The Transpennine Real Ale Trail – Eine Zugfahrt für trinkfeste Bierfreunde

Der Beginn des Real Ale Trails.
Photo © Gerald England (cc-by-sa/2.0)

Wenn man den Transpennine Real Ale Trail bewältigen möchte, sollte man auf jeden Fall sein Auto stehen lassen und auf die Eisenbahn umsteigen, denn wer an allen sieben Stationen des Trails ein Pint (oder auch nur ein halbes Pint) trinken will, wie es der Plan ist, der muss schon ganz schön trinkfest sein. Glücklicherweise liegen alle sieben Pubs in unmittelbarer Nähe der Bahnhöfe, so dass keine größeren Fußmärsche zu absolvieren sind, was wohl auch allen Trailbenutzern bei fortschreitender Fahrt immer beschwerlicher werden würde.

Der Transpennine Real Ale Trail ist ein selbstgeführter „Pfad“, also es fährt kein Guide mit. Er beginnt in Stalybridge (Greater Manchester) und führt durch Teile West Yorkshires bis nach nach Batley. Natürlich kann man die Tour auch andersherum legen. Die Strecke wird vom TransPennine Express und von Northern Rail bedient, ist etwa 38 Kilometer lang und dauert knapp eine Stunde (natürlich ohne die Bierpausen).

Der erste Pub auf dem Transpennine Real Ale Trail ist die Stalybridge Buffet Bar, ein Haus aus der viktorianischen Zeit mit einer großen Auswahl an Real Ales, die direkt auf dem Bahnhofsgelände liegt.

Die nächste Station heißt Riverhead Brewery Tap und liegt in Marsden in West Yorkshire, und hier muss man schon einmal fünf Minuten vom Bahnhof aus zu Fuß laufen. Der Pub wurde in diesem Jahr zum Huddersfield & District CAMRA Pub of the Year gewählt.

Es folgen The Commercial in Slaithwaite, der acht verschiedene Biersorten vom Fass anbietet (man sollte aber nur eine probieren), und King’s Head in Huddersfield, der auf Bahnsteig 1 des Bahnhofs liegt.
Das nächste ganze oder halbe Pint trinkt man dann in Mirfield in der Station Road in The Navigation Tavern. Glücklicherweise ist Pub Nummer 6 auf Gleis 2 des Bahnhofs von Dewsbury zu finden: The West Riding. Und dann ist man in Batley an der Endstation des TransPennine Real Ale Trails angekommen, wo man in der Cellar Bar in der Station Road seinen letzten Drink zu sich nehmen muss/darf.

Dieser Film stellt die sieben Pubs des Trails vor.

The Riverhead Brewery Tap in Marsden.
Photo © Stephen Craven (cc-by-sa/2.0)

The Commercial in Slaithwaite.
Photo © Ian S (cc-by-sa/2.0)


The King’s Head in Huddersfield.
Photo © Stephen Craven (cc-by-sa/2.0)

The Navigation Tavern in Mirfield.
Photo © Mike Faherty (cc-by-sa/2.0)

The West Riding in Dewsbury.
Photo © Mike Faherty (cc-by-sa/2.0)

Die Endstation: The Cellar Bar in Batley.
Photo © Anthony Parkes (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 31. Dezember 2025 at 02:00  Comments (5)  

Der Schriftsteller Herbert George Wells (1866-1946) und die Skulptur eines Marsianers in der Innenstadt von Woking in Surrey

Photo © Des Blenkinsopp (cc-by-sa/2.0)

Herbert George Wells, der von 1866 bis 1946 lebte, ist einer der Klassiker der Science Fiction-Literatur, und sein Roman „The War of the Worlds“ (dt. „Der Krieg der Welten“) gehört zu seinen bekanntesten Romanen. 1889 erschien das Buch, das von einer Invasion der Marsbewohner in und bei Woking in Surrey handelt. Wells wohnte viele Jahre in der Stadt in der Maybury Road 143, kannte sich also in der Region gut aus.
Hundert Jahre nach Erscheinen des Romans, der auch mehrfach verfilmt wurde, überlegten die Stadtväter von Woking wie sie ihren berühmten Sohn am besten ehren könnten, und man kam auf die Idee, im Stadtzentrum ein Monument zu errichten, das Bezug auf die Invasion der Marsianer nimmt.

Es wurde ein Wettbewerb ausgeschrieben, den der junge Künstler Michael Condron gewann. Sein Vorschlag war die Skulptur eines Marsbewohners, die sich an der Beschreibung aus dem Roman von Wells orientierte. So entstand ein sieben Meter hohes Gebilde aus rostfreiem Stahl, das auf seinen langen Beinen furchterregend durch die Innenstadt von Woking zu schreiten scheint. The Martian steht in der Chobham Road am Crown Square. Eine in den Boden eingelassene Plakette trägt die Aufschrift:

„This sculpture is the artist’s interpretation of a ‚Walking Engine of Glittering Metal‘. It celebrates Woking as the birthplace of modern science fiction and marks the centenary of H.G. Wells‘ first edition of ‚The War of the Worlds‘. In this pioneering novel humanity is saved from an overwhelming martian invasion by earth’s smallest creatures, bacteria. This sculpture was unveiled by the mayor of Woking, Cllr Mrs Irene K. Matthews, April 1998. „

Doch das war es noch nicht mit H.G. Wells und Woking, denn zu seinem 150 Geburstag schuf der Künstler Wesley Harland eine lebensgroße Statue des Schriftstellers, die 2016 nahe des Victoria Way aufgestellt worden ist, und an der Chertsey Road Nummer 51-57 steht der Pub The Herbert Wells, der zur Wetherspoon-Gruppe gehört.

Photo © Glyn Baker (cc-by-sa/2.0)

The Martian Cylinder.
Photo © Colin Smith (cc-by-sa/2.0)

Wells‘ Bronzeskulptur von Wesley Harland.
Photo © Marathon (cc-by-sa/2.0)

In diesem Haus in der Maybury Road in Woking schrieb Wells seinen berühmten Roman „The War of the Worlds“.
Photo © Des Blenkinsopp (cc-by-sa/2.0)

The Herbert Wells in Woking, ein Wetherspoon-Pub.
Photo © Stacey Harris (cc-by-sa/2.0)

The Bubblecar Museum in Langrick in der Grafschaft Lincolnshire

Photo © Ian Paterson (cc-by-sa/2.0)

Es gab kleine Autos, in England „bubblecars“ oder auch „microcars“ genannt, die sind so niedlich, dass man sie am liebsten in den Arm nehmen und streicheln möchte. Andere wiederum sind so potthässlich, dass man den Eindruck gewinnt, sie schämen sich ihrer selbst. Viele dieser Mikroautos sind in Langrick in der Nähe von Boston (Lincolnshire) im Bubble Car Museum vereint. Die Autos dieser Sammlung auf der Clover Farm sind überwiegend in den 1950er und 1960er Jahren gebaut worden und aus dem heutigen Straßenbild so gut wie verschwunden. Aber schön, dass man sie hier auf der Farm ihr Gnadenbrot fressen lässt und sie interessierten Bürgern zeigt. Es ist das einzige Museum auf der Insel, dass sich ausschließlich Kleinstwagen widmet, also Fahrzeugen mit einer Motorleistung von unter 700 cm³.

Wir finden im Museum mehrere BMW Isettas, die in Deutschland gern Knutschkugel genannt wurden, ein Goggomobil, mehrere Messerschmidt-Kabinenroller, einen Heinkel-Kabinenroller, einen meiner Auffassung nach sehr hässlichen Bond Bug und die Firma Reliant ist ebenfalls mit mehreren Fahrzeugen vertreten wie mit dem Reliant Robin, auch Plastikschwein genannt (siehe dazu meinen Blogeintrag).

An bestimmten Tagen kann man das eine oder andere Bubblecar auch mal auf dem Farmgelände ausführen, das heißt fahren, worüber sich diese Autos immer sehr freuen, weil sie dann frische Luft tanken und der abgestandenen Museumsluft für eine Weile entkommen können.

Die Autos sind im Museum liebevoll eingebettet in eine Landschaft aus Erinnerungsstücken aus den 1950er und 1960er Jahren. Der Eintrittspreis beträgt bescheidene £5 für Erwachsene und nur £1 für Kinder. Geöffnet ist das Museum freitags bis sonntags von 10 Uhr bis 16 Uhr.

Dieser Film zeigt einen Spaziergang durch das Reich der Mikroautos.

Bubblecar Museum
Clover Farm
Main Road
Langrick, Boston PE22 7AW

Ein Vertreter der hässlichen Art von Bubblecars, den man eher nicht knutschen möchte, ein Newmap Solyto.
Photo © Jo and Steve Turner (cc-by-sa/2.0)

Na ja, auch nicht viel attraktiver: Ein Replicar Cursor.
Photo © Jo and Steve Turner (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 29. Dezember 2025 at 02:00  Comments (5)  

The Drummer of Tedworth in Wiltshire oder Wie ein Friedensrichter im 17. Jahrhundert tierisch von einem Trommler genervt worden ist

Drummer Lane in Tidworth.
Photo © Chris Talbot (cc-by-sa/2.0)

Musik, die von Trommeln geprägt ist, muss man lieben, andernfalls wird man davon genervt. Meine persönlichen Lieblingstrommler sind der US-Amerikaner Sandy Nelson (1938-2022), hier mit „Let There Be Drums“ zu hören“, und der Engländer Cozy Powell (1947-1998), hier mit „Dance With the Devil„, zu hören.

Es gab/gibt aber auch Menschen, die Trommler überhaupt nicht ab können, so wie im Jahr 1661 der Friedensrichter von Tedworth, einem kleinen Ort am Rande der Salisbury Plains in der Grafschaft Wiltshire (der heute Tidworth heißt). John Mompesson, so sein Name, war ein wohlhabender Großgrundbesitzer, der sein Amt als Friedensrichter wörtlich nahm und der den Frieden von Tedworth (und seinen eigenen) durch einen trommelnden Bettler, William Drury, gestört sah. Drury soll mit falschen Dokumenten Geld gesammelt und mit seinem lauten Getrommele die Bewohner des Dorfes genervt haben. Also schritt John Mompesson zur Tat, konfiszierte das Schlaginstrument und bewahrte es in seinem Haus hinter Schloss und Riegel auf. Keine gute Idee…denn jetzt war der Frieden des Friedensrichters erst recht gestört. Die Trommel war, wie von Geisterhand gespielt, Tag und Nacht zu hören, weitere geisterhafte Dinge ereigneten sich, die Betten der Hausbewohner wurden hoch gehoben, grelle Lichter tauchten zu jeder Tages- und Nachtzeit auf und ein pestilenzartiger Gestank breitetete sich in Mompessons Anwesen aus. Es war nicht mehr auszuhalten, es war als hätte der Trommler einen Fluch über den Friedensrichter, seine Familie und sein Haus gelegt. John Mompesson klagte Drury wegen Hexerei an, wofür man in der damaligen Zeit sehr wohl mit dem Tode bestraft werden konnte. Um dem zu entgehen, gestand Drury seine angebliche Gabe der Hexerei, woraufhin er verurteilt wurde, den Rest seines Lebens in den britischen Kolonien in Amerika zu verbringen, wo sich dann auch seine Spuren verlieren.

Kaum hatte William Drury England verlassen, kehrte im Haus des Friedensrichters wieder Ruhe ein. War das alles ein großer Schwindel gewesen? War das alles nur inszeniert, von Mompesson selbst, seinen Kindern, seinen Bediensteten? Man wird es wohl nie mehr erfahren.

Der Komponist und Drummer Sean Noonan hat sich des Stoffes angenommen und zusammen mit dem London Symphony Orchestra ein Album mit dem Titel „The Drummer of Tedworth“ eingespielt, das im Februar 2026 erscheinen soll.

Siehe auch meinen Blogeintrag über den Drummer Boy von Richmond in North Yorkshire.

Published in: on 28. Dezember 2025 at 02:00  Kommentar verfassen  

The National Poo Museum in Sandown auf der Isle of Wight – Großbritanniens einziges Kotmuseum

Photo: Howard Dickins.
Creative Commons NC-SA 2.0

Italien hat ein Museum in Castelbosco in der Provinz Piacenza, das Museo Della Merda oder Shit Museum, das sich dem Thema Kot widmet, Richmond in Tasmanien hat ein Pooseum und Sandown auf der Isle of Wight ist Heimat des National Poo Museums, passenderweise in einer ehemaligen Toilettenanlage untergebracht. In diesem Jahr war das Museum geschlossen, da seine Exponate auf einer Wanderausstellung durch Großbritannien waren. In der Sandown Barrack Battery in der Talbot Road in Sandown ist das Museum, das am 25. März 2016 gegründet worden ist, normalerweise untergebracht.

Das Ziel des Museums ist es, Tabus rund um das Thema Fäkalien abzubauen und die Sichtweise auf diese Substanz zu verändern. Zu den Exponaten gehören Kot von vielen verschiedenen Tierarten (Erdmännchen, Fuchs, Kuh), der in durchsichtigen Kugeln gezeigt wird; auch 140 Millionen Jahre alter Dinosaurierkot ist dabei. Es gibt interaktive Ausstellungsstücke („Things to sniff, handles to turn, pipes to talk through, buttons to press, and of course a huge collection of preserved poos to get up close to“) und im „People’s Poo Aquarium“ schwimmen menschliche Exkremente. An jedem Standort der Wanderausstellung darf ein glücklicher Mensch ein Stückchen Kot dem Aquarium schenken. Mit Hilfe von QR-Codes an den durchsichtigen Kugeln bekommt man Informationen über deren Inhalt.

Hier ist ein Film über den Besuch des National Poo Museums. Wann es wieder an seinem ursprünglichen Standort auf der Isle of Wight zu sehen sein wird, ist noch nicht bekannt.

Photo: Howard Dickins.
Creative Commons NC-SA 2.0

Photo: Poo Museum.
Creative Commons 4.0

Published in: on 27. Dezember 2025 at 02:00  Comments (5)  

The Wall Mosaic in Billinghay in Lincolnshire – Eine künstlerische Fleißarbeit, die viele Jahre in Anspruch nahm

Photo: Lincolnian (Brian).
Creative Commons SA 2.0

Etwas über 2000 Einwohner zählt das Dorf Billinghay, das in der Grafschaft Lincolnshire liegt. Seine Bewohner haben in einer jahrelangen Fleißarbeit ein Kunstwerk erschaffen: The Billinghay Mosaic. Von 2000 bis 2007 arbeiteten zwanzig unermüdliche Dorfbewohner, die sich The Billinghay Nibblers nannten, daran, in 6000 Stunden 144 000 Kacheln an einer eigens dafür erstellten Wand anzubringen, um auf diese Weise eine kurze Geschichte ihres Dorfes darzustellen. Der schottische Keramikkünstler und Bildhauer Alan Potter hatte das Mosaik entworfen, wie schon viele andere im ganzen Land.

Das Mosaik ist in Billinghay am Fitzwilliam Place zu bewundern und zeigt in Bildern wichtige Aspekte in der Geschichte des Dorfes, beginnend mit der Besiedlung durch die Römer im 1. Jahrhundert. Als nächstes ist die Kirche von St Michael and All Angels abgebildet, die im frühen 13. Jahrhundert erbaut worden ist. Der dritte Teil des Mosaiks erklärt den Namen des Dorfes Billinghay, der sich aus „Island of the Billingas“ ableitet; die Billingas waren ein Stamm der Angelsachsen.
Abbildung Nummer 4 erzählt von der Trockenlegung der Fens im 17. Jahrhundert, dann folgt das Bild einer Windmühle, von denen es früher hier einige gab, die das Getreide mahlten, das in der Umgebung angebaut worden ist. Der sechste Teil des Mosaiks erinnert an den Großen Brand von Billinghay am 9. September 1864. Teil 7 ist der Partnerschaft mit der französischen Stadt Ballon (Charente-Maritime) gewidmet, die 1987 abgeschlossen wurde. Die Billinghay Nibblers haben sich selbst im folgenden Teil verewigt und daran erinnert, dass dieses Mosaik im Jahr 2007 fertig gestellt wurde; hier ist auch der Wasserturm des Ortes zu sehen, eine Art Wahrzeichen von Billinghay. Am Schluss des fünfzehn Meter langen Mosaiks erfahren wir noch, dass im Oktober jeden Jahres das Billinghay Feast veranstaltet wird.

In diesem Film zeigt The Village Idiot das Dorf Billinghay, in dem auch das Mosaik zu sehen ist.

Photo: Lincolnian (Brian).
Creative Commons SA 2.0

Published in: on 26. Dezember 2025 at 02:00  Kommentar verfassen  

The Castle Barge – Ein schwimmender Pub in Newark-on-Trent (Nottinghamshire)

Photo: rchappo2002.
Creative Commons NC-ND 2.0

The Castle Barge ist ein Schiff, das seinen Lebensabend als Pub verbringt, und das schon seit 1980. Vertaut ist es auf dem River Trent in der Stadt Newark-on-Trent, ganz in der Nähe der Burg, daher auch der Name des Pubs. Wir befinden uns in der Grafschaft Nottinghamshire.

Das Schiff ist im Jahr 1923 gebaut worden und wurde ursprünglich auf den Namen Ril Elsie getauft. Es diente als Getreidetransporter auf dem Fluss zwischen Hull und Gainsborough für die Firma Spillers, die 1987 aufgelöst worden ist, und die Backwaren und unter anderem auch Hundekekse herstellte. Nachdem die Ril Elsie ausgemustert worden war, kaufte sie eine Brauerei und richtete sie als Bar und Pub ein. Das Ehepaar Frank und Muriel Dyson übernahmen 1980 das Pubboot; Frank ist noch heute hinter den Kulissen für den Pub tätig.

Der ehemalige Lastkahn ist dreißig Meter lang und beherbergt eine Bar und einen Restaurantteil. Bei schönem Wetter kann man auch vor dem Schiff an Picknicktischen sitzen. Die Einrichtung des Pubs ist nautisch geprägt, zu essen gibt es Pubfood, Pizza. Burger und dergleichen. Geöffnet hat The Castle Barge täglich ab 11 Uhr.

The Castle Barge
Town Wharf
Newark NG24 1EU

Photo © David Martin (cc-by-sa/2.0)

Photo: Leo Reynolds.
Creative Commons NC-SA 2.0

Published in: on 25. Dezember 2025 at 02:00  Kommentar verfassen  

Christmas in Northumberland – Weihnachtliche Impressionen aus der Grafschaft im Norden Englands

Weihnachts-Deko bei Fenwick’s in Newcastle-upon-Tyne.
Photo © Graham Robson (cc-by-sa/2.0)

In Hexham.
Photo © Oliver Dixon (cc-by-sa/2.0)

Der Bondgate Tower in Alnwick.
Photo © Graham Robson (cc-by-sa/2.0)

Wallington Hall in Cambo.
Photo: Glen Bowman.
Creative Commons 2.0

Die Royal Tweed Bridge in Berwick-upon-Tweed.
Photo © Graham Robson (cc-by-sa/2.0)

Christmas Tree Festival in Corbridge.
Photo © Les Hull (cc-by-sa/2.0)


The White Swan in Lowick.
Photo © Karl and Ali (cc-by-sa/2.0)

Langley Castle Hotel in Langley.
Photo © Peter McDermott (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 24. Dezember 2025 at 02:00  Comments (7)  

The Cedar Staircase im Harlaxton Manor (Lincolnshire) – Eines der schönsten Treppenhäuser Englands

Photo © Julian P Guffogg (cc-by-sa/2.0)

Für mich ist das Harlaxton Manor bei Grantham in Lincolnshire eines der beeindruckendsten Häuser Englands (siehe dazu einen früheren Blogeintrag). Leider kann man es nur zu wenigen Gelegenheiten besichtigen, da es als Außenstelle der Universität von Evansville im US-Bundesstaat Indiana geführt wird und in Privatbesitz ist. Dank der faszinierenden Kulisse ist es einige Male für Dreharbeiten für Spielfilme verwendet worden wie ich in dem genannten Blogeintrag schon schrieb.

Heute möchte ich nur auf ein ganz besonderes architektonisches Meisterwerk eingehen, auf The Cedar Staircase, das wunderschöne Treppenhaus, das Anthony Salvin (1791-1881), der Meister des Gothic Revival-Stils, für den Harlaxton Manor-Eigner Gregory Gregory (1786-1854) entworfen hat. Wie der Name es schon sagt, besteht die Treppe aus Zedernholz; weitere verbaute Materialien sind französischer Marmor und Stuck. Überall trifft man auf Putti, die Muschelschalen in ihren Händen tragen, zwei Father Time-Figuren, eine mit mit einer Sense in der Hand, eine mit einer Schriftrolle, schauen von der Decke herab, Verzierungen in Form von Quasten und von sich aufblähenden Vorhängen aus Stuck tragen zu dem imposanten Gesamtbild bei. Ganz oben über dem Treppenhaus meint man in einem Dachfenster den Himmel über Harlaxton Manor zu sehen, doch hier handelt es sich um ein Trompe-l’œil, eine Deckenmalerei, die eine optische Täuschung erzeugt. Der Cedar Staircase erinnert sehr an eine bayerische Barockkirche.

Der Künstler, der dieses gewaltige Kunstwerk hergestellt hat, war wahrscheinlich ein englischer Stuckateur italienischer Abstammung namens Francis Bernasconi (1862-1841), der auch im Buckingham Palace, in der Westminster Abbey und im Windsor Castle gearbeitet hat.

Ich beneide ein wenig die amerikanischen Studentinnen und Studenten, die in diesem atemberaubenden Harlaxton Manor wohnen und arbeiten dürfen.

Dieser Film zeigt das Harlaxton Manor zur Weihnachtszeit und auch den Cedar Staircase.

Photo: Jules & Jenny.
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Father Time mit der Sense.
Photo © Ian Paterson (cc-by-sa/2.0)

Father Time mit der Schriftrolle, die den Grundriss des Harlaxton Manors zeigt.
Photo: Jules & Jenny.
Creative Commons 2.0

Die Trompe-l’œil-Malerei an der Decke des Treppenhauses.
Photo © Julian P Guffogg (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 23. Dezember 2025 at 02:00  Comments (2)  

Wie englische Landhäuser im Zweiten Weltkrieg leiden mussten

Belsay Hall in Northumberland gehörte mit zu den im Zweiten Weltkrieg verwüsteten Landhäusern.
Photo © Andy F (cc-by-sa/2.0)

Während des Zweiten Weltkriegs wurden viele englische Landhäuser umfunktioniert; entweder wurden sie vom Militär beschlagnahmt oder von ihren Besitzern freiwillig zur Verfügung gestellt. Man brauchte viel Platz für die eigenen Soldaten und für die vielen Soldaten, die aus Übersee kamen und Großbritannien im Kampf gegen Deutschland unterstützten. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Landhauseigner begeistert davon waren, dass in ihre heiligen Hallen, in denen oft viele Kostbarkeiten aufbewahrt wurden, Soldaten einzogen, die die historischen Stätten nicht so zu schätzen wussten. Nach Kriegsende kam dann der ganze angerichtete Schaden zum Vorschein.
In einigen Country Houses sind die Wandverkleidungen herausgerissen worden, um das Holz in den Kaminen zu verfeuern, auch der Putz ist oftmals von den Wänden gerissen worden. Eine Zerstörungswut ist zu erkennen gewesen, und man hat dem Militär vorgeworfen, dass die Offiziere hier nicht eingegriffen haben und sprach von einem gravierenden Disziplinversagen. Diese zerstörerischen Handlungen zeugten von einem völligen Mangel an Sinn für Schönheit und von einem eklatanten Mangel an Manieren. Es gab Geschichten, dass Van-Dyck-Gemälde als Dartscheiben benutzt wurden und dass US-Soldaten mit ihren Jeeps die Treppenhäuser hinauffuhren. Auch die wunderschönen Parks und Gärten einiger dieser Landhäuser sind stark in Mitleidenschaft gezogen worden.
Als die Besitzer ihre Häuser nach Kriegsende wieder zu Gesicht bekamen, waren sie über deren Zustand entsetzt. Manche konnten die Kosten für die Renovierung nicht tragen und mussten sie veräußern oder sogar abreißen. Zu den vom Militär verwendeten Country Houses gehörten zum Beispiel Audley End, Hughenden Place, Wycombe Abbey, Wentworth Woodhouse, Woburn Abbey und Blickling Hall.
Besser erging es den Häusern, die als Hospitäler umfunktioniert worden sind wie Harewood und Carlton Towers oder als Schulen wie Castle Howard, in das eine Mädchenschule einzog.

John Martin Robinson hat ein Buch über das Thema geschrieben: „Requisitioned: The British Country House in the Second World War“ (Aurum Press 2014), in dem er das Schicksal von zwanzig dieser Häuser aufzeichnet.

Egginton Hall in Derbyshire wurde 1954 abgerissen; es erlitt im Zweiten Weltkrieg schwere Schäden durch Vandalismus durch die hier untergebrachten Soldaten.
Photo: Douglal.
Creative Commons 4.0

Published in: on 22. Dezember 2025 at 02:00  Kommentar verfassen  

Mein Buchtipp – Joana Kruse: How Very British! – A Jolly Good Culture Clash Road Trip

Foto meines Exemplares.

Joana Kruse hat einen deutschen Reisepass, lebt in Schottland und ist als Reiseschriftstellerin gern mit ihrem Fiat 500e in Europa unterwegs. Ihr aktuelles, in diesem Jahr erschienenes Buch heißt „How Very British! – A Jolly Good Culture Clash Road Trip„, das ich wirklich jedem, der sich noch nicht so gut in Großbritannien auskennt, sehr empfehlen kann. Der Buchtitel sagt schon ziemlich genau aus, worum es hier geht: Um britische Eigenarten und um eine Reise von der Südküste Englands bis nach Berwick-upon-Tweed in Northumberland an der Grenze zu Schottland.

Man kann das Buch als „Faction“ bezeichnen, denn es ist zum einen Fiction, beinhaltet aber andererseits auch überwiegend Facts. Joana Harris organisiert eine Englandreise mit ihrem Fotografenfreund Brian, an der fünf weitere Fotografen aus fünf verschiedenen europäischen Ländern teilnehmen, um ihnen, jeweils separat, ihr Land und die besten Fotomotive zu zeigen (diese Personen zählen zu dem fiktiven Teil des Buches). Joana Harris legt Wert darauf, ihren Mitreisenden, die aus Italien, Deutschland, Frankreich, den USA und Schweden kommen, ein England zu präsentieren, das etwas abseits der Touristenpfade liegt. Sie macht sie mit absonderlichen und exzentrischen Traditionen vertraut wie dem Allendale Tar Barrel Festival in Northumberland, mit dem „Sport“ des Schienbeintretens in den Cotswolds, mit den Weltmeisterschaften des Grimassenschneidens in Egremont in Cumbria und dem Cheese Rolling am Cooper’s Hill in Gloucestershire.
In diese Reiseberichte flicht Joana Harris Elemente des im Titel genannten „culture clashs“ ein, mit denen die fünf Europäer konfrontiert werden. Da ist beispielsweise die ihnen nicht geläufige Kunst des „queuing„, also des Schlangestehens, sie lernen „Sorry“ zu sagen, auch wenn ihnen ein anderer auf den Fuß tritt, dass man in einem Pub sein Bier selbst am Bartresen abholt, und dass es wichtig ist zu wissen, wie man in Devon und in Cornwall beim Afternoon Tea seine Scones in der richtigen Reihenfolge anrichtet.

Das Buch ist mit sehr viel (britischem) Humor geschrieben und hat mir sehr viel Spaß gemacht. Ich habe fast über alle bereisten Orte und absonderlichen Traditionen, die im Buch genannt werden, in meinem Blog schon berichtet, was mich bei der Lektüre besonders freute.

Joana Kruse: How Very British! – A Jolly Good Culture Clash Road Trip. Joanaimages 2025. 256 Seiten. ISBN 978-1-0682970-8-3.

Published in: on 21. Dezember 2025 at 02:00  Comments (2)  

Der River Arun in West Sussex…der auch flussaufwärts fließen kann

Arundel in West Sussex mit Brücke über den River Arun und Arundel Castle.
Photo © Steve Daniels (cc-by-sa/2.0)

Der River Arun bleibt auf seiner gesamten Länge von 60 Kilometern der Grafschaft West Sussex treu und macht nicht einmal einen Abstecher in eine benachbarte Grafschaft. Er entspringt im St Leonard’s Forest bei Horsham und macht sich von dort aus auf den Weg in Richtung Meer, auf dem er unter anderem der Stadt Arundel, die nach ihm benannt ist, und der dortigen Burg einen Besuch abstattet. Kürzlich habe ich ihn in Arundel getroffen, wo er unter einer Brücke seines Weges zieht, und dann noch einmal in Littlehampton, wo er sich ins Meer ergießt. Er nimmt an dieser Stelle Abschied vom Festland und dem bei meinem Besuch geschlossenem und daher trist aussehendem Harbour Park, einem Freizeitpark, direkt an der Mündung des Flusses.

Dort stieß ich auf ein Phänomen, das ich bisher nur vom River Severn kannte (siehe hierzu meinen Blogeintrag über den Severn Bore): Bei auflaufender Flut wird das Wasser des Flusses wieder zurückgeschoben; die Gezeitenströmungen, allerdings nicht so stark wie auf dem Severn, wo Surfer sich die Wellen zunutze machen und den Fluss aufwärts befahren können, sind beachtlich und machen sich bis etwa 40 Kilometer landeinwärts noch bemerkbar. Wassersportler nutzen dieses Phänomen, indem sie mit ihren Booten die Strömung zur Hilfe nehmen und so sehr viel leichter „bergauf“ fahren können.

Der River Arun hat eine hohe Fließgeschwindigkeit, wenn ihm nicht alle paar Stunden die Flut entgegen kommt, und ist daher nicht ganz ungefährlich für Wassersportler.

Der Fluss bei Littlehampton, bergauf fließend.
Eigenes Foto.

Der triste, geschlossene Harbour Park.
Eigenes Foto.

Published in: on 20. Dezember 2025 at 02:00  Kommentar verfassen  

„Ticket to Ride“ – Ein Song der Beatles, eine Stadt auf der Isle of Wight und ein Hamburger Bockschein

Die Ryde Pier.
Photo © Chris Allen (cc-by-sa/2.0)

Im Jahr 1965 veröffentlichten die Beatles ihren Song „Ticket to Ride“, eine Single-Auskopplung aus ihrem Album „Help!, der sowohl in Großbritannien als auch in den USA Platz 1 der jeweiligen Charts erreichte (auf Platz 2 in Deutschland).

Es gibt zwei unterschiedliche Erklärungsversuche wie der Song zu seinem Titel kam. Der erste hängt mit der Isle of Wight zusammen, wo es oben im Nordosten eine Stadt namens Ryde gibt. Von hier aus gibt es zwei Fährverbindungen zum Festland: Die Wightlink FastCat verbindet den Ryde Pier Head mit dem Hafen und dem Bahnhof von Portsmouth, Hovertravel verbindet den Ryde Hoverport mit Southsea. John Lennon und Paul McCartney sollen in jungen Jahren von Liverpool nach Portsmouth getrampt sein, von wo aus sie dann nach Ryde übersetzten, um dort eine Cousine von Paul zu besuchen, die einen Pub in der Stadt betrieb. Da John und Paul den Song für die Beatles geschrieben haben, sollen sie damit aus „Ryde“ das Wort „Ride“ gemacht haben, in Erinnerung an ihre Reise zur Isle of Wight. Die Beatles sind nie auf der Insel aufgetreten, haben aber 1969 das berühmte Isle of Wight Festival besucht, um dort Bob Dylan zu treffen.

Kommen wir zum zweiten Erklärungsversuch des Songtitels „Ticket to Ride“, der sich auf die Anfangszeit der Beatles in Hamburg bezieht, wo sie sich auch im Rotlichtmilieu der Stadt aufgehalten haben. Die Prostituierten dort mussten sich in regelmäßigen Abständen einen sogenannten „Bockschein“ besorgen, mit dem sie bestätigen konnten, dass sie keine Geschlechtskrankheiten hatten. Mit diesem „ticket“ hatten die Damen dann die Berechtigung „to ride„, also Geschlechtsverkehr auszuüben.
Welche der beiden Versionen in den Hinterköpfen von John Lennon und Paul McCartney beim Schreiben des Songs auch herumgespukt haben mögen, er ist außerordentlich erfolgreich gewesen und soll mehr als 200 Coverversionen im Gefolge gehabt haben.

Hier ist das Original zu hören und hier als Beispiel eine der Coverversionen von den Carpenters.

Siehe auch meine beiden anderen Blogeinträge über Ryde.

Der Beatles Platz an der Hamburger Reeperbahn.
Photo: arne bratenstein.
Creative Commons NC-SA 2.0

Merkwürdige Ortsnamen im County Durham

Photo © Terry Robinson (cc-by-sa/2.0)

Über merkwürdige Ortsnamen in der Grafschaft Dorset berichtete ich schon einmal (hier mein Blogeintrag); auch das County Durham im Nordosten des Landes hat einige Orte mit ungewöhnlichen Namen. Hier sind ein paar Beispiele:

No Place. Ein kleines Dorf zwischen Beamish und Stanley. Die Bewohner wehrten sich vehement, als 1983 der Ort in Co-operative Villas umbenannt werden sollte. No Place blieb bestehen, Co-operative Villas wurde sozusagen zum Zweitnamen.

Pity Me. Ein Vorort von Durham. Über den Ursprung des Namens gibt es mindestens ein halbes Dutzend verschiedene Versionen, zum Beispiel: „St Cuthberts coffin was dropped here by wandering monks on their way to Durham. The miracle working saint is said to have pleaded with the monks to be more careful and take pity on him“ (so die Webseiten von England’s North East).

Dabble Duck. Heißt auf Deutsch so viel wie „planschende Ente“ und ist ein Gewerbegebiet bei Shildon.

Bearpark. Hier gab und gibt es keine Bären; der Name leitet sich wahrscheinlich von dem französischen Beaurepaire ab.

Crook. Die Bewohner des Dorfes, die „Crooks“, sind mit Sicherheit keine „Gauner“.

Ireshopeburn. Ein kleines Dorf im Weardale.

Man kann im County Durham auch eine kleine Weltreise machen, ohne die Grenzen der Grafschaft verlassen zu müssen, so gibt es hier ein Toronto, ein Quebec, ein Bloemfontein, ein Bishop Auckland und ein Portobello.
Wer sich eingehender mit dem Thema beschäftigen möchte, dem kann ich das Buch „A Dictionary of County Durham Place-names“ von Victor Watts empfehlen (English Place Name Society 2002).

Photo © Mat Fascione (cc-by-sa/2.0)

Eine der Straßen in Crook, in der viele „Crooks“ wohnen.
Photo © Des Blenkinsopp (cc-by-sa/2.0)

Ireshopeburn.
Photo © Peter McDermott (cc-by-sa/2.0)

Photo © Hugh Mortimer (cc-by-sa/2.0)
Published in: on 18. Dezember 2025 at 02:00  Comments (1)  

The British Butler Institute – Eine der weltweit renommiertesten Ausbildungsstätten für Butler

Wenn ich das Wort „Butler“ höre, muss ich immer automatisch an Charles Carson denken, der in der TV-Serie „Downton Abbey“ seinen Beruf so wundervoll verkörperte, dargestellt von Jim Carter.
Vor fünfzehn Jahren habe ich in meinem Blog schon einmal über die Ivor Spencer International School for Butler Administrators/ Personal Assistants and Estate Managers geschrieben, die im Londoner Stadtteil Dulwich Butler ausbildete, die aber nach dem Tod seines Gründers Ivor Spencer im Jahr 2009 geschlossen worden ist.

Wer heute den Beruf des Butlers ergreifen möchte, der kann das in England beispielsweise im British Butler Institute tun, das zu den weltweit renommiertesten Ausbildungsstätten gehört, dessen Trainingscentre in der Londoner Buckingham Gate Road liegt und dessen Chef Gary Williams ist, der seine Ausbildung in Ivor Spencers Schule erhalten hat.
Butler gibt es nicht nur in herrschaftlichen Häusern, sondern auch in 5*-Hotels, auf Luxusyachten und in Privatflugzeugen. Was wird im British Butler Institute nun alles unterrichtet?
Zu den Unterrichtsfächern zählen unter anderem Etikette und internationales Protokoll, Blumengestaltung und -pflege, Zigarrenservice, Koffer packen und auspacken, Wein- und Champagnerpräsentation, Anrichten / Garnieren / Serviettenfalten, Erwartungen von VIPs und Prominenten verstehen und vieles andere mehr.

Das British Butler Institute bildet auch Servicekräfte aus, die später auf höchstem Niveau in allen möglichen anderen Branchen arbeiten können, wobei internationale Spitzenhotels an vorderster Front stehen. Trainingskurse finden weltweit an besonderen Orten statt wie zum Beispiel im Burj Al Arab-Hotel in Dubai, im Grand Hyatt in Bangkok oder auf den Malediven.

Die Butler-Kurse, die in London abgehalten werden, dauern in der Regel zwischen fünf Tagen und drei Wochen.

Gary Williams hat ein Buch geschrieben, das sich mit der Thematik befasst den Titel „Excellence: The Empirical 5 Golden Pillars of Life in Service“ trägt und im Jahr 2020 erschienen ist.

Published in: on 17. Dezember 2025 at 02:00  Kommentar verfassen  

Christmas at Harrods

Photo © Christine Matthews (cc-by-sa/2.0)

Vielleicht erinnert sich noch jemand an die Mr. Bean Sketche „Merry Christmas, Mr. Bean„, in deren erstem Teil er das Londoner Kaufhaus Harrods zur Weihnachtszeit unsicher macht. Harrods erstrahlt in dieser Zeit sowohl innen wie außen in besonderem Glanz (es sei denn Mr. Bean zieht den Hauptstecker für die Außenbeleuchtung). In der Christmas World findet man, wie dieser Film zeigt, Geschenkideen und so ziemlich alles, was man für Weihnachten benötigt. Da Harrods ein Edelkaufhaus ist, bekommt man hier natürlich Erlesenes und Kostspieliges wie zum Beispiel Nussknacker für über £1500 oder den Ultimate Christmas Hamper für £5500. Der beliebte Harrods-Weihnachts-Sammel-Bär heißt in diesem Jahr Alfie, er ist 34 cm groß und kostet £40.
Hier sind einige weihnachtliche Impressionen von Harrods aus den letzten Jahren:

Photo © Neil Theasby (cc-by-sa/2.0)

Photo: megoizzy.
Creative Commons 2.0

Photo: JournalDesVitrines. com.
Creative Commons NC-SA 2.0

Photo: kmoliver.
Creative Commons NC-ND 2.0

Photo: Mark Morgan Trinidad B.
Creative Commons 2.0

Published in: on 16. Dezember 2025 at 02:00  Comments (3)  

Kelmscott Manor – Das Landhaus des William Morris (1834-1896) in Kelmscott in Oxfordshire

Photo © Philip Halling (cc-by-sa/2.0)

Hin und wieder musste sich der Allround-Künstler William Morris, der von 1834 bis 1896 lebte, und überwiegend in London arbeitete, aus der Großstadt aufs Land zurückziehen, und dazu hatte er zwei Häuser, das Red House in Bexleyheath am Rande Londons (siehe hierzu meinen Blogeintrag), das er aber schon nach wenigen Jahren wieder verließ, und das gemietete Kelmscott Manor in dem ruhigen Dörfchen Kelmscott in der Grafschaft Oxfordshire, nahe der Themse gelegen, und nur wenige Schritte von der Dorfkirche, der St George’s Church, entfernt. William Morris wohnte und arbeitete hier von 1871 bis zu seinem Tod 1896. Das Haus mit seinen Gärten diente ihm als Inspirationsquelle für sein künstlerisches und literarisches Schaffen. Künstler der Arts-and-Crafts-Bewegung gingen in dem im 16. Jahrhundert erbauten Kelmscott-Manor ein und aus, in dem auch Morris‘ Frau Jane und seine beiden Töchter Jane und May lebten.

Seit 1962 gehört das Haus gehört der Society of Antiquaries of London, die es pflegt und für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht hat. Hier findet sich eine umfangreiche Sammlung von Kunstwerken und Objekten des Vaters der Arts and Crafts-Bewegung. Kelmscott Manor ist immer von April bis Ende Oktober geöffnet, jeweils von Donnerstag bis Samstag; der Besuch der Gärten ist kostenlos.

Wer dem Grab der Familie Morris einen Besuch abstatten möchte, der muss sich nur zur Dorfkirche von Kelmscott begeben. Es ist von dem Architekten Philip Webb entworfen worden. Das Design soll sich an der Form von Grabhäusern aus der Wikingerzeit orientiert haben, einer Zeit für die sich der Künstler sehr interessiert hatte. Begraben sind hier auch Morris‘ Ehefrau und seine beiden Töchter.

Dieser Film zeigt einen Rundgang durch das Haus und die Gärten.

Photo © Bill Nicholls (cc-by-sa/2.0)

Photo © Michael Garlick (cc-by-sa/2.0)

Im Shop vom Kelmscott Manor.
Photo © Michael Garlick (cc-by-sa/2.0)

Die Grabstätte der Familie Morris auf dem Kirchhof der St George’s Church in Kelmscott.
Photo © Brian Robert Marshall (cc-by-sa/2.0)

Ungewöhnliche Pubnamen – The Frog and Nightgown in Faygate (West Sussex)

Photo © Dave Spicer (cc-by-sa/2.0)

Recherchiert man im Internet unter „frog“ und „nightgown“, so erhältlich man viele Bilder, die Nachthemden mit Fröschen zeigen, überwiegend chinesischer Provenienz. Doch es gibt auch einen Pub, der den ungewöhnlichen Namen The Frog and Nightgown trägt; er ist in dem kleinen Dorf Faygate in West Sussex zu finden, zwischen Horsham und Crawley gelegen. Das Pubschild zeigt einen Frosch, der auf einem elegant drapierten, rosa Nachthemd sitzt. Der Pub wird auch als „the fastest pub in West Sussex“ bezeichnet, denn in Faygate ist die Firma Playmini Ltd ansässig, ein Unternehmen, das sich auf den Motorsport und auf klassische Mini-Cooper spezialisiert hat.

Der Pub am Wimlands Lane, ein Free House, hieß früher einmal The Royal Oak, dann erhielt er 1990 seinen neuen, jetzigen Namen. Es verwundert nicht, dass in dem Gasthaus jede Menge Frösche unterschiedlichster Art und Form zu finden sind.
Woher kommt nun dieser merkwürdige Name? Er soll zurückgehen auf eine sehr populäre halbstündige Comedyshow der BBC, die den Titel „Ray’s a Laugh“ trug (hier ist eine Folge zu hören), die von 1949 bis 1961 im Radio gesendet worden ist. Im Mittelpunkt der Show stand Comedian Ted Ray (1905-1977), der in seiner Show immer mal wieder von einem fiktiven Pub mit dem Namen „The Frog and Nightgown“ sprach.

Wer hier einmal hereinschauen möchte: Der Pub hat täglich von 12 Uhr bis 22 Uhr geöffnet, nur sonntags schließt er schon zwei Stunden früher.

Es gibt übrigens in England noch einen weiteren Pub, der The Frog and Nightgown heißt, und der in Newport Pagnell in Buckinghamshire als Teil des Swan Revived Hotels in der High Street zu finden ist.

The Frog And Nightgown
Wimlands Lane
Faygate
RH12 4SS

Published in: on 14. Dezember 2025 at 02:00  Comments (1)  

Nottingham – The City of Caves

Photo © Glyn Baker (cc-by-sa/2.0)

Keine Stadt in Großbritannien ist dermaßen unterhöhlt wie Nottingham, der Grafschaftshauptstadt von Nottinghamshire. Etwa 800 Höhlen sollen es sein, die im Laufe von gut tausend Jahren angelegt worden sind und die unterschiedlichen Zwecken dienten. Da Nottingham auf Sandstein ruht, ließen sich die Höhlen und Tunnel relativ leicht graben. Hier war einmal eine Gerberei untergebracht, die einzige unterirdische Gerberei Englands, die Höhlen dienten im Krieg als Luftschutzbunker, Menschen wohnten hier unten, und ein Teil wurde als Jauchegrube genutzt. Pubs hatten und haben immer noch ihre Lagerräume in den Höhlen wie beispielsweise der uralte The Bell Inn, der Bierfässer und Weinflaschen hier untergebracht hat. Das gilt auch für die beiden anderen sehr alten Pubs in Nottingham, Ye Olde Trip to Jerusalem (siehe dazu meinen Blogeintrag) und Ye Olde Salutation Inn. In Nottingham herrscht kein Mangel an Uralt-Pubs. Alle drei zählen zu den ältesten in ganz Großbritannien. Im Ye Olde Trip to Jerusalem kann man an einer Führung durch die Kellergewölbe teilnehmen, auch die beiden anderen genannten Pubs bieten hin und wieder Führungen an. Höhlen ziehen offenbar Geister an, denn im Ye Olde Salutation Inn sollen angeblich 89 Geister ihr Unwesen treiben, darunter der Geist eines Blumenmädchens namens Rosie, die in dem Höhlensystem ums Leben kam.

City of Caves“ ist auch eine selbstgeführte Tour durch das Höhlensystem unterhalb der Stadt (der Eintritt kostet 11 Pfund). Der Eingang dazu befindet sich neben der Nottingham Contemporary Art Gallery am Garner’s Hill. Die Öffnungszeiten sind täglich von 10 Uhr bis 17 Uhr. Für Menschen mit Gehbehinderungen ist die Tour nicht geeignet. Dieser Film zeigt einen Besuch in den Höhlen.

Photo © Bryn Holmes (cc-by-sa/2.0)

Ye Olde Salutation Inn.
Photo © Chris Whippet (cc-by-sa/2.0)

Im Ye Olde Trip to Jerusalem.
Photo: mk30.
Creative Commons NC-SA 2.0

Photo © David Lally (cc-by-sa/2.0)

The Ultimate London Cheese Crawl – Ein Spaziergang durch London für Käsefreunde

Fortnum&Masons Käseabteilung.
Photo: Steve Evans.
Creative Commons 2.0

Vielleicht erinnert sich noch jemand an den Monty Python-Sketch „Cheese Shop„, in dem John Cleese in einem kleinen Londoner Käse-Spezialitätengeschäft Käse kaufen möchte, und der Verkäufer, gespielt von Michael Palin, jede Frage nach einer bestimmten Käsesorte verneint, bis John Cleese der Geduldsfaden reißt, und er zu einem drastischen Mittel greift.

Ganz anders geht es auf dem Ultimate London Cheese Crawl zu, auf dem die Teilnehmer mit allen möglichen Käsesorten konfrontiert werden, die sie natürlich auch probieren dürfen. Der zweistündige geführte Spaziergang, der an der Statue der Göttin Diana an der Arlington Street in Mayfair beginnt, findet immer samstags und sonntags statt, und richtet sich an Turophile, das sind Käseliebhaber. Stationen auf dem Cheese Crawl sind zum Beispiel die Käseabteilung in dem Londoner Kaufhaus Fortnum&Mason, die einen vorzüglichen Ruf genießt und die Lieferant des Königshauses ist. Stilton und Trüffelkäse stehen für die Teilnehmer hier oft auf dem Programm.
In Little Italy, das um die Clerkenwell Road herum angesiedelt ist, gibt es eine ganz besondere Spezialität, den Formaggio all’Ubriaco, einen italienische Hartkäse, der mit Rotwein veredelt ist, und der auch „drunken cheese“ genannt wird. Die berühmte Käsehandlung Paxton&Whitfield steht ebenso auf dem Programm des Ultimate London Cheese Crawl wie Neal’s Yard Dairy in Covent Garden, und in Covent Garden geht die Tour auch zu Ende. Sie kostet etwa £35 und es können maximal acht Personen teilnehmen. Buchen kann man die Tour unter anderem über die Plattformen Viator oder Eatwith.

Photo: MetaGrrrl.
Creative Commons 2.0

Drunken Cheese.
Photo: add1sun.
Creative Commons NC-SA 2.0

Published in: on 12. Dezember 2025 at 02:00  Comments (2)  

Marc Quinns „Self“ – Ein außergewöhnliches Kunstwerk in der Londoner National Portrait Gallery

Photo: 14GTR.
This work is in the public domain.

Ich habe den Londoner Künstler Marc Quinn vor eingen Jahren in meinem Blogeintrag über den vierten Sockel auf dem Trafalgar Square erwähnt, als er dort sein umstrittenes Kunstwerk „Alison Lapper Pregnant“ ausstellte.
Ganz in der Nähe von diesem „Ausstellungssockel“ ist die National Portrait Gallery, wo ein weiteres, außergewöhnliches Kunstwerk von ihm zu finden ist. Im ersten Stock in Raum 31, in dem viele Totenmasken ausgestellt sind, steht Marc Quinns Selbstporträt „Self“. Wohlgemerkt, Marc Quinn erfreut sich bester Gesundheit, und es handelt sich hier um keine Totenmaske, obwohl sie so aussieht. Das Besondere daran ist, dass dieses Kunstwerk aus einem Abguss von Quinns Kopf aus etwa 5,7 Liter seines eigenen gefrorenen Blutes besteht.
Das Blut wurde dem Künstler in mehreren Sitzungen entnommen, in den Abguss verarbeitet und dann tiefgefroren. Dann kam der Kopf in eine Plastikbox, in der eine Temperatur von -18 Grad Celsius herrscht. Marc Quinn hat sein Werk selbst als „frozen moment on life support“ bezeichnet.

Es ist bereits das fünfte dieser Selbstporträts, das erste erschuf er bereits 1991, und sie sollen seinen körperlichen Wandel und seine Alterungsprozesse dokumentieren, auf sehr ungewöhnliche Weise.

Dieser Film zeigt den Künstler und seine Kunstwerke.

Photo: 14GTR
This work is in the public domain.

Die Londoner National Portrait Gallery.
Photo © Stephen Richards (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 11. Dezember 2025 at 02:00  Comments (2)  

Weihnachten auf Belvoir Castle in Leicestershire

Photo © Richard Croft (cc-by-sa/2.0)

Bald ist es wieder soweit und halb Deutschlnd versammelt sich kurz vor Weihnachten vor dem Fernsehapparat und sieht sich zum x-tenmal den Film „Der kleine Lord“ an, der im Original „Little Lord Fauntleroy“ heißt und der von der ARD gesendet wird. Gedreht wurde der Film zum großen Teil in dem Schloss Belvoir Castle in Leicestershire, über das ich in meinem Blog schon mehrfach geschrieben habe. Für mich gehört es zu den schönsten Schlössern, die ich in Großbritannien besucht habe.

Wie viele andere Schlösser auch putzt sich das Belvoir Castle in der Vorweihnachtszeit besonders heraus. Schön wäre es natürlich, wenn in dieser Zeit auch Schnee fallen würde, dann wäre die Atmosphäre noch ein wenig heimeliger. In diesem Jahr heißt das Thema auf Belvoir Castle „A Magical Night Before Christmas„, und die Besucher können dort, wo schon Little Lord Fauntleroy im Film Weihnachten gefeiert hat, das Schloss in vollem Glanz erleben, das vom 29. November bis zum 30. Dezember jeweils von 10 Uhr bis 17 Uhr seine Pforten geöffnet hat; nur an den beiden Weihnachtstagen hat es geschlossen.

Was wird hier alles in der Vorweihnachtszeit und zwischen den Feiertagen geboten? Im Ballroom werden Weihnachtslieder vorgetragen, für Kinder gibt es einen „Mice Trail„, auf dem sie überall im Schloss auf den Spuren von Mäusen nach Überraschungen suchen können, Santa Claus ist auch in diesem Jahr wieder in der Santa’s Grotto anzutreffen, das Retail Village bietet Anregungen für Weihnachtsgeschenke. Die Erwachsenen sind sicher mehr an einem festlichen Afternoon Tea interessiert, der im Schloss zelebriert wird, aber am schönsten ist sicher wieder das festlich dekorierte und erleuchtete Schloss selbst.
In diesem Instagram-Video stimmt uns die Hausherrin, die Duchess of Rutland, schon einmal darauf ein, was die Besucher in diesem Jahr im Belvoir Castle erwartet und dieser Film zeigt Impressionen vom vorweihnachtlichen Schloss vor zwei Jahren.

Der Eintrittspreis beträgt £30 für Erwachsene und £15 für Kinder.

Photo: DS Williams.
Creative Commons NC-ND 2.0

Photo © Michael Dibb (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 10. Dezember 2025 at 02:00  Comments (5)  

Barbara Anne Castle, Baroness Castle of Blackburn (1910-2002) – Eine britische Politikerin und ihre Beziehung zu dem Dorf Ibstone in Buckinghamshire

Attribution: © European Union, 1998 – 2025

Die Labour Party-Politikerin Barbara Castle, die von 1910 bis 2002 lebte, war so etwas wie eine Ikone in der politischen Landschaft Großbritanniens. Sie war von 1945 bis 1979 Parlamentsabgeordnete für Blackburn in Lancashire und gehört damit zu den am längsten amtierenden weiblichen Abgeordneten in der britischen Geschichte, außerdem war sie Ministerin in unterschiedlichen Ressorts in mehreren Kabinetten. In ihrer Zeit als Verkehrsministerin setzte sie damals die Gurtpflicht und das landesweite Tempolimit von 70 mph (ca. 113 km/h) durch.

Doch in meinem heutigen Blog soll es um ihre Beziehung zu einem kleinen Dorf in Buckinghamshire gehen, namens Ibstone in den Chiltern Hills. Hier war ihr Wohnsitz in den letzten vierzig Jahren ihres Lebens und hierhin zog sie sich zurück, um sich von dem trubeligen Leben in London zu erholen. Ibstones Hauptattraktion ist die denkmalgeschützte Cobstone Windmill, die in dem Film „Tschitti Tschitti Bäng Bäng“ im Jahr 1968 als Werkstatt von Caractacus Potts diente. Knapp 250 Menschen leben in dem kleinen Dorf deren Parish Church St Nicholas heißt. Barbara Castle wohnte auf der Hell Corner Farm, einem Haus aus dem 18. Jahrhundert, in dem sie auch am 3. Mai 2002 starb. Eine kleine Feier für sie wurde im Chiltern Crematorium in Amersham abgehalten, an der nur Familienmitglieder und einige wenige Politiker wie der damalige Parlamentsabgeordnete für Blackburn, Jack Straw, teilnahmen. Die Trauerfeier wurde von Musik von ihren Lieblingskomponisten Ludwig van Beethoven und Vaughan Williams umrahmt. Sie ist nicht in Ibstone beerdigt worden; ihre Asche wurde in den Gardens of the House of Lords in London verstreut.
Barbara Castle hatte keine direkten Nachfahren; ihr Haus in Ibstone erhielt einer ihrer Neffe, und ihre Haushälterin bekam £5000, um damit ihren geliebten Cocker Spaniel Bertie zu. versorgen. Auch die St Nicholas Church ist mit £21 000 bedacht worden.

Ein Denkmal hat man ihr in Ibstone nicht errichtet, das steht dafür seit 2021 auf dem Jubilee Square in Blackburn. Die Bronzestatue wurde von der Bildhauerin Samantha Holland geschaffen; auch eine Straße hat man hier nach der früheren Parlamentsabgeordneten benannt, den Barbara Castle Way.

Hier ist eine Dokumentation über Barbara Castle.

Hell Corner Farm in Ibstone.
Photo © N Chadwick (cc-by-sa/2.0)


Die St Nicholas Church.
Photo © Basher Eyre (cc-by-sa/2.0)

Die Cobstone Windmill.
Photo © David M Clark (cc-by-sa/2.0)

Die Bronzestatue von Barbara Castle in Blackburn; daneben steht die Bildhauerin Samantha Holland.
Photo: BwDBC.
Creative Commons 4.0

Published in: on 9. Dezember 2025 at 02:00  Kommentar verfassen  

Die High Bridge in Lincoln – Die älteste, bebaute Brücke Großbritanniens

Die High Bridge, das Glory Hole und das High Bridge Café.
Photo © Neil Theasby (cc-by-sa/2.0)

Drei Brücken gibt es in Großbritannien, die noch bebaut sind, und sie liegen alle in England. Die bekannteste dürfte die Pulteney Bridge in Bath in Somerset sein, dann ist da noch die Frome Bridge in Frome, ebenfalls in Somerset gelegen, und die älteste von allen ist die High Bridge in Lincoln (Lincolnshire), deren Ursprünge in das Jahr 1160 zurückführen. Die heutige Bebauung stammt aus der Mitte des 16. Jahrhunderts. Es ist die High Street, die über die High Bridge führt, und der überquerte Fluss ist der River Witham. Die enge Flussdurchfahrt unterhalb der Brücke wird als Glory Hole bezeichnet, die Teil einer Bootsfahrt ist (Oliver Boat Trips), die man in Lincoln buchen kann. Im Mittelalter hieß sie Murder Hole, da an dieser Stelle immer wieder in den Fluss geworfene Leichen angespült worden sind. Von der Uferpromenade Waterside aus ist die High Bridge am besten zu sehen, denn wenn man sich auf der denkmalgeschützten Brücke auf der High Street befindet, ist durch die Bebauung von der Brücke nicht viel zu merken.

Früher wurde die High Bridge von Fahrzeugen befahren, heute ist sie Teil einer Fußgängerzone, deren bemerkenswertestes Gebäude sicher das Stokes High Bridge Café ist, das in einem Fachwerkhaus mit der Nummer 207-209 aus dem 16. Jahrhundert untergebracht ist. Daneben und gegenüber finden sich leider wieder viele der in englischen High Streets üblichen Kettenläden.

Die High Bridge Steps, die zum River Witham hinunterführen.
Photo © David Hallam-Jones (cc-by-sa/2.0)

Das Stokes High Bridge Café.
Photo © Colin Smith (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 8. Dezember 2025 at 02:00  Kommentar verfassen  

The Cambridge Footlights – Ein Comedy-Theaterclub in der Universitätsstadt, der schon 1883 gegründet worden ist

Photo © Steve Daniels (cc-by-sa/2.0)

Die Cambridge Footlights, wie sich die in der Universitätsstadt angesiedelte, prestigeträchtige Comedy-Sketch-Theatergruppe nennt, ist schon im Jahr 1883 gegründet worden und ist so eine Art Kaderschmiede für angehende Comedians, aus der herausragende Vertreter ihrer Zunft hervorgegangen sind. Das Stammtheater der Footlights ist das ADC Theatre in der Park Street, das älteste Universitätstheater Englands, das ausschließlich von Studenten geleitet wird. Hier finden regelmäßig die Smokers statt, eine Mischung aus Sketchen und Stand-up Comedy.

Wer hat bei den Footlights nicht alles schon seine Karriere begonnen! Hier sind einige Beispiele:
John Cleese, Graham Chapman und Eric Idle, die Monty Pythons, gehören dazu; dann Stephen Fry und Hugh Laurie, die in „A Bit of Fry and Laurie“ und in „Jeeves and Wooster“ zusammen gespielt haben. Sacha Baron Cohen, der in Cambridge studiert hatte, war Mitglied der Footlights. Er wurde weltweit bekannt durch die Verkörperung der Figuren Ali G, Brüno und Borat. Die Schauspielerinnen Emma Thompson und Olivia Colman gehörten zu der Theatertruppe, genau wie Douglas Adams, der durch sein Werk „Per Anhalter durch die Galaxis“ weltberühmt geworden ist.

Die Auftritte der Footlights finden nicht nur im ADC Theatre statt, sondern auch im Corpus Playroom in der St Edward’s Passage in Cambridge, das dem Corpus Christi College gehört.

Ach ja, auch Prinz Charles ist früher schon einmal bei den Footlights aufgetreten wie dieser Film zeigt. Er studierte von 1967 bis 1970 am Trinity College in Cambridge.

Photo © N Chadwick (cc-by-sa/2.0)

Der Eingang zum Corpus Playroom.
Photo © David Hallam-Jones (cc-by-sa/2.0)
Published in: on 7. Dezember 2025 at 02:00  Kommentar verfassen  

The Little Britain Inn in Vettelschoß bei Bad Honnef im Landkreis Neuwied

Foto: Andreas Axel Kirch / Wikimedia Commons / Creative Commons BY-SA 4.0

Vor einigen Jahren stellte ich in meinem Blog das Krimihotel in Hillesheim in der Eifel vor, in dem es Themenzimmer gibt, die nach Krimifiguren und Krimiautoren benannt sind wie James Bond, Miss Marple oder Edgar Wallace.
Etwas Ähnliches gibt es im Landkreis Neuwied in dem Ort Vettelschoß, genauer gesagt im Ortsteil Kalenborn, den Little Britain Inn. Das Themenhotel bringt ein Stück Großbritannien nach Rheinland-Pfalz und ist von dem britischen Auswanderer Gary Blackburn ins Leben gerufen worden. Hier kann man für einige Stunden oder einige Tage vergessen, dass man in Deutschland ist, denn die Gäste sind umgeben von typisch britischen Gegenständen. Vor dem Eingang des Hotels sitzt Mr Bean auf einer Bank, ein alter roter Doppeldeckerbus steht auf dem Gelände, der die Aufschrift trägt „The Old Man of Skye“, also wohl auf der schottischen Insel im Einsatz war. Wir finden alte rote Briefkästen und Telefonzellen, eine blaue Police Public Call Box mit einem „Bobby“ davor, Vintage-Autos wie einen Rolls Royce, einen dreirädrigen Reliant Robin mit dem Union Jack und dem Namen des Besitzers darauf und ein schwarzes Londoner (?) Taxi; auch ein Centurion-Panzer, der als Friedensmahnmal dient, ist auf dem Gelände zu bestaunen. Im Garten stoßen wir auf Figuren aus „Alice im Wunderland“ und auch die Queen ist immer wieder präsent, zum Beispiel auf einer Bank vor dem Hotel sitzend.

Die Themenzimmer sind benannt nach Mr. Bean, James Bond, Harry Potter und Agatha Christie; es gibt sogar einen Dinner For One Room. Übernachtungsgästen wird ein English Breakfast Buffet angeboten, nachmittags wird auf Wunsch Afternoon Tea serviert und im Restaurant bekommt man natürlich Fish and Chips, Pies und Stewed Beef.
Ein wunderschönes, exzentrisches Hotel, das in diesem Film ausführlich vorgestellt wird.

The Little Britain Inn
Bahnhofstraße 12 & 14
53560 Vettelschoß

Foto: Andreas Axel Kirch / Wikimedia Commons / Creative Commons BY-SA 4.0

Foto: Andreas Axel Kirch / Wikimedia Commons / Creative Commons BY-SA 4.0

Published in: on 6. Dezember 2025 at 02:00  Kommentar verfassen  

Die Itchen Bridge in Southampton (Hampshire)

Photo: IMP1.
Creative Commons NC-ND 2.0

Sie sieht sehr elegant aus, die Brücke über den Fluss Itchen, der sich in Southampton in das Meer ergießt. Der Fluss ist nur 42 Kilometer lang und verbringt sein ganzes Leben in der Grafschaft Hampshire. Die Brücke verbindet das Stadtzenrum von Southampton mit den östlich gelegenen Vororten und wurde am 1. Juni 1977 offiziell eingeweiht. Bevor die Itchen Bridge von motorisierten Fahrzeugen in Beschlag genommen wurde, stand sie einen ganzen Tag lang am 31. Mai ausschließlich Fußgängern zur Verfügung.
Eine paar Daten zur Brücke: Sie ist 800 Meter lang und 28 Meter hoch; sie kostete rund £12 Millionen und ersetzte die Woolston Floating Bridge, eine Fähre, die seit 1836 die beiden Flussufer verband. Die mautpflichtige Brücke ist auch für Fußgänger und Radfahrer zugelassen.

Wie das manchmal mit Brücken so ist, so zieht auch die Itchen Bridge immer wieder Menschen an, die sich das Leben nehmen wollen. Mehr als 200 Menschen haben sich seit Bestehen der Itchen Bridge schon hinuntergestürzt. Um diesen Menschen zu helfen und sie von ihren Absichten abzubringen, ist eine Initiative gestartet worden, an der über 350 Ehenamtliche teilnehmen, die die Brücke rund um die Uhr patrouillieren. Mit Erfolg, denn auf diese Weise sind schon einige potentielle Selbstmörder durch gezielte Ansprache von ihrem Vorhaben abgerückt. Es wird schon seit langem in Southampton darüber debattiert, Sicherheitsmaßnahmen an der Brücke, wie zum Beispiel Netze, anzubringen, was an anderen Brücken die Selbstmordraten deutlich minimert hat, doch zu einem endgültigen Ergebnis scheint man noch nicht gekommen zu sein.

Dieser Film zeigt die Brücke von einer Drohne aus gesehen und dieser Film zeigt eine Überfahrt über die Itchen Bridge.

Photo: Adam Currie.
Creative Commons NC-ND 2.0

Photo © Rob Candlish (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 5. Dezember 2025 at 02:00  Comments (1)  

Die Peelian Principles des Sir Robert Peel (1788-1850) – Die neun Leitlinien der modernen, ethischen Polizeiarbeit der Londoner Metropolitan Police

Porträt Sir Robert Peels von Henry William Pickersgill in der National Portrait Gallery.
This is a faithful photographic reproduction of a two-dimensional, public domain work of art.

The police are the public and the public are the police“ verkündete Sir Robert Peel (1788-1850) als er 1829 in London als Innenminister mit dem Metropolitan Police Act die erste moderne Polizeitruppe im Königreich errichtete. Um seinen Polizisten Leitlinien für ihre Arbeit an die Hand zu geben, entwickelte er die sogenannten Peelian Principles, die noch heute weitgehend die ethischen Grundlagen für die Metropolitan Police bilden. Für Sir Robert Peel waren Polizisten Bürger in Uniform und sollten unbewaffnet sein. Ob Peel die Anweisungen persönlich verfasst hatte, ist nicht ganz klar. Man vermutet, dass die beiden damaligen Londoner Polizeipräsidenten Charles Rowan und Richard Mayne sie formuliert haben, auf jeden Fall sind die neun Punkte als Peelian Principals in die Geschichte eingegangen.
Hier sind sie in verkürzter Form:

  1. The basic mission is to prevent crime and disorder.
  2. Police power is dependent on public approval of their existence, actions, and behavior.
  3. Public approval is secured by gaining the willing cooperation of the public in observing the law.
  4. The extent of public cooperation diminishes the need for physical force.
  5. Police seek public favor by demonstrating impartial service to the law and by offering service and friendship to the public.
  6. Physical force should be used only when persuasion, advice, and warning are insufficient.
  7. Police are members of the public who are paid to perform duties incumbent on every citizen.
  8. Police should refrain from usurping the powers of the judiciary and stick to their executive functions.
  9. The test of police efficiency is the absence of crime and disorder, not the visible evidence of police action. 

Als die Metropolitan Police 1829 ihre Arbeit aufnahm, bestand die Polizeitruppe aus 895 Constables, 88 Sergeants und 20 Inspectors. Genannt wurden sie Peelers oder Bobbies, nach dem Nachnamen beziehungsweise Vornamen des Innenministers.

Hier sind die Peelian Principles noch einmal etwas ausführlicher im Bild zusammengefasst.

The Model Village in Godshill auf der Isle of Wight

Photo: diamond geezer.
Creative Commons NC-ND 2.0

Zu den bekanntesten Miniaturdörfern Englands gehört sicher das Bekonscot Model Village in Beaconsfield in Buckinghamshire, nicht zuletzt auch durch Episode 71 der TV-Krimiserie „Midsomer Murders“, die den Titel „Small Mercies“ trägt (dt. „Böse kleine Welt“), in der Inspector Barnaby ermittelt; siehe hierzu meinen Blogeintrag.

Ein weiteres Miniaturdorf finden wir auf der Isle of Wight in dem Dorf Godshill, zwischen Newport und Ventnor gelegen. Das Godshill Model Village wurde schon 1952 gegründet und ist im Maßstab 1:10 gehalten. Es zeigt die Orte Godshill und Shanklin wie sie in den 1920er und 1930er Jahren ausgesehen haben und steht auf dem Gelände eines sogenannten Partnergartens der Royal Horticultural Society (RHS), das ist ein unabhängiger Garten, der die gemeinnützige Arbeit der RHS unterstützt. Etwa 3000 Miniaturbäumchen und -sträucher geben dem Dorf den entspechenden Rahmen. Reetgedeckte Häuser, Pubs und Kirchen sorgen für eine typisch englische Atmosphäre, und die Liebe zum Detail ist überall zu finden. Besonders witzig ist, dass in dem Miniaturdorf noch zwei weitere, kleinere Miniaturdörfer zu entdecken sind. Modelleisenbahnen fahren durch das Gelände, es gibt einen Flugplatz, ein Luftschiff scheint gerade starten zu wollen. Auf dem Dorfanger wird ein Cricketspiel ausgetragen und auf dem Fußballplatz ist sogar ein „streaker“ zu sehen, also jemand, der nackt das Spielfeld erstürmt; man braucht Stunden, um auch nur einen Teil der vielen Details der großen Anlage sehen zu können.
Hier ist ein Film über das Godshill Model Village zu sehen. Ab dem 23. März 2026 ist es wieder geöffnet. Der Eintrittspreis beträgt £8.50.

Model Village
High Street
Godshill
Ventnor PO38 3HH

Photo © Michael Garlick (cc-by-sa/2.0)

Das Miniaturdorf im Miniaturdorf.
Photo: Purple Heather.
Creative Commons NC-ND 2.0

Vor der Kirche findet gerade eine Hochzeit statt.
Photo © Gareth James (cc-by-sa/2.0)

Photo: Purple Heather.
Creative Commons NC-ND 2.0

Published in: on 3. Dezember 2025 at 02:00  Comments (1)  

Charles John Phipps (1835-1897) – Der bedeutendste Architekt für Theaterbauten in der viktorianischen Zeit

Photograph of Phipps by Alexander Bassano; the author died in 1913, so this work is in the public domain.

Am 25. März 1835 wurde Charles John Phipps in Bath in Somerset geboren. Er absolvierte eine Ausbildung in einem Architekturbüro der Stadt, und in jungen Jahren gründete er bereits ein eigenes Büro in Bath, wo er Gebäude in neugotischem Stil entwarf. Als Phipps im Jahr 1862 den Auftrag bekam, das Theatre Royal in seiner Geburtsstadt, das einem Brand zum Opfer gefallen war, wieder aufzubauen, entdeckte der Architekt, dass der Bau von Theatern zu seinem Lebensinhalt werden sollte.

Nach der Fertigstellung des Theaters zog Phipps mit seiner Familie nach London, wo er sich in Bloomsbury am Mecklenburgh Square niederließ, und wo er auch sein neues Büro bezog. Von hier aus sollte er in seiner gesamten Laufbahn mehr als siebzig Theater in Großbritannien und in Irland entwerfen, viele davon in seiner neuen Heimat London. Dazu gehören beispielsweise das Vaudeville Theatre und das Savoy Theatre, beide am Strand in der City of Westminster gelegen, das Prince of Wales Theatre in der Coventry Street und das Garrick Theatre an der Charing Cross Road. Alle diese Theater sind noch heute in Betrieb.
Außerhalb von London war Charles John Phipps unter anderem aktiv in Edinburgh, wo er das Royal Lyceum Theatre baute, in Nottingham und in Brighton, wo er die jeweiligen Theatre Royals entwarf, und in Eastbourne, wo er für den Bau des Royal Hippodrome Theatre verantwortlich war.

Eine Delle bekam die Karriere des Architekten durch den Bau des Theatre Royal in Exeter, das am 5. September 1887 einer Brandkatastrophe zum Opfer fiel, bei dem 186 Menschen ums Leben kamen. Man machte ihn mitverantwortlich, weil die Sicherheitsvorkehrungen im Theater mangelhaft gewesen sein sollen.

Charles John Phipps starb am 25. Mai 1897 in London und wurde auf dem Highgate Cemetery beigesetzt.

Das Theatre Royal in Bath wie es heute aussieht.
Photo © Robert Lamb (cc-by-sa/2.0)

Das Savoy Theatre in London.
Photo: It’s No Game.
Creative Commons 2.0

Das Theatre Royal in Nottingham.
Photo © Richard Hoare (cc-by-sa/2.0)

Das Theatre Royal in Brighton
Photo: Jim Linwood.
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Die Grabstelle von Charles John Phipps und seiner Frau Honnor auf dem Londoner Highgate Cemetery.
Photo: Simon Edwards Esq.
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Published in: on 2. Dezember 2025 at 02:00  Kommentar verfassen