
Photo © Oast House Archive (cc-by-sa/2.0)
Canterbury in Kent hat gewisse Ähnlichkeiten mit York. Die Stadt wird von der Kathedrale beherrscht und drum herum wimmelt es von kleinen altertümlichen Gassen. Was für York die Shambles sind, ist für Canterbury der Mercery Lane, eine kleine schmale Straße, die von der High Street zur Sun Street und zur Kathedrale führt. Der Name der Straße leitet sich von dem französischen Wort „mercerie“ ab, was soviel wie „Kramware“ bedeutet; hier haben sich seit Jahrhunderten kleine Läden niedergelassen, die alle möglichen Waren und Dienstleistungen feilhielten wie zum Beispiel Schuhmacher in der Nummer 4, Friseure in der Nummer 12 und Metzger in der Nummer 14.
Die Häuser wurden seinerzeit so gebaut, dass die oberen Stockwerke über die unteren herausragen, so dass man fast den Eindruck gewinnt, wenn man die Straße hinabblickt, als ob sie sich berühren. Der von Geoffrey Chaucer in seinen „Canterbury Tales“ erwähnte Chequers Inn stand an der Ecke Mercery Lane/High Street und wurde 1865 von einem Feuer zerstört.
In der altertümlichen Gasse finden sich auch heute noch eine Vielzahl von Geschäften wie in der Nummer 15, ein Laden, der Harry Potter-Fans aus aller Welt anzieht, House of Secrets, wo man Devotionalien aller Art von dem Popkultur-Phänomen kaufen kann oder in der Nummer, die das Canterbury Tails Cat Café beherbergt, das einzige Katzencafé der Stadt, oder in der Nummer 11, wo es bei Embassy London elegante Schuhe zu kaufen gibt.
Von den etwas verdriesslich schauenden hölzernen „Gargoyles“ an den Hauswänden sollte man sich nicht abschrecken lassen. Das Ende der Straße bildet das großartige Christ Church Gate, das Anfang des 16. Jahrhunderts errichtet wurde.

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