John “Babbacombe” Lee – The Man They Couldn’t Hang

The Cary Arms Hotel in Babbacombe (Devon). Unterhalb des Hotels stand das "Mordhaus" The Glen.   © Copyright Chris Downer

The Cary Arms Hotel in Babbacombe (Devon). Unterhalb des Hotels stand das “Mordhaus” The Glen.
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John Lee (hier ein Foto), auch als John “Babbacombe” Lee, bekannt, ging in die englische Kriminalgeschichte als “The Man They Couldn’t Hang” ein, denn dreimal versuchte der Henker am 23. Februar 1885 den Mann per Seil hinzurichten – ohne Erfolg; jedes Mal versagte die Klappe auf der Lee stand ihren Dienst.

Doch zuerst zur Vorgeschichte: Am 15. November 1884 wurde Emma Keyse in ihrem Haus The Glen an der Babbacombe Bay bei Torquay in Devon tot aufgefunden. Man hatte ihr die Kehle durchgeschnitten und den Kopf eingeschlagen. Emma Keyse war eine wohlhabende ältere Dame, die es sich leisten konnte, Dienstpersonal zu halten. Einer ihrer Diener, eben jener John Lee, der schon einmal wegen Diebstahls inhaftiert war, wurde als Mörder festgenommen, obwohl die Beweislage sehr dürftig war. Man vermutete, dass er wütend auf seine Arbeitgeberin war, weil sie ihm seinen ohnehin schon kargen Lohn noch mehr kürzen wollte.

Lee, der immer wieder seine Unschuld beteuerte,  wurde zum Tode durch den Strang im Gefängnis von Exeter verurteilt. Und dann geschah das Unglaubliche: James Berry, der Henker testete jedesmal die Funktionsfähigkeit der Klappe, bevor sich Lee mit dem Seil um den Hals daraufstellte, und jedesmal verlief alles einwandfrei. Aber immer, wenn die Todesstrafe vollstreckt werden sollte, klemmte die Klappe – John “Babbacombe” Lee ließ sich einfach nicht aufhängen. Der mutmaßliche Mörder wurde wieder in seine Zelle zurückgebracht und das Todesurteil in eine Gefängnisstrafe umgewandelt.

Nach 22 Jahren wurde Lee entlassen. Er wanderte in die USA aus, wo er 1933 auf “natürliche Weise” starb. Sein Grabstein ist auf dem Forest Home Cemetery in Milwaukee (Wisconsin) zu finden… Das ist aber nur eine Variante über Lees weiteres Leben nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis. Es gibt auch die Variante, dass er nach London zog und dort den “Blitz”, also die deutschen Luftangriffe, überlebte. War Lee wirklich ein Mörder, wo und wann starb er wirklich? Es ist wenig wahrscheinlich, dass man das jemals herausbekommen wird.

Wie nicht anders zu erwarten, nutzte man diese ungewöhnliche Geschichte, um daraus Filme, Bücher und Musik zu machen. Hier einige Beispiele:

- Die englische Folkrock-Gruppe Fairport Convention wandelte 1971 John Lees Schicksal in ein Konzeptalbum mit dem Titel “Babbacombe Lee” um.

- Schon 1912 wurde ein Stummfilm namens ” The Life Story of John Lee, or the Man They Could Not Hang” produziert.

- Ein Film mit dem gleichen Titel erschien 2009 in den USA mit Brandon Wilson und John Hallberg in den Hauptrollen. Hier ist der Trailer zum Film.

- Mike Holgate schrieb 2005 das Buch “The Man They Could Not Hang: The True Story of John Lee” (The History Press, 256 Seiten, ISBN 978-0750936521).

Hier ist ein kurzer Film über den Fall John Lee.

Das Haus The Glen, in dem sich der Mord ereignete, stand dort, wo sich heute ein Parkplatz und ein Toilettenhäuschen, ein paar Schritte vom Cary Arms Hotel entfernt, befindet. 1904 wurde das Gebäude abgerissen. Eine Barkellnerin des Hotels , die am Strand Reste eines alten Seils fand, war so clever (und betrügerisch), einzelne Fäden davon als Originalteile des Galgenstricks zu verkaufen, mit dem John Lee aufgehängt werden sollte.

Published in: on 6. April 2013 at 02:00  Kommentare (1)  
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Mein Buchtipp – Joseph Wambaugh: The blooding: The true story of the Narborough village murders

Eigenes Foto.

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Das Buch, das ich heute empfehlen möchte, erschien bereits 1989, hat aber plötzlich durch Ereignisse in der englischen Stadt Leicester wieder an Aktualität gewonnen. Mit Hilfe der DNA-Analyse konnte vor wenigen Tagen festgestellt werden, dass es sich bei dem unter einem Parkplatz in Leicester gefundenen Skelett tatsächlich um Richard III handelt. Diese Methode, die Mitte der 1980er Jahre genau hier an der Universität von Leicester entwickelt wurde, hat dazu geführt, dass sehr viele Verbrechen in der ganzen Welt aufgeklärt werden konnten, die sonst vielleicht immer noch als ungeklärt gelten würden.

Das erste Mal, dass mit Hilfe des genetischen Fingerabdrucks ein Mörder verurteilt werden konnte, war im Falle der sogenannten Narborough Village Murders, die sich 1983 und 1986 ereigneten und über die minutiös der kalifornische Schriftsteller Joseph Wambaugh in seinem Buch “The blooding: The true story of the Narborough village murders” (dt. “Nur ein Tropfen Blut”) berichtet.

Was war geschehen? Am 21. November 1983 wurde die 15jährige Lynda Mann in der Nähe ihres Elternhauses in Narborough in Leicestershire vergewaltigt und ermordet. Die Polizei konnte den Täter nicht ermitteln. Am 31. Juli 1986 kam die ebenfalls 15 Jahre alte Dawn Ashworth im Nachbardorf Enderby auf die gleiche Weise ums Leben. Ein 17jähriger bekannte sich des letzten Mordes schuldig und die Polizei war sicher, dass dieser junge Mann auch den ersten Mord begangen hatte.

Zu der gleichen Zeit hatte Professor Alec Jeffries von der Universität von Leicester die Methode des genetischen Fingerabdrucks entwickelt. Die Kriminalbeamten, die an den beiden Mordfällen arbeiteten, baten den Professor um Hilfe, der schnell feststellen konnte, dass der inhaftierte Jugendliche nicht der Mörder sein konnte (die Polizei hatte bei den beiden Mordfällen Spermaspuren sicherstellen können). Es folgte eine groß angelegte Aktion, bei der 5000 Männer aus der Region aufgefordert wurden, freiwillig Blut- oder Speichelproben abzugeben. Ohne Erfolg. Später prahlte ein gewisser Ian Kelly damit, er hätte £200 dafür erhalten, dass er unter dem Namen seines Freundes  Colin Pitchfork, der in Littlethorpe wohnte, eine Blutprobe abgegeben habe. Die Polizei erfuhr davon, nahm Pitchfork fest, und die DNA-Analyse zeigte zweifelsfrei, dass er der Mörder der beiden Mädchen war.

Für die Recherchen zu seinem Buch hielt sich Joseph Wambaugh eine Zeit lang in der Region auf und besuchte die Dörfer Narborough, Enderby und Littlethorpe, in denen sich die dramatischen Ereignisse abgespielt hatten. Als ich das Buch damals las, war ich davon so fasziniert, dass ich selbst auch einmal dorthin gefahren bin und mir die Orte, die sich alle im Großraum Leicester befinden, angesehen habe.

Joseph Wambaugh, der viele Bücher über die Arbeit der Polizei von Los Angeles geschrieben hat, verfasste hier eine hochinteressante Dokumentation über zwei Mordfälle, die in die Annalen der englischen Polizeigeschichte eingegangen sind.

Hier ist ein Originalbeitrag von Crimewatch UK (das “Aktenzeichen XY” des britischen Fernsehens), in dem der Fall Dawn Ashworth rekonstruiert wird.

Joseph Wambaugh: The blooding: The true story of the Narborough village murders. Bantam Press 1989. 288 Seiten. ISBN 978-0593017067. Das Buch ist vergriffen, kann aber problemlos antiquarisch beschafft werden.

Die deutsche Übersetzung “Nur ein Tropfen Blut. Der Tatsachen-Roman über den ersten Mordfall der Welt, der mit Hilfe des genetischen Fingerabdrucks gelöst wurde“, erschien 1990 im Hestia-Verlag, 1992 als Taschenbuch im Heyne-Verlag.

Blick auf Narborough.   © Copyright Mat Fascione

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Published in: on 10. Februar 2013 at 02:00  Hinterlasse einen Kommentar  

Reale Morde in Inspektor Barnabys “Midsomer County”

Eigenes Foto.

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In Midsomer Parva, Morton Fendle, Badgers Drift, den kleinen, idyllischen Dörfern im Midsomer County, für die Inspector Tom Barnaby (später John Barnaby) aus Causton zuständig ist, besteht eine größere Wahrscheinlichkeit, eines unnatürlichen Todes zu sterben, als in den Verbrechensmetropolen der USA. Die in dieser Grafschaft umgehenden Mörder suchen sich meist mehr als nur ein Opfer aus, aber dank des fähigen Detective Chief Inspectors und seiner Sergeants werden die Morde alle aufgeklärt.

Wie sieht es denn “mordmäßig” in den Grafschaften Buckinghamshire und Oxfordshire, in denen die meisten Folgen der TV-Krimiserie gedreht wurden, nun wirklich aus? Die beiden Counties zählen zwar nicht zu den Mord-Hochburgen Englands, aber auch hier gab es einige spektakuläre Verbrechen:

Denham (Bucks). Hier wurden u.a. die Episoden 50 “Tote singen nicht” und 61 “Ganz in Rot” gedreht.
Am 22. Mai 1870 ereigneten sich hier Morde, die selbst Mr. Barnaby erschüttert hätten. Der Dorfschmied Emmanuel Marshall und sechs seiner Familienmitglieder wurden an diesem Tage in ihrem Haus in der Cheapside Lane abgeschlachtet. Der 38jährige John Owen war der Täter, der sich an Marshall rächen wollte, weil er seiner Meinung nach zu wenig Lohn von dem Schmied erhalten hatte. Mordmethode: Hammerschläge. Owen wurde von einem Barnaby-Vorgänger gefasst und am 8. August 1870 in Aylesbury aufgehängt.

Chesham (Bucks). Gedreht wurden hier die u.a. Folgen 68 “Morden ist auch eine Kunst” und 35 “Nachts, wenn du Angst hast”.
Am 2. Januar 1971 tötete hier der 17jährige Robert Trimmer im Waitrose-Supermarkt die 16jährige Gillian Randall, die dort arbeitete, mit mehreren Schüssen. Grund: Das Mädchen wollte nicht Roberts Freundin werden, deshalb erschoss er sie. Der Täter wurde zu lebenslänglichem Zuchthaus verurteilt.

Thame (Oxon). Hier fanden zahlreiche Dreharbeiten statt, u.a. für Episode 63 “Leben und Morden in Midsomer” und 46 “Der Krieg der Witwen”.
Am 4. September 2011 wurden in der kleinen Sackgasse Ireton Court die 28jährige Michaela Gol und ihre Mutter Julie Sahin erstochen aufgefunden. Die 20jährige Casey Wilson wurde bei der Tat schwer verletzt. Täter war der türkische Ehemann Michaela Gols, der kurz nach dem Doppelmord auf dem Marktplatz von Thame festgenommen wurde.
Außerhalb von Thame im The Oxfordshire Golf Resort, Hotel and Spa fanden Hotelangestellte im August 2010 den dort arbeitenden Manager Christopher Varian tot auf. Er war von dem albanischstämmigen Kellner Jonathan Limani mit einem Messer attackiert und enthauptet worden. Auch hier lautete das Urteil: Lebenslänglich.

Bledlow (Bucks). Hier wurden z.B. die “Midsomer Murders”-Episoden 6 “Der Schatten des Todes” und 21 “Die Hexe von Setwale Wood” gedreht.
1987 wurde Rachel Partridge in Bledlow Ridge ermordet, die nach einer Party per Anhalter nach Hause fahren wollte. Dabei geriet sie in die Hände von Ronald Cheshire, der die Frau erwürgte.

Ja, da kann man nur froh sein, wenn man nach einem Aufenthalt im Midsomer County bzw. Oxfordshire und Buckinghamshire wieder ungeschoren und lebend nach Hause kommt. Auf der Heckscheibe meines Autos prangt denn auch der Aufkleber” I’ve been to Midsomer…and survived!

Thame (Oxfordshire).Eigenes Foto.

Thame (Oxfordshire).
Eigenes Foto.

Denham (Buckinghamshire).Eigenes Foto.

Denham (Buckinghamshire).
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Bledlow (Buckinghamshire).Eingenes Foto.

Bledlow (Buckinghamshire).
Eingenes Foto.

John George Haigh – Der Säurebadmörder

 

Dieses von der Regierung des Vereinigten Königreichs erstellte Werk ist in der public domain.

Am 10. August 1949 wurde im Wandsworth Prison ein Mann hingerichtet, der in die englische Kriminalgeschichte als der “Säurebadmörder” einging. John George Haigh, in Stamford (Lincolnshire) geboren, gab sich in London gern als wohlhabender Geschäftsmann aus. Er wohnte im Onslow Court Hotel (jetzt das Kensington Hotel) an der Queen’s Gate und machte dort die Bekanntschaft einer reichen Witwe, Olive Durand-Deacon, die sich ebenfalls in diesem Hotel einquartiert hatte. Man kam ins Gespräch und erörterte die Produktion von künstlichen Fingernägeln (Nagelstudios waren damals noch nicht so verbreitet wie heute). Haigh hatte sich in Crawley (West Sussex), südlich von London, in der Leopold Road Nr. 2 einen leerstehenden Lagerraum gemietet und dorthin bat er Mrs. Durand-Deacon am 18. Februar 1949. Er schoss ihr in den Kopf, nahm ihr ihre Juwelen und den Pelzmantel ab und “entsorgte” sie in eine bereitstehende Tonne, in der sich Schwefelsäure befand.
Haigh benahm sich danach nicht sehr geschickt; auf Drängen einer anderen Hotelbewohnerin meldete er das Verschwinden von Olive Durand-Deacon der Polizei, die schnell Verdacht schöpfte und den Lagerraum in Crawley entdeckte. Dort war von der Dame fast nichts als ihr künstliches Gebiss übriggeblieben. Der Pelzmantel und die Juwelen, die Haigh verkauft hatte, tauchten auch bald wieder auf, außerdem gab es einen Zeugen, der ihn mit dem Opfer zusammen in Crawley gesehen hatte. Haigh wurde verhaftet, verurteilt und gehängt.

Nach seiner Verhaftung gab er noch bei der Polizei zu Protokoll, dass Mrs. Durand-Deacon nicht die einzige war, die seinen Mordplänen zum Opfer fiel. Im Juli 1945 hatte Haigh eine Wohnung im Kellergeschoss der Gloucester Road 79 in Kensington gemietet und dort sowohl den jungen William Donald McSwan, als auch dessen Eltern getötet und alle drei in einem Säurebad komplett aufgelöst. Er riss sich den gesamten, nicht unbeträchtlichen Besitz der McSwans unter den Nagel; Geld, das er aber schnell wieder beim Glücksspiel verlor. Die nächsten Opfer waren Dr. Archibald Henderson und seine Ehefrau, mit denen er sich anfreundete (Haigh konnte sehr charmant sein). Auch diese beiden lud er in die Leopold Road nach Crawley ein, tötete sie und packte sie in die Tonne mit der Schwefelsäure.

Knapp 40 Jahre war John George Haigh alt, als ihn der berühmte Richter Sir Travers Humphreys zum Tod verurteilte und er von dem nicht minder berühmten Henker Albert Pierrepoint hingerichtet wurde.

Mehrere Bücher sind über Haigh geschrieben worden, darunter:
Stafford Somerfield: The authentic and revealing story of John George Haigh. Hood Pearson 1950. 127 Seiten. Antiquarisch problemlos zu bekommen. Der Journalist Somerfield verbrachte die letzten Tage mit Haigh.

Hier ist eine dreiteilige Dokumentation übder den Serienmörder:
Teil 1  Teil 2  Teil 3

 

 

Published in: on 24. Oktober 2012 at 02:00  Hinterlasse einen Kommentar  
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The Smiths: Suffer Little Children – Eine Hommage an die Kinder, die den Moormördern Ian Brady und Myra Hindley zum Opfer gefallen sind

Das Saddleworth Moor bei Manchester.
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Vom Juli 1963 bis zum Oktober 1965 hielt eine Mordserie die Gegend um Manchester in Atem. Fünf Kinder im Alter von 10 bis 17 Jahren, Pauline Reade, John Kilbride, Keith Bennett, Lesley Ann Downey und Edward Evans, wurden auf grausame Art getötet und einige von ihnen im Saddleworth Moor, das östlich der Stadt Manchester liegt, vergraben. Am 7. Oktober 1965 nahm die Polizei Ian Brady und Myra Hindleyfest, die für die Morde verantwortlich waren. Beide wurden zu einer lebenslänglichen Gefängnisstrafe verurteilt.

Myra Hindley starb 2002 im Gefängnis, Ian Bradley befindert sich im Ashworth Hospital, einem psychiatrischen Hochsicherheits-Krankenhaus.

Die Mordserie ging in die britische Kriminalgeschichte als die Moors Murders ein. Es wurden zahlreiche Bücher darüber geschrieben und das britische Fernsehen zeigte 2006 zwei Verfilmungen See No Evil: The Moors Murders” und “Longford“.

Die Indie-Rock-Band The Smiths aus Manchester, die von 1982 bis 1987 existierte, nahm sich des Themas in ihrem Song “Suffer Little Children” an, der von Sänger Morrissey und Gitarrist Johnny Marr geschrieben wurde. Es gab damals nach Erscheinen des Albums “The Smiths”, auf der der Titel zu finden war, und der Single Probleme, da einige Angehörige der Opfer daran Anstoß nahmen und in einigen Ladenketten wurden Album und Single aus dem Verkauf genommen.

Hier ist “Suffer Little Children” von The Smiths zu hören.

Das Buch zum Artikel:
Fred Harrison: Brady and Hindley – Genesis of the Moors Murders. Grafton 1987. 256 Seiten. ISBN 978-0586200025.

Jack the Stripper – Ein Londoner Serienmörder, der nie gefasst wurde

Hier, in der Nähe der Hammersmith Bridge, am Themseufer, begann die Mordserie. Hannah Tailford war das erste (?) Opfer Jack the Strippers. - © Copyright Stefan Czapski and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

1888 trieb Jack the Ripper sein Unwesen im Londoner Osten. Fünf Morde gingen auf sein Konto, dann hörte man nie wieder etwas von ihm und er konnte nicht gefasst werden.

Eine ähnliche Mordserie ereignete sich 1964/65, wieder in London. Mindestens sechs Prostituierte (Hannah Tailford, Irene Lockwood, Helen Barthelemy, Mary Flemming, Frances Brown, Bridget O’Hara) fielen einem Serienmörder zum Opfer, dem man den Namen Jack the Stripper gab, da er alle Frauen nach der Ermordung unbekleidet zurückließ. Diese sogenannten “Hammersmith Murders” fielen in den Zuständigkeitsbereichvon Scotland Yards Chief Superintendent John Du Rose, der mit sehr großem Aufwand versuchte, den Täter zur Strecke zu bringen. Über 7000 Interviews mit Verdächtigen wurden geführt, man hatte auch einige heiße Spuren, aber man konnte den Frauenmörder einfach nicht fassen. Die Morde hörten auf. Wieder ein Fall, der in den Annalen der Londoner Polizei als ungelöst geführt wird.

Wie auch im Fall von Jack the Ripper gab es bei seinem Fast-Namensvetter viele Spekulationen, die sich auch in der Literatur niederschlugen. Das Buch “Goodbye Piccadilly, Farewell Leicester Square” aus dem Jahr 1969 von Arthur La Bern basiert auf den Mordfällen; Alfred Hitchcock verfilmte das Buch 1972 unter dem Titel “Frenzy“. Auch die Londoner Journalistin Cathi Unsworth nahm sich in ihrem Krimi “Bad Penny Blues” den ungelösten Jack the Stripper-Morden an.
Chief Superintendent John Du Rose, den es sicher sehr geärgert hat, dass er den Fall nicht lösen konnte (er wurde “Four Day Johnny” genannt, weil er seine Fälle so schnell löste), schrieb über die Hammersmith-Morde in seinen Memoiren “Murder Was My Business“, die 1973 erschienen. Auch “Found Naked and Dead” (1974) von Brian McConnell versucht, etwas Licht in die mysteriösen Prostituiertenmorde zu bringen.

Das Buch zum Artikel:
Neil Milkins: Who Was Jack the Stripper? – The Hammersmith Nudes’ Murders. Rose Heyworth Press 2011. 152 Seiten. ISBN 978-0956851208. Milkins hat eine Theorie, wer der Mörder sein könnte. Hier ein kurzer Film darüber.

Published in: on 20. Februar 2012 at 02:00  Kommentare (2)  
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Mord im Pfarrhaus – Thornbury in South Gloucestershire trauert

St Mary's Church in Thornbury. - Eigenes Foto.

“Mord im Pfarrhaus” lautet der Titel eines berühmten Kriminalromans von Agatha Christie; genau das hat sich in dieser Woche in der Kleinstadt Thornbury in South Gloucestershire ereignet. Reverend John Suddards wurde am Dienstagmorgen, dem 14. Februar, von Bauarbeitern in seinem Pfarrhaus tot aufgefunden; er wurde durch mehrere Messerstiche getötet.

Als ich davon erfuhr, war ich doch sehr bestürzt. Ich bin Dutzende Male an diesem Pfarrhaus in der Castle Street vorbeigefahren, auf dem Weg zu meinem Lieblingshotel, dem Thornbury Castle Hotel, das ich in meinem Blog ja schon mehrfach erwähnte. Das Pfarrhaus liegt direkt am Beginn der Einfahrt zum Hotel, knapp 100 Meter vom Castle entfernt. Exakt ein Monat vor dem Mord  war ich zuletzt für einige Tage hier.

Reverend John Suddards war für die Kirchen St Mary’s, die direkt an das Hotel angrenzt, St Paul’s, am Ortsrand, und St Arilda’s in Oldbury-on-Severn, das ich erst kürzlich in meinem Blog vorstellte, zuständig. Seit sechs Monaten war er erst in Thornbury tätig und in seiner Gemeinde sehr beliebt.

Übernommen wurde der Mordfall von der Avon & Somerset Police, unter der Leitung von Detective Chief Inspector Simon Crisp, der auch schon schnell einen Verdächtigen festnahm. Ob es sich bei ihm um den wirklichen Täter handelt und was für ein Motiv hinter der Tat steckt, ist bis zu diesem Zeitpunkt nicht bekannt.

Die Kleinstadt Thornbury trauert um ihren Vikar und ist geschockt, denn Gewaltverbrechen sind hier selten; ein Mord ist seit Menschengedenken nicht verübt worden.

Hier ist ein Bericht der Daily Mail über den Mordfall in Thornbury und hier ein Beitrag von BBC Bristol mit einem kurzen Film.

Nachtrag vom 10.03.2012: Inzwischen ist der 47jährige Stephen Farrow von der Polizei festgenommen worden. Er steht auch unter dem Verdacht,  zu Beginn des Jahres die 77jährige Betty Yates in Bewdley in Worcestershire ermordet zu haben.

St Paul's in Thornbury. - © Copyright Jonathan Billinger and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

St Arilda's in Oldbury-on-Severn. - Eigenes Foto.

Published in: on 17. Februar 2012 at 08:10  Hinterlasse einen Kommentar  
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Neighbourhood Watch – Eine erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Bürgern und der Polizei

Author: Yohan euan o4. This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license.

Wenn ich den Begriff “Neighbourhood Watch” höre, muss ich unwillkürlich an ältere Damen denken, die in ihren rosenumrankten Cottages hinter Gardinen misstrauisch beäugen, was sich auf der Dorfstraße so alles abspielt und dem Village Constable ihre Beobachtungen mitteilen, der dann auf seinem Fahrrad herbeiradelt und die verdächtigen Dinge in Augenschein nimmt.

Ganz so “Miss Marplish” spielt sich das heute natürlich nicht ab. Seit knapp 30 Jahren gibt es die Institution Neighbourhood Watch in Großbritannien, die nach amerikanischem Vorbild erstmals 1982 in Mollington (Cheshire) ausprobiert wurde.

Wenn man durch englische Dörfer oder Städte fährt, sieht man häufig Schilder mit der Aufschrift “This is a Neighbourhood Watch Area“, die potentielle Gesetzesbrecher darauf aufmerksam machen, dass man in dieser Gegend besonders genau hinschaut, wer sich hier aufhält und verdächtig macht.
Rund 10 Millionen Menschen sollen in Großbritannien an dieser Kampagne aktiv teilnehmen, die von der Polizei unterstützt aber nicht geleitet wird.

Ziele von Neighbourhood Watch sind
- Verbrechen bereits im Vorfeld zu unterbinden durch aufmerksames Beobachten der näheren Umgebung und durch verstärkte Sensiblisierung der Bürger gegenüber kriminellen Handelns.

- Unterstützung der örtlichen Polizei durch rechtzeitige Information über verdächtige Bewegungen im Ort.

- Stärkung des Gemeinschaftsgefühls, auch indem man sich um die Gefährdung speziell älterer Menschen kümmert und diese auf mögliche Gefahren hinweist.

Ansprechperson sowohl für die teilnehmenden Bürger als auch für die Polizei ist der Neighbourhood Watch Co-ordinator, der sich z.B. um die Weitergabe von Informationen in beide Richtungen kümmert. Koordinator und “Watcher” arbeiten alle ohne Bezahlung.

Die Polizei ist heute nicht mehr in der Lage, mit allen Problemen fertig zu werden, die sich aus Verbrechen und unsozialem Verhalten ergeben, und sie ist auf die Mitarbeit der Gemeinschaft angewiesen. Neighbourhood Watch hat sich als eine gute und wirkungsvolle Möglichkeit erwiesen, verantwortungsbewusste Bürger in diese präventive Arbeit mit einzubeziehen.

Mollington in Cheshire. Das erste Neighbourhood Watch-Dorf Englands. - © Copyright Dennis Turner and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Published in: on 3. Oktober 2011 at 02:00  Hinterlasse einen Kommentar  
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22. August 1961- Heute vor 50 Jahren ereignete sich der “A6-Mord” bei Clophill (Bedfordshire)


Die A6 am Deadman's Hill. Hier ereignete sich der Mord am 22.08.1961. - © Copyright Rodney Burton and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Der “A6-Mord” ist einer jener Mordfälle, der in die englische Kriminalgeschichte eingegangen ist, zumal auch heute noch Zweifel daran bestehen, ob der wirkliche Mörder damals hingerichtet worden ist.

In den Abendstunden des 22. Augusts 1961 trafen sich der verheiratete Michael Gregsten und seine Geliebte Valerie Storie wieder einmal zu einem Schäferstündchen in Gregstens Auto an einem Kornfeld bei Dorney in Buckinghamshire. Plötzlich erschien ein bewaffneter Mann neben ihnen, der sie in ihrem eigenen Auto kidnappte. Am Deadman’s Hill an der A6, nahe des Ortes Clophill in Bedfordshire, musste Gregsten anhalten und wurde im Auto von dem Kidnapper mit zwei Kopfschüssen getötet. Valerie Storie wurde vergewaltigt und gezwungen, auszusteigen, woraufhin der Killer fünf  Schüsse auf sie abfeuerte. Storie überlebte schwer verletzt und war für den Rest ihres Lebens von der Hüfte abwärts gelähmt.

Am 9. Oktober nahm die Polizei in Blackpool einen Kleinkriminellen namens James Hanratty fest,  den Valerie Storie als den Mörder ihres Freundes identifizierte. Während des ganzen Gerichtsverfahrens beteuerte Hanratty seine Unschuld, wurde von den Geschworenen aber für schuldig befunden und zum Tode verurteilt. Am 4. April 1962 hängte man James Hanratty im Bedford Prison auf; er war einer der letzten in England, an dem die Todesstrafe vollstreckt wurde.

Schon während der polizeilichen Untersuchung kamen Zweifel an der Schuld Hanrattys auf. Ein gewisser Peter L. Alphon sagte, dass er den Mord begangen habe, zog dann diese Äußerung wieder zurück und blieb auch weiterhin eine mysteriöse Figur in dem Fall.

Im Laufe der Jahre wurde der Fall Hanratty auf Drängen seiner Familie noch mehrmals neu aufgerollt, aber die Polizei kam zu keinen anderen Ergebnissen. 2001 wurde seine Leiche exhumiert, um eine DNA-Probe zu entnehmen. Aber auch die DNA erwies sich als übereinstimmend mit den Spuren, die am Tatort gefunden wurden. Einige Zweifler hielten es für möglich, dass die DNA kontaminiert worden ist und waren nach wie vor von Hanrattys Unschuld überzeugt.

Mehrere Bücher wurden über den “A6 Murder” geschrieben. War James Hanratty wirklich derjenige, der an dem verhängnisvollen Abend an der A6 in Bedfordshire die tödlichen Schüsse auf Michael Gregsten abgab oder wurde hier tatsächlich ein unschuldiger Mensch hingerichtet?

Hier sind Original-Filmaufnahmen aus den 1960er Jahren zu sehen.

Published in: on 22. August 2011 at 08:44  Hinterlasse einen Kommentar  
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“Madeleine” – Ein neues Buch über das in Portugal verschwundene Mädchen Madeleine McCann

Am 12. Mai erscheint auf dem englischen Buchmarkt eine neue Veröffentlichung über Maddie, die seinerzeit vierjährige Madeleine McCann, die am 3. Mai 2007 aus der portugiesischen Ferienanlage Praia da Luz spurlos verschwand. Geschrieben hat das Buch, kurz “Madeleine” (Bantam Press, ISBN 978-0593067918), Maddies Mutter Kate McCann, zum einen, um erneut die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf diesen nach wie vor ungelösten Fall zu lenken, zum anderen, um mit dem Verkaufserlös des Buches die benötigten Geldmittel zu bekommen, um die Privatdetekteien zu bezahlen, die immer noch versuchen, eine Spur des Mädchen zu finden.

Der Erscheinungstermin des Buches fällt auf Madeleines 8. Geburtstag. Ihre Eltern geben nicht auf und kämpfen weiter, immer in der Hoffnung, dass ihre Tochter doch noch lebt. Das Leben der McCanns hat sich seit jenem Tag im Mai 2007 drastisch verändert. Der Herzspezialist Gerry McCann arbeitet wieder, aber Kate McCann, ebenfalls Ärztin, praktiziert nicht mehr. Sie kümmert sich um ihre anderen beiden Kinder und hat eben jenes Buch geschrieben. Geholfen hat dabei übrigens J.K. Rowling, die Autorin der Harry Potter-Bücher.

Die Publikation des Buches geht einher mit zahlreichen Fernsehinterviews in Großbritannien, den USA und Portugal, was Madeleines Mutter eigentlich gar nicht liegt, aber sie nimmt es in Kauf. Die Hoffnung, ihre Tochter eines Tages doch wieder in die Arme schließen zu können, wird genährt durch ähnliche Fälle, bei denen z.B. in Kalifornien die elfjährige Jaycee Dugard nach 18 Jahren in den Händen ihres Kidnappers wieder auftauchte oder Natalia Kampusch in Österreich, die acht Jahre in Gefangenschaft lebte.
Ich hoffe sehr, dass sich das Buch gut verkauft und genug Geld zusammenkommt, damit vielleicht doch eines Tages der Durchbruch im Fall Maddie gelingt.

Weitere Büchere zum Fall Maddie:

- Danny Collins: Vanished: The Truth About the Disappearance of Madeleine McCann (John Blake Publ. 2008)

- The Madeleine Investigation: Incompetence or Corruption?: Why are Madeleine’s Abductors Still at Large? We Ask Questions the Portuguese Police MUST Answer (AuthorHouse 2009)

Goncalo Amaral: Maddie – Die Wahrheit über die Lüge (Argo-Verlag 2009)

Daniela Prousa: Analyse des Vermisstenfalles Madeleine McCann (WiKu-Verlag 2010)

Nachtrag: Am 16. September 2011 ist die Übersetzung des Buches erschienen: “Madeleine: Das Verschwinden unserer Tochter und die lange Suche nach ihr” (Bergisch Gladbach: Lübbe, ISBN 978-3785724439)

Published in: on 12. April 2011 at 04:00  Kommentare (1)  
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Crime Maps – Ein neuer Service der britischen Polizei

Author: Abu badali. This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 2.5 Generic license.

Seit Anfang des Jahres bietet die britische Polizei für England und Wales einen neuen Online-Service, die sogenannten Crime Maps, also Übersichtskarten, wo Verbrechen stattgefunden haben. Unter der Adresse www.police.uk kann man in einem Eingabefeld eine Postleitzahl oder Ort und Strasse eintippen und erhält sofort die Angaben über die Verbrechen und Verbrechensarten, die im vergangenen Monat dort verübt worden sind. Außerdem werden noch die polizeilichen Ansprechpartner, teils mit Foto, genannt, die für die jeweilige Region zuständig sind.

Hier ein Beispiel. Wie man sieht, informiert hier die West Mercia Police via Twitter sehr aktuell, was sich in Bromyard, Herefordshire, verbrechensmäßig tut; die örtlichen Polizisten werden vorgestellt, Telefonnummern und E-Mailadressen genannt. Das ist alles sehr übersichtlich angeordnet.

Als die Crime Maps freigeschaltet wurden, brach am ersten Tag zeitweise der Server zusammen, weil die Anfragen extrem hoch waren. Mittlerweile hat sich das normalisiert.
In der Hitliste der Straßen mit der höchsten Kriminalitätsrate führt zurzeit die Straße Glovers Court in Preston, Lancashire,  in der allein im Monat Dezember 2010 mehr als 150 Verbrechen oder Fälle antisozialen Verhaltens gemeldet wurden. Die Anwohner von Glovers Court wehrten sich in einem Beitrag von Sky News gegen den schlechten Ruf ihrer Straße und meinten, dass der Zusammenhalt der Menschen dort sehr gut wäre und sie die hohe Kriminalitätsrate nicht nachvollziehen könnten.
Ein weiterer Einwand gegen die Crime Maps ist, dass die Grundstücke und  Häuser in Gegenden, wo die Verbrechensrate hoch sein soll, schnell an Wert verlieren würden.

Bisher gab es Crime Maps schon vereinzelt für große Städte; eine derart umfangreiche Übersicht aber noch nicht.

Published in: on 7. Februar 2011 at 04:00  Hinterlasse einen Kommentar  
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Der Combe Gibbet bei Combe (Berkshire) – Ein Galgen und ein Ausflugsziel zugleich

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Da wo die beiden Grafschaften Berkshire und Hampshire zusammenstoßen, in der Nähe des Dörfchens Combe, steht auf einem Hügel der Combe Gibbet, ein Galgen, der erstmals 1676 errichtet wurde. Natürlich handelt es sich bei dem heute hier stehenden nicht mehr um den Originalgalgen, denn der wäre mittlerweile wohl vollständig den Holzwürmern zum Opfer gefallen.

Diese “gibbets” dienten nicht nur zum Erhängen von Menschen, sie sollten auch abschreckend wirken und so blieben die Erhängten dort auch über einen längeren Zeitraum den Naturgewalten ausgesetzt.

Der Combe Gibbet, heute ein beliebtes Ausflugsziel, wurde errichtet, um George Broomham aus Combe und Dorothy Newman aus dem benachbarten Inkpen zu Tode zu befördern. Die beiden hatten eine Affäre miteinander und wurden dabei von Georges Frau und Sohn erwischt; mit fatalen Folgen für Mutter und Sohn, denn George und Dorothy ermordeten beide. Das wurde wiederum von Mad Jack, dem Dorfidioten, beobachtet, der die Mörder den Behörden meldete.

Niemand wurde seitdem mehr hier aufgeknüpft und so steht der Galgen bzw. einer der Ersatzgalgen noch immer oben auf dem Hügel, der heute gern von Drachenfliegern als Startpunkt genutzt wird.

Published in: on 26. Januar 2011 at 04:00  Hinterlasse einen Kommentar  
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Ein mysteriöser, unaufgeklärter Mord in Lower Quinton (Warwickshire)

Die Lower Quinton Parish Church. - © Copyright Dave Bushell and licensed for reuse under this Creative Commons Licence

 

Lower Quinton ist ein kleines Dorf in den Cotswolds in Warwickshire und war Schauplatz eines sehr mysteriösen Mordes, der nie aufgeklärt wurde.
Am Valentinstag des Jahres 1945 fand man den 74jährigen Landarbeiter Charles Walton am Fuße des Meon Hill tot auf, mit einer Mistgabel erstochen. Ein großes Kreuz war in seine Brust geritzt, also nahm man an, dass es sich hier möglicherweise um einen Ritualmord handeln konnte und dass Hexerei im Spiel war.

Da die örtliche Polizei den Fall nicht lösen konnte, rief man Scotland Yard zur Hilfe und man schickte einen der besten Leute, nämlich Detective Inspector Robert Fabian, nach Lower Quinton, aber auch der scharfsinnige Fabian konnte den Fall nicht lösen, da er überall auf eine Mauer des Schweigens traf.

Noch heute kommen hin und wieder Leute nach Lower Quinton, die die Dorfbewohner auf den Fall ansprechen, aber erstens gibt es wohl niemanden mehr, der das alles miterlebt hat, und zweitens mag man auch heute noch nicht über den Fall reden.

Ich bin einmal in Lower Quinton gewesen und habe dort am Ortsrand kurz mein Auto angehalten und auf der Karte meinen weiteren Weg gesucht, als es an der Autoscheibe klopfte und ich gefragt wurde, ob man mir helfen könnte. Sehr freundlich…oder wollte man wissen, was ein Autofahrer mit fremdem Kennzeichen da zu suchen hatte?? Lower Quinton ist auch eine Neighbourhood Watch Area!

Meon Hill - Der Schauplatz des Mordes. - © Copyright Dave Bushell and licensed for reuse under this Creative Commons Licence

Published in: on 11. Mai 2010 at 15:44  Hinterlasse einen Kommentar  
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Hungerford (Berkshire) – Schauplatz des schlimmsten Amoklaufs in der englischen Geschichte

Hungerford Town Hall. - © Copyright Chris Talbot and licensed for reuse under this Creative Commons Licen

Immer wenn ich auf der A4 in Richtung Westengland fahre und durch die Stadt Hungerford fahre, muss ich an den entsetzlichen Amoklauf Michael Ryans denken, der hier am 19. August 1987 in einer Stunde 16 Menschen erschoss und weitere 15 verletzte.
Wahllos schoss er auf alles, was sich ihm in den Weg stellte: auf Kinder, auf Polizeibeamte, auf Sanitäter, und er erschoss sogar seine eigene Mutter.
Zuletzt verbarrikadierte sich Michael Ryan im John O’Gaunt Community Technology College und tötete sich selbst mit einem Kopfschuss.

Der Amokläufer war zu der Zeit arbeitlos.Ryan hatte eine ausgeprägte Vorliebe für Waffen und er besaß 6 Exemplare, darunter auch eine chinesische Version der russischen Kalashnikov AK-47. Für alle Waffen hatte Ryan eine gültige Lizenz.
Michael Ryan traf der Tod seines Vaters schwer und man vermutete, dass er danach mental immer instabiler wurde. Ob das der Grund für seinen Amoklauf war?
Es gibt eine Dokumentation über das Hungerford Massacre. Hier ist der erste Teil:

Published in: on 20. April 2010 at 14:23  Hinterlasse einen Kommentar  
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