
Watford Gap gilt auch als Scheidelinie zwischen dem Norden und dem Süden Englands.
Photo: Pete Reed.
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Am 2. November 1959 wurden an der Autobahn M1 die ersten beiden Raststätten namens Watford Gap Services errichtet, am selben Tag, an dem auch die Autobahn in Betrieb genommen worden ist. Die M1 ist mit rund 310 Kilometern die wichtigste Nord-Süd-Trasse in England und entsprechend viel Verkehr herrscht auch auf dieser Straße. Die beiden sich gegenüber liegenden Raststätten sind nach dem Dorf Watford in Northamptonshire (nicht zu verwechseln mit dem Watford in Hertfordshire, das ebenfalls nahe der M1 liegt) beziehungsweise nach der Senke zwischen zwei Hügeln, der Watford Gap, benannt worden.
Ursprünglich wurden die Raststätten von der lokalen Firma Blue Boar betrieben. 1995 übernahm dann Roadchef Motorways Ltd, ein Unternehmen, das viele weitere Autobahnraststätten im Land unterhält.
In den 1960er Jahren waren die beiden „service stations“ sehr beliebt bei Rockstars, die im Zuge ihrer Tourneen gern hier anhielten, da sie rund um die Uhr geöffnet waren. Die Rolling Stones, die Beatles, die Hollies, die Kinks, Jimi Hendrix, Dusty Springfield, Cilla Black, sie und viele andere sind damals auf den beiden Rasthöfen gesichtet worden, wo sie sich erfrischten und ihre Fahrzeuge auftankten.
Roadchef ist noch immer der Betreiber von Watford Gap. Hier gibt es einen McDonald’s, einen KFC, einen Costa Coffee Shop, und W.H. Smith ist auch vertreten. BP liefert den Treibstoff auf beiden Seiten der Autobahn, es gibt Schnellladestationen für E-Autos, und wer hier übernchten möchte, kann das in einem Days Inn tun, allerdings nur auf der nach Süden führenden Autobahnseite. Etwa vier Millionen Besucher wurden im letzten Jahr gezählt.
Seit einiger Zeit ist die Rede davon, die alten Gebäude abzureißen und durch neue zu ersetzen, aber bis jetzt hat sich noch nichts getan.
Aus Anlass des 50-jährigen Bestehens der Autobahnraststätten produzierte BBC Northampton ein Mini-Musical, das hier zu sehen ist. Roy Harper zollte Watford Gap Tribut in seinem gleichnamigen Song, mit dem Refrain „Watford Gap, Watford Gap A plate of grease and a load of crap“; hier ist er zu hören.
Dieser Film beschäftigt sich mit der Raststätte und mit der Namensgebung.

Photo © N Chadwick (cc-by-sa/2.0)
