Die Brunnenkressefelder von Ewelme in Oxfordshire

Der Ewelme Brook.    © Copyright Andrew Smith and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Der Ewelme Brook.
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Zu einem richtigen Afternoon Tea gehören auf jeden Fall Gurkensandwiches und darauf gehört selbstverständlich Brunnenkresse. Der Anbau, besser gesagt die Ernte, ist nicht ganz unproblematisch. Pflanzenviren und Pilzkrankheiten befallen häufig die im Wasser lebende Kresse, so dass bei der Ernte viel Wert auf die Reinigung gelegt werden muss.

Ewelme in Oxfordshire war ein wichtiger Anbauort seit den 1890er Jahren; hier wurde in großem Stil Brunnenkresse angebaut und bis nach London transportiert, wo sie auf den Märkten von Covent Garden verkauft wurde. Auch andere Großstädte wie Manchester und Birmingham waren Abnehmer der Brunnenkresse aus Ewelme. Angebaut wurde die Pflanze im Ewelme Brook, der sich an der High Street entlang zieht.
1988 war Schluss mit dem kommerziellen Anbau, da neue Gesundheitsbestimmungen in Kraft traten. Schmutzeinleitungen der angrenzenden Straßen erhöhten das Risiko, dass die Brunnenkresse kontaminiert wurde.

Was tun? Die schönen Kressefelder vernichten? Da sprang zum Glück die Chiltern Society ein, eine Organisation mit dem Ziel “ to maintain the uniqueness of the Chilterns in the face of growing pressures on this part of the country“. Mit ihrer Unterstützung erhielt man die Felder, konnte die Kresse zwar nicht mehr verkaufen, machte daraus aber das Ewelme Watercress Beds & Local Nature Reserve mit einem Besucherzentrum, das über das Pflanzen- und Tierleben und die Geschichte des Brunnenkresseanbaus informiert. Freiwillige und die Mitglieder der Friends of Ewelme Watercress Beds kümmern sich um die Pflege der Pflanzen. Ein Teil der Felder im Ewelme Brook ist frei zugänglich; wer sich intensiver mit dem Thema beschäftigen möchte, kann an einer der geführten Touren teilnehmen, die an jedem ersten Sonntag im Monat um 10.30 Uhr oder um 14 Uhr stattfinden.

Der Ewelme Brook entspringt im Ort an einer Stelle, die King’s Pool genannt wird, nach Heinrich VIII, der darin jedes Mal, wenn er im Ewelme Manor weilte, badete, weil er auf die Heilkraft des Wassers vertraute.

Vielleicht ist dem einen oder anderen der Name Ewelme geläufig: Hier wurden Szenen für mehrere Inspector Barnaby-Folgen gedreht; ich berichtete in meinem Blog darüber.
Im März 2012 war Hollywood zu Gast in dem sehenswerten Dorf, als für den Film „Les Misérables“ (mit Hugh Jackman) Szenen  an der Kirche St Mary the Virgin und in den anliegenden Almshouses aufgenommen wurden. Die Kirchengemeinde durfte sich über £10 000 gefreut haben, die sie von der Produktiongesellschaft erhielt.

Auf dem Kirchhof liegt übrigens der „Drei Mann in einem Boot“-Autor Jerome K. Jerome begraben.

Hier ist ein Film über die Brunnenkressefelder.

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Der King's Pool.    © Copyright Bill Nicholls and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Der King’s Pool.
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Published in: on 2. Mai 2015 at 02:00  Comments (3)  
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3 KommentareHinterlasse einen Kommentar

  1. Die Echte Brunnenkresse (Nasturtium officinale) verlangt nach ganz speziellen hydrologischen und klimatischen Bedingungen, die offensichtlich in Südengland häufig vorhanden sind. Einerseits müssen die Gewässer seicht und langsam fliessend und überdurchschnittlich rein, nicht zu kalt und auch leicht alkalisch sein. Sauberes Quellwasser ist Grundbedingung für das Gedeihen der Brunnenkresse. Andererseits müssen die Gewässer geschützt vor kaltem Wind sein; mit aufgeschütteten Wällen wird oft nachgeholfen. Die „chalk streams“ Südenglands (insbesondere in Wiltshire, Hampshire etc.) erfüllen offenbar diese Bedingungen bestens (laut wiki sollen sich von weltweit insgesamt 210 „chalk streams“ 160 in England befinden!). Vielen Dank für diesen hochinteressanten Beitrag um ein hier eher unbekanntes, in England aber sehr geschätztes Kraut!

    • Vielen Dank für diese interessante Ergänzung zu meinem heutigen Blogeintrag!!

  2. […] einiger Landstriche wie zum Beispiel der Watercress Beds in Ewelme (Oxfordshire), über die ich in meinem Blog schon einmal berichtete, und Bottom Wood bei Stokenchurch […]


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