Gerard Hoffnung (1925-1959) war eines jener jüdischen Kinder, die 1938 über die Kindertransporte nach England in Sicherheit gebracht wurden, über die ich gestern in meinem Blog schrieb. In diesem Fall konnten sich auch seine Eltern ein Jahr später gerade noch rechtzeitig vor den Nazis retten. Gerard zog mit seiner Mutter in den Norden Londons, wo er dann bis zu seinem sehr frühen Tod 1959 lebte.
Berühmt wurde Gerard Hoffnung einerseits durch seine Karikaturen, in denen er sich hauptsächlich mit Themen aus der Musik beschäftigte, und durch seine Musikfestivals in der Londoner Royal Festival Hall, in denen er „originelle Musik …mit clownesken Einlagen der Musiker“ (so die Wikipedia) aufführte. Nach seinem frühen Tod führte der englische Komponist Malcom Arnold (1921-2006) die Veranstaltungsreihe fort; siehe auch meine beiden Blogeinträge über ihn.
Heute möchte ich auf sein herrlich komisches „The Bricklayer’s Lament“ aufmerksam machen, eine wunderschön erzählte Geschichte von einem Maurer, der sich recht tolpatschig anstellt und dafür gleich mehrfach bestraft wird. Hoffnung trug diese Geschichte am 4. Dezember 1958 vor der Oxford Union Society vor, und die Anwesenden konnten sich vor Lachen kaum halten. Er las die Story von den Missgeschicken eines Maurers ein Jahr zuvor im „Manchester Guardian“ und fand sie so schön, dass sie Bestandteil seines Repertoires wurde.
Wer „The Bricklayer’s Lament“ noch nicht kennt, sollte sich die Geschichte unbedingt hier einmal anhören.
Das Buch zum Artikel:
Annetta Hoffnung: Gerard Hoffnung – His Biography. Gordon Fraser 1988. 176 Seiten. ISBN 978-0860921103.

Die Londoner Royal Festival Hall.
Photo © N Chadwick (cc-by-sa/2.0)
