über ihre Grenzen bekannt geworden sind wie z.B. die Cornish Pasties, der Yorkshire Pudding oder der Lancashire Hotpot. In Bedfordshire sind es die Bedfordshire Clangers, die einst den Landarbeitern als sättigende Mittagsmahlzeit dienten. Dabei handelt es sich um eine Art Teigtasche, die in der einen Hälfte mit einer herzhaften und auf der anderen  mit einer süßen Füllung versehen ist. So nahm man damals praktisch ein zweigängiges Menü mit aufs Feld. Die herzhafte Füllung konnte aus Hackfleisch mit Kartoffeln und Gemüse bestehen, die andere Seite der Teigtasche war meistens mit Marmelade oder kleingehackten Obststückchen gefüllt.

Auch heute noch kann man Bedfordshire Clangers kaufen und als Heimstatt dieser Spezialität gilt Sandy in Bedfordshire, wo sich die Gunns Bakery um den Fortbestand der Teigtaschen kümmert. Seit über 50 Jahren stellt man sie hier in den unterschiedlichsten Varianten her: Klassisch, vegetarisch und es gibt sogar eine „Weihnachtsausgabe“ der Clangers. Gunns Bakery hat noch zwei weitere Geschäfte, eines liegt in der Hauptstadt der Grafschaft, in Bedford, und das andere in Biggleswade; in beiden kann man die Teigtaschen kaufen.

Gunns Bakery in Sandy (Berkshire).    © Copyright St Swithun's VC Lower School

Gunns Bakery in Sandy (Berkshire).
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Published in: on 4. April 2013 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Pubschilder – The Triple Plea Inn in Halesworth (Suffolk)

   © Copyright Adrian Cable and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Pubs mit Namen wie The Royal Oak, The Red Lion oder The White Hart gibt es in England wie Sand am Meer. The Triple Plea Inn dagegen ist einzigartig und gibt es nur in Halesworth, einer kleinen Marktstadt im Nordosten der Grafschaft Suffolk. Vor dem hübschen Haus steht das Pubschild mit einem eigenartigen Bild. Es zeigt einen alten Mann auf seinem Sterbebett, umgeben von einem Priester, einem Arzt und einem Rechtsanwalt. Hinter ihm lauert der Teufel mit einem Dreizack in der Hand. Die drei Herren sind jeweils an der Seele, dem Körper und dem Nachlass des Sterbenden interessiert und streiten darüber, wem was gehören soll. Der Teufel im Hintergrund sieht sich das Ganze gelassen an und weiß, was passieren wird.

Der Name des Pubs beruht auf einem Gedicht von Lilias Rider Haggard (Tochter des Schriftstellers Henry Rider Haggard), das so beginnt:
LAW, PHYSIC & DIVINITY;
Being in dispute could not agree
To settle which among them three
Should have the superiority

und so endet:
But if honest sober wise men judge
Then all the three away must trudge.
But if men fools and knaves must be,
They’ll be ass-ridden by all three.
Now if them three cannot agree,
The Devil shall ride them three times three.

(Vielen Dank an Graeme Fullerton, dem Landlord des Triple Plea, der mir den Text zur Verfügung stellte).

The Triple Plea Inn ist ein Free House, gehört also keiner Brauerei. Der Gasthof verfügt über ein Restaurant, eine Bar und einen Biergarten. Auch vor dem Haus kann man bei schönem Wetter sitzen und sich an einem der Real Ales, die hier ausgeschenkt werden, erfreuen.

The Triple Plea Inn
Broadway
Halesworth
Suffolk
IP19 8QW
Tel. 01986 874 750

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Published in: on 3. April 2013 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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The Egton Bridge Old Gooseberry Society – Ein Dorf in North Yorkshire und seine Stachelbeeren

St Hedda's Church in Egton Bridge.    © Copyright SMJ

St Hedda’s Church in Egton Bridge.
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Im North York Moors National Park, nur wenige Kilometer von Whitby und dem Meer entfernt, liegt ein Dörfchen namens Egton Bridge, in dem sich einmal im Jahr alles um die Ribes uva-crispa dreht, ein Beerenobst, besser unter dem Namen Stachelbeere bekannt. Hier wohnen die absoluten Stachelbeerexperten, die sich wochenlang auf diesen großen Tag, der immer im August stattfindet, vorbereiten und ihre Beeren hegen und pflegen, damit sie schön groß werden und hoffentlich bei der Egton Bridge Gooseberry Show einen der Preise einheimsen können.

Die im Jahr 1800 gegründete Egton Bridge Old Gooseberry Society kümmert sich um den Ablauf der Show und vergibt die Preise an die Züchter der schwersten Stachelbeeren in den Kategorien Rot, Gelb, Grün und Weiß. Mit Hilfe einer außerordentlich genauen, 1937 gekauften Apothekerwaage werden im St Hedda’s Schoolroom im Ort die Stachelbeeren gewogen und die Gewinner ermittelt. Bei der Show im Jahre 2009 wurde sogar ein neuer Weltrekord aufgestellt, der im Guinness Buch der Rekorde nachzulesen ist:

„The world’s heaviest gooseberry weighed 62.01 g (2.19 oz) on 4th August 2009 and was grown by Bryan Nellist (UK) of Egton Bridge, North Yorkshire, United Kingdom“.

Bryan Nellist gewann mit seiner Woodpecker-Stachelbeere auch den Champion Berry-Preis 2012, konnte seinen eigenen Weltrekord aber nicht überbieten, weil die Wetterbedingungen für das Wachstum in diesem Jahr nicht so gut waren wie 2009.

Wer an dem Wettbewerb im August teilnehmen möchte, muss Mitglied in der Egton Bridge Old Gooseberry Society sein und den Mitgliedsbeitrag spätestens am ersten Dienstag nach Ostern, also heute, bezahlt haben.

Die nächste Stachelbeershow findet am 6. August ab 14 Uhr statt, wieder in den Räumen der St Hedda’s R.C. Primary School, mitten in Egton Bridge, neben der St Hedda’s Church.

P.S. Und was macht man nun mit all den schönen preisgekrönten Stachelbeeren? Essen natürlich. Wie wäre es z.B. mit „Gooseberry Fool„? Wie man das Dessert herstellt, zeigen diese beiden Damen. Und wie sich das musikalisch anhört? Die Londoner Indie-Band Kinky Machine führt es hier vor.

Published in: on 2. April 2013 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Albatross – Ein Coming-of-Age-Film mit „Downton Abbey’s“ Lady Sybil alias Jessica Brown Findlay in der Hauptrolle

Albatross

Am 14. Oktober 2011 kam ein Streifen in die britischen Kinos, der zu den sogenannten Coming-of-Age-Filmen gehört, „deren jugendliche Helden von grundlegend menschlichen Fragen bewegt werden“ (so die Wikipedia). Unter der Regie von Niall MacCormick spielt Jessica Brown Findlay die Hauptrolle, die wir als Lady Sybil aus der TV-Serie „Downton Abbey“ kennen (und lieben gelernt haben).

Jessica verkörpert die junge Emelia Conan Doyle, die der Meinung ist, von dem berühmten Sherlock Holmes-Erfinder Sir Arthur Conan Doyle abzustammen (was sich aber als falsch herausstellt). Sie arbeitet in einem kleinen Hotel an der englischen Südküste, dessen Besitzer, Jonathan Fischer, ein deutscher Schriftsteller (gespielt von Sebastian Koch) ist, der an Schreibblockade leidet und dessen Frau Joa (Julia Ormond) sich ziemlich allein um die Führung des Hotels kümmert. Emelia freundet sich mit Beth (Felicity Jones), der Tochter des Hauses an und kommt der Familie langsam näher. Jonathan gibt Emelia Unterricht in kreativem Schreiben, denn auch sie arbeitet an einem Roman, hat aber Befürchtungen, dass sie dem Namen Conan Doyle nicht gerecht wird. Es kommt wie es kommen muss: Emelia und Jonathan verlieben sich ineinander, Joa wirft daraufhin ihren Mann aus dem Haus und die Freundschaft zwischen Emelia und Beth zerbricht. Der Film endet damit, dass Emelia ihren Roman so gut wie fertiggestellt hat, dem sie den Titel „Albatross“ gibt.

Die Filmkritiker waren nicht übermäßig begeistert von dem Film und gaben ihm nur durchschnittliche Noten, was sich aber nicht auf die Darsteller bezog. Besonders die schauspielerischen Leistungen der 23jährigen Jessica Brown Findlay wurden herausgestellt. Im Gegensatz zur Lady Sybil Crawley in „Downton Abbey“ spielt Jessica Brown Findlay in „Albatross“ die freizügigere Rolle eines Tenagers des 21. Jahrhunderts. Sie wurde 2011 für die British Independent Film Awards in der Kategorie „Most Promising Newcomer“ nominiert, erhielt den Preis aber nicht, da musste sie sich Tom Cullen geschlagen geben.

Gedreht wurde „The Albatross“ nicht an der englischen Südküste, sondern auf der Isle of Man und zwar in Port St Mary Harbour und in der Ravenscliffe Lodge bei Douglas, der Hauptstadt der Insel.

In Deutschland ist der Film bisher noch nicht erschienen. Erhältlich ist er in der Originalversion auf DVD.

Hier ist der Filmtrailer.

Published in: on 1. April 2013 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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